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Eine Dramenanalyse von Friedrich Schillers "Maria Stuart"

Seminararbeit 2005 9 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Analyse
2.1 Aufbau der Handlung
2.2 Ort und Zeit
2.3 Figurenrede 2.4 Regieanweisungen

3. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Friedrich Schiller setzt sich bereits im Jahr 1782/83 mit der historischen Figur der schottischen Königin Maria Stuart auseinander. Zu einer literarischen Realisierung kommt es jedoch erst im Jahr 1799, nachdem er zuvor den „Wallenstein“ abgeschlossen hat.[1] In seinem Drama behandelt Schiller ausschließlich die letzten Lebenstage der Maria Stuart und ihre Hinrichtung.[2] Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der formalen Analyse von Schillers Drama. Dabei stützt sich die Untersuchung vorrangig auf den Dramentext als solches. Die Ebenen der Transformation und der Aufführung, sind für das Gesamtverständnis eines Dramas von hoher Bedeutung, da sich die textliche Grundlage des Dramas erst in der Bühnenaufführung endgültig realisiert, sollen aber dennoch an dieser Stelle ausgespart werden. Zunächst wird der Aufbau der Handlung untersucht. Hierbei werden Fragen zu Strukturmerkmalen und Form des Dramas beantwortet. Nachfolgend werden das Setting und die Figurenrede, Augenmerk liegt hierbei vorrangig auf den Sprachformen des Mono- und Dialogs, der Stichomythie sowie der Zeilenrede, untersucht. Im Anschluss wird im Rahmen der Analyse das zentrale Merkmal der Regieanweisungen (Paratexte) dargelegt. Alle analytischen Untersuchungen werden mit konkreten Beispielen unterlegt und veranschaulicht. Ziel und zugleich Hauptaugenmerk der Dramenanalyse ist es, einen ersten Einblick in die Struktur von Schillers Drama zu geben. Weitreichende, detaillierte Beschreibungen inhaltlicher sowie formaler Art, kann und soll diese Arbeit nicht leisten.

2. Analyse

Das Wort Drama kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Handlung“. Es bezeichnet eine der drei großen Literaturgattungen deren Besonderheit darin begründet ist, dass sich die textliche Grundlage eines Dramas erst durch die Transformation und Interpretation durch die Schauspieler, als Schauspiel auf der Bühne, erklärt. Die nachfolgende Analyse befasst sich jedoch, wie oben bereits erwähnt, nur mit der textlichen Grundlage des Dramas.

2.1 Aufbau der Handlung

Maria Stuart ist ein Drama der geschlossenen Form. Es ist in fünf Aufzüge unterteilt. Somit folgt es dem von Gustav Freytag entwickelten, Fünftaktschema.[3] Der erste Aufzug (Akt) beschreibt die Exposition. Diese hat die Aufgabe dem Leser die bevorstehende Bühnenhandlung zu erläutern und das Verständnis für die Vorgeschichte seitens des Publikums zu fördern.[4]

In Schillers erstem Aufzug wird uns Maria Stuart, die Protagonistin, vorgestellt. Der Leser erfährt, von der Gefangenschaft Marias, ihrem Leben im Kerker und den Vorwürfe, die zu Ihrer Verhaftung führen. Durch Marias Gespräch mit ihrer Amme Kennedy wird die Titelfigur für den Leser, d.h. auf eine indirekte Art, charakterisiert. Zum Beispiel, wenn die Amme von der Kindheit Marias spricht und sie sagt, dass sie ihre Kindheit aufgezogen hat, Marias Herz weich ist und böse Geister sie dazu trieben ihren Mann töten zu lassen.[5] Der zweite Aufzug entspricht der Steigerung. Hier wird Elisabeth, die Königin Englands, vorgestellt und ihre Situation bezüglich des Gerichtsurteils gegen Maria und die weitere Vorgehensweise. Soll die eingekerkerte Maria hingerichtet „[...] Wenn wir nicht ewig Für dein kostbares Leben zittern sollen, So muss die Feindin untergehn!“[6] werden oder durch Elisabeth begnadigt werden. Im dritten Akt, der den Höhepunkt des Dramas umfasst, kommt es zur Begegnung der beiden Königinnen, Marias Versuch um Gnade zu bitten scheitert, indem sie der Feindin gegenübersteht und ihre guten Vorsätze vergisst und die Königin beleidigt. Ihr Schicksal ist besiegelt, Elisabeth wird sie töten lassen.[7] An dieser Stelle wird deutlich, dass der Höhepunkt, den man auch Peripetie nennt, im Drama stets Ausdruck einer entscheidenden Wendung zum Guten oder Schlechten ist.[8] Die Retardation, als Verzögerung und letztes erregendes Moment, in dem vielleicht noch eine Wendung eintreten kann umfasst den vierten Aufzug. Elisabeth hadert mit sich, unterzeichnet aber letztendlich dennoch, tief gekränkt durch die gemeinsame Begegnung der Königinnen im Park von Schloss Fortheringhay, den Hinrichtungsbefehl. Maria soll getötet werden und somit schwindet auch die letzte Möglichkeit das traurige Schicksal der gefangenen Protagonistin Schillers abzuwenden

[...]


[1] Alt, Peter-Andre: Friedrich Schiller. München: Verlag C.H. Beck 2004 [C.H. Beck Wissen], S.95.

[2] Schiller, Friedrich von: Maria Stuart. Ein Trauerspiel. Husum/Nordsee: Hamburger Lesehefte Verlag [Hamburger Lesehefte, H. 12], S. 122.

[3] Asmuth, Bernd: Einführung in die Dramenanalyse. 6. aktualisierte Aufl., Stuttgart: Verlag J.B. Metzler 2004. S. 48.

[4] Ebd., S.103.

[5] Schiller, F.: Maria Stuart, S. 13.

[6] Ebd. S. 37.

[7] Ebd. S. 64-70.

[8] Asmuth, B.: Dramenanalyse, S. 131.

Details

Seiten
9
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640395620
ISBN (Buch)
9783640395439
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v130786
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Schlagworte
Dramenanalyse Schiller Maria Stuart

Autor

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Titel: Eine Dramenanalyse von Friedrich Schillers "Maria Stuart"