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Darstellung zweier Methoden zur Förderung des Lesens bei leserechtschreibschwachen Kindern

Hausarbeit 2003 25 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Legasthenie
2.1 Versuch einer Definition
2.1 Ursachen legasthener Erscheinungsbilder
2.3 Symptome der Legasthenie

3.1 Die Methoden
3.1 Der Kieler Leseaufbau
3.1.1 Prinzipien des Aufbaus
3.1.1.1 Das 1. Prinzip
3.1.1.2 Das 2. Prinzip
3.1.1.3 Das 3. Prinzip
3.1.1.4 Das 4. Prinzip
3.1.1.5 Das 5. Prinzip
3.1.1.6 Das 6. Prinzip
3.1.2 Die Stufen des Aufbaus
3.1.3 Die Übungsformen
3.2 Ralph Weigt: Lesen- und Schreibenlernen kann jeder!?
3.2.1 Die Gestaltung des Aufbaus
3.2.1.1 Phonematische Analyse
3.2.1.2 Übungen zum Erlangen der Buchstabensicherheit
3.2.1.3 Analytisch-synthetische Leseübungen

4. Auswertung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit stelle ich zwei Methoden zum Erwerb des Lesenlernens vor. Dabei gehe ich auf den Kieler Leseaufbau von Dr. Lisa Dummer-Smoch und Renate Hackethal sowie auf das Konzept von Ralph Weigt, das er in seinem Buch „Lesen- und Schreiben kann jeder!?“, erschienen im Luchterhand Verlag darstellt, ein.

Bedeutsam scheint mir in diesem Fall, die verschiedenen Entwicklungsstufen und –prozesse beim Erwerb des Lesenlernens näher zu erläutern. In diesem Kontext möchte ich auf das Thema Legasthenie eingehen und Gründe anführen, warum die von mir in meiner Arbeit vorgestellten Methoden als sinnvoll und vorteilhaft angesehen werden, lese-rechtschreibschwachen Menschen zum Erfolg zu verhelfen.

Dabei stellt sich die Frage wie sich die Methoden so weit verinnerlichen lassen, dass Erfolge entstehen. Gibt es Mittel, die das Lesenlernen unbewusst unterstützen und die Motivation stärken und fördern? Und inwieweit unterstützen die beiden Konzepte den Leselernprozess?

Zu Beginn meiner Arbeit werde ich eine kurze Beschreibung über Lese-Rechtschreibschwäche anführen. Danach stelle ich Etappen des Kieler Leseaufbaus dar und anschließend Übungen nach Ralph Weigt, die das Lesenlernen fördern.

In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass es sich um außerschulische Maßnahmen handelt.

2. Legasthenie

2.1 Versuch einer Definition

Allgemein[1] gesagt spricht man von einer Lese-Rechtschreibschwäche, wenn ein Kind das Lesen oder Schreiben in der dafür vorgesehenen Zeit nicht oder nur sehr unzureichend erlernt hat.

Beschäftigt man sich allerdings näher mit dem Begriff Legasthenie, so findet man in zahlreichen Fachbüchern mindestens genauso zahlreiche Definitionen zu diesem Thema.

Ich möchte nur zwei dieser Definitionen anbringen, da ich diese für sehr umfassend, präzise und verständlich halte.

Der Bundesverband Legasthenie definiert wie folgt:

„Legasthenie ist die Bezeichnung für Schwächen beim Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechtschreiben, die weder auf eine allgemeine Beeinträchtigung der geistigen Entwicklung, noch auf unzulänglichen Unterricht zurückgeführt werden können.“[2]

Im Ratgeber Legasthenie von Dr. Dummer-Smoch in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dr. h. c. Breuer und Dr. Maria Weuffen wird der Begriff Legasthenie u.a. schulspezifisch erklärt:

„Spezifische oder umschriebene Lese-Rechtschreibschwächen (Legasthenien) sind die in der Schule auffallende Erscheinungsbilder partiellen Lernversagens im Lesen und/oder Rechtschreiben bei nicht beeinträchtigten intellektuellen Lernvoraussetzungen und – zunächst – besseren Schulleistungen in anderen Bereichen. Durch fortgesetzte Ermüdung kann die Legasthenie das Erscheinungsbild allgemeinen Schulversagens annehmen.“[3]

2.2 Ursachen legasthener Erscheinungsbilder

Nach dem[4] Zweiten Weltkrieg wurden Forschungen durchgeführt, die auf die Ursachen einer Legasthenie zielen sollten. Damals kam man zu dem Resultat, dass Legasthenie das Produkt von Unterrichtsfehlern seitens der Lehrer bzw. auf seelische Belastungen des Kindes zurückzuführen sei. Demzufolge lösten Streit und Konflikte der Eltern sowie Erziehungsfehler der Eltern die Legasthenie aus.

Schule und Eltern wurden also als Auslöser betrachtet.

Ende der 70er bzw. Anfang der 80er wurden neue Untersuchungen durchgeführt. Dadurch entstanden weitere Forschungsergebnisse. Es gab verschiedene Auffassungen, die sich u.a. auf erbliche Ursachen beschränkten. Damit sei die Legasthenie, die innerhalb der Familie auftritt, vererbbar.

