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Karl der Große und Papst Hadrian I.

Hausarbeit 2009 18 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Karl der Große und Papst Hadrian I.
2.1. Karls Sieg gegen Desiderius und sein erster Romzug
2.2. Karls zweiter Romzug
2.3. Karls dritter Romzug

3. Schlussbemerkung

4. Literatur
4.1. Primärquellen
4.2. Sekundärliteratur
4.3. Online-Recherche

1. Einleitung

Karl der Große, welcher seit 786 König der Franken und seit 774 König der Langobarden war, regierte das karolingische Frankenreich in seiner Blütezeit. Sein Vater, Pippin der Jüngere, war der erste König der Franken und ebnete seinem Sohn durch die Königserhebung dahingehend den Weg. Aufgrund des allmählichen und keineswegs geradlinigen Aufstiegs der Karolinger verfolgt die karolingische Historiographie erkennbar den Zweck der Herrschaftslegitimierung. So antwortete Papst Zacharias auf die Frage, ob es gut sei, dass die Könige im Frankenreich keine königliche Macht mehr besäßen, dass es besser sei, denjenigen als König zu bezeichnen, der die Macht habe und dass daher kraft apostolischer Autorität Pippin König werden solle.[1] Daraufhin wurde Pippin von den fränkischen Großen in der alten merowingischen Königsstadt Soissons zum König erhoben. Damit begann ein entscheidendes Bündnis zwischen den Karolingern und den Päpsten, wobei die Päpste einen Schutzherren gegenüber den Langobarden suchten.[2] So wie Papst Zacharias, Papst Stephan II., Papst Paul I. und Papst Stephan III. das Bündnis dahingehend für sich nutzten, diente es Papst Hadrian I. ebenso. Hadrian I. war seit dem 9. Februar 772 bis zu seinem Tode am 25. Dezember 795 Papst, er entstammte der römischen Aristokratie und war ein Neffe des Dux und Primicerius Theodotus.[3] Anfangs versuchte Hadrian eine freundliche Politik sowohl gegenüber den Karolingern als auch den Langobarden, doch durch Desiderius’ Forderungen nach einer persönlichen Begegnung mit ihm, der Salbung der Söhne Karlmanns zu Frankenkönigen, um eine unüberbrückbare Kluft zwischen Karl und dem Papst zu schaffen[4], und der Besetzung von Faenza, den Dukat[5] von Ferrara sowie Comacchios und der Einschließung Ravennas, war Hadrian zu entschiedener Parteinahme gezwungen. In den ersten Monaten der Regierung Hadrians wird noch keine Verbindung zu Karl gesehen, da Hadrian den Weg durch die zuständigen Rechtsinstanzen einschlagen ließ.[6] Dabei traf er eine politische Entscheidung, die ihn zunächst aus der Abhängigkeit von den lokalen Parteien und deren fränkischen und langobardischen Freunden befreite. Nach der Hinrichtung von Paulus Afiarta[7] besetzte Desiderius Pentapolis und das römische Tuszien. Er erschien vor Rom, um bei Hadrian erneut seine Forderungen durchzusetzen. Hadrian seinerseits versuchte immer wieder mit Desiderius zu verhandeln, lehnte es aber ab, sich Desiderius’ Druck einfach zu beugen und somit wandte er sich erstmals in seiner Not an Karl.[8] Von da an begannen die Verwebung ihrer beider Leben.

Das Ziel der Arbeit ist die Beziehung zwischen Karl dem Großen und Papst Hadrian I. anhand der drei entscheidenden Begegnungen darzustellen.

