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Vision für Europa gesucht - Möglichkeiten und Grenzen der Förderung von Sprachkenntnissen durch die Europäische Union

Diplomarbeit 2002 115 Seiten

Politik - Didaktik, politische Bildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorbemerkungen

I. Einleitung
1. Problemstellung
2. Relevanzreflexion
3, Thesen
4. Methode

II. Wissenschaftliche Verortung des Themas
1. Forschungslage
2. Quellenlage

III. Europaische Union
1. Kurze Geschichte
2. Struktur
3. Institutionen

IV. Sprachenpolitik - Begriffsbestimmung

V. Sprachenreichtum in der Europaischen Union
1. National- und Amtssprachen
2. Regional- und Minderheitensprachen
3. Migrantensprachen
4. Kunstsprachen

VI. Fremdsprachenkenntnisse heute

VII. Entwicklung der Bildungs- und Sprachenpolitik

VIII. Ziele der Sprachenpolitik
1. „1+2-Konzept“
2. Diversifizierung des Erwerbs von Fremdsprachenkenntnissen
3. Lebenslanges Lernen
4. Fruhzeitiger Fremdsprachenunterricht
5. Transparenz der Abschlusse
6. Ausbildung der Lehrkrafte
7. Forderung innovativer Methoden
8. Sprachkenntnisse der Wanderarbeiter und Migranten
9. Minderheitensprachen

IX. Rahmenbedingungen des Tatigwerdens
1. Rechtliche Rahmenbedingungen
2. Finanzielle Rahmenbedingungen
3. Politische Rahmenbedingungen
4. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen

X. Umsetzung derZiele
1. „1+2-Konzept“
2. Diversifizierung des Erwerbs von Fremdsprachenkenntnissen
3. Lebenslanges Lernen
4. Fruhzeitiger Fremdsprachenunterricht
5. Transparenz der Abschlusse
6. Ausbildung der Lehrkrafte
7. Forderung innovativer Methoden
8. Sprachkenntnisse der Wanderarbeiter und Migranten
9. Minderheitensprachen

XI. Zusammenarbeit mit dem Europarat

XII. Uberprüfung der Thesen

1. Nationalstaatsdenken versus Europaische Union

2. Menschen versus Europaische Union

XIII. Bewertung der Moglichkeiten und Grenzen

XIV. Schlu&bemerkungen

Literatur

Abstract

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorbemerkungen

Im Jahre 1988 fand mein erster Fremdsprachenunterricht statt. Es war Russisch in der funften Klasse in einem kleinen polnischen Stadtchen. Damals habe ich noch nicht geahnt, dad es der Anfang einer langen Erlebnisreise durch Sprachen und Kuituren ist. Ich gehore einer Generation an, fur die die erste Pflichtfremdsprache eine Zwangssprache war. Der schicksalhafte Verlauf der Geschichte. Ich habe es aber nie als Zwang empfunden. Sprachenlernen hat mir schon damals Spad gemacht. Ich gehore aber auch einer Generation an, die 1990 lernen mudte, dad es gute und schlechte, wertvolle und wertlose Sprachen gibt. Auf meinem Gymnasium gab es keine Moglichkeit, Russisch weiterzulernen. Es war out. Ich habe meine Erlebnisreise jedoch fortgesetzt. Die Reize der deutschen und englischen Sprache haben sich mir offenbart. Spater habe ich sogar die deutsche Sprache studied. Ich habe mich auch auf das franzdsische, spanische und niederlandische sprachliche Territorium begeben. In einem Sprachkurs habe ich die grode Liebe meines Lebens getroffen, meinen Mann.

Heute, kurz vor dem Abschlud meines Studiums, wenn ich an mein schulisches und universitares Curriculum zuruckdenke, weid ich, dad der Fremdsprachenunterricht von Anfang an wie ein roter Faden meine ganze Ausbildung durchzogen hat. Ich habe nie nach dem widschaftlichen Wed einer Sprache gefragt, nach der Nutzlichkeit. Ich war oft unsicher, was meine Ausbildung anbelangt. Ich konnte mich lange nicht entscheiden, was ich wirklich studieren wollte und welches Studium ich fodfuhren will. Ich gebe zu, dad ich sogar einen Abstecher in das juristische Studium gemacht habe. Eine Sache war aber immer sicher: Fremdsprachenlernen. Deswegen schreibe ich diese Arbeit und deswegen hoffe ich, dad meine Erlebnisreise nie zu Ende gehen wird.

