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Straßenreinigung in den deutschen Städten des Spätmittelalters

Up allen gassen ind straissen upgeslagen ind ewech gefoirt werde

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 36 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Zustand der Straßen in den spätmittelalterlichen Städten
2.1. Zeitgenössische Beschreibungen des innerstädtischen Straßenwesens – ein ambi- valentes Bild
2.1.1. Würdigung der Sauberkeit der mittelalterlichen Straßen
2.1.2. Klagen über verschmutzte Straßen
2.2. Ursachen für die verunreinigten Straßen
2.2.1. Private Unratsbeseitigung der Bürger auf den Straßen
2.2.2. Innerstädtische Schweinehaltung

3. Administrative Maßnahmen zur Problemlösung
3.1. Verordnungen zur Verpflichtung der Bürgerschaft
3.1.1. Aufforderung zur Straßenreinigung
3.1.2. Verbot der Unratsbeseitigung auf den Straßen
3.2. Bestimmungen zur Schweinehaltung
3.3. Institutionalisierung des Reinigungswesens
3.4. Straßenpflasterung
3.5. Wirksamkeit der Maßnahmen

4. Die öffentliche Hygiene in den spätmittelalterlichen Städten – Zur Diskussion einer For- schungskontroverse

5. Fazit

6. Quellen

7. Forschungsliteratur

1. Einleitung

Die im 11. und 12. Jahrhundert einsetzende Urbanisierung im deutschen Raum sowie das nach den Pestepidemien erneute Bevölkerungswachstum ab der Mitte des 15. Jahrhunderts und die damit verbundene Agglomeration einer steigenden Einwohnerzahl auf einem eng begrenzten Gebiet führten folglich zu einem eklatanten Entsorgungsproblem von Siedlungs- und Gewerbeabfällen jeglicher Art, da es noch an einem durchgängig strukturierten System zur Beseitigung derartiger Stoffe mangelte.[1] Aufgrund dessen wurde der Unrat häufig auch auf den Straßen entsorgt, was ein legislatives Einschreiten des Rates im Sinne der städtischen Hygiene und Sauberkeit erforderlich machte. Denn bereits im Mittelalter lässt sich ein Bewusstsein für die gesundheitsbeeinträchtigende Kausalwirkung einer schmutzigen Umwelt nachweisen, boten doch die auf den Straßen entsorgten Fäkalien einen idealen Nährboden für epidemische Infektionskrankheiten, die „das wesentliche Bevölkerungsregulativ des Mittel- alters [..] waren“.[2] Eine gepflegte und intakte städtische Umwelt wurde aber nicht nur aus Gründen der Gesundheit angestrebt, sondern auch ein inhärentes Bedürfnis nach Sauberkeit und Wille zur Repräsentation bildeten hierfür Faktoren.[3]

Darüber hinaus darf der ackerbürgerliche Charakter der spätmittelalterlichen deut- schen Städte bei der Untersuchung der urbanen Umweltverhältnisse nicht unbeachtet bleiben. Zwar nahmen die Städte mit bis zu 2.000 Einwohnern einen Anteil von etwa 94,5% ein, doch auch in größeren deutschen Städten mit über 20.000 Einwohnern wie Nürnberg, Augsburg oder Köln[4] wurde Viehhaltung betrieben, was die überlieferten Ratsakten belegen, die ja vornehmlich aus den größeren Städten stammen.

