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Application Service Providing (ASP) in der Logistik - Chancen & Risiken

Hausarbeit 2002 30 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Application Service Providing?
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Handhabung von ASP Lösungen
2.3 Allgemeine Anwendungsgebiete
2.4 Abrechnungsmodelle von ASP Lösungen

3. Entstehungsgeschichte von ASP

4. Verwendung in der Logistik
4.1 Am Beispiel von Speditionssoftware
4.2 Am Beispiel von Enterprise Ressource Planning (ERP)

5. Chancen bzw. Risiken von ASP in der Logistik
5.1 Aus Sicht des Unternehmens
5.2 Aus Sicht der Provider

6. ASP-Logistik Lösungen an Hand von einem Unternehmen
6.1 Zebraxx

7. Fazit und persönlicher Eindruck

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese wissenschaftliche Arbeit behandelt das Thema „Application Service Providing (ASP) in der Logistik – Chancen und Risiken“.

Zu Anfang soll eine Begriffsbestimmung stattfinden, sowie eine allgemeine Erläuterung zur Handhabung von ASP Lösungen. Im Anschluss daran, wird kurz die Entstehungsgeschichte und Grundidee von ASP dargestellt.

Nach dieser allgemeinen Einführung, wird dann auf den speziellen Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit eingegangen. Hier wird zuerst ein Überblick geschaffen über die häufigsten Verwendungsgebiete von Application Service Providing Lösungen, in dem Bereich der Logistik.

Weiter werden die Chancen und Risiken, zum einen aus der Sicht der Unternehmen aber auch aus Sicht der Provider aufgezeigt.

Nach diesem theoretischen Teil, werden bestehende ASP - Logistik Lösungen von Unternehmen, die bereits am Markt agieren, beschrieben.

Zum Schluss erfolgt ein Fazit dieser Arbeit und es wird ein subjektiver Eindruck über das Potential von ASP vermittelt.

2. Was ist Application Service Providing?

2.1 Begriffsdefinition

Application Service Providing wird vom Gabler Wirtschaftslexikon wie folgt definiert,

„Dienstleistungsanbieter im ® Electronic Commerce, bei denen

Anwedungsprogramme über das Internet durch die Anwender für eine

bestimmte Zeit gemietet werden können. Die Anwendungen

werden vom Server des A.S.P. aus gestartet ( ® Client-/Server-Architektur).

Einnahmen generiert der A.S.P. durch zeitabhängige Gebühren, die für den

Zugriff auf die Software berechnet werden.“[1]

Eine weitere Definition, die jedoch inhaltlich nicht allzusehr von der ersten abweicht, wird im E-Commerce Lexikon vorgenommen,

„Application Service Provider (Kurzzeichen: ASP), Dienstleister,

der umfassende Informationstechnologielösungen anbietet.

Das Dienstleistungsspektrum kann – angefangen bei Microsoft Office –

die funktionellen Dienste Sicherheit, Datenspeicherung, Backup,

Virenschutz, URL-Filtering bis hin zu speziellen Anwendungen

wie z.B. Sales Force Automation reichen.“[2]

Allgemein kann man sagen das bei ASP sich die Software nicht mehr auf einem lokalen Rechner befindet, sondern das diese Software über ein Netzwerk zur Verfügung gestellt wird. Diese Netzwerke können z.B. ein firmeninternes Intra- / Extranet oder das Internet sein. Es besteht weiter die Möglichkeit Daten nicht mehr lokal zu speichern, sondern zentral auf einem Server abzulegen. Neben der Bereitstellung der Applikationen übernimmt der Application Service Provider die Pflege, die Wartung und die Bereitstellung der Soft- und ggf. Hardware.

Im Gegensatz zum bisherigen Vertrieb der Software durch Programm CDs, benötigt ASP keine Installation und damit auch keine Updates auf dem jeweiligen Computersystem.