Frankfud (Oder), November 2002

I. Einleitung

1. Problemstellung

Viele Menschen, die in den westlichen Gesellschaften groB geworden sind, denken, daB Einsprachigkeit, die sie in ihrem Alltag erleben, die normale Lebensweise der meisten Menschen auf dieser Welt ist. Mit Ausnahme vielleicht von einigen, die zur Mehrsprachigkeit verurteilt sind. Sie irren sich jedoch. Der Multilingualismus ist der Alltag fur Millionen auf der ganzen Welt. Es gibt keine offiziellen Statistiken. Man muB berucksichtigen, daB es ungefahr 5000 Sprachen aber nur 200 Lander gibt. Das bedeutet, daB eine Unzahl von Sprachen sehr wenig Raum hat, um sich zu entfalten und so entwickelt sich zwangslaufig die Mehrsprachigkeit. Es gibt kein einziges Land auf der Erde, das vollkommen einsprachig ware.

Die Europaer werden in der Uberzeugung erzogen, daB ihre Muttersprache die wichtigste und schonste Sprache der Welt ist. Das ist subjektiv fur jeden einzelnen ja auch wahr. Objektiv gesehen, ist es jedoch schwer meBbar, Seitdem die Union der Volker in Europa immer enger wird, wie es stets so schon heiBt, ist die Diskussion uber Sprachen und ihre Rolle, uber Mehrsprachigkeit und Mehrkulturalitat sehr angeschwollen. In ihrem Eurozentrismus und Selbstmitleid gleichzeitig stellen die Europaer sich jedoch in das Zentrum des Weltgeschehens. Und sie bemitleiden sich selbst, daB sie auf einem so schonen Kontinent leben, der bloB so geplagt ist von zu vielen Sprachen. Man kann sich naturlich nicht mit so armen Landern wie Ghana, Nigeria Oder anderen afrikanischen Staaten vergleichen, wo es nicht nur an Trinkwasser, Essen und Sicherheit fehlt. Dort benutzen fast 90 Prozent der Menschen eine zweite Sprache neben der offiziellen Staatssprache. Trotzdem ist das babylonische Chaos richtig groB nur in Europa, meinen viele. Dazu ist diese Vielfalt an Sprachen noch hinderlich fur den Fortschritt der europaischen Einigung. Seit Jahren wird eine Vision für Europa erfolglos gesucht. Der kluge Jean Monnet meinte zwar: „Wir einen keine Staaten, wir verbinden Menschen.“ Er konnte jedoch nicht ernsthaft glauben, daB man Menschen mit Kohle, Stahl und Atomenergie zueinanderfuhren kann. Weil man den menschlichen Aspekt in der europaischen Einigung nicht von Anfang an berucksichtigt hat, sind die Burger Europas zu einem Problem der Europaischen Union (EU) geworden und zwar aus vielen Grunden. Zum einen verstehen sie nicht einen groBen Teil dessen, was sich in Europa abspielt, zum anderen sind sie nicht damit einverstanden, was man von ihnen verlangt: daB sie mehrsprachig werden mussen.

„Die Grenze verschwand nicht, sie kehrte nur wieder in einer anderen Form“, schreibt Professor Karl Schlogel in seinem Buch „Die Mitte liegt ostwarts11. Die Menschen haben durch das Entstehen der Europaischen Union viele Vorteile gewonnen. Das Wichtigste ist, daB sie jetzt uberall hinfahren konnen, ohne PaB und Grenzkontrolle und daB sie sich jetzt uberall niederlassen konnen. Irgend etwas halt sie aber zu Hause. Das sind die neuen Grenzen. Eine der wichtigsten ist die Sprachbarriere und die Unsicherheit, weil die Menschen manchmal nicht mehr so richtig wissen, wo sie noch zu Hause sind. Deswegen muG, man den Europaern die Angst nehmen und zeigen, daG. das Zusammenleben mehrerer Sprachen nebeneinander kein Problemfall, sondern der Normalfall ist.