2. Karl der Große und Papst Hadrian I.

2.1. Karls Sieg gegen Desiderius und sein erster Romzug

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, Karl Martell und Pippin, befand sich Karl der Große durch das Hilfegesuch des heiligen Petrus nicht in einem Zwiespalt, da keine freundschaftliche Beziehung zu den Langobarden bestand. Demnach musste Karl in einen Krieg gegen Desiderius ziehen[9], denn der König der Langobarden gefährdete die politische Position der Franken in Italien und ebenso die Legitimation Karls Königtums, zumindest in der Hälfte des Reiches. Hätten die Langobarden gesiegt, hätte die Niederlage der Franken die von Karls Vater geschaffenen Verhältnisse auf den Kopf gestellt und die Langobarden zur Vormacht im Abendland erhoben. Demnach führte Karl diesen Krieg nicht nur für Hadrian, sondern auch zur Festigung der fränkischen Königsherrschaft.[10]

Nach dem Bericht der Annales regni Francorum traf im März 773 der von Papst Hadrian Gesandte Legat Petrus bei Karl ein, um Hilfe gegen Desiderius zu ersuchen.[11] Anschließend folgte eine Beratung mit den Großen der Franken und der Entschluss Karls aufzubrechen, um der Bitte Hadrians nachzukommen[12], da auch die sofort eröffneten Verhandlungen Karls und Hadrians mit dem inzwischen nach Pavia zurückgekehrten Desiderius ergebnislos verliefen.[13] Infolgedessen sammelte Karl im Spätsommer sein Heer, teilte es in Genf[14] und eröffnete den Krieg.[15] Nachdem Karl die Alpen überquert hatte, schlug er mit seiner Heerschar unterhalb des Passes sein Lager auf, wo Desiderius ihm entgegenzog, dann aber wieder zurückging, ohne dass es zu einem militärischen Aufeinandertreffen gekommen wäre. Er zog dann mit seinen Truppen in Italien ein und belagerte Pavia.[16] Die zentralen Behörden- und Finanzorganisationen der Langobarden liegen im Zentrum des Langobardenreiches, in der Residenz Pavia. Diese Politik birgt eine große Schwäche, denn wem es gelang, sich Pavias zu bemächtigen, der hatte das Reich gewonnen.[17] Beinahe neun Monate hatte der König der Langobarden seine Residenz halten können bis er sich dem König der Franken ergeben musste. Im Juni 774 steckte Karl Desiderius als Gefangenen in ein Kloster und Karl machte sich ohne besondere Wahl, Weihe oder Krönung selbst zum König der Langobarden. Doch erst nach dem endgültigen Sieg, also nach dem Fall von Pavia, trat Karl als König der Langobarden auf. Aber schon vorher, während sein Heer vor Pavia lag, war er nach Rom gezogen, um am Grab St. Petri zu beten und um rechtzeitig zu Ostern mit dem Papst über die zukünftigen Geschicke Italiens zu reden.[18] Wenn Hadrians Biographen Glauben geschenkt werden kann, war der Papst höchst erschrocken über das plötzliche Kommen Karls am Karsamstag, den 2. April 774, und dürfte wohl nicht sehr erfreut gewesen sein. So sehr Hadrian zwar den Sieg der Franken über die Langobarden benötigt hatte, so wenig wollte er es, dass die Franken zu den faktischen Beherrschern Roms werden. Denn Hadrian verfolgte das Ziel die Herrschaft des Papsttums in Italien zu festigen und durch erste Siege Karls zu erweitern.[19] Nun stand erstmals ein fränkischer König vor Rom und Hadrian konnte nur in aller Eile das Empfangszeremoniell entwerfen. Karl, der nie den Patricius-Titel geführt hat, aber wie sein Vater seit 754 von den Päpsten mit dem Titel eines Patricius Romanorum[20] ausgezeichnet worden war, wird mit allen einem Patricius zukommenden Ehren empfangen. Das ist ein klarer Unterschied gegenüber den Langobardenkönigen, die orationis causa[21] St. Peter besucht hatten, wie Liutprand 728 and Desiderius 771.[22] Dementsprechend wurde er etwa dreißig Meilen vor der Ewigen Stadt mit Fahnen empfangen. Am ersten Meilenstein waren die Milizscholen[23] und die Knaben aufgestellt and begrüßten Karl mit Palmen und Ölzweigen. Sie sangen Laudes[24] und trugen ihm Kreuze entgegen bis ihm dann auf den Stufen der Peterskirche der Papst gegenübertrat.

