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Schulabsentismus - Phänomenbeschreibung und Reaktionsmöglichkeiten

Diplomarbeit 2005 134 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Annäherung an eine schwierige Begriffsbestimmung

3 Zum Umgang mit Schulabsentismus aus geschichtlicher und rechtlicher Perspektive
3.1 Schulpflicht aus geschichtlicher Perspektive
3.2 Die gesetzliche Grundlage in Niedersachsen
3.3 Maßnahmen zur Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht und Konsequenzen von Schulpflichtverletzungen
3.3.1 Schulausschluss als eine disziplinarische Maßnahme

4 Begriffserklärungen
4.1 Schulschwänzen
4.2 Schulverweigerung
4.3 Zurückhalten

5 Zum aktuellen Ausmaß von Schulabsentismus
5.1 Erhebungsmethoden zum Ausmaß von Schulabsentismus
5.1.1 Befragungen von Schülern
5.1.2 Auswertung schulinterner Daten/ Befragung von Lehrern
5.1.3 Befragung von außerschulischen Experten
5.1.4 Befragungen von Schulverweigerern in außerschulischen Projekten
5.2 Messprobleme

6 Bedingungsfaktoren für die Entstehung von Schulabsentismus
6.1 Individuelle Bedingungsfaktoren
6.1.1 Alter
6.1.2 Geschlecht
6.1.3 Intelligenz
6.1.4 Angst
6.1.5 Selbstkonzept
6.1.6 Soziales Milieu
6.2 Schulische Bedingungsfaktoren
6.2.1 Schulform
6.2.2 Schulqualität und Schulklima
6.2.3 Lehrerverhalten
6.2.4 Bewertung von Schulversäumnissen
6.2.5 Soziale Kontakte und Beziehungen

7 Schulabsentismus und Delinquenz
7.1 Definitionen von abweichendem Verhalten und Delinquenz
7.2 Theoretische Erklärungsansätze zum Zusammenhang von Schulabsentismus und Delinquenz
7.2.1 Soziale Kontrolltheorie
7.2.2 Anomietheorie
7.2.3 Subkulturtheorie
7.3 Empirische Ergebnisse

8 Handlungsstrategien gegen Schulabsentismus
8.1 Kooperationen zwischen Schule und Jugendhilfe
8.1.1 Schule und Jugendhilfe
8.1.2 Rechtsgrundlagen für eine Kooperation von Jugendhilfe mit Schule
8.1.3 Schwierigkeiten und Notwendigkeiten einer Kooperation
8.1.4 Schulsozialarbeit
8.2 Präventive Handlungsstrategien
8.2.1 Präventive Handlungsstrategien von Schulsozialarbeit an Schulen
8.2.2 Beispiel: Friedensschule Lüdenscheid
8.3 Interventive Handlungsstrategien
8.3.1 Therapeutische Möglichkeiten
8.3.2 Schulische Interventionsmöglichkeiten bei Schulabsentismus
8.3.3 Beispiel: „Mit Aktion aus der Passivität“ in Kirchheimbolanden, Kaiserslautern und Trier
8.4 Rehabilitative Handlungsstrategien
8.4.1 Beispiel: Lernangebote für Schulabsentisten in Heiligenstadt
8.5 DJI- Projekt „Netzwerk Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung“

9 Fazit

Anhang 1: Tabelle außerschulischer Projekte

Literaturverzeichnis
Zeitschriften
Lexika/ Handbücher
Internetquellen

1 Einleitung

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es etwa 10 Millionen schulpflichtige Kinder, die täglich die allgemeinbildenden Schulen besuchen und ihrer Schulpflicht nachkommen. Der Schule kommt damit als größte soziale Institution unserer Gesellschaft eine besondere Rolle zu, denn sie nimmt neben den Eltern auch in der Erziehung der Kinder und Jugendlichen einen bedeutenden Platz ein. Neben den regelmäßigen Schulbesuchern scheinen diejenigen, die der Schule stunden-, tage- oder wochenweise fernbleiben, kaum ins Gewicht zu fallen. Dennoch wird Schulabsentismus seit etwa Mitte der 90er Jahre als gesellschaftliches Problem mit steigender Brisanz erkannt und benannt. So strahlte jüngst der Fernsehsender ZDF eine 6-teilige Dokumentation mit dem Titel „SOS-Schule“ aus, die sich u.a. mit der Ausprägung von Schulabsentismus an einer Berliner Schule beschäftigte.

Der unregelmäßige Schulbesuch von Kindern und Jugendlichen stellt in Deutschland längst keine Ausnahmeerscheinung mehr dar und nicht zuletzt die Fachexperten sind sich einig, dass die Problematik in der Vergangenheit stark zugenommen hat. Aus diesen Gründen ist Schulabsentismus in den vergangenen Jahren immer mehr in den Blick von Medien, Politik und Wissenschaft geraten und Meldungen von Jugendlichen, die ohne den Erwerb des Hauptschulabschlusses die Schule nach Schulpflichterfüllung verlassen, trägt Verunsicherung in die Bevölkerung.[1] Die kontinuierliche Abwesenheit von der Schule und die damit oftmals einhergehende fehlende schulische Qualifizierung können schwere Folgen nach sich ziehen und sich negativ auf die berufliche Zukunft des Individuums und seine Eingliederung in die Gesellschaft auswirken. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass Schulpflichtverletzungen schon seit der Einführung der Schulpflicht in der Weimarer Republik 1919 auftreten, wiegen die Folgen gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit besonders schwer, denn ein qualifizierter Schulabschluss ist von enormer Wichtigkeit für die berufliche Zukunft der heutigen Jugend.[2] Schulabsentismus kann angesichts seiner Auswirkung auf den Bildungsverlauf und die soziale und berufliche Integration von Kindern und Jugendlichen als gesamtgesellschaftliche Herausforderung bezeichnet werden.

Aufgrund dieser weit reichenden Auswirkungen, die das unerlaubte Fernbleiben von der Schule für die Kinder und Jugendlichen nach sich ziehen kann, dürfen sich m.E. nach sowohl Lehrkräfte als auch Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter diesem Thema nicht entziehen. Neben Lehrern sind auch viele Sozialpädagogen am Lehr- und Lernprozess von Kindern und Jugendlichen beteiligt und es ist nicht nur sinnvoll, sondern zu erwarten, dass Fachkräfte beider Berufsgruppen sich mit der Thematik detailliert auseinandersetzen und sich auf diesem Weg theoretisches Wissen über die Formen, den Umfang, Entstehungsbedingungen und Reaktionsmöglichkeiten aneignen.

Was genau aber verstehen die Experten unter dem umgangssprachlich als Schulschwänzen bezeichneten Phänomen? Worin unterscheiden sich die Formen von Schulabsentismus und was lässt sich zum Umfang von Schulpflichtverletzungen in Deutschland sagen? Besteht ein Zusammenhang zwischen Schulabsentismus und Delinquenz? Mit welchen Strategien begegnen Schule und Jugendhilfe der Problematik? All diese Fragen haben sich mir in meiner Recherche über dieses Themenfeld gestellt und zur Zielsetzung der Arbeit „Schulabsentismus – Phänomenbeschreibung und Reaktionsmöglichkeiten“ beigetragen: Ziel ist die fundierte Zusammenstellung der aktuellen Forschungslage, die anhand einer umfangreichen Literaturanalyse versucht, der Komplexität des Themas gerecht zu werden und möglichst effektive Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Kapitel 2 befasst sich mit der terminologischen Bezeichnung des Phänomens der Schulpflichtverletzungen. Dabei werden die verschiedenen in der Literatur verwendeten Bezeichnungen für ein und dieselbe Problematik nach Autoren geordnet vorgestellt, um sich auf diesem Weg einer durchaus schwierigen Begriffsbestimmung anzunähern. Am Ende dieses Kapitels werde ich mich auf einen Oberbegriff festlegen, der innerhalb der gesamten Arbeit Gültigkeit besitzt.