Im ersten Komplex der Arbeit soll zunächst der Zustand der innerstädtischen Verkehrswege thematisiert werden. Dafür werden einige narrative Quellen gegenübergestellt, anhand deren diametraler Aussagen die Schwierigkeit einer möglichst objektiven Bewertung der Sauberkeit in den mittelalterlichen Städten ersichtlich wird. Anschließend werden die maßgeblichen Ursachen für die verschmutzten Straßen dargestellt – nämlich die Entsorgung der Abfälle durch die Bürger auf den Straßen sowie die innerstädtische Viehhaltung. Nachdem die Problemkreise, die zu verunreinigten Straßen führten und bezüglich deren sich für die Obrigkeit die Notwendigkeit ergab regulierend einzugreifen, skizziert wurden, stehen im zweiten Komplex jene Maßnahmen im Zentrum des Interesses, die zur Lösung der Entsor- gungsschwierigkeiten beitragen sollten. Das administrative Vorgehen beinhaltete Erlasse, die die Anlieger zur Reinhaltung der Straßen aufforderten und es gleichzeitig verboten, den Unrat weiterhin auf den Straßen zu entsorgen, Bestimmungen zur Viehzucht sowie eigene kommu- nale Tätigkeiten hinsichtlich der Beauftragung von Personal zur Säuberung, Pflasterung und Instandhaltung der Verkehrswege. Darauf folgend soll versucht werden, die Wirksamkeit dieser Bemühungen zu rekonstruieren – was allerdings angesichts der nicht widerspruchs- freien Quellen und der sich daraus ergebenden antagonistischen Interpretation seitens der Forschung nicht monovalent möglich ist. Eben jene Forschungskontroverse bezüglich der Bewertung des Sauberkeitszustandes in den deutschen Städten des Spätmittelalters wird unter Punkt vier ausführlicher aufgezeigt werden. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit.

Die Quellenbasis für die Untersuchung zur Straßenreinigung bilden in erster Linie die städtischen Verordnungen, die zum Zweck der Reinhaltung der Straßen erlassen wurden. Die edierten Texte konzentrieren sich vor allem auf größere bzw. im süddeutschen Raum gelegene Städte wie vor allen Dingen Nürnberg oder Worms, deren spätmittelalterliche Stadtrechts- reformationen Wolfgang Kunkel herausgegeben hat, oder auch Köln als mit über 40.000 Einwohnern damalige größte deutsche Stadt, deren Akten aus dem 14. und 15. Jahrhundert Walther Stein publiziert hat. Für Mitteldeutschland liefern etwa die von Uvo Hölscher zu- sammengetragenen Ratsgesetze aus Goslar im 15. Jahrhundert Exempel für die Durchführung der Straßenreinigung.[5] Die vorliegende Untersuchung konzentriert sich auf die Straßen- reinigung in den deutschen Städten gerade des Spätmittelalters aufgrund der Quellenüber- lieferung, da die Aufzeichnungen des Rechts seit dem 14. Jahrhundert durch den Rat forciert wurden und damit stetig zunahmen,[6] was aber natürlich nicht bedeutet, dass es zuvor keine Maßnahmen zur Straßenreinigung gegeben hatte.

Seit dem Ende der 1970er Jahre verstärkte sich das Interesse an der historischen Umweltforschung. Ulrich Troitzsch fasste 1981 in einem Aufsatz die Situation der noch jungen Disziplin zusammen.[7] Dabei konstatierte er, dass die historische Umweltforschung bislang keine klaren Forschungsbereiche und -ziele aufwies und sich nur wenige Historiker dieser Thematik gewidmet hatten, doch mittlerweile vertiefte Untersuchungen zu speziellen Aspekten der historischen Ökologie angefertigt wurden und präzise Ergebnisse für ausge- wählte geografische Räume und historische Zeitspannen vorliegen. Zwar intensivierte sich die Auseinandersetzung mit umweltgeschichtlichen Fragestellungen, von denen die urbanen Ver- und Entsorgungsmechanismen eine Teilmenge bilden, die wiederum die Untersuchung der mittelalterlichen Straßenreinigung beinhaltet, doch aufgrund dieser relativ dezentralen Posi- tionierung der Straßenreinigung innerhalb des Forschungszweigs stellt dieser Untersuchungs- gegenstand ein evidentes Forschungsdesiderat dar. Bezüglich dieser Thematik liegen keine Einzelpublikationen vor, sondern sie wird im allgemeinen Kontext der städtischen Entsorgung problematisiert. Die Forschungsergebnisse werden daneben überwiegend in Aufsätzen veröffentlicht. Hingegen legte Gottfried Hösl eine Entwicklungsgeschichte der städtischen Entsorgung aus der gesamteuropäischen Perspektive vor.[8] Ansonsten bleibt die Themati- sierung der Straßenreinigung im Mittelalter auf Gesamtdarstellungen zur Stadt oder zur All- tagsgeschichte beschränkt.[9] Mit den Untersuchungsergebnissen von Ulf Dirlmeier vollzog sich seit den 1980er Jahren ein Paradigmenwechsel in der Bewertung der Sauberkeit der mittelalterlichen Städte, in dessen Folge sich die Forschung vom Pauschalurteil vom schmutz- starrenden Mittelalter distanzierte. Nach wie vor bleibt die Umweltgeschichte – in einem thematisch äußerst globalen Kontext – aktuell, wie der zuletzt erschienene Sammelband „Die europäische Stadt und ihre Umwelt“ oder die im Juli 2008, maßgeblich von Bernd Herrmann veranstaltete Tagung „Umweltgeschichte und Umweltzukunft. Zur gesellschaftlichen Relevanz einer jungen Disziplin“ belegen.[10]

