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"Die Rolle der Frau in Spanien im 18. Jahrhundert in Bezug auf José de Cadalsos Cartas Marruecas

Hausarbeit 2008 26 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Textspezifik der Cartas Marruecas
1.2 historische Ausgangssituation
1.3 Programmatik der Aufklärung
1.4 Geschlechterdiskurs in der Literatur

2 Ehe
2.1 Darstellung der Ehe in den Cartas Marruecas
2.2 Darstellung der Heiratspolitik bei Moratin

3 Las Tertulias
3.1 Die französischen Sa lons
3.2 Die spanischen Salons: „Las Tertulias"
3.3 Kritik

4 Bildung: Pro und contra weiblicher Intellekt
4.1 Contra: misogyn4 konservativ
4.2 Pro: Feijoo4 „Defensa de la Mujer"

5 Kehrseite
5.1 Negative Auswirkungen von Freiheit und Luxus
5.2 Problematisierung der Aufklärung

6 Fazit

7 Literaturangaben

1 Einleitung

Das achtzehnte Jahrhundert ist, nicht nur in Spanien, sondern in ganz Europa, eine Zeit bedeutender gesellschaftlicher und politischer Veranderungen. Die Um walzungen, die in Spanien stattfinden, sind zwar durchaus weniger ein-schneidend als zum Beispiel im Nachbarland Frankreich oder in Deutschland. Das zeigt sich vor allem in der Tatsache, dass das achtzehnte Jahrhundert und die Aufklarung in der hispanistischen Forschung bis in die zweite Halfte des zwanzigsten Jahrhunderts weitgehend unbeachtet geblieben sind. Aber ob wohl lange Zeit galt, „das spanische 18. Jahrhundert verdiene die Aufmerksamkeit der Forschung nicht" (Tietz 226) ist es fur das Land im historischen Kontext doch von Bedeutung. Dies schliellt auch die Veranderungen der Lebens-bedingungen der spanischen Frauen ein, mit denen sich die vorliegende Arbeit im Folgenden beschaftigen wird. Der Sch werpunkt liegt hierbei auf den neuen Freiraumen und gesellschaftlichen Aufgaben, die die sogenannten „Tertulias" den Frauen bieten. Dazu ist es jedoch unerlasslich, auch die Ausgangssituation vor dem Wandel, so wie den gesamtgesellschaftlichen Kontext zu betrachten; dabei handelt es sich in diesem Fall vor allem um die Ehe als Lebens-mittelpunkt der Frauen. Anschliellend an die Tertulias wird daruber hinaus auch ein Blick auf die aus ihnen resultierende Bildungsdebatte des achtzehnten Jahrhunderts ge worfen und die beiden kontrastierenden Standpunkte — der konservative, auf der Inferioritat der Frau gegenuber dem Mann beharrende und der fortschrittliche, die intellektuellen Moglichkeiten der Frau betonende — einander gegenubergestellt.

Es soll gezeigt werden, dass die Veranderungen der geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen der Frauen z war weniger ausgepragt und radikal sind als in anderen europaischen Landern — hier ist hauptsachlich das Nachbarland und Vorbild Frankreich zu nennen — und im Gegensatz zur heutigen, noch immer nicht abgeschlossenen, Emanzipation nur zaghafte erste Schritte sind. Trotz-dem spielen sind sie in einem historischen und spanienspezifischen Kontext eine wichtige Rolle.

Als literarische Textgrundlage dieser Arbeit dient der Roman Cartas Marruecas von Jose de Cadalso.

1.1 Textspezifik der Cartas Marruecas

Bei den Cartas Marruecas von Jose de Cadalso (1741-1782) handelt es sich um einen Briefroman. Er ist angelegt an das Vorbild der Lettres Persanes von Montesquieu (1721). Der junge Marokkaner Gazel bereist, begleitet und geführt von dem Spanier Nurio Nunez, Spanien, um dessen Kultur und gesellschaftliche Bräuche kennenzulernen. Cadalso zeigt ein „Panorama der problematischen spanischen Realität und des car a cter nacional" (Tietz 248). Dadurch entsteht eines der charakteristischen Merkmale des Textes. Der Blick auf das Land ist mittels dieser Verfremdungstechnik — des Blicks eines Ausländers — ein weitgehend neutraler, weniger von spanienspezifischen Ideen beeinflusster, auch wenn der Autor Cadalso Spanier ist: „[m]it der verfremden den 'Sicht des Anderen' werden die spanischen Sitten und Denkweisen [...] als 'Vorurteile' enthüllt und durchleuchtet" (Tietz 248). Ein weiteres Charak-teristikum des Textes, das zur dazu beiträgt, ist die Dreiteilung der Perspektive. Es wird nicht von einer Person erzählt, die als Reflektorfigur von ihren eigenen Erlebnissen und Eindrücken berichtet. Statt dessen kommen drei Figuren zu Wort, ein Marokkaner, der Spanien bereist, ein Spanier und der Marokkaner Ben-Beley, der von Gazel über dessen Reise unterrichtet wird.

Cadalso verfasst die Cartas Marruecas 1772 . Bis 1789 jedoch, sieben Jahre nach seinem Tod, sind sie von der Zensur verboten. In diesem Jahr erscheinen sie posthum zunächst als Fortsetzungen im Correo de Madrid, erst 1793 werden sie als Buch publiziert (Vgl. Tietz 248).

1.2 historische Ausgangssituation

Im traditionellen Weltbild Spaniens vor der Aufklärung ist für die Frau ein fester Platz vorgesehen. Sie ist für den Haushalt und die Erziehung der Kinder so wie das Wohlergehen der Familie verantwortlich. Heim und Herd sind ihr festes Umfeld; Gelegenheiten, das Haus zu verlassen, finden sich nur wenige. Dabei ist allerdings eine wichtige Unterscheidung treffen. Die Frauen der Unterschicht sind in der Regel gezwungen, mit für den Lebensunterhalt zu sorgen. Neben ihren Haushaltspflichten gehen sie daher oft auch einer Arbeit aullerhalb des Hauses nach. Hierbei sind sie beschränkt auf bestimmte Tätigkeiten, die für Frauen angemessen erscheinen, zum Beispiel Näherin, Büglerin oder Ernte- helferin. Den Frauen der Oberschicht dagegen bleibt dieses Schicksal erspart. Das bedeutet aber auch, dass der regelmällige Gang zur Kirche für sie meist den einzigen Grund darstellt, das Haus zu verlassen. Berührungen mit der Aullen welt sind selten, die einzigen Kontakte beschränken sich auf Verwandte. Ihre eigenen Wünsche werden dabei nicht berücksichtigt: „A lo largo de los siglos, las doncellas casaderas y las mujeres casadas habian venido siendo machaconadamente adoctrinadas para que recortasen sus gustos, dejándolos reducidos a la minima expresitn" (Martin Gaite 26). Dieser Zustand hält sich über einen langen Zeitraum, dazu trägt unter anderem auch die Erziehung der Mütter bei, die ihren Töchtern vor allem beibringen, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein und sich damit weiter in das vorhandene System einzugliedern.

1.3 Progr a mm a tik der Aufkl a rung

Um den gesellschaftlichen Diskurs der Zeit und die Reaktionen auf die Veränderung der Rolle der Frau verstehen zu können, ist es natürlich notwendig, auch den ideologischen Hintergrund der Aufklärung zu berück-sichtigen. Die Anhänger der Aufklärung in Spanien, vornehmlich Bürgerliche und Intellektuelle, die in den Grollstädten Zugang zu entsprechendem Gedan-kengut haben, „streben nach dem Glück aller, der „felicidad pCiblica", kämpfen gegen falsches Wissen, die „prejuicios" (Vorurteile) und erheben den Nutzen, die „utilidad" des Staates und des Einzelnen, zu ihrem höchsten Ziel" (Tietz 228). Gut ist demnach vor allem das, was für die Gesellschaft nützlich ist und möglichst vielen dient. Dieser utilitaristische Standpunkt betrifft auch die Rolle der Frau. Es stellt sich die Frage, auf welche Weise sie dem Allgemein wohl am nützlichsten sein kann. Uber einen langen Zeitraum gelten in Spanien Haushalt und Kindererziehung als ihre wichtigsten Pflichten, mit denen sie zur Stabilität der Gesellschaft beträgt. Im Rahmen der Debatte um Ehe, Tertulias und Bildung wird infrage gestellt, in wiefern die alten Rollenmuster dem Allgemein wohl schaden können und ob neue Freiräume für die Frauen nicht auch zum Nutzen der gesamten Gesellschaft beitragen könnten. Die zwangsweise geschlossene, oft unglückliche Ehe wird nun als Gefahr angesehen, es steht zur Debatte, in wiefern das gesellschaftliche und intellektuelle Potenzial der Frauen durch bessere Bildungsmöglichkeiten genutzt werden und damit zum Fortschritt des Landes beitragen könnte.

1.4 Gesch lechterdiskurs in der Literatur

Trotzdem geschehen die Veranderungen erst langsam und besonders im Bereich der Literatur ist es fur Frauen sch wierig, sich zu etablieren. Viele Schriften literarisch tatiger Frauen sind heute kaum bekannt, einerseits, weil sie von der mannlich dominierten Literaturgeschichtsschreibung ignoriert wurden1, andererseits aber auch, weil viele Frauen ein mannliches Pseudonym wahlen bzw. wahlen mussen und ihre wahre Identitat bis heute nicht bekannt ist. Diese Problematik ist fur die vorliegende Arbeit jedoch nur von marginaler Bedeutung, da der zentrale Text, die Cartas Marruecas von einem mannlichen Autor, José de Cadalso verfasst wurden.

Der Leser hat es also mit einem mannlichen Standpunkt zu tun. Da es sich um einen literarischen Text handelt, muss klar sein, dass das gezeigte Frauenbild lediglich ein Konstrukt mannlicher Vorstellungen ist, das von den vorherr-schenden gesellschaftlichen Konventionen gepragt ist. Dadurch kommt es zu einer Diskrepanz zwischen dem realen weiblichen Wesen und der Darstellung von Frauen in der Literatur und in anderen Kunsten. Wahrend die Frau als Autorin fur den gesellschaftlichen Diskurs und als Produzentin von Literatur kaum von Bedeutung ist, ist sie als literarische Figur standig prasent (Vgl. Feldmann, Schulting 217f).

In den Cartas Marruecas bleibt die Kritik an der Gesellschaft und der „relajaciön de costumbres" auf einen rein mannlichen Standpunkt beschrankt. Der Autor José der Cadalso kann als Mann nur einen maskulin gepragten Standpunkt einnehmen, darüber hinaus sind alle drei Reflektorfiguren Gazel, Ben-Beley und Nutio Nutiez mannlich. Auch wenn Frauen teil weise sogar wörtlich oder deren Briefe zitiert werden, bleiben der Bezugsrahmen und eine kommentierende Wertung den drei mannlichen Briefeschreibern vorenthalten.2

Aullerdem muss generell bedacht werden, dass das in der Literatur domi-nierende Frauenbild sich bis heute als eine Konstruktion uberwiegend mann-licher Ideen und Ideale bzw. Projektionen erweist.

In den Cartas Marruecas entwirft Cadalso „ein weibliches Idealkonzept, das von allen drei fiktiven Korrespondenten [...] vertreten wird" (Hertel-Mesenholler 129f). Dabei geht er auf drei verschiedene Aspekte ein. Er zeigt einerseits das Idealbeispiel einer Familie, insbesondere einer Ehefrau (Carta LXIX). Anderer-seits spricht er auch die Kritik an der Zwangsheirat zweier Partner mit be-sonders grollem Altersunterschied an (Carta LXXV). Und schlielllich beschreibt er die Frauen in den Tertulias, die am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. (Carta XI).

Der Diskurs ist zwar durch die Aufteilung auf drei Briefeschreiber — und damit auch drei verschiedene Sichtweisen — in der Regel kein einheitlicher, sondern von ambivalenten Richtungen bestimmt. In Bezug auf die Frauenthematik lasst sich allerdings eine sehr homogene Linie erkennen:

[Cadalso] Analiza los cambios del trato social y la moralidad reinante de los dos sexos respectivos a traves de las cartas y las conversaciones de Nuno Nunez, Gazel y Ben-Beley. Criados en una cultura en la cual se asociaba tradicionalmente a la mujer con la imagen de la obediencia sumisa, el retiro y la piedad, los tres lloran la decadencia ubicua de la moralidad y las costumbres predominantes (Harrison 295)

Die drei Korrespondenten nehmen also alle eine uberwiegend traditionelle Haltung zur Rolle der Frau in der Gesellschaft ein. Oft wird auch die „relajacion de costumbres" negativ betrachtet. Diese Vernachlassigung der Sitten und Gebrauche wird von dem jungen Reisenden Gazel unter anderem auch in Bezug auf die Frauen bz w. die traditionelle Rollenverteilung beobachtet. Die Frauen sind nicht mehr, wie auch in der ihm vertrauten marokkanisch-arabischen Tradition, im Haus eingeschlossen („guardadas bacho muchas llaves", Cadalso 191), sondern nehmen an gesellschaftlichen Ereignissen teil, Manner und Frauen gehen in Unterhaltungen offen miteinander um.

Welche Veränderungen durch die „relajaciön de costumbres" und die Auflösung starrer Traditionen entstehen, soll im Folgenden in Bezug auf drei Aspekte Ehe, Tertulias und Bildung erläutert werden.

2 Ehe

2.1 Darstellung der Ehe in den Cartas Marruecas

Die Ehen in Spanien werden traditionell von den Eltern, in der Regel den Vatern, geplant und beschlossen. Dieses Vorgehen wird in den Cartas Marruecas mehrfach kritisiert. Dabei wird weniger die Tatsache bemangelt, dass die betroffenen S=hne und Tichter nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen werden, sondern dass bei der Partnerfindung nicht darauf geachtet wird, ob das Paar Elberhaupt zusammenpasst. Die so entstehenden Mes-alliancen bestehen zumeist aus einem jungen Madchen, das mit einem sehr viel alteren Mann verheiratet wird; finanzielle oder gesellschaftliche Aspekte (z. B. Adelstitel oder gute wirtschaftliche Verbindungen) sind dabei entscheidend.

Im 75. Brief zitiert Gazel beispielsweise eine vierundzwanzigjahrige Frau, die bereits sechsfach verwitwet ist, die ihm auf ironisch-2berspitzte Weise ihr Leid klagt und von ihren vielen schlechten Ehemannern erzahlt, die ihr allesamt nicht gefallen haben und die sie sich frei willig niemals ausgesucht hatte. Schlielllich stellt sie fest:

Todo esto se hubiera remediado si yo me hubiera casado una vez a mi gusto, en lugar de sujetarlo seis veces al de un padre que cree la voluntad de la hija una cosa que no debe entrar en cuenta para el casamiento. [...] no hallo distincion alguna entre ser esclava de un marido o de un padre. (Cadalso 323f)

Die Folge einer solchen Heiratspolitik ist die Sch wachung der Gesellschaft und der sozialen Ordnung (Vgl. Hertel-Mesenholler 2001: 130f). Da eine harmo-nische Ehe als einer der stutzenden Grundpfeiler gilt, ware es demnach der „felicidad publica" zutraglicher, wenn solche Mesalliancen vermieden wOrden. Im Gegensatz dazu zeigt der 69. Brief das Ideal einer Familie. Hier zeigen sich die neuen Werte des aufstrebenden Burgertums gegenuber der Aristokratie. Der Familienvater setzt seinen Reichtum nicht fur Luxus ein, sondern zum Nutzen der land wirtschaftlichen Gesellschaft. Naturlich ist auch seine Frau eine ideale Ehegattin und eine vorbildliche Hausfrau:

el honor de su sexo, es una mujer dotada de singulares prendas [...] la mujer por si sola es una criatura docil y flexible [...] un fiel traslado del hombre con quien vive (Cadalso: LXIX, S. 313)

Dieses Beispiel zeigt deutlich die patriarchalischen Alge, die in dieser Vor- stellung enthalten sind. Ob eine Frau ihrem Geschlecht zur Ehre gereicht, hangt vor allem von ihrem Ehemann ab. Sie ist ein formbares, beeinflussbares Wesen, das sich unter dem guten Einfluss des Mannes entsprechend ent-wickeln kann. Dieses Bild erhalt nicht nur die traditionelle Inferioritat der Frau aufrecht, die sogar in ihrem Wesen vom Mann abhangig ist, sondern „impliziert den Appell an die Manner, sich der gesellschaftlichen und moralischen Verantwortung be wullt zu sein, die ihnen mit der Erziehung der Frau obliegt" (Hertel-Mesenholler 130). DarOber hinaus stellt diese Episode ein Ideal dar, das zwar gewunscht ist, aber so in seiner Vollkommenheit nicht zu erreichen ist.

2.2 Darstellung der Heiratspolitik bei Moratin

Eine ahnliche Kritik an der Heiratspolitik der spanischen Gesellschaft dieser Zeit wie in den Cartas Marruecas findet sich auch in einigen Theaterstucken des Dramatikers Leandro Fernandez de Moratin (1760-1828).

In dem Stuck El si de las nirias (Urauffuhrung 1906, Teatro de la Cruz, Madrid) soll die sechzehnjahrige Dona Francisca mit dem 59jahrigen Don Diego verheiratet werden. Dabei wird der Brautigam unterstutzt von Franciscas Mutter Dona Irene und ihren beiden Tanten. Der Einfluss der Kirche wird dabei in der klosterlichen Erziehung Franciscas deutlich. Dona Irene reprasentiert die konservative Tradition der arrangierten Ehe. Als Witwe ist sie allein ver-antwortlich fur die Erziehung ihrer Tochter. Zu dieser Zeit ist es Oblich, dass es „[d]en Eltern, insbesondere den Munnern obliegt [...], die Tichter in den ihrem Geschlecht eigenen Aufgaben zu unterweisen, was von den Frauen von Generation zu Generation unreflektiert Obernommen wird" (Hertel-Mesenholler 42). Trotz aller Zweifel und ob wohl ihr die Heirat mit dem viel alteren Don Diego nicht zusagt, gibt Francisca den WOnschen ihrer Mutter nach.

Die Kernaussage von Moratins Kritik spricht Don Diego im zweiten Akt aus:

„Pues Lcuantas veces vemos matrimonios infelices, uniones monstruosas, verificadas solamente porque un padre tonto se metio a mandar lo que no debiera?" (Moratin 100)

[...]


1 Diese Verleugnung weiblicher Kreativitat stellt auch Feijoo in der „Defensa de las mujeres fest. Als Beispiel nennt er ein Buch mit dem Titel Excelencia de las mujeres, cotejada con los defectos y vicios de los hombres von Lucrecia Marinella, eine venezianischen Gelehrten und berichtet von einem Mann, der die Existenz dieses Buches verleugnet (Vgl. Feijoo 140).

2 Laut Kilian „ wird in 24 Briefen explizit auf die Rolle der Geschlechter eingegangen. Weitere 25 Briefe haben sich ebenfalls f2r die Untersuchung der Geschlechterentwürfe als relevant erwiesen." Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass lediglich sechsmal innerhalb der insgesamt 90 Briefe Frauen durch Gazel bzw. Nutio zitiert werden. Viermal handelt es sichdabei um Briefe (XXXI, LXIV, LXXV, LXXVI), zweimal gibt Gazel Gesprache mit Frauen in den tertulias wieder (X, LVI). Dabei muss jedoch bedacht werden, dass, auch wenn hier Frauen vermeintlich direkt zu Wort kommen, ihre Äuflerungen ein Auswahlprozess den Mannern vorbehalten bleibt.

Details

Seiten
26
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640420094
ISBN (Buch)
9783640420070
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132734
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,0
Schlagworte
José de Cadalso Moratín Feijoo Tertulia Ehe

Autor

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