In Kapitel 3 geht es um den Umgang mit Schulabsentismus aus geschichtlicher und rechtlicher Perspektive. Dazu wird die geschichtliche Entwicklung der Schulpflicht vorgestellt und darauf eingegangen, welche Reaktionsmöglichkeiten es in der Vergangenheit auf Schulpflichtverletzungen gab. Die gesetzliche Grundlage in Niedersachsen wird dargestellt, um als Abschluss des Kapitels deutlich zu machen, was das für die Praxis bedeutet bzw. welche Maßnahmen zur Umsetzung der allgemeinen Schulpflicht Anwendung finden.

Kapitel 4 führt die in Kapitel 2 dargestellten Klassifikationsmöglichkeiten innerhalb der Thematik noch weiter aus und stellt die drei für mich bedeutungsvollsten Bezeichnungen detailliert in ihrer Bedeutung und Abgrenzung zueinander vor.

Kapitel 5 befasst sich mit dem Ausmaß von Schulabsentismus. Diesbezüglich werden vereinzelt Studien und Schätzungen vorgestellt, das Hauptaugenmerk des Kapitels liegt jedoch auf der Darstellung von Möglichkeiten zur Ermittlung von aussagekräftigen Daten und Messproblemen, die sich in der Umsetzung dessen ergeben.

In Kapitel 6 werden die möglichen Bedingungsfaktoren von Schulabsentismus dargestellt und anhand der empirischen Datenlage auf ihre Zusammenhänge mit der Entstehung von Schulabsentismus diskutiert. Unterschieden werden individuelle und schulische Bedingungsfaktoren.

Kapitel 7 versucht der seit Jahren in der Fachwelt diskutierten Frage nachzugehen, ob zwischen Schulabsentismus und Delinquenz ein Zusammenhang besteht. Dabei werden sowohl drei Theorien zur Entstehung von abweichendem Verhalten mit Schulabsentismus in Bezug gesetzt als auch die empirische Datenlage erläutert.

Das abschließende Kapitel 8 hat die verschiedenen Handlungsstrategien der Schule und Jugendhilfe gegenüber dem Thema des Schulabsentismus zum Gegenstand. Es wird eingegangen auf die Notwendigkeiten, aber auch die Schwierigkeiten von Kooperationen zwischen Schule und Jugendhilfe, um daran anschließend präventive, interventive und rehabilitative Handlungsstrategien vorzustellen und mit Beispielen zu verdeutlichen.

Das Kapitel 9 stellt noch einmal zusammenfassend die wichtigsten Erkenntnisse dieser Literaturanalyse dar und bietet einen Ausblick auf den zukünftigen Umgang mit Schulabsentismus.

Aufgrund der meiner Ansicht nach besseren Lesbarkeit der vorliegenden Arbeit verzichte ich auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung von Personengruppen. Mit der verwendeten männlichen Schreibweise ist selbstverständlich immer auch das weibliche Geschlecht mit eingeschlossen.

2 Annäherung an eine schwierige Begriffsbestimmung

Es gibt Schüler, die jeweils in den Unterrichtsstunden eines bestimmten Lehrers fehlen oder die verschiedene Fächer meiden. Andere Schüler sind bereits seit einem Jahr gar nicht mehr in der Schule präsent. Wieder andere sind zwar körperlich anwesend, arbeiten jedoch nicht aktiv am Unterricht mit. Während ein Teil derer sich unauffällig und zurückgezogen verhält, behindern andere den Unterricht massiv und stören durch Aggressionen gegenüber Lehrern oder anderen Schülern. Eine weitere Gruppe bleibt der Schule mit Entschuldigungen der Eltern oder Krankschreibungen fern, obwohl keine medizinische Indikation dafür vorliegt. So vielfältig, wie sich das Schwänzen im Hinblick auf Ausmaß und Art in der Praxis darstellt, so breit gefächert sind auch die Versuche, dies begrifflich zu fassen. Man kann derzeit nicht feststellen, dass eine konsensfähige Begriffsverwendung für den Themenkomplex des Schulschwänzens benutzt wird. Sowohl in der Praxis als auch in den Medien und der fachlichen Literatur finden sich ganz unterschiedliche begriffliche Verwendungen, die sich alle mit dem Feld des Schuleschwänzens oder mit abgegrenzten Teilbereichen dessen beschäftigen.

Schulschwänzen, Schulabwesenheit, Schulverdrossenheit, Schulverweigerung, Schulphobie, Schulbummelei, unregelmäßiger Schulbesuch und schulaversives Verhalten sind Termini, die sich besonders häufig finden lassen.[3]

Durch die verschiedene Nutzung ein und derselben Begriffe für unterschiedliche Sachverhalte fallen ein Vergleich und die Systematisierung der empirischen Untersuchungen schwer.

Als einer der bedeutendsten Autoren der Thematik geht Ricking (2003) davon aus, dass Schulabsentismus den Oberbegriff darstellt, der „das dauerhafte und wiederkehrende Versäumnis des Unterrichts von Schülern ohne ausreichende Begründung“[4] bezeichnet.

Nach Thimm und Neukäter (2004) liegt Schulabsentismus dann vor, „wenn eine Schülerin bzw. ein Schüler aus einem gesetzlich nicht vorgesehenen Grund der Schule fernbleibt, unabhängig davon, ob er/ sie dies mit Wissen oder Einverständnis der Eltern tut, und auch unabhängig davon, ob dieses Fernbleiben durch eine „Entschuldigung“ legitimiert wird. Ein solches Schule meidendes Verhalten kann sich vom Fehlen einzelner Stunden und Tage bis hin zu einer längeren Abwesenheit und der totalen Abkopplung erstrecken.“[5] Schulabsentismus wird hier als Ausdruck und Folge ganz unterschiedlicher Problemlagen eines Schülers gesehen, der sowohl von sich selbst als auch seinem Umfeld beeinflusst wird. Aus diesem Grund teilt Ricking das Fernbleiben von der Schule in „drei klassifikatorische Einheiten, (…): das Schulschwänzen, die Schulverweigerung und das Zurückhalten“[6] . Schulschwänzen stellt nach seiner Definition eine Initiative des Schülers dar, die sich durch eine in der neu gewonnenen Zeit angenehmere Beschäftigung als den Schulbesuch charakterisiert. Im Fall von Schulverweigerung liegen emotionale Störungen beim Schüler vor, deren Ursachen in massiven schulischen Ängsten zu suchen sind (etwa die Angst, zu versagen oder die Angst vor Lehrern und/ oder Schülern). Dieser Schüler sieht sich zu keiner anderen Bewältigungsstrategie im Stande, als den Schulbesuch zu verweigern. Als dritte klassifikatorische Einheit wird ein Zurückhalten gesehen, welches nicht vom Schüler selbst, sondern von Erziehungsberechtigten oder von anderen Autoritätspersonen ausgeht. Der Schüler wird (nicht selten mit seinem Einverständnis) vom Schulbesuch zurückgehalten und hält sich zumeist im heimischen Umfeld auf.

