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Der Aceh-Konflikt in Indonesien

Eine Analyse

Hausarbeit 2009 21 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Südasien

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Zusammengeführt - Geschichte Indonesiens und des Sultanats Aceh

3. Auseinandergelebt - Der Konflikt in Aceh

4. Weiterführende Analyse

5. Schlussfolgerungen

6. Quellenangaben

1. Einleitung

Seit den Vermittlungen in Helsinki und der Tsunamikatastrophe im Norden Indonesiens die hauptsächlich die Region Aceh getroffen hat, hat sich die vormals konfliktintensive Lage zwischen der Rebellenorganisation GAM1 und der Zentralregierung in Jakarta scheinbar deutlich entspannt.(Ziegenhain, 2008) Obwohl der Flutkatastrophe ein katalytischer Effekt nachweisbar ist wie im späteren Verlauf dieser Arbeit noch näher ausgeführt, wäre ohne das Helsinki-Abkommen ein solcher Zustand nicht denkbar gewesen. Trotzdem überrascht die Leichtigkeit mit der dieser jahrzehntelange Konflikt beigelegt sein soll.

Diese Arbeit wird sich mit der Untersuchung des Konfliktes zwischen den Rebellen der GAM und der Zentralregierung, insbesondere mit den Ursachen die zu dieser Gewalteskalation geführt haben, dem Verlauf der Auseinandersetzung und der scheinbaren Auflösung des Konfliktes beschäftigen. Zu diesem Zweck wird in einem ersten Teil der Konfliktverlauf skizzenartig nachvollzogen und der Status quo dargestellt bevor in einem zweiten Teil tiefer auf die Ursachen des Konfliktes und dessen Auflösung eingegangen wird. Dabei werden gängige Theorien der Konfliktforschung die Basis der Analyse bilden.

2. Zusammengeführt - Geschichte Indonesiens und des Sultanats Aceh

Um den Hintergrund der Krise zwischen der Region Aceh und Indonesien2 zu verstehen muss man sich bewusst machen, dass es sich bei dem heute existenten Staat Indonesien um ein künstlich durch die Kolonialzeit hervorgerufenes Gebilde handelt. Ursprünglich waren die Inseln die heute zu Indonesien zählen zum Großteil eigenständige Einheiten, wie das seit dem 13. Jahrhundert existierende Sultanat im Falle Acehs. (Heiduk, 2004a) Durch Einwirkungen von Außen, hauptsächlich aber durch den Handel fand eine vermehrte Zuwendung zum Islam als Religion statt, die sich gerade auch in Aceh großflächig verbreitete. Im Zuge der Kolonisierungsbestrebungen der europäischen Großmächte des 17. und 18. Jahrhunderts wurde das heutige Indonesien durch die Briten im frühen 17. Jahrhundert besiedelt. Das Sultanat Aceh wurde dabei auch aufgrund der strategisch ungünstigen Lage für Militäroperationen und des enormen Aufwandes vorerst ausgelassen und konnte selbstständig weiterexistieren. Im Zuge der Neuordnung der Kolonialreiche wurde die ehemals britische Kolonie den Holländern zugesprochen. Sie konnten nach einem fast 30-jährigen Krieg schließlich den letzten Sultan Acehs 1903 zur Kapitulation zwingen und das ehemalige Sultanat wurde in die Kolonie Niederländisch-Ostindien implementiert. (Heiduk, 2004b) Durch expansionistische Bestrebungen während des 2. Weltkrieges gelang es schließlich Japan die holländische Kolonie einzunehmen. Ab diesem Zeitpunkt ist es nicht nur möglich von einer Verflechtung der Schicksale Acehs und des Restes des Indonesischen Kolonialreiches zu sprechen sondern auch vom Beginn des Widerstandes innerhalb dieser Region. (Braun, 2005) Diese Zeit war, obwohl sie nicht lange andauerte, entscheidend für die Entwicklung Indonesiens. Dabei erfolgte nicht nur eine Veränderung der Verwaltungsstrukturen im Land selbst und damit einhergehend auch einer Machtverschiebung, die japanische Kolonialmacht erlaubte auch die Ausrufung einer unabhängigen Republik Indonesiens während der letzten Kriegsmonate.

