Lade Inhalt...

Rauchverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Eine Studie über Krankenpflegeschüler

Diplomarbeit 2003 118 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Theoretischer Teil
1 Epidemiologie des Rauchens in Deutschland
1.1 Der Mikrozensus und der Gesundheitsbericht für Deutschland
1.2 Der Bundes-Gesundheitssurvey
1.3 Repräsentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland 1995 und 1997
1.4 Die Drogenaffinitätsstudien 1993/1994, 1997 und
1.5 Zigarettenkonsum bei Kindern – Kindheit 2001 – Das LBS- Kinderbarometer
1.6 Rauchverhalten bei Teenagern in Münster: Anstieg der Prävalenz und der Zusammenhang zur Werbung (1995-2000)
1.7 Diskussion der Studien
2 Konsequenzen des Rauchens
2.1 Mortalität und Morbidität durch den Tabakkonsum
2.2 Psychische Störungen durch den Tabakkonsum
3 Gesellschaftspolitische Einflussnahme
4 Erklärungen des Rauchverhaltens
4.1 Biologische / physiologische Erklärungen des Rauchens
4.2 Sozialpsychologische Erklärungen des Rauchverhaltens
4.2.1 Die Theorie des überlegten (begründeten) Handelns
4.2.1.1 Bestimmungsfaktoren der Intention: Einstellung und subjektive Norm
4.2.1.2 Bestimmungsfaktoren der Einstellungs- und subjektiven Normkomponente
a) Die Einstellungskomponente 31
b) Die subjektive Normkomponente 31
4.2.1.3 Beurteilung der Theorie des überlegten Handelns und empirische Begründung
4.2.1.4 Zusammenfassung und Diskussion des Modells
4.2.2 Die Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen , 1985; Ajzen & Madden, 1986; Ajzen; 1991)
4.2.2.1 Internale Faktoren
4.2.2.2 Externale Faktoren
4.2.2.3 Die neue Komponente: die wahrgenommene Verhaltenskontrolle
4.2.3 Zusammenfassende Betrachtung der Theorie des geplanten Verhaltens
4.2.4 Anwendungsmöglichkeiten und Überprüfung des Modells des geplanten Verhaltens

II Methodischer Teil
1 Darstellung des Erhebungsinstrumentes
2 Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes
3 Statistische Grundlagen
3.1 Reliabilitätsanalyse
3.2 Regressionsanalyse
3.3 Logistische Regression

III Ergebnisse
1 Reliabilität und Beschreibung der Maße der Theorie des geplanten
Verhaltens
2 Hypothesen
3 Überprüfung der Theorie des geplanten Verhaltens
4 Überprüfung direkter Einflüsse auf das Verhalten
5 Zusammenfassende Betrachtung der geprüften Hypothesen

IV Zusammenfassung und Diskussion

Anhang

Abbildungen

Abbildung A. Raucher-Anteile in Prozent. Männer und Frauen weltweit

Abbildung B. Nieraucher-Anteil 1998 in Prozent. Männer und Frauen in Ost und West

Abbildung C. Aussteigerquote 1998 in Prozent (Anteil der Exraucher an der Summe von Rauchern und Exrauchern. Männer und Frauen in Ost und West.)

Abbildung D. Raucherquote 1997

Abbildung E. Gründe für das Rauchen

Tabellen

Tabelle A. Tabellarische Übersicht: Jugendliche Raucher in Münster

Tabelle B. Anteil des Rauchens an der Mortalität

Tabelle C. Vergleich der Definition der beiden Klassifikationssysteme ICD- und DSM-IV

Der Fragebogen

Auswertungsstatistik

A. Häufigkeitsverteilung der Stichprobe (Raucherstatus der Raucher)

B. Häufigkeitsverteilung der Stichprobe (Raucherstatus aller Befragten)

C. Reliabilität der Einstellung gegenüber dem Verhalten

D. Logistische Regression
D.1 Einfluss der Intention auf das Verhalten Kreuztabellen Nominale Regression
D.2 Einfluss der Einstellung auf die Absicht: Kreuztabelle und Regression Kreuztabelle Nominale Regression

E. Multiple Korrelation/Regression
E.1 Einfluss der subjektiven Norm und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle auf die Einstellung
E.2 Einfluss der Einstellung und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle auf die subjektive Norm
E.3 Einfluss der Einstellung und der subjektiven Norm auf die wahrgenommene Verhaltenskontrolle
E.4 Einfluss durch das Rauchverhalten der Bezugspersonen und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle auf die Einstellung
E.5 Einfluss der Einstellung und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle auf das Rauchverhalten der Bezugspersonen
E.6 Einfluss durch die Einstellung und das Rauchverhalten der Bezugspersonen auf die wahrgenommenen Verhaltenskontrolle

F. Die direkten Einflüsse auf das Verhalten
F.1 Der direkte Einfluss der Prädiktoren der Intention auf das Verhalten
F.2 Einfluss der subjektiven Norm und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle auf die Einstellung
F.3 Einfluss der Einstellung und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle auf die subjektive Norm
F.4 Einfluss der Einstellung und der subjektiven Norm auf die wahrgenommene Verhaltenskontrolle

G. Der Einfluss bei der Berücksichtigung durch das Rauchverhalten der Bezugspersonen (Partner, Freunde, Mehrzahl der Freunde)
G.1 Der normative Einfluss durch das Rauchverhalten der Bezugspersonen, der Einstellung und der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle auf das Verhalten
G.2 Einfluss der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle und des normativen Einflusses durch das Rauchverhalten der Bezugspersonen auf die Einstellung
G.3 Einfluss der Einstellung und des Normativen Einflusses auf die wahrgenommene Verhaltenskontrolle

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Rauchverhalten in Deutschland nach Berufsgruppen

Abb. 2: Raucher-Anteil 1998 in Prozent. In Ost und West

Abb. 3: Raucherquote der zwölf- bis 25-Jährigen in der BRD

Abb. 4: Gründe für das Rauchen

Abb. 5: Raucherprävalenz Jugendlicher Raucher in Münster

Abb. 6: Die Bestimmungsfaktoren individuellen Verhaltens

Abb. 7: Darstellung der Theorie des geplanten Verhaltens

Abb. 8: Die Theorie des geplanten Verhaltens bei Rauchern

Abb. 9: Die Theorie des geplanten Verhaltens bei Rauchern

Abb. 10: Der direkte Einfluss der Prädiktoren auf das Verhalten

Abb. 11: Der direkte Einfluss der Prädiktoren auf das Verhalten (normativer Einfluss). 65 Abb. 12: Prävalenz des Rauchens weltweit

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Mittlere Anzahl gerauchter Zigaretten pro täglichem Zigarettenraucher

Tab. 2: Raucher-Anteil 1998 in Prozent

Tab. 3: Auszug aus den Forschungsergebnissen zur Theorie des überlegten Handelns

Tab. 4: Kreuztabelle: Der Zusammenhang zwischen der Einstellung und der Intention

Tab. 5: Multiple Korrelationskoeffizienten bei den Rauchern

Tab. 6: Multiple Korrelationskoeffizienten bei den Rauchern

Tab. 7: Multiple Korrelationskoeffizienten bei allen Befragten

Tab. 8: Multiple Korrelation bei allen Befragten (normativer Einfluss der Bezugspersonen)

Tab. 9: Jugendliche Raucher in Münster

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Dass Rauchen die Gesundheit gefährdet, dass es Krebs verursachen kann und auch sonst keinen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat, kann als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Aus diesem Grunde stellt sich aber immer wieder die Frage, weshalb Menschen wider besseren Wissens Tabak konsumieren. Dass der Zigaretten- wie auch der Alkoholkonsum dennoch ein weit verbreitetes Verhalten ist, wird auch ohne wissenschaftliche Beweise deutlich. Rauchen ist eine sozial anerkannte und wirtschaftlich wie sozial-kom- munikative Erscheinung, die in der Bundesrepublik als auch in weiten Teilen der Welt weder politisch noch sozial sanktioniert wird. Vielmehr lässt sich vie- lerorts feststellen, dass es, wenn auch nicht immer erwünscht, so doch meistens akzeptiert wird.