Müller (1991) entwickelt in ihrer Dissertation „Schulschwänzen als Problemlösungsstrategie“[7] eine etwas andere Herangehensweise an die Thematik des von der Schule Fernbleibens. Sie unterteilt Schulschwänzen, Schulverweigerung und Schulphobie. Schulschwänzen findet in der Regel außerhäuslich und ohne das Wissen der Eltern statt. Es ist demzufolge häufig mit Unwahrheiten gegenüber den Eltern und Lehrern verbunden. Hauptbeweggrund ist das Ziel, unangenehmen Erlebnissen in der Schule durch das Fernbleiben auszuweichen. Unter Schulverweigerung wird währenddessen die offene Form der Abwesenheit verstanden, die für Lehrer und Eltern nach außen hin sichtbar ist. Die Autoritätspersonen heißen das Fernbleiben von der Schule zwar nicht gut, wissen jedoch in der Regel von den schulischen Fehlzeiten. Die Schulphobie wird „als klinische Sonderform der Schulverweigerung eingestuft (…), die im Grunde einer psychiatrischen Behandlung bedarf.“[8]

Thimm (2000) schlägt den Begriff Schulverweigerung als Oberbegriff vor und nutzt zur Unterteilung des heterogenen Begriffsfeldes die pragmatische Variante, eine in Abhängigkeit zu den Fehlzeiten stehende Unterteilung vorzunehmen.[9] Er betont dadurch die mögliche Entwicklung eines Schulabsentisten, die von einem gelegentlichen Fernbleiben von der Schule bis hin zur totalen Verweigerung im Sinne eines Schulausstiegs fortlaufen kann. Hierfür unterscheidet er vier Stufen: Schulverdrossenheit, aktionistische Schulverweigerung, vermeidende Schulverweigerung und den Totalausstieg. Bei Schulverdrossenheit ist der Schüler in der Schule anwesend, er macht seine Unlust an der Institution jedoch durch Störungen oder passive Formen des Rückzugs deutlich. Bei der aktionistischen Schulverweigerung herrschen Unkonzentriertheit, Aggressionen und Motivations-Mangel vor und der Schüler wendet sich aktiv gegen den Unterricht und die Lehrkraft. Unter vermeidender Schulverweigerung versteht Thimm, das über ein Gelegenheitsschwänzen hinausgehende dauerhafte Fernbleiben von der Schule aus individuellen schulischen oder außerschulischen Gründen. Als letzten möglichen Entwicklungspunkt sieht er den Totalausstieg aus der Schule.

Schulze und Wittrock (2001) benutzen als Oberbegriff schulaversives Verhalten und sie unterscheiden innerhalb dessen drei Kategorien: Schulabsentismus, Unterrichtsabsentismus und Unterrichtsverweigerung.[10] Unter Schulabsentismus verstehen sie das „nicht in der Schule anwesend sein“, wozu Schulschwänzen, Schulverweigerung und Zurückgehalten gezählt werden. Mit Unterrichtsabsentismus ist das Phänomen gemeint, dass Schüler sich zwar physisch in der Schule aufhalten, dies aber phasenweise nicht innerhalb des Klassenraums tun. Die dritte Kategorie der Unterrichtsverweigerung bezeichnet die Anwesenheit des Schülers im Unterricht, der die aktive Teilnahme am Unterricht jedoch verweigert.

Die zugewiesenen Charakteristika von Schulabsentismus sind in der aktuellen Literatur sehr heterogen, haben jedoch alle die inhaltliche Gemeinsamkeit der „Nichtbeschulbarkeit“ von Kindern und Jugendlichen, die von der Nichtteilnahme am Unterricht trotz physischer Präsenz bis hin zu lang anhaltendem kompletten Fernbleiben von der Schule reicht. Die meisten Autoren werden dem gerecht, indem sie zwischen aktivem und passivem Schulabsentismus differenzieren.

Im Mittelpunkt der derzeit vorliegenden Untersuchungen stehen eher die aktiven als die passiven Schulabsentisten. Aktive Schulabsentisten bringen mit ihrem Verhalten für alle nach außen hin sichtbar zum Ausdruck, dass sie sich nicht im Stande sehen oder nicht gewillt sind, den schulischen Anforderungen gerecht zu werden. Ihr Verhalten bringt dies offen zum Ausdruck und soll in der Regel für Eltern, Lehrer und andere Bezugspersonen sichtbar sein und bemerkt werden. Unterschieden wird in Bezug auf die aktiven Schulabsentisten durch Autoren vielfach zwischen zwei Gruppen: diejenigen Schüler, die dem Unterricht fernbleiben und diejenigen Schüler, die den Unterricht aktiv stören und/ oder verweigern. Schüler der ersten Gruppe suchen nach Bewältigungsstrategien für ihre Probleme, indem sie dem Unterricht bewusst fernbleiben und auf diesem Wege versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Das Ausmaß dieses Fernbleibens ist dabei sehr heterogen und reicht von gelegentlichem Fernbleiben für einzelne Stunden oder auch ganze Tage bis hin zu langfristigem Fernbleiben über Wochen oder Monate hinweg. Schüler der zweiten Gruppe werden von Thimm (1998) als „aktionsorientierte Schulverweigerer in der Schule“[11] bezeichnet. Sie bringen ihre Ablehnung und Verweigerung im Unterricht aktiv zum Ausdruck und machen offensiv auf sich aufmerksam (durch Aggressionen gegenüber anderen Schülern, Lehrern oder destruktivem Verhalten).

Neben den aktiven Schulverweigerern gibt es Schüler, die zwar physisch im Unterricht anwesend sind, geistig jedoch dem Unterrichtsgeschehen nicht folgen und langfristig den schulischen Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. Diese Schüler sind selten verhaltensauffällig und ihre Verweigerungsform wird daher gar nicht oder erst zu spät von den Lehrkräften bemerkt. Nicht selten verlieren sie so den Anschluss an die Unterrichtseinheiten, die sehr schwer wieder aufzuholen sind. Als weitere Formen der passiven Schulverweigerung können unentdecktes Fernbleiben und ein Zu-spät-Kommen zum Unterricht angesehen werden.[12]

Schulabsentismus lässt sich häufig als Prozess beobachten, der ein fließendes Verlaufsmuster von der passiven zur aktiven Schulverweigerung vorweist. Die Grenzen zwischen den beiden Richtungen sind dabei fließend und er fängt nicht selten mit psychosomatisch bedingten Krankschreibungen an.

Wie bereits angedeutet, hat Schulabsentismus viele Facetten. Das macht die Identifikation beim Kind oder Jugendlichen nicht einfacher, obwohl das frühzeitige Erkennen als Voraussetzung angesehen wird, pädagogisch angemessen auf die Problematik reagieren zu können.[13]

Es wurde im Vorangegangenen versucht, die durch die heterogene Begriffsverwendung entstandene Verwirrung der Begriffe innerhalb der Thematik des Schul-absentismus in Anlehnung an einschlägige Autoren ein wenig abzubauen. Auch am Ende dieses Abschnitts sei noch einmal deutlich erwähnt, dass ein fachlicher Konsens über eine Begrifflichkeit, die der Komplexität der Thematik gerecht würde, bisher weitgehend fehlt.