Diese Arbeit beschaftigt sich mit der Frage, ob der Traum der Europaischen Union von Vielsprachigkeit durch sie selbst verwirklicht werden kann. Es wird der Versuch unternommen, die Grenzen und Moglichkeiten in der Forderung von Sprachkenntnissen unter den Unionsburgern durch die Europaische Union aufzuzeigen. Die Verfasserin versucht, das Thema im breiteren Zusammenhang zu zeigen. Deswegen werden am Anfang der Arbeit der Sprachenreichtum im EU-Teil Europas, der Stand der Fremdsprachenkenntnisse sowie die Geschichte der Europaischen Union und der gemeinschaftlichen Bildungs- und Sprachenpolitik besprochen. Im Hauptteil der Arbeit wird auf die Moglichkeiten und Grenzen der Forderung durch die Europaische Union eingegangen. Als ein Beispiel der Forderung und dessen was auf diesem Gebiet bis jetzt getan wurde, werden einige Aktionsprogramme bewertet.

2. Relevanzreflexion

Mit jeder Sprache, die man erlernt, fangt man ein neues Leben an. Dieser Satz hat die schulische und universitare Laufbahn der Verfasserin begleitet. Deswegen hat das Sprachenlernen fur sie immer die hochste Prioritat gehabt. Die Autorin hat schon mehrmals ein neues Leben angefangen, und zwar mit jeder neuen Sprache, die sie gelernt hat. Es wurde ihr schnell klar, daG. Sprachenlernen nicht nur das Pauken von Grammatik- und Wortschatzlisten bedeutet, sondern vor allem die Fahigkeit voraussetzt, sich in die Situation der anderen, der anfanglich Fremden, zu versetzen. Es ist nicht einfach. Man muG> die eigene bequeme Welt verlassen und sich auf eine Reise machen, von der man nie so zuruckkommt, wie man vorher war. Diese Reise verursacht, daG man sich selbst und die eigene Welt mit anderen Augen sieht. Solche Spracheskapaden konnen manchmal gefahrlich sein, weil man kritischer wird und die Welt nicht mehr mit der schwarzweiRen Schablone betrachten kann. Mit jeder neuen Sprache entdeckt man sich selbst immer wieder neu. Die Einsprachigkeit und der Gedanke, daG. die Muttersprache die wichtigste ist, ist fur die Verfasserin ein Fremdwort. Deswegen wollte sie zum AbschluG ihrer Ausbildung ein Thema behandeln, das fur sie immer so wichtig war: Sprachen und Mehrsprachigkeit.

Fur die „Europamacher“ ist die Einstellung der Autorin zu der Frage der Sprachen bestimmt ein Wunsch, den alle Unionsburger erfullen sollten. Er ist leider von der Realitat noch weit entfernt. Die meisten Europaer sprechen nur eine Sprache: ihre Muttersprache. Das heiRt, daR sie miteinander europaweit nicht kommunizieren konnen. Dabei wird die Europaische Union bald groRer. Die Palette der Amtssprachen erweitert sich. Das sprachliche Problem wird sich ebenfalls vergroRern und kann nicht von selbst gelost werden. Deswegen ist die Verbreitung der Fremdsprachenkenntnisse und der Begeisterung fur das Fremdsprachenlernen eine wichtige Aufgabe. Diese Aufgabe erfullen grundsatzlich die Staaten. Die Europaische Union kann und muR jedoch dabei helfen, weil es vor allem in ihrem Interesse liegt. Die Verbreitung der Sprachen sollte jedoch nicht nur an die wirtschaftlichen Interessen geknupft werden, sondern auch andere Vorteile zeigen. Die Wichtigkeit des Themas fur die Zukunft des vereinigten Europas ist somit offensichtlich. Es ist auch ein allgemein bekanntes Problem. Es wird sehr oft in der Presse erwahnt und wurde zum Gegenstand vieler wissenschaftlicher Arbeiten. Trotzdem ist man sich bis jetzt noch nicht uber die moglichen Losungen fur die Zukunft einig. Daher muR man sich mit dem Thema weiter beschaftigen.