Rund 40 % aller Bundesbürger über 15 Jahre bezeichnen sich als Raucher. Sind es momentan immer noch mehr die Männer, die rauchen, ist gerade bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen (zwölf bis 25 Jahre) zu beobachten, dass Mädchen und junge Frauen verstärkt Tabak konsumieren. Insgesamt steht Deutschland bezüglich der Prävalenz im europäischen Vergleich etwa im Mit- telfeld.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Verbreitung des Tabakkonsums bei Jugend- lichen und jungen Erwachsenen sowie die Ursachen dieses Verhaltens zu be- schreiben. Die Epidemiologie sowie mögliche Erklärungen des Rauchens wer- den sowohl anhand von aktuellen in Deutschland repräsentativ erhobenen Stu- dien als auch durch eine von Studierenden des Pflegestudiengangs an der Alice-Salomon-Hochschule und Herrn Prof. Dr. Kolleck im Jahre 2002 durch- geführten Studie an Auszubildenden in Pflegeberufen aufgezeigt. Ausgehend von der Theorie des begründeten Handelns bzw. der Theorie des geplanten Verhaltens als Erweiterung dieses Modells untersucht die vorliegende Arbeit den Zusammenhang zwischen Verhaltensprädiktoren und dem Rauchverhalten. Dabei sollten die Konstrukte der Theorie überprüft und die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Gruppen diskutiert werden.

I Theoretischer Teil

1 Epidemiologie des Rauchens in Deutschland

Die Verbreitung des Rauchens in Deutschland wird seit vielen Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen verfolgt und dokumentiert. Die Ergebnisse der ver- schiedenen Studien unterscheiden sich aber zum Teil mehr oder weniger stark voneinander. Ingesamt sind hier vor allem fünf Institutionen zu nennen, die sich unter anderem auch mit dem Thema Gesundheitsverhalten und Tabakkon- sum beschäftigen. Dies sind das Statistische Bundesamt, das seit 1957 jährlich durch die statistischen Landesämter den Mikrozensus erhebt, das Robert-Koch- Institut mit dem von 1997 bis 1999 für Gesamtdeutschland erhobenen Bundes- Gesundheitssurvey, das Institut für Therapieforschung in München (nachfol- gend IFT), welches im Auftrag der Bundeszentrale für Gesundheit die Reprä- sentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland durchführt, sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklä- rung (nachfolgend BZgA), die seit 1973 Repräsentativerhebungen zur Drogen- affinität Jugendlicher und junger Erwachsener durchführt. Alle hier aufgeführ- ten Studien zeichnen sich durch ihre großen Stichproben und dem Anspruch der Repräsentativität aus. Unterschiede lassen sich aber nicht nur bei den Er- gebnissen in Bezug auf das Rauchen ausmachen, sondern auch bei den Studi- enzielen und Erhebungsformen. Schwerpunkt des Mikrozensus ist es, z. B. Fra- gen zum Arbeitsmarkt und zur Bevölkerungsstruktur (Pflichtteil) zu erheben, zusätzlich werden in größeren zeitlichen Abständen unter anderem auch „Fra- gen zur Gesundheit“ miterhoben (freiwilliger Teil). Weitere aktuelle Studien stellen das LBS-Kinderbarometer sowie eine Studie über das Rauchverhalten in Münster dar. Nachfolgend sollen die durchgeführten Studien kurz vorgestellt und die relevanten Ergebnisse diskutiert werden.

Eine Längsschnittsstudie, die hier nur kurz Erwähnung finden soll, da der Untersuchungszeitraum zwischen 1983 und 1985 zu weit zurückliegt, stellt die Berlin-Bremen-Studie dar. Für die hier vorliegende Arbeit sind die Ergebnisse zur Vorhersage des Rauchverhaltens dennoch relevant. Mit Hilfe von Regressi- onsanalysen wurde versucht die Einflussfaktoren des Rauchverhaltens aus- findig zu machen. Hierbei stellte sich heraus, dass gesundheitliche im Ver- gleich mit sozialen Aspekten eine eher untergeordnete Rolle spielten. Ferner wurde konstatiert, dass „affektive Aspekte“ zwar wichtig, aber gleichzeitig eng mit sozialen Situationen in Verbindung standen (Semmer et al., 1991, S. 86-7).

1.1 Der Mikrozensus und der Gesundheitsbericht für Deutschland

Die Stichproben des Mikrozensus umfassen 1 % aller Haushalte der Bundes- republik Deutschland, die mittels verschiedener Schichtungen bei der Stichpro- benauswahl repräsentativ werden. Hierbei werden jährlich ca. 370.000 Haus- halte mit etwa 820.000 Personen erfasst (StBA, 2003a). Die „Fragen zur Ge- sundheit“ wurden 1978, 1986, 1992, 1995 und 1999 erhoben (Emmerling und Riede, 1997 & StBA, 2003a). Ein prinzipiell großer Vorteil des Mikrozensus ist seit 1995 die Möglichkeit ihn in Form eines „faktisch anonymisierten Da- tensatzes“ für wissenschaftliche Zwecke zu nutzen. Leider konnten diese Daten in dieser Arbeit nicht verwendet werden, da nach Aussage des hierfür zuständi- gen Mitarbeiters des Zentralarchivs für Empirische Sozialforschung die Daten nur an Universitäten, nicht aber an Fachhochschulen ausgegeben werden. Der Autor war aus diesem Grunde auf die Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes angewiesen.

Laut den aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes konsumieren da- nach derzeit insgesamt etwas mehr als 30 % der Gesamtbevölkerung regelmä- ßig Tabak (StBA, 2003b). Der 1998 veröffentlichte „Gesundheitsbericht für Deutschland“ berichtete von einem Raucheranteil von 22 % bei Frauen und 36 % bei den Männern.1 Ferner kann verallgemeinernd gesagt werden, dass 1995 die befragten Personen im Alter vor der Volljährigkeit bis etwa zur Le- bensmitte (bis 39 Jahre) mit zunehmendem Alter mehr und danach weniger rauchten.2 Ein weiterer Trend lässt sich auch bei den Konsummengen feststel- len, waren es von 1970 bis zum Anfang der 80er Jahre noch um die 2700 Ziga- retten pro Kopf bezogen auf alle Personen im Alter von über 15 Jahren, so wa- ren es nach der Tabaksteuererhöhung 1981 bis 1990 durchschnittlich nur noch um 2600 Zigaretten.3 Ab 1990 ist dann ein weiterer Abfall des Konsums zu be- obachten, der sich bei etwa 2200 Zigaretten bis 1995 eingependelt zu haben scheint. Weiter wurde gezeigt, dass 1995 in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen etwa 15 % der Mädchen und 20 % der Jungen rauchten. Wie oben schon erwähnt, steigt dem Bericht zufolge, mit zunehmendem Alter auch die Zahl der Raucher; bis zum 30 Lebensjahr rauchten laut Bundesgesundheitsbe- richt knapp 30 % der jungen Frauen und etwas weniger als 60 % der jungen Männer (StBA, 1998 S. 90-91).