Die Art und Weise dieses Besuches ist aufschlussreich für die politischen Beziehungen und die geistige Haltung der Partner. Karl bestieg auf Knien die Stufen der Petersbasilika, um dem Papst seine Verehrung zu zeigen, und küsste jede einzelne Treppenstufe, ehe er am Portal vom Heiligen Petrus empfangen wurde. Schon am Samstag and Sonntag durfte Karl mit seinem Gefolge die Stadt Rom selbst betreten[25], was nie ein Langobardenkönig erreicht hatte, demnach gingen beide unter wechselnden Treueiden[26] in die Stadt, um die Nachtmesse des Osterfestes in der Lateranbasilika[27] zu feiern. Zur Ostersonntagsmesse ging man in S. Maria Maggiore[28] in das kleine Heiligtum der Präsepe[29] und wohnte dem Ostermahl des Papstes im Lateranpalast[30] bei. Darüber hinaus lässt der Papst dem König während des Messgottesdienstes am Ostermontag in St. Peter Königslaudes singen. Am Ostermontag und Dienstag wurde die Messe in St. Peter und S.Paolo fuori le mura[31] gefeiert. Ob am Mittwoch der Osterwoche die Messe in S.Lorenzo fuori le mura[32] abgehalten wurde, ist der Vita Hadriani nicht zwingend zu entnehmen, es ist aber zu vermuten.[33] Anstelle weiterer Ausführungen dazu widmet sich der Biograph dem in der Confessio[34] St. Peters geleisteten Schenkungsversprechen Karls des Großen an die römische Kirche.[35] Die Darstellung von Karls Rombesuch endet schlagartig mitten im anscheinend geplanten Osterzeremoniell. Denn dem Anschein nach hatte Karl vor, eine Woche in Rom zu bleiben, da er pünktlich zum Lateranvergil eingetroffen und zunächst „dem im Stationskalender der Kar- und Osterwoche vorgegebenen liturgischen Programm“ gefolgt war.[36] Dies lässt darauf schließen, dass er wohl beabsichtigt hatte die volle Osterwoche in Rom zu bleiben. Demzufolge bricht die Vita Hadriani nicht mit dem Fall Pavias ab, sondern mitten in der Darstellung der Osterfeierlichkeiten.[37] In der modernen Forschung wird diese Darstellung ebenso kommentarlos übersprungen und weiter auf die Schenkung am Mittwoch in der Osterwoche zum Fall Pavias übergegangen. Grund dafür könnten vielleicht unerfreuliche Entwicklungen sein, die Hartmann vermutet, genau wie ein folgendes, verhaltenes Abschiedszeremoniell.[38] Die Annales regni Francorum berichten darüber verhalten, wie in jedem Jahr: „Ibique domnus Carolus in sua castra natalem Domini celebravit et pascha in Roma.“[39], und die Einhardsannalen verlieren über die Osterfeiertage kein Wort[40], ebenso wenig Einhard in der Vita Karoli Magni.[41] Doch Hartmann räumt auch ein, dass dies nichts heißen muss, da die Annales regni Francorum sich immer derart kurz fassen, die Annales q. d. E. lassen den Bericht ja ganz aus und in der Vita Karoli Magni ist ebenso auf keinen Fall jedes Osterfest erwähnt. Anscheinend war dieses erste karolingische Osterfest in Rom in seinem ganzen Umfang weder den fränkischen Autoren noch den Biographen Hadrians wichtig. Da die fränkischen Verfasser wohl nicht glaubten, dass eine detaillierte Schilderung das Ansehen ihres Königs steigerte. Weiterhin war das wichtigste Ereignis für Hadrians Biographen die Bestätigung der Pippinischen Schenkung.[42] Diese Schenkung rückt in den Blickpunkt der Forschung, da die Erwähnung der Ereignisse jenes Mittwochs wohl unpassend gewesen wären.[43]

[...]


