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Erfolgreich durch soziale Kompetenz!

Co-Trainer Tier in Mitarbeiter- und Führungskräftetrainings

Seminararbeit 2009 20 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Grundsätze des tiergestützten Trainings
2.1. Tiergestützte Trainings als „Soft-Skill“-Trainings
2.1.1. Die Emotionale Kompetenz nach Daniel Golemann
2.1.2. Die Erfolgsintelligenz nach Robert J. Sternberg

3. Formen der Seminarangebote
3.1. Einsatz der verschiedenen Co-Trainer
3.2. Ein Führungstraining mit Pferden als Co-Trainer – Kursbeschreibung
3.3. Schlittenhundeschule „Waldschrat Adventure“
3.4 Von Wölfen lernen
3.5 Adler & Co - Greifvögel

4. Resümee und Ausblick für die Zukunft

5. Literaturnachweis
5.1 Literatur
5.2 Dokumente und Magazine
5.3 Internetquellen

„Wer immer arbeitet wie ein Pferd, fleißig ist wie eine

Biene und abends müde wie ein Hund, der sollte zum

Tierarzt gehen – vielleicht ist er ein Kamel.“

(Osterhammel, B.)

1. Einleitung

Seit einigen Jahren sind die Bereiche der tiergestützten Pädagogik und der tiergestützten Therapie erfreulicherweise auf dem Vormarsch.

Der Einsatz dieser Formen der tiergestützte Arbeit findet zu einem großen Teil in therapeutischen und sonderpädagogischen Einrichtungen statt, welche beachtenswerte Erfolge erzielen. Auch der Bekanntheitsgrad dieser Arbeitsformen ist im Bewusstsein der Bevölkerung mittlerweile fest verankert; als Beispiele sollen hier das „Therapeutische Reiten“ und die „Delphintherapie“ dienen.

In den letzten Jahren erfuhren diese Kernbereiche eine Erweiterung durch erlebnisgestützte „Soft-Skill“-Trainings, welche unter anderem die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit sowie die Anregung zur (Selbst)Reflexion als Ziel haben und somit den Einzug in die Erwachsenenbildung fanden.

Die vorliegende Arbeit beabsichtigt einen kurzen Überblick über einige der Produkte dieser Entwicklung zu schaffen, Möglichkeiten und Chancen für die Erwachsenenbildung aufzuzeigen.

2. Grundsätze des tiergestützten Trainings

Dass die Möglichkeit der Kommunikation zwischen Mensch und Tier besteht gilt mittlerweile auch auf hohem wissenschaftlichem Niveau als bewiesen.

Vor allem die Form der nonverbalen Kommunikation ist bereits in verschiedensten institutionellen Rahmen als heilende Komponente in Heil- und Förderplänen fest verankert. An dieser Stelle sei auf den Tierbesuchsdienst in Krankenhäusern und den tiergestützten Angeboten für Menschen mit Behinderung verwiesen.

Sind bei Angeboten dieser Art die Schaffung von heilsamen Begegnungen zwischen Mensch und Tier die Zielsetzung, geht es in den Mitarbeiter- und Führungskräftetrainings zum einen um das Beobachten von Tieren und Tiergruppen, zum anderen um das aktive Führen von Tieren– zumeist von Pferden.

Aus verschiedensten Quellen wurde berichtet, dass diese „etwas anderen“ Führungskräftetrainings oft auf Kritik stießen und sogar bekämpft wurden. All zu groß sind die Befürchtungen der potenziellen TeilnehmerInnen, auf unseriöse Anbieter zu treffen. Gerade die „tierische Komponente“ und die Riege der Führungskräfte haben auf den ersten Blick wenige Berührungspunkte.

Betrachtet man die Konzeptionen der Kursangebote genauer, wird eine zweite Komponente der Trainings mit den tierischen Co-Trainern klar erkennbar. Es handelt sich um die Erlebniskomponente. Diese wiederum kann in den verschiedensten Ausprägungen anzutreffen sein und schafft eine Verbindung mit Angeboten für Führungskräfte und der tiergestützten Therapie und Pädagogik im bekannten Sinne.