Im Hinblick auf das Rauchverhalten nach Berufsbereichen veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine Übersicht mit den Daten des Mikrozensus 1999. Nach eigenen Berechnungen ergibt sich das folgende Bild:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle der Daten: StBA, 2003c, N= 31.282.000.

Abb. 1: Rauchverhalten in Deutschland nach Berufsgruppen.

Danach befinden sich, was die Verbreitung des Rauchens anbelangt, die Ge- sundheitsberufe mit 24 % im unteren Bereich. Es muss aber auch berücksich- tigt werden, dass die Gesundheitsberufe sehr vielschichtig erhoben wurden und auch hier wiederum mit erheblichen Unterschieden zu rechnen ist.

1.2 Der Bundes-Gesundheitssurvey 1999

Der im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit 1999 durch das Robert-Koch-Institut durchgeführte Bundes-Gesundheitssurvey umfasst 7124 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren, die zu gesundheitsrelevanten Themen- bereichen befragt sowie einer medizinischen Untersuchung unterzogen wurden. Der Gesundheitssurvey unterteilte sich in mehrere Untersuchungseinheiten, die Merkmale zur Beschreibung der gesundheitlichen Lage, der Morbidität und der regionalen Differenzen erfassten. Aufgenommen wurden neben Fragen zur In- zidenz und Prävalenz von Krankheiten und Risikofaktoren gesundheitsbezoge- ner Verhaltensweisen und Lebensbedingungen auch Fragen zur Nutzung medi- zinischer Leistungen. Unter anderem wurden die Probanden nach ihrem Rauch- verhalten befragt (Bellach, 1999 & Junge und Nagel, 1999, S. 124).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle der Daten: Junge und Nagel, 1999.

Abb. 2: Raucher-Anteil 1998 in Prozent. In Ost und West.

Ähnlich wie schon bei den Ergebnissen des Mikrozensus ergab sich auch hier im Durchschnitt eine Prävalenz von 37 % bei Männern und 28 % bei Frau- en. Weitaus andere Zahlen lieferte der Bericht aber in Bezug auf die Raucher- anteile in der Altersspanne zwischen 18 und 29 Jahren; hier lagen die Anteile sehr viel höher. Danach rauchten mehr als die Hälfte aller Jugendlichen im Al- ter von 18 bis 19 Jahren und immer noch 45 % im Alter von 20 bis 29 Jahren. Ferner konstatierten Junge & Nagel für die 18- bis 24-Jährigen „alarmierend hohe Raucheranteile von 49 % für die männliche und von 44 % für die weib- liche Bevölkerung“ (zit..: Junge und Nagel, 1999, S. 123). Die Menge der durchschnittlich konsumierten Zigaretten lag bei 20 für Männer und 16 für Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren (vgl. Tab. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Junge und Nagel, 1999, S. 123.

Tab. 1: Mittlere Anzahl gerauchter Zigaretten pro täglichem Zigarettenraucher 1998.

In Bezug auf das Einstiegsalter ergab sich, dass überwiegend vor dem 20. Lebensjahr mit dem Rauchen begonnen wurde (86 % der Männer und 80 % der Frauen). Lediglich die Personen, die der Kriegs- und Nachkriegsgeneration angehörten, also die heute 50-bis 69-Jährigen - und hier besonders die Frauen -, hatten ein späteres Einstiegsalter (vgl.: Junge und Nagel, 1999).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Junge und Nagel, 1999, S. 123.

Tab. 2: Raucher-Anteil 1998 in Prozent.

Etwa ein Drittel der Befragten hatte mindestens einmal versucht mit dem Rauchen aufzuhören. Im Vergleich mit den Zahlen des Bundes-Gesundheits- surveys 1990 gibt es im Hinblick auf den Raucheranteil und die Anzahl der konsumierten Zigaretten keine signifikanten Unterschiede (Junge und Nagel, 1999).4

1.3 Repräsentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland 1995 und 1997

Die Studien zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen be- fassten sich vor allem mit dem Drogenkonsumverhalten der erwachsenen Be- völkerung im Alter von 18 bis 59 Jahren. Die Stichprobe umfasste 7000 deutschsprachige Personen im Jahre 1995 und 8020 im Jahre 1997.

Die Raucherquote lag 1995 bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren bei über 50 % und insgesamt bei 37 % in West- und Ostdeutschland. 60 % der jugendlichen Raucherinnen konsumierten bis zu zehn Zigaretten, die männlichen Jugendlichen rauchten am häufigsten 20 und mehr Zigaretten (50 %). Es konnte beobachtet werden, dass der Anteil der star- ken Raucher (20 und mehr Zigaretten) beider Geschlechter mit zunehmendem Alter steigt (Herbst et al., 1995, S. 37- 41).5

Nach den neuesten Ergebnissen von 1997 blieb die Raucherquote der 18- bis 59-Jährigen mit ca. 38 % insgesamt konstant. Ein Rückgang der Prävalenz konnte aber bei den 18- bis 29-Jährigen beobachtet werden, hier sank die Quo- te von fast 50 % auf 40,5 % ab (ebd. S. 42).

1.4 Die Drogenaffinitätsstudien 1993/1994, 1997 und 2001

Die Studien der BZgA zur Drogenaffinität Jugendlicher im Alter von 12 bis 25 Jahren beziehen sich sowohl auf den Konsum illegaler als auch auf den Konsum der legalen Drogen Alkohol und Tabak.

Die zentralen Ziele der Studien sind, nach Auffassung der BZgA, jene, die für die Konzeption und Durchführung von Präventionsmaßnahmen Bedeutung haben. Dazu gehören:

- fördernde und hindernde Einflussfaktoren auf den Substanzgebrauch,
- Konsummotive,
- situative Bedingungen des Drogengebrauchs und
- kommunikative Erreichbarkeit von Jugendlichen (BZgA, 1994, S. 6-7).

Die zuletzt durchgeführten Befragungen fanden in den Jahren 1993/1994 und 2001 statt und gehören, bezogen auf das Rauchen, zu den detailliertesten Dokumentationen.

Nach der letzten Studie lag die Prävalenz der Raucher im Alter von 12 bis 25 Jahren bei 38 %, von denen sich 15 % als Gelegenheitsraucher bezeichneten. Zwischen den männlichen und den weiblichen sowie den west- und ostdeut- schen Jugendlichen existierten keine wesentlichen Unterschiede. Ferner zeigte die Studie auch den Anstieg der Raucherquote mit zunehmendem Alter. Be- zeichneten sich 10 % der 12- bis 13-Jährigen als Raucher, waren dies bei den 14- bis 15-Jährigen 29 % und bei den 14- bis 15-Jährigen schon 44 %. Für die weiteren Jährgänge war eine durchschnittliche Raucherquote von 45 % festzu- stellen (BZgA, 2001, S. 32).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BZgA, 2001, S. 40.