3. Thesen

Die Europaische Union fordert ihre Burger in den offiziellen Bekanntmachungen und Dokumenten auf, Fremdsprachen zu lernen. Jeder von ihnen sollte neben der Muttersprache noch zwei weitere Sprachen beherrschen. Es steht auch test, daR es fur den Fortschritt der europaischen Einigung unentbehrlich ist. Solche Forderungen sind jedoch bedeutungslos, wenn sie nicht durch entsprechende Handlungen unterstutzt werden. Die Europaische Union fordert zwar die Sprachkenntnisse durch verschiedene Aktionen und Programme, von denen einige mittlerweile relativ bekannt geworden sind. Die Moglichkeiten dieser Tatigkeiten stoRen jedoch an ihre Grenzen.

Die Nationalgrenzen der Mitgliedstaaten und die Struktur der Europaischen Union selbst sind die wichtigste Beschrankung der europaischen Sprachenpolitik. Das ist die erste These dieser Arbeit. Obwohl sich die Staaten freiwillig der Europaischen Union angeschlossen haben, ist das nationale BewuRtsein und die Bindung an eigene Strukturen sehr stark. Die Bildungsfragen sind wiederum ein wichtiger Teil des nationalen BewuRtseins. Die Moglichkeiten der Europaischen Union sind durch ihre rechtlichen und finanziellen Kompetenzen begrenzt. Den Zielen der Union stehen noch immer die sehr starken Nationalinteressen entgegen.

Die zweite These dieser Diplomarbeit lautet, daR eine weitere wichtige Begrenzung der Sprachenforderung durch die Union in der gesellschaftlichen und menschlichen Dimension liegt. Da die Eurokraten nicht von Anfang an an die europaischen Burger gedacht haben, konnen jetzt die Menschen nicht alles nachvollziehen, was in der Union passiert.

4. Methode

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, wo die Moglichkeiten und Grenzen in der Forderung von Sprachkenntnissen durch die Europaische Union liegen. Diese Arbeit versteht sich als darstellende Analyse der Wirklichkeit. Sie versucht in wissenschaftlicher Manier, das Thema interdisziplinar zu diskutieren. Sie mochte aufzeigen, welche Rahmenbedingungen der Sprachenpolitik zugrunde liegen und wie sich diese Politik manifestiert. AuRerdem strebt die Arbeit danach, die Aktionen nicht nur zu beschreiben. Sie mochte die Politik der Europaischen Union kritisch auswerten und mogliche Schwachstellen aufzeigen, ohne sich jedoch als politisches Pamphlet Oder Parteiprogramm zu verstehen. Es ist die Auseinandersetzung einer sprachbegeisterten Europaerin mit dem fur AuRenstehende schwer verstandlichen EU-Labyrinth.

Weil dieser Beitrag zum AbschluR des kulturwissenschaftlichen Studiums angefertigt ist, im Rahmen dessen man den Studenten beizubringen versucht, interdisziplinar zu denken und zu arbeiten, erhebt diese Arbeit den Anspruch, das Thema disziplinubergreifend zu behandeln. Es sollen hier nicht nur sprachwissenschaftliche Aspekte diskutiert werden. Zur Analyse und Interpretation sollen vor allem auch die juristischen, sozialen und okonomischen Aspekte kommen, da sich das Thema einer monokausalen Bearbeitung entzieht.

In den folgenden Kapiteln sollen zunachst einige wichtige Grundbegriffe geklart werden. Deswegen muR zuerst bestimmt werden, was die Besonderheit der Europaischen Union ist (Kapitel III), was unter Sprachenpolitik zu verstehen ist (Kapitel IV) und welche europaischen Sprachen hier naher betrachtet werden (Kapitel V). Die zwei nachsten Kapiteln befassen sich mit den heutigen Fremdsprachenkenntnissen (Kapitel VI) sowie mit der Entwicklung der gemeinschaftlichen Bildungs- und Sprachenpolitik (Kapitel VII). Danach werden die theoretischen Ziele, die sich die Europaische Union auf dem Gebiet der Sprachenforderung gesetzt hat (Kapitel VIII), behandelt.