Ich werde in dieser Arbeit, angelehnt an Ricking und Neukäter, den Begriff des Schulabsentismus als Oberbegriff verwenden. Auch international ist Schulabsentismus die anerkannte Bezeichnung der Phänomenbeschreibung und er beinhaltet für mich jegliches unerlaubtes Fernbleiben von der Schule ohne ausreichende Begründung. Dazu gehört sowohl Schuleschwänzen, Zurückhalten durch die Eltern, als auch Schulverweigerung. Ausführlicher in ihrer Bedeutung und Abgrenzung erläutert sind die hier verwendeten Begriffe Schulschwänzen, Schulverweigerung und Zurückhalten in Kapitel 4.

3 Zum Umgang mit Schulabsentismus aus geschichtlicher und rechtlicher Perspektive

Die Schulpflicht ist in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich geregelt. Alle Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahre unterliegen dieser Schulpflicht und wer sich ihr entzieht, kann der Schule unter Zwang zugeführt werden.

Eltern und Erziehungsberechtigte sind dafür verantwortlich, dass ihre Kinder dieser Schulpflicht nachkommen und regelmäßig in der Schule anwesend sind; Sie sind dazu angehalten, Schwänzen, Zu-spät-Kommen oder frühzeitiges Verlassen der Schule zu verhindern. Falls Schüler sich dieser rechtlichen Pflicht dennoch entziehen, gibt es einen Katalog gestaffelter Zwangsmaßnahmen (etwa die Vorführung der Schüler durch die Polizei als letzte Konsequenz), auf den im Folgenden nach einer Annäherung an die geschichtlichen Hintergründe der Schulpflicht in Deutschland noch genauer Bezug genommen wird.[14]

3.1 Schulpflicht aus geschichtlicher Perspektive

Die allgemeine Schulpflicht in Deutschland hat ihre Wurzeln in der Weimarer Republik. Artikel 145 der Weimarer Reichsverfassung von 1919 lautet: „Es besteht allgemeine Schulpflicht. Ihrer Erfüllung dient grundsätzlich die Volksschule mit mindestens acht Schuljahren und die anschließende Fortbildungsschule bis zum vollendeten achtzehnten Lebensjahre. Der Unterricht und die Lernmittel in den Volksschulen und Fortbildungsschulen sind unentgeltlich.“[15] Ein Zwang zur Schule bestand vorher nicht. Auch privater Unterrichten wurde geduldet, solange er gewährleistete, dass gewisse Mindestkenntnisse erlangt wurden. In der Weimarer Republik wurden auffällige Schüler zudem erstmals durch schulinterne Strafen zum kontinuierlichen Besuch der Schule angehalten.

Auch im dritten Reich behielt diese Grundlage der Schulpflicht ihre Berechtigung und wurde darüber hinaus erweitert. Verschiedene zusätzliche „Führerverordnungen“ hatten das Ziel, die Erziehung im Sinne von Militarismus und Totalitarismus zu gestalten. Beispiele hierfür waren die verpflichtende Mitgliedschaft in der Hitlerjugend oder dem Bund Deutscher Mädel. Im Juli 1938 wurde das Reichsschulpflichtgesetz verabschiedet. Es regelte die Schulpflicht reichseinheitlich: „§ 1. Allgemeine Schulpflicht. Im Deutschen Reich besteht allgemeine Schulpflicht. Sie sichert die Erziehung und Unterweisung der deutschen Jugend im Geiste des Nationalsozialismus. Ihr sind alle Kinder und Jugendlichen deutscher Staatsangehörigkeit unterworfen, die im Inlande ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben.“[16] Erstmals sah sie für das Fernbleiben von der Schule Sanktionen vor: „§ 14. Strafbestimmungen. (1) Der den Bestimmungen über die Schulpflicht vorsätzlich oder fahrlässig zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark oder mit Haft bestraft, sofern nicht nach anderen Gesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist.

(2) In gleicher Weise wird bestraft, wer vorsätzlich Schulpflichtige oder die im §13 bezeichneten Personen durch Mißbrauch des Ansehens, durch Überredung oder durch andere Mittel dazu bestimmt, den Vorschriften über die Schulpflicht entgegen zu handeln.“[17] Das Reichsschulpflichtgesetz schrieb weiterhin eine dreijährige Berufsschulpflicht für alle Jugendlichen unter 18 Jahren sowie bei Volljährigkeit die Beendung der begonnenen Ausbildung vor.

Im Anschluss an das Ende des Dritten Reiches entstanden zwar neue Schulgesetze, die strafrechtlichen Konsequenzen für Schulversäumnisse wurden aber beibehalten. Schulpflichtverletzungen wurden mit der Strafrechtsreform aus dem Jahr 1975 als Ordnungswidrigkeiten eingestuft. Demnach begehen sowohl die Schüler selbst als auch deren Erziehungsberechtigte oder Ausbilder eine Ordnungswidrigkeit, wenn sie nicht dafür sorgen, dass Schüler und Auszubildende regelmäßig die zuständigen Institutionen besuchen. Bei nicht beachten dieser Gesetzmäßigkeiten drohen Geldbußen und in „ besonderen Fällen werden Schulpflichtverletzungen als Straftatbestand qualifiziert, die mit Freiheitsstrafen bis zu sechs Monaten und Geldstrafen bis zu 180 Tagessätzen geahndet werden.“[18]

Die gesetzliche Schulpflicht dient in Deutschland der Förderung des Erreichens einer Grundausstattung für eine gesellschaftliche Teilhabe der Kinder und Jugendlichen, historisch betrachtet jedoch auch zum Schutz vor zu früher Belastung durch Erwerbstätigkeit. Ebenso ist die Schulpflicht eine Verpflichtung seitens der Erwachsenen, den Kindern und Jugendlichen einen Schulbesuch zu ermöglichen.

In Deutschland unterscheidet sich die Vollzeitschulpflicht innerhalb der Bundesländer leicht. In neun Bundesländern beträgt sie neun, in vier Bundesländern zehn und in drei Bundesländern (darunter auch Niedersachsen) zwölf Jahre. Diese Vollzeitschulpflicht muss erfüllt werden. Selbst wenn ein Jugendlicher die Schule vor Absolvieren der neun bzw. zehn Jahre verlässt, ist er dazu verpflichtet, neben einer eventuellen Arbeitsbeschäftigung eine Berufsschule zu besuchen, bis er die Vollzeitzeitschulpflicht erfüllt hat. Um die Bildungschancen für alle Jugendlichen gewährleisten zu können, besteht bis zur Volljährigkeit grundsätzlich eine Berufsschulpflicht sofern sie ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und keine allgemein- oder berufsbildende Schule mehr besuchen.

Die allgemeine Schulpflicht gilt heute als eine der wichtigsten Grundlagen des Rechts auf Bildung.

3.2 Die gesetzliche Grundlage in Niedersachsen

Da die gesetzlichen Grundlagen in den einzelnen Bundesländern leicht divergent sind, wird an dieser Stelle das Bundesland herausgegriffen und als kurzer Überblick vorgestellt, indem ich sowohl meine Schulzeit erlebt, als auch das Studium absolviert habe.[19]

Das Niedersächsische Schulgesetz (NSchG) besagt zum Thema der Schulpflichtverletzungen folgendes:

§176Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1. der Schulpflicht nicht nachkommt,

2. entgegen § 71 Abs. 1 Schulpflichtige nicht dazu anhält, am Unterricht und an sonstigen Veranstaltungen der Schule regelmäßig teilzunehmen und die ihnen obliegenden Pflichten zu erfüllen,

3. als Ausbildende oder Ausbildender entgegen § 71 Abs. 2 Auszubildende nicht zur Erfüllung der schulischen Pflichten anhält oder die hierfür erforderliche Zeit nicht gewährt.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden.