Abb. 3: Raucherquote der zwölf- bis 25-Jährigen in der BRD.

Die Entwicklung, die sich schon bei der Raucherquote zeigte, findet ihre Entsprechung auch bei den Konsummengen. Rauchte in der Altersgruppe der zwölf- bis 15-Jährigen der überwiegende Teil weniger als eine bis fünf Zigaretten, rauchten im Durchschnitt fast 70 % der über 15-Jährigen täglich mehr als fünf Zigaretten. Unter den 20- bis 25-Jährigen befanden sich insge- samt mehr als 27 % starke Raucher, die 20 oder mehr Zigaretten pro Tag rau- chten. Bezogen auf das Geschlecht zeigte sich, dass männliche Raucher mehr rauchen, unter ihnen finden sich fast doppelt so viele starke Raucher (24 %) wie unter den Raucherinnen (13 %). Der Rauchbeginn lag seit 1993 bei den männlichen und weiblichen Jugendlichen etwa konstant bei 14 Jahren (BZgA, 2001, S. 34, 43).

Innerhalb eines Zeitraums von fast 20 Jahren (zwischen 1973 bis 2001) ist der Anteil der Raucher kontinuierlich gesunken, der Anteil der Nieraucher da- gegen gestiegen.6 Seit 1993 hat sich die Raucherquote aber nicht wesentlich verändert, sie liegt konstant um die 40 %. Die größte Veränderung im Zeitraum von 1993 bis 2001 konnte bei den zwölf- bis 17-Jährigen beobachtet werden, hier stieg die Raucherquote von 20 % 1993 auf 28 % 2001 an. Der Anteil der starken Raucher ist seit 1993 kontinuierlich gesunken (1993: 34 %, 1997: 28 %, 2001: 19 %).

Zwischen einem Gesundheitsbewusstsein und dem Drogenkonsum wird ein deutlicher Zusammenhang konstatiert. Je stärker das Gesundheitsbewusstsein, desto höher war der Anteil der Jugendlichen, die selten oder nie Alkohol, Ziga- retten oder illegale Drogen konsumiert haben (BZgA, 2001, S. 68). Etwas kri- tisch ist hierbei anzumerken, dass die Operationalisierung des „Gesundheitsbe- wusstseins“ nicht dokumentiert wurde, sodass eine Verifikation des Zusam- menhangs nicht möglich ist.7

In einer weiteren Veröffentlichung zur Drogenaffinitätsstudie 2001 geht die BZgA noch etwas näher auf bestimmte Fragestellungen zum Rauchverhalten ein. Hierbei wird unter anderem ein Zusammenhang zwischen dem eigenen und dem Rauchverhalten des Freundeskreises bestätigt. 67 % aller befragten Raucher. aber nur 27 % aller Nichtraucher gaben im Jahre 2001 an, dass die meisten bzw. alle ihre Freunde rauchten. 1997 war die Differenz zwischen Rauchern und Nichtrauchern sogar noch deutlicher, hier gaben Raucher im Ge- gensatz zu Nichtrauchern sogar über 50 % häufiger an, dass der überwiegende Teil ihrer Freunde raucht (BZgA, 2001, S. 18).

Auch der Zusammenhang zwischen „Ausbildungsstufe“ und Berufstätigkeit wurde bestätigt. Haupt- oder Realschüler rauchten häufiger als Gymnasiasten (insgesamt 6 % mehr). In der Sekundarstufe II rauchten Berufsschüler häufiger als Abiturienten (insgesamt 14 % mehr) und Erwerbstätige waren 17 % häu- figer Raucher als Studenten (BZgA, 2002, S. 19).

Zwei Fragen befassten sich auch mit der Akzeptanz des Rauchens und der sozialen Unterstützung des Nichtrauchens durch den Freundeskreis. Leider wurden nur die Ergebnisse der Nichtraucher vorgestellt, ohne einen Vergleich mit den Rauchern anzustellen. Die Angaben besagten lediglich, dass es die Freunde von Nichtrauchern überwiegend (93 % / 1997; 77 % / 2001) bedauern würden, wenn sie mit dem Rauchen beginnen würden (BZgA, 2002, S. 19).

Ein anderer Untersuchungsgegenstand waren die Gründe des Rauchens. Hierbei zeigte sich, die befragten Raucher waren überwiegend der Ansicht, dass das Rauchen „ansteckt“ und „beruhigt“. 42 % waren noch der Meinung, dass eine Zigarettenpause Wohlbefinden verschafft, ein Drittel, dass das Rau- chen schmeckt und ein Viertel der befragten Raucher fanden, dass es in schwierigen Situationen hilft. Dass Rauchen konzentrationsfördernd oder sogar sympathisch wirkt, empfanden nur weniger als 15 % (BZgA, 2002, S. 23).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BZgA, 2002, S.23.

Abb. 4: Gründe für das Rauchen.

Die Jugendlichen wurden auch nach der Einschätzung der gesundheitlichen Folgen des Rauchens gefragt. Insgesamt zeigte sich dabei, dass 29 % der Rau- cher (Nichtraucher: 20 %) meinten, „Rauchen macht schlank“ und 53 % (Nichtraucher 63 %) waren der Überzeugung gewesen, „Rauchen macht schlechte Haut“ (BZgA, 2002, S. 24).

Raucherregelungen in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Universität wurden sehr unterschiedlich „wahrgenommen“. 14 % der befragten Haupt- und Realschüler gaben an, dass das Rauchen in den Pausen erlaubt ist; bei Schülern der Sekundarstufe II (Abiturienten und Auszubildende) waren dies 90 %. Rauchverbote in Universitäten wurden nur von 20 % der befragten Stu- denten wahrgenommen. Am Arbeitsplatz zu rauchen war bei etwas mehr als der Hälfte der befragten Erwerbstätigen erlaubt (BZgA, 2002, S. 25-6).

Jeweils ein Drittel der Jugendlichen wollte das Rauchverhalten beenden, es reduzieren oder es beibehalten. Damit waren mehr als 60 % der Jugendlichen durchaus bereit, ihren Tabakkonsum positiv zu verändern. Auch bei dem Ver- such das Rauchen einzustellen zeigte sich, 34 % haben es schon mehrmals und 27 % haben es schon einmal probiert (ebd., S. 28-9).

1.5 Zigarettenkonsum bei Kindern – Kindheit 2001 – Das LBS-Kinderba- rometer

Die Studie „LBS-Kinderbarometer“ ist eine seit 1997 jährlich durchgeführte Studie. Die Stichprobe umfasste 2.031 Kinder, die in repräsentativ ausgewähl- ten Schulen in Nordrhein-Westfalen befragt wurden. Der überwiegende Teil der Kinder war im Alter zwischen neun und 14 Jahren, das Geschlechterver- hältnis verteilte sich zu jeweils einer Hälfte auf Mädchen und Jungen (Klöckner et al., 2002, S. 21-3).

