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Archäobotanik der Pfahlbausiedlung Konstanz-Staad Hörlepark (Baden-Württemberg)

Subsistenz und Vegetation in der Urnenfelderzeit

Magisterarbeit 2005 145 Seiten

Archäologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Aufgabenstellung und Ziele
1.2. Gliederung

2. Lage des Fundortes

3. Geologie

4. Klima

5. Vegetation

6. Archäologische Grundlagen
6.1. Forschungsgeschichte
6.2. Funde und Befunde
6.3. Datierung

7. Material und Methode

8. Rezente ökologische Verbreitung der Arten und Bestimmung der Taxa

9. Kulturpflanzen
9.1. Neuer Spelzweizen

10. Sammelwirtschaft

11. Vegetation um Konstanz-Staad Hörlepark
11.1. Vorbemerkungen
11.2. Rekonstruktion der Vegetation
11.2.1. Wälder
11.2.2. Uferzone
11.2.3. Unkrautflora
11.2.4. Grünland
11.2.5. Sonstige
11.2.6. Haftdoldenverband

12. Zusammenfassung

13. Literatur

14. Anhang

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werden die Ergebnisse der archäobotanischen Untersuchungen des urnenfelderzeitlichen Fundortes Konstanz-Staad Hörlepark vorgelegt.

Die Urnenfelderzeit ist von vielfältigen Veränderungen und Umbrüchen gekennzeichnet. Die materiellen Hinterlassenschaften dieser Zeit unterscheiden sich deutlich von denen der vorangegangenen neolithischen und bronzezeitlichen Kulturen. Erste Objekte aus Eisen treten in dieser Zeit auf.

Am Ende der Urnenfelderzeit wird ein Umbruch in der Siedlungstradition sichtbar. Die Erforschung der Urnenfelderzeit hat insbesondere im Bereich der Seeufersiedlungen eine besondere Bedeutung. Die Tradition, Pfahlbausiedlungen an den Seeufern zu errichten, bricht mit dem Ende der Urnenfelderzeit aus bisher ungeklärter Ursache ab.

Die Archäobotanik liefert wichtige Anstöße zur Erforschung dieser Veränderungen in der materiellen Kultur und in der Siedlungstradition. Einerseits kann sie Hinweise zur Wirtschaftsgeschichte, andererseits wichtige Informationen zu Standortfaktoren wie Vegetation und klimatischer Situation geben.

Wirtschaftsarchäologische Untersuchungen befassen sich mit der Subsistenz prähistorischer Menschen, also mit den Lebensbereichen, die für die Existenz menschlicher Gemeinschaften grundlegend sind. Diese bestimmen nicht nur große Teile des damaligen Alltags, sondern haben in mannigfacher Weise Auswirkungen auf die gesamte Vielfalt der Kultur.1

1.1. Aufgabenstellung und Ziele

Die Aufgabe dieser Arbeit ist die Erforschung der wirtschaftlichen Subsistenz und der Vegetation der urnenfelderzeitlichen Siedlung Konstanz-Staad Hörlepark. Diskutiert wird auch die Datierung dieses Fundortes, die bislang noch nicht eindeutig geklärt ist.

Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist der Vergleich mit anderen Siedlungen der Urnenfelderzeit. Ziel ist es, allgemeine Entwicklungstendenzen im Ackerbau und in der Pflanzennutzung dieser Zeit festzuhalten.

Die Anzahl der archäobotanisch untersuchten Siedlungen aus dieser Zeit ist sehr begrenzt. Vom Bodensee wurde bislang lediglich Material der Stationen Hagnau-Burg2, Unteruhldingen3, Konstanz-Langenrain4, sowie Konstanz-Rauenegg5 vorgelegt. Die beiden letztgenannten Untersuchungen aus den 1930er Jahren können aufgrund anderer methodischer Herangehensweise nur bedingt zu Vergleichen herangezogen werden. Weitere archäobotanische Ergebnisse von Feuchtbodensiedlungen im süddeutschen und Schweizer Raum sind von den urnenfelderzeitlichen6 Siedlungen „Wasserburg Buchau“7, Zürich- Mozartstrasse8 Zürich-Alpenquai9, Ürschhausen-Horn10, Zug-Sumpf11 und Hauterive- Champréveyres12 bekannt. Andere archäobotanische Untersuchungen von Siedlungen wie z.B. Burkheim Vogtsburg13, Wiesloch-Weinäcker14 oder Stuttgart-Mühlhausen15 mit verkohlt erhaltenen Makroresten sind mit einigen Vorbehalten zu erwähnen. Die Erhaltungsbedingungen von botanischem Material sind dort erheblich schlechter und das Artenspektrum ist deshalb stark eingeschränkt.

In Anbetracht des unzureichenden Forschungsstands der Archäobotanik für die Urnenfelderzeit, stellt die hier vorgelegte Untersuchung der Siedlung Konstanz-Staad Hörlepark eine grundlegende Ergänzung dar.

1.2. Gliederung

Die Arbeit ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Als Einführung in das Thema werden Lage, Geologie, Klima und Vegetation von Konstanz-Staad Hörlepark beschrieben. Anschließend werden die Forschungsgeschichte zum Fundort sowie die archäologischen Befunde und Funde mit besonderer Berücksichtigung der Stratigraphie dargestellt, sowie die Datierung des Fundortes diskutiert.

Im botanischen Teil wird auf das Probenmaterial und dessen Aufbereitung sowie allgemeine Untersuchungsmethoden eingegangen. Zum einen werden zuerst alle in den Proben nachgewiesenen Pflanzenarten hinsichtlich ihrer rezenten ökologischen Verbreitung beschrieben. Zum anderen werden die Bestimmungsmerkmale der gefundenen Pflanzenreste der Kulturpflanzen sowie der wichtigsten Wildpflanzen erläutert.

Nachdem die Tendenzen im Ackerbau in Konstanz-Staad Hörlepark diskutiert und mit anderen urnenfelderzeitlichen Fundorten verglichen werden, wird die Sammelwirtschaft dieser Siedlung betrachtet werden. Danach wird die Vegetation von Konstanz-Staad rekonstruiert.

Abschließend werden in einer Synthese alle Ergebnisse der Untersuchung zusammenfassend vorgestellt und diskutiert.

2. Lage des Fundortes

Der Fundort Konstanz-Staad Hörlepark liegt am Bodensee im Nordosten der Halbinsel Bodanrück, etwa 3 km südöstlich der Insel Mainau.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Lage Konstanz-Staad Maßstab 1:25.000.

Dort befindet sich der Hohenegger Bergrücken an dessen südlichem Ende sich eine kleine Landzunge in den See erstreckt. Der Geländesporn dient noch heute als Fähranleger. Die Station liegt südlich der Hornspitze, auf der sich heute der Fährhafen befindet, auf einer Höhe von 393,56 m ü. NN. Seewärts in Richtung Ostnordost zieht sich durch die prähistorische Siedlung eine Geländerippe.