Die Teilnehmer können also zum einen eine sehr aktive Rolle (Interagieren - Führen eines Tieres z. B. durch einen Parcours) wie auch eine zuerst passivere Rolle (beobachten von Tieren / Tiergruppen) einnehmen.

Beides jedoch hat die gleiche Zielsetzung. Angeregt durch die Trainingsimpulse das eigene (berufliche) Handeln zum einem wieder zu erkennen, zum anderen mit Hilfe des „tierischen Co-Trainers“ zu reflektieren.

Größte Bedeutung muss bei all diesen Angeboten einer professionellen Betreuung der Teilnehmer zugemessen werden; nur durch den Einsatz von geschultem Trainerpersonal lassen sich die Erlebnisse gewinnbringend reflektieren und adäquat in den beruflichen Alltag transferieren. Auch zeitlich nimmt dieser prozessorientierte Teil der Trainings meist mit zwei Dritteln den größten Anteil ein.

Als Betreuungspersonal für die Seminarkonzeption und die klassischen Lernelemente bieten sich neben Psychologen, Psychotherapeuten, (Sozial) Pädagogen auch spezielle Therapeuten der „tiergestützte Therapie / Pädagogik“ an, für den aktiven Teil mit den Tieren kommen entweder Experten im Umgang mit den Tieren zum Einsatz oder es werden Kooperationen mit Tierparks, Wildgehegen, Falknereien oder ähnlichem eingegangen.

Vor allem wenn an die Auswahl der Tiere gedacht wird, wird schnell ersichtlich, warum es sich für die Anbieter lohnt, neben dem Fachpersonal für die Kurskonzeption ebenfalls in professionelle „Tier-Experten“ zu investieren; werden doch neben dem Training mit Pferden auch Trainingsangebote mit Wölfen und Greifvögeln sehr erfolgreich realisiert.

2.1. Tiergestützte Trainings als „Soft-Skill“-Trainings

Mit einem funktionierenden Team zu arbeiten, motivierte MitarbeiterInnen zu führen, Projekte mit dem größtmöglichen Erfolg abzuwickeln und dabei die ökonomischen Gesichtspunkte nicht aus den Augen zu lassen sondern sogar Zuwachs zu verzeichnen – von diesen oder ähnlichen Prinzipien können Mitarbeiter in Führungspositionen aus eigener Erfahrung umfangreich berichten.

Leider funktioniert dies in der beruflichen Praxis nicht immer reibungslos; misslungene oder fehlinterpretierte Kommunikation liefert Zündstoff für Konflikte, durch die mangelnde Fähigkeit zur Selbstreflexion werden diese zunehmend verschärft und eine konstruktive Lösungsstrategie rückt in weite Ferne.

Was hier geschult werden soll ist nicht das (akademische) Fachwissen, die so genannten „hard skills“, sondern viele andere, unter „soft skills“ subsumierte und ebenfalls zu den Schlüsselqualifikationen zählenden Eigenschaften und Fähigkeiten, welche nicht an Faktenwissen festgemacht werden können.

Das eigene Handeln, die eigene verbale wie nonverbale Kommunikation zu reflektieren; das Verhalten des Individuums im Gruppengeschehen zu betrachten und sich über die Prozesse der Gruppendynamik bewusst zu werden – hier finden die Seminarangebote mit den tierischen „Co-Trainern“ ihren Ansatzpunkt.

Es lassen sich verschiedenen Nutzenversprechen formuliere, die an die tiergestützen Training gerichtet werden können.

1. Tiere geben ungefiltertes Feedback

Das – insbesondere von Trainern mit Pferden und Greifvögeln – am häufigsten genannte Argument für tiergestützte Trainings lautet: Tiere geben ehrliches Feedback. Durch sie bekommen Manager die unverblümte Rückmeldung, die ihnen die Mitarbeiter häufig verwehren.

2. Tiere sensibilisieren für kleine Signale

Da Tier untereinander fast ausschließlich über Mimik und kleinste körperliche Signale kommunizieren, registrieren sie, wie die Anbieter betonen, auch beim Seminarteilnehmer jeden kleinen Widerspruch zwischen der inneren Absicht und dem Auftreten nach außen. Und sie reagieren sofort.