2. Der Zustand der Straßen in den spätmittelalterlichen Städten

Grundlage für das Bild der mittelalterlichen Stadt, das aus den zeitgenössischen Berichten gewonnen wird, bilden deskriptive bzw. narrative Texte, die demzufolge auch stilisierende Züge tragen, während sich aus normativen Quellen, deren Authentizitätsgrad höher einzu- stufen ist, nur diejenigen Wesenszüge des mittelalterlichen Stadtbildes ableiten lassen, die man versuchte zu reglementieren – etwa die Praxis, dass Hausabfälle auf den Straßen entsorgt wurden oder dass extensive Viehhaltung in den Städten betrieben wurde. Jedoch lassen die normativen Zeugnisse keinen Schluss auf das Ausmaß der Verschmutzung zu, wie dies in den narrativ-deskriptiven Dokumenten geschieht, wo beispielsweise Kaiser Friedrich III. verbaliter im Straßenschlamm versinkt.[11]

2.1. Zeitgenössische Beschreibungen des innerstädtischen Stra- ßenwesens – ein ambivalentes Bild

Zahlreiche zeitgenössische Quellen berichten über ein regelrechtes Versinken im Straßen- dreck und den unerträglichen Gestank. Doch andererseits lobten etwa auch einige italienische und spanische Reisende die Sauberkeit der deutschen Städte und die Beschaffenheit der Straßen. Da jedoch die Quellen, die ein negatives Bild der städtischen Hygiene im Mittelalter zeichnen, deutlich überwiegen, hat dies dazu geführt, dass in der älteren Forschung die Straßen häufig als Paradebeispiel für die Verschmutzung in den Städten herangezogen wurden. Daraus wurde gleichsam die Annahme abgeleitet, der Mensch des Mittelalters hätte diesem Umstand gleichgültig gegenüber gestanden.

2.1.1. Würdigung der Sauberkeit der mittelalterlichen Straßen

Der 1457/58 von Enea Silvio Piccolomini[12] verfasste Bericht charakterisiert das Erscheinungsbild der von ihm bereisten deutschen Städte mit den Worten: „‚Wer die Wahr- heit sprechen will, wird zugestehen: es gibt in Europa kein Volk, dessen Städte so sauber sind und einen so erfreulichen Anblick bieten wie die deutschen (…) die Städte sehen aus wie vor ein paar Tagen gegründet und erbaut.‘“[13]