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Abb. 2: Lageplan Konstanz-Staad Hörlepark Dr. M. Mainberger, Ortsakten LDA Hemmenhofen.

3. Geologie

Die Landschaft in Konstanz-Staad wird durch Jungmoränen mit ihren typischen Ablagerungen und Geländeformen bestimmt. Die Siedlung lag wie der gesamte Bodensee im Stammbecken des würmzeitlichen Rheingletschers. Dieser reichte in seiner maximalen Ausdehnung weit über das Bodenseebecken hinaus bis an den Südrand des Federseebeckens sowie bis an die Westgrenze des zentralen Hegaus. Im Hinterland von Konstanz-Staad befinden sich einige wenige Drumlinfelder. Geschiebemergel der Grundmoräne, alpine Schotter und Gesteine der Molasse sind das basenreiche und karbonatreiche Ausgangsmaterial der Bodenbildung. Die allgemeine Bodenbildung setzte im Alleröd ein, sie führte zur Entstehung von Parabraunerden mit einer geringen Entkalkungstiefe. Lößböden fehlen im Bodenseegebiet völlig.16

4. Klima

Das Klima des Bodensees ist gekennzeichnet durch relative Niederschlagsarmut, durch milde Winter und mäßig warme Sommer. Es entspricht nach Lang (1973) einer Übergangssituation zwischen maritimem Klima (weniger als 15 °C) und kontinentalem Klima (mehr als 20 °C). Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt in Konstanz 8,9 °C. Die Julimitteltemperatur schwankt in Seenähe zwischen 17,5 und 18,1 °C. Die Januarmitteltemperatur liegt bei etwa 0 °C. Mit weniger als 100 Frosttagen liegt das Bodenseegebiet unter dem Durchschnitt der angrenzenden Gebiete.17 Die mittleren jährlichen Niederschläge betragen auf dem Bodanrück über 800 mm.18 Ursachen für das günstige Klima sind die relativ niedrige Lage des Bodensees, die ausgleichende Wirkung des Wassers mit seiner hohen Fähigkeit, Wärme zu speichern, die Reflexionswirkung des Seespiegels, das häufige Auftreten von Föhn- Wetterlagen und die besonders im Herbst häufigen Nebel, welche die nächtliche Wärmereflexion, allerdings auch die Einstrahlung am Tage vermindern.19

5. Vegetation

Die heutige Vegetation des Bodensees ist völlig vom Menschen geprägt, nur kleine Teile in Feuchtgebieten sind noch als natürlich zu bezeichnen. Lang (1973) hat die potentielle natürliche Vegetation des Gebietes weitgehend untersucht und kartiert.

Die Karte der potentiellen natürlichen Vegetation wurde nach der heutigen realen Vegetation unter Heranziehung von pollenanalytischen Untersuchungen und Studien aus Archiven der Forstwirtschaft erstellt.20

Seine Karte zeigt, dass sich an das Siedlungsareal der urnenfelderzeitlichen Menschen aus Konstanz-Staad Hörlepark direkt am See landwärts Buchenwälder anschließen. Er schließt in dieser Kategorie die Pflanzengesellschaften Luzulo-Fagetum, Asperulo-Fagetum und Carici- Fagetum mit ein.21 Jedoch erwähnt er, dass diese Untergliederung der Buchenwälder in Simsen-, Waldmeister- und Seggen-Buchenwälder erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Dies hängt damit zusammen, dass der in der Molasse- und Jungmoränenlandschaft oft vorhandene kleinflächige Wechsel zwischen tief-, mittel- und gar nicht entkalkten Böden bei den Ersatzgesellschaften durch Düngung überdeckt und damit schwer erkennbar wird. Dieser kleinflächige Wechsel im Kalkgehalt des Bodens wird aber bei der ökologischen Betrachtung der in den archäobotanischen Proben nachgewiesenen Arten deutlich. Trotzdem sieht Lang die Gesellschaft der Waldmeister-Buchenwälder (Asperulo-Fagetum) als vorherrschende Pflanzengesellschaft.22 Nach Lang kommen in diesen so genannten Schlussgesellschaften folgende Wiesengesellschaften vor: Onobrychio-Brometum (Esparsetten-Halbtrockenrasen), Gentiano-Koelerietum (Enzian-Zwenkenrasen), Dauco-Arrhenatheretum (Tiefland- Glatthaferwiese) und Alchemillo-Cynosuretum (Kammgrasweide). Er sieht in Abhängigkeit der angebauten Arten die folgenden Ackerunkrautgesellschaften als potentielle Vegetation im Gebiet der Buchenwälder: Aphano-Matricarietum(Kamillen-Gesellschaft), Melandrietum noctiflori (Ackerlichtnelken-Gesellschaft), Kickxietum (Tännel-Leinkraut-Gesellschaft), Chenopodio-Oxalidetum (Gänsefuß-Sauerklee-Gesellschaft), Setario-Veronicetum (Borstenhirsen-Gesellschaft) und Muscari-Allietum (Weinberg-Lauch-Gesellschaft).23

6. Archäologische Grundlagen

6.1. Forschungsgeschichte

Die Station Konstanz-Staad Hörlepark (alte Bezeichnung Allmansdorf-Staad) wurde bereits im 19. Jahrhundert gemeldet, ihre genaue Lage geriet danach jedoch für über hundert Jahre in Vergessenheit. Dabei war unklar, ob es sich um eine oder um mehrere Stationen handelte. Die erste Erwähnung von Pfahlbauten zwischen dem heutigen Fährschiffanleger und dem Weiler Egg stammen bereits aus dem 19. Jahrhundert von Heierli24 und Schnarrenberger25. Von Tröltsch erwähnte Konstanz-Staad in seiner Monographie zwei Mal26, was nach Ansicht des Taucharchäologen Dr. M. Mainberger dafür spricht, dass er damit zwei Fundstellen meinte.27 Nach von Tröltsch enthielt die Station "in ihrem untern Theile Steinartefakte, im oberen Bronzegeräthe". Sie bilde ein ca. 4000 Pfähle umfassendes Viereck. Er nennt den Arzt Lachenmann aus Überlingen als Entdecker des Fundortes.28 Aus Lachenmann´s Privatsammlung stammen auch die einzigen bis 2002 bekannten Bronzegegenstände aus Konstanz-Staad.29 In einer weiteren Erwähnung des Fundortes nennt er "nur wertlose Scherben".30 Munro spricht später explizit von einer zweiten Fundstelle "juste en face du village d´Egg".31 Nach seiner Publikation fanden sich keine weiteren Hinweise mehr auf die Pfahlbauten an dieser Stelle.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Altfunde Konstanz-Staad (aus Schöbel 1996 Tafeln 18, 19)

Über zwei Jahrzehnte wurden Versuche unternommen, die Siedlung wieder aufzufinden. Es wurden Begehungen durchgeführt, Sammler befragt und Tauchgänge unternommen. All diese Versuche blieben erfolglos, die durch die Bronzefunde als spätbronzezeitlich ausgewiesene Fundstelle wieder aufzufinden. Entdeckt wurden in der ausgebaggerten und durch den Fährbetrieb stark zerfurchten Fahrrinne jedoch mit der historischen Schifffahrt in Verbindung stehende Pfählungen. Der Fund eines Steinaxtfragmentes durch den Sammler H. Maier war lange Zeit der einzige Hinweis auf eine prähistorische Besiedlung in Konstanz-Staad Hörlepark.

