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Ermöglichen Politikerblogs neue Kommunikationsformen zwischen Bürgern und politischen Akteuren?

Hausarbeit 2008 19 Seiten

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Relevanz
1.3 Vorgehensweise

2. Hauptteil
2.1 Politische Kommunikation – kurze Bestandsaufnahme
2.1.1 Was kennzeichnet politische Kommunikation?
2.1.2 Rolle der traditionellen Massenmedien
2.2 Was kann das Internet leisten?
2.2.1 Hoffnungen politischer Kommunikation im Netz
2.2.2 Deliberative Demokratie im Netz
2.3 Politische Kommunikation in Politikerblogs
2.3.1 Kommunikation in Weblogs
2.3.2 Politikerblogs – Beschreibung und Einordnung
2.3.3 Politikerblogs – eine Bilanz

3. Fazit
3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.2 Beantwortung der Fragestellung
3.3 Ausblick – Perspektive von Politikerblogs

4. Anhang
4.1 Quellenverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung

Diese Hausarbeit ist im Rahmen des Seminars: „Politische Kommunikation“ im zweiten Semester des Studiengangs Politikwissenschaft entstanden. Im Folgendem möchte ich untersuchen, ob Politikerblogs neue Kommunikationsformen zwischen Bürgern und politischen Akteuren ermöglichen.

Dabei geht es mir nicht nur um die Nutzung von Weblogs während des Wahlkampfes als Teil von Kampagnen, vielmehr möchte ich untersuchen, ob durch Politikerblogs ein lang anhaltender, dauerhafter Diskurs zwischen Politikern und Bürgern entstehen kann. Denn vor allem langfristig wäre die Etablierung direkter Online- Kommunikation zwischen Politik und Bürgern durch Weblogs interessant. Besonders im Hinblick auf die Faktoren: Partizipation, Diskursivität, Authentizität, Offenheit und einer breit zugänglichen, direkten Kommunikation zwischen politischen Akteuren und Bürgern, ohne den Umweg über die traditionellen Massenmedien. Deshalb möchte ich mich mit der Fragestellung beschäftigen, ob Politikerblogs neue Kommunikationsformen zwischen Bürgern und politischen Akteuren ermöglichen.

1.2 Relevanz

Die steigende Mediennutzung der Gesellschaft führt zu einer steigenden Relevanz der Medien für die politische Kommunikation. Diese Entwicklung ist besonders beim Internet zu beobachten, das nach und nach, auch internetferne Bevölkerungsgruppen, zu erreichen scheint (vgl. Eimeren/Frees 2008: S.330-344 in: Media Perspektiven 7/2008). Die Rolle des Internets wächst und das als Informationsmedium ebenso wie als Kommunikationsmedium. So resümiert Schulz: „Das Internet hat das Repertoire der politischen Beteiligunsformen erweitert. [...] Das Internet dient interessierten Bürgern als nützliche Informationsquelle und Mittel der politischen Interaktion“ (Schulz 2008: S.223). Ob das Internet in der Lage ist politische Kommunikation, vor allem in Form von Interaktion, für ein breiteres und größeres Publikum zu etablieren bleibt offen. Bisher finden sich meist nur internetaffine Bürger als Nutzer dieser neuen Kommunikationsformen.

Wenn es um politische Kommunikation im Internet geht, so sind vor allem mit dem Format der Weblogs hohe Erwartungen verknüpft. Die leichte Bedienung der frei zugänglichen Software sorgte für den raschen Abbau vieler technischer Hürden für Autoren. Zudem erleichtert der leichte Aufbau in Form von Internettagebüchern mit nach Aktualität geordneten Einträgen den Lesern einen schnellen Zugang. Desweiteren werden mit dem Blogging von Politikerseite aus Hoffnungen verbunden die politischen Botschaften und Ziele schnell, direkt und glaubwürdig an ein breites Publikum transportieren zu können. Die Befürworter in der Bevölkerung erhoffen sich durch die interaktiven Elemente und die Vernetzung der Weblogs eine Stärkung partizipativer und diskursiver Elemente in der Kommunikation mit ihren Repräsentanten.

Diese potenziellen Möglichkeiten machen Politikerblogs zu den herausragenden Instrumenten für politische Kommunikation im Netz.

Bisher wurden Weblogs in Deutschland erstmals genauer anhand des Bundestagswahlkampfes 2005 untersucht (vgl. z.B.: Ott: 2006; Abold: 2006; Albrecht/Perschke: 2006). Allerdings wurde das Potenzial einer dauerhaften diskursiven Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern durch Weblogs bisher vernachlässigt. Deshalb möchte ich in dieser Hausarbeit gerade diese Thematik genauer untersuchen.

1.3 Vorgehensweise

Zuerst werde ich kurz beschreiben, was politische Kommunikation kennzeichnet, und auf die Rolle der traditionellen Massenmedien eingehen. Danach werde ich darstellen, welche Hoffnungen mit dem Internet bezüglich politischer Kommunikation verknüpft werden, und diese theoretisch einordnen, um dann die Potenziale politischer Kommunikation im Internet anhand von Politikerblogs zu untersuchen und zu beurteilen. Abschließend werde ich, dann nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse, meine Forschungsfrage beantworten und einen Ausblick über die Möglichkeiten und Chancen von Politikerblogs für die politische Kommunikation geben.

