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Unterrichtsstunde: Lernstationen zur Übung und Wiederholung der Addition und Subtraktion im Zahlenraum bis 20

Unterrichtsentwurf 2006 15 Seiten

Didaktik - Mathematik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Bedingungsanalyse
1.1 Institutionelle Voraussetzungen
1.2 Soziokulturelle Voraussetzungen
1.3 Lernausgangslage in Bezug auf den Unterrichtsgegenstand
1.3.1 Anthropogene Voraussetzungen

2. Sachanalyse

3. Didaktische Überlegungen
3.1 Legitimation des Unterrichtsgegenstandes
3.2 Didaktische Reduktion
3.3 Strukturierung des Unterrichtsgegenstandes und Stellung der Stunde in der Einheit
3.4 Lernziele der Stunde

4. Methodische Überlegungen
4.1. Begriffliche und theoretische Grundlagen der Stationsarbeit
4.2 Zum Begriff „Stationsarbeit“
4.3 Charakteristika der Stationsarbeit
4.4 Zur Stunde

5. Geplanter Unterrichtsverlauf

6. Literatur – und Quellenverzeichnis

7. Anhang
7.1. Lehrererzählung
7.2. Ausschnitt Übersichtsplan

1. Bedingungsanalyse

1.1 Institutionelle Voraussetzungen

Zurzeit besuchen 240 Schüler die Christian-Spielmann-Schule in Weilburg[1]. Sie kommen aus der Kernstadt und den umliegenden Ortschaften Kubach, Hirschhausen, Kirschhofen und Bermbach. Das erste und vierte Schuljahr sind dreizügig, das zweite Schuljahr zweizügig und das dritte Schuljahr ist dreizügig. Außerdem besteht eine Vorklasse.

In der Grundschule haben es sich zurzeit zehn Kolleginnen und drei Kollegen sowie eine Referendarin zur Aufgabe gemacht, den Kindern wichtige fachliche und soziale Kenntnisse zu vermitteln. Die Atmosphäre unter den Kollegen ist offen und freundlich; eine große Hilfsbereitschaft unterstreicht das Miteinander.

Der Mathematikunterricht findet im Klassezimmer der 2. Klasse statt. Die Schülertische sind z.Z. in U-Form gestellt, zudem befindet sich ein Gruppentisch in der Mitte der Sitzordnung.

Das Zusammenkommen der verschiedenen Sozialformen ist möglich.

1.2 Soziokulturelle Voraussetzungen

Die Klasse 2b der Grundschule setzt sich aus 26 Schülern im Alter von 6 bis 8 Jahren zusammen (16 Mädchen und 10 Jungen). In der Regel gehen die Schüler kameradschaftlich und fair miteinander um. Die Kinder der Klasse haben eine positive Einstellung zur Schule und freuen sich auf die Mathematikstunden. Die Schüler sind meist motiviert, gut ansprechbar und ausdauernd. Verschiedene Sozialformen wie Partner-, Gruppen- oder Stillarbeit sind der Lerngruppe bekannt und werden ihrem Alter entsprechend beherrscht. Nach kleineren anfänglichen Schwierigkeiten konnte mit zunehmender Routine und festen Ritualen eine für alle Beteiligten geeignete Arbeitsatmosphäre geschaffen werden.

Die Leistungen der Klasse sind sehr heterogen. Besonders leistungsstarke Schüler sind M., S., S., A., L. und R.. L., C., P. und D. gehören zu den schwächeren Schülern im Mathematikunterricht. L. fällt vor allem durch einen Mangel an Konzentrationsfähigkeit auf. Er ist leicht abzulenken und beginnt infolgedessen andere Kinder zu stören. Emilia kam zu Beginn des zweiten Schuljahrs in die Klasse. Daher ist es mir nicht möglich ihre Leistungen und ihre Mitarbeit, im Besonderen in Bezug auf Stationsarbeit, einschätzen.

1.3 Lernausgangslage in Bezug auf den Unterrichtsgegenstand

1.3.1 Anthropogene Voraussetzungen

Nach Piagets Auffassung von einer kognitiven kindlichen Entwicklung befinden sich Kinder in der 1. Klasse im Übergang von der präoperationalen Stufe (ungefähr von 2- 6 Jahren) zur Stufe der konkreten Operation (ungefähr von 7 – 11 Jahren).[2] Die Schüler beginnen damit, logisches und schlussfolgerndes Denken zum Lösen konkreter Probleme zu nutzen. Während in der Phase der präoperationalen Entwicklung die Aufmerksamkeit nur auf einen einzigen Gegenstand oder ein einziges Merkmal gerichtet werden kann, werden die Denkhandlungen der Kinder im Übergang zur Stufe der konkreten Operationen „„kompositionsfähig“ (zusammensetzbar) und „reversibel“ (umkehrbar).“[3] Trotzdem „benutzen sie bei der Konstruktion und Begründung ihrer Schlüsse immer noch Symbole für konkrete Gegenstände und Ereignisse, keine Abstraktionen.“[4] Aus diesen entwicklungspsychologischen Gründen sind einige Kinder noch auf die Verwendung konkreter Gegenstände (hier insbesondere in Form von Rechenschiffchen, Steckwürfe u.a. als methodische Differenzierung) angewiesen.