Die Wiederentdeckung der Fundstelle gelang durch einen Zufall. In einem Prospekt des Fremdenverkehrsamtes Konstanz fand sich ein Luftbild, das östlich des Hafens braune Verfärbungen zeigte. Deren Strukturierung erinnerte Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes so sehr an Luftbilder von Pfahlsiedlungen mit freiliegenden Pfählen, dass im Dezember 2002 ein erster Kontrolltauchgang unternommen wurde. Peter Schwörer, der den Tauchgang leitete fand den Fundort auf Anhieb. Entdeckt wurde ein Pfahlbaufeld mit spätbronzezeitlicher Keramik und einer weiteren Kulturschicht, die sich keilförmig im Südwesten des Pfahlfeldes anschloss.32

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Abb. 4: Luftbild von Konstanz-Staad aus dem Prospekt des Fremdenverkehrsamtes Konstanz.

6.2. Befunde und Funde

Allgemeine Stratigraphie

Für die taucharchäologische Untersuchung wurden Bohrfluchten angelegt. Bei der Betrachtung von zwei Bohrprofilen wurde eine sehr eindeutige Stratigraphie erkannt. Die oberste Schicht bestand aus 3-4 cm dicker Seekreide, die eine sandige Matrix aufwies. Darunter folgte eine Kulturschicht, die wiederum eine Stärke von etwa 3-4 cm hatte. In der Kulturschicht waren selbst in den dünnen Bohrprofilen größere Holzstücke erkennbar. Sie war außerdem geprägt von einer relativ sandigen Matrix mit großen Anteilen von Holzspänen und Holzkohlen. Eine Mehrphasigkeit konnte nicht erkannt werden. Unter der Kulturschicht befand sich die 24-26 cm große untere Seekreideschicht, die ähnlich wie die obere Seekreideschicht eine sehr sandige Matrix hatte. Beide bearbeitete Profile wiesen die gleiche Stratigraphie auf.

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Abb. 5: Grabungsplan Dr. M. Mainberger, Ortsakten im LDA Hemmenhofen.

Bei den Grabungen wurde festgestellt, dass die Kulturschicht in stark sandige Matrix eingebettet war. Es handelte sich dabei um groben Detritus, der zahlreiche große Bestandteile wie Rinden, Holzfragmente, Holzkohlen und Späne enthielt. Auffällig viele Holzbestandteile wiesen Werkzeugspuren auf und können somit als Arbeitsabfälle gedeutet werden. Stark verrollte Holzkohlen, zahlreiche Mollusken, die unfragmentiert gefunden wurden, sowie Sand wiesen nach Ansicht des Ausgräbers Dr. M. Mainberger auf starken Wassereinfluss bei der Schichtbildung hin. Der etwa 2-3 m breite Kulturschichtstreifen lag auf 393,5 m ü NN und fiel in sehr flachem Winkel in Richtung See ab.33

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Abb. 6: Profilplan Dr. M. Mainberger, Ortsakten im LDA Hemmenhofen.

Pfahlfeld

Im Zentrum der Station wurden Schnitte34 angelegt, die zeigten, dass im landwärtigen Teil des Pfahlfeldes nur noch Pfahlspitzen vorhanden sind. Somit ist damit zu rechnen, dass Pfähle bereits verloren gegangen sind. Im Zentrum fanden sich nach Angaben von Dr. M. Mainberger massive "Eichenspältlinge", deren Bearbeitungsspuren gut zum urnenfelderzeitlichen Material passen würden. Anhand welcher Kriterien der Ausgräber das feststellen konnte, erwähnte er leider nicht. Seewärts vor dem Pfahlfeld ließen sich mindestens zwei oder drei Palisadenreihen nachweisen, die mehrheitlich aus Weichhölzern bestanden.35

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Abb. 7: Plan Pfahlfeld Dr. M. Mainberger, Ortsakten im LDA Hemmenhofen.

Funde

Alle Funde stammen von der Oberfläche der Kulturschicht. Im landwärtigen Bereich wurden mehr Funde verzeichnet als in den seewärtigen Bereichen. Die Keramik war meist stark erodiert, vereinzelt wies sie massive Versinterungen auf. Einige Scherben erschienen laut M. Mainberger bruchfrisch und unerodiert. Es handelte sich generell um "spätbronzezeitliche"36, also urnenfelderzeitliche Keramik, die schamottgemagert und hart gebrannt war. Ein frühbronzezeitliches Gefäß (s. u.) wurde zusammen mit dem urnenfelderzeitlichen Material angetroffen. Die Funddichte war nach Mainberger gering. Mit einer Metallsonde wurden Versuche unternommen, weitere Bronzegegenstände aufzuspüren. Außer einigen neuzeitlichen Metallobjekten wurden jedoch keine antiken Metallgegenstände gefunden.37

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Abb. 8: Kulturschicht ohne Angabe der genauen Lage, Dr. M. Mainberger (Foto: T. Rott)

Prospektion des Außenbereiches seewärtig vor der Station

Die oben beschriebene Geländerippe setzt sich, wie das Luftbild zeigt, in das tiefere Wasser fort. Dort wurde eine "im Winter im Flachwasser liegende, sehr flach abkeilende und sandige Kulturschicht" gefunden, die starker Erosion ausgesetzt ist.38 Weitere Angaben über Funde oder Befunde wurden nicht gemacht.

6.3. Datierung

Bei der gefundenen Keramik handelt es sich ausschließlich um Oberflächenfunde der Kulturschicht. Es wurde hart gebrannte, schamottgemagerte Keramik der Urnenfelderzeit gefunden. Eine Ausnahme stellt ein becherförmiges Gefäß dar, das ebenfalls an der Oberfläche der Kulturschicht gefunden wurde. Dieses Gefäß ist im Unterschied zum übrigen Fundmaterial in die Frühbronzezeit zu datieren. Ein vergleichbarer Becher wurde in Bodman- Schachen I gefunden.39

Aufgrund dieses Fundes war die Datierung des Fundortes mit gewissen Unsicherheiten behaftet. Die Kulturschichten zeigten sowohl bei der Grabung selbst, als auch bei den im Labor bearbeiteten Profilen keinerlei Anzeichen von Mehrphasigkeit im Sinne einer lang andauernden Besiedlung über mehrere Zeitstufen oder zwei aufeinander folgenden Siedlungen im Abstand mehrerer Jahre. Deshalb lag es nahe anzunehmen, dass es sich durch den Terminus post quem um eine urnenfelderzeitliche Kulturschicht handeln müsse. Das Fälldatum einer Palisade wurde dendrochronologisch auf das Jahr 850 v. Chr. bestimmt, sie stammt somit aus der jüngeren Urnenfelderzeit. Es handelt sich dabei um einen Eichenpfahl mit Waldkante.40

