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Instrumente der Umweltökonomie - Internalisierung durch Steuern und Zertifikate

Hausarbeit 2009 19 Seiten

Umweltwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Externe Effekte
2.1 Definition, Arten und Abgrenzung von externen Effekten
2.2 Internalisierung von externen Effekten
2.2.1 Marktversagen durch externe Effekte
2.2.2 Bedingungen für die Internalisierung

3 Instrumente der Internalisierung
3.1 Bewertungskriterien für die Methoden
3.2 Pigou-Steuer
3.2.1 Wirkungsweise
3.2.2 Beurteilung der Pigou-Steuer
3.3 Preis-Standard Ansatz
3.3.1 Wirkungsweise
3.3.2 Beurteilung des Preis-Standard-Ansatzes
3.4 Umweltzertifikate
3.4.1 Wirkungsweise
3.4.2. Verteilung von Zertifikaten
3.4.3 Beurteilung von Umweltzertifikaten

4 Zusammenfassung

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In der heutigen Zeit spricht alle Welt über Umweltverschmutzung und ihre Folgen

Und nicht allein die Natur leidet unter den ungebremsten Schadstoffausstössen. Die Menschheit erzeugt durch Produktionsprozesse jeglicher Art, Effekte die Anderen Schäden zufügen. Um diesen entgegen zu wirken, wohlfahrtsteigernd zu wirtschaften und knappe Güter effizient zu verteilen, hat es sich die Wissenschaft zur Aufgabe gemacht Internalisierungsmethoden zu entwickeln.

Was wird getan, um der Ausbeutung unserer Natur Einhalt zu gebieten und wie können Unternehmen oder auch die Gesellschaft davon profitieren? Gibt es funktionierende Methoden zur Eindämmung von Umweltschädigung? Welche Probleme können bei diesen auftreten?

In meiner Arbeit über Internalisierungsmethoden für externe Effekte werde ich mich mit drei Instrumenten, die sich um die Verschmutzungsvermeidung bemühen, beschäftigen. Der von Arthur Cecil Pigou entwickelten Pigou-Steuer folgt der Preis-Standard-Ansatz. Die dritte und letzte analysierte Methode zur Internalisierung von externen Effekten ist dann die der Umweltzertifikate. Ich werde jeweils versuchen, Fragen hinsichtlich der Anwendbarkeit und Wirksamkeit zu beantworten.

Der Definition und Abgrenzung von externen Effekten folgt eine Analyse der steuerlichen Methoden. Daraufhin betrachte ich die Umweltzertifikate als Instrument näher. Die Internalisierung per Auflagen ist kein Bestandteil meiner Arbeit. Die von mir bearbeiteten werden jeweils auf ihre Wirkungsweise und ihre Vor- und Nachteile geprüft und beurteilt. Im Zuge dessen werde ich versuchen, die beste der Möglichkeiten ausfindig zu machen.

2 Externe Effekte

Im ersten Abschnitt meiner Arbeit werde ich externe Effekte definieren und die vorkommenden Arten vorstellen, um die Grundlagen in diesem Thema zu erläutern. Daraufhin betrachte ich das Marktversagen durch externe Effekte und stelle die Bedingungen, welche notwendig sind um Marktversagen zu verhindern und eine pareto-effiziente Allokation von Gütern zu gewährleisten.

2.1 Definition, Arten und Abgrenzung von externen Effekten

Um später genau auf die Einzelnen Instrumente der Internalisierung eingehen zu können, findet in den folgenden Absätzen eine Definition externer Effekte statt.

Nach Fritsch, Wein und Ewers handelt es sich um externe Effekte, wenn in der Gewinn- bzw. Nutzenfunktion eines Wirtschaftssubjektes A (UA) neben den beeinflussbaren Größen (XA1,XA2 ,…,XAi), ein externer Parameter (Y), der durch einen (oder mehrere) andere Wirtschaftssubjekte gesteuert wird, besteht, und von A nur gering oder nicht beeinflusst werden kann.[1] Daraus erschließt sich folgende Gleichung

UA = UA (XA1, XA2,..., XAi, Y).

Der nicht (vollständig) beeinflussbare Faktor Y kann technologischer oder pekuniärer Natur sein. Um beide Formen der Externalitäten besser abzugrenzen, ist eine Betrachtung der Einwirkungen auf den beeinflussten Akteur notwendig. Innerhalb der Arten gibt es positive und negative Ausrichtungen, wobei man bei letzterer von externen Kosten spricht.

Technologische Externalitäten, positiver als auch negativer Natur, bedingen, aufgrund von fehlendem Ausgleich der gegenseitigen Schädigungen von Gewinn- bzw. Nutzenfunktion, beispielsweise durch Entschädigungszahlungen, Marktversagen. Sie werden vom Marktgeschehen nicht wahrgenommen, wodurch kein regelnder Ausgleich initiiert werden kann.[2]

Beispiel: Ein Fischer, welcher durch Abwässer in seinem Fanggebiet eine niedrigere Fangquote aufgrund einer geringeren Fischanzahl erzielt, ist durch einen externen Effekt (das Abwasser) beeinträchtigt. Ohne eine Internalisierung dieses externen Effektes ist der Fischer negativ in seiner Arbeit beeinflusst.

Im Gegensatz dazu, kennzeichnen pekuniäre Externalitäten, Änderungen der Knappheitsrelationen was durchaus erwünscht ist, da infolgedessen der Markt die Allokation regelt. Einfach formuliert, verändern sich die Preise durch eine Verschiebung des Angebot- und Nachfrageverhaltens. Sie sind als normale Vorgänge des Marktes im Anpassungsverhalten einzuordnen (der Markt internalisiert sich selbstständig) und lassen sich als Ursache für Marktversagen nicht heranziehen.[3]

Beispiel: Aufgrund eines Ausbaus des Schienennetzes eines Landes erhöht sich der Preis für die zur Herstellung notwendigen Ressourcen drastisch infolge einer Knappheit dieser Rohstoffe.

Ein großes Problem externer Effekte ist, dass sich aufgrund fehlender Märkte ein Allokationsproblem bildet. Die Effekte sind nicht handelbar, was dazu führt, dass Unternehmen die sich gegenseitig, sei es positiv oder negativ, beeinflussen, keinen Ausgleich aufbringen müssen.[4]

2.2 Internalisierung von externen Effekten

2.2.1 Marktversagen durch externe Effekte

In der Neoklassischen Theorie ist der Markt und seine selbstregelnden Mechanismen als ideal anzusehen, wenn einzelne Wirtschaftssubjekte für die eigens erzeugten Kosten aufkommen und andererseits, insofern es gefordert wird, ein Entgelt für erzeugte Vorteile bei Dritten erhalten. Im Grunde führt der Preismechanismus, zu einer Gleichgewichtsbildung von Angebot und Nachfrage, was bei einem idealen Markt der Fall ist. Natürliche Monopole, Kartelle und unvollständiger Wettbewerb sind nur einige Vorkommnisse, die eine selbständige pareto-optimale Allokation von Ressourcen im Markt blockieren.[5]

Da die Theorie des idealen Marktes in der Praxis nicht immer funktioniert, ist die Frage Weimann’s: „Leistet der Markt eine effiziente Allokation knapper Ressourcen?“ (Weimann, Joachim(1991): Umweltökonomik – Eine theorieorientierte Einführung. 2.Auflage. Berlin, Heidelberg, S.18.), ein guter Ansatz um in das Problem des Marktversagens einzuführen.

Durch das Wirken von mehreren Wirtschaftssubjekten im Markt entsteht ein Zusammenhang zwischen Produktions- und Konsumaktivitäten. Dieser führt je nach Aktivität zu Kosten oder Nutzen der teilhabenden Subjekte. Im Falle eines Ausfalls des Preismechanismus, der die Steuerung normalerweise übernimmt, spricht man von externen Effekten positiver (Nutzen) sowie negativer Art (Kosten)[6]

Als Auslöser externer Effekte kommen der Staat, Unternehmen sowie Haushalte in Frage. Wenn kein Ausgleich einer Benachteiligung erfolgt, ist der Geschädigte Opfer des gewöhnlichen Kalkulationsprinzips jedes Erzeugers von negativen externen Effekten. Das Wirtschaftssubjekt kalkuliert lediglich zugunsten der eigenen Grenzkosten seines Prozesses und lässt den negativ beeinflussten Subjekten selbstständig keine Ausgleichszahlung zukommen.[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 1[8]: Produktionsprozess eines Wirtschaftssubjektes mit Einblick auf die Auswirkung externer Kosten.

[...]


[1] Fritsch, M.; Wein, T.; Ewers, H.-J. (2007), S. 90.

[2] Ebenda, S. 91.

[3] Fritsch, M.; Wein, T.; Ewers, H.-J. (2007), S. 91.

[4] Weimann, J. (1991), S. 18f.

[5] Fritsch, M.; Wein, T.; Ewers, H.-J. (2007), S. 90; Weimann, J. (1991), S. 18f.

[6] Weimann, J. (1991), S. 18f.

[7] Fritsch, M.; Wein, T.; Ewers, H.-J. (2007), S. 90f; Weimann, J. (1991), S. 18f.

[8] Vgl. Weimann, J. (1991), S.

Details

Seiten
19
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640363841
ISBN (Buch)
9783640364244
Dateigröße
980 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v130534
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen – Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Note
2,3
Schlagworte
Instrumente Umweltökonomie Internalisierung Steuern Zertifikate

Autor

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Titel: Instrumente der Umweltökonomie - Internalisierung durch Steuern und Zertifikate