Nach der Niederlage Japans bestand aus Sicht Hollands wiederum Anspruch auf die ehemalige Kolonie. Dieser Anspruch wurde allerdings von lokalen Eliten, die sich während der Herrschaft der Japaner etabliert hatten zurückgewiesen. Im folgenden Unabhängigkeitskrieg (1945-49) gegen Holland konnte die indonesische Bevölkerung nicht zuletzt auch wegen der Unterstützung aus Aceh obsiegen. (Ufen, 2007) Die dortigen Eliten, die sich hauptsächlich auch im religiösen Bereich verorten ließen unterstützten Präsident Sukarno und die indonesische Nationalbewegung. Bereit kurz nach der Erreichung der Unabhängigkeit aber am 27. Dezember 1949 konnten sie sich mit ihrer Hoffnung auf einen islamisch geprägten Gesamtstaat mit weitgehend autonomen Regionen nicht durchsetzen.

Der Islam war seit jeher eine der wichtigsten Religionen in Aceh. Dabei ist zu beachten, dass auch in anderen Regionen Indonesiens der Islam weit verbreitet ist. Nicht umsonst zählt Indonesien als das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung. Von seinen 220 Millionen Einwohnern sind ca. 90% muslimischen Glaubens. (Heiduk, 2008) Beachtenswert ist die unterschiedliche Islamisierung Acehs und Restindonesiens. Während Aceh sich in Folge des Gewürzhandels mit Molukken, Arabien und Indien schon im 13. Jahrhundert3 dem Islam zuwandte und die Legitimation der Herrschaft sich bald unter Rückgriff auf persische und indische Auffassungen des Islams stützte, wurde Zentraljava erst im 17. Jahrhundert islamisiert, allerdings unter Einbeziehung alter hindu-javanischer Zeremonien. (Kreuzer, 2000) Trotzdem kann im Falle Indonesiens beziehungsweise Acehs keineswegs von einer Instrumentalisierung des Islams ausgegangen werden4 wohl aber von einer unterschiedlichen Auffassung des Glaubens. (Kingsbury, 2007) Da die Hoffnung auf einen islamisch geprägten Gesamtstaat durch Sukarno mit der Ausrichtung des Staates auf eine säkulare Grundstruktur enttäuscht wurde, sahen sich gerade die ehemaligen Mitstreiter gegen die niederländische Kolonialmacht in Aceh überrumpelt. Auf die Staatsgründung lässt sich demnach der Ausgangspunkt dieses wechselhaften Konfliktes zurückführen wie im folgenden Kapitel weiter ausgeführt werden wird. Auch Kingsbury weist dem Nationalgedanken in der Geschichte der GAM bzw. ihrer nationalen Zielsetzung die Hauptrolle innerhalb des Konfliktes zu. (Kingsbury, 2007)

3. Auseinandergelebt - Der Konflikt in Aceh

Wie im vorigen Kapitel ausgeführt, lässt sich der Ursprung auf die unterschiedlichen Interessenslagen im Bezug auf die Staatsneugründung Indonesiens im Jahr 1949 zurückführen. So präferierten acehnesische Eliten einen nationalistisch geprägten islamischen Gesamtstaat – den Darul Islam5 während Sukarno einen säkular-nationalistisch ausgerichteten Staat befürwortete und durchsetzte. (Kreuzer, 2000) Das wird insbesondere in der von ihm begründeten Pancasila-Ideologie deutlich, die sich auf den insgesamt fünf Prinzipien Nationalismus, Humanismus, Repräsentative Regierung, soziale Gerechtigkeit und Monotheismus6 stützt. (Braun, 2005) Diese sich dichotom gegenüberstehenden Weltverständnisse führten bereits 1950 zu Aufständen und konnten erst in den 60er Jahren endgültig niedergeschlagen werden. Die Vision der Santri-Muslime die Indonesien als Darul Islam sahen konnte daher nicht umgesetzt werden. Trotzdem errangen sie einige Erfolge, so zum Beispiel das Recht der Ausübung der Sharia (islamischen Rechtssprechung) das jedoch nicht schriftlich fixiert wurde. Diese Auseinandersetzungen sind aber nicht deckungsgleich mit den später durch die GAM provozierten Konfrontationen in denen es in erster Linie um die Sezession der Region ging. (Kreuzer, 2000) Schon kurz nach der Staatsgründung wurde im Gegensatz zu der in den Randprovinzen bevorzugten Dezentralisierung von politischer und ökonomischer Macht eine Zentralisierungstendenz auf die Insel Java forciert die sich bis heute als industrielles Zentrum gehalten hat. (Heiduk, 2004a). Mit der Gründung der GAM (Gerakan Aceh Merdeka) legte Hassan di Tiro 1976 dann den Grundstein des Konfliktes der bis ins Jahr 2004 andauerte und scheinbar erst durch das Helsinki-Abkommen beigelegt werden konnte. Die Wirkungsgeschichte der GAM lässt sich dementsprechend in drei Phasen einteilen: 1. Gründungsphase, 2. Konflikteskalation zur Interessendurchsetzung und 3. Reintegrationsphase.