Der Hauptteil der Arbeit analysiert einzelne Aspekte der Moglichkeiten und der Grenzen von Sprachenforderung durch die Europaische Union (Kapitel IX). Erst nachdem die theoretischen Ziele und die faktischen Gegebenheiten dargestellt worden sind, kann man sich der Umsetzung der Ziele anhand der bisherigen Aktionen zuwenden (Kapitel X) sowie die Zusammenarbeit mit dem Europarat erortern (Kapitel XI). AnschlieRend soli der Wahrheitsgehalt der beiden Thesen, die der Arbeit zugrunde liegen, aufgrund von Ergebnissen der Untersuchungen und Analysen uberpruft werden (Kapitel XII). Es schlieRt sich die Bewertung der Moglichkeiten und Grenzen der EU-Sprachenforderung in ihrer Gesamtheit (Kapitel XIII) an.

II. Wissenschaftliche Verortung des Themas

1. Forschungslage

Die Forderung der Sprachkenntnisse ist ein Teil der Sprachenpolitik der Europaischen Union. Man kann sie als externe Sprachenpolitik bezeichnen. Auf diese ist allein der Fokus der Arbeit gerichtet. Die interne Sprachsituation in den Organen der Europaischen Union soil hier daher auBer acht gelassen werden. Die auf die Verbreitung der Sprachkenntnisse gerichtete Sprachforderungspolitik ist zugleich auch ein Teil der Bildungspolitik der Europaischen Union. Deshalb beschaftigt sich diese Diplomarbeit auch mit der Bildungspolitik der Union.

Wie schon angedeutet wurde, unterscheidet sich die Europaische Union von den ubrigen internationalen Organisationen unter anderem durch die Menge der Sprachen, die als Amtssprachen gelten. Deswegen muBte die Europaische Union eine eigene Einstellung zu den Sprachen herausbilden und lernen, mit der Fülle der Sprachen umzugehen. Sie muB also Sprachenpolitik betreiben. Diese Problematik trat schon in den 50er Jahren in Erscheinung. Es war aber nie das Hauptthema der europaischen Einigung. Im Mittelpunkt stand immer die Wirtschaft. Erst mit der schrittweisen Erweiterung der Europaischen Union nahm die Diskussion zu. Schon zu Beginn seiner Existenz hat das Bundnis festgelegt, daB offiziell alle Sprachen gleich wichtig und gleichberechtigt sind. Deshalb unternimmt es immer haufiger Aktionen, urn die Sprachen zu verbreiten und urn zu beweisen, daB die Union es ernst mit den Sprachen meint. Der Ausgangspunkt zur Forschung auf diesem Gebiet ist somit das Studium der rechtlichen Quellen und der Einstellung der Europaischen Union selbst.

In der Wissenschaft ist die Frage nach der EU-Sprachenpolitik ein problematischer Bereich, weil sich viele Autoren noch vor kurzem daruber nicht einig waren, ob man von der Sprachenpolitik der Europaischen Union uberhaupt sprechen darf. Zudem befindet sich das Thema an der Schnittstelle vieler wissenschaftlicher Disziplinen und Gebiete. Mit der Sprachenpolitik der Europaischen Union beschaftigen sich nicht nur Sprachwissenschaftler, Sprachdidaktiker und Soziolinguisten, sondern auch Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Politiker. Dabei ist die Gewichtung des Themas fur die jeweiligen Disziplinen anders. Fur die Juristen und Politiker ist das Sprachenproblem eher eine Randerscheinung, die selten zum Hauptthema gemacht wird und meistens im Zusammenhang mit der Zukunfts- und Funktionsfahigkeit der Europaischen Union, der die Sprachen im Wege stehen konnten, behandelt wird. In den anderen Disziplinen, wo das meiste Material zu diesem Thema veroffentlicht wird, tritt das Problem der Sprachen mehr in den Vordergrund. Die Autoren beschaftigen sich jedoch damit ebenfalls nur am Rande ihrer Arbeit und sehen es als Erganzung zu ihrem jeweiligen Hauptthema Oder als ein modisches Unterkapitel, weil es heutzutage in ist, die Mehrsprachigkeit zu erwahnen. Das Wort

