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Von der Rationalität der Tagesschau - Das Konzept der Öffentlichkeit von Jürgen Gerhards

Hausarbeit (Hauptseminar) 2001 36 Seiten

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Welcome to the Show?

2. Steckbrief Öffentlichkeit

3. Das Modell der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit
3.1. Die theoretische Anlage
3.2. Der Platz der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit
3.3. Die Funktion der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit
3.4. Die Merkmale der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit
3.5. Die Kritik am Konzept

4. Das Modell der liberalen Öffentlichkeit
4.1. Die theoretische Anlage
4.2. Der Platz der liberalen Öffentlichkeit
4.3. Die Regeln der liberalen Öffentlichkeit
4.4. Die Funktion der liberalen Öffentlichkeit
4.5. Die Kritik am Konzept
4.6. Gegenüberstellung von diskursiv-republikanischer und liberaler Öffentlichkeit

5. Akteur versus System: Theorien gesellschaftlichen Handelns
5.1. Die Theorie rationalen Handelns
5.2. Die Systemtheorie
5.3. Die funktional-strukturelle Systemtheorie

6. Akteur meets System: Ein kombinierter Handlungstheorieansatz
6.1. Über die Ursachen gesellschaftlicher Differenzierung
6.2. Zur Unterdeterminiertheit gesellschaftlichen Handelns
6.3. Das kombinierte Modell gesellschaftlicher Differenzierung

7. Politische Öffentlichkeit zwischen System- und Akteurstheorie
7.1. Öffentlichkeit als Teilsystem der Gesellschaft
7.2. Politik als Teilsystem der Gesellschaft
7.3. Politische Öffentlichkeit – Politik in der Öffentlichkeit
7.4. Auf den Punkt gebracht

8. Kein Pro ohne Contra

9. Got the Masterplan?

10. Bibliographie

Abbildungsverzeichnis

Abb. 3.1.: Modell der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit

Abb. 4.1.: Modell der liberalen Öffentlichkeit

Abb. 6.1.: Schimancks kombiniertes Modell gesellschaftlicher Differenzierung

Abb. 7.1.: Charakterisierung des Öffentlichkeitssystems

Abb. 7.2.: Charakterisierung des politischen Systems

Abb. 7.3.: Die Rationalität der politischen Öffentlichkeit

1. Welcome to the Show?

„Eine Regierung aber, die nur noch durch die öffentlichen

Leibesübungen ihres Außenministers oder den staatsmännischen

Blick des Kanzlers auffällt, versinkt vor lauter Gediegenheit

leicht in langweiliger Routine.“

(Hartmut Palmer)[1]

Soweit eine Meinung zum Verhältnis von Politik und Öffentlichkeit, die sicherlich eine Vielzahl von Bürgern bejahen würden. Andere wiederum hielten entgegen, dass gerade die Unscheinbarkeit einer Regierung – gemäß dem Motto „No news is good news.“ – für ihre Fähigkeiten spricht, das Land auf (Erfolgs-) Kurs zu halten.

Abseits aller Meinungen jedoch gibt es natürlich die wissenschaftliche Debatte darüber, inwieweit Politik in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten sollte, wie stark beide verquickt werden dürfen, ja was Öffentlichkeit im Hinblick auf Politik eigentlich für eine Bedeutung besitzt.

Ein aktiver Teilnehmer an dieser Debatte ist der Kultursoziologe Jürgen Gerhards, der mit seinem Aufsatz zur „politischen Öffentlichkeit“ einen Erklärungsansatz für diesen – offensichtlich gesellschaftlich bedeutenden – Teil der Öffentlichkeit entworfen hat, welcher insofern äußerst interessant ist, da er sowohl mikro- als auch makroperspektivisch argumentiert und somit die „unsichtbare Schranke“ zwischen beiden Denkrichtungen zum Zweck einer symbiotischen Verbindung überwindet.

Die Gedanken hinter dieser Arbeit waren nun folgende: Von der Oberfläche des Gerhards’schen Aufsatzes über die politische Öffentlichkeit sollte sukzessive in die Tiefe gegangen und nach dessen Wurzeln gesucht werden. Die Arbeit selber stellt nun diese Suche in umgekehrter Reihenfolge dar. Die Basis bilden die zwei zentralen Theorien der Öffentlichkeit auf der einen und die zwei Haupttheorien gesellschaftlichen Handelns auf der anderen Seite. Aus letzteren wird auf einer Zwischenebene wiederum eine kombinierte System-/Akteurs-Theorie konstruiert, die dann zusammen mit der von Gerhards favorisierten Öffentlichkeitstheorie für einen „system- und akteurstheoretische[n] Bestimmungsversuch“[2] politischer Öffentlichkeit verwendet wird. In einem abschließenden Kapitel wird der Aufsatz noch einmal einem Vergleich mit anderen Abhandlungen über das System Öffentlichkeit unterzogen.

Ziel dieses Vorgehens soll es sein, die Hintergründe hinter diesem Aufsatz über die politische Öffentlichkeit kritisch zu beleuchten, um sowohl ein besseres Verständnis für die „Bausteine“ des Ansatzes sowie die Vorgehensweise von Gerhards zu vermitteln als auch die Plausibilität der Argumentation zu prüfen.

2. Steckbrief Öffentlichkeit

„Je mehr Öffentlichkeit hergestellt wird, desto mehr

Sauerstoff wird in die Demokratie hineingepumpt.“

(Günter Wallraff)[3]

Öffentlichkeit ist „eine in ihrer historischen Ausprägung und wissenschaftlichen Interpretation uneinheitliche gesellschaftspolitische Kategorie, die im weitesten Sinn die Gesamtheit derjenigen Verhältnisse umfasst, in denen sich der gesellschaftliche Austausch und die Bildung öffentlicher Meinung abspielen.“[4] Diese Definition, zu lesen auf den Seiten des Informationsportals wissen.de, macht bereits deutlich, dass sich die Annäherung an ein präzises Konzept von Öffentlichkeit nicht ganz einfach gestalten dürfte. Hinzu kommt, dass der Begriff an sich noch relativ neuen Datums ist, was vor allem seiner Lage und Bedeutung in der Gesellschaft geschuldet ist.

Der Begriff der Öffentlichkeit ist fest in zwei zentrale Kontexte moderner Gesellschaften eingebettet: Demokratie und Politik. Das bedeutet gleichzeitig, dass Öffentlichkeit, so wie sie im folgenden verstanden werden soll, überwiegend in Staaten der „westlichen Welt“ zu finden ist.

Dort hat sie ihr Aufkommen im 18.Jh. dem Geist der Aufklärung zu verdanken, der unter anderem auch das Verhältnis von Privatem und nicht Privatem neu ordnete. So wurden z.B. Glaubens- und Gewissensfragen in die Privatsphäre verlagert[5], während sich neue Themenfelder für öffentliche Diskussionen herausbildeten. In „Salons, Aristokratentreffs und Kaffeehausgesellschaften“[6] entstanden Debatten über politische Probleme im allgemeinen und die Teilnahme größerer Kreise des Volkes an politischen Entscheidungsprozessen im besonderen. Vorerst beschränkte sich dieser Diskurs natürlich auf die Schichten des Bürgertums, breitete sich jedoch um den Anfang des 19.Jhs. von dort auch langsam in die „einfache“ Bevölkerung aus.

Dabei gab es wesentliche Unterschiede in der Einschätzung der Wesensart von Öffentlichkeit zwischen den Nationalstaaten. Während z.B. in Frankreich davon geredet wurde, dass eine öffentliche Meinung sich als regierende Staatsgewalt etablieren müsse, wollte man im monarchischen England der Öffentlichkeit nur eine Kontrollfunktion zugestehen. In Deutschland fand die Herausbildung der öffentlichen Meinung unter noch ungünstigeren Vorzeichen statt, da sie aufgrund der relativ späten Demokratieentwicklung im späten 19.Jh. nicht durch einen ungezwungenen Entstehungsprozess sondern durch ein normativ aufgeladenes Idealbild geprägt war.[7]

Heute ist die Sphäre der Öffentlichkeit in demokratischen Gesellschaften institutionell verankert und ihre Eigenständigkeit gesetzlich abgesichert. So schreibt der Artikel 5 des Grundgesetzes eine Freiheit der Meinungsbildung, -äußerung und -verbreitung innerhalb der verfassungsrechtlichen Grenzen vor und bildet damit das Fundament für eine funktionierende – massenmediale – Öffentlichkeit in Deutschland. Ungeachtet dieser verbrieften Garantien gibt es jedoch in der Realität verschiedenste Einschränkungen freier öffentlicher Meinungsbildung, ökonomische und politische Einflüsse sind nur zwei Stichworte zu diesem Thema, dessen Behandlung noch in späteren Teilen dieser Arbeit zu finden sein wird.

Zentral scheint jedoch vorerst zu sein, dass Öffentlichkeit heute einen Raum bildet, über den die Bürger eines Staates in einem mehr oder weniger großen Ausmaß Einfluss auf die Politik und ihre Entscheidungen nehmen können. Zu zeigen sein wird noch, dass auch politische Akteure über das System der Öffentlichkeit auf die Bürger einwirken können. Deshalb konstatiert Gerhards:

„Diese intermediäre Stellung von Öffentlichkeit lässt vermuten, dass moderne

Demokratien ohne Öffentlichkeit nicht denkbar sind.“[8]

Eine so wichtige Kategorie moderner Gesellschaften kann sich natürlich der intensiven Beobachtung durch die Wissenschaften nicht entziehen. Aus naheliegenden Gründen beschäftigen sich vor allem soziologische, politik- sowie medienwissenschaftliche Beobachter mit verschiedenen Konzeptionen, empirischen Analysen oder Diagnosen der öffentlichen Sphäre. Eine einheitliche Definition des Begriffs gibt es, wie bereits am Anfang des Kapitels angedeutet, nicht. Allgemein ausgedrückt – und so auf einen gemeinsamen Nenner gebracht – kann man Öffentlichkeit, wiederum mit Gerhards, so beschreiben:

„Unter Öffentlichkeit in modernen, demokratischen Gesellschaften soll ein

Kommunikationssystem verstanden werden, in dem Akteure über politische Themen

im Horizont eines Publikums, das durch ‚prinzipielle Unabgeschlossenheit’ [...]

gekennzeichnet ist, kommunizieren.“[9]

In Folge dieser Kommunikation kristallisiert sich eine Meinung heraus, die sich von den Individualmeinungen der Individuen unterscheidet und gemeinhin als „öffentliche Meinung“ bezeichnet wird. Der Prozess und die Bedingungen ihrer Herausbildung sind allerdings umstritten und in verschiedenen Theorien unterschiedlich angelegt. Im nächsten Abschnitt möchte ich exemplarisch die zwei zu heutiger Zeit wichtigsten Theorieansätze zum Begriff der Öffentlichkeit darstellen: den der „liberalen“ und den der „diskursiven Öffentlichkeit“.

3. Das Modell der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit

„Selbst wenn die Führung wollte, könnte sie den Diskurs

über Menschenrechte, Demokratie und politische

Öffentlichkeit unter Intellektuellen kaum verhindern.“

(Jürgen Habermas)[10]

Das erste der beiden meistrezipierten Öffentlichkeitsmodelle ist wohl auch das am meisten beachtete und diskutierte. Denn obwohl es schon fast standardmäßig in jeder Behandlung des Themas „Öffentlichkeit“ erwähnt wird, musste es sich doch in den letzten Jahren massive Kritik von vielen Seiten gefallen lassen. Nichtsdestotrotz ist das Modell der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit eine große Bereicherung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema, da es auf normative Weise einen recht anspruchsvollen demokratiefördernden öffentlichen Raum konstruiert und somit gleichsam eine Messlatte für die „Wirklichkeit“ darstellt. Da es sich hierbei also um ein überaus bedeutendes Werk der Öffentlichkeitstheorie handelt, möchte ich im Folgenden die Grundzüge des Modells skizzieren, auch wenn im weiteren Verlauf der Ausführungen vor allem das zweite – liberale – Modell der Öffentlichkeit im Mittelpunkt stehen wird.

3.1. Die theoretische Anlage

Das diskursiv-republikanische Öffentlichkeitsmodell ist hauptsächlich das Werk des deutschen Soziologen Jürgen Habermas, einem der Hauptvertreter der zeitgenössischen deutschen Soziologie. Dieser hat in seinem Buch „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (zuerst erschienen 1960) und weiterführend im 1992 erschienenen „Faktizität und Geltung“ eine Geschichte der Öffentlichkeit skizziert und daraus ein normatives Modell dieser zentralen Kategorie moderner Gesellschaften entworfen. Das Wort „normativ“ lässt bereits erkennen, dass sich Habermas weniger von empirischen Tatsachen als vielmehr von theoretisch konstruierten Notwendigkeiten hat leiten lassen. Mit seinem Entwurf von Öffentlichkeit möchte er ein Idealbild derselben schaffen, an dem sich die Wirklichkeit messen lassen muss. Die aufklärerische Intention dieser Idee tritt hier deutlich zutage. Habermas selbst ist sich der Utopie seiner Theorie wohl bewusst, wenn er schreibt:

„Keine komplexe Gesellschaft wird, selbst unter günstigen Bedingungen, je dem

Modell reiner kommunikativer Vergesellschaftung entsprechen können. Aber dieses

hat auch nur [...] den Sinn einer methodischen Fiktion, die die unvermeidlichen

Trägheitsmomente gesellschaftlicher Komplexität, also die Rückseite kommunikativer

Vergesellschaftung ans Licht bringen soll – eine Rückseite, die den Teilnehmern

selbst im Schatten der idealisierenden Voraussetzungen kommunikativen Handelns

weitgehend verborgen bleibt.“[11]

3.2. Der Platz der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit

Doch was sind nun eigentlich die Grundannahmen des diskursiv-republikanischen Modells?[12] Habermas geht aus vom Verlaufsmodell der Politikherstellung vom Zentrum zur Peripherie. In dieser Vorstellung befindet sich die politische Macht und ihre Träger im sogenannten „Zentrum“. Dazu gehören alle Funktionsbereiche der Exekutive, Legislative, Judikative und die Parteien. Hier werden die politischen Entscheidungen gefällt und der größte Teil des politischen Tagesgeschäfts findet hier statt. Um dieses – kleine aber wirkungsmächtige – Zentrum herum befindet sich eine mehr oder weniger differenzierte Peripherie, in der die Bürger der Gesellschaft sowie kollektive Akteure platziert sind. Die Bürger werden hier vor allem in ihrer sozialen Rolle des „Wählers“ betrachtet. Kollektive Akteure sind Gruppierungen, die sich entlang gleicher Einflussinteressen gebildet haben und dem Zentrum mehr oder weniger nahe stehen, auf alle Fälle aber möglichst große Interventionschancen auf die Entscheidungen innerhalb des Zentrums gewinnen wollen.

Entsprechend der Nähe zum Zentrum (und der Strukturgleichheit mit Akteuren des Zentrums) unterteilt Habermas diese kollektiven Akteure noch einmal in „zivilgesellschaftlich“ und „vermachtet“. Erstere sind locker organisiert und somit vor allem kleinere und oftmals auch nur temporär existierende Gruppierungen, wie z.B. Bürgerrechtsbewegungen oder Umweltinitiativen[13], die zumeist in größerer Entfernung zum Zentrum positioniert sind. Demgegenüber befinden sich vermachtete kollektive Akteure in Zentrumsnähe und sind durch einen relativ hohen Organisationsgrad gekennzeichnet. Beispiele hierfür sind die Gewerkschaften oder Kirchen. Analog zur Entfernung vom Machtzentrum gestalten sich natürlich die Einflussmöglichkeiten der kollektiven Akteure auf politische Entscheidungen.

Habermas positioniert nun die Sphäre der Öffentlichkeit genau zwischen Peripherie und Zentrum, genauer an der Inputseite der Peripherie, also dort, wo die Akteure der Peripherie einen Anschlusspunkt an das Zentrum haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.1.: Modell der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit

3.3. Die Funktion der diskursiv-republikanischen Öffentlichkeit

An dieser Position bildet die Öffentlichkeit dann einen „kommunikative[n] Raum zwischen der zivilgesellschaftlichen Infrastruktur und dem Zentrum der Politik.“[14] Was passiert aber nun in diesem Raum?

Er stellt eine Art Arena dar, d.h. es treten Akteure (also die Bürger und Gruppierungen) in ihn ein, um über gesellschaftlich relevante Themen zu debattieren. Hier kristallisiert sich also das Private vom Öffentlichen, wie dies im ersten Abschnitt bereits erläutert wurde. Gesellschaftlich relevant sind Themen nämlich erst dann, wenn sie von allgemeinem Interesse sind. Solche Themen entstehen meist in Konfliktsituationen, also dann, wenn Unzulänglichkeiten offen zutage treten und einer Lösung bedürfen. Ist dies der Fall, kommt auch die Wirkungsmacht von Öffentlichkeit zum Vorschein. Denn laut Habermas ist der größte Teil der täglichen Politik Sache des Zentrums, verläuft also routinisiert innerhalb dieses Kerns. Dies dient – um einmal einen Begriff aus der Systemtheorie zu entlehnen – ganz einfach der Komplexitätsreduktion und dem reibungslosen Ablauf der täglichen Prozesse. Kommt es jedoch einmal zu einem solchen Konflikt, also zu unvorhergesehenen Situationen, dann wird zur Lösung des Problems der Diskurs in der Öffentlichkeitsarena hinzugezogen. Habermas nennt dies den „dritten Weg“ zwischen dem liberalen und dem radikal deliberativen Modell der Demokratie[15], da hier eine nach den – später noch zu erläuternden – Diskusregeln entstandene Entscheidung zumindest fallweise zum Einsatz kommt.

Darüber hinaus können aber auch weniger dringliche Sachverhalte zu Themen des öffentlichen Diskurses werden. Habermas besteht sogar darauf, dass auch abstraktere Debatten, z.B. über „allgemeinere Orientierungen, normative Prinzipien und Werte [...], das Verhältnis zur kollektiven Vergangenheit und kollektive Aspirationen für die Zukunft“[16] geführt werden sollen, um so nicht nur eine Meinungs- sondern auch eine Willensbildung zu erreichen. Auch hier kommt also wieder der „aufklärerische Impetus“[17] des Konzepts zum Vorschein, da Öffentlichkeit nun gleichsam als Zwang zur reflexiven Modernisierung der Gesellschaft fungiert.[18]

[...]


[1] Palmer, Hartmut: „Das Jahr der Schurken“. in: Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund (Hrsg.): Rückblende 2000.

Hamburg: Spiegel-Verlag, 2001. S. 4f.

[2] Gerhards 1994, S. 77

[3] aus einem Interview mit Günter Wallraff in „Telepolis“. http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/co/2454/1.html. (06.09.1998)

[4] http://www.wissen.de, Stichwort „Öffentlichkeit“

[5] vgl. Sarcinelli (2000), S. 421

[6] ebd.

[7] vgl. ebd., S. 421f.

[8] Gerhards 1998a, S. 270

[9] ebd., S. 269

[10] aus einem SPIEGEL-Interview mit Jürgen Habermas anlässlich seiner China-Reise im Frühjahr 2001, auf der er an

verschiedenen chinesischen Universitäten über „Drei Modelle der Demokratie“ referierte; in diesem Zitat ist natürlich die

chinesische Führung gemeint („Das geht ans Eingemachte“. in: Der Spiegel. Nr. 18 (2001). Hamburg: Spiegel-Verlag. S. 149f.)

[11] Habermas 1992, S. 396

[12] zu den folgenden Ausführungen vgl. Gerhards 1997, 1998 sowie Peters 1994

[13] Wobei man auch hier natürlich differenzieren muss. So würde z.B. „Greenpeace“ oder „WWF“ sicher als Grenzfall gelten.

[14] Gerhards 1997, S. 4

[15] Demokratie- und Öffentlichkeitsmodelle sind eng miteinander verbunden, und eigentlich sind alle Modelle der Öffentlichkeit

auch Modelle der Demokratie vice versa, da beide Begriffe einander bedingen (siehe ersten Abschnitt).

[16] Peters 1994, S. 45f.

[17] Gerhards 1998a, S. 268

[18] Ein Prozess, der ja in den letzten Jahren (vor allem mit Giddens und Beck ) in den Fokus der soziologischen Theorie gerückt

ist.

Details

Seiten
36
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638108058
ISBN (Buch)
9783638696470
Dateigröße
554 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1285
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Bereich Medienwissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Öffentlichkeit Kommunikation Gerhards Politik politische öffentliche liberale

Autor

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Titel: Von der Rationalität der Tagesschau - Das Konzept der Öffentlichkeit von Jürgen Gerhards