§177
Schulzwang

Kinder und Jugendliche, die ihrer Schulpflicht nicht nachkommen, können der Schule zwangsweise zugeführt werden.

Als wichtige Anmerkungen zu diesem Gesetz sind folgende Punkte hier nur aufzählend und bündig zu nennen:

- Der Schulpflicht in diesem Sinne kommen die Schüler nicht nach, die nicht am Unterricht teilnehmen (oder auch an Schulveranstaltungen) oder die keine Leistungsnachweise erbringen.
- Eine Ordnungswidrigkeit muss vorsätzlich oder fahrlässig begangen sein. Gegen Schüler, die zur Zeit der Tat noch keine 14 Jahre alt sind, kann laut §12 des Ordnungswidrigkeitgesetzes kein Bußgeld verhängt werden.
- Gegen eine Bußgeldentscheidung kann innerhalb von zwei Wochen Einspruch eingelegt werden.
- Der zwangsweise Transport eines Kindes ist pädagogisch sehr fragwürdig und wird kaum noch als Maßnahme in Gebrauch genommen.
- Mittel wie Zwangsgeldandrohung, Festsetzung des Zwangsgeldes, Aufforderung zum Schulbesuch und Androhung einer zwangsweisen Zuführung müssen erfolglos geblieben sein, bevor es zu einem zwangsweisen Transport kommen kann.

Was dies für die schulische Praxis bedeutet und welche Konsequenzen daraus hervorgehen, wird im folgenden Abschnitt aufgegriffen.

3.3 Maßnahmen zur Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht und Konsequenzen von Schulpflichtverletzungen

Schulabsentismus ist eine unkonventionelle Form der Problembewältigung, die vom Schüler ausgeht und Sanktionen hervorruft. Er ist unerwünscht, weil die betreffenden Schüler sich den geschriebenen wie ungeschriebenen Werten und Normen des Systems Schule widersetzen. Kleinere Abweichungen von der Norm sind im Schulalltag weit verbreitet, äußern sich etwa im „Vorsagen“ oder im „Hausaufgaben vergessen“ und bleiben ungestraft. Schulabsentismus hingegen wird als abweichendes Verhalten gesehen, dementsprechend als soziale Abweichung von der Norm wahrgenommen und zumeist negativ sanktioniert.

Der Schule steht eine Reihe von Maßnahmen zur Reaktion auf Schulabsentismus zur Verfügung. Sie reichen von Gesprächen der Lehrer mit den Eltern bis hin zum Schulausschluss:

An erster Stelle sollte immer ein klärendes Gespräch mit den Eltern stehen, in dem im Idealfall der Grund für das unentschuldigte Fehlen aufgedeckt und in dem der Frage nachgegangen wird, ob die Versäumnisse durch „vorsätzliches oder fahrlässiges Fehlverhalten“[20] bedingt sind . Bleibt der Schüler der Schule fern, obwohl die Eltern um seinen Schulbesuch bemüht sind, ist zunächst laut Gesetz von Zwangsmaßnahmen abzusehen. Gleiches gilt für den Fall, dass „schulische Bedingungen“ oder „besondere persönliche Lebensumstände“[21] als Ursachen für den Schulabsentismus zu Grunde liegen. Es ist m.E. nach zu bedenken, dass Reglementierungen dieser Art nur Beachtung finden, wenn die Schule ausreichend Informationen über die Lebenssituation des Schülers und seine Beweggründe hat.

„Erziehungsberechtigte, Auszubildende und Arbeitgeber sind verpflichtet, die Einhaltung der Schulpflicht zu überwachen. Wer diese Pflicht vorsätzlich oder fahrlässig verletzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.“[22] Wird dem Erziehungsberechtigten eine Fahrlässigkeit oder Ordnungswidrigkeit nachgewiesen, wird ihm als Verantwortlichem schriftlich eine Geldbuße angedroht, auf die der Schüler mit der Besserung seines Verhaltens reagieren kann. Ist dies nicht der Fall, kommt es zur Anzeige beim Ordnungsamt. Mit dieser Anzeige geht zumeist ein Bericht an das Jugendamt einher, „da angenommen wird, dass die Eltern mit ihrem Kind nicht mehr fertig werden und professionelle Hilfe, wie ggf. auch eine schulärztliche Begutachtung oderschulpsychologische Beratung, angezeigt ist.“[23]. Eine Durchschrift des Bußgeldbescheids geht nach einigen Wochen an die zugehörige Schule. Liegt ein Verstoß gegen die Schulpflicht vor, kann dieser als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet werden. „So entschied das AG Hannover (Beschluss vom 18.06.1993, 265-144/93): „Bei einem ersten Verstoß gegen die Pflichten als Erziehungsberechtigte und 38 Fehltagen eines Kindes in der Schule sind 200,- DM tat- und schuldangemessen“.“[24]

Wird der Zahlungsaufforderung eines solchen Zwangsgeldes nicht nachgekommen, soll eine Ersatzzwanghaft für die Eltern angedroht und bei Nichtbefolgung innerhalb einer festgelegten Frist auch festgesetzt werden.

Wird der Schulbesuch des Schülers auch auf diesem Weg nicht erreicht, beauftragt die Schule die Ordnungsbehörde und führt eine Zwangszuführung des Schülers zur Schule durch, in dem er durch einen Bediensteten der Ordnungsbehörde auch gegen seinen oder den Willen der Erziehungsberechtigten im Wagen abgeholt und zur Schule gebracht wird. Dieser Schritt einer strafrechtlichen Verfolgung der Schulpflichtigen gilt aufgrund seiner pädagogischen Fragwürdigkeit als letzte aller Maßnahmen, „da sie (er) zur Stigmatisierung und Kriminalisierung von Jugendlichen führt, die sich durch Schulpflichtverletzungen ohnehin selbst schädigen und eher sozialpädagogischer Hilfen bedürfen.[25] Hinzu kommt, dass diese „gerade bei Kindern aus Problemfamilien eher als Attraktion empfundene Maßnahme“[26] sehr kostspielig ist und daher nur in Ausnahmefällen praktiziert wird.

Sollten Eltern sich fortwährend weigern, ihr schulpflichtiges Kind in die Schule zu schicken, gefährden sie das Wohl des Kindes und missbrauchen ihr Sorgerecht. Wenn dies passiert und sie ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, kann ihnen laut § 1666 BGB das Sorgerecht durch ein Familiengericht teilweise oder ganz entzogen werden.

Noch nicht eingegangen wurde bisher auf den Schulausschluss, der im Zusammenhang mit Schulabsentismus im ersten Moment ein Widerspruch in sich zu sein scheint.