„Mehrsprachigkeit“ ist zu einer Hauptparole auf diesem Gebiet geworden und gleichzeitig zu einer der Hauptfloskeln. In den meisten Artikeln, die diese Problematik erwahnen, kann man nichts als Wunschdenken finden ohne jeglichen Realitatsbezug. Die Sprachenpolitik wird meistens zusammen mit den folgenden Themen behandelt: mit den Minderheitensprachen, mit der Rolle einzelner Sprachen in Europa Oder in der Welt, mit dem Kontakt zwischen Sprachen, mit der Sprachenpolitik einzelner Regionen und Staaten, dem Zusammenhang zwischen Sprache und Kultur, mit der Identitats- und Multikulturalitatsproblematik sowie mit den padagogischen Implikationen des Erfordernisses von Kultur- und Spracherhaltung.

Durch diese Fulle von Disziplinen, die in Anspruch nehmen, das Thema zu behandeln, ist der Gesamtbereich sehr unubersichtlich. Zusatzlich kommt hinzu, daR jede Disziplin fur sich, mit eigenen Methoden und Mitteln, das heiSt monodisziplinar arbeitet und nicht empfindlich fur die Herangehensweisen anderer Facher ist. Fur die Juristen stehen rechtliche und politische Fragen im Vordergrund. Die Probleme, die in dieser Hinsicht die Sprachwissenschaftler Oder Padagogen plagen, lassen sie unerwahnt. Im UmkehrschluR gilt das Gleiche fur die Sprachwissenschaftler und Padagogen. Einen disziplinubergreifenden Ansatz gibt es bis heute nicht.

Weiterhin ist es nicht ohne Bedeutung, daR man diese Problematik schon seit den 50er, verstarkt seit den 70er Jahren, heftig diskutiert. Wenn man jedoch die Literatur aus den 70er Jahren mit der heutigen Literatur vergleicht, fallt auf, daR seitdem in diesem Bereich nicht viel geschehen ist. Man hat den Eindruck, daR sich die ganze wissenschaftliche Diskussion in einem Teufelskreis bewegt. AuRer unnutzlichen Floskeln hort man selten konstruktive Losungen, die auch politisch und gesellschaftlich akzeptiert werden konnten.

2. Quellenlage

Wie bereits aufgezeigt wurde, befindet sich das Thema an der Schnittstelle vieler Disziplinen. Es deutet sich deswegen schon an, daR auch die Palette der Quellen, die herangezogen werden konnen und mussen, breit ist. Die Europaische Union ist ein Gebilde rechtlichen Ursprungs, deswegen mussen zu Beginn die rechtlichen Quellen in Betracht gezogen werden. Als sogenannte Primarquellen sind die Grundungsvertrage der Europaischen Gemeinschaften und der Europaischen Union zu erwahnen. Es handelt sich urn volkerrechtliche Vertrage, durch die die Gemeinschaften und die Europaische Union ins Leben gerufen wurden. In ihnen ist verankert, daR alle Amtssprachen der Mitgliedstaaten in der Europaischen Union die gleiche Stellung haben. Weiterhin gibt es als Sekundarquellen Rechtsakte, die durch die EU-Organe erlassen wurden. Dabei muR man zwischen Rechtsakten unterscheiden, die in alien Mitgliedstaaten ummittelbar anwendbar sind (Verordnungen), die durch Staaten umgesetzt werden mussen (Richtlinien) sowie Rechtsakte, die einen politischen Oder empfehlenden Charakter haben (Stellungnahmen, Empfehlungen, EntschlieBungen). In Bezug auf die Sprachen haben die Organe mit wenigen Ausnahmen uberwiegend die Rechtsakte der dritten Gruppe erlassen, die Wunschgedanken und Empfehlungen der Politiker beinhalten, aber kein Instrumentarium zur Verfugung stellen, um sie umzusetzen.