Bei der Konzeption des Erhebungsinstrumentes wurde versucht die wichti- gen Lebensbereiche der Kinder zu erfassen (z. B. Familie, Schule, Freizeit, Freunde und Wohnumfeld). Ferner wurde auch der Einfluss von subjektiven Einstellungen und Empfindungen auf das Wohlbefinden der Kinder erhoben (ebd., S. 25).

Ein Teil der Befragung befasste sich auch mit dem Zigaretten- und Drogen- konsum. Hierbei wurde die Raucherprävalenz der aktuellen Drogenaffinitäts- studie mehr oder weniger bestätigt. Darüber hinaus wurde aber festgestellt, dass 60 % der befragten Kinder Alkohol, Tabak und Tabletten nicht als Drogen einstuften. Ferner konnte z. T. der Zusammenhang zwischen dem Rauchverhal- ten der Eltern und dem Zigarettenkonsum der Kinder bestätigt werden; so hat- ten Kinder, die zumindest „selten“ rauchten, häufiger Eltern, die auch rauchten (Benölken, 2002, S. 160-2).

1.6 Rauchverhalten bei Teenagern in Münster: Anstieg der Prävalenz und der Zusammenhang zur Werbung (1995-2000)

Die jüngste Veröffentlichung stellt eine Studie über Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren in Münster dar. An zwei unterschiedlichen Erhebungs- zeitpunkten, nämlich 1994/1995 und 1999/2000, wurden insgesamt 7962 reprä- sentativ ausgewählte Kinder zu ihrem Rauchverhalten befragt.8

Die Ergebnisse unterscheiden sich z. T. stark von denen der Drogenaffini- tätsstudie 2001 als auch vom LBS-Kinderbarometer 2001. Nach besagter Studie bezeichneten sich 2001 insgesamt 28 % der zwölf- bis 15-Jährigen als Raucher; dies waren insgesamt fast 10 % mehr, als die Drogenaffinitätsstudie 2001 angab. Auch der Anteil der Kinder in dieser Altersgruppe, die jemals geraucht haben, ist mit 56,2 % vermutlich als sehr viel höher einzuschätzen als die veröffentlichten Zahlen der BZgA, die bei den zwölf bis 25-Jährigen von einem Nieraucheranteil von 50 % sprach. Die geringen Unterschiede bei der Raucherprävalenz zwischen Jungen und Mädchen wurden hingegen bestätigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Maziak et al., 2003, S.173.

Abb. 5: Raucherprävalenz Jugendlicher Raucher in Münster.

Ferner zeigen die Ergebnisse auch, dass der Raucheranteil von 1994/1995 bis 1999/2000 um 7 % signifikant angestiegen ist. Auch hier waren die Rau- cheranteile zwischen Jungen und Mädchen in etwa gleich. Dennoch sind die Raucheranteile von Mädchen, die täglich rauchen, in dem besagten Zeitraum stärker angestiegen als bei Jungen.9 Es wurde aber auch festgestellt, dass beide Geschlechter in etwa gleich viel rauchten (Maziak et al., 2003, S. 173).10

Ein weiteres Ergebnis war der starke Zusammenhang zwischen dem „Rau- cherstatus“ und dem „Beliebtheitsgrad“ der Zigaretten- und Tabakwerbung. Die Jugendlichen wurden gefragt, ob die Werbung „gut gemacht“ sei. Die möglichen Antworten waren: ja oft, ja manchmal, niemals. Jugendliche, die die Werbung oft als gut gemacht empfanden, waren auch häufiger Raucher. Ferner konnte festgestellt werden, dass die meistgenanntesten Marken von jenen Fir- men stammten, die auch stark jugendorientiert geworben haben (Maziak et al., 2003, S. 174-5, s. a. Anhang, S. 70).

1.7 Diskussion der Studien

Auch wenn sich die hier angeführten Studien zum Teil besonders in Bezug auf die Raucherprävalenz bei Jugendlichen unterscheiden, zeigt sich doch, dass der Konsum von Zigaretten ein ernst zu nehmendes Problem darstellt. Ob die z. T. starken Unterschiede aus den verschiedenen Untersuchungszeitpunkten, Erhebungsverfahren (telefonische bzw. persönliche, freiwillige oder auskunfts- pflichtige Befragung), den unterschiedlichen Definitionen resultieren oder ob die Validität der Erhebungsinstrumente in Frage zu stellen ist, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Kritisch zu betrachten ist hierbei vor allem der Mikrozensus, der gerade bei den 15- bis 19-Jährigen von sehr viel geringeren Raucheranteilen ausgeht als alle anderen Studien. Weitere Unterschiede sind aber im Detail auch zwischen den anderen Studien festzustellen. Der Bundes- Gesundheitssurvey von 1999 spricht z. B. von einem Raucheranteil von 51 % bei Männern und Frauen zwischen 18 und 19 Jahren, die Drogenaffinitätsstudie ging von insgesamt 46 % aus. Die Abweichung von insgesamt 5 % ist für Stu- dien mit repräsentativem Anspruch und bei Stichprobenumfängen von über 3000 bzw. 7000 Personen als hoch einzuschätzen. Ein Problem von weitaus größerer Bedeutung stellt sich aber bei der Möglichkeit der Vergleichbarkeit, der Verifikation oder aber auch der Falsifikation der Ergebnisse ein; meist ge- ben die Veröffentlichungen weder genaue Auskunft über Messverfahren noch über die jeweiligen Messinstrumente. Die BZgA überprüfte z. B. den Zusam- menhang zwischen dem Gesundheitsbewusstsein und dem Drogenkonsum, un- klar bleibt aber, wie dieses Bewusstsein operationalisiert und deren Stärke er- fasst wurde.

Bemerkenswert ist ferner, dass in kaum einer Veröffentlichung die Ergebnis- se anderer Studien Erwähnung finden und sie scheinbar auch nicht zur Über- prüfung eigener Ergebnisse verwendet wurden. Lediglich Junge & Nagel (1999) versuchen die Daten zusammenzubringen, und stellen dabei fest, dass das Problem in der Vergleichbarkeit der verschiedenen Untersuchungen liegt.

Dennoch scheint der überwiegende Teil der Studien eine hohe Raucherprä- valenz von mehr als 40 % bei den über 15-Jährigen zu bestätigen. Ferner unter- scheiden sich junge Frauen in ihrem Rauchverhalten von jungen Männern nur noch in der Anzahl täglich konsumierter Zigaretten, nicht aber darin, ob sie sich als Raucherinnen bezeichnen oder nicht.

Obwohl es sich bei allen Befragungen um Querschnittsstudien handelt, las- sen die Berichte dennoch Tendenzen bei der Entwicklung des Konsums von Zigaretten bezüglich des Lebensalters erkennen. Nach einer Phase des Experi- mentierens im Alter von zwölf bis 15 Jahren nehmen sowohl der Anteil der Raucher als auch die Konsummengen stark zu ({BZgA 2001 86 /id}, S. 32). Im weiteren Lebensverlauf scheint sich dieses Verhalten bis etwa zur Lebensmitte zu verfestigen, um erst danach langsam zurückzugehen. Ferner wird damit ge- rechnet, dass mit einem frühzeitigen Beginn auch ein erhöhtes Risiko zu einem lebenslangen Konsum gegeben ist (Friedrich und Batra, 2001, S. 177).