Gründungsphase

Noch zu Beginn der Bewegung Freies Aceh war die Unterstützung innerhalb der Bevölkerung gering. Durch die wiederholte Formulierung des Ziels selbständiger Autonomie bis hin zum Seperatismus konnte die GAM bei der Bevölkerung nicht punkten. Nichtsdestotrotz war die Reaktion der Zentralregierung in Jakarta umso heftiger. Dort befürchtete man – auch durch die Erfahrungen mit der ehemaligen Provinz Ost-Timor geprägt – dass sich durch diesen Konflikt und durch ein potentielles Nachgeben eine Art Kettenreaktion entwickeln würde die schließlich im Zerfall des indonesischen Gesamtstaates enden würde. (Aspinall, 2005) Wie bereits vorher erläutert ist Indonesien durchaus kein homogenes Staatsgebilde sondern besteht aus vielen verschiedenen Ethnien die in einem geographisch kaum überschaubaren Gesamtstaat leben. Auch in anderen Regionen gab es daher immer wieder Ansätze, eigene Rechte auszubauen und regionale Gruppen zu stärken. Im Fall Acehs aber gelang es der GAM auch unter ständigem Rückbezug auf die jüngere und ältere Vergangenheit und vor allem durch die übermäßige Reaktion der Zentralregierung ein starkes Identitätsgefühl zu schaffen, das als Grundlage für die anhaltende Unterstützung seitens der Bevölkerung diente. Nach anfänglichen Schwierigkeiten der Organisation konnte sie schließlich in den 90er Jahren vermehrt Fuß fassen und erzielte schließlich zwischen 1989 und 20047 , insbesondere nach dem Fall des Regimes unter Suharto ihre größte Wirkungskraft. (Aspinall, 2005)

Konflikteskalation

Nach vermehrten Repressalien und immer unnachgiebigerem Verhalten seitens der

Zentralregierung und insbesondere des TNI steigerte sich auch die Konfliktintensität seitens der Rebellenorganisation. Bereits zu Beginn dieser Phase war eine friedliche Konfliktlösung in weite Ferne gerückt. Hauptthemengebiete waren die Forderung eines unabhängigen Staates und die Ungleichverteilung der Rohstofferträge die stark zugunsten der Zentralregierung ausgebeutet wurden. 1989 war der Zulauf zur GAM auf einem Höchstniveau und die verstärkte Präsenz der GAM innerhalb der Region konnte, so zumindest der Gedanke der Zentralregierung, nur durch einen noch intensiveren Militäreinsatz gelöst werden. Durch den Zusammenbruch des autoritären Regimes unter Präsident Suharto 1998 erreichte der Konflikt einen weiteren Höhepunkt. Eine Studentenbewegung, die schon bald größere Ausmaße annahm forderte ein Referendum der Bürger über den Verbleib Acehs innerhalb des indonesischen Staates, ähnlich dem, das 1999 Ost-Timor gewährt wurde und schließlich zu dessen Abspaltung führte. (Braun, 2005)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Konfliktintensität dargestellt auf Grundlage des Index des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung

(eigene Darstellung)

