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Vergleich des Fremdwortumgangs in den Wörterbüchern der Brüder Grimm und Christoph Adelungs

Hausarbeit 2009 10 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Ansichten zu Fremdwörtern

3. Die Aufnahme von Fremdwörtern
3.1 Kriterien
3.2 Schwierigkeiten

4. Formaler Aufbau eines Fremdwortartikels
4.1 Aufbau bei den Grimms
4.2 Aufbau bei Adelung

5. Scheinbar deutsche Wörter

6. Schlussbetrachtung

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, sowie Johann Christoph Adelung, waren Sprachforscher, die sich unter anderem darum bemüht haben, die deutsche Sprache zu vereinheitlichen. Aus diesem Grund entstanden zwei Lexika: Zum einen ein Deutsches Wörterbuch der Brüder Grimm, zum anderen ein Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von Adelung. Ziel dieser Hausarbeit soll es sein, Vergleiche zwischen beiden Wörterbüchern zu ziehen, und eventuelle Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten aufzuführen. Dies soll allerdings nicht auf die kompletten Werke bezogen werden, sondern ausschließlich auf den Umgang mit Fremdwörtern.

Es soll ausgearbeitet werden, ob die Autoren der Wörterbüchern Fremdwörtern eher positiv, oder eher negativ gegenüber gestanden haben, und falls letzteres zutrifft, weshalb dennoch ausländische Begriffe in den Lexika enthalten sind.

Außerdem wird auf die Problematik bei der Aufnahme von Fremdwörtern eingegangen werden, und auch hier sollen – wie bei der Einstellung zu fremden Ausdrücken – Vergleiche zwischen Adelung und den Grimms gezogen werden.

Als Quellen dienen neben der Sekundärliteratur die Internet-Seiten der Uni Trier, auf welcher das Wörterbuch der Grimms in digitaler Form zu finden ist, sowie die Seite der Bayerischen Staatsbibliothek, die Einblicke in Adelungs Lexikon gewährt. Aus diesem Grund beziehen sich die Angaben der Spaltenzahl bei dem grimmschen Wörterbuch auf die Angaben der Universitäts-Homepage, auf welcher bei den Einzelnen Artikeln nicht aufgeführt ist, um welche Spalte es sich genau handelt, sondern immer nur zusammenfassende Zahlen angegeben werden.

2. Ansichten zu Fremdwörtern

Sowohl Jacob und Wilhelm Grimm, als auch Johann Christoph Adelung standen der Verwendung von Fremdwörtern größtenteils negativ gegenüber.

Adelung empfand ausländische Begriffe als störend und sogar beleidigend,[1] und ihre Benutzung schrieb er Faulheit, mangelhafter Kenntnis der Muttersprache, Angeberei und schlechtem Geschmack zu:

Die Ursachen dieser Sprachmengerey sind theils Bequemlichkeit, nicht lange nach einem guten Ausdrucke herum sinnen zu dürfen; theils Unwissenheit und Unkunde des Reichthumes seiner Muttersprache; theils Eitelkeit, gelehrt zu scheinen; theils aber auch und vornehmlich Mangel des Geschmackes,[...][2]

Vor allem in der Poesie sollten seiner Meinung nach keine Fremdwörter gebraucht werden, da diese dort aufgrund ihrer verunstaltenden Art und des schwachen Klanges besonders auffallend sind und noch größere Störungen verursachen als in der alltäglichen Sprache.[3]

Wilhelm Grimm sprach sich ebenfalls betont gegen die „sprachliche Überfremdung“[4] des Deutschen aus und nannte diese sogar einen „Mißbrauch“.[5] Im Vorwort zum ersten Band des grimmschen Wörterbuches heißt es, man wolle den Einzug fremder Wörter auf keinen Fall unterstützen, sondern diesem eher noch entgegen wirken.[6] Es sei sogar die Pflicht der Sprachforschung, „dem maszlosen und unberechtigten vordrang des fremden widerstand zu leisten.“[7]

Dennoch finden sich Fremdwörtern im Lexikon der Grimms sowie dem Adelungs, denn eine völlige Ignorierung derselben scheint beiden unmöglich, wie das nächste Kapitel zeigen wird.

3. Die Aufnahme von Fremdwörtern

3.1 Kriterien

Trotz der vorherrschenden Abneigung gegenüber ausländischen Begriffen finden diese ihren Platz in beiden Lexika. Die Grimms vertreten die Auffassung, dass es nicht möglich sei, Fremdwörter komplett auszuschließen, besonders nicht diejenigen, welche bereits fester Bestandteil der deutschen Sprache geworden sind. Als Beispiel werden Bezeichnungen für Tiere und Pflanzen aus dem Ausland genannt, für die es keinen deutschen Namen gibt, sowie Wörter, die sich durch Ableitungen und Zusammensetzungen der deutschen Grammatik unterworfen haben, und gar nicht mehr als Fremdwörter erkannt werden.[8]

[...]


[1] Vgl. Adelung, Johann Christoph: Über den deutschen Styl. 3 Theile in 1 Band (Documenta Linguistica, Quellen zur Geschichte der deutschen Sprache des 15. bis 20. Jahrhunderts, Ergänzungsreihe), Hildesheim u.a. 1974, Bd. 1, S. 106.

[2] Adelung, deutscher Styl, Bd. 1, S. 110f.

[3] Vgl. Adelung, deutscher Styl, Bd. 2, S. 49.

[4] Mertens, Volker (Hrsg.): Die Grimms, die Germanistik und die Gegenwart (Philologica Germanica, 9), Wien 1988, S. 76.

[5] Mertens, S. 76

[6] Vgl. Grimm, Jacob / Grimm, Wilhelm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig, 1854-1960, Vorwort zu Bd. 1, S. 28, 24.04.2009. < http://germazope.uni-trier.de/Projects/DWB >

[7] Grimm, Vorwort zu Bd. 1, S. 27, 24.04.09.

[8] Vgl. Grimm, Vorwort zu Bd. 1, S. 27, 24.04.09.

Details

Seiten
10
Jahr
2009
ISBN (Buch)
9783640393213
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132946
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
2,5
Schlagworte
Grimm Adelung Fremdwörter Wörterbuch

Autor

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