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Ökologie und Ökonomie: Ein Konflikt

Seminararbeit 2008 14 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der schematische Charakter des Konflikts
1.1 Die Deutungsaufgabe:
1.2 Die Analyseaufgabe:
1.3 Die Evaluationsaufgabe:

2. Die Ökologische Offenheit des Homo oeconomicus

3. Gibt es die ökonomisch optimal ökologische Katastrophe?
3.1 Beispiel am Unternehmen Henkel: Der Vormarsch der phosphatfreien Waschmittel
3.2 Lenkungssystem Öffentlichkeit:
3.3 Lenkungssystem Politik:
3.4 Lenkungssystem Markt:

4. Zwischen Frosch- und Vogelperspektive:
4.1 Ökologische Wettbewerbsfelder:
4.2 Ökologisches Transformationsmuster:
4.3 Logik der ökologischen Transformation
4.4 „Ökologische Probleme“:
4.5 „Deren Lösung“:
4.6 „Wettbewerbsvorteile“:
4.7 Das Verhältnis in gemeinwirtschaftlicher Sicht:
4.8 Das Verhältnis in einzelwirtschaftlicher Sicht:

5. Externe Effekte als Begründung von Umweltökonomie und –Politik
5.1 Problem externe Effekte:
5.2. Verhandlungen – die Coase Lösung:
5.3 Das Principal Agent Problem

6. Kosten – und Nutzenanalyse
6.1 Kosten des Umweltschutzes
6.2 Bewertung ökologischer Kostenstrategien
6.3 Die Ökobilanz

7. Ressourcen Ökonomie

8. Ausblick: Fazit – Ökologische Schranken für den Markt

Literaturverzeichnis:

Ökologie und Ökonomie

1. Der schematische Charakter des Konflikts

Ein Blick in die Praxis zeigt, dass Ökologie auf sehr unterschiedliche Art und Weise wettbewerbsrelevant wird: so stellen Banken fest, dass sich aufgrund von Altlasten auf Grundstücken vermeintliche Sicherheiten als Unsicherheiten entpuppen und suchen nach Lösungen, um ökologische Kredit-, aber auch Bonitätskrisen zu bewältigen. Die Farbenchemie sieht sich mit der Forderung nach schadstoff- und lösungsmittelfreien Produkten konfrontiert, weil ihre Kunden aus der Automobil – und Textilindustrie ökologische Probleme haben. So werden ökologische Probleme der Kunden zu ökonomischen Problemen der Lieferanten.[1]

Vielfach wird die wettbewerbsstrategische Relevanz der Ökologie unterschätzt oder verkannt. Die Gründe dafür sind sowohl in der Praxis als auch in der Theorie zu suchen. Ökologiesiertes oder sogenanntes Öko-Marketing ist gefordert. Es lassen sich drei Aufgabenstellungen der Theorie unterscheiden.

1.1 Die Deutungsaufgabe:

Wechselbeziehung zwischen dem ökologischen und dem ökonomischen System? Die ökonomischen Aspekte der ökologischen Problemlagen? Welche Veränderungen bringen sie mit?

1.2 Die Analyseaufgabe:

Rückvermittlung ökologischer Restriktionen in das ökonomische System? Welche Probleme treten bei der Einbeziehung der Kriterien auf?

1.3 Die Evaluationsaufgabe:

Wie sind die ökologischen und ökonomischen Wirkungen einzuschätzen?[2]

2. Die Ökologische Offenheit des Homo oeconomicus

Durch die Konstruktion der Kunstfigur Homo oeconomicus ist es in der Ökonomie möglich geworden, Komplexität radikal zu reduzieren und vor einem furchtlosen Psychologismus zu bewahren. Eindeutige und stabile Entscheidungen machen es möglich, Preisbildungsprozesse logisch zu isolieren und Bedingungen für ein Gleichgewicht zu erarbeiten. Viele Kritiker glauben es sei eine Idealvorstellung, die eine Verherrlichung des Eigennutzens widerspiegelt. In den Lehrbüchern steht, dass man von gegebenen Präferenzen ausgeht, aber nicht von bestimmten Präferenzen. So gilt für Arther C. Pigou, dass in der reinen Ökonomie beide Welten gleichermaßen gültig sind. Was hindert uns also daran, eine Ökonomie zu untersuchen, in der die Präferenzen in der Liebe zur Natur und dem Hass auf materiellen Wohlstand bestehen?[3]