3.3.1 Schulausschluss als eine disziplinarische Maßnahme

Der Schulausschluss stellt gemäß § 61 Abs.3 NSchG eine Ordnungsmaßnahme dar und dient allgemein formuliert der Sicherung der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und dem Schutz von Personen und Sachen in der Schule. Ordnungsmaßnahmen „kommen in Betracht, wenn ein Schüler seine Pflichten grob verletzt, insbesondere gegen rechtliche Bestimmungen verstößt, den Unterricht nachhaltig stört, die von ihm geforderten Leistungen verweigert oder dem Unterricht unentschuldigt fernbleibt.“[27] Anzuwenden ist sie nur, wenn andere Erziehungsmittel in der Vergangenheit erfolglos blieben oder als nicht ausreichend anzusehen sind. Insbesondere bei Schulabsentismus herrscht ein großer wissenschaftlicher Widerspruch über die disziplinarische Maßnahme des temporären Schulausschlusses vor. Dennoch gilt sie als probates Mittel und „ist keineswegs von vorneherein als ungeeignete Maßnahme anzusehen.“[28] Gerade bei häufigem und unentschuldigtem Fernbleiben von der Schule kann sie verdeutlichen, dass der Unterrichtsbesuch nicht im Belieben des Schülers liegt. Eine Suspension kann bei Schulverweigerern jedoch auch „systemtheoretisch als paradoxe Intervention mittels Symp-tomverschreibung“[29] verstanden werden. Dies würde bedeuten, dass der von der Schule gewünschte Effekt nicht zwangsläufig entsteht, sondern in Abhängigkeit von der Wahrnehmung und Bewertung des Schülers steht. Der Schüler kann diese Maßnahme als negative Verstärkung („ich muss nicht in die Schule“), als positive Verstärkung („ich kann stattdessen etwas Angenehmeres machen“) oder als Strafreiz („ich darf nicht in die Schule“) interpretiert werden. Von entscheidender Bedeutung bei einer Ordnungsmaßnahme wie dem Schulausschluss ist, ob sie den Schüler in ihrer beabsichtigen Wirkung erreicht. Geschieht dies, ist eine Abkehr vom ungebetenen Verhalten und somit eine Besserung möglich. Ist das nicht der Fall und der Schüler wird durch die Strafe nicht erreicht, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Es besteht die Gefahr, dass das Verhalten des Schülers und die darauf folgende Sanktion als weitere schulische Ablehnung empfunden werden. Die Konsequenz für die Zukunft wäre eine höhere Wahrscheinlichkeit schul-absentistischen Verhaltens des Schülers und die Maßnahme folglich kontraproduktiv. Der Schüler könnte folgern, dass er nur lange genug der Schule fernbleiben muss, um offiziell befreit zu werden.

Mit der Geltendmachung dieser Maßnahme sollte meiner Meinung nach sehr vorsichtig umgegangen werden, da ihre Wirkung nicht zuletzt von den Motiven des Schülers abhängt, die nur schwer abzuschätzen sind. Um dem vorzubeugen kann der nicht abzusehende Faktor („Ich muss die Schule nicht besuchen und genieße so mehr Freiheit“) entschärft werden, indem der Schulausschluss mit erzieherischen Maßnahmen wie etwa dem Erfüllen von bestimmten Aufgaben innerhalb der Schule, verbunden wird.

Zusammengefasst dürfen Ordnungswidrigkeiten nicht als Vergeltung für ein Fehlverhalten erlassen werden und der „ Schüler muss auch erkennen können, dass die Schule mit einer geeigneten und erforderlichen Maßnahme auf sein Fehlverhalten reagiert (…)“.[30]

Bei der Entscheidung für eine bestimmte Ordnungswidrigkeit sollten das Gesamtverhalten sowie Alter, Reife und persönliche Verhältnisse des Schülers Berücksichtigung finden.[31]

4 Begriffserklärungen

Aufgrund der in Kapitel 2 dargelegten Tatsache, dass noch immer keine konsensfähige Begriffsverwendung für den Themenkomplex des Schulabsentismus verwendet wird, sind in diesem Kapitel die drei für mich in dieser Arbeit wichtigsten klassifikatorischen Einheiten des „Schulschwänzens“, der „Schulverweigerung“ und des „Zurückhaltens“ noch einmal genauer in ihren Bedeutungen und Abgrenzungen zueinander dargestellt.

4.1 Schulschwänzen

Ursprünglich bezeichnete der in Studentenkreisen entstandene Begriff des Schwänzens laut Kluges etymologischen Wörterbuches das Fernbleiben vom Gottesdienst oder das Versäumnis eines Kollegs oder von Schulstunden.[32] Dieser Tradition folgend verbindet man noch heute mit dem Zustand des Schwänzens den Hintergrund, dass der „Schwänzer“ die neu gewonnene Zeit als einen ihm durchaus bewussten Regelverstoß in Gesellschaft mit Freunden und zu seinem Vergnügen erlebt. Per Definition von Preuß (1978) wird im deutschsprachigen Raum von Schulschwänzen „gesprochen, wenn Kinder und Jugendliche zeitweilig oder anhaltend –in der Regel- ohne Wissen der Eltern die Schule nicht besuchen und während der Unterrichtszeit einer für sie angenehmeren Beschäftigung meist im außerschulischen Bereich nachgehen.“[33] Als bedeutsam lässt sich herauslesen, dass der Schüler aus Eigeninitiative und seine Eltern in Unkenntnis lassend während der Schulzeit einer für ihn angenehmeren Tätigkeit nachgeht, die von ihm frei gewählt ist und wofür es keinen angemessenen Entschuldigungsgrund gibt. Nach Preuß (1978) geht es beim Schwänzen demnach nicht nur um eine Vermeidung des Unterrichts, sondern auch um eine Herbeiführung einer Alternativsituation.[34] Neukäter und Ricking (1999) formulieren hierzu aus: „Die dem Schuleschwänzen zugrunde liegende Motivlage kann daher eine ambivalente oder polyvalente sein und erschöpft sich nicht im subjektiv evidenten Gewinn des umgangenen Unterrichts, sondern impliziert auch oft das in dieser oftmals unbeaufsichtigten Zeit Neue, Mögliche und Erlebbare.“[35] Schulschwänzer sind sich dem Regelverstoß bewusst. Dieser kann möglicherweise als ein Auflehnen gegen diejenigen gesehen werden, die die Regeln formuliert haben: „Schulversäumnisse dieser Art gehören in das Repertoire adoleszenstypischer Regelverstöße, die keinesfalls als Hinweis auf erhebliche Sozialisationsrisiken gewertet werden müssen, ihre Funktion für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen aber nur dann erfüllen, wenn dem Regelverstoß angemessene Auseinandersetzung und Sanktionierung folgen.“[36] Schulschwänzen wird hier nicht zwingend mit Risiken für die Schullaufbahn verbunden. Gründe dafür sind u. a. darin zu suchen, dass es durchaus bewusste Schulpflichtverletzungen gibt, die von (meist Gymnasial-) Schülern begangen werden und die das Ausmaß des Regelverstoßes so begrenzen, dass es keine Auswirkungen auf die weitere Schullaufbahn, auf die Notengebung und ihren Schulabschluss hat.[37] Nicht ausreichend wäre es allerdings, von diesen bewusst schwänzenden Schülern darauf zu schließen, dass es ein pädagogisch und bildungspolitisch nicht aufzugreifendes Problemverhalten darstellt. Es gibt ohne Frage zahlreiche Schulversäumnisse, die von Schwänzern begangen werden und mit folgenschweren Risiken einhergehen. Wochen- oder monatelanges Schwänzen kann sowohl die Beziehung zur Schule beeinträchtigen -und damit einhergehend das Erreichen eines Schulabschlusses- als auch die zwischenmenschlichen Kontakte bis hin zur sozialen Ausgrenzung.

Die dauerhaften Schulschwänzer zeichnen sich nach Ricking (2003) durch Entwicklungsrisiken erzieherischer, finanzieller und wohnraumbezogener Art im Primärmilieu aus.[38] Durch fehlende (aber von der Schule erwartete) Lern- und Verhaltensweisen erleben schwänzende Schüler durch schlechte Noten oder Klassenwiederholungen zudem häufiger das eigene Versagen innerhalb der Institution Schule als nicht schwänzende Mitschüler.[39] Diese Erfahrungen des Versagens können schwerwiegende Konsequenzen im Hinblick auf Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein haben und zu schulischer Frustration führen.