Man unterscheidet zudem zwischen zwei Arten des ASP:

- Server Based ASP: „Die Anwender von ASP Produkten, die auf dieser Technik basieren, laden sich bei der erstmaligen Benutzung ein kleines Programm herunter ( Client ). Mittels dieses Plug-Ins lassen sich alle Anwendungen die auf einem Servern laufen, vom jeweiligen Arbeitsplatz aus steuern.“[3]

- Client Based ASP: „Wird diese Technik verwendet, ist die Installation eines Clients nicht nötig. Anwendungen sind im Internetbrowser lauffähig.“[4]

2.2 Handhabung von ASP Lösungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In großen Unternehmen ist es oft der Fall, das einzelne Abteilungen über ein Netzwerk mit dem Hauptserver verknüpft sind. Von diesem Server, der in der Regel durch eine sogenannte Firewall geschützt ist, wird die Verbindung zum AS – Provider hergestellt. Da die Mitarbeiter im Unternehmen auf den internen Server zugreifen können, haben sie nun auch die Möglichkeit die Software zu nutzen die übertragen wird.

Abb. 1 ASP - Funktionsweise

Bei der Arbeit mit einem ASP Programm werden zu dem AS - Provider meist nur Eingabe und Ausgabeinformationen ( Monitor/ Mausbefehle) übertragen.

Diese flache Übertragungsstrategie ermöglichen eine schnelle Programmreaktion, zumal die eingesetzten Applikations-Server, auf denen die Programme ablaufen, systembedingt über sehr hohe Rechnerkapazitäten verfügen.

2.3 Allgemeine Anwendungsgebiete

Applikation Service Providing Lösungen werden heute schon in vielen Bereichen genutzt bzw. angeboten. Jedoch befindet sich dieser noch recht junge Markt in der Aufbauphase. Aus diesem Grund hat sich die Akzeptanz für den Einsatz dieser Softwarelösung noch nicht komplett durch gesetzt, wie aktuelle Marktstudien belegen. Nachfolgend werden einige Bereiche kurz dargestellt in denen ASP zu finden ist.

- Office Produkte

Im Office Software Bereich spielt immer noch Microsoft mit "Microsoft Office" die Hauptrolle unter den Softwareanbietern. Grundsätzlich will Microsoft seine Produktlinie auch mit ASP vertreiben.

Ein großes Einsparpotential wird im Office Bereich durch ASP jedoch nicht gesehen, da die Wartung und Installation des Office Pakete relativ einfach ist.

- Grafikanwendungen

Bei derzeitigen Übertragungsgeschwindigkeiten ( ISDN ) haben ASP Grafikprogramme noch keine Zukunft, da der Pixelaufbau der Bilder die Übertragungsgeschwindigkeit sehr niedrig hält.

- Internet / Intranet basierende Anwendungen

Diese Form der Software wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Hauptstütze des ASP werden. Die Nutzung von ASP könnte hier ganze Firmennetzwerke und Administrationsbereiche ersetzen.

- Hardwareintensive Anwendungen

Im Bereiche der großen Datenbank- oder Analyseanwendungen ist ASP eine sehr gute Alternative, da bei diesen Programmen meist ein Maximum an Hardwareleistung vorausgesetzt wird. Teure, einmalige Investitionen könnten so den Firmen erspart bleiben.

- Business Anwendungen

Vor allem der Software im Business Bereich wird ein hoher Anteil an ASP Nutzung vorausgesagt.

2.4 Abrechnungsmodelle von ASP Lösungen

Abgerechnet werden die Kosten von ASP-Lösungen zumeist auf zwei verschiedene Weisen. Entweder zahlt der Kunde eine monatliche „Miete“ für die Softwarelizenz (Application on Demand) oder es wird über nutzerabhängige Transaktionen abgerechnet ( pay as you go). Basis der Berechnung ist in den meisten Fällen die Anzahl der User, die mit der Applikation arbeiten sollen.