3. Gibt es die ökonomisch optimal ökologische Katastrophe?

3.1 Beispiel am Unternehmen Henkel: Der Vormarsch der phosphatfreien Waschmittel

Anfang der 70er Jahre beschloss das dt. Unternehmen Henkel, ein phosphatfreies Waschmittel zu entwickeln. Henkel ist ein Unternehmen der angewandten Chemie, das in weiten Teilen der Bevölkerung als Hersteller von Markenartikeln bekannt ist. Das wichtigste Produkt ist „Persil“, die unbestreitbare Nr. 1 im Deutschen Markt. Hintergrund für die Entscheidung waren Anzeigen einer politischen Verknappung der Phosphatreserven, aber auch deren Diskussion in Deutschland. Hierzu muss gesagt, werden das zu viele Mengen an Phosphat für das „umkippen“ von stehen Gewässern verantwortlich sind, sowie, dass große Mengen durchaus einen neg. Einfluss auf die Umwelt haben, neben der Landwirtschaft sind vor allem Waschmittel für die Eutrophierung der Gewässer verantwortlich. Im Jahr 1973 lies Henkel einen Ersatzstoff (Salsil) patentieren, der 1976 erstmals in einem Grossversuch getestet wurde. 1977 folgte dann "Dixan“ als phosphatarmes Universalwaschmittel auf den Markt, 1983 dann in einer phosphatfreien Version. 1986 wurde „Persil“ auch phosphatfrei eingeführt. Drei Jahre später, 1989, nahm Henkel die letzten phosphathaltigen Produkte vom Markt. Lag im deutschen Vollwaschmittelmarkt insg. der Marktanteil phosphatfreier Waschmittel Anfang 1986 noch unter 10%, so erreichte er Anfang 1989 bereits 82% und 1991 100% der Verkäufe. Es gelang Henkel von Anfang an die Marktführerposition einzunehmen. Daneben löste die deutsche Entwicklung auf in andern europäischen Ländern einen Vormarsch phosphatfreier Waschmittel aus, wobei sie auf dem europäischen Vollwaschmittelmarkt bis 1991 einen Marktanteil von 41% erreichen konnten. Auch davon profitierte Henkel: Der europäische Marktanteil von Persil stieg zw. 1985 und 1990 von 16% auf 23% an.[4]

Hier bei wird gezeigt, dass die versch. Anspruchsgruppen als institutionelle Repräsentanten der drei externen Lenkungssystem: Öffentlichkeit, Politik und Markt anzusehen sind.

3.2 Lenkungssystem Öffentlichkeit:

dieses beruht auf sozialer Achtung und dem eigenen Gewissen. Primär geht es um die Sicherung von Akzeptanz und Legitimität bei den relevanten Anspruchsgruppen. Zu denken ist hier an: Anwohner, lokale Bürgerinitiativen, Umweltschutzorganisationen und Medien, deren Einfluss auf der Mobilisierung von öffentlichem Druck beruht.

3.3 Lenkungssystem Politik:

hier werden die verbindlichen Regeln festgelegt. Die Entscheidungsempfindung ist demokratisch geregelt, in politischer Hinsicht steht für die Unternehmen jedoch die Erfüllung von Auflagen im Vordergrund; daneben die Mitverantwortlichkeit, d. h. die aktive Mitwirkung von Transformation von der sozialen zur ökosozialen Marktwirtschaft.

3.4 Lenkungssystem Markt:

regelt den Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Bedient durch die Preise als Lenkmechanismus. Besonders im ökologischen Kontext drücken sich die Einflüsse im veränderten Nachfrageverhalten aus. In Form von Kosten kann man sagen: für z. B. verlangte Sanierungen, Abfälle etc. Es muss eine Anpassung an ökologische Anforderungen und Auflagen gewährleistet werden, aber auch der Ausbau ökologischer Erfolgspotenziale.[5]

[...]


[1] Vgl. E. Feess, Umweltökonomie und –Politik, 3 Auflage, 2007, S. 1ff.

[2] Vgl. F. Beckenbach, Die ökol. Herausforderung f. die ökonomische Theorie, 1992, S. 14

[3] Vgl. A. C. Pigou, The economics of Welfare , 1952, S. 6

[4] Hall/Ingersoll, 1993, S. 15 und 16 – Meffert/Kirchgeorg, 1993, S. 387-413

[5] Vgl. T. Dyllick, Ökologie – und Wettbewerbsfähigkeit, 1997, S. 27-28

Details

Seiten
14
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640342372
ISBN (Buch)
9783640342402
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127448
Institution / Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Bonn
Note
1,7
Schlagworte
Konflikt

Autor

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Titel: Ökologie und Ökonomie: Ein Konflikt