Lade Inhalt...

Die veränderte Darstellung der Figur des Dracula

"Nosferatu – Symphonie des Grauens", "Nosferatu – Phantom der Nacht" und "Bram Stoker's Dracula"

Hausarbeit 2007 20 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Genrebegriff
1.1 Horror- und Vampirgenre

2. Filme
2.1 Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922)
2.2 Nosferatu – Phantom der Nacht (1979)
2.3 Bram Stoker’s Dracula (1992)

3. Veränderte Darstellung der Figur des Dracula
3.1 Veränderung durch das digitale Bild
3.2 Erscheinungsbild
3.3 Fähigkeiten

4. Dracula als Sinnbild für die Ängste und Zwänge der Zeit
4.1 Tendenzen im Film „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“
4.2 Im Film „Nosferatu – Phantom der Nacht“
4.3 Im Film „Bram Stokers Dracula”

Fazit

Literaturverzeichnis
Zeitungsartikel
Internetquellen

Einleitung

Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich die Veränderung der Filmfigur Dracula speziell an drei Vampirfilmen demonstrieren, die in unterschiedlichen Jahrzehnten entstanden sind. Die Filme die ich untersuchen werde sind „Nosferatu – Symphonie des Grauens“ aus dem Jahr 1922, vom Regisseur Friedrich Murnau, „Nosferatu – Phantom der Nacht“ von Werner Herzog aus dem Jahr 1979 und der letzte Film den ich untersuchen werde wird „Bram Stokers Dracula“ sein von Francis Ford Coppola, aus dem Jahr 1992.

Mithilfe dieser Hausarbeit möchte ich herausfinden, inwiefern das digitale Bild und neue Technologien zur Veränderung der Figur und auch der Rezeption beitragen. Weitere Untersuchungsfelder sind die Veränderung der Figur selbst, bezüglich ihres Aussehens, ihren Fähigkeiten und ihrer Symbolfunktion für die Gesellschaft. Die Figur des Draculas hat sich schon immer gut geeignet, um verschiedene Ängste oder Zwänge auf sie zu projizieren. Diese Tendenzen möchte ich in den Filmen gesondert untersuchen. Vorausgehend zu meinen Untersuchungen, werde ich kurz den Genrebegriff allgemein erklären und weiterhin das Vampirgenre, zu dem die drei Filme gehören erläutern.

Da dieses Thema sehr umfangreich ist, kann ich leider auf Grund des begrenzten Rahmens nicht auf alle Besonderheiten der Filme eingehen. Doch werde ich zumindest einen ersten tiefen Einblick in die Thematik liefern.

1. Genrebegriff

In der Filmwissenschaft wird der Genrebegriff allgemein genutzt um unterschiedliche ‚Filmarten‘ voneinander abzugrenzen, wie zum Beispiel den Western, den Horrorfilm oder das Melodrama. Jedoch sollte der Begriff nicht, wie es im Wörterbuch steht mit ‚Gattung‘ gleichgesetzt werden. „Genres stellen inhaltlich-strukturelle Bestimmungen von Filmgruppen dar“[1] und Gattungen sind gerade nicht durch eine inhaltliche Struktur, sondern durch den „darstellerischen Modus“ und durch die „Verwendung“[2] definiert. Genres treten nicht nur in der Filmwissenschaft, sondern auch im Theater, der Literatur oder im Fernsehen auf. Sie stellen also nicht nur „Kategorien der Intertextualität“, sondern auch der „Intermedialität“[3] dar. Immer wenn ein neuer Film einem Genre zugeordnet wird, verändert es sich im Gesamten wieder ein wenig, da trotz der Zugehörigkeit zu einem Genre nicht alle Filme gleich sind und das auch nicht sein müssen. Lediglich die „Prototypen“[4] eines Genres werden immer wieder neu erzählt.

1.1 Horror- und Vampirgenre

Das Horrorgenre ist nicht unbedingt ein typisches Genre, wie es zum Beispiel der Westernfilm ist. Hier liegt der Schwerpunkt auf Stereotypen wie dem Cowboy oder dem Saloon. Die Gemeinsamkeiten bei Horrorfilmen sind nicht ähnliche Schauplätze oder Monster, sondern die Absicht den Zuschauer zu schocken. Es gibt zwar Monster und ähnliches, die in manchen Filmen wiederholt werden, doch ist das Wichtige nicht wie der Zuschauer erschreckt wird, sondern dass er überhaupt erschreckt wird. Der Horrorfilm ist ein „Genre des Phantastischen Films“ und bezeichnet Filme „die gewisse Themen, Handlungen usw. vorführen oder […] deren gemeinsame Absicht es ist, zu erschrecken“[5]. Zu beachten ist aber, dass meistens „ […] the fear that the audience emotes with regard to the monster is not fear for its own survival. Our fear is engendered in behalf of the human characters in the pertinent films”[6]. Das Genre des Horrorfilms wurde lange Zeit von sogenannten “Low-Budget” Produktionen bevorzugt, da die Filme ihre Wirkung auch durch günstige Masken und technisch weniger aufwendige Effekte erzielen konnten[7].

