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Investitionen in das Humankapital

Lohnt sich das?

Seminararbeit 2007 18 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HUMANKAPITAL – WAS IST DAS?
2.1 DEFINITION VON HUMANKAPITAL
2.2 GESCHICHTE DES HUMANKAPITALS

3. BEDEUTUNG DES HUMANKAPITALS
3.1 DER FAKTOR MENSCH
3.2 ERWARTETER NUTZEN

4. ENTWICKLUNG DES HUMANKAPITALS
4.1 GEWINNUNG VON HUMANKAPITAL
4.2 STEIGERUNG VON HUMANKAPITAL

5. HUMANKAPITAL ALS WETTBEWERBSFAKTOR
5.1 MESSPROBLEME DES HUMANKAPITALS
5.2 BEWERTUNG DES HUMANKAPITALS

6. CONCLUSIO

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

In dieser Arbeit wird durch einen Blick auf die Geschichte des Humankapitals und dessen Entwicklung in Richtung eines vorrangigen Erfolgsfaktors für Unternehmen in nahezu allen Branchen der heutige Stellenwert des Humankapitals erklärt. Humankapital ist für den wirtschaftlichen Erfolg nicht mehr wegzudenken. Sowohl die „social skills“ wie auch die Erfahrungen und fachlichen Kenntnisse der Mitarbeiter sind ausschlaggebend um in einer modernen Marktwirtschaft erfolgreich bestehen zu können.

Als zentrale Fragestellung gilt es die Bedeutung von Humankapital in einer modernen Volkswirtschaft aufzuzeigen. Soziologe Prof. Dr. Ulrich Bröckling meint dazu: „Wie viel Geld kostet ein Mensch und wie viel bring er seinem Staat ein?“1 Es gilt zu hinterfragen, wie man Humankapital messen und bewerten kann bzw. wie Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter aussehen können.

2. Humankapital – was ist das?

Humankapital gewinnt neben den traditionellen Wirtschaftsfaktoren wie Standort und Kapital zunehmend an Bedeutung. Doch woher kommt der Begriff Humankapital, wann wurde dieser erstmals benutzt und welche Bedeutung steckt hinter diesem Begriff

2.1 Definition von Humankapital

Humankapital ist in modern geführten Unternehmen von großer Bedeutung. Grundsätzlich kommt der Begriff allerdings nicht aus der Betriebswirtschaft, sondern wurde erstmals von Volkswirten genannt. Die Nationalökonomen haben bereits früh die Bedeutung des Humankapitals für den Wohlstand einer Volkswirtschaft erkannt.2 Trotzdem gibt es nach wie vor keine einheitliche Definition des Begriffs Humankapital. So meint Nobelpreisträger Gary S. Becker in einem Interview mit dem Magazin Profil: „Die moderne Verwendung des Begriffs Humankapital reduziert den Menschen nicht auf Dollar und Cent. Es beinhaltet eine Vielzahl von Elementen: das Wissen, die Fähigkeiten sowie die Gesundheit von Menschen. Zurzeit werden die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Humankapital untersucht. Dabei geht es auch um die Kosten, die zur Steigerung von Lebensqualität und Lebensdauer notwendig sind. Das sind keine direkten wirtschaftlichen Faktoren, aber sie sind überaus wichtig. Humankapital beschäftigt sich auch mit dem Konsumverhalten im weitesten Sinn. Mit den Auswirkungen höherer und besserer Bildung etwa, ob diese Menschen mehr Bücher konsumieren, ob sie auf eine gesündere Ernährung Wert legen.“3

Humankapital kann aber auch anders definiert werden: „Heutzutage betrachten wir den Begriff des Humankapitals – die Summe aus Erziehung, natürlicher Begabung, beruflicher Ausbildung und Erfahrung, die die Grundlage des zukünftigen Einkommensflusses bilden. Als von fundamentaler Bedeutung für das Verständnis von größeren globalen Wirtschaftsveränderungen.“4

Gary S. Becker unterstreicht in dem Profil-Interview den Stellenwert von Humankapital noch weiter: „Es ist die wichtigste Form von Kapital in einer modernen Ökonomie. Nehmen wir Volkswirtschaften wie jene Deutschlands, der USA oder Österreichs. Rund 70 Prozent des Kapitals dieser Volkswirtschaften basieren nicht auf Maschinen, Gebäuden oder Aktien, sondern auf dem Wissen und dem Können der Menschen. Eine moderne Volkswirtschaft gründet sich auf Wissen. Das ist genau das, worum es bei Humankapital geht.“5

