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Biokraftstoffe: Ein Ersatz für fossile Energieträger?

Hausarbeit 2008 10 Seiten

Politik - Klima- und Umweltpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Definition

Brasilien
Geschichte
Folgen der Ethanolproduktion

Biosprit in Deutschland

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Ausarbeitung ist die Modulprüfungsleistung für das Seminar: „Globale Umweltpolitik: Das Beispiel der Konvention über biologische Vielfalt“. In dem Seminar haben wir uns mit Inhalten und Themen der Konvention zur biologischen Vielfalt beschäftigt. Dabei wurden von den Studenten verschiedenen Themengebiete übernommen und in Form von Referaten vorgestellt. Mein Aspekt war Biosprit. In dieser Ausarbeitung werde ich, in Anlehnung an mein Referat, der Frage nachgehen, inwiefern Biosprit eine sinnvolle Alternative zu fossilen Kraftstoffen darstellt. Dazu werde ich eingangs in einer kurzen Definition beschreiben, was Biokraftstoffe sind. Anschließend werde ich die Geschichte und die Folgen der Biospritproduktion vom Weltmarktführer Brasilien, sowie die Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu diesem Kraftstoff näher beleuchten. Abschließen werde ich diese Ausarbeitung mit einem persönlichen Fazit, in dem ich meine Meinung zu dem Thema äußern werde. Grundlage für diese Ausarbeitung war eine Fallstudie von Brot für die Welt über Agroenergie in Lateinamerika.

Definition

Biokraftstoffe sind alle Kraftstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Der Begriff „Bio“ bezieht sich dabei nicht auf die Anbauform wie bei Bio-Lebensmitteln, sondern auf die Regeneration der Rohstoffe. Somit stellen Biokraftstoffe das Gegenteil zu fossilen Energieträgern dar. Nach einer Richtlinie der Europäischen Union[1] sind Biokraftstoffe „flüssige oder gasförmige Verkehrskraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden“[2]. Der Begriff Biomasse bezeichnet dabei „den biologisch abbaubaren Teil von Erzeugnissen, Abfällen und Rückständen der Landwirtschaft (einschließlich pflanzlicher und tierischer Stoffe), der Forstwirtschaft und damit verbundener Industriezweige sowie den biologisch abbaubaren Teil von Abfällen aus Industrie und Haushalten“[3]. Im Bereich der Verkehrskraftstoffe zählt zu den Biokraftstoffen unter anderen Bioethanol, Biodiesel, Biogas, Biowasserstoff und auch synthetische Biokraftstoffe. Des Weiteren wird auch reines Pflanzenöl unter bestimmten Voraussetzungen als Biokraftstoff anerkannt. Bei Kraftstoffsorten die ausschließlich unter Verwendung landwirtschaftlicher Erzeugnisse hergestellt werden, spricht man auch von Agrokraftstoffen.

Brasilien

- Geschichte

Die Produktion von Biokraftstoffen hat in Brasilien eine lange Geschichte. Bereits 1975 verabschiedete die Regierung Brasiliens ein Programm zur Förderung des Anbaus und zur Verarbeitung von Zuckerrohr zur Bioethanolgewinnung. Auslöser dieses Programms war die Ölpreiskrise 1973. Der Gedanke hinter dem Förderungsprogramm war, sich unabhängiger von ausländischen Erdölimporten zu machen. Es wurde daher nicht nur in den Biospritsektor investiert, sondern auch neue Ölfelder im eigenen Land erschlossen. Dies war aber eher nebensächlich, da die Erdölfelder auf natürliche Weise begrenzt sind. Ein weiteres erklärtes Ziel des Proálcool genannten Programms war es die weltweite Führungsrolle Brasiliens im Export von Bioethanol zu festigen und weiter auszubauen. Insgesamt wurden für das gesamte Programm immense finanzielle Mittel von staatlicher Seite zur Verfügung gestellt. Diese Gelder kamen aber nicht nur von der Regierung, sondern auch von Entwicklungshilfsorganisationen wie die UNDP, UNEP, Weltbank und direkte Entwicklungshilfe unter anderem aus Deutschland. Mit diesen Geldern wurden neben dem reinen Anbau und der Verarbeitung von Zuckerrohr und einigen anderen Bioenergieträgern auch die biotechnologische Neu- und Weiterentwicklung vor allem von Zuckerrohr gefördert.

Mit dem zweiten Ölpreisschock 1979/ 80 erfuhr das Proálcool Programm nochmals einen Schub und wurde weiter ausgebaut. Der Bau und Kauf von Autos, welche ausschließlich mit Ethanol betrieben werden, wurden nun staatlich subventioniert. Dies führte Ende der achtziger Jahre dazu, dass es zu einem Versorgungsengpass von Bioethanol kam. Zu viele Menschen hatten sich mit staatlicher Hilfe ein Ethanol betriebenes Auto gekauft, sodass die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden konnte. Daraufhin wurde das Proálcool Programm stark zurückgefahren. Erst mit der Einführung von so genannten Flex-Fuel Fahrzeugen, welche sowohl mit Ethanol als auch mit normalem Benzin betrieben werden können, wurde das Programm 2003 wiederbelebt. Innerhalb weniger Jahre hat sich seitdem der Anteil der Flex-Fuel Fahrzeuge bei den Neuzulassungen auf nahezu 80 Prozent erhöht. Insgesamt hat die brasilianische Regierung ihre Subventionen ab Mitte der neunziger Jahre deutlich verringert. Schätzungen zufolge wurden für das Proálcool Programm über 12 Milliarden US Dollar aufgewandt, von denen ein Grossteil in Krediten ausgegeben und niemals zurückgezahlt wurde.[4]

[...]


[1] Richtlinie 2003/30/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Mai 2003 zur Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor

URL: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/oj/2003/l_123/l_12320030517de00420046.pdf

[2] Artikel 2a oben genannter Richtlinie

[3] Artikel 2b oben genannter Richtlinie

[4] Xavier, Marcus Renato S. (2007): The Brazilian Sugercane Ethanol Experience.

URL: http://bccolaboradores.blogspot.com/2007/03/brazilian-sugarcane-ethanol-experience.html

Details

Seiten
10
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640358540
ISBN (Buch)
9783656415848
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v129604
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
10
Schlagworte
Biokraftstoffe Ersatz Energieträger

Autor

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