Beim Auslesen einer weiteren Bodenprobe aus dem Kulturschichtkeil außerhalb des Palisadenringes wurden zwei Gerstenkörner zur AMS-Datierung geschickt, bei der ein Datum von 2725 +/- 40 B. P. festgestellt wurde. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 68,2 % wurde im 2-Sigma-Bereich ein kalibriertes Datum zwischen 905 und 825 B. C. ermittelt. Das Datum im 1-Sigma-Bereich lag mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,4 % zwischen 970 und 800 B. C.. Auch dieses Datum liegt in der jüngeren Urnenfelderzeit.41

Außerdem wurden aus einer Bodenprobe, die nachträglich innerhalb des Palisadenrings von M. Mainberger entnommen wurde, Hölzer zur konventionellen 14C-Datierung entnommen.42 Das Ergebnis aus dem Institut für Umweltphysik in Heidelberg ergab ein kalibriertes Datum mit einer Wahrscheinlichkeit von 68,2 % im 2-Sigma-Bereich zwischen 905 und 810 B. C.. Im 1-Sigma-Bereich wurde ein Datum zwischen 900 und 830 B. C. mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,4 % ermittelt. Das unkalibrierte Datum lag bei 2710 +/- 25 B. P..43 Diese Ergebnisse der Datierung liegen ebenfalls in der jüngeren Urnenfelderzeit.

Aus der Probe 3 wurden mehrere Pollenproben entnommen, die freundlicherweise von Prof. Dr. M. Rösch (Leiter des botanischen Labors im Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Außenstelle Hemmenhofen) bearbeitet wurden. Die Ergebnis der Pollenproben und der Abgleich mit anderen Pollenprofilen ergab ebenfalls eine sehr wahrscheinliche Datierung in der Urnenfelderzeit.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass alle Datierungen die Kulturschicht in die jüngere Urnenfelderzeit verweisen. Deshalb kann man meines Erachtens mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Fundort Konstanz-Staad Hörlepark urnenfelderzeitlich ist. Der Becher aus der Frühbronzezeit muss demzufolge entweder sekundär verlagert worden sein oder er wurde als alter Gegenstand durch die urnenfelderzeitlichen Menschen in die Siedlung verbracht.

7. Material und Methode

Bei der Probenentnahme traten leider große Schwierigkeiten auf, die starke Auswirkungen auf die Interpretation der Ergebnisse haben. Mir wurden insgesamt 15 Proben zur Verfügung gestellt, von denen die meisten von außerhalb des Palisadenringes stammen. Eine Probe, die später von M. Mainberger innerhalb des Palisadenrings entnommen wurde44, konnte fachgerecht geschlämmt werden. Allen anderen Proben waren ursprünglich nur Schlämmrückstände der archäologischen Schlämmung. Das heißt, dass praktisch alle Proben durch ein 2 mm-Sieb geschlämmt und nur die übrig gebliebenen organischen Rückstände dann für die archäobotanische Bearbeitung zur Verfügung gestellt wurden. Das hat einen entscheidenden Einfluss auf die Repräsentativität der Ergebnisse. Alle kleineren Pflanzenreste wie zum Beispiel Mohnsamen oder viele Wildpflanzen sind dabei nicht mehr ordnungsgemäß erfassbar, da sie zum Teil aus der Probe ausgeschlämmt wurden. Als Glücksfall kann man die "unsaubere" Schlämmung der Proben bezeichnen, so dass von vielen Arten, deren Pflanzenteile recht klein sind, zumindest die Anwesenheit festgestellt werden konnte. Dennoch sind fast alle Ergebnisse der archäobotanischen Untersuchungen unter dem Vorbehalt zu betrachten, dass sie nicht repräsentativ sein können.

Des Weiteren habe ich noch zwei Profile zur Bearbeitung erhalten, deren Volumen aber derart gering war, dass wiederum eine repräsentative Auswertung nur eingeschränkt möglich war. Die Profile wurden in der gleichen Weise untersucht, wie es nachfolgend für Probe 3 beschrieben wird.

Probe 3 wurde nach archäobotanischen Kriterien aufbereitet. Sie ist als ein Quadratmeter großer Profilabstich auf einem Blech von M. Mainberger geborgen worden. Die Probe wurde beschrieben, die Stratigraphie aufgenommen und fotografiert. Danach wurden die einzelnen Schichten abgetragen und separiert. Weiter bearbeitet wurde nur die Kulturschicht. Diese wurde mit einem Siebsatz von 2 mm, 0,5 mm und 0,25 mm nass geschlämmt, um überschaubare, einfach auszulesende Fraktionen zu erhalten. Zur besseren Trennung von den anorganischen Bestandteilen der Probe wurde die so genannte Goldwäschermethode angewendet. Mit der Goldwäschermethode wird der Umstand genutzt, dass die leichteren organischen Bestandteile meist oben schwimmen und die anorganischen schwereren Bestandteile sich eher auf dem Boden des Gefäßes sammeln. Deshalb kann man durch vorsichtiges Abgießen zuerst die organischen Rückstände bergen, zuletzt bleiben die anorganischen Rückstände auf dem Boden liegen. Es wurden dabei Volumen und Gewicht der Probe vor und nach dem Schlämmen bestimmt.45 Es wurde darauf verzichtet, diese Angaben für die einzelnen Fraktionen zu erheben, da alle Fraktionen vollständig ausgelesen wurden.

Zählung der gefundenen Samen und Früchte

Die Fragmente der Taxa wurden generell als 0,2 (1/5) gezählt, um sie erfassbar zu machen Es ist klar, dass nicht jedes Fragment genau ein Fünftel des ganzen Taxons darstellt. Da diese Fragmente aber ansonsten nicht in die Untersuchung aufgenommen werden können, wurde bei der Darstellung der Gesamttabelle obiges Verfahren gewählt. In den Tabellen für die einzelnen Proben wurden die ganzen und die fragmentarischen Teile der Taxa getrennt aufgeführt, damit die verwendeten Summen nachvollziehbar bleiben. Bei Summen mit Dezimalstellen wurde generell aufgerundet, da ja auch 0,2 ein Beleg von einem Taxon darstellt.

Bei der quantitativen Auswertung des Pflanzenmaterials ist darauf zu achten, dass nur Gleiches mit Gleichem verglichen wird. So enthält eine Schlehe beispielsweise nur einen Kern, während eine Mohnkapsel über 1000 Samen enthält.