Schädigungen, die im Mutterleib oder im zeitlichen Umkreis der Geburt entstanden sind, wurden auf biologische Ursachen zurückgeführt.

Zur Zeit gibt es Einzelergebnisse aus verschiedenen Forschungsbereichen, jedoch können diese Einzelergebnisse auf kein eindeutiges Gesamtbild bezogen werden.

Im Folgenden sollen diese Ergebnisse vorgestellt werden:

- Das Blicklabor der Universität Freiburg sieht die Ursachen einer Legasthenie in Störungen im Bereich der visuellen und akustischen Wahrnehmung. Mehr als 40% der lese-rechtschreibschwach eingestuften Kinder würden Defizite in der Blicksteuerung aufweisen. Viele Kinder hätten Probleme Laute akustisch voneinander zu unterscheiden.
- Als relativ gesicherte mögliche Ursache für Legasthenie gelten Störungen im Bereich der Sprachwahrnehmung und Sprachverarbeitung. Festgestellt wurden zahlreiche Störungen beim Erkennen und Unterscheiden der phonematischen Struktur bei Wörtern. Dabei wurde die Benennung von Lauten zu einem Problem für lese-rechtschreibschwache Kinder.
- Als weitere Ursache für Legasthenie kann die Vererbung angesehen werden.
- Oft kann auch mangelnde Konzentration als Ursache angesehen werden. Dabei stellt sich aber die Frage, ob die mangelnde Konzentration zur Legasthenie geführt hat oder ob das Kind sich nicht konzentrieren kann, weil es große Probleme im Lesen und Rechtschreiben hat. Beide Faktoren wirken verstärkt aufeinander ein.

Nachfolgend sollen Symptome der Legasthenie aufgezeigt werden.

2.2 Symptome der Legasthenie

Als Symptome[5] der Legasthenie können genannt werden[6]:

- Verstärkte Häufung von Rechtschreibfehlern
- Vertauschen von Konsonanten wie z.B. b und d
- Verwechseln von gleich klingenden Buchstaben wie z. B. g und k, d und t
- Fehler in der Verdopplung von Konsonanten
- Auslassen von Wörtern
- Buchstabenauslassungen oder –zufügungen
- Schlechte Schulnoten

3. Die Methoden

3.1 Der Kieler Leseaufbau

Der Kieler[7] Leseaufbau ist durch die praktische Arbeit mit Kindern entstanden, die in zwei, drei oder mehr Schuljahren nicht lesen gelernt haben.

Die eigentliche Leseschwäche dieser Kinder fiel vorerst nicht als bedeutsam auf, da die Kinder Fibel- und Lesetexte mit der Zeit einfach auswendig lernten.

Erste Auffälligkeiten machten sich beim Rechtschreiben bemerkbar, wo deutliche und gravierende Fehler in fast jedem Wort auftraten. Auch beim Lösen von Mathematikaufgaben traten enorme Schwierigkeiten auf. Viele Kinder konnten die Aufgaben nicht lösen, da sie den Inhalt der Aufgabe nicht lesen konnten und so nicht wussten, was sie tun sollten.

Mit dem Kieler Leseaufbau wurde ein „Leselehrgang“ geschaffen, der außerschulisch eine Förderung für diejenigen Kinder darstellt, denen das Lesen bislang verwehrt blieb. Durch die Unterstützung von Lautgebärden soll es das vorrangige Ziel sein, die Leseleistung der Kinder zu wecken, zu unterstützen und zu fördern.

Dabei wird durch den Einsatz mit Lautgebärden wie oben bereits erwähnt auf eine spielerische Art und Weise gelernt.

[...]


[1] Vgl. Dummer-Smoch, L.; Prof. Dr. Dr. h. c. Helmut Breuer u.a.: Ratgeber Legasthenie. Für Eltern, Lehrer und alle, die diagnostisch und therapeutisch für das Kind Verantwortung tragen. Copyright by Dummer-Smoch, Breuer und Weuffen 1997.

[2] Schulungsunterlagen des Elzet Lernförderzentrums. 2001/2002.

[3] Dummer-Smoch, L.; Prof. Dr. Dr. h. c. Helmut Breuer u.a.: Ratgeber Legasthenie. Für Eltern, Lehrer und alle, die diagnostisch und therapeutisch für das Kind Verantwortung tragen. Copyright by Dummer-Smoch, Breuer und Weuffen 1997. S.5-6.

[4] Vgl.: Dürre, Rainer: Legasthenie. Ein Trainingsprogramm für Ihr Kind. Breisgau: Verlag Herder Freiburg 2000, S.26-30.

[5] Vgl.: ebd., S.31-33.

[6] Diese Symptome können bei legasthenen Kinder auftreten, sind aber auf gar keinen Fall als allgemeingültig anzusehen.

[7] Vgl. Dummer-Smoch, L.; R. Hackethal: Kieler Leseaufbau. Handbuch. Kiel: Veris Verlag 1999.

Details

Seiten
25
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638186520
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12859
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Fachdidaktik Deutsch
Note
1,7
Schlagworte
Darstellung Methoden Förderung Lesens Kindern

Autor

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