Thimm (1998) unterscheidet innerhalb des Oberbegriffs Schwänzens unterschiedliche Formen dessen wie folgt[40]:

- Eckstundenschwänzen: sporadisches, kalkuliertes Schwänzen von der ersten oder der letzten Stunde;
- Tagesschwänzen: sporadisches, kalkuliertes Schwänzen vereinzelter Tage;
- Kurzzeitschwänzen: Schüler stellen aus Gründen der Unlust oder Angst den Besuch von bestimmten Fächern konsequent ein;
- Intervallschwänzen: Schüler fehlen mit Regelmäßigkeit einen oder mehrere Tage aus bestimmten Gründen (Stressabbau, anstehende Leistungskontrollen, Lustlosigkeit);
- Gelegentliches Langzeit-Schulschwänzen: Schüler besuchen über lange Zeiträume regelmäßig die Schule, fehlen jedoch nach Konflikten mit Schülern oder Lehrern über einen längeren Zeitraum konsequent.

Neben diesen Formen des Schulschwänzens finden sowohl bei Thimm als auch bei anderen einschlägigen Autoren noch weitere spezielle Formen des Schulabsentismus Erwähnung, welche im Folgenden näher erläutert werden.

4.2 Schulverweigerung

Unter Schulverweigerung versteht Preuß (1978) diejenigen Schulabsentisten, „deren Schulabwesenheit den Eltern bekannt ist und deren Verhaltensprobleme sich im emotionalen Bereich so verdichten, dass das Nicht-zur-Schule-gehen-können mit auffälligen psychogenen und/oder psychosomatischen Veränderungen einhergeht.“[41] Schulverweigerung kennzeichnet sich demnach durch eine zwanghafte Unfähigkeit zum Schulbesuch, die mit dem Verbleiben in der elterlichen Wohnung einhergeht und bei der im Falle des anstehenden Schulgangs mit emotionalen Ausbrüchen zu rechnen ist. Die Schulverweigerung wird aufgrund der mit ihr in Zusammenhang stehenden Angst, Furcht und Phobie des Schülers bei extremer Ausprägung auch als Schulphobie bezeichnet.

Schulschwänzen und Schulverweigerung unterscheiden sich deutlich voneinander. Preuß (1978) hat diese Unterschiede tabellarisch einander gegenübergestellt:

Schulschwänzen und Schulverweigerung nach einer Vergleichsübersicht von Preuß (1978)[42]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die in der Tabelle deutlich werdenden Unterschiede zwischen Schulschwänzen und Schulverweigerung beruhen auf zahlreichen empirischen Untersuchungen der 60er Jahre und sind auch heute noch aktuell. Jedoch bereits Sander et al. (1979) wiesen darauf hin, dass die wertende Kennzeichnung „generalisierte soziale Fehlanpassung“ abzulehnen ist, da „das Fernbleiben vom Unterricht aus eigenem Entschluß eines Schülers auch die verständliche Reaktion auf unzumutbare schulische Missstände sein kann und dann eher ein Hinweis auf Selbstständigkeit und Emanzipation als auf Verwahrlosung und Delinquenz wäre.“[43]

Vom Verhaltensbild lassen sich Schulverweigerer vor allem dadurch charakterisieren, dass sie „immense Schwierigkeiten [haben], den Unterricht zu besuchen oder sich auch nur räumlich der Schule zu nähern, so dass Fehlzeiten sich auf Monate und Jahre summieren können. Ursächlich sind Trennungsängste sowie depressive Stimmungen von zentraler Bedeutung.“[44] Die betroffenen Schüler vermeiden bestimmte soziale Situationen, ziehen sich aus dem sozialen Umfeld zurück und wirken allgemein gehemmt. Auch hier wird der Unterschied zu Schulschwänzern deutlich, die die neu gewonnene Zeit außerhäuslich nutzen, während der Schulverweigerer in der sicheren Umgebung des Hauses und in Nähe zu seinen Eltern verbleiben möchte. Oftmals geht die Schulverweigerung mit Begleiterscheinungen wie Essstörungen, Zurückgezogenheit oder körperlichen Beschwerden einher, die sich am Wochenende bzw. an schulfreien Tagen auch schnell erübrigen können.

Von der Altersstruktur der Schulverweigerer lassen sich zwei Höhepunkte nennen. Besonders häufig von Schulverweigerung betroffen sind Kinder im Alter von 6-8 Jahren, bei denen in der Trennungsangst von den Eltern ein Hauptgrund zu sehen ist sowie Kinder zwischen 11 und 12 Jahren, bei denen sich die Schulverweigerung eher durch Gründe im Schulkontext erklären lässt.[45]

In Bezug auf die sozioökonomische Herkunft ließen sich in empirischen Untersuchungen keine eindeutigen Korrelationen finden.

Sowohl Sander et al. (1979) als auch Ricking (2003) erwähnen den Mediziner Clyne (1969), der Schulverweigerung als eine emotionale Krankheit eingeordnet hat, die auf eine Störung der kindlichen Beziehungsfunktion zurückzuführen ist.[46] Er bezieht sich dabei auf seine langjährige Erfahrung als Arzt und hält auch nur selbigen Berufszweig für kompetent genug, Schulverweigerer zu behandeln. Schulverweigerung gehört ihm zufolge „zu den „emotionalen Krankheiten“ (…) und wird häufig begleitet von weiteren psychogenen Reaktionen wie Depression, Rückzug, Reizbarkeit, Aggressivität, Befürchtungen und Ängsten, projektiven paranoiden Symptomen und Zwängen (…).“[47]

Es lässt sich festhalten, dass das schulverweigernde Kind in der einschlägigen Literatur als ein psychisch gestörtes beschrieben wird. Die extremste Ausprägung dieser psychischen Störung ist die Schulphobie, auf die hier im speziellen jedoch nicht näher eingegangen wird.[48]

4.3 Zurückhalten

Unter Zurückhalten oder auch Zurückgehalten werden durch die Eltern versteht Sander (1979), „wenn ein Kind wider seinen Willen oder ohne dazu befragt zu werden durch die Erziehungsberechtigten von der Schule ferngehalten wird.“[49] Dieses Verhalten der Eltern spielt „eine nicht unbedeutende Rolle“[50] . Die Erziehungsberechtigten verletzen die Schulpflicht ihrer Kinder bewusst und lassen ihren Kindern auf diesem Wege nicht die größtmöglichen Bildungschancen zukommen. Von den bisher erläuterten Formen des Schulabsentismus Schulschwänzen und Schulverweigerung ist das Zurückhalten abzuspalten, weil es mit Wissen oder auf Anraten der Eltern geschieht.

Was den Umfang zurückgehaltener Schüler angeht, vertreten Galloway (1982) und Tyerman (1968) die Ansicht[51], „dass ein hoher Prozentsatz illegitimer Schulversäumnisse mit Duldung oder Zustimmung der Eltern geschieht und die meisten Schüler mit Absentismus nicht schwänzten oder verweigerten, sondern mit Kenntnis der Eltern zu Hause bleiben.“[52] Das Fernbleiben der Kinder und Jugendlichen von der Schule geschieht in diesen Fällen häufig aus Eigennutz der Eltern heraus. So erledigen sie in der neu gewonnenen Zeit z.B. Hausarbeiten, um ihren Eltern Arbeit abzunehmen.