Neben derartigen Reiseberichten enthalten auch die Stadtbeschreibungen des Domini- kanermönches Felix Fabri für Ulm (1488) und des Humanisten Konrad Celtis für Nürnberg (1495/1502) Schilderungen über gute Wasserversorgung und dessen Qualität, unterirdische Abwassersysteme, reine Luft, gepflasterte und saubere Straßen – der Venezianer Andrea de’ Franceschi bezeichnete 1492 die Straßenpflasterung mit Flusskieseln, die er in Nürnberg gesehen hatte, „schlechtweg als deutsche Sitte“.[14] Die Glaubwürdigkeit der Dokumente wird durch das gleichzeitige Beklagen eines unzureichenden Sauberkeitsstandards anderer Städte in eben diesen Quellen erhöht, obwohl selbst Eberhard Isenmann und Ulf Dirlmeier diese Beschreibungen als idealisiert und „teilweise tendenziös und topisch“ betrachten.[15] Doch ge- rade aus diesem Befund leitet Eberhard Isenmann ein konträres Urteil gegenüber der älteren Forschung, die ein nicht vorhandenes Sauberkeitsbewusstsein im Mittelalter diagnostizierte, ab: „Das Lob der Sauberkeit und der Tadel von Schmutz sprechen auf mentaler Ebene gegen eine häufig angenommene typische Schmutzunempfindlichkeit des Mittelalters.“[16]

An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass ein simpler Vergleich der negativen Quellenzeugnisse mit den lobenden Schilderungen nicht unproblematisch ist: Zum einen aufgrund der quantitativen Indifferenz an Dokumenten zwischen beiden Positionen. Schriften, die den Zustand der öffentlichen Hygiene kritisieren, sind weitaus häufiger als solche, die die Sauberkeit in den Städten rühmen. Außerdem entbehren die Vergleichsmaß- stäbe mitunter einer synchronen Perspektive, da sich die positiven Schilderungen vornehmlich auf das 15. Jahrhundert konzentrieren, als Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Sauberkeit verstärkt in kommunale Zuständigkeit übergegangen waren, während gegenteilige Dar- stellungen auch aus den vorangegangenen Jahrhunderten überliefert sind. Letztlich da sich die positiven Beschreibungen auf überregional bedeutsame Städte wie Heidelberg, München, Ulm, Nürnberg, Konstanz, Villingen, Basel, Wien, Straßburg beziehen, die schon allein ihres Repräsentationswillen wegen größeren Wert auf die Einhaltung der öffentlichen Sauberkeit legten. So beruft sich Frankfurt auf seinen Status als angesehene Kaufmannsstadt, in der Messen und Märkte stattfinden, um die Reinhaltung der Straßen zu begründen: Angesehen und vermerckt, wie die stat Franckfort sonderlich vor andern des heiligen richs kammer zu sin gewydmet mit messen und merten versehen ist geprucht, auch deszhalb in die zale der erbern des richs kauffstete gezalt wirt, ist auch billich, das sie glich andern steten iren genoszen in erberkeit und reynikeit gehalten werde.[17] Auch in München wurde die Straßenreinigung durch der gest und der stat eren wegen[18] durchgeführt. Angesichts der bevorstehenden Prozession und den damit erwarteten Gästen ordnete der Würzburger Rat 1476 an, „daß die straß alle und igliche gaßen… mit besserung des pflasters und abtuung des mists, auch der swein, die das pflaster zurutten,… in reinigkeit gesetzt werden sollten“,[19] was die Identifizierung der Sauberkeit mit der Ehrbarkeit der Stadt verdeutlicht.