Vor dem Hintergrund der letzten Drogenaffinitätsstudie wird davon gespro- chen, dass sich die Einflüsse des sozialen Umfelds auf das Rauchverhalten ver- stärkt haben:

- „Jugendliche Nichtraucher (besonders die jüngeren Altersgrup- pen) sind zunehmend dem Einfluss gleichaltriger Raucher in ihren Freundesgruppen ausgesetzt.
- Der Einstieg ins Rauchen wird von den Freunden stärker sozial unterstützt als in der Vergangenheit, vor allem bei den jüngsten Altersgruppen“

(BZgA, 2002, S. 33). Ferner wird konstatiert, dass diese Einflüsse eine Präven- tion erschweren, da in den „Peer-Groups“ Jugendlicher nicht mehr ein eindeu- tig negatives Bewusstsein gegenüber dem Rauchen vorherrscht. Hinzu kommt das Faktum, dass Jugendliche dem Rauchen eher positive Attribute zuschreiben (z. B. Genuss, Entspannung, Geschmack usw.). Als ein Potenzial für eine Prä- vention wird von der BZgA die „ambivalente Haltung“ gegenüber dem Rau- chen angeführt: Nichtraucher wollen auch zukünftig nicht rauchen; über die Hälfte der Raucher strebt in fünf Jahren an, Nichtraucher zu werden; viele Rau- cher möchten aufhören oder den Konsum reduzieren; über die Hälfte der Rau- cher hat schon einmal versucht aufzuhören. In diesen Haltungen sieht die BZgA Möglichkeiten für den frühen Einsatz von präventiven Maßnahmen („Förderung des Nichtrauchens“). Eine weitere wirkungsvolle Einflussnahme wird in der Förderung des Gesundheitsbewusstseins sowie einer an den Risiko- gruppen ausgerichteten „Präventionsstrategie“ gesehen (BZgA, 2002, S. 32- 3).

2 Konsequenzen des Rauchens

2.1 Mortalität und Morbidität durch den Tabakkonsum

Die Verbreitung des Rauchens in Deutschland hat gezeigt, dass der Konsum von Tabak nicht nur unter Jugendlichen ein weit verbreitetes Phänomen ist. Wie sind aber nun die Gefahren, die von diesem Verhalten ausgehen, einzu- schätzen? Zum ersten Punkt gibt die World Health Oranization (nachfolgend WHO) an, dass mehr als 110.000 Menschen jährlich in der BRD an den Folgen des Tabakkonsums sterben (vgl. World Health Organization, 2002). Für die Europäische Union ist jährlich mit einer halben Million Tabaktoten (0,4 Millio- nen Männer und 0,1 Millionen Frauen) zu rechnen (Kommission der Eu- ropäischen Gemeinschaften, 2001, S. 9-10). Im Schnitt verliert ein Raucher ge- genüber einem Nichtraucher etwa acht Jahre seiner Lebenszeit (Friedrich und Batra, 2001, S. 177).

Krankheiten, die mit dem Konsum von Tabak in starkem Zusammenhang gebracht werden, sind vor allem unterschiedliche Karzinome, wie Lungen-, Kehlkopf- und Mundbodenkarzinom. Die Wahrscheinlichkeit an einem Ma- genkarzinom oder an Leukämie zu erkranken oder auch einen Herzinfarkt zu erleiden ist bei Rauchern erhöht. Ferner ist auch das Lungenkrebsrisiko von Passivrauchern eindeutig erhöht; Kinder, in deren Gegenwart häufig geraucht wird, leiden häufiger an Atemwegserkrankungen (Friedrich und Batra, 2001, S. 178-79 & Anhang, S. 70). Auf eine ausführliche Beschreibung wird hier verzichtet und auf die einschlägige Literatur verwiesen. Eine Recherche zu diesem Thema in der medizinischen Datenbank PubMed zeigt wie umfangreich die Folgen und Wirkungen des Tabakkonsums erforscht sind.11

2.2 Psychische Störungen durch den Tabakkonsum

Für die Diagnose psychiatrischer und klinisch-psychologischer Störungen konnte mit der Einführung der beiden Klassifikationssysteme, International Classification of Diseases (= ICD-10; deutsche Version: DIMDI, 2003) sowie die Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (= DSM-IV; deutsche Version: Saß et al., 1996), sowohl die Reliabilität als auch die Validi- tät psychischer Störungen emendiert werden. Hier finden sich auch die Klassi- fikationen von Störungen durch psychotrope Substanzen, zu denen auch der Konsum von Tabak gehört (Demmel, 2000, S. 3-14).

Im europäischen Raum findet meist die ICD-Klassifikation ihre Anwendung. In Deutschland wird sie seit dem 1.1.1998 bei der Todesursachenstatistik und seit Januar 2000 für die Diagnosen in der stationären und ambulanten Versor- gung im Rahmen des SGB-V verschlüsselt12 eingesetzt (Demmel, 2000, DIMDI, 2003 & Anhang, S. 71).13

Die Nebenwirkungen des Tabaks, die hierbei meist durch das Nikotin verur- sacht werden, sind:

- die Wirkung auf das seelische Befinden, die sowohl eine psychische als auch eine physische Abhängigkeit verursachen kann,
- geringere Dosen von Nikotin wirken stimulierend, anregend und kon- zentrationsfördernd, höhere Dosen wirken eher hemmend und ent- spannend,
- Gewichtsreduktion durch Beschleunigung des Stoffwechsels und he- rabgesetztes Hungergefühl (Kröger et al., 2000, S. 11-14).

In der ICD-10-GM 200414 finden sich Störungen, die durch den Gebrauch psychoaktiver Substanzen auftreten können, in den Kategorien F1x.00 bis F1x07. Laut des ICD-Thesaurus gehören die folgenden Störungen zu jenen, die im Zusammenhang mit dem Rauchen stehen:

F17.0: Akute Intoxikation durch Tabak / Intoxikation durch Tabak bei Ab- hängigkeit:

Hierunter werden Störungen des Bewusstseins, kognitiver Funktionen, der Wahrnehmung, des Affekts und des Verhaltens verstanden.

F17.1: Schädlicher Gebrauch von Tabak / Exzessives Rauchen / Tabakmiss- brauch usw.:

Unter schädlichem Gebrauch wird weniger das eigentliche Verhalten verstanden, sondern vielmehr, dass der schädliche Gebrauch zu nachweisbaren Gesundheitsschädigungen führt.

F17.2: Tabak-Abhängigkeitssyndrom / Abhängigkeit von Nikotin:

Für die Diagnose einer Tabakabhängigkeit hat sich sowohl für die DSM-IV als auch für die ICD-10 der Fagerström Test for Nicotine Dependence (FTND) durchgesetzt, der den Schweregrad der Abhängigkeit auf Grundlage von sechs Fragen erfasst. Nach der ICD-Klassifikation ist von einer Abhängigkeit auszu- gehen, wenn von insgesamt sechs Kriterien drei erfüllt sind:

1. Ein starker bzw. zwanghafter Wunsch, Tabak zu konsumieren.
2. Verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf Beginn, Beendigung und Menge des Tabakkonsums.
3. Toleranzbildung: Um gleiche Wirkungen zu erzielen, sind immer höhere Dosen erforderlich.
4. Das Auftreten von Entzugserscheinungen.
5. Vernachlässigung anderer Vergnügungen und Interessen zugunsten des Tabakkonsums.
6. Tabakkonsum trotz des Wissens der schädlichen Folgen.