2.2 Geschichte des Humankapitals

Obwohl es bis zum heutigen Tage noch immer nicht gelungen ist den Begriff Humankapital eindeutig zu definieren und die Bedeutung des Humankapitals erst in den letzten Jahrzehnten Anerkennung gefunden hat, hat der Begriff an sich eine lange Vergangenheit. „Genau genommen war es bereits Bernoulli, der Anfang des 18. Jahrhunderts den Terminus „Humankapital“ eingeführt hat; heute wird das Humankapital von Ökonomen als eine treibende Kraft des Wirtschaftswachstum betrachtet. Bernoullis Vorstellung von Humankapital war eng mit seiner Definition von Wohlstand verknüpft. Er hielt alle materiellen Vermögenswerte und Finanzanlagen für weniger wertvoll als die Produktionsfähigkeiten. Das Humankapital spielte seiner Meinung nach für den Arbeitnehmer die Rolle, die für den Arbeitgeber Produktionsanlagen und Ausrüstung hatten.“6

„So stellte Alfred Marshall (Principles Of Economics) schon im Jahr 1890 fest: „Das wertvollste Kapital ist das in den Menschen investierte“7 ; und Benjamin Franklin hatte erkannt, dass Investition in Wissen „beste Zinsen zahlt“. Als die eigentlichen Gründerväter der Humankapitaltheorie gelten Jedoch Theodor William Schultz (1961) und Gary S. Becker (1964), die beide für ihre Integration menschlichen Verhaltens in ökonomische Theorien und Zusammenhänge mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden.“8

3. Bedeutung des Humankapitals

Während von Ökonomen der Begriff „Humankapital“ schon lange verwendet wird9 ist der Stellenwert bzw. die Bedeutung des Humankapitals in der breiten Öffentlichkeit erst sehr spät erkannt worden. Im Jahr 2004 wurde „Humankapital“ von der unabhängigen Jury der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres“ sogar zum „Unwort des Jahres 2004“ gewählt. Laut der offiziellen Erklärung degradiert der Begriff „nicht nur Arbeitskräfte in Betrieben, sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen“.10 Sowohl aus unternehmerischer, als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht hat der Begriff Humankapital allerdings durchaus seine Berechtigung und ist in der Unternehmensplanung und –entwicklung von großer Bedeutung. Nicht geringer ist die Bedeutung für die Volkswirtschaft, denn „das langfristige wirtschaftliche Wachstum ist vor allem durch Innovation getragen, welche wiederum eine qualitativ hochwertige Bildung der Bevölkerung voraussetzen.“11

So hat auch die Politik das Thema Humankapital erfasst. So betont Österreichs Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer in einer Rede im Rahmen der 35. Volkswirtschaftlichen Tagung der Österreichischen Nationalbank im Mai 2007, „dass Wissen und Fertigkeiten eines einzelnen nicht nur eine ökonomische, sondern mehr denn je eine eminent soziale und gesellschaftspolitische Bedeutung haben.“12

3.1 Der Faktor Mensch

Die demografische Veränderung in den Industriestaaten lässt dem Humankapital besondere Bedeutung zukommen. Während in die Erschließung diverser Rohstoffquellen immer mehr Geld investiert wird, hat die Bedeutung des Humankapitals – und somit des Faktors Mensch – bei den meisten Unternehmen

[...]


1 Eurozine, 2003, http://www.eurozine.com/articles/2003-03-28-broeckling-de.html, Stand vom: 11.12.2007

2 Vgl. Dürndorfer et al, 2005, S. 16

3 Profil, 2005, http://www.profil.at/indes.html?/articles/0510/560/107297.shtml, Stand vom: 11.2.2007

4 Dürndorfer et al, 2005, S. 14, zitiert nach Bernstein, 2004, S. 140

5 Profil, 2005, http://www.profil.at/indes.html?/articles/0510/560/107297.shtml, Stand vom: 11.2.2007

6 Dürndorfer et al, 2005, S. 15

7 ebenda, S. 16, zitiert nach Gary S. Becker, 1993

8 ebenda, 2005, S. 16

9 Vgl. Dürndorfer et al, 2005, S. 16

10 Sprachkritische Aktion Unwort des Jahres, 2005, www.untwortdesjahres.org/2004html, Stand vom: 13.12.2007

11 Wößmann, 2007, S. 1, Stand vom: 13.12.2007

12 Gusenbauer, 2007, S. 1, Stand vom: 13.12.2007

Details

Seiten
18
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640340583
ISBN (Buch)
9783640339112
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127683
Institution / Hochschule
Fachhochschule Wiener Neustadt
Note
2
Schlagworte
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