2.1.2. Klagen über verschmutzte Straßen

Der Bischof des ostböhmischen Leitomischl, Johann von Neumarkt, beklagte sich im 14. Jahrhundert in einem Brief an den Erzbischof von Prag über den Zustand der ungepflasterten Straßen Nürnbergs – die ja später von Konrad Celtis für ihre Sauberkeit gelobt wurden –, da diese für Reiter aufgrund des durch Regenwasser verursachten Schlammes nicht unbeschadet passiert werden könnten: „‚Die Stadt Nürnberg wird durch häufige Regenfälle betroffen und mit einer solchen Nässe der himmlischen Wasser durchtränkt, daß man hier an eine ewige Sintflut glauben möchte und von dem nassen Boden eine solche Masse Schmutz anwächst, daß es seinen Reiter, wer er auch sei, und wie hoch gestellt, wie ein Schwein mit dem Gestank des schwierigen Straßenkotes beschmutzt oder, wenn er durch die Gunst des Schicksals diesem Unfall entgeht, doch vorne und an die Seiten hie und da durch die Menge der ankommenden Pferde, die Kleider, zumal eines reisenden Priesters, da sie der Ehrbarkeit wegen lang sind, so sehr durch die Berührung des widrigen Schmutzes befleckt werden, daß man von den entfernten Herbergen der Stadt zum kaiserlichen Schloß nicht ohne wirklichen Schaden gelangen kann…‘“[20] Diese Beschwerde belegt aber auch, dass es im Mittelalter zweifellos ein Sauberkeitsempfinden sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Bereich gegeben hat, was wiederum mit der Ehrbarkeit – hier allerdings der Person bzw. des Amtes – gleichgesetzt wurde. Der beschmutzte Reiter wird daher metaphorisch als ein Schwein, das im Straßendreck gewühlt hat, interpretiert.

[...]


[1] Vgl. etwa Ulf Dirlmeier/Gerhard Fouquet/Bernd Fuhrmann, Europa im Spätmittelalter 1215–1378 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 8), München 2003, S. 11; Hansjörg Küster, Versorgung und Entsorgung der mittelalterlichen Stadt, in: Marianne Flüeler-Grauwiler (Hg.), Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch. Die Stadt um 1300, Stuttgart 1992, S. 364; Gisela Gruppe, Umwelt und Bevölkerungsentwicklung im Mittelalter, in: Bernd Herrmann (Hg.), Mensch und Umwelt im Mittelalter, Stuttgart 1986, S. 29.

[2] Gruppe, Umwelt, S. 31. Vgl. außerdem Heinrich Erhard, Aus der Geschichte der Städtereinigung, Stutt- gart/Köln 1954, S. 20.

[3] Unsauberes Wasser, Unflat und Fäkalien wurden gefürchtet, da sie die Pestilenz der Luft und somit Krankhei- ten verursachten. Vgl. Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Spätmittelalter: 1200–1500. Stadtgestalt, Recht, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, Stuttgart 1988, S. 155.

[4] Die Klassifikation der deutschen und schweizerischen Städte im Mittelalter anhand ihrer Einwohnerzahl nach Hektor Ammann findet sich bei Isenmann, Stadt, S. 31.

[5] Vgl. Nürnberger Reformation (1479) sowie Wormser Reformation (1498), in: Wolfgang Kunkel (Hg.), Quellen zur Neueren Privatrechtsgeschichte Deutschlands, Band 1, Weimar 1936, S. 1-220; Walther Stein (Hg.), Akten zur Geschichte der Verfassung und Verwaltung der Stadt Köln im 14. und 15. Jahrhundert, Band 2, Bonn 1895; Uvo Hölscher, Goslarsche Ratsverordnungen aus dem 15. Jahrhundert, in: Zeitschrift des Harz-Vereins für Ge- schichte und Altertumskunde 42 (1909), S. 39-99, 118-143.

[6] Daneben wurden seit dem 13. Jahrhundert ergänzende private Aufzeichnungen vor allem von Stadtschreibern angefertigt, die im 14. und 15. Jahrhundert häufiger wurden. Vgl. Isenmann, Stadt, S. 83.

[7] Vgl. Ulrich Troitzsch, Historische Umweltforschung: Einleitende Bemerkungen über Forschungsstand und For- schungsaufgaben, in: Technikgeschichte 48 (1981) H. 3, S. 179, 184. Im Jahre 2006 bilanzierte schließlich Nils Freytag in einem Aufsatz den Stand der deutschen Umweltgeschichtsforschung. Vgl. Nils Freytag, Deutsche Umweltgeschichte – Umweltgeschichte in Deutschland. Erträge und Perspektiven, in: HZ 283 (2006) H. 2, S. 383-407.