Der Horrorfilm besteht aus unterschiedlichen „Subgenres“, wie zum Beispiel der Frankensteinfilm, Hexenfilme, Splatterfilme oder auch der Vampirfilm. Die Hauptabsicht dieser Subgenres ist zwar auch zu erschrecken, doch ist das ‚wie‘ hier von größerer Bedeutung. Bei den Subgenres kann man Konventionen ausmachen, die in den Filmen immer wieder aufgegriffen werden. Eine Konvention ist zum Beispiel die „character convention: a threatening, unnatural monster“[8], welches in fast allen Filmen auftaucht. Beim Vampirfilm ist dieses immer wiederkehrende Monster der Vampir. Bordwell sagt, dass der Horrorfilm erst beginnt, wenn ein Monster das normale Leben stört und die Menschen den Versuch starten das Monster zu vernichten.[9] Diese Vernichtung wird zum übergeordneten Ziel des Films, auf das die Akteure vom Moment an in dem das Monster aufgetaucht ist hinarbeiten. Der erste Film, der dem Vampirgenre zugeordnet werden kann ist „Nosferatu – Symphonie des Grauens“ von Friedrich Murnau[10].

2. Filme

Filme, die sich mit der Figur des Dracula auseinandersetzen gibt es sehr zahlreich. In etwa 164 Filmen soll er sein Unwesen treiben[11]. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er die zweitmeist verfilmte, fiktive Figur in der Filmgeschichte darstellt. Die Filme, die sich auf den Roman von Bram Stoker „Dracula“ beziehen sind an der Zahl schon geringer, nämlich neun[12]. Von diesen Filmen habe ich drei ausgewählt, an denen ich die Veränderung der Figur des Draculas an unterschiedlichen Punkten demonstrieren möchte. Der erste Film ist „Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens“ von Friedrich Wilhelm Murnau. Der expressionistische Film ist 1922 entstanden. Beim zweiten Film handelt es sich um den 1979 entstandenen Film „Nosferatu - Phantom der Nacht“ von Werner Herzog. Der Film ist eine Hommage für Murnaus Film. Der letzte Film, den ich in meine Untersuchungen einbeziehe ist „Bram Stoker‘s Dracula“ von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1992. In den folgenden Punkten, wird der Inhalt der drei Filme erst kurz beschrieben, um dann in den nachfolgenden Punkten unter besonderen Aspekten die Filme und speziell Dracula vergleichen zu können.

2.1 Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922)

Dieser Film basiert zwar nicht offiziell auf dem Roman „Dracula“ von Bram Stoker, doch bestehen viele Gemeinsamkeiten und auch im Vorspann steht „from the novel by Bram Stoker“[13]. Es handelt sich also um eine nicht autorisierte Adaption von Bram Stokers Vampir-Roman „Dracula“.[14] Murnau änderte lediglich die Namen der Akteure und die der Schauplätze.[15] So wurde zum Beispiel aus Wismar Bremen und aus Harker wird Hutter. Der Film handelt von der Zeit um 1838, was der Zuschauer durch einen Tagebucheintrag direkt zu Beginn des Films erfährt.

Diese Verfilmung handelt von dem Immobilienmakler Hutter, zu Graf Orlok in die Karpaten reisen muss, so dass dieser den Vertrag für den Verkauf eines Hauses in Bremen unterschreiben kann. Nach einer Übernachtung im Schloss zieren Blutmale seinen Hals, woraufhin er begreift, dass Graf Orlok ein Vampir ist. Der Vampir ist vor ihm in seiner Heimat und mit dessen Ankunft breitet sich die Pest über die Stadt aus. Merkmale der Opfer, sind dieselben Male die auch Hutter‘s Hals zieren. Ellen, die Frau von Hutter erfährt durch ein Buch über Vampire, wie man diese vernichten kann: eine reine Jungfrau muss den Untoten bis zum Morgen ablenken, so dass dieser den ersten Hahnenschrei verpasst. Sie selbst opfert sich Graf Orlok und verbringt mit ihm eine Nacht. Am nächsten Morgen schafft sie es, dass der Graf so von ihr abgelenkt ist, dass er nicht den ersten Hahn krähen hört. Die Sonnenstrahlen verbrennen ihn und auch Ellen stirbt an den Folgen der Bisse durch den Grafen. Ellen hat erkannt, dass nur auf diese Weise die Stadt und auch ihr Mann gerettet werden kann und wird so zur Heldin des Films. Mit dem Tod des Nosferatu ist auch die Pest aus Bremen verschwunden.[16]

[...]


[1] Knut Hickethier: Film und Fernsehanalyse, S. 203.

[2] Ebd. S. 63.

[3] Ebd. S. 63.

4Knut Hickethier: Genretheorie und Genreanalyse S. 80.

[5] Andrew Tudor: Film Theorien, S. 89.

[6] Noel Carroll: Film, Emotion and Genre, In: Passionate Views: Film, Cognition and Emotion.

[7] David Bordwell S. 58.

[8] Ebd.

[9] Vgl. David Bordwell, S. 58.

[10] http://www.dieterwunderlich.de/Murnau_Nosferatu.htm.

[11] Penninger, Johannes: Bram Stoker’s „Dracula“, S. 54.

[12] Penninger, Johannes: Bram Stoker’s „Dracula“, S. 73.

[13] Aus dem Vorspann des Films „Nosferatu – Symphonie des Grauens“.

[14] Buttergereit, Jörg: Only a Movie?, In: Prinzler, Hans Helmut: Friedrich Wilhelm Murnau – Ein Melancholiker des Films S. 135.

[15] http://de.wikipedia.org/wiki/Nosferatu_%E2%80%93_Eine_Symphonie_des_Grauens.

[16] http://www.murnau-stiftung.de/de/suchergebnis.asp?ID=674.

Details

Seiten
20
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640396672
ISBN (Buch)
9783640396924
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v131946
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
2.0
Schlagworte
Darstellung Figur Dracula Nosferatu Symphonie Grauens Phantom Nacht Bram Stoker Thema Nosferatu

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die veränderte Darstellung der Figur des Dracula