Außerdem wurde bereits im Kapitel Probenaufbereitung erwähnt, dass zum größten Teil nur grob geschlämmtes Material zur Auswertung zu Verfügung stand. Dort fehlen durch ihre geringe Größe vor allem Wildpflanzen mit kleineren Samen oder Früchten. Glücklicherweise konnte bei einigen Arten wenigstens die Präsenz festgestellt werden. Wie viel aber an kleinen Pflanzenresten verloren gegangen ist, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

Aus diesen Gründen wurde auch die Stetigkeitsberechnung als Mittel der Auswertung gewählt. Bei Stetigkeitsberechnungen ist zu beachten, dass eine Art eine hohe Stetigkeit haben kann, ohne dass sie in großen Stückzahlen erhalten sind. So sind beispielsweise Karyopsen von Nacktweizen mit einer Stetigkeit von 60 % in allen Proben enthalten, erreichen aber insgesamt nur eine absolute Anzahl von 19 Stück in allen Proben. Die Karyopsen von Dinkel, die nur in einer Stetigkeit von 53,3 % nachgewiesen wurden, kamen aber in einer absoluten Gesamtzahl von 60 Stück vor.

8. Rezente ökologische Verbreitung der Arten und Bestimmung der Taxa

Um den Katalog übersichtlich zu halten, wurden nur die Samen und Früchte aller Kulturpflanzen und die der schwer zu bestimmenden Wildpflanzen mit jeweiligen Literaturangaben beschrieben. Nomenklatur und Beschreibungen der rezenten Verbreitungsschwerpunkte der einzelnen Arten wurden sämtlich aus Oberdorfer (1994) entnommen. Die Familien und die Arten sind nach ebenfalls nach dem System von Oberdorfer geordnet. Anderenfalls wurde dies in einer Fußnote separat vermerkt. Dies dient der Übersichtlichkeit und Einheitlichkeit, da verschiedene Autoren verschiedene Nomenklaturen und abweichende Ansichten zu den einzelnen Arten haben.

Die Moosarten wurden ausschließlich nach dem System Frahm & Frey (2004) nach Familien und Arten geordnet, die rezente ökologische Verbreitung der Arten wurde ebenfalls aus diesem Florenwerk übernommen.

Mit „cf.“ (conferre) benannte Arten konnten nicht sicher bestimmt werden. Die Bestimmung auf die genannte Art wird jedoch als sehr wahrscheinlich betrachtet. Zu allen bestimmten Arten wurden der lateinische und der deutsche Name sowie die Angabe der erhaltenen Pflanzenteile angeführt.

Die jeweiligen gefundenen Pflanzenteile einer Art wurden in verschiedenen Typen erfasst. So können von einer Art mehrere Typen vorkommen, von Triticum spelta L. (Dinkel) wurden zum Beispiel Hüllspelzen und Karyopsen gefunden.

Die Bestimmungen der einzelnen Taxa wurden mit Hilfe von Fr. Dipl.-Biol. E. Fischer, Fr. Dr. U. Maier, Fr. T. Märkle M. A. und Hr. Prof. Dr. M. Rösch durchgeführt. Insbesondere um die Bestimmung der fraglichen Timopheevi-Weizen (Triticum cf. timopheevi) waren die zahlreichen Hinweise von Fr. E. Fischer sehr hilfreich.

Sämtliche Moose wurden von Prof. Dr. M. Rösch bestimmt, der mir die Daten zur Bearbeitung überließ.

Die gefundenen Taxa wurden mit Hilfe folgender Literatur bestimmt: Berggren, G., Atlas of Seeds. Part 3. Salicaceae-Cruciferae. Stockholm, 1981.

Brouwer, W. & Stählin, A., Handbuch der Samenkunde für Landwirtschaft, Gartenbau und Forstbau, Frankfurt (Main), 19752.

Frahm, J.-P. & Frey, W., Moosflora (4. Auflage), Stuttgart, 2004.

Jacquat, Chr., Hauterive-Champréveyres. Les plantes de l´âge du Bronze. Catalogue des fruit et graines, Archéologie neuchâteloise 7, Saint-Blaise, 1988.

Jacomet, St., Brombacher, Chr., Dick, M. Archäobotanik am Zürichsee. Ackerbau, Sammelwirtschaft und Umwelt von neolithischen und bronzezeitlichen Seeufersiedlungen im Raum Zürich. Ergebnisse von Untersuchungen pflanzlicher Makroreste der Jahre 1979-1988. Zürich, 1989.

Knörzer, K.-H., Römerzeitliche Pflanzenfunde aus Neuss. Novaesium IV. Limesforschungen 10, Berlin, 1970.

Rösch, M., Archäobotanische Untersuchungen in der spätbronzezeitlichen Ufersiedlung Hagnau-Burg (Bodenseekreis), in: Schöbel, Gunter, Sieldungsarchäologie im Alpenvorland IV. Die Spätbronzezeit am nordwestlichen Bodensee. Taucharchäologische Untersuchungen in Hagnau und Unteruhldingen 1982-1989. Stuttgart, 1996. 239-312.

Schoch, W., H., Pawlik, B., Schweingruber, F. H., Botanische Makroreste. Ein Atlas zur Bestimmung häufig gefundener und ökologisch wichtiger PflanzenSamen. Bern & Stuttgart 1988.

Sillmann, M., Botanische Großreste mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Latrinen und Gruben aus Freiburg im Breisgau. In: Galioto, L., Löbbecke, F. & Untermann, M., Das Haus „Zum roten Basler Stab“ (Salzstraße 20) in Freiburg im Breisgau, Stuttgart, 2002, 623-770.

Stika, Hans-Peter, Römerzeitliche Pflanzenreste aus Baden-Württemberg, Stuttgart 1996 (Materialhefte zur Archäologie 36).

zu Avena:

Körber-Grohne, Udelgard, Bickelmann, Ulrike, Leist, Norbert, Saathafer (Avena sativa L.) und Flughafer (A. fatua L.) sowie die Deutung der Zwischenformen in einem Vorratsfund aus dem Jahrhundert n. Chr. im Vergleich mit heutigen Formen. In: Fundber. Ba-Wü Bd. 13, 1988, 279-305.

Bryophyta (Moospflanzen) - Bryophytina (Laubmoose)

Leucodontaceae

Leucodon sciuroides (Hedw.) Schwaegr., Gametophytenfragmente Auf Rinde und an trockenen Felsen.

Neckeraceae

Neckera crispa Hedw., Gametophytenfragmente Kalk liebende Art, an Felsen und an Bäumen, besonders in Kalkgebirgen verbreitet.

Neckera pumila Hedw., Gametophytenfragmente An Bäumen, seltener an Felsen.

Thuidiaceae

Anomodon viticulosus (Hedw.) Hook. & Tayl., Gametophytenfragmente An schattigen Felsen und Bäumen, verbreitet; außerhalb der Kalkgebirge selten.

Thuidium delicatulum (Hedw.) Mitt., Gametophytenfragmente In Wäldern.

Thuidium tamariscinum Hedw. B.S.G., Gametophytenfragmente Auf mäßig sauren Waldböden allgemein verbreitet.

Amblystegiaceae

Calliergonella cuspidata (Hedw.) Loeske, Gametophytenfragmente In Sumpfwiesen, in Sümpfen, auf feuchtem Holz auf feuchter Erde und an feuchten Felsen. Häufig ruderal.

