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Interpretation des Vorwortes der Chronik von Otto von Freising

Essay 2008 4 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

1. Argumentationsstruktur

Mit dem Vorwort zum achten Buch der Chronik des Otto von Freisings liefert dieser gewissermaßen ein Vorwort für die Chronik, welches an das Vorwort zum ersten Buch thematisch anschließt. Die Chronik bestehe aus drei Teilen, nämlich aus einer Darstellung des Reiches Christi in „seinem diesseitigen wie in seinem jenseitigen Zustand“ und dem jetzigen, das „Gut und Böse“ in seinem Schoße birge. Beide Staaten, der himmlische und der irdische, würden „Kirche“ genannt werden und beanspruchen beide für sich „Christi Reich“ zu sein. Der Hinweis auf die Bibelstelle Matthäus 13,41 verdeutlicht, dass Otto von Freising keineswegs den Anspruch erhebt, über gut und böse richten zu wollen. „Gott, der allein weiß, wer sein ist“, werde Prüfung und Urteil über jeden Einzelnen treffen. Hier schließt sich der Kreis der zwei Staaten. Otto von Freising sieht die beiden Staaten jeweils in drei verschiedenen Zuständen vorliegen. Der erste sei der vor der Gnade, der zweite in der Zeit der Gnade und der dritte nach dem irdischen Leben. Und genau hier unterscheiden sich die beiden Staaten explizit voneinander. Während der irdische Staat schon elend sein Dasein friste, sich dann sein Zustand verschlimmere und nach dem irdischen Leben nichts mehr von ihm zu sehen sei, verhalte sich der Staat Christi anders. Hier sei die Situation im irdischen Leben eher „gedrückt“, während sich der Zustand dann bis zum dritten Zustand nach dem irdischen Leben stark verbessere. Während in der vorhergegangenen Chronik viel über die ersten beiden Zustände gesprochen worden sei, wolle man sich im achten Buch nun dem dritten Zustand widmen. Das Versagen des weltlichen Staates schreibt Otto von Freising der „Unkenntnis der wahren Religion“ zu. So solle die Chronik nun im achten Buch vom jüngsten Gericht sprechen und „die Sache beider Staaten prüfen und entscheiden“ Hier soll besonders auf das Phänomen eingegangen werden, warum dem „verworfenen Staat“ zuerst eine Erhöhung vorausgehe. Hier erhebt Otto von Freising Anspruch auf Authentizität, denn er bezeugt, dass er nur authentische Schriften benutzt habe, um diese Beweise darzulegen. Des weiteren stellt Freising die These auf, dass „Hoffnung auf Seligkeit“ das Leiden verkürze, wohingegen „die Furcht vor dem Sturz“ das irdische Leben unertragbar mache. Außerdem gibt Freising an, sich in seinem Vorwort zum achten Buch über seine verwendeten Quellen und sein Vorgehen in der Chronik rechtfertigen zu müssen. Er nennt eine Reihe Quellen, die ebenso wie er göttliche Mysterien mit grauenhaften Erzählungen der Menschheitsgeschichte vermengt hätten. Augustinus, sein Vorbild, habe die gleiche Vorgehensweise, wobei auch die fünf Bücher Mose und andere Bücher der heiligen Schrift diese Vorgehensweise ausmachten. Propheten und Apostel beschrieben inmitten „tiefster göttlicher Geheimnisse“ die „verabscheuungswürdigsten irdischen Geschehnisse“. Zuletzt gibt Freising noch an, ein Recht zu haben, nach der Darstellung des „Trübsals des gegenwärtigen Lebens“ vom „ewigen Frieden“ schreiben zu dürfen.

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Details

Seiten
4
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640341498
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v128813
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
gut
Schlagworte
Interpretation Vorwortes Chronik Otto Freising

Autor

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Titel: Interpretation des Vorwortes der Chronik von Otto von Freising