Der Aufbau dieser Hausarbeit geht vom Allgemeinen zum Spezifischen. Ich werde zuerst einen Überblick über die Gesamtthematik p olitische Kommunikation geben. Danach werde ich mich mit der Rolle der traditionellen Massenmedien und deren Kommunikationsstruktur kurz auseinandersetzen. Anschließend komme ich zum Internet und werde die damit verknüpften Hoffnungen und Theorien knapp darstellen. Das Potenzial des Internets für politische Kommunikation werde ich im Weiteren anhand von Weblogs untersuchen. Um dann, nach einer Einordnung und Beschreibung, verschiedene Studien zur politischen Kommunikation in Politikerblogs zu vergleichen. Die Ergebnisse werde ich entsprechend meiner Fragestellung untersuchen, um letztendlich meine Fragestellung zu beantworten und einen kurzen Ausblick zu geben.

Meine Untersuchung wird sich größtenteils mit Studien von Politikerblogs in Deutschland beschäftigen (vgl. z.B.: Coenen 2005; Ott: 2006; Albrecht/Perschke: 2007; Abold: 2006). Demnach liegt der Fokus dieser Hausarbeit auf den Möglichkeiten von Politikerblogs für die politische Kommunikation in Deutschland.

2. Hauptteil

2.1 Politische Kommunikation – kurze Bestandsaufnahme

2.1.1 Was kennzeichnet politische Kommunikation?

Eine allgemein anerkannte oder gültige Definition von politischer Kommunikation gibt es in der Wissenschaft nicht. Der Begriff befindet sich in einem ständigen wissenschaftlichen Diskurs, der in verschiedenen Disziplinen und somit aus unterschiedlichen Perspektiven geführt wird (vgl. z.B.: Jarren/Donges 2006; Jarren/ Sarcinelli 1998). Es gibt jedoch bestimmte Merkmale durch für den Prozeß politischer Kommunikation. Diese werde ich kurz erläutern. Üblicherweise kann man bei politischer Kommunikation als Prozess drei Akteursgruppen unterscheiden: estens die politischen Akteure, welche zunehmend versuchen, politische Kommunikation strategisch für ihre Zwecke zu nutzen; zweitens, die Medien, welche als Transporteur zwischen Politik und Bürgern agieren, allerdings durch eigene Interessen, Arbeitsweisen, Auswahl- und Wahrnehmungskriterien einen erheblichen Einfluss haben; drittens die Bürger, welche politische Kommunikation empfangen und im Idealfall durch Austausch und Diskurs an der Bildung einer öffentlichen Meinung teilhaben.

Politische Kommunikation ist für Politik unverzichtbar, Pfetsch und Mayerhöffer sprechen von der „Notwendigkeit von Kommunikation in politischen Prozessen“ (Pfetsch/Mayerhöffer 2006: 3). Politische Kommunikation, als Prozess und Mittel, ist selbst Teil von Politik als Vorbereitung, Herstellung, und Durchsetzung gesamtgesellschaftlich verbindlicher Regeln.

Im Weiteren dieser Hausarbeit werde ich mich vor allem mit politischer Kommunikation zwischen politischen Akteuren und Bürgern beschäftigen. In erster Linie, um zu untersuchen, ob Politikerblogs als Kommunikationsform in der Lage sind, durch die Umgehung der traditionellen Massenmedien und aufgrund der vorhandenen partizipativen Potenziale neue Kommunikationsmöglichkeiten zwischen diesen beiden Akteursgruppen zu schaffen. Inwiefern Weblogs die Agenda von Massenmedien aufnehmen oder gegebenenfalls sogar selbst Agenda-Setter werden können, also das Verhältnis von Weblogs und Journalismus, soll hier nicht weiter behandelt werden.

2.1.2 Rolle der traditionellen Massenmedien

Den traditionellen Massenmedien kommt eine zentrale Rolle in der politischen Kommunikation, als Mittel zur Vermittlung politischer Ziele und Programme für politischen Akteure einerseits, so wie als Hauptinformationsquelle für die Bürger andererseits zu. Traditionelle Medien wie Fernsehen, Rundfunk und Presse wählen aus einer Vielzahl an Meldungen und Informationen nach ganz eigenen Kriterien aus, welche Informationen ins Programm aufgenommen werden. Somit ist durch die Massenm]edien keine Offenheit oder Gleichheit der öffentlichen Diskussion gewäh rleistet. Es kommt nur zu Wort, wen die Medien zu Wort kommen lassen und es wird nur diskutiert was die Medien erwähnen. Auch wenn sich diese einseitige Sichtweise natürlich durch die pluralität einer Vielzahl von Medienanbietern relativiert, trifft diese These eine wesentliches Problem der traditionellen Medien.

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Details

Seiten
19
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640402311
ISBN (Buch)
9783640402014
Dateigröße
432 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v133542
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Politikwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Weblogs deliberative Theorie deliberative Kommunikation politische Kommunikation politische Kommunikation im Netz politische Kommunikation im Internet Politikerblogs neue politische Kommunikationsformen Kommunikationsformen

Autor

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