[1] Goetz, Hans-Werner: Europa im frühen Mittelalter 500 – 1050. Handbuch der Geschichte Europas Band 2. Stuttgart: Ulmer 2003. S.58-59.

[2] Ebd. S.59.

[3] Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.14.

[4] Dies behauptet auch der Liber pontificalis. Auch nachzulesen bei McKitterick, Rosamond: Karl der Grosse. Darmstadt: Primus 2008. S.106.

[5] Ein Dukat ist ein byzantinischer Verwaltungsbezirk.

[6] Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.15-16.

[7] Nach ersten Versuchen von Seiten Desiderius’ das Bündnis, wie es mit Papst Stephan III. herrschte, zu erneuern, schickte Hadrian trotz mancher Bedenken Paulus Afiarta als Gesandten nach Pavia. Die Abwesenheit Afiartas erleichterte Hadrian in Rom die Kontrolle zu erlangen. Er ließ die mysteriöse Ermordung des gefangenen und geblendeten Sergius vor Papst Stephans Tod untersuchen und gab, als sich die Schuld Afiartas herausstellte, Befehl nach Ravenna, dass Afiarta nach seiner Rückkehr aus Pavia zu verhaften und ins Exil nach Konstantinopel zu senden sei. Damit wollte Hadrian verhindern, dass Afiarta überhaupt wieder Rom betrat. Erzbischof Leo ließ Afiarta jedoch nicht nach Konstantinopel ausliefern, sondern unter einem Vorwand hinrichten. (Aus Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.15-16.).

[8] Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.16.

[9] Schließlich zerbrach Karl selbst das Bündnis mit Desiderius. Außerdem stellte dieser die Forderung nach der Weihe der verdrängten Neffen und somit Karls Herrschaft im Frankenreich in Frage.

[10] Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.16-17.

[11] Kurze, Friedrich: Annales regni Francorum inde ab a. 741 usque ad a. 829, qui dicuntur Annales Laurissenses maiores et Einhardi. Hannover: 1895. S.34.

[12] Ebd.

[13] Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.17.

[14] Wobei sein Onkel Bernhard den einen Flügel des Heeres über den Großen St. Bernhard führte, während Karl den Weg über den Mont Cenis nahm.

[15] Der Bearbeiter der Annales regni Francorum setzte einen anderen Schwerpunkt und lässt die Geschichte damit beginnen, dass Hadrian die Unterdrückung durch die Langobarden nicht mehr ertragen konnte und beschloss, bei Karl dem Großen um Hilfe zu bitten. Danach kommt Legat Petrus vor Karl, aber nun untersucht Karl allein die Vorgänge zwischen Römern und Langobarden und beschließt in den Krieg zu ziehen. Er führt sein Heer nach Genf und erst jetzt hält er eine Beratung über die Feldzugsplanung ab. Also schmückte der Überarbeiter die päpstliche Rolle fantasievoll aus, was im Übrigen darauf schließen lassen könnte, dass ihm Kopien von Briefen Papst Hadrians aus dem Codex epistolaris Carolinus vorlagen. Es ist zu erkennen, dass dem Überarbeiter wichtig ist, dass es sich bei Karls Entscheidung in den Krieg gegen die Langobarden zu ziehen, um seine eigene Entscheidung handelt. Weiterhin erscheint der Widerstand des Langobardenkönigs noch schwächer als in der Originalfassung. (Aus: McKitterick, Rosamond: Karl der Grosse. Darmstadt: Primus 2008. S.40.)

[16] Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.17.

[17] Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.17.

[18] Hartmann, Florian: Hadrian I. (772-795). Päpste und Papsttum Band 34. Stuttgart: Hiersemann 2006. S.113.

[19] Er nutzte diese ersten Siege dazu, die freiwillige Unterwerfung der Spoletiner entgegenzunehmen, die die römische Haartracht anlegten, Hadrian den Treueid schworen und mit päpstlichem Konsens den neuen Herzog Hildebrand wählten. Auch die Menschen in Fermo, Ancona and Osimo sowie Citta di Castello im langobardischen Tuszien hatten sich dem Papst unterworfen. (Aus Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.18.)