Brachytheciaceae

Brachythecium rutabulum (Hedw.) B.S.G., Gametophytenfragmente Auf Holz und Gestein, auch auf Wald- und Wiesenböden. Bis über die Waldgrenze steigend, häufig.

Eurhynchium praelongum (Hedw.) B.S.G., Gametophytenfragmente Kalkscheue Art. Im Flachland und in den kalkarmen Mittelgebirgen verbreitet.

Eurhynchium striatum (Hedw.) Schimp., Gametophytenfragmente In Wälder, Gebüschen und schattigen Mauern. Basenzeiger.

Homalothecium sericeum (Hedw.) B.S.G., Gametophytenfragmente An schattigen Felsen, besonders Kalkfelsen, Mauern, am Grund von Laubbäumen.

Scleropodium purum (Hedw.) Limpr., Gametophytenfragmente Auf schattigen Waldböden, in Wiesen und an Wald- und Wegrändern.

Hypnaceae

Hypnum cupressiforme Hedw. s. str., Gametophytenfragmente Verbreitet, kosmopolitisch.

Polypodiaceae

Pteridium aquilinum Kuhn (L.) - Adlerfarn, Blattfieder In artenarmen Eichen- und Kiefernwäldern, auf vernachlässigten Weiden, an Waldrändern und Böschungen, mäßig trocken bis frisch bzw. wechselfrisch, basearm, sauer, modrig- humos, sandige Lehmböden oder bindige Sandböden, Weideunkraut.

Pinaceae

Abies alba Mill. - Weißtanne, Nadeln In Wälder bestandsbildend oder mit Buche, Kiefer und Fichte gemischt, vor allem in der montanen Stufe, auf frischen, kühlen, milden, humosen oder mäßig sauren, meist mittelgründigen, steinigen Lehm- und Tonböden, in humid-sommerwarmer Klimalage, spätfrostempfindlich, auf schweren Böden gegenüber der Buche begünstigt, Schattholz.

Potamogetonaceae

Potamogeton L. - Laichkraut, Samen Artunterscheidung nicht möglich. Häufig in den namensgebenden Laichkrautgesellschaften.

Najadaceae

Najas marina All. - Großes Nixenkraut, Samen In locker stehenden, untergetauchten Laichkrautgesellschaften stehender oder langsam fließender basenreicher, meso- bis eutropher Gewässer, in seichten, ruhigen Seebuchten oder Altwässern, oft zwischen lockerem Röhricht oder an gestörten Stellen, auf Schlammböden in 10 bis 100 (200) cm Wassertiefe, salzertragend, Wärme liebend.

Najas intermedia Wolfg. ex Gorski - Mittleres Nixenkraut, Samen In Klein-Laichkrautgesellschaften stehender, mesotropher Gewässer, in ruhigen Seebuchten über Kalkschlammböden, in 30 bis 300 cm Wassertiefe, Sommerwärme liebend.

Najas flexilis (Willd.) Rostk. et Schmidt - Biegsames Nixenkraut, Samen In untergetauchten Laichkrautgesellschaften, seichte, stehende, basenreiche bis mesotrophe Gewässer, in flachen Seebuchten, auf humosen, sandigen oder reinen Schlammböden.

Juncaceae

Luzula DC - Hainsimse, Samen Keine weitere Artbestimmung möglich. Keine weitere ökologische Eingrenzung möglich.

Cyperaceae

Scirpus sylvaticus L. - Waldbinse, Frucht In Nasswiesen oder quelligen Auenwäldern, auf sicker- oder staunassen, nährstoffreichen, meist kalkarmen, kühlen, locker-humosen, sandigen Lehm- und Tonböden, Nässezeiger.

Eleocharis palustris (L.) R. et Sch. - Gewöhnliche Sumpfbinse, Achänen Achänen breit verkehrt eiförmig, undeutlich zweikantig, Oberfläche mit längsgerichtenen feingrubigen Zellreihen.46

In Verlandungsgesellschaften, im Röhricht oder Großseggen-Beständen an Ufern stehend oder in langsam fließenden Gewässern, auch Nasswiesen, auf überschwemmten, zeitweilig auch trocken fallenden, nährstoffreichen und meist basenreichen, humosen Schlickböden.

Carex elata All. - Steife Segge, Frucht Auf Sumpfwiesen, an Ufern von Seen oder Bächen, hinter dem Röhricht, in alten Flutmulden mit stark schwankenden Wasserständen, auf staunassen, nährstoff- und basenreichen, mild- müßig sauren, torfig-sandigen Ton- und Schlickböden, Verlandungspflanze, Sommerwärme liebend.

Carex flacca Schreb. / Carex flava L. - Blaugrüne / Gelbe Segge, Frucht Artunterscheidung nicht möglich. Unter anderem beide in Kalk-Flachmooren, meist auf kalkreichen Böden. Eine weitere ökologische Differenzierung ist nicht möglich.

Carex panicea L. - Hirsen-Segge, Schlauch In Flach- und Quellmooren, auf nassen Wiesen, an Gräben und nassen Wegen, auf sickernassen und nährstoffreichen, mild-mäßig sauren Sumpfhumus-Böden, gern in Störzuständen.

Carex hirta L. - Raue Segge, Frucht >An Wegen, Böschungen, Ufern, in lückigen Wiesen und Weiden, in Waldschlägen, auf mäßig frischen oder wechselfeuchten, nährstoffreichen, zur Verdichtung neigenden Sandböden, Sandzeiger, etwas Wärme liebend.

Poaceae

Bromus secalinus L. - Roggentrespe, Karyopsen (verkohlt) Vor allem im Wintergetreide, auf nährstoff- und basenreichen, meist kalkarmen, sandigen oder reinen Lehmböden.

Triticum monococcum L. - Einkorn, Karyopsen, Spindelglieder (verkohlt) Körner basal und apikal meist spitz zulaufend, Bauchfurche bei guter Erhaltung schmal und tief. Körner im Allgemeinen dicker als breit. Bauch- und Rückenlinie verlaufen in Seitenansicht gleichmäßig konvex geschwungen, wobei die Rückenlinie basal im Bereich der Keimgrube konkav verläuft. Im Querschnitt Rücken dachförmig, aber Lateralflächen sind z.

T. leicht konkav oder nach außen gewölbt. Die schmalen aber massiven und kantigen Hüllspelzenbasen laufen nach oben nur wenig auseinander. Die Ährchenbreite in Höhe der Spelzansätze liegt bei Einkorn nur wenig über dem Wert der Maximalbreite des Internodiums, während beim Emmer das Internodium ca. halb so breit ist wie die Basisbreite des Ährchens.47

Kulturpflanze (laut Oberdorfer Sommerfrucht), besonders auf mäßig trockenen (frischen), mageren, basenreichen, kalkhaltigen Lehm- und Tonböden in sommerwarmer, winterkalter Klimalage, ertragsarm.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 9: Triticum monococcum, Spelzrest.