Den Schülern ist die Addition und die Subtraktion im Zahlenraum bis 20 bekannt, insbesondere der handelnde Umgang mit konkreten Materialien, welche eine anschauliche Auseinandersetzung in Rahmen der Stationsarbeit erlauben.

Die Schüler folgen dem Unterrichtsgeschehen zumeist aufmerksam. Sie sind in der Regel bemüht, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen. Zurückhaltende Kinder erhalten durch Stationsbetrieb die Möglichkeit, sich im Schutz der Gruppe dem Lerngegenstand zu nähern. Ebenso erhöht sich die Freude und Motivation der Schüler durch diese Arbeitsform. Unter anderem durch die ästhetische Motivation (Materialgestaltung), Motivation durch Neuigkeiten (Schächtelchenrechnen), um nur einige Gründe zu nennen.

2. Sachanalyse

„Die Addition (v. lat. addere = hinzufügen) ist eine der vier Grundrechenarten in der Arithmetik.“[5] “Das Zusammenzählen von Zahlen oder anderen mathematischen Objekten. Das Ergebnis einer Addition ist die Summe, die zu addierenden Zahlen sind die Summanden. Das mathematische Symbol der Addition ist das Pluszeichen „+“. Addiert man eine natürliche Zahl zu einer anderen Zahl, kann man die Addition durch Weiterzählen ausführen.“[6]

Die Reihenfolge, in der man die Zahlen addiert, ist egal. „Bei der Addition gelten folgende grundlegende Rechengesetze (x, y und z sind reelle Zahlen):

- Assoziativgesetz (der Addition): (x + y) + z = x + (y + z) = x + y + z
- Kommutativgesetz (der Addition): x + y = y + x
- Das neutrale Element ist 0: x + 0 = x
- Das inverse Element zu x ist – x“[7]

Die Umkehroperation zur Addition ist die Subtraktion (v. lat. „das Sichentziehen“). „Das Abziehen einer Zahl oder allgemeiner eines Terms von einem anderen, Umkehrung der Addition. In der Subtraktionsaufgabe ist das Minuszeichen „-“. Die Subtraktion von Zahlen gehört ebenso zu den Grundrechenarten.“[8]

Im Handbuch für den Mathematikunterricht im 1. Schuljahr werden folgende 3 Typen von Additions- und Subtraktionsaufgaben der syntaktischen Struktur im Anfangsunterricht hingewiesen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Dabei sind mit „a“ und „b“ gegebene Zahlen und mit„□“ die gesuchte Zahl bezeichnet.“ Die Beherrschung dieser 6 Grundaufgaben ist Ziel zahlreicher, insbesondere operativer Übungen im arithmetischen Anfangsunterricht.[9]

Die semantische Struktur, von welcher ebenso im Handbuch die Rede ist, ist „auch bei Rechengeschichten mit einfachsten Zahlbeispielen höchst komplex. Aufgrund dessen bilden in der vorliegenden Stunde u.a. diese 3 Typen von Additions- und Subtraktionsaufgaben der syntaktischen Struktur den inhaltlichen Schwerpunkt.

[...]


[1] Die männlichen Bezeichnungen werden im Folgenden nicht geschlechtsspezifisch gebraucht, sondern stehen aus Gründen der sprachlichen Kürze stellvertretend für beide Geschlechtsformen.

[2] Dieses Entwicklungsmodell unterscheidet vier qualitativ unterschiedliche Stufen: die sensomotorische Stufe, die Stufe präoperationalen Denkens, die Stufe der konkreten Operation und die Stufe der formalen Operationen. Piaget geht davon aus, dass alle Kinder alle Stufe in der o.g. Reihenfolge durchlaufen, wobei allerdings das Entwicklungstempo Unterschiede aufweisen, kann (vgl. Zimbardo 1995, S. 74).

[3] Zech, F.: Grundkurs Mathematikdidaktik. S. 91

[4] Zimbardo: Psychologie. S. 76

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Addition, 26.07.2006

[6] Schülerduden: Mathematik I. Brockhaus AG. Mannheim 1999, S. 17

[7] Vgl. http:de.wikipedia.org/wiki/Addition, 26.07.2006

[8] Schülerduden: Mathematik I. Brockhaus AG. Mannheim 1999, S. 416

[9] Radatz; Schipper; Dröge; Ebeling: Handbuch für den Mathematikunterricht 1. Schuljahr. Schroedel Verlag GmbH. Hannover 1996, S. 77

Details

Seiten
15
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640357208
ISBN (Buch)
9783640357413
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v128605
Note
Schlagworte
Unterrichtsstunde Lernstationen Wiederholung Addition Subtraktion Zahlenraum

Autor

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