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Die Darstellung der Stadt in dem Gedicht "Der Gott der Stadt" von Georg Heym

Seminararbeit 2009 12 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Historischer und biografischer Hintergrund
2.1.1 Die Großstadt zur Zeit der expressionistischen Moderne
2.1.2 Georg Heyms persönliche Erfahrungen in der Großstadt
2.2 Interpretation am Text
2.2.1 Formaler und inhaltlicher Aufbau
2.2.2 Der Gott als Dämon
2.2.3 Das Verhältnis zwischen dem „Gott der Stadt“ und seiner Umgebung
2.2.4 Darstellung der Stadt als Untergangs- und Katastrophenvision

3 Schluss

4 Literaturverzeichnis
4.1 Primärliteratur
4.2 Sekundärliteratur

5 Anhang

1 Einleitung

„Maßlos erscheint ihm die Weltstadt; in ihren Voraussetzungen wie in ihren Ergebnissen. In ihrer dämonischen Maßlosigkeit sieht er den Typus geoffenbart. Und so symbolisiert sich die Stadt in einem riesenhaften Baal, und in der Gestalt unheilvoll wirkender „Dämonen“.“[1]

Mit der Frage, inwiefern diese Sichtweise einer apokalyptischen Welt tatsächlich auf die Arbeit Georg Heyms zutrifft und mit der Darstellung der Stadt möchte ich mich in dieser Hausarbeit anhand des Gedichtes „Der Gott der Stadt“, das von Heym um 1910 wenige Jahre vor seinem Tod verfasst wurde und 1911 in der Gedichtsammlung „Der ewige Tag“ erschien, beschäftigen. Als Textgrundlage dient dabei die historisch-kritische Ausgabe der Werke Heyms.

Der Hauptteil, der auf diese kurze Einleitung folgt, ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Kapitel, 2.1, schildere ich in angemessener Kürze die Verhältnisse und Entwicklungen in der Großstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, um einen Überblick über die Umstände zu geben, unter denen das Gedicht „Der Gott der Stadt“ entstand. Da die Erfahrungen Heyms mit dem Leben in der Großstadt von nicht unerheblicher Bedeutung für sein literarisches Schaffen waren, möchte ich außerdem auf Heyms persönliches Bild von diesen Veränderungen eingehen.

Dem Gedicht selbst, das im Anhang zu finden ist, widme ich mich ab Kapitel 2.2. Hier analysiere ich zunächst formale Kriterien und die inhaltliche Gestaltung des Gedichtes, bevor ich mit der Interpretation fortfahre. Ein Schwerpunkt soll dabei die Darstellung des titelgebenden „Gottes der Stadt“ im Zentrum des Gedichtes sein. Die Interpretation stützt sich neben weiterer Sekundärliteratur vor allem auf die Dissertationen von Iris Reinhardt-Steinke und Hee-Jik Noh, die sich beide unter anderem mit der Großstadtlyrik Georg Heyms beschäftigen.

Der Schlussteil dieser Arbeit stellt im Wesentlichen eine Zusammenfassung meiner Ergebnisse da. Berücksichtigung finden soll aber auch die Frage, inwiefern die eingangs zitierte Textpassage von Ernst Balcke auf das Gedicht „Der Gott der Stadt zutrifft, welches Stadtbild vermittelt wird und welche Fragen noch zu klären wären.

2 Hauptteil

2.1 Historischer und biografischer Hintergrund

2.1.1 Die Großstadt zur Zeit der expressionistischen Moderne

Die Übergangszeit zwischen dem 19. und dem 20 Jahrhundert und die Zeit danach waren stark geprägt durch die fortschreitende Industrialisierung und die rasant an-steigende Zahl technischer Neuerungen und Erfindungen. Besonders in den Groß- städten als Zentren von Verwaltung und Industrie machte sich dies bemerkbar. Da dort ein besseres Angebot an Arbeitsplätzen herrschte, wanderten unzählige Arbeiter vom Land in die Stadt, sodass Bevölkerungszahlen und –dichte rasant anstiegen. Häufig war ein Leben auf engstem Raum die Folge. Unter anderem bedingt durch diese „Landflucht“ und die Entwicklung der modernen Verkehrsmittel erfuhr das Lebenstempo insgesamt eine deutliche Beschleunigung.

Wie diese Veränderungen auf die Menschen in der Großstadt wirkten –und das in sehr unterschiedlicher Weise- und wie es sich mit der Sichtweise auf diese Verhältnisse im Expressionismus (historisch einzuordnen etwa von 1910 bis 1920) verhielt, halten auch Jeßing/Köhnen fest. Zwar wären durch die Lebensbedingungen in der Großstadt durchaus „ästhetische Anregungen“ geschaffen worden. Gleichzeitig hätten sie aber auch diverse Probleme ins Leben gerufen, zu denen sie unter anderem die „Ich-Dissoziation“ und die Tatsache, dass „menschliche Beziehungen versachlicht“ würden, zählen. In Bezug auf den Expressionismus seien „die ambivalenten Einflüsse der Großstadt, die Ich-Dissoziationen und gesteigerte Nervenreize brachten, […] im expressionistischen Jahrzehnt bedrohlich [geworden]“.[2] Hee-Jik Noh zufolge „[versucht] die expressionistische Moderne […], sich der gesellschaftlichen Modernisierung thematisch und formal zu stellen und sie ausdrücklich in sich aufzunehmen. Sie setzt sich mit den als Krise empfundenen sozialen Realitätserfahrungen kritisch auseinander […].“[3]

2.1.2 Georg Heyms persönliche Erfahrungen in der Großstadt

Mit diesen fortschreitenden Veränderungen, die sich in der expressionistischen Moderne besonders in den Großstädten abspielten, sah sich auch Georg Heym konfrontiert. Otto Riebicke versucht, in seinem Nachruf das Empfinden des Dichters in Worte zu fassen:

[...]


[1] Ernst Bal>

[2] Benedikt Jeßing/Ralph Köhnen: Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Stuttgart ²2007, S. 84.

[3] Hee-Jik Noh: Expressionismus als Durchbruch zur ästhetischen Moderne. Dichtung und Wirklichkeit in der Großstadtlyrik Georg Heyms und Georg Trakls. Tübingen 2001, S. 7.

Details

Seiten
12
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640395743
ISBN (Buch)
9783640396214
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132777
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,7
Schlagworte
Darstellung Stadt Gedicht Gott Georg Heym

Autor

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Titel: Die Darstellung der Stadt in dem Gedicht "Der Gott der Stadt" von Georg Heym