Beflügelt durch den scheinbaren Erfolg der Operationen der GAM und begründet durch den vermehrten Einsatz des Militärs in Aceh wurden die Operationen weiter ausgeweitet und schließlich auch Sicherheitskräfte und andere Ziele angegriffen (siehe Darstellung). Die indonesische Regierung antwortete auf diese neue Lage mit einer Mischung aus Zugeständnissen und konzertierten Militäroperationen. Verhandlungen zwischen Regierung und Rebellenorganisation führten schließlich zu zwei Waffenstillstandsvereinbarungen, im Juni 2000 und im Dezember 2002 die beide aber nicht von langer Dauer waren. 2001 wurde ein Autonomiegesetz verabschiedet, das weitreichende Kompetenzverschiebungen zugunsten der Provinz vorsah8 aber stetig von der Zentralregierung in Jakarta verwässert und schließlich zum Stolperstein der nachfolgenden Friedensverhandlungen wurde. (Aspinall, 2005) Das Gesetz wurde als unilaterales Zugeständnis seitens der Regierung angepriesen, die Vorstellungen der GAM wurden bei dessen Erstellung nicht berücksichtigt. Getreu dem Motto „Friss, oder stirb!“ legte sich damit die Regierung auf das höchste Maß an Zugeständnissen fest und stellte der Rebellenorganisation implizit ein Ultimatum. Auf die politische Entscheidung damals gründet auch ein weiterer Ansatz, der prägend vor allem für die Jahre 2000 bis 2004 wurde, Aspinall beschreibt das als „surrender and amnesty“-Modell. (Aspinall and Crouch, 2003a) So wurden GAM-Mitgliedern oft Landbesitzungen oder finanzielle Versprechen angeboten, wenn sie die Unterstützung der Organisation aufgeben. Sämtliche Konfliktlösungsansätze dieser Zeit wurden allein schon durch die fehlende Unterstützung seitens der Militärs und der Politiker im Keim erstickt. Im Endeffekt scheiterten sie auch an der Form des Abkommens, das meist einen Waffenstillstand als Voraussetzung für weitere, nicht genau ausformulierte Verhandlungen vorsah. So bezichtigten sich GAM und Militär gegenseitig, getroffene Übereinkünfte nicht einzuhalten und sahen sich dementsprechend selbst ebenfalls nicht an Versprechungen gebunden. Dieser „Teufelskreis“ führte in beiden Waffenstillstandsabkommen9 schließlich zu deren Scheitern. Weiter erschwert wurde der Friedensprozess, falls man von einem solchen zu diesem Zeitpunkt überhaupt sprechen kann, durch die Deklarierung des Konfliktes als „internen Konflikt“, der eine Vermittlung durch die UN oder andere Staaten bzw. eine Überwachung der Übereinkunft von vornherein ausschloss. Noch im Jahr 2004 wurde schließlich der dritte Versuch unternommen, den Konflikt beizulegen, diesmal unter der Rigide des ehemaligen finnischen Präsidenten Martti Ahtisaari und seiner
Krisenmanagementinitiative (KMI). (Aspinall, 2005) Dieses Abkommen und seine Auswirkungen auf die Situation in Indonesien wird im nächsten Abschnitt näher untersucht.

Reintegrationsphase

Bedingt durch verstärkte Militäroperationen und durch den mittlerweile jahrzehntelang andauernden Konflikt sowie die veränderte Personenkonstellation in wichtigen politischen Positionen konnte der neue Ansatz der KMI auf fruchtbaren Boden fallen. Im September 2004 fanden in Indonesien die ersten direkten Präsidentschaftswahlen statt, die als neuen Präsidenten den Ex-General Susilo Bambang Yudhoyono und als seinen Stellvertreter Jusuf Kalla hervorbrachten, beide mittlerweile starke Verfechter einer friedlichen anstelle einer militärischen Lösung des Konfliktes. Jusuf Kalla hatte sogar schon früher noch unter Megawati Sukarnoputris Amtszeit immer wieder nach Wegen zu einer friedlichen Lösung gesucht. Ausgezehrt vom Guerillaleben und großteils aufgerieben in langen Auseinandersetzungen befand sich die GAM in einem Stadium der Kriegsmüdigkeit als es sich Ahtisaari zur Aufgabe machte eine friedliche Lösung für den Konflikt zu finden. Auf beiden Seiten war der Wille zu einer Einigung zu gelangen ergo vorhanden. Ahtisaari verfolgte dabei im Gegensatz zu früheren Initiativen einen alternativen Ansatz, indem er keine der beiden Parteien zu irgendwelchen Zugeständnissen zu bewegen versuchte bevor nicht alle wesentlichen Punkte des Konfliktes beigelegt waren. Diesen Ansatz beschreibt er als „nothing is agreed until everything is agreed“. (Aspinall, 2005) So konnten während die Verhandlungen in Helsinki quasi isoliert vom Tagesgeschehen in Indonesien stattfinden. Da sich keine der beiden Seiten auf Voraussetzungen festgelegt hat, die die Verhandlungen ermöglicht, wie zum Beispiel die Abgabe der Waffen der GAM, konnten auch keine Brüche dieser Vereinbarungen proklamiert und damit der Verhandlungsprozess unterbrochen werden. Noch vor den Verhandlungen erschienen die unterschiedlichen Positionen der beiden Konfliktparteien klar. Die GAM wollte Souveränität nach innen und außen erreichen, die Regierungspartei wollte unter allen Umständen eine solche verhindern. Eine Lösung schien in weiter Ferne als schließlich der Tsunami am 26. Dezember 2004 mit einer Stärke von 9.0 auf der Richterskala die Provinz Aceh mit voller Wucht traf. Kurz zuvor hatten sich beide Seiten auf ein Treffen geeinigt. Während auch andere Regionen von dieser Naturkatastrophe betroffen waren, musste Aceh allein 128.000 Tote beklagen von ca. 200.000 Toten insgesamt.10