[8] Vgl. Gottfried Hösl, Unser Abfall aller Zeiten. Eine Kulturgeschichte der Städtereinigung, München 21990.

[9] Vgl. etwa die einschlägigen Kapitel in Bernd Fuhrmann, Die Stadt im Mittelalter, Stuttgart 2006; Evamaria Engel/Frank-Dietrich Jacob, Städtisches Leben im Mittelalter. Schriftquellen und Bildzeugnisse, Köln 2006; Evamaria Engel, Die deutsche Stadt des Mittelalters, München 1993; Ernst Schubert, Alltag im Mittelalter. Natürliches Lebensumfeld und menschliches Miteinander, Darmstadt 2002; Andrea Reichart, Alltagsleben im späten Mittelalter. Der Übergang zur frühen Neuzeit am Beispiel der Stadt Essen (1400–1700) (Essener kulturhistorische Studien 1), Essen 1992; Isenmann, Stadt.

[10] Vgl. Dieter Schott/Michael Toyka-Seid (Hgg.), Die europäische Stadt und ihre Umwelt, Darmstadt 2008; Lars Kreye/Markus Schwarzer, Bericht zur Tagung „Umweltgeschichte und Umweltzukunft. Zur gesellschaftlichen Relevanz einer jungen Disziplin“, 16.07.2008-17.07.2008, Göttingen, in: H-Soz-u-Kult 09.09.2008, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=2249 [Zugriff am 13.10.2008].

[11] Diese Anekdote findet sich bei Erhard, Stadt, S. 30.

[12] Der Italien Enea Silvio Piccolomini war seit 1456 Kardinal gewesen und wurde 1458 zum Papst (Pius II.) gewählt.

[13] Ulf Dirlmeier, Umweltprobleme in deutschen Städten des Spätmittelalters, in: Technikgeschichte 48 (1981) H. 3, S. 191.

[14] Ders., Die kommunalpolitischen Zuständigkeiten und Leistungen süddeutscher Städte im Spätmittelalter (vor allem auf dem Gebiet der Ver- und Entsorgung), in: Jürgen Sydow (Hg.), Städtische Versorgung und Entsorgung im Wandel der Geschichte. 18. Arbeitstagung in Villingen, 3.-5. November 1979 (Stadt in der Geschichte. Veröffentlichungen des Süddeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung 8), Sigmaringen 1981, S. 148.

[15] Vgl. Dirlmeier, Umweltprobleme, S. 200; Isenmann, Stadt, S. 35. In diesem Zusammenhang stellt sich Ulf Dirlmeier die Frage: „Wenn zu diesen Topoi aber auch das Lob der Städte gehört, ist immerhin zu fragen, wie es dazu kommt, wenn sie in Wirklichkeit von Schmutz gestarrt haben.“ Dirlmeier, Zuständigkeiten und Leistungen, S. 147.

[16] Isenmann, Stadt, S. 35.

[17] Thomas Bauer, Im Bauch der Stadt. Kanalisation und Hygiene in Frankfurt am Main 16.–19. Jahrhundert (Studien zur Frankfurter Geschichte 41), Frankfurt/Main 1998, S. 36, zitiert nach Armin Wolf (Hg.), Die Gesetze der Stadt Frankfurt am Main im Mittelalter (Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission 13), Frankfurt/Main 1969, Nr. 289, S. 375 f.

[18] Dirlmeier, Zuständigkeiten und Leistungen, S. 120, zitiert nach Fridolin Solleder, München im Mittelalter, München u. a. 1938 (ND 1962), S. 357.

[19] Schubert, Alltag, S. 97.

[20] Hösel, Abfall, S. 47-49.

Details

Seiten
36
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640378258
ISBN (Buch)
9783640377718
Dateigröße
621 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v131954
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
Straßenreinigung Schweine Schweinehaltung Müll Schmutz Unrat Straßenpflaster Umwelt Umweltforschung Sauberkeit Hygiene Abfall

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Titel: Straßenreinigung in den deutschen Städten des Spätmittelalters