3. Tier liefern als Vorbilder Anregungen für den Führungsalltag.

Insbesondere Trainer, die mit Wölfen arbeiten, heben hervor: Tiere sind gute Vorbilder, an denen Führungskräfte ihre Studien treiben können. Laut Johannes Voss (Geschäftsführer der Voss Consulting GbR) können Führungskräfte von Wölfen z. B. lernen, wie man sich unter dem Gesichtspunkt der Effizienz am sinnvollsten verhält. „Wölfe verschwenden keine wertvolle Energie, die besser für die Überlebenssicherung des Rudels eingesetzt wird“, erklärt Voss, der im fränkischen Bad Mergentheim Seminare mit Wolfsbeobachtungen anbietet.

4. Tiere wecken Emotionen und sorgen so für nachhaltige Lernerlebnisse

Den Hauptvorteil sehen die Trainer jedoch darin, dass Tiere die Seminarteilnehmer auf einer emotionalen, intuitiven Ebene ansprechen. Sie können somit in Schichten vordringen, die menschliche Trainer nur schwer erreichen. Insbesondere hochrangige Manager und vernunftbetonte Menschen ließen sich über die Tiere „knacken“ und zu tiefen Lernerfahrungen führen. (vergl.: LIPKOWSKI, S., GLOGER, S., 2007)

Dabei stellen sich vor allem drei Möglichkeiten der Teilnahme in den Vordergrund:

1. Eine Führungskraft allein
2. Mehrere sich bekannte oder unbekannte Führungskräfte gemeinsam
3. Ein Team aus der Realität bestehend aus Führungskraft und MitarbeiterInnen

Je nach Zusammensetzung der TeilnehmerInnen können durch das Training mit Tieren unterschiedliche Prozesse initiiert werden. Durch die anschließende Reflexion mit den Trainern bietet das die Möglichkeit, das eigene Verhalten sowie das eigene Verhalten im Team und das Verhalten der anderen Teammitglieder zu reflektieren und durch Transfer für die berufliche Praxis zu nutzen.

2.1.1. Die Emotionale Kompetenz nach Daniel Golemann

„Was heute ganz wissenschaftlich „emotionale Intelligenz“ heißt, hat Goethe „Herzensbildung“ genannt. Intuitiv haben die Menschen schon lange erkannt, dass nur akademisches Wissen nicht ausreicht, um gut im Beruf und Alltag zurechtzukommen, und so wurden Begriffe wie „Reife“ und „gute Kinderstube“ in die Erziehungsmaßstäbe von Kindern miteinbezogen. (…)

Wissenschaftlich wurde es dann 1990, als der Amerikaner Joseph Ledoux, Professor an der New York University, entdeckte, dass ein Teil der Reize, die bei uns Emotionen hervorrufen, nicht wie angenommen auf der Ebene des Kortex verarbeitet werden, sondern in einem kleinen mandelförmigen Organ, das in den Windungen des Gehirns liegt. Hier soll das Zentrum der Leidenschaft, der Gefühle liegen.“ (JETTER, F., 2005, S. 26)

Menschliche Reaktionen weisen somit immer gleichzeitig eine emotionale und eine rationale Komponente auf; deren größtmögliche Kongruenz bedeutet ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz.

Was dies für den beruflichen (Führungs-)Alltag bedeutet, veranschaulicht der folgende Satz sehr plastisch:

Die akademische Intelligenz führt zur Einstellung, die emotionale Intelligenz führt zur Beförderung.“ (ebd.)

D. Golemann teilt das Konstrukt der emotionalen Intelligenz in fünf Komponenten auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Selbstreflexive Menschen wissen über ihre Wirkung nach außen, können zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung unterscheiden und diese reflektieren. Über ihre Stärken und Schwächen sind sie sich bewusst.

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Details

Seiten
20
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640755844
Dateigröße
737 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127854
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Nürnberg; ehem. Evangelische Fachhochschule Nürnberg
Note
1,3
Schlagworte
Soziale Kompetenz Soft Skills Führungskräfte Management

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