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Komplexitätsmanagement logistischer Systeme

Studienarbeit 2008 24 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Hinführung

2 Grundlagen
2.1 Definitorische Abgrenzung
2.1.1 Definition Komplexität
2.1.2 Definition Komplexitätsmanagement
2.1.3 Definition Varianz
2.1.4 Definition Variantenmanagement
2.2 Komplexitätstreiber des logistischen Systems
2.3 Auswirkungen von Komplexität
2.3.1 Auswirkungen von Variantenvielfalt
2.3.2 Auswirkungen von Komplexität

3 Variantenmanagement

4 Komplexitätsm anagement

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Eidesstattliche Erklärung

Ich versichere, dass ich die vorliegende Hausarbeit selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe; aus fremden Quellen übernommene Passagen und Gedanken sind als solche kenntlich gemacht.

Diese Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen.

Ingolstadt, den 06.08.2008

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Inhaltsübersicht der Arbeit

Abbildung 2: Bestimmungsfaktoren von Komplexität

Abbildung 3: Vielfalt als Bestimmungsfaktor von Komplexität

Abbildung 4: Kostenrelevante Auswirkungen der Variantenvielfalt

Abbildung 5: Kostenrelevante Auswirkungen von Komplexität

Abbildung 6: Bestimmung der optimalen Variantenvielfalt

Abbildung 7: Eignung der Maßnahmen zur Reduzierung der Produktkomplexität

Abbildung 8: Fertigungsarten in Abhängigkeit von Varianz

Abbildung 8: Strategien für Postponement

1 Hinführung

Die Zielstellung dieser Hausarbeit besteht darin, durch die Darstellung der Ursachen von Komplexität aufzuzeigen, dass es sich um ein aktuelles Problem handelt. Die Be­deutung dabei wird durch das Darlegen der kostenrelevanten Auswirkungen von Kom­plexität unterstrichen. Darüber hinaus soll Varianten- und Komplexitätsmanagement de­finiert, vorgestellt und Maßnahmen beschrieben sowie bewertet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Inhaltsübersicht der Arbeit

Nachdem die Zielstellung der Hausarbeit dargelegt wurde, definiert Kapitel 2 Begriffe und legt die Problemstellung dar. Dies erfolgt anhand der Aufzählung von Komplexi­tätstreibern und deren Auswirkungen. Kapitel 3 zeigt die anhand einer Studie identifizierten Handlungsfelder von Variantenmanagement, welche erhebliche Potentia­le versprechen, auf. Weiter werden mögliche Maßnahmen des Variantenmanagements vorgestellt und hinsichtlich unterschiedlicher Zielstellungen bewertet. Kapitel 4 geht auf den in der Literatur häufig als Lösung des Komplexitätsmanagement propagierten An­satz „mass customization“ ein und zählt die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Komplexitätsmanagement auf. Schließlich erfolgt eine detaillierte Betrachtung von Postponement als Ansatz zur Komplexitätsbeherrschung. Abschließend zieht Kapitel 5 ein Fazit und zählt weitere Ansätze des Komplexitätsmanagements auf. Visuell ist die Inhaltsübersicht in Abbildung 1 dargelegt.

2 Grundlagen

2.1 Definitorische Abgrenzung

2.1.1 Definition Komplexität

Eine allgemeingültige Definition von Komplexität ist in der Literatur nicht vorhanden.1 Es herrscht jedoch Übereinstimmung darin, dass der Komplexitätsbegriff die Anzahl an Zuständen beschreibt, die ein System annehmen kann. Bei einer statischen Betrachtung gilt dies zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bei einer dynamischen Betrachtung werden auch Veränderungen über die Zeit berücksichtigt.2 Daher kann man Systeme anhand de­ren Verschiedenartigkeit sowie Veränderlichkeit in einfache, komplizierte und äußerst komplizierte Systeme unterteilen, wie dies in Abbildung 2 dargestellt ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bestimmungsfaktoren von Komplexität, Quelle: Krenn/Zsifkovits2007, S. 57.

Es existieren Bestimmungsfaktoren von Komplexität, welche wie folgt beschrieben werden können (siehe Abbildung 3):3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Vielfalt als Bestimmungsfaktor von Komplexität, Quelle: Franke u.a. 2002, S. 9.

1. Verschiedenartigkeit 4

Die Verschiedenartigkeit kann wiederum in Beziehungsvielfalt (Konnektivität) und Ele­mentevielfalt (Varietät) unterschieden werden. Produktseitig kann es sich dabei um die Anzahl an möglichen unterschiedlichen Bauteilen bzw. Baugruppen eines Automobils und deren möglicher Verknüpfungen handeln. Systemseitig sind die Anzahl möglicher Unternehmen bzw. Unternehmensarten auf den einzelnen Prozessstufen der Supply Chain und deren mögliche Vernetzungen zu nennen.

Die Beziehungsvielfalt wiederum kann in unterschiedliche Arten von Beziehungen (Be­ziehungsinhalt) und in die Anzahl von Beziehungen (Verknüpfungsdichte) aufgeteilt werden. Beispielsweise ist die Beziehung zwischen einem Hersteller und seinem Liefe­ranten eine andere als die zwischen dem Hersteller und seinem Kunden. Falls ein Distri­butionslager zur Belieferung aller Händler dient und von allen Werken beliefert wird, besitzt dieses eine hohe Verknüpfungsdichte.

Bei der Elementevielfalt unterscheidet man zwischen den Arten von Elementen (Unter­schiedlichkeit) und der Anzahl an Elementen (Elementemenge).5 Bei den Arten von Elementen einer Supply Chain sind beispielsweise Distributionslager und Produktions­werke des Herstellers zu nennen. Je mehr dieser Elemente in einer Supply Chain enthal­ten sind, desto komplexer ist das Gesamtsystem.

2. Veränderlichkeit 6

Produktseitig handelt es sich hierbei um die Häufigkeit in der Veränderungen während eines Produktlebenszyklus durchgeführt werden. Systemseitig ist dies die Anzahl der Änderungen an der Supply Chain im Laufe der Zeit. Als Beispiel ist die Häufigkeit zu nennen, in der Lieferanten ausgetauscht werden.

2.1.2 Definition Komplexitätsmanagement

Komplexitätsmanagement bezeichnet das Bestreben präventiv Komplexität zu vermei­den, die bestehende Komplexität auf ein optimales Maß zu reduzieren und die nicht ver­meidbare Komplexität zu beherrschen. Bezüglich der zeitlichen Vorgehensweise em­pfiehlt es sich, zunächst die Komplexitätsreduktion, als zweite Stufe die Komplexitäts­beherrschung und als strategische dritte Stufe das Vermeiden von Komplexität, durch­zuführen.7

2.1.3 Definition Varianz

Nach DIN 199 sind Varianten „Gegenstände ähnlicher Form und/oder Funktion mit in der Regel hohem Anteil identischer Gruppen oder Teile“.8 Diese Definition umfasst also den produktbezogenen Teil von Komplexität.

2.1.4 Definition Variantenmanagement

Es kann zwischen innerer und äußerer Varianz unterschieden werden. Die äußere Vari­anz ist dabei die Vielfalt an Produktvarianten, welche zur Erfüllung der Kundenwün­sche beitragen und damit den Kundennutzen erhöhen. Die innere Varianz hingegen be­schreibt die im Rahmen der Auftragsabwicklung auftretende Vielfalt an Produkten und Prozessen, die zur Erfüllung der äußeren Varianz erforderlich ist.

Nach Menge umfasst das Variantenmanagement „alle Steuerungsvorgänge zur Optimie­rung der Variantenvielfalt und zur Beherrschung der Auswirkungen variantenreicher Produktspektren“. Ziel ist es, die äußere Varianz mit möglichst geringer innerer Varianz zu realisieren.9 Es handelt sich hierbei um den produktbezogenen Teil von Komplexi-tätsmanagement. Auch hier gilt es, die bestehende Varianz zu reduzieren, die verblei­bende zu beherrschen und Varianz präventiv zu vermeiden.

2.2 Komplexitätstreiber des logistischen Systems

Eine Studie aus dem Jahr 2004 konnte folgende wesentliche Aspekte als Ursachen für die Komplexität logistischer Systeme identifizieren:10

1. Hohe Anzahl an Produkten/Dienstleistungen und Produktneueinführungen

Es zeigt sich ein zunehmendes Verlangen seitens der Kunden nach individuellen Pro­dukten und Dienstleistungen,11 bei einer gleichzeitigen Erhöhung der technischen Kom-plexität der Produkte, bedingt durch den anhaltenden technologischen Fortschritt.12 Die Unternehmen reagieren durch eine zunehmende Besetzung von Marktnischen13 und ver­kürzte Innovationszyklen. Gesetzlich vorgeschriebene oder vom Kunden gewünschte Länderanpassungen führen zu einem vergrößerten Produktangebot als auch zu einer hö­heren Variantenvielfalt bei bestehenden Produkten.14

2. Struktur der Supply Chain

Die Erschließung neuer Märkte, die Verlagerung von Produktionsstätten und Lieferan­ten ins Ausland, das organische Wachstum sowie das Wachstum durch Akquisition stei­gert die Komplexität der Supply Chain durch eine höhere Anzahl an Elementen sowie Verknüpfungen dieser.

3. Mangel an Standardisierung

Sowohl die IT- als auch die Produkt- und Organisationsstrukturen von Unternehmen sind häufig historisch gewachsen und im Nachgang nicht standardisiert. Dies führt zu Untransparenz und Unregelmäßigkeiten.15

[...]


1 Rüegg 1989, S. 17.; Beck/Fisch 2004, S. 22.

2 Westphal 2000, S. 19.

3 Krenn/Zsifkovits 2007, S. 57.

4 Krenn/Zsifkovits 2007, S. 57.

5 Firchau u.a.2002, S. 9.

6 Krenn/Zsifkovits 2007, S. 57.

7 Tebbe 2008; TCW Transfer-Centrum für Produktions-Logistik und Technologie-Management 2008.

8 Normenausschuss Technische Grundlagen (NATG) 1977.

9 Zenner 2006, S. 51 ff.

10 Geimer 2005, S. 41 f.

11 Vgl. z.B. Wildemann 2002, Wildemann 2004, Wildemann 2007, Heinrichs 1993, S. 1.

12 Vgl. Schindler 2000, S. 1.

13 Vgl. z.B. Linnemann/Stanton 1991.

14 Schuh 1989, S. 4.

15 Geimer 2005, S. 41 f.

Details

Seiten
24
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640377244
ISBN (Buch)
9783640377121
Dateigröße
568 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v130421
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Dresden International University
Note
bestanden
Schlagworte
Komplexitätsmanagement Systeme
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Titel: Komplexitätsmanagement logistischer Systeme