Im Gegensatz zum bisherigen Vertrieb der Software spielt bei ASP die Flexibilität der Bepreisung eine große Rolle. So muss bei den meisten Anbietern keine vollständige Lizenz gekauft und langjährige Wartungsverträge abgeschlossen werden. Die Bepreisungsart kann je nach Wunsch des Kunden und Möglichkeiten des Anbieters entweder im Voraus ähnlich eines Abonnements oder rückwirkend nach tatsächlicher Nutzung erfolgen. Die Höhe des Softwarepreises bestimmen dann Faktoren wie Komplexheit, Anwenderzahl, Individualität, Service und Verfügbarkeit des ASP-Programmes. Dabei ist vor allem dem letzten Punkt, der Verfügbarkeit (Service Level Agreement) eine hohe Stellung zuzuordnen. Im SLM garantiert der ASP Anbieter dem Nutzer eine Prozentzahl (95% bis 99,9%), die die Mindestverfügbarkeit der Software festlegt. Gerade dieser Punkt wird für Preis und Leistung des ASP Angebots entscheidend sein.

Aufgeteilt nach den zwei Arten von Abrechnungsmodellen ergeben sich folgende wichtige Kriterien:

A) Pauschales Abrechnungsmodell

- Art und Menge der bereitgestellten Softwarelizenzen
- Anzahl der Clients beim Anwender (pro Anwendung)
- Maximale Transaktionsanzahl

„Pauschale Abrechnungsmodelle bieten z.B. SAP und Oracle an: Für die Nutzung von SAP R/3 Financials über ASP werden einmalig ca. 2800 EUR für die Installation und vierteljährlich pro User ca. 720 EUR fällig; Oracle verlangt in den USA monatlich 895 $ für „Power-User“ und 395 $ für gelegentliche Benutzer. Insbesondere für ERP-Software und größere Anwender dürften pauschale Abrechnungsmodelle am besten geeignet sein.“[5]

B) Nutzungsgenaue Abrechnung

- die Transaktionsanzahl und -dauer
- die Anzahl der Zugriffe auf die Anwendungen
- die Verbindungsdauer
- das übertragene Datenvolumen

Das letztere Modell ist besonders geeignet für gelegentliche Benutzer, die Installations- und Einführungskosten werden dabei i.d.R. auf die nutzungsabhängigen Kosten umgelegt.

In der Praxis jedoch lassen sich angewendete ASP – Geschäftsmodelle nicht immer so einfach abgrenzen, da sie sehr häufig auch gemischt (pauschal und nutzungsabhängig) angeboten werden. Dies macht dann eine Vergleichbarkeit komplizierter.

ASP – Provider können ihre Dienstleistung nur dann wirtschaftlich günstig anbieten, wenn die Fixkosten für das IT – Personal, die Server Hardware und die Software auf viele Anwender bzw. Kunden verteilt werden.

[...]


[1] Gabler Wirtschaftslexikon, 15. Auflage, Wiesbaden 2000, S.149

[2] Frühschütz, Jürgen: E-Commerce-Lexikon, 1. Auflage, Frankfurt am Main 2001, S.18

[3] http://www.ASP-gate.com/ASPForum/

[4] http://www.ASP-gate.com/ASPForum/

Abb.1 ASP-Funktionsweise, Quelle: selbst erstellt

[5] Kehrer Bernd ZGDV e.V., Böttge Uwe IWF-TU Berlin, Jansen Helmut FhG-IPK, von Lukas Uwe ZGDV e.V., Veröffentlichung „Innovative Strategien für das Software Marketing – Software on Demad / Application Service Providing (ASP), S. 14

Details

Seiten
30
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638188395
Dateigröße
947 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v13093
Institution / Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen – FB Wirtschaftswissenschaften
Note
1,2
Schlagworte
Application Service Providing Logistik Chancen Risiken Themenspezifische Projektarbeit

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