[20] Der Titel Patricius Romanorum heißt übersetzt „Schutzherr der Römer“ und damit wird dem Träger die Damit Schutzpflicht über Rom auferlegt.

[21] Um des Gebets an den Heiligen Stätten willen.

[22] Aus Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.18.

[23] Die römische Miliz umfasste die besitzenden Bürgerklassen und schloss nur den arbeitenden Stand und den Pöbel von sich aus. Ihre Anführer (seit der Mitte des 7. Jahrhunderts gebot kein griechischer Dux mehr) waren vornehme Römer, welche fortfuhren, um den Titel Duces und Tribunen zu führen und bald auf ihre Familien zu vererben. Es ist nicht bekannt, wie diese Führerstellen besetzt wurden, doch lässt sich vermuten, dass die obersten Grade in der Miliz seit Hadrian vom Papst bestellt wurden, während sie wiederum nach altrömischer Weise die Unterbefehlshaber ernennen mochten. Nach den Regionen verteilt und in Regimenter (numeri) gesondert, besaß dieselbe Miliz außer der soldatischen auch eine bürgerliche Einrichtung, die allmählich der Stadtverfassung selbst zur Grundlage diente. Sie stützte sich auf das System der Zünfte oder Scholen, welches, aus dem Römertum übernommen wurde, während des politischen Verfalls sich erhalten und weiter ausgebildet hatte. Der Begriff der Scholen findet sich seit den Zeiten Diokletians, in der die Hausbeamten des kaiserlichen Palasts wie die Leibwache eingeteilt waren, das heißt 3500 Mann in sieben Scholen. Ursprünglich bezeichnetet dieser Ausdruck solche Häuser, in denen Leute vom selben Geschäft zusammenkamen, um gemeinschaftliche Interessen zu verfolgen. Von dem Zusammenkunftsort ging der Ausdruck dann auf die Korporierten selbst als Scholares über. Sie bildeten einen Verein mit Rechten bürgerlicher Genossenschaft unter ihren Beamten, welche die Innungsangelegenheiten statutengemäß besorgten. Der erste derselben hieß Primicerius oder Prior, und nach ihm werden der Secundus, Tertius und Quartus der Schola genannt. Außerdem hatten alle Scholen Schutzvorstände, die Patroni genannt wurden. Diese einflussreichen Personen dienten ihnen als Protektoren und Advokaten der Republik gegenüber. Die militischen Scholen der Stadt besaßen gemeinschaftliches Eigentum und konnten Güter in Pacht nehmen. Es wurde in Diplomen bemerkt, dass für die Innung der Miliz der Ausdruck publicus numerus militum seu bando (bandus) gebraucht wurde. Numerus oder bandus aber bezeichnete an sich die städtische Einteilung nach Regimentern. (Aus Gregorovius, Ferdinand: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter: vom V. bis zum XVI. Jahrhundert. Band 1. München: Beck 19782. S.429.)

[24] Nach dem Artikel 89a (vgl. ebd. Art. 100) der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils sind die Laudes als Morgengebet und die Vesper als Abendgebet nach der ehrwürdigen Überlieferung der Gesamtkirche die beiden Angelpunkte des täglichen Stundengebetes und sollen als die vornehmsten Gebetsstunden angesehen und als solche gefeiert werden. (Aus: Selle, Monika: Latein und Volkssprache im Gottesdienst. Die Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Liturgiesprache. Inaugural-Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität München 2001. S.97.)

[25] Obwohl Karl sein Quartier nicht in der Stadt selbst nehmen konnte, sondern bei St. Peter nächtigte. Damit steht er deutlich hinter dem kirchlichen Verwaltungsbereich von Ravenna. Schließlich ist der Anspruch des Constitutum Constantini, dass kein irdischer Kaiser residieren dürfe, wo der Himmlische das Haupt der christlichen Kirche eingesetzt habe. Dieses Konzept wird auch gegenüber dem König der Franken verfolgt. (Aus: Classen, Peter: Karl der Große, das Papsttum und Byzanz: die Begründung des karolingischen Kaisertums. Sigmaringen: Thorbecke 19882. S.19.)