Eine weitere Quellengattung sind die Selbstdarstellungen der Europaischen Union, wie sie zum Beispiel die offiziellen Internetseiten enthalten. Sie zeigen uberwiegend die von der Europaischen Union unternommenen MaBnahmen zur Verbreitung der Sprachen auf und beschreiben sie ausfuhrlich. Es ist klar, daB solche offiziellen Quellen einer besonderen Kritik bedurfen, weil sie meistens einseitig sind. Im Laufe der Zeit haben sich die EU-Experten zunehmend mit der Sprachenpolitik der Union beschaftigt und gelernt, auch im Bereich der Bildung vergleichend zu arbeiten. Wichtig ist hier Eurydice, das Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa, wo man unter anderem eine wertvolle vergleichende und umfangreiche Veroffentlichung zum Fremdsprachenunterricht in Europa und zur Sprachenpolitik der Europaischen Union findet („Der Fremdsprachenunterricht an den Schulen in Europa1'). Als ein Manifest der EU-Bildungspolitik kann „Das WeiBbuch zur kognitiven Gesellschaft11 betrachtet werden, in dem die Prioritaten der Europaischen Union fur die Bildung in Europa dargestellt werden. Zu den offiziellen Quellen der Europaischen Union, die in diesem Beitrag ausgewertet werden, gehoren auch verschiedene Statistiken wie das sogenannte Eurobarometer, das die offentliche Meinung in der Union widerspiegelt. Sie berucksichtigen nicht nur die Sprachensituation, sondern legen auch die Finanzen Oder die Akzeptanz der Union durch die Burger dar.

Die Sprachenfrage ist nicht nur in den offentlichen Darstellungen der Europaischen Union prasent, sondern auch in der Wissenschaft. Weil diese Arbeit von Sprachen handelt, hat sich die Verfasserin bemuht, mehrsprachig zu arbeiten und sich nicht nur auf die deutsch- und englischsprachige Literatur zu beschranken. Die Quellenlage ist nicht unproblematisch. Man beschaftigt sich schon seit den 70er Jahren mit der Problematik, und zwar, wie schon gezeigt wurde, in verschiedenen Disziplinen. Man muB sich also die Quellentexte in den verschiedenen Fachern im wahren Sinne des Wortes „zusammensuchen“. Obwohl man sich mit dem sprachlichen Problem schon seit vielen Jahren beschaftigt und zu diesem Thema unzahlige Arbeiten und Artikeln geschrieben wurden, fehlt ein interdisziplinares und umfangreiches Handbuch der Sprachenpolitik der Europaischen Union. Eine klassifizierte Spezialbibliographie ist ebenfalls nicht vorhanden. Als Standardwerke in diesem Bereich gelten ..Fremdsprachenunterricht und Sprachenpolitik11 von Herbert Christ (1980), „Die linguistische Struktur Europas. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft11 von Decsy (1973) und „A Language Policy for the European Community11 von Florian Coulmas aus dem Jahr 1991. Es sind alles Werke der alteren Generation, die die jetzigen Entwicklungen nicht mehr berucksichtigen. Aus den neueren Standardwerken sind zwei Bucher zu erwahnen: „Mehrsprachigkeitsprobleme in der Europaischen Union" von Kerstin Loehr und „Die Europaische Union und ihre Sprachen", herausgegeben von Thomas Bruha und Hans-Joachim Seeler. Beide kommen aus dem Jahr 1997. Die franzosischsprachige Literatur bietet vor allem ein sehr gutes Buch von Normand Labrie: „La construction linguistique de la Communaute europeene" von 1993. Miquel Siguan hat 1996 das Buch „La Europa de las lenguas" veroffentlicht, das mittlerweile auch in der deutschen Fassung unter dem Titel ,.Sprachen im vereinten Europa" vorliegt. Die neuesten Kommentare zu diesem Thema sind jedoch uberwiegend in den Fachzeitschriften zu finden. Es handelt sich hier hauptsachlich urn die sprachwissenschaftlichen Zeitschriften wie „Lebende Sprachen", „Die Neueren Sprachen" Oder „Die Muttersprache".

III. Europaische Union

1. Kurze Geschichte

Der Europaischen Union liegt die Idee der wirtschaftlichen Vernetzung zugrunde. Sie ist nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Angst erwachsen, daft eine neue kriegerische Auseinandersetzung zwischen den Staaten Europas stattfinden konnte. Dem wollte man vorbeugen. Die Volker der Welt furchteten sich davor, daft Deutschland zum dritten Mai „ruckfallig“ werden und einen