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Rezension zu: Hans Peter Ullmann - Interessenverbände in Deutschland

Seminararbeit 2002 15 Seiten

Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Inhalt und Zentrale Aussagen
2.1 1.Kapitel: Die Anfänge organisierter Interessenvertretung
2.2 2.Kapitel: Die Entstehung eines Interessenverbandssystems zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg
2.3 3.Kapitel: Der Wandel des Interessenverbandssystems im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik
2.4 4.Kapitel: Die Verformung des Interessenverbandssystems im „Dritten Reich“
2.5 5.Kapitel: Die Wiederherstellung des Interessenverbandssystems in der Bundesrepublik Deutschland

3 Kritik und Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Die Interessenverbände sind ebenso wichtige wie umstrittene Bausteine der modernen Welt.“(S.9) So lautet der erste Satz des vorliegenden Buches, das die historische Entwicklung der Interessenverbände in Deutschland darstellt und für das diese Aussage zugleich Maßstab und Legitimität bedeutet. Der Autor Hans-Peter Ullmann, seinerzeit Professor für Neuere Geschichte in Gießen, macht es sich zur Aufgabe, die Entwicklung der Anfang des 19. Jh. noch unbedeutenden Interessengruppen zu den heute mächtigen und einflussreichen Massen-organisationen, zu den wichtigen Bausteinen der modernen Welt, nachzuzeichnen. Dabei geht er auf Kontinuitäten und Diskontunitäten der historischen Entwicklung ein, welche die Interessenverbände, eben auch zu umstrittenen Bausteinen der modernen Welt machen.

In seiner Einleitung ordnet U. die Interessengruppen dem intermediären Bereich zu und folgt in seiner weitgefassten Definition[1] von Interessengruppen den meisten Politikwissenschaftlern.[2] Seine Darstellung ist dabei periodisch gegliedert: in die Zeit vor der Reichsgründung 1871, Kaiserreich bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges, Erster Weltkrieg und Weimarer Republik, Drittes Reich und Bundesrepublik Deutschland.

Die vorliegende Rezension versucht zunächst anhand dieser periodischen Gliederung, eine inhaltliche Zusammenfassung und Darstellung der zentralen Aussagen, bevor sie abschließend das Werk einer kritischen Beurteilung unterzieht.

2 Inhalt und Zentrale Aussagen

U. beschränkt seine Darstellung auf die Verbandsgeschichte der Industrie, der Landwirtschaft und des Mittelstandes, hier insbesondere des Handwerks und des Handels. Hinzu kommt die Behandlung von einigen ideellen Förderverbänden, die er als Interessenverbände definiert, die „nichtmaterielle, also politische, kulturelle oder soziale Interessen“(S.49) verfolgen. Diese Auswahl orientiert sich an der von Klaus von Beyme entworfenen Verbandstypologie[3] und weicht von dieser nur insofern ab, als er die Gewerkschaften, wegen ihrer Zuatzfunktion als Arbeitsmarktorganisation, und die politischen Verbände (z.B. Deutscher Städtetag), aufgrund ihrer Sonderstellung als öffentliche Körperschaften, nicht zu den klassischen Interessenverbänden zählt und daher im Buch nicht weiter behandelt.(S.10)

Zur historischen Untersuchung der einzelnen Verbände verfolgt U. vier Richtungskriterien: ihre Expansion, ihre Organisierung, ihre Machtbildung und ihr Einfluss im jeweiligen Herrschaftssystem, sowie ihre Inkorporierung, d.h. „ihre Einbeziehung in die politischen Entscheidungsprozesse.“(S.11)

Die fünf Kapitel des Buches entsprechen der bereits erwähnten periodischen Unterteilung. Jedes Kapitel ist nochmals in 6 einzelne Teilkapitel gegliedert, die zunächst die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen des jeweiligen Zeitabschnitts darstellen, dann in 4 Teilkapiteln die Verbandsentwicklung der Industrie, der Landwirtschaft, des Mittelstandes und der Förderverbände[4] behandeln und abschließend anhand der vier Richtungskriterien die Entwicklung des untersuchten Zeitabschnitts zusammenfassen.

2.1 1.Kapitel: Die Anfänge organisierter Interessenvertretung

U. sieht den Ursprung der heutigen Interessenverbände im Beginn der Entwicklung unserer modernen Gesellschaft. Die politische Revolution in Frankreich, welche die Ablösung der Stände- durch die bürgerliche Gesellschaft einleitet, und die industrielle Revolution in England, mit der der Übergang vom Agrar- zum Industriestaat beginnt, bilden den Ausgangspunkt dieser Entwicklung.(S.13) Als wesentliche Impulse für eine spezifisch deutsche Modernisierung werden die Preußischen Reformen, insbesondere Bauernbefreiung und Gewerbefreiheit, die Entstehung von Vereinen und die beginnende Zentralisierung, hervorgerufen durch die Mediatisierung Napoleons, aufgeführt.(S.15-19) U. vergisst zudem nicht auf Zünfte, Gilden und Korporationen als den älteren Wurzeln der heutigen Interessenverbände einzugehen.(S.19-22)

[...]


[1] U., S.9 „Sie organisieren Interessen und vertreten diese gegenüber anderen sozialen Gruppen oder den Organen der politischen Willensbildung“

[2] Vgl. Alemann,U.: Organisierte Interessen in der Bundesrepublik, Opladen 1987, S.30; Abromeit,H.: Unternehmerv., in: Lexikon der Politik, München 1992, S.453.

[3] Interessengruppen in der Demokratie, München 1980, S.71.

B. unterscheidet darin Verbände der Wirtschaft, der Gewerkschaften, des Mittelstandes, sowie ideelle Förderverbände und politische Verbände.

[4] Die Förderverbände werden nur in den ersten 3.Kapiteln, d.h. bis 1933 behandelt, da sie nach Auffassung von U. im 3.Reich untergingen.

Details

Seiten
15
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638187374
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12970
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Friedrich-Meinecke-Institut
Note
2,0
Schlagworte
Rezension Hans Peter Ullmann Interessenverbände Deutschland Interessengruppen System Bundesrepublik

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