Weitere Indikatoren sind die Anzahl der konsumierten Zigaretten, die Ziga- rettenmarke sowie die Art und Weise der Inhalation (Inhalationstiefe).

F17.3: Entzugssyndrom nach Gebrauch von Tabak / Nikotinentzugssyndrom / Nikotinentwöhnung / Raucherentwöhnung / Tabakentzugssyndrom:

Hierunter fällt eine ganze Gruppe von Symptomen, die meist durch den Ent- zug einer längerfristig konsumierten psychoaktiven Substanz auftreten können. Für den Entzug von Tabak können Symptome wie Angstzustände, Schlaflosig- keit, Reizbarkeit, depressive Verstimmung, erniedrigter Blutdruck, Herzklop- fen, Müdigkeit, Verdauungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Ge- wichtszunahme durch erhöhten Appetit, Hungergefühl, Frustration genannt werden.

F17.4: Psychotische Störungen: Diese Kategorie bezieht sich auf eine Grup- pe von psychotischen Störungen, die während des Konsums psychoaktiver Substanzen in Erscheinung treten können, hierbei aber nicht durch eine akute Intoxikation erklärt werden können.

(DIMDI, 2003; Kröger et al., 2000, S. 12-6; Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (Hrsg.), 2001, S. 6 & Friedrich und Batra, 2001, S. 172- 7).

Neben vielen weiteren gesundheitsschädlichen Einflüssen, deren genauere Beschreibung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, ist ursächlich im Falle des Tabakkonsums nicht der einmalige, sondern der regelmäßig und über längere Zeit konsumierte Tabakkonsum für die schweren Gesundheitsschäden verantwortlich zu machen.

3 Gesellschaftspolitische Einflussnahme

Sieht man die von der Bundesregierung regelmäßig veröffentlichten Sucht- berichte ein, so könnte der Eindruck entstehen, in Deutschland wird der „Miss- brauch“ von Drogen (psychoaktiver Substanzen) sehr ernst genommen und es wird in unterschiedlicher Weise versucht darauf Einfluss zu nehmen. Anderer- seits wird dieser Eindruck etwas geschmälert, wenn man sich die Haltung der Bundesregierung gegenüber „globalen“ Regelungen zum Beispiel bei dem Ver- bot der Tabakwerbung ansieht. Deutschland gehört mit Luxemburg, Schweden, Spanien, Griechenland und Österreich zu jenen Staaten, die nur „teilweise“ Beschränkungen für die Tabakwerbung haben.15 In Deutschland gilt ein unein- geschränktes Werbeverbot für Tabakwaren nur für das Fernsehen und den Hör- funk, für alle anderen Medien gelten inhaltliche Beschränkungen (Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2001, S. 4).16 Deutschland macht als einzi- ger EU-Mitgliedstaat immer noch Vorbehalte gegenüber dem ersten Abkom- men zur Tabakkontrolle (Framework Convention on Tobacco Control, FCTC) geltend. Auch wenn Deutschland prinzipiell eine Verbotsregelung unterstützen würde, ließe die Verfassung aber ein umfassendes Tabakverbot nicht zu (Fleck, 2003). Auch auf europäischer Ebene lehnen Deutschland und Großbritannien wegen rechtlicher Bedenken ein Tabakwerbeverbot ab. Das vom Ministerrat der Europäischen Union (EU) am 2. Dezember 2002 beschlossene und bis Juli 2005 umzusetzende Verbot von Tabakwerbung ist nach den offiziellen Mittei- lungen der Bundesregierung ein „Eingriff in die nationale Gesetzgebungszu- ständigkeit“ (Die Bundesregierung, 2003).

Weshalb sich die Bundesregierung nicht für ein eindeutiges Tabakwerbever- bot oder die Reduzierung von Subventionen des Tabakanbaus ausspricht, kann hier nicht beantwortet werden. Mit Sicherheit sind nicht nur verfassungsrecht- liche Hindernisse dafür verantwortlich zu machen, vielmehr sind auch wirt- schaftliche Aspekte zu berücksichtigen (Haustein, 2001, S. 417).

Der längerfristige Einfluss auf die Raucherprävalenz, besonders bei Jugend- lichen, wird als relativ hoch eingeschätzt, Haustein spricht von deutlichen Re- duzierungen in Staaten mit Werbeverboten (Haustein, 2001, S. 409 & Maziak et al., 2003).17

Um den Tabakkonsum zu reduzieren, formuliert die Bundesregierung Ziele (aktueller Suchtbericht 2003), wie die Entwicklung eines „Anti-Tabak-Pro- gramms“ und den Ausbau von Präventionsbemühungen, die im „Aktionsplan Drogen und Sucht“ konkretisiert wurden (Die Drogenbeauftragte der Bundes- regierung, 2003b, S. 47). Hierzu gehören als allgemeine Ziele:

1. Den Beginn des Konsums zu verhindern oder hinauszuzögern.
2. Riskante Konsummuster frühzeitig zu erkennen und zu reduzieren.
3. Das Überleben zu sichern.
4. Eine Abhängigkeit mit allen nach aktuellem Stand der Wissen- schaft zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu behandeln.
5. Die Verfügbarkeit illegaler Suchtmittel einzudämmen.

(Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2003a, S. 11).

Bei der Entwicklung von Maßnahmen oder besser gesagt von Programmen bezieht sich die Bundesregierung vorwiegend auf die Erkenntnisse der BZgA und deren Veröffentlichungen.18 Ferner werden eine ganze Reihe von Teilzie- len, wie z. B. die Förderung des Gesundheitsbewusstseins usw., genannt, deren Umsetzung und Erfolge noch abzuwarten sind. Rückblickend auf das Jahr 2002/2003 stellt die Bundesregierung insgesamt acht Modellprojekte vor, die sich mit dem Problem der Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen be- schäftigt haben, wobei sich letztendlich nur ein Projekt explizit mit dem Rau- chen auseinander setzte. Zu nennen ist hier: der Nichtraucherwettbewerb „Be Smart – Don’t Start“. Der Wettbewerb ist europaweit angelegt mit dem Ziel den Einstieg in das Rauchen zu verzögern und eine Auseinandersetzung mit der Problematik zu fördern. Der Wettbewerb richtet sich an die 6. bis 8. Klas- senstufe, also an ca. 11- bis 14-jährige Jugendliche, die sich entscheiden ein Jahr lang nicht zu rauchen. Das Thema Nichtrauchen wird einmal wöchentlich im Unterricht besprochen (Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2003b, S. 22-9). Alle weiteren Projekte werden hier nur namentlich genannt und für eine genaue Beschreibung wird auf den Suchtbericht 2003 verwiesen. Kennzeichnend für den überwiegenden Teil der Projekte ist jedoch, dass sie nur beispielhaft und nicht flächendeckend angewendet wurden.

Projekte zur Drogenprävention:

- Alkoholprävention bei Jugendreisen „Bist du stärker als Alkohol?“
- Event „Apfelsaftkampagne“
- Modellprojekt „Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumen- ten“
- Kampagne „Kinder stark machen“
- Prävention Prävention online „www.drugcom.de“
- Jugendinitiative der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) (Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2003b, S. 22-9).