Triticum dicoccum Schrank - Emmer, Karyopsen, Spindelglieder (teilweise verkohlt) Zur Bestimmung von Triticum dicoccum siehe Kapitel „Neuer“ Spelzweizen.

Kulturpflanze (laut Oberdorfer Sommerfrucht), bevorzugt auf warmen Kalkböden, ertragsarm.

Triticum aestivum L. / durum Desf. - Saatweizen / Hartweizen, Karyopsen (verkohlt) Körner in dorsaler Ansicht mit rechteckig-gerundeter Umrissform, sowohl Bauch- als auch Rückenseite gleichmäßig gerundet. Apikales Ende stumpf abgerundet, Rücken recht hoch, dickste Stelle des Rückens in Kornmitte. Bauchfurche breit und tief angelegt. Keimlingsgrube prägnant abgesetzt und meist rundlich ausgebildet, ihre Ränder laufen am basalen Ende zusammen. Oberfläche bei guter Erhaltung glatt.48

Artunterscheidung nicht möglich. Beides Kulturpflanzen.

Tr. aestivum: Winter- und Sommerfrucht, auf sommerwarmen, trockenen, kalkhaltigen, schweren Lehm- und Tonböden, winterfest.

Tr. durum: Sommerfrucht (lt. Oberdorfer), auf warmen Kalkböden.

Triticum spelta L. - Dinkel, Karyopsen, Spindelglieder (Hüllspelzen) (teilweise verkohlt) Körner oval mit fast parallelen Längsseiten, oberes Ende stumpf abgerundet, unteres Ende stumpf, Rücken sehr flach und gleichmäßig gewölbt, Bauch flach, Bauchfurche eng und tief; Hülspelzenbasis massiv, rechteckig, breit und dünn; Hüllspelzen mit Mittelkiel sowie links und rechts je etwa sechs gleich starken Seitenkielen; Mittelkiel und Seitenkiele etwa gleich stark.49

Kulturpflanze, vorwiegend als Winterfrucht angebaut, besonders auf sommerwarmen, trockenen, kalkhaltigen, schweren Lehm- und Tonböden, winterfest.

Hordeum vulgare / distichon L. - mehrzeilige Gerste, Karyopsen, Spindelglieder (verkohlt) Die Karyopsen sind sowohl dorsal bzw. ventral als auch lateral spindelförmig ausgebildet. In der breiten, nur schwach eingesenkten Bauchfurche liegt ein erhabener Nabelstrang, der von der Basis bis zum Apex reicht. Die Umrissform ist im Querschnitt gleichmäßig oval, es treten keine Längskanten auf.50

Kulturpflanze, häufig als Winterfrucht angebaut, bevorzugt frische, mäßig saure, sandige Lehmböden in sommerkühlem Klima.

Avena fatua L. / sativa L. - Flughafer / Saathafer, Spindelglied (verkohlt) Artunterscheidung nicht möglich, eventuell Kreuzung zwischen beiden Arten.51

Avena fatua: Getreideunkraut in Hafer- oder Weizenfeldern, auf frischen, nährstoff- und basenreichen, mäßig sauren bis milden, humusarmen, steinigen oder reinen Tonböden.

Avena sativa: (laut Oberdorfer vorwiegend) Sommerfrucht, auf frischen bis nassen, oft basenarmen, mäßig sauren, leicht sandigen oder reinen Lehmböden, in humider Klimalage, frostempfindliche Langtagpflanze.

Panicum miliaceum L. - Echte Hirse / Rispenhirse, Karyopsen, Spelzreste (teilweise verkohlt) Oval, am Rücken gewölbt und schwach gekantet, Bauch mehr oder weniger platt, Scutellum etwa 1/3 der Kornlänge, Nabel klein, rund; längsstreifig mit charakteristischem Epidermis- Zellmuster.52

Kulturpflanze, auf nährstoffreichen, leichten, sandigen Lehmböden, Wärme liebende Kurztagspflanze.

Setaria italica (L.) P.B. - Kolbenhirse, Spelzreste Karyopsen mit Stielchen und Resten der papillösen Spelzen, Scutellum groß, Keimling mehr oder weniger schmal und spitz, ist größer als S. viridis.53

Kulturpflanze, auf nährstoffreichen Lehm- und Sandböden, Wärme liebend. Fagales Corylus avellana L. - Hasel, Schalenfragmente der Nuss Im Unterholz lichter und krautreicher Laubwaldgesellschaften oder bestandsbildend in Hecken, an Waldrändern, im Niederwald, auf sicker- oder grundfrischen, nährstoffreichen, tätigen, mild-mäßig sauren, humosen Stein- und Lehmböden, ausschlagfähige Pionierpflanze.

Betula pendula Roth / pubescens Ehrh. - Hänge- / Moorbirke, Flügelnüsse Artunterscheidung nicht möglich, beide auch in Mooren, weitere ökologische Differenzierung nicht möglich.

Alnus glutinosa (L.) Gaertn. - Schwarz-Erle, Kätzchen, Samen In Auen- und Bruchwäldern, an Bächen und quelligen Gebirgseinschnitten, auf sicker- oder staunassen, z. T. zeitweise überschwemmten, nährstoffreichen, humosen, bindigen Kies-, Sand-, Ton- oder Bruchtorfböden, Grundwasserzeiger, Stickstoffsammler.

Quercus L. - Eiche, Korkscheibe der Eicheln, Schalenfragmente, Korpula Artbestimmung nicht möglich. Keine weitere ökologische Differenzierung möglich.

Moraceae

Humulus lupulus L. - Hopfen, Nüsschen In Auenwäldern und an Auenwaldrändern, im Gebüsch, auf grundfeuchten oder nassen, zeitweilig überschwemmten, nährstoffreichen, mild-mäßig sauren, humosen, tiefgründigen, sandigen oder reinen Ton- und Lehmböden, Stickstoff liebend, etwas Wärme liebend.

Urticaceae

Urtica dioica L. - Große Brennnessel, Samen An Wegen und Schuttplätzen, besonders im Umkreis von dörflichen Siedlungen, an Gräben und Zäunen, in Auenwälder und Waldsäumen, auf feuchten bis frischen, nährstoffreichen, lockeren, milden, neutralen, humosen Ton- und Lehmböden, Stickstoffzeiger.

Loranthaceae

Viscum album L. - Mistel Auf Laubhölzern, Halbschmarotzer, Epiphyt. Polygonaceae Rumex obtusifolius L. - Stumpfblättriger Ampfer, Frucht Frucht spitz-elliptisch, scharf dreikantig, an beiden Enden spitz, am Nabelende breiter als am oberen.54

In Unkrautfluren, an Zäunen, Wegen, Schuttplätzen, Gräben, auch auf Äckern, Wiesen oder Schlägen, Pionierpflanze auf frischen, nährstoffreichen, neutral-milden, humosen Lehm- und Tonböden.