Die Kinder sind sich der unerlaubten Situation nur selten bewusst, und auch für die Schule gestaltet sich der Umgang mit zurückgehaltenen Kindern und ihren Eltern als schwierig. Ricking (2003) weist darauf hin, dass das Verhalten der Eltern die gesetzliche Schulpflicht außer Kraft setzt und damit Interventionen seitens der Schule nur bedingt Erfolg haben können. Hegt die Schule den Verdacht, dass Kinder durch ihre Eltern zurückgehalten werden und dies mit illegitimen Krankschreibungen begründet wird, kann ein ärztliches Attest eingefordert werden.[53]

Eine durchaus verbreitete und auch inoffiziell weitgehend akzeptierte Form des Zurückhaltens ist das vorzeitige Herausnehmen der Kinder aus der Schule vor den Ferien, um sich die Familienurlaubsplanung zu erleichtern oder den Urlaubsverkehr zu umgehen. Von größerer negativer Auswirkung sind in der Regel aber die Fälle, bei denen dem Zurückhalten eine grundsätzlich negative bzw. ablehnende Einstellung der Eltern der Schule gegenüber zugrunde liegt . Ricking (1999) führt hierzu mehrere Möglichkeiten an, u. a.[54]:

- Dass die Eltern die Unwilligkeit des Kindes die Schule zu besuchen ohne Diskussionen tolerieren;
- Dass die Entscheidung die Schule zu besuchen den Kindern selbstüberlassen wird oder;
- Dass Eltern ihre Kinder gegen deren Willen zum Fernbleiben animieren.

[...]


[1] Vgl.: Schreiber-Kittl, M.: Lernangebote für Schulabbrecher und Schulverweigerer – Praxismodelle. München 2000, S.9

[2] Vgl.: Schreiber-Kittl, M.; Schröpfer, H. : Abgeschrieben? Opladen 2002, S. 17f

[3] Vgl.: Ricking, H.: Schulabsentismus als Forschungsgegenstand. Oldenburg, 2003, S.61

[4] Ricking, H.: Schulische Handlungsstrategien bei Schulabsentismus, in: Schulleistung und Schulentwicklung September 1999, S.2. Zitiert nach Schreiber-Kittl, M.; Schröpfer, H. (2002): S.35

[5] Thimm, K./ Ricking, H.: Begriffe und Wirkungsräume. In: Problem Schulabsentismus. Bad Heilbrunn 2004 (Hrsg. Herz, Birgit u. a.), S. 46

[6] Ricking, H. (1999): S.2

[7] Vgl.: Müller, S.: Schulschwänzen als Problemlösungsstrategie. Eine kritische Analyse der Problematik Schulschwänzen unter besonderer Berücksichtigung einer pädagogischen Zugänglichkeit. Dissertation. Berlin Freie Universität 1991, III, 402; XXII

[8] Schreiber-Kittl, M./ Schröpfer, H.: Abgeschrieben? Opladen 2002, S.36

[9] Vgl.: Thimm, K.: Schulverweigerung. Zur Begründung eines neuen Verhältnisses von Sozialpädagogik und Schule. Votum Verlag. Münster 2000

[10] Vgl.: Schulze, G./ Wittrock, M.: Abschlussbericht zum Landesforschungsprojekt Schulaversives Verhalten, Band 1. Universität Rostock 2001

[11] Thimm, K.: Schulverdrossenheit und Schulverweigerung. Wissenschaft und Technik Verlag. Berlin 1998, S. 44

[12] Vgl.: Schreiber-Kittl, M./ Schröpfer, H. (2002): S. 38f

[13] Ebd., S.40

[14] Vgl.: 3.2.

[15] documentArchiv.de (2004): Die Verfassung des Deutschen Reichs (11.08.1919). (11.05.2006) http://www.documentarchiv.de/wr/wrv.html#VIERTER_ABSCHNITT02

[16] Dehlinger, A. (2004): Gesetz über die Schulpflicht im Deutschen Reich. (11.05.2006) http://www.verfassungen.de/de/de33-45/schulpflicht38.htm

[17] Ebd.

[18] Schreiber-Kittl, M./ Schröpfer, H. (2002): S. 25f

[19] Vgl.: Galas, D. (Hrsg.): Niedersächsisches Schulgesetz (Kommentar). Neuwied, Kriftel, Luchterhand 2001, S.379-380

[20] Niedersächsischer Kultusminister: Maßnahmen zur Begegnung von Schulpflichtverletzungen. Schulverwaltungsblatt 9/1986, Amtlicher Teil. Hannover 1986, S.236

[21] Ebd.

[22] Avenarius, H.: Einführung in das Schulrecht. Darmstadt 2001, S.83

[23] Ricking, H./ Neukäter, H.: Sozial-kognitive Verhaltensanalyse bei Schulabsentismus, S. 419. In: Entwicklungen, Standorte, Perspektiven: Sonderpädagogischer Kongreß 1998, Würzburg 1999

[24] Ebd., S.420

[25] Perschel, W.: Schulpflicht. In: Lenzen, Dieter (Hrsg.): Enzyklopädie Erziehungswissenschaft. Düsseldorf 1984, Bd.5, S.594

[26] Ebd.

[27] Meyer, J.: Schule als rechtlicher Raum. Hildesheim, Zürich, New York 2003, S.162

[28] Böhm, T.: Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen in der Schule. Neuwied, Kriftel 2001, S.106

[29] Ricking, H./ Neukäter, H. (1999): S. 419

[30] Meyer, J. (2003): S.162

[31] Vgl.: Die ausführliche Darstellung in: Ebd.

[32] Vgl.: Kluge, F.: Etymologisches Wörterbuch. Berlin 1989 (24.Aufl.) , S.831

[33] Preuß, E.: Schulschwänzen und Schulverweigerung. In: Klauer (Hrsg.): Sonderpädagogik in allgemeinen Schulen. Berlin 1978, S.174

[34] Ebd.

[35] Ricking, H./ Neukäter, H. (1999): S. 417

[36] Ehmann, C./ Rademacker, H.: Schulversäumnisse und sozialer Ausschluss. Bielefeld 2003, S.23

[37] Vgl.: Ebd., S.24

[38] Vgl.: Abschnitt 6.1.6

[39] Vgl.: Ricking, H. (2003): S. 79

[40] Vgl.: Thimm, K. (1998): S.74

[41] Preuß, E. (1978): S.164

[42] Vgl.: Ebd., S.171

[43] Sander, A. (1979): S.29

[44] Ricking, H. (2003): S. 93

[45] Vgl.: Ebd., S.94f

[46] Ebd., S.93 sowie Sander, A. (1979): S.29

[47] Sander, A. (1979): S.30

[48] Vgl.: Die ausführliche Darstellung in: Ebd., S.31 ff

[49] Ebd., S.27

[50] Ricking, H./ Neukäter, H.: Schulabsentismus als Forschungsgegenstand. In: Heilpädagogische Forschung Band XXIII, Heft 2, 1997, S. 53

[51] Vgl.: Die zusammenfassende Darstellung in: Ricking, H. (2003): S.111

[52] Ebd.

[53] Ebd.

[54] Ebd., S.112

Details

Seiten
134
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640389391
Dateigröße
907 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v131418
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung) – Institut für Sozialpädagagogik
Note
1,1
Schlagworte
Schulabsentismus Phänomenbeschreibung Reaktionsmöglichkeiten Thema Schulabsentismus

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Titel: Schulabsentismus - Phänomenbeschreibung und Reaktionsmöglichkeiten