[26] In den Eiden vom Karsamstag ist das wechselseitige Bündnis erneuert, während die Neuausfertigung und Beschwörung der Urkunde von Quierzy am Mittwoch der Osterwoche als Schutzversprechen gedeutet werden kann. [Aus: Angenendt, Arnold: Das geistliche Bündnis der Päpste mit den Karolingern (754-796). HJb 100 (1980). S.68-69.]

[27] Ein Lateran ist ein Römisches Stadtgebiet, welches ehemaliger Grundbesitz der Patrizierfamilie der Laterani war. Der Lateranpalast wurde 65 n. Chr. von Nero konfisziert, weil die adelige Familie Pomponia Grecina sich zum Christentum bekehrte, während Petrus in Rom weilte. Der Lateranpalast war bis zum Exil in Avignon (1309-1377) die Residenz der Päpste, danach zogen sie in den Vatikan um. 313 schenkte Konstantin Papst Miltiades und der römischen Kirche viel Grund und Boden, mit der Auflage dort ein Gotteshaus zu erbauen. Noch vor St. Peter entsteht die Lateranbasilika, welche zunächst dem Erlöser und später Johannes dem Täufer geweiht wurde.

[28] Die Santa Maria Maggiore Kirche ist eine der vier Patriarchalbasiliken Roms und eine der sieben Pilgerkirchen. Als Patriarchalbasiliken werden die sieben ranghöchsten römisch-katholischen Gotteshäuser bezeichnet. Als Pilgerkirchen bezeichnet man diejenigen Kirchen der Stadt Rom, deren Besuch von einem frühchristlichen Pilgerreisenden erwartet wurde. Sie waren innerhalb eines Tages zu Fuß zu erreichen und dem Pilger wurden für diese Reise Ablässe versprochen.

[29] In der Confessio unterhalb des Papstaltars befinden sich Reste einer Krippe, die Teile der Krippe von Bethlehem sein sollen. Dieser Ort wird demnach Präsepe genannt.

[30] Siehe Erläuterungen bei Lateranbasilika.

[31] Die Kirche „Sankt Paul vor den Mauern“ ist eine der vier Patriarchalbasiliken von Rom.

[32] Die Kirche „Sankt Laurentius vor den Mauern“ ist eine der sieben Pilgerkirchen Roms.

[33] Hartmann, Florian: Hadrian I. (772-795). Päpste und Papsttum Band 34. Stuttgart: Hiersemann 2006. S.116.

[34] Die Confessio bezeichnet den Raum in einer Kirche, welcher mit einem Heiligengrab unter dem Altar ausgestattet ist.

[35] Hartmann, Florian: Hadrian I. (772-795). Päpste und Papsttum Band 34. Stuttgart: Hiersemann 2006. S.116.

[36] Ebd. S.117.

[37] Ebd.

[38] Ebd. S.118.

[39] Kurze, Friedrich: Annales regni Francorum inde ab a. 741 usque ad a. 829, qui dicuntur Annales Laurissenses maiores et Einhardi. Hannover: 1895. S.36.

[40] Hartmann, Florian: Hadrian I. (772-795). Päpste und Papsttum Band 34. Stuttgart: Hiersemann 2006. S.118.

[41] Holder-Egger, Oswald: Einhardi Vita Karoli Magni. Hannover: 1911. S.8.

[42] Vgl. Walter Mohr: Ein weiteres Wort zur Vita Hadriani. S.1.

[43] Hartmann, Florian: Hadrian I. (772-795). Päpste und Papsttum Band 34. Stuttgart: Hiersemann 2006. S.118.

Details

Seiten
18
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640417896
ISBN (Buch)
9783640417834
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132370
Institution / Hochschule
Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth
Note
1,7
Schlagworte
Karl Große Papst Hadrian

Autor

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Titel: Karl der Große und Papst Hadrian I.