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Wackenroder und die heilende Kraft der Musik

von M.A. Saskia Dams (Autor) Sandra Rehbehn (Autor)

Referat (Handout) 2001 5 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhalt

Übersicht

Vorbilder

Motivik

Schuld und Erlösung

Kunstreligion

Die Heilkraft der Musik in Verbindung mit den Liebenden

Diskussion: Legende Û Märchen

Literatur:

Übersicht

- Der Text gilt als Manifest der Frühromantik.
- Verfasst 1797; 1799 nach dem Tod Wackenroders von seinem Freund Tieck in den „Phantasien über die Kunst“ veröffentlicht.
- Es herrscht Unschlüssigkeit über die Zuordnung des Textes, da ein Großteil des Bandes von Tieck stammt.
- Es ist ein Zusammenhang des Märchens mit dem Leben und den übrigen Schriften Wackenroders, besonders den „Herzergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders“ und dem Aufsatz über „Die Wunder der Tonkunst“ zu bemerken.

Vorbilder

1. John Dryden, “A song for St. Cecilia’s day”:

Cäcilienmythos -> römische Heilige; galt seit dem 15. Jh. Als Schutzpatronin der (Kirchen)musik; beispielsweise sollen Kirchenräuber durch Orgelmusik vertrieben worden sein.

2. Motiv des Laute spielenden David, der den verbitterten König Saul erheitern kann und später selbst König wird.

- Die tönenden Affekte des Märchens werden mit poetischen Bildern verknüpft.
- Musik als heilende Kraft.

Motivik

1. Das Zeitrad

- Es reicht „bis an die Sterne hinüber“ -> kosmische Erscheinung
- Zeit wird akustisch wahrgenommen: „Getöse“, „Brausen“, „Sturmwindsausen“, „taktmäßig“.
- Absage an das mechanisch-rationalistische Weltbild der Aufklärung (Die Welt als Uhr) und an die von Zweck und Nutzen beherrscht bürgerliche Gesellschaft.
- Der Heilige erscheint als Märtyrer der alle Schuld auf sich genommen hat.

2. Das Bild des Orients

- „Heimat alles Wunderbaren“, inspiriert von 1001 Nacht -> Mystik.
- Handlung spielt in einem abstrakt symbolischen Raum; „Felsenhöhle“, „Fluss“, „Karawane“.
- Märchenhafte Gefühlsebene soll angesprochen werden.
- Pädagogische Wirkung

Schuld und Erlösung

- Wahnsinn des Heiligen: Nur er hört das brausende Rad der Zeit und tötet „taktlose“ Menschen. Er will mit der leidenden Welt ins Gleichgewicht kommen. -> Martyrium.
- Nacktheit des Protagonisten als Zeichen der Askese oder des Ausgeliefertseins -> Bild des heiligen Märtyrers oder für die Tragik des Menschen?
- Erlösung von allen irdischen Zwängen, einschließlich der Körperlichkeit; Auffahrt bis zu den Sternen. -> Transfiguration; ähnlich dem NT (Transfiguratio Christi) wird er in das Dasein himmlischer Wesen eingeführt.
- Entrückung in eine von der Wirklichkeit uneinholbare Ferne.
- Heiligkeit + Kunstreligion

Kunstreligion

- Kunst soll zur unmittelbaren Kommunikation mit dem Göttlichen dienen.
- Sie erlangt theophane Würde, so dass die Beschäftigung mit Kunst zu einer Art Gebet wird.

[...]

Details

Seiten
5
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638108119
Dateigröße
370 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1298
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg – Germanistisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Wackenroder Tieck Heilige Musik Liebe Romantik Kunstmärchen

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Titel: Wackenroder und die heilende Kraft der Musik