Eine andere Maßnahme zur Eindämmung des Tabakkonsums stellt die Ta- baksteuererhöhung vom 1. Januar 2003 von einem Cent pro Zigarette dar. Der Zusammenhang zwischen dem Preis und dem Konsum von Zigaretten zeigte sich schon bei der Tabaksteuererhöhung 1981 (vgl. S. 5). Die Wirkung dieser Maßnahme wurde vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung un- tersucht.

Die Auswirkungen werden wie folgt zusammengefasst:

„Die relativ geringe Preiserhöhung führte bei den Rauchern zu ei- ner durchaus beachtlichen kognitiven Auseinandersetzung mit dem Rauchverhalten und der Bildung von Verhaltensintentionen zur Modifikation des Rauchens. Diese Intentionen wurden jedoch nur teilweise in konkretes Verhalten umgesetzt. Eine merkliche Verän- derung in der Konsummenge konnte nur für die Subgruppe der jüngeren Raucher nachgewiesen werden.“

(Hanewinkel und Isensee, 2003, S. 3)

Da es sich bei der Studie um eine Meinungsumfrage handelt, sind die end- gültigen Auswirkungen auf das Kaufverhalten noch abzuwarten.

4 Erklärungen des Rauchverhaltens

Wie die oben schon beschriebenen Studien gezeigt haben, steigen sowohl die Raucherprävalenz als auch die konsumierten Zigarettenmengen bei Jugendli- chen bis zur Adoleszenz stetig an. Dieses Verhalten wird dann scheinbar auch bis in etwa zur Lebensmitte beibehalten und nimmt hier erst allmählich ab. Verantwortlich für diese Entwicklung sind oft mehrere Einflüsse. Einerseits sind es biologische Faktoren, die bei einem dauerhaften Konsumverhalten ver- stärkt zur Geltung kommen, und andererseits sind es aber auch gleichzeitig psychologische Bedingungen, die sowohl bei der Entstehung des Verhaltens als auch bei der Verfestigung eine Rolle spielen. Eine andere Möglichkeit des Ein- flusses auf das Verhalten sind gesamtgesellschaftliche und auch politische Fak- toren, wie z. B. die Erwünschtheit eines Verhaltens z. B. aus volkswirtschaftli- chen Gründen.

Die biologischen oder besser gesagt physiologischen Bedingungen des Rau- chens sind weitestgehend erforscht und werden in der Literatur vielerorts be- sprochen und es kann hier nur sehr kurz darauf eingegangen werden.

Etwas weniger ergiebig ist die Suche nach detaillierten Angaben bezüglich des psychischen und psychosozialen Moments des Rauchverhaltens. Obwohl es nicht an Theorien und Modellen zur Erklärung mangelt, ist dennoch frag- lich, inwieweit die daraus resultierenden Ergebnisse von einer Population bzw. sozialen Gruppe auf eine andere übertragbar sind.

Für präventive Maßnahmen scheint aber eine genauere Kenntnis der psy- chischen und psychosozialen Wirkfaktoren von entscheidender Bedeutung, zu- mal es einige Hinwiese gibt (s. o.), dass gerade diese Faktoren eine hohe und zunehmende Bedeutung für den Beginn des Rauchverhaltens haben.

[...]


1 Angaben für die über 15-Jährigen.

2 Raucher im Westen.

3 Filterzigaretten und Selbstgedrehte.

4 Der Raucheranteil betrug 1990: 39,5 % bei Männern und 26,7 % bei Frauen; die Anzahl der konsumierten Zigaretten betrug: 18,4 bei Männern und 14,7 bei Frauen.

5 Der Anteil der rauchenden Jugendlichen stieg von 17 % bei den 18- bis 20-Jährigen auf 28 % bei den 25-bis 29-Jährigen.

6 2001 waren insgesamt 50 % der 12- bis 25-Jährigen Nieraucher (BZgA, 2001, S. 38).

7 Aus der Veröffentlichung geht lediglich hervor, dass das Gesundheitsbewusstsein sehr stark, stark, mittelmäßig oder wenig ausgeprägt war.

8 1994/1995: N=3934 und 1999/2000: N=4028.

9 Bei Mädchen stieg der Anteil von 9,1 % auf 14,7% (dies entspricht einem Anstieg von 62 %) und bei Jungen von 10,9 % auf 13,6 % (dies entspricht einem Anstieg von nur 20 %).

10 Weniger sowie einschließlich zehn Zigaretten rauchten 1999/2000 insgesamt 9,5 % und mehr als 10 Zigaretten rauchten 4,7 %.

11 PubMed ist ein Angebot der National Library of Medicine und umfaßt über 14 Millionen Einträge zu biomedizinischen Artikeln und ist unter (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/) kostenlos nutzbar.

12 Nach § 295 SGB sind die Diagnosen zu verschlüsseln. Sie sind nach dem vierstelligen Schlüssel der Internationalen Klassifikation der Krankheiten in der jeweiligen vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information herausgegebenen Fassung zu verschlüsseln. Es handelt sich um den sogenannten ICD-Schlüssel, der derzeit in seiner 9. Revisionsfassung benutzt wird. Bei zahnärztlicher Behandlung sind anstelle der Diagnosen die Befunde anzugeben.

13 Unterschiede zwischen den beiden Klassifikationen in Bezug auf das Rauchen sind vor al- lem bei der Definition der Tabakabhängigkeit festzustellen. Die DSM-IV geht von einer Ni- kotinabhängigkeit, die ICD-10 von einer Tabakabhängigkeit aus.

14 GM steht für German Modification.

15 Staaten mit einem uneingeschränkten (vollständigen) Werbeverbot sind: Frankreich, Italien, Portugal und Finnland.

16 „Es darf sich nicht um Angaben oder Darstellungen handeln, durch die der Eindruck er- weckt wird, der Genuss von Tabakerzeugnissen sei gesundheitlich unbedenklich; die Wer- bung darf sich nicht an Jugendliche richten; sie darf das Rauchen nicht als nachahmenswert erscheinen lassen, und sie darf Tabakerzeugnisse nicht als natürlich darstellen. Verboten ist auch die Werbung für Tabakerzeugnisse in einer Form, die irreführend oder täuschend ist“ (Kommission der Europäischen Gemeinschaften, 2001, S. 4).

17 Haustein bezieht sich hier auf folgende Veröffentlichungen: Junge, B.: Tabak – Zahlen und Fakten zum Konsum. In: Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (hrsg.), Jahrbuch Sucht `98, Geesthacht: Neuland 1997 und Stewart, MJ: The effect of adversting bans on tobacco consumption in OECD countries. Int J Adversting 1993; 12: 155-180.

18 In regelmäßigen Abständen veröffentlicht die BZgA in der Reihe „Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung“ Empfehlungen zu unterschiedlichen Gesundheitsrelevanten The- men.

Details

Seiten
118
Jahr
2003
ISBN (Buch)
9783640375059
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v131622
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Rauchverhalten Jugendlichen Erwachsenen Eine Studie Krankenpflegeschüler

Teilen

Zurück

Titel: Rauchverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen