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Finanzierung von Energieprojekten durch Stadtwerke

Fallstudie Trianel

Seminararbeit 2008 24 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wettbewerbssituation im deutschen Energiemarkt
2.1 Analyse des Marktumfeldes
2.2 Wettbewerbssituation der Stadtwerke
2.3 Ausverkauf oder Kooperation
2.4 Die Herausforderungen der Kooperation

3 Fallstudie Trianel: GuD-Kraftwerk Hamm-Uentrop
3.1 Unternehmensporträt Trianel
3.2 Einstieg in den Erzeugungssektor
3.3 GuD-Kraftwerk Hamm-Uentrop
3.4 Finanzierungsstruktur des GuD-Kraftwerks Hamm-Uentrop

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 3-1 Strompreisentwicklung

Abbildung 3-2 Optionen der Strombeschaffung

Abbildung 3-3 Wichtige Kennzahlen des GuD-Kraftwerks Hamm-Uentrop

Abbildung 3-4 Idealtypische Finanzierungsformen

Abbildung 3-5 Beteiligte einer Projektfinanzierung

Abbildung 3-6 Beteiligungs- und Leistungsbeziehungen der TPH

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung 1

Die Liberalisierung der Energiemärkte im Jahre 1998 führte zu einem Paradigmenwechsel innerhalb der deutschen Energiewirtschaft. Zum einem entwickelte sich ein dynamischer Wettbewerb und zum anderen eröffneten sich neue Möglichkeiten für betriebliche Aktivitä-ten. Der Untersuchungsbereich der vorliegenden Arbeit wird auf die veränderte Wettbewerbs-situation des kommunalen Versorgers sowie dessen Eintritt in den Erzeugungssektor mit Hinblick auf die Finanzierung eingegrenzt. Auch wenn die Liberalisierung den Ausgangs-punkt dieser Entwicklung darstellt, wird auf eine ausführliche Erläuterung dieser verzichtet, da dies den Umfang der Arbeit bei weitem überschreiten würde. Stattdessen sei an dieser Stelle auf die zu diesem Thema umfassenden Ausführungen von HEURAUX 2004 verwiesen. Darüber hinaus beschränkt sich diese Arbeit auf den Strommarkt, so dass andere Energieträ-ger nicht weiter betrachtet werden. Die Vorgehensweise zielt auf eine systematische Heranführung an die oben eingegrenzte Thematik ab, so dass im nachfolgenden Kapitel zunächst die generelle Situation der deutschen Energiewirtschaft dargelegt wird. Dazu werden die wesentlichen Akteure des Energiemarkts vorgestellt und deren Marktanteil ermittelt. Daran anschließend findet eine detaillierte Erläuterung der Wettbewerbssituation der Stadtwerke statt. Hierbei stehen insbesondere die Folgen der Liberalisierung sowie die erwarteten Auswirkungen der bevorstehenden Anreizregulierung im Fokus der Betrachtung. Im dritten Kapitel wird, anhand des Fallbeispiels Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Hamm-Uentrop der Firma Trianel, der Eintritt der Stadtwerke in den Erzeugungssektor dargestellt. Im Mittelpunkt befinden sich hierbei einerseits die Beweggründe der Stadtwerke in diesem Sektor aktiv zu werden und andererseits die Finanzierungsstruktur des Fallbeispiels. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse sowie mit einem Ausblick auf weiterer Projekte der Trianel European Energy Trading GmbH.

2 Wettbewerbssituation im deutschen Energiemarkt

2.1 Analyse des Marktumfeldes

Im Gegensatz zum französischen Energiemarkt, in dem nur zwei öffentliche Unternehmen den Strom- und Gasmarkt versorgen, zeichnet sich der deutsche Markt durch eine Vielzahl von Energieversorgern aus. Grundsätzlich wird die deutsche Energielandschaft durch drei Arten von Akteuren versorgt. Die bedeutendste Rolle spielen die großen überregional tätigen Energieversorgungsunternehmen (EVU). Hierzu zählen insbesondere RWE, Vattenfall, EnBW und E.ON. Diese EVU werden aufgrund ihrer Marktmacht in den Bereichen Stromerzeugung und -vertrieb häufig auch als „die vier Großen“ oder „Quadrupol“ bezeich-net. Sie erzeugen rund 80% des öffentlichen Energiebedarfs in Deutschland und bedienen somit etwa ein Drittel der Endverbraucher. Darüber hinaus kontrollieren sie mit ihren Netzgesellschaften das in vier Regelzonen aufgeteilte Transportnetz (vgl. HEURAUX 2004, S. 40, SCHWAB et al. 2006, S. 10). Neben den überregional tätigen EVU existieren weitere 30 regionale Unternehmen. Diese versorgen ein weiteres Drittel des Marktes und besitzen 10% der Erzeugungskapazitäten. Auf der kommunalen Stufe agieren ca. 850 Unternehmen (Stadtwerke), die wiederum ein Drittel des Endkundenmarktes beanspruchen (vgl. HEURAUX 2004, S. 40). Es ist festzuhalten, dass in Deutschland, trotz der Liberalisierung der Energie-märkte, lediglich vier der rund 1000 Akteure einen Anteil von mehr als 5% am Energiehandel besitzen. Im Gegensatz dazu weisen die vier Großen EVU jeweils einen Marktanteil zwischen 13% und 21% auf und nehmen somit nach wie vor eine oligopolähnliche Marktstellung ein (vgl. KELLERSMANN 2007, S. 3). Im Blickpunkt dieser Arbeit stehen die kommunalen Versorger mit besonderem Hinblick auf deren Eintritt in den Erzeugungssektor. Zum besseren Verständnis dieser neuerlichen Entwicklung ist jedoch zunächst die Positionierung der Stadtwerke im Wettbewerb zu betrachten.

2.2 Wettbewerbssituation der Stadtwerke

Das natürliche Monopol, welches Stadtwerken vor der Liberalisierung noch ein festes Versorgungsgebiet zusicherte, ist längst aufgehoben. Folglich befinden sich die Stadtwerke in einer Wettbewerbssituation, in der die heimische Kundenbasis durch überregional tätige Energiekonzerne mit Discountstrategien angegriffen wird. Zwar profitieren die Stadtwerke nach wie vor von ihren Stärken wie bspw. der lokalen Erreichbarkeit oder dem Bezug zur Region, doch selbst diese Stärken können bei steigenden Endkundenpreisen schnell verloren gehen. Zudem verlangen kosten- und dienstleistungsorientierte Industriekunden zusätzlich zu einem günstigen Stromtarif komplexe Dienstleistungen (z.B. Contracting). Dies hat zur Folge, dass Stadtwerke den hohen Anforderungen dieses Kundensegments oft nicht gerecht werden können (vgl. HALLER u. REICHEL 2008, S. 48f.).

Eine weitere Schwierigkeit besteht in der wirtschaftlichen Ausrichtung der Stadtwerke. Kommunale Versorger sind in ihren wirtschaftlichen Tätigkeiten durch das Grundgesetz bzw. durch individuelle Gemeindeordnungen eingeschränkt. Diese Einschränkungen basieren im Kern darauf, dass die betrieblichen Aktivitäten eines Stadtwerks der Öffentlichkeit zweck-dienlich sind und zusätzlich nur innerhalb kommunaler Grenzen erfolgen dürfen. Aus diesem Grund stehen Stadtwerke u. a. in der Pflicht, durch sog. Quersubventionen defizitäre Bereiche, wie bspw. Bäderbetriebe oder den ÖPNV, zu unterstützen. Vor der Liberalisierung stellten diese Forderungen bereits eine beträchtliche Belastung für die kommunalen Versorger dar. Nach der Liberalisierung führten sie zusätzlich zu einem signifikanten Wettbewerbsnach-teil gegenüber privaten EVU (vgl. BIELITZA-MIMJÄHNER 2007, S. 366f.).

Der durch die Liberalisierung entbrannte Wettbewerb ist aktuell nicht der einzige Faktor, der Druck auf die Stadtwerke ausübt. Eine weitere Verschärfung der Situation ist durch die zum 1. Januar. 2009 geplante Anreizregulierung zu erwarten. Die Anreizregulierung basiert auf der Idee einer „Price-Caps“-Regulierung, die den Energieversorgern bis 2017/2018 einen maximalen Preis für die Netznutzungsentgelte vorschreibt. Mit der Anreizregulierung wird die zuvor verwendete kostenbasierte Netzentgeltkalkulation abgelöst. Es ist zu erwarten, dass in den beiden bevorstehenden Regulierungsperioden (1 Periode = 5 Jahre) die Entgelte um 35% reduziert werden (vgl. MEISTER u. CORD 2008, S. 78). Diese regulatorische Maßnahme seitens der Bundesnetzagentur zielt darauf ab, dass die EVU zukünftig ihre Gewinne durch eine Kostenreduktion maximieren und dadurch die Energiepreise für den Endverbraucher sinken (vgl. FEESS 2004, S. 348f., SAUTHOFF 2008, S. 6). Dementsprechend darf ein Unternehmen, dem es gelingt in höherem Maße Ineffizienzen abzubauen als es die Reduktion der Netzentgelte erfordert, den erwirtschafteten Mehrerlös einbehalten. Gelingt dies nicht, so führt dies zwangsläufig zu einer Gewinnreduktion bzw. zu einer Reduktion der Dividenden-ausschüttungen an die Kommunen (vgl. SAUTHOFF 2008, S. 6). Es liegt auf der Hand, dass die Anreizregulierung für kommunale Versorger eine weitere Herausforderung darstellt, da bereits die notwendige Datenerhebung zur Aufdeckung von Ineffizienzen innerhalb der Aufbau- und Ablauforganisation des Unternehmens als kostenintensiv einzuschätzen ist (vgl. JUNG 2006, S. 266ff.).

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Details

Seiten
24
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640366804
ISBN (Buch)
9783640366859
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v129894
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – E.ON Energy Research Center
Note
1,3
Schlagworte
Finanzierung Energieprojekten Stadtwerke Fallstudie Trianel

Autor

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Titel: Finanzierung von Energieprojekten durch Stadtwerke