[...]


1 Gerakan Aceh Merdeka – Bewegung für ein freies Aceh, im weiteren Verlauf der Studie wird die Abkürzung GAM verwendet

2 Der Begriff „Indonesien“ wird in dieser Studie unabhängig von der geschichtlich korrekten Bezeichnung auch schon vor der Gründung des eigentlichen indonesischen Staates gebraucht. Indonesien meint in diesem Zusammenhang also immer den heute existenten Einflussbereich des Staates. In anderen Fällen wird explizit auf die Bedeutung hingewiesen.

3 andere Quellen sehen die Islamisierung bereits im 8. Jahrhundert nach Christi vgl. hierzu: Kingsbury, Damien, 2007: The Free Aceh Movement: Islam and Democratisation, in: Journal of Contemporary Asia 37, S. 166-189.

4 Schon allein der säkulare Staatsaufbau sprechen für diese These. Davon abzugrenzen ist allerdings das Aufgreifen des islamischen Glaubens als identitätsbildendes Merkmal in der Region Aceh, das auch innerhalb des Konfliktes (siehe auch Kap. 3.3 in dieser Arbeit) eine wesentliche Rolle spielt.

5 Unter Darul Islam werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet. So beschreibt Kreuzer damit den auf dem Islam basierenden Staat, während beispielsweise Kingsbury darunter die Rebellion zur Verwirklichung des islamischen Staates sieht. Zur besseren Unterscheidung wird innerhalb dieser Arbeit mit Darul Islam der eigentliche Staat bezeichnet und mit Darul Islam Rebellen diejenige Gruppe, die sich für die Errichtung des Staates eingesetzt haben.

6 Im wörtlichen Sinne: „Prinzip der All-Einen göttlichen Herrschaft“ (Ketuzhanan Yang Esa) mit der insbesondere dem Islam aber auch den Christen die staatlich legitimierte Bevorzugung oder Benachteiligung einer Religion verweigert wurde.

7 Die Zeitspanne zwischen 1989 und 2004 wird innerhalb dieser Arbeit zur Phase der Konflikteskalation gerechnet.

8 so zum Beispiel das Zugeständnis von höheren Rückflüssen der Erträge aus Rohstoffausbeutung, religiöse und kulturelle Autnonomie

9 gemeint sind hier die “Humanitäre Pause” die 2000 vereinbart wurde sowie das im Dezember 2002 vereinbarte “Cessation of Hostilities Agreement” das durch die schweizerische Nichtregierungsorganisation “Zentrum für Humanitären Dialog” vermittelt wurde.

10 Auch Sri Lanka wurde unter anderem von dieser Katastrophe nicht verschont, eine Wirkung auf den Verlauf des dortigen Konfliktes kann man aber nicht nachweisen.

Details

Seiten
21
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640402069
ISBN (Buch)
9783640402458
Dateigröße
604 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127873
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
Schlagworte
Politik Indonesien Aceh Tsunami Aceh-Konflikt Friedensprozess

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Titel: Der Aceh-Konflikt in Indonesien