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Kunst im Bauernkrieg (1525): Tilmann Riemenschneider

Hausarbeit 2008 12 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tilman Riemenschneiders Leben
2.1 Riemenschneiders Kinder

3. Riemenschneiders politisches Leben und seine Rolle im Bauernkrieg

4. Riemenschneiders Kunst

5. Schluss

Biographie

1. Einleitung

Beschäftigt man sich mit dem Bauernkrieg von 1525, gibt es viele Aspekte zu untersuchen: Die Reformation, Ursachen für den Aufstand, die Anführer, die Gewinner und die Leidtragenden. Es fallen stets Namen wie “Luther” oder “Thomas Münzer”.

Hier geht es jedoch darum, eine lang vergessene Person zu untersuchen, die, bei näherem Betrachten ebenfalls eine große und wichtige Rolle im Mittelalter spielte: Tilman Riemenschneider.

Auch wenn es zu dieser Zeit hauptsächlich um Politik und Religion ging, darf man auch nicht die Kunst vergessen, die ebenfalls einzigartiges hervorbrachte.

So ein einzigartiger Künstler war auch der Bildschnitzer und Steinbildhauer Tilman Riemenschneider.

Es gilt zuerst einmal, sich ein Bild über sein turbulentes Leben und seine einzigartige Persönlichkeit zu machen. Ferner wird seine politische Karriere und seien Bedeutung für den Bauernkrieg untersucht und zum Schluss auf seine Kunst und seinen Stil eingegangen.

Denn dass Riemenschneider sich Dank seiner Kunst, seines Engagements und seiner Einzigartigkeit einen festen Platz im Mittelalter und in der deutschen Spätgotik gesichert hat, ist heute unbestreitbar.

2. Tilman Riemenschneiders Leben

Tilman Riemenschneider wurde um das Jahr 1460 in Heiligenstadt auf dem Eichsfeld geboren, aufgewachsen ist er in Osterode am Harz.

Als er sein 14. Lebensjahr erreichte, ging er, wie es zu dieser Zeit in dem jungen Alter üblich war, in die Lehre. Er machte eine doppelte Ausbildung azum Bildschnitzer und Steinbildhauer. Als er seine Lehre beendete - diese dauerte üblicherweise 4-6 Jahre - ging er auf Wanderschaft. Auch das war Teil der Ausbildung und ist heute noch üblich in einigen Berufen, wie zum Beispiel im Zimmermannshandwerk.

Riemenschneiders Vater war Münzmeister, seine Aufgabe bestand somit darin, eine landesherrliche Münzstätte zu verwalten. Im Gegensatz zu seinem Sohn war dieser nicht künstlerisch tätig. Jedoch hatte der Vater, aufgrund seines Berufes als Kupferschmid, viel Umgang mit Hanswerkern der Kunst und Bildhauern. Durch diese vielen Bekanntschaften des Vaters konnte Riemenschneider auf seiner Wanderschaft bei einigen von ihnen leben und von ihnen lernen.1

Seine Reise ging vermutlich über Erfurt in Richtung Süden und man kann sagen, dass er sich, in jeder Werkstatt in der er war, von den Graphiken am meisten beeindruckt und beeinflusst wurde.

Im Jahre 1484, in demselben Jahr starb sein Vater, siedelte sich Riemenschneider letztendlich fest in Würzburg ein. In dieser Stadt legte er der Zunftvereinigung der Maler, Bildhauer und Glaser, die dort fest verankert waren, seine Lehrbriefe vor und wurde schließlich am 7. Dezember 1483 in die Zunftvereinigung aufgenommen. Bei wem er tätig war und welche genaue Arbeit er ausführte, ist nicht bekannt. Bekannt sit jedoch, dass sich sein Leben ganz im Sinne der Zunft abspielte, so wie es in seinem Eid verankert war. Dies bedeutet konkret, dass die Elemente Meisterrecht, eine Heirat und das Bürgerrecht der Stadt Würzburg fest miteinander verwurzelt waren.2

Kurze Zeit nach seiner Ankunft in Würzburg heiratete er Anna Schmidt. Sie, um Jahre älter als er, war die Witwe des Goldschmiedes Ewald Schmid. Durch diese Verbindung bekam er schließlich die Meisterwürde und das Bürgerrecht zugesprochen. Ebenso ging der Betrieb des verstorbenen Goldschmiedes in seinen Besitz über. Seine Frau brachte ebenfalls drei heranwachsende Söhne mit in die Ehe, sowie Haus und Hof. Aus der Ehe zwischen Tilman Riemenschneider ging ein gemeinsames Kind hervor: die Tochter Gertrud.3

Der Bildschnitzer und Steinbildhauer Riemenschneider lebt nun begünstigt durch die Privilegien der Zunft und beginnt sich mit seiner Arbeit zu profilieren. Schnell findet seine Arbeit und Kunst Anerkennung bei den Menschen und mit gerade einmal im Alter von dreißig Jahren ist Riemenschneider an einem Punkt in seinem Leben angelangt, an dem er sich nicht über mangelnde Aufträge beschweren kann.

Nicht nur Würzburg, sondern viele andere Städte des Frankenlandes bestellen bei dem talentierten Meister unter anderem große Schnitzaltäre, Steinfiguren und Grabmäler.

Gerade in dieser für ihn so blühenden Zeit widerfährt Riemenschneider ein trauriges Schicksal: Im Jahre 1495 stirbt seine Frau Anna Schmidt.4

Im Jahre 1497, nur zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau, heiratet er Anna Rappold. Er sagte, er habe Mut und Willen für eine neue Heirat wiedergefunden und außerdem wollte er seine Kinder nicht nur mit einem Dienstmädchen, ohne Mutter aufwachsen lassen.

Seine neue Ehefrau brachte ein haus mit in die Ehe, was seinen Wohlstand und sein Ansehen vergrößerte und sicherte.5

Anna Rappold schenkte ihm in ihrer Ehe, die fast zehn Jahre andauerte und ebenfalls durch ihren Tod geschieden wurde, drei Söhne und eine Tochter.

Nach einer weiteren Ehe, die durch das selbe tragische Schicksal ihr Ende nahm wie die zuvor auch, heiratete er im hohen Alter Margarethe. Über diese Frau ist kaum etwas bekannt, außer dass sie seine letzte Frau war und seine letzten Lebensstunden mit ihm am Todesbett verbrachte. Er stirbt am 7. Juli des Jahres 1531.6

[...]


1 Freeden, Max H. von, Tilman Riemenschneider: Leben und Werk, München 1981, S.10.

2 Freeden, Max H. von, Tilman Riemenschneider: Leben und Werk, München 1981, S.12.

3 Gerstenberg, Kurt, Tilman Riemenschneider, Wien 1941, S. 10.

4 Stein, Karl Heinrich, Tilman Riemenschneider im deutschen Bauernkrieg: Geschichte einer geistigen Haltung, Leipzig 1931, S. 8ff.

5 Stein, Karl Heinrich, Tilman Riemenschneider im deutschen Bauernkrieg: Geschichte einer geistigen Haltung, Leipzig 1937, S. 10.

6 Freeden, Max H. von, Tilman Riemenschneider: Leben und Werk, München 1981, S. 12ff.

Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640415137
ISBN (Buch)
9783640410071
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132478
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
3
Schlagworte
Kunst Bauernkrieg Tilmann Riemenschneider

Autor

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Titel: Kunst im Bauernkrieg (1525): Tilmann Riemenschneider