Rumex cf. conglomeratus Murray, - wohl Knäuelampfer, Frucht

In lückigen Unkrautfluren, an Gräben, Ufern, auch in Schlägen, auf feuchten, sehr nährstoffreichen, milden, humosen, sandigen oder reinen Lehm- und Tonböden, Stickstoffzeiger, Pionierpflanze, Wärme liebend.

Rumex crispus L. - Krauser Ampfer, Frucht Frucht spitz-elliptisch, scharf dreikantig mit konvexen Seiten, schmal geflügelt, matt, punktiert.55

In Unkrautfluren, an Ufern, Gräben, auf Äckern, in Gänseangern, Wiesen, zertretenen Nassweiden, auf grund- oder staufeuchten, nährstoffreichen, dichten Lehm- und Tonböden, Bodenverdichtungs- und Stickstoffzeiger, Pionierpflanze.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10: Rumex crispus.

Polygonum aviculare agg. - Vogelknöterich, Frucht In offenen Tritt- und Unkrautfluren, an Wegen, Kies- und Pflasterplätzen, auf Schutt, in Gärten und Äckern, auf trockenen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen Stein-, Sand- und Lehmböden.

Polygonum lapathifolium L. - Ampfer-Knöterich, Frucht

In Unkrautfluren schlammiger Ufer, in Gräben und Äckern, auf nassen bis feuchten, sehr nährstoffreichen, humosen Schlammböden oder Lehm- und Tonböden.

Polygonum persicaria L. – Floh-Knöterich, Frucht In Ackerunkrautfluren, in Gärten, an Gräben, Ufern, Schuttplätzen, auf frischen, nährstoffreichen, humosen Sand-, Lehm- und Tonböden.

Polygonum convolvulus L. - Winden-Knöterich, Frucht In Ackerunkraut-Fluren, vor allem im Getreide, auf frischen nährstoffreichen, mild-mäßig sauren, humosen, lockeren Lehmböden.

Polygonum L. - Knöterich, Frucht

Keine weitere Artbestimmung möglich. Keine weitere ökologische Eingrenzung möglich.

[...]


1 Gross-Klee 1997, 13.

2 Rösch 1996 a, 239 ff.

3 Rösch 1993 b, 38 ff.

4 Bertsch 1932, 305 ff.

5 Bertsch/Bertsch 1947

6 Die in Deutschland übliche Bezeichnung Urnenfelderzeit wird von den Schweizer Archäologen aufgrund der dort fehlenden Urnenfelder zumeist vermieden. Aus diesem Grund ist die Bezeichnung Urnenfelderzeit in der Schweiz auch nicht zutreffend (Z. B. Rychner 1998, 70 ff.). Stattdessen wird dort die Bezeichnung Spätbronzezeit für die Stufen Reinecke BZ D, Ha A und Ha B verwendet. In der deutschen Archäologie wird der Begriff Spätbronzezeit lediglich für die Reinecke-Stufe BZ D benutzt. Um eine einfache Handhabung zu ermöglichen, wird hier sowohl für die deutschen als auch für die Schweizer Fundorte der Begriff Urnenfelderzeit verwendet. Dieser Begriff beschreibt dabei lediglich einen Zeitabschnitt und macht keinerlei Aussagen über die Kultur und vor allem nicht über die Formenkreise der Fundobjekte.

7 Bertsch 1931.

8 Brombacher & Dick 1987, 198 ff.

9 Neuweiler 1935.

10 Feigenwinter 1992.

11 Jacomet & Karg 1996.

12 Jaquat 1989.

13 Küster 1988.

14 Rösch 1993 a.

15 Piening 1988.

16 Schlichtherle 1985, 13 ff.

17 Lang 1973, 16.

18 Ebd.., 21.

19 Ebd. 1973, 20.

20 Ebd.. 187 f.

21 Ebd.. Abb. 36 & 37.

22 Lang, 1973. 191.

23 Ebd. Tab. 25.

24 Heierli 1888, 34.

25 Schnarrenberger 1891, 5 Tafel 4, 37.51.

26 V. Tröltsch 1902, 217.

27 Mainberger 2001, 73.

28 V. Tröltsch 1902, 217.

29 Schöbel 1996, Tafel 18, 19.

30 Ebd.. 191.

31 Munro 1908, 148.

32 Das Kapitel der Forschungsgeschichte basiert auf dem Bericht in den Ortsakten Konstanz-Staad Hörlepark, der von M. Mainberger 2004 verfasst wurde. Die Ortsakten befinden sich in der Außenstelle des Landesdenkmalamtes in Hemmenhofen. Sie werden künftig als Ortsakten KSHö zitiert.

33 Siehe Ortsakten KSHö.

34 Die Schnittgröße lässt sich leider nur ungefähr aus der Zeichnung von Mainberger feststellen. Genauere Angaben finden sich in keinem der Berichte in den Ortsakten.

35 Siehe Anm. 32.

36 Mainberger scheint generell die Schweizer Terminologie der Bronzezeit zu benutzen, wonach die Urnenfelderzeit (Ha A und Ha B) zur Spätbronzezeit gerechnet wird und man den Begriff Urnenfelderzeit selbst vermeidet. Dies hat seine Gründe darin, dass es in der Schweiz in dieser Zeit praktisch keine Urnenfelder gibt.

37 Siehe Anm. 32.

38 Siehe Anm. 32.

39 Köninger & Schlichtherle 1990, Abb. 14,1.

40 Datenbank des dendrochronologischen Labors LDA Hemmenhofen, Version Januar 2005, Probenummer: P22, P27, P28; mündliche Mitteilung Dr. A. Billamboz 02.02.2005.

41 Labornummer Ua-22984, Probenummer KHö-1. Bei dieser Probe handelt es sich um Probe 6 mit der Fundnummer SP 04 100/249 a Bef. 2.

42 Bei dieser Probe handelt es sich um Probe 3 mit der Fundnummer SP 04 103/249 5 c.

43 Labornummer: Hd-23829, Probenname: Sp-RC1.

44 Bei dieser Probe handelt es sich um Probe 3 mit der Fundnummer SP 04 103/249 5 c.

45 Siehe bei Jacomet & Kreuz 1999, 114 ff.

46 Jacomet et al. 1989, 318.

47 Stika 1996 a, 200.

48 Ebd., 199 f.

49 Rösch 1996 a, 264.

50 Stika 1996 a, 197.

51 Körber-Grohne et al. 1988, 279 ff.

52 Rösch 1996 a, 265.

53 Rösch 1996 a, 265.

54 Brouwer & Stählin 1975, 424.

55 Rösch 1996 a, 266.

Details

Seiten
145
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640365166
ISBN (Buch)
9783640364886
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v128942
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen – Institut für Ur- und Frühgeschichte
Note
2,0
Schlagworte
Archäobotanik Pfahlbausiedlung Konstanz-Staad Hörlepark Subsistenz Vegetation Urnenfelderzeit

Autor

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Titel: Archäobotanik der Pfahlbausiedlung Konstanz-Staad Hörlepark (Baden-Württemberg)