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Inszenierte Selbstdarstellung von Jugendlichen in der offen Kinder- und Jugendarbeit im Internet

Studienarbeit 2009 16 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhalt

1 Vorwort

2 Begriffsklärung
2.1 Internet
2.2 Web 2.0
2.2.1 E-Mail
2.2.2 Chat
2.3 Lebensphase Jugend
2.4 Offene Kinder- und Jugendarbeit

3 Nutzungsanalyse des Internets durch Jugendliche anhand der JIM-Studie 2007

4 Selbstdarstellung von den „eigenen Jugendlichen“ im Internet
4.1 Auswertung der Fragebögen und des Interviews
4.2 Beschreibung der genutzten Portale
4.3 Motive, Beweggründe und Hintergründe für die Nutzung des Internets zur Selbstdarstellung

5 Zusammenfassung

6 Quellen

1 Vorwort

In der heutigen Zeit ist das Internet für junge Menschen nicht nur selbstverständlich, sondern vielmehr Bestandteil ihres Lebens. Mehrmals täglich gehen Jugendliche ins Internet, um sich z.B. mit Freunden zu verabreden oder sogar neue Kontakte zu schließen. Dafür nutzen sie Internetportale und Chatprogramme. In der offenen Kinder- und Jugendarbeit kann man in unserer Einrichtung dieses Phänomen der häufigen Internetnutzung täglich beobachten. Der erste Gang ist an den Computer, um ins Internet zu gehen. Bei den Kindern kann man beobachten, dass sie keine Nachrichten schreiben, sondern Portale zum Spielen besuchen. (z.B. www.jetztspielen.de) Bei den Jugendlichen sieht man, dass sie sofort Chatprogramme (z.B. ICQ) oder Internetportale, wie schüler.cc öffnen, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Anhand der JIM-Studie, welche die Medienwelt und den Medienalltag 12 – 19 Jähriger dokumentiert, möchte ich meine Beobachtungen mit denen der Studie vergleichen und auswerten. Des Weiteren habe ich einen Fragebogen entwickelt und ein Interview durchgeführt, um detaillierter an Motive und Hintergründe der Selbstdarstellung zu gelangen. Die Auswertung der von den Jugendlichen genutzten Internetseiten und – portale war ein wichtiger Bestandteil meiner Studienarbeit, da dort Bilder und eigen verfasste Inhalte beschrieben werden.

Das Internet bietet die Möglichkeit leicht und unkompliziert mit anderen in Kontakt zu treten. Für die meisten Jugendlichen ist das Internet oft die einzige Chance neue Menschen kennenzulernen, da sie in der Realität (z.B. Schule) kaum in der Lage sind andere anzusprechen. Dieser neue Weg der Kommunikation durch das Medium Internet ist in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund habe ich für meine Studienarbeit das Thema: „Inszenierte Selbstdarstellung von Jugendlichen in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Internet“ gewählt.

2 Begriffsklärung

2.1 Internet

„Das Wort "Internet" setzt sich aus zwei Teilen zusammen, nämlich aus "inter" (lateinisch für "zwischen") und net, der Abkürzung für "networking" (englisch für "vernetzen"). Im Computerbereich bedeutet "Internet" also die Vernetzung zwischen Computernetzen. Das Internet ist demnach ein Computernetz-Netz.“ (Vgl. www.phil-fak.uni-duesseldorf.de) Das Internet ist heutzutage ein Massenmedium, dass derzeit 42 Millionen Internetnutzer in Deutschland umfasst und ein weltweites Netzwerk mit Millionen von angeschlossenen Computern. Dabei werden durch Telefon- und Standleitungen, Satellitenverbindungen und Richtfunkstrecken die Daten ausgetauscht.

2.2 Web 2.0

„Mit dieser Bezeichnung wird der Wandel des Internetnutzers vom reinen Konsumenten von Inhalten hin zum aktiven Mitgestalter beschrieben.“ Am Web 2.0 beteiligen sich aktiv ein Viertel der Jugendlichen, in dem sie mehrmals pro Woche eigene Inhalte produzieren und in das Internet stellen. Diese Inhalte können das Einstellen von Bildern, Musikdateien oder das Verfassen von eigenen Beiträgen sein. Besonders aktiv bei der Gestaltung von Inhalten sind 14 – bis 17 jährige Jugendliche, wobei der Bildungsgrad hierbei keine Rolle spielt. (Vgl. JIM-Studie 2007, S.42)

Das Internet ist zu einem „Mit-Mach-Medium“ geworden und das wiederum ist ein bedeutendes Merkmal am Web 2.0. Diese sogenannten Mitmachmöglichkeiten bewegen sich in fast allen Bereichen des menschlichen Daseins. Der Internetnutzer wird zum Produzenten und Gestalter, in dem er durch Informationen, Kommunikationen, Netzwerken oder einem Profil präsent wird. (Vgl. „Berühmt im Netz“, 2008, S.17)

2.2.1 E-Mail

Die E-Mail („electronic mail“) ist der wohl meist verwendete Dienst im Internet. In der privaten und geschäftlichen Korrespondenz gehört die Angabe einer E-Mail-Adresse zur Selbstverständlichkeit. Die E-Mail bietet für Jugendliche eine Alternative zu einem Ferngespräch oder einem handgeschriebenen Brief.

Eine E-Mail zu verschicken dauert nur wenige Sekunden, allerhöchstens einige Minuten, um beim Empfänger einzutreffen und ist damit einer der schnellsten Wege eine Nachricht zu übermitteln. Da der Empfänger selbst bestimmen kann wo und wann er seine elektronische Post abholt, ist die E-Mail eine orts– und zeitgebundene Kommunikationsform. Der Sender verschickt die Post nur an das Postfach des Empfängers, welcher bei seinem E-Mail-Anbieter eine bestimmte Menge an (Speicher -) Platz in seinem Postfach zur Verfügung hat. Der Empfänger muss dann per Internet sein Postfach „checken“, um die Nachricht des Senders zu lesen. Ein oft genutzter und entscheidender Vorteil der E-Mail ist, dass man eine Datei an eine einzelne Nachricht anhängen kann. So können z.B. Bilder oder Word-Dokumente einfach und schnell per E-Mail verschickt werden.

Für Jugendliche ist die Einrichtung einer eigenen E-Mail-Adresse von besonderer Bedeutung, da sie für die Anmeldung in Internetportalen, wie schüler.cc oder myspace.com, meist Voraussetzung ist. (Vgl. „Wir sind das Netz“; Decius, Panzieri, 2000, S.33)

2.2.2 Chat

„Im Internet versteht man unter Chat eine Live-Online-Kommunikation zwischen mindestens zwei Teilnehmern. Es handelt sich um eine formlose Zusammenschaltung der Teilnehmer, wobei diese ihre Meinung zu bestimmten Themen äußern.“ (Vgl. http://www.itwissen.info/definition/lexikon/chat-Chat.html) Der Chat ist einer der wesentlichen Dienste im Internet. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Chat nichts weiteres, als sich zu unterhalten. Es ist eine Kommunikationsplattform, die jedem Internet-Teilnehmer die Möglichkeit bietet, Dialoge mit anderen Teilnehmern zu führen, ohne hohe Telefongebühren zu zahlen. Um mit jemandem zu chatten bedarf es lediglich eines Chat-Clients, bei denen es sich um einfach zu installierende Programme handelt, die die Internetverbindung für den Datenaustausch verwenden. Der Chat ermöglicht sich mit anderen Teilnehmern in Echtzeit über verschiedene Themen zu unterhalten.

Die meisten Jugendlichen im Offenen Jugendtreff nutzen den Chat-Client „ICQ“.

2.3 Lebensphase Jugend

Im „Wörterbuch der Sozialen Arbeit“ wird Jugend in zwei Hinsichten definiert. Zum Einen ist Jugend „ein bestimmter Lebensabschnitt, eine bestimmte Phase im individuellen Lebenslauf, nämlich die Phase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, als der individuelle Weg durch das Jugendalter verstanden.“ Zum Anderen wird Jugend „einer bestimmten sozialen Gruppe einer Gesellschaft“ zugeordnet. (Vgl. „Wörterbuch der Sozialen Arbeit“, 2005, S.443)

Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) § 7, Abs.1 „ist Jugendlicher, wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist.“ (Vgl. KJHG, § 7) Auf diese Altersgruppe möchte ich mich in meiner Studienarbeit beziehen.

2.4 Offene Kinder- und Jugendarbeit

Laut den Qualitätsstandards für die Arbeit der Fachkräfte in der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im Landkreis Spree – Neiße wird das Arbeitsfeld Offene Kinder- und Jugendarbeit (hier: „Offene Treffpunktarbeit“) dessen Ziele wie folgt beschrieben: „Innerhalb der Offenen Treffpunktarbeit werden allen jungen Menschen des Kreises Spree – Neiße (SPN) Spiel, Begegnungs – und Erfahrungsräume angeboten und zur Verfügung gestellt. Grundlage sind immer die Bedürfnisse, Wünsche und Interessen der jungen Menschen, dies ermöglicht ihnen miteinander in Kontakt zu treten und soziale Lernprozesse zu gestalten, mehr und mehr selbstorganisiert und eigenverantwortlich Freizeit zu gestalten, sich anregen zu lassen und nach dem Lustprinzip zu lernen. [ … ] Angebotsformen sind z.B. mit – und eigenverantwortlich durchgeführte Diskotheken, Konzerte, Feste, Turniere, Arbeit mit Medien, Projekte und Workshops zu künstlerischen, politischen, sozialen, handwerklichen und sportlichen Themen u.ä. .“ Die Zielgruppe für diesen Leistungsbereich richtet sich an alle junge Menschen von dem Spree – Neiße Kreis. In meiner Einrichtung arbeiten die Sozialarbeiter nach den Richtlinien der Qualitätsstandards des Landkreises Spree – Neiße. Demzufolge orientiere ich mich an dieser Beschreibung des Arbeitsfeldes der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. (Vgl. Qualitätsstandards Landkreis Spree – Neiße, 2002, S.24)

3 Nutzungsanalyse des Internets durch Jugendliche anhand der JIM-Studie 2007

Der Medienpädagogische Forschungsverband Südwest legt seit 1998 anhand der JIM-Studie repräsentative Daten zum Medienumgang Jugendlicher in Deutschland vor. Das Thema „Jugend und Medien“ hat in den vergangenen 10 Jahren immer mehr an Bedeutung zugenommen, da sich die Medienwelt von jungen Menschen stark verändert hat. Dies kann man auch in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sehr gut beobachten. Für Jugendliche ist es heutzutage selbstverständlich geworden von dem heimischen Computer aus ins Internet zu gehen. 95 % aller Haushalte, in denen 12 – bis 19 Jährige leben, sind an das Internet angeschlossen. Dabei muss man berücksichtigen, dass dieser Wert kaum hinsichtlich Geschlecht, Alter und Bildungsgrad der Jugendlichen variiert. Des Weiteren ist zu bemerken, dass die Zugangsmöglichkeit zum Internet mit zunehmendem Alter steigt (12 – bis 13 Jahre: 33 %, 18 – bis 19 Jahre: 52 %). Im Vergleich zu dem Jahr 2006 ist die Zahl der Jugendlichen, welche täglich oder mehrmals pro Woche online gehen, im Jahr 2007 von 77 % auf 83 % gestiegen. Im Vordergrund der täglichen Nutzung stehen für Jugendliche kommunikative Tätigkeiten. Durch E-Mails, Instant Messenger und Chatrooms werden Nachrichten gesendet. Ebenfalls stark zugenommen hat das Anhören von Musik über das Internet. Weiterhin ist anzumerken, dass 42 % der Mädchen und 31 % der Jungen das Internet regelmäßig für die Schule oder die Ausbildung verwenden. Hierbei kann man erkennen, dass eher die Mädchen das Internet nutzen, um an Recherchen und Informationen für schulische Zwecke zugelangen. Bei Mädchen und Jungen ist der Anteil derer, welche mehrmals pro Woche chatten, gleich.

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Details

Seiten
16
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640383320
ISBN (Buch)
9783640382910
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v132175
Institution / Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn
Note
1,0
Schlagworte
Medienpädagogik Internet Offene Kinder- und Jugendarbeit

Autor

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Titel: Inszenierte Selbstdarstellung von Jugendlichen in der offen Kinder- und Jugendarbeit im Internet