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Warum ist das Unternehmen besser als der Markt?

Seminararbeit 2008 15 Seiten

Soziologie - Wirtschaft und Industrie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen von Markt and Unternehmen

3. Die Vorteile des Unternehmens
3.1. Transaktionskostentheorie
3.1.1. Verhaltensannahmen im Transaktionskostenansatz
3.1.2. Kostenvariablen im Transaktionskostenansatz
3.2. Motivationstheorie
3.3. Wissensbasierte Unternehmenssicht

4. Unternehmerische Marktmacht

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Warum ist das Unternehmen besser als der Markt?

1. Einleitung

Warum ist das Unternehmen besser als der Markt? Eine Frage, die nicht einfach zu beantworten ist, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass Markt und Unternehmung nicht eindeutig voneinander zu trennen sind und eine Firma ausschließlich durch ihre Beziehung zum Markt analysiert wird.[1] Auch ist die Fragestellung an sich schwer fassbar, da es nicht das Unternehmen und den Markt gibt, sondern von beidem diverse in verschiedenen Bereichen existieren. Dennoch werde ich in der vorliegenden Arbeit versuchen, eine Antwort auf diese Frage zu finden.

Um dieses zu erreichen, werde ich zunächst die Begriffe von Markt und Unternehmen definieren, um die Ausgangsinformation zu schaffen. Daraufhin erkläre ich im Hauptteil dieser Arbeit die wichtigsten Aspekte des Transaktionskostenansatzes – laut R.H. Coase die Existenzbegründung von Unternehmungen. Dazu gehören erstens die Definition von Transaktionskosten an sich, zweitens die Verhaltensmuster der Akteure und drittens die Variablen, welche die Kosten einer Transaktion beeinflussen.

Da der Arbeitstitel eine gewisse Überlegenheit des Unternehmens gegenüber dem Markt voraussetzt und dieses gängigerweise am Unternehmenserfolg gemessen wird, darf ein kleiner Einblick in die internen unternehmerischen Handlungsabläufe nicht fehlen, die zu eben diesem Erfolg beitragen. Aus diesem Grund gehe ich jeweils kurz auf die Motivationstheorie und die wissensbasierte Unternehmenssicht ein, die Ansätze liefern, wie es zu Wettbewerbsvorteilen kommen kann.

Daraufhin komme ich auf die schon angesprochene Interdependenz der beiden Institutionen zurück, was zu einer Darstellung der unternehmerischen Marktmacht führt. Abschließend werde ich die Voraussetzungen, unter welchen Gegebenheiten das Unternehmen besser ist als der Markt, nochmals konkret zusammenfassen.

2. Definitionen von Markt und Unternehmen

Um die Fragestellung besser zu verstehen und etwas Klarheit in die Unterscheidung von Markt und Unternehmen[2] zu bringen, sind zunächst die Definitionen beider Begriffe sinnvoll.

In der Literatur existieren verschiedene Modelle, die jeweils unterschiedliche Definitionen des Marktbegriffs liefern. Generell bezeichnen die Wirtschaftswissenschaften den Markt bzw. die Marktwirtschaft als „eine Wirtschaftsordnung, in der Produktion und Verteilung aller Güter und Dienstleistungen über Angebot und Nachfrage, d.h. über Marktprozesse frei gehandelt und getauscht werden.“[3] Bei diesem freien Handeln und Tauschen wird im Regelfall – und somit auch sinnvollerweise in meiner Analyse – vom unvollkommenen Markt ausgegangen, welcher im Gegensatz zum theoretischen Konstrukt des vollkommenen Marktes durch eine Ungleichverteilung von Wissen und durch Wettbewerb geprägt ist.[4] Diese Bedingungen beeinflussen wiederum das Verhalten und die Intentionen der Marktteilnehmer, welches für diese Seminararbeit von großer Bedeutung ist. Hier handelt es sich um den klassischen Vertrag, bei dem „zwei Akteure [...] nach entsprechender Suche nach Bedürfnismöglichkeiten und Anbahnungsbemühungen für einen Tausch zusammenkommen, und sich danach ohne die Absicht wieder trennen, erneut aufeinander zuzugehen.“[5]

Des Weiteren spezifiziere ich den Marktbegriff aufgrund des Arbeitstitels um den institutionellen Aspekt, welcher den Markt „als eine Institution des Wirtschaftssystems zur Anbahnung und Abwicklung von Tauschverhandlungen“ versteht und wodurch „sich die Frage nach der angemessenen Verfassung und Struktur von ‚Markt’“[6] ergibt.

Genau diese Verfassung und Struktur möchte ich auch im Unternehmen näher beleuchten. Im volkswirtschaftlichen Sinn ist die Unternehmung „eine Wirtschaftseinheit, die Produktionsfaktoren [...] auf dem (Faktor-)Markt nachfragt und das Ziel hat, Güter bzw. Dienstleistungen zu erstellen, die auf dem (Güter-)Markt angeboten werden.“[7] Um aber auch hier das Institutionelle zu betonen, schließe ich mich der Aussage vom Wirtschaftswissenschaftler Dieter Schneider an, der „Unternehmungen darüber hinaus dadurch [charakterisiert], dass sie als Institution eine durch Unternehmungsregeln und Unternehmensstrukturen geordnete Menge an beobachtbaren Handlungsabläufen darstellen.“[8] In einer Unternehmung wird somit nicht nach Marktlogik gehandelt, sondern sie ist eine durch Macht und Hierarchie gekennzeichnete Organisation.[9]

Während es sich auf dem Markt hauptsächlich um einmalige Transaktionen handelt, zeichnet sich die Reinform des Unternehmens dadurch aus, dass „Akteure sich für einen längeren Zeitraum zum Austausch von Leistungen binden und sich dabei in eine hierarchische Struktur integrieren.“[10] Die Vorteile dieser längerfristigen Bindung möchte ich nun im Folgenden analysieren.

3. Die Vorteile des Unternehmens

Das Handeln in der Wirtschaft ist von Unsicherheit, Wissensdefiziten und -asymmetrien, begrenzter Rationalität, Risiko und Opportunismus geprägt. Der Markt stößt aufgrund einiger dieser Charakteristika an seine Grenzen und ist somit in seiner Funktionsfähigkeit eingeschränkt.[11] Die Unternehmung hingegen hat sich als eine Institution herausgestellt, die trotz dieser Störfaktoren erfolgreich wirtschaften kann. Auch wenn Gegenbeispiele existieren (wie Zeitungsmeldungen über die Misswirtschaft von Unternehmen), erscheint bei einem Marktversagen die Firma als ein alternativer Koordinationsmechanismus, der die Fehler des Marktes immer dann ausgleicht, wenn die Organisationskosten die Transaktionskosten unterbieten.[12]

[...]


[1] Vgl. Arena, Richard/Longhi Christian: Markets and Organization. Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, 1998. S.4

[2] In der vorliegenden Arbeit verwende ich der Einfachheit halber die Begriffe „Unternehmen“, „Unternehmung“ und „Firma“ synonym.

[3] Schubert, Klaus/Klein, Martina: Das Politiklexikon. bpb: Bundeszentrale für politische Bildung. Schriftenreihe. Band 497. 4., aktualisierte Auflage. Verlag J.H.W. Dietz Nachf. GmbH, Bonn, 2006. S. 191

[4] Vgl. Hammann, Peter/Palupski, Rainer/von der Gathen, Andreas/Welling, Michael: Markt und Unternehmung. Handlungsfelder des Marketing. S. 40/41

[5] ebd. S. 74

[6] ebd. S. 36

[7] ebd . S. 306

[8] Freiling, Jörg/Reckenfelderbäumer, Martin: Markt und Unternehmung. F ine marktorientierte F infürung in die Betriebswirtschaftlehre. 1. Auflage. Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004. S 30

[9] Mit dieser Art der Unternehmensführung beschäftigt sich die Prinzipal-Agent-Theorie, welche erklärt, wie und warum der Unternehmensinhaber – der Prinzipal – Aufgaben an die Unternehmensleitung – den Agenten – delegiert. Da es bei dieser Theorie aber mehr um die Frage geht, wie Machtmissbrauch und die Verfolgung von Eigeninteressen verhindert werden können, gehe ich in dieser Arbeit nicht näher auf diese Theorie ein.

[10] Hammann, Peter/Palupski, Rainer/von der Gathen, Andreas/Welling, Michael: Markt und Unternehmung. Handlungsfelder des Marketing. S. 74

[11] vgl. ebd. S. 54

[12] vgl. Arena, Richard/Longhi Christian: Markets and Organization. S. 6

Details

Seiten
15
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640396771
ISBN (Buch)
9783640397037
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v133167
Institution / Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,3
Schlagworte
Warum Unternehmen Markt

Autor

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Titel: Warum ist das Unternehmen besser als der Markt?