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Bildung, Screening, Signaling

Theorie des Signalings und Screenings in Verbindung mit dem Gut Bildung

Seminararbeit 2008 34 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis:

1.Einleitung

2. Zusammenhang zwischen Bildung und den Theorien des Signalings und Screenings
2.1 Was ist Bildung?
2.2 Marktversagen, Asymmetrische Informationen und Adverse Selektion
2.3 Abgrenzung von Signaling und Screening

3. Theorie des Signalings
3.1 Grundlagen
3.2 Grundmodell des Signalings nach Spence
3.2.1 Grundlegende Annahmen
3.2.2 Märkte ohne Informationstransmissionen
3.3 Das separierende Gleichgewicht
3.3.2 Ein einfaches Beispiel für Signaling
3.3.3 Auswirkungen auf die Wohlfahrt
3.4 Pooling-Gleichgewichte
3.5 Modellerweiterungen

4. Screening
4.1 Definitionen von Screening
4.2 Screening auf dem Arbeitsmarkt
4.2.1 Einführung ins Modell nach Stiglitz
4.2.2 Das Gleichgewicht ohne Screening
4.2.3 Das Screening-Gleichgewicht
4.3 Auswirkungen auf die Wohlfahrt

5. Signaling vs. Screening

6. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Anhang:

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Zusammenhang zwischen guter Bildung und Verdienst

Abbildung 2: Märkte ohne Informationstransmission

Abbildung 3: separierendes Gleichgewicht im Signalingmodell:

Abbildung 4: separierendes Gleichgewicht im Signalingmodell:

Abbildung 5: separierendes Gleichgewicht im Signalingmodell

Abbildung 6: Grafik zum Pooling-GG beim Signaling

Abbildung 7: Grafik zum Screeningmodell

Abbildung 8: Beweis, dafür dass es kein Pooling-GG gibt

Abbildung 9: Beweis, dass t der weniger Fähigen null ist

Abbildung 10: Weshalb weicht der Qualifizierte nicht von t* ab

Abbildung 11: Ergänzung zum Screeninggleichgewicht

1. Einleitung

Aristoteles meinte einmal: „Gebildete Menschen sind den ungebildeten genauso überlegen wie die Lebenden den Toten.“[1]. Diese Aussage trifft heute immer noch zu, denn gebildete Menschen genießen viele Vorteile in der heutigen Gesellschaft, z.B. höherer Verdienst gebildeter Arbeitskräfte[2]. Der Stellenwert von Bildung in der Ökonomie steigt seit den 60iger Jahren immer weiter an, es gibt immer neue Diskussionen inwieweit Bildung sich auf die Wirtschaft, das Einkommen und das Bruttoinlandsprodukt auswirkt.[3]

Diese Arbeit beschäftigt sich damit, weshalb Bildung ein Signal darstellt und wie Arbeitgeber durch Rasterung feststellen können, welches Bildungsniveau die Arbeitnehmer haben. Diese Theorien werden Signaling und Screening genannt, und sind ein Teil der Informations-ökonomik und damit ein Teilgebiet der Volkswirtschaftslehre. Die Informationsökonomik beschäftigt sich mit den Kosten, die mit der Informationsbeschaffung und -bereitstellung verbunden sind. Hierbei wird der Austausch zwischen den Vertragspartnern und die Auswirkungen unterschiedlicher Informationsstände bzw. -bedingungen auf die Funktionsweise ökonomischer Systeme beobachtet.

Als Begründer der Informationsökonomik gelten die Ökonomen George Akerlof, Michael Spence und Joseph Stiglitz. Akerlof beschäftigte sich mit den Informationsungleichgewichten auf dem Gebrauchtwagenmarkt.[4] Spence wichtigste Arbeit beinhaltet Aussagen wie Arbeitgeber durch Signale eine negative Auslese, also Adverse Selektion entgegenwirken können.[5] Stiglitz entwickelte gemeinsam mit Rothschild eine Weiterführung der Theorien von Akerlof und Spence, das Modell des Screenings. Gemeinsam erhielten alle drei Wissenschaftler für ihre Untersuchungen den Nobelpreis für Wirtschaft im Jahr 2001.

Das Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, wie durch Signaling und Screening das Marktversagen durch asymmetrische Informationen auf dem Arbeitsmarkt entschärft werden kann. Hierzu wird im zweiten Kapitel auf die grundlegenden Zusammenhänge von Bildung und Signaling bzw. Screening eingegangen. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Theorie des Signalings nach Spence und das vierte Kapitel mit der des Screening nach Stiglitz. Danach folgt ein Vergleich von Signaling und Screening anhand eines Experimentes. Die Schlussbemerkung beinhaltet eine kurze Zusammenfassung der Erkenntnisse und vergleicht diese ansatzweise mit der Humankapitaltheorie. Desweiteren ist in der Schlussbemerkung ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung dieser Theorien.

2. Zusammenhang zwischen Bildung und den Theorien des Signalings und Screenings

2.1 Was ist Bildung?

Unter Bildung versteht man heutzutage das Erlernen des Menschen von Fähigkeiten im Hinblick auf geistige, seelische, kulturelle und soziale Aspekte. Der Begriff Bildung beruht auf religiös-mystischen und philosophischen Wurzeln (Platon) und war zuerst in Verbindung mit der Erziehung zu finden. Erst seit der Renaissance und im Zusammenhang der Aufklärung, Goethe und Neuhumanismus entwickelte sich ein eigener Terminus. Der Begriff wurde vor allem durch J. H. Pestalozzi und W. von Humboldt definiert. In ihren Theorien ging es primär um das Heranwachsen und dabei um die Prägung von Außen. Heute wird Bildung eher als langjähriger Prozess betrachtet, der bis ins hohe Alter geht bzw. nie endet. Dies geschieht durch Eigentätigkeit und Selbstbestimmung des Menschen. Bildung lässt sich desweiteren in zwei große Bereiche aufteilen, in die Allgemeinbildung und in die Ausbildung.[6]

Die Besonderheit des Gutes Bildung ist, dass es nicht vom Besitzer getrennt werden kann, da es ein immaterielles und nicht greifbares Gut ist. Durch Bildung wird der Zugang zu anderen Fähigkeiten ermöglicht, denn nur wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann weiterführende Kenntnisse erlernen z.B. eine Fremdsprache. Bildung ist kein öffentliches Gut, denn der Ausschluss ist hier prinzipiell möglich und es gibt Rivalität im Konsum.

Neben dem Erwerben von Eigenschaften stellt sich die Frage, was bezweckt Bildung und weshalb sollte der Mensch sich bilden oder nicht? Mit dieser Fragestellung haben sich zwei Theorien eingehend beschäftigt, die Humankapitaltheorie und die Signaling/Screening-Theorien. Das Kernkonzept der Humankapitaltheorie besteht darin, dass die Aufwendungen, die in Bildung investiert werden, wirtschaftliche und soziale Vorteile bringen sollen. Soziale Aspekte sind z.B. externe Effekte, wie Steigerung der Produktivität anderer oder weniger Kriminalität durch höhere Bildung. Die wichtigsten wirtschaftlichen Aspekte dieser Theorie sind, die Steigerung der Produktivität des Arbeiters und das ökonomische Wachstum durch Bildung.[7] Diese Ansicht wird von einigen Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlern bezweifelt. Andere Theorien sind z.B. Signaling/Screening. Diese gehen davon aus, dass die Produktivität des Einzelnen angeboren ist und durch Signale oder Sortiervorgänge die unterschiedlichen Fähigkeiten des Arbeiters herausgefiltert werden können. Damit werden in dieser Theorie die Eigenschaften, die ein Schüler oder Student schon bei Eintritt in das Bildungssystem mitbringt, betrachtet. Dies wird dann als Erzeugnis genetischer Ausstattung und/oder vorschulischer Sozialisation angenommen.[8]

2.2 Marktversagen, Asymmetrische Informationen und Adverse Selektion

In der Ökonomie gehen die meisten Theorien von einem vollkommenen Markt aus. In dieser Situation verhalten sich alle Individuen rational und maximieren ihren Nutzen, gleichzeitig werden Transaktionskosten ausgeschlossen.[9]

In der Realität sind aber oft bestimmte Dinge nicht gegeben, wie z.B. keine Homogenität von Gütern oder keine vollkommende Markttransparenz. Wenn die Bedingungen des vollkommenen Marktes nicht erfüllt sind, bezeichnet man dies als Marktversagen. Die wichtigsten Gründe für Marktversagen sind asymmetrische Informationen, öffentliche Güter, externe Effekte, Monopole und Kartelle.[10] Im Fall von asymmetrischen Informationen wird davon ausgegangen, dass unterschiedliche Informationsstände vorliegen, da es oft keine Informationen über die Qualität gibt oder die Beschaffung der Informationen sich als schwer oder teuer erweist.[11] Durch asymmetrische Informationen kann es zu einer Adverse Selektion kommen. Hier „besteht das Problem, dass die vertragsabschließenden Parteien bei Vertragsabschluss unterschiedlich gut über maßgebliche Eigenschaften geplanter Projekte oder der Vertragspartner selbst informiert sind“.[12] Ein gutes Beispiel für Adverse Selektion ist die Theorie „The Market for Lemmons“[13]. Sie geht davon aus, dass auf einem Gebrauchtwagenmarkt gute und schlechte Autos angeboten werden. Für den Käufer ist es, im Gegensatz zum Verkäufer, schwieriger die Qualität des Autos einzuschätzen. Hier liegen asymmetrische Informationen vor. Die Käufer bilden einen Erwartungswert für die angebotenen Autos und es entsteht nur ein Preis, der zwischen dem Preis für gute und für schlechte Autos liegt. Alle Anbieter, die gute Autos besitzen, bieten unter diesen Umständen keine guten Autos mehr an, sodass es nur noch schlechte Autos gibt. Dies wird als Adverse Selektion bezeichnet. Ein ähnliches Problem liegt auf dem Arbeitsmarkt vor, denn hier haben die Arbeitgeber keine Informationen über die Qualität der Arbeit des Angestellten. Um Adverse Selektion zu beheben gibt es verschiedene Lösungsansätze, wie z.B. Signaling und Screening, welche in nächsten Abschnitten näher erläutert werden.

2.3 Abgrenzung von Signaling und Screening

Das Signaling ist ein Konzept, bei dem die besser gestellte Vertragsseite, der schlechter gestellten ein Signal übermittelt. Dies lässt sich gut am Gebrauchtwagenmarkt verdeutlichen. Hier gibt es schlechte und gute Autos. Die Verkäufer des guten Autos möchten den Kunden gern die Information geben, dass ihre Autos von hoher Qualität sind. Ein sinnvolles Signal in diesem Fall ist es, als Verkäufer einer Garantie anzubieten.[14] Im Gegensatz dazu steht die Screeningtheorie. Hier versucht der schlecht informierte Marktteilnehmer Informationen vom Anderen zu erlangen. Dies versucht er meist mit Hilfe von verschiedenen Verträgen und kann bestimmte Rückschlüsse über den anderen Akteur, aufgrund der Wahl des Vertrages ziehen.

3. Theorie des Signalings

3.1 Grundlagen

Die Probleme die durch unterschiedliche Informationsstände auf einem Markt entstehen können, können mit Hilfe von Signalen entschärft werden. Die erste Theorie über dieses Thema entwickelte Spence (1973/74). Sie zeigt, dass einige Marktverkäufer und -käufer Informationen über die Produktinformationen signalisieren.[15]

Auf dem Arbeitsmarkt gibt es asymmetrischen Informationen. Für Arbeitergeber ist es schwer festzustellen, ob ein Arbeiter produktiv oder eher weniger produktiv ist. Dies kann der Arbeitgeber erst nach einer gewissen Zeit von mindestens sechs Monaten, manchmal erst nach einem Jahr herausfinden.[16] Wenn sich nun herausgestellt hat, dass ein Arbeiter eher weniger produktiv ist, ist es für den Arbeitgeber schwierig diese Person zu entlassen. Oft hindern Arbeitsgesetze und hohe Zusatzkosten die Firmen an dieser Maßnahme. Außerdem ist es auch kostspielig eine neue Person auf diese Stelle einzuarbeiten, denn zu Beginn der Arbeitsaufnahme investieren Firmen oft in die Mitarbeiter in Form von Lehrgängen, Einarbeitungszeiten usw. Auf Grundlage dieser Erfahrungen bildet der Arbeitgeber eine Wahrscheinlichkeitsannahme und aufgrund bestimmter beobachtbarer Eigenschaften trifft er eine Annahme über die Produktivität.[17] Ein Beispiel dafür wäre ein Schulabschluss. Ein Arbeitergeber hat regelmäßig immer Arbeiter eingestellt mit einem Schulabschluss A und mit einem Schulabschluss B. Durch Beobachtung stellte er fest, dass die Gruppe A öfter krank war und damit weniger produktiv als die andere Gruppe. Somit kann er eine Wahrscheinlichkeit berechnen dafür, dass ein Bewerber mit dem Abschluss A, die gleiche Produktivität aufweist, wie seine Vorgänger.

Die Beobachtung von Eigenschaften wird in zwei Gruppen unterschieden, zum Einen in die Gruppe der Indizes, dies sind beobachtbare, unveränderliche Eigenschaften, auf die der Arbeitnehmer keinen Einfluss hat, wie z.B. Geschlecht und Alter, und zum Anderen gibt es die beobachtbaren und veränderlichen Eigenschaften, wie z.B. Ausbildung, Weiterbildung, Zeugnisse, diese werden als Signale bezeichnet. Bildung kann hier ein sehr starkes Signal sein. Der Bildungsgrad einer Person ist durch mehrere Dinge gekennzeichnet, wie z.B. Zahl der Schuljahre, Noten, Abschlüsse, Zusatzausbildungen, Universitätsabschlüsse. Bildung kann direkt und indirekt ein Signal für Produktivität sein. Zum Einen, weil durch viel Bildung auch Fachkenntnisse, Fähigkeiten und Allgemeinwissen angeworben wurden. Zum Anderengibt es auch andere Fähigkeiten, die durch Bildung impliziert werden. Um eine höhere Bildung als der Durchschnitt zu erreichen, geht die Wissenschaft davon aus, das neben den normalen Lernprozessen bestimmte Fähigkeiten vorhanden sein müssen, sogenannte „persönliche Eigenschaften, wie Körperkraft und Sinnestüchtigung, [...] Leistung durch Erfahrung oder weiterführende Motivation“[18], außerdem geht man davon aus, dass höhere Bildung auch mit höherem Intellekt einhergeht. Deshalb geht die Signalingtheorie davon aus, dass gebildete Menschen von Natur aus produktiver sind, denn um Bildung zu erreichen musste der Einzelne sich anstrengen, sich motivieren und bestimmte geistige Fähigkeiten mitbringen. Aufgrund dieser Ansätze geht die Spence davon aus, dass besser informierte und gebildete Arbeiter ihre Informationen bereitstellen, in ihre Signale investieren und sich damit von den weniger gebildeten Arbeitern unterscheiden.

Um diese Signale zu erwerben, müssen bestimmte Aufwendungen getätigt werden, wie Zeit und Geld. Die Kosten dafür werden als Signalkosten bezeichnet.

3.2 Grundmodell des Signalings nach Spence

3.2.1 Grundlegende Annahmen

Das Modell geht von einem risikoneutralen Arbeitgeber aus.[19] Spence geht von zwei Arten Arbeitern aus, den Fähigen und den weniger Fähigen. Die Fähigkeit ist von Natur gegeben. Die Fähigen haben eine Produktivität von θH und die weniger Fähigen von θL. Mit einer Wahrscheinlichkeit µ0 hat der Arbeiter eine hohe Produktivität θH und mit einer Wahrscheinlichkeit 1- µ0 hat er eine niedrigere Produktivität θL. Desweiteren gilt:

θH> θL >0 und λ=Prob{θ=θH} E (0,1),

wobei λ der Anteil der fähigen Arbeiter ist.[20] Das Modell beinhaltet zwei Schritte. Jeder Arbeiter kennt seine Fähigkeiten und wählt daraufhin sein Bildungsniveau e. Die Arbeitgeber beobachten das Ausbildungsniveau, aber nicht die Fähigkeiten, und daraufhin bieten sie Lohnverträge an.

Die Löhne werden durch einen sogenannten „Rückkopplungskreislauf“[21] ermittelt. Dieser Kreislauf geht davon aus, dass der Arbeitgeber nach Einstellung eines Arbeiters die Beziehung zwischen Grenzproduktivität und Signalen beobachtet. Diese Erkenntnisse vergleicht er mit den Annahmen, die er auf der Grundlage von Erfahrungen in Verbindung mit Signalen getroffen hatte. Wenn seine bisherigen Annahmen nicht mit der tatsächlichen Produktivität übereinstimmen, passt der Arbeitgeber seine Wahrscheinlichkeitsannahmen µ an und verändert damit die Löhne entsprechend, da diese von µ0 abhängig sind. Die neuen Bewerber werden jetzt mit neuen Lohnangeboten konfrontiert und passen nun ihre

Investitionen in Signalkosten dementsprechend an. Es beginnt damit ein neuer Kreislauf und die Arbeitgeber werden wieder neue Rückschlüsse aus den veränderten Signalingentscheidungen des Bewerbers ziehen.[22]

Der Gewinn für die Unternehmen ergibt sich aus: II(0,w)=0-w

und der Arbeiter erhält: u(w,e,0)=w-c(e,0) als Nutzen.

Die Kosten für Bildung c(e, 0), inklusive Opportunitätskosten, für einen 0 Typen werden mit

c(0,0)=0; ce(e, 0)>0; cee(e, 0)>0; c0(e, 0)<0; ce0(e,0)<0; e>0

definiert. Dies zeigt, dass es sich hier um positive und steigende Grenzkosten handelt bezüglich der Bildung e (ceteris paribus 0) und das sich die Grenzkosten bezüglich der Produktivität 0 (ceteris paribus e) negativ und fallend verhalten. Somit scheint hier eine negative Korrelation zwischen Produktivität und Bildung vorzuliegen. Dies ist ein wichtiges Signal für den Arbeitgeber, denn wenn jeder das gleiche Bildungsniveau durch den gleichen Aufwand erreichen würde, könnten die Arbeitnehmer nicht voneinander unterschieden werden.[23] Daraus folgt, dass für dieses Modell: c(e,0L)> c(e,0H) und ce(e,0L)> ce(e,0H) für alle e>0 gilt. Außerdem gilt: c0e(e,0)<0, dies bedeutet, dass die Indifferenzkurven von den weniger Fähigen steiler als die der fähigen Arbeiter ist. Diese Annahmen zeigen, dass die Kosten und die Grenzkosten für Bildung niedriger bei einem Fähigeren sind, da es für diesen einfacher ist ein höheren Abschluss zu erreichen.[24] Dieser Gegebenheit wird single crossing property genannt.

3.2.2 Märkte ohne Informationstransmissionen

Zuerst wird der Markt betrachtet, für den Fall, dass es keine Informationstransmissionen gibt. Wie beim Bertrand Marktspiel bieten die Firmen simultan den gleichen Lohn von w=µ(e)0H+(1-µ(e))0L an. Dieser entspricht der erwarteten Produktivität und liegt auf dem Schnittpunkt der Indifferenzkurven von fähigen und weniger fähigen Arbeitern[25]. Dies ist in der Abbildung 2 im Anhang dargestellt. Das Gleichgewicht stellt sich demnach an der Schnittstelle von den beiden Indifferenzkurven ein. Der Lohn ist ein Durchschnittslohn beider 0 Typen. Es gilt hier: 0L < w0H für alle e>0 und ist paretoeffizient, da hier kein Zustand möglich ist, der ein Individuum besser stellt, ohne ein anderes schlechter zu stellen. Eine Randlösung wird hier ausgeschlossen.

[...]


[1] http://www.aphorismen.de/displayaphorismen.php vom 13.04.2008

[2] http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E15789E7247854ACD879D6A 8 4D13DC994~ATpl~Ecommon~Scontent.html vom 13.04.2008; zur graphischen Darstellung im Anhang Abbildung 1

[3] Faschingeber/Leubolt/Lichtblau/Prausmüller/Schimmerl/Striedinger (2005), S.7ff

[4] Varian (2004), S. 686

[5] http://nobelprize.org/nobelprizes/economics/laureates/2001/ecoadv.pdf , S.1ff, vom 12.04.2008

[6] http://lexikon.meyers.de/index.php?title=Bildung&oldid=112881 vom 11.04.2008

[7] Pechar (2006), S. 29

[8] Pechar (2006), S. 32f

[9] Neus (2005), S.539f

[10] http://www.vernunft-schweiz.ch/glossar/88/Marktversagen+.html vom 11.04.2008

[11] Varian (2004), S.686

[12] Neus (2005), S.537

[13] Theorie der Adversen Selektion die auf Akerlof (1970) zurückgeht

[14] Varian (2004), S.694ff

[15] Pindyck/ Rubinfeld (1992), S. 615

[16] Pindyck/ Rubinfeld (1992), S. 615

[17] Spence (1973), S.356ff; Spence (1974), S.8

[18] Brockhaus (1999) S.377

[19] Spence (1973), S.358

[20] Mas-Colell/ Whinston/ Green (1995), S.450f

[21]Entwickelt durch Spence (1973)

[22] Spence (1973), S.359

[23] Spence (1973), S.358; Spence (1974), S.15

[24] Mas-Colell/ Whinston/ Green (1995), S.450ff

[25] Zur graphischen Darstellung in Abbildung 2

Details

Seiten
34
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640391240
ISBN (Buch)
9783640391042
Dateigröße
621 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132891
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Öffentliche Finanzen
Note
1,7
Schlagworte
Bildung Screening Signaling Gut Bildung Bildungsökonomik Stiglitz Spence

Autor

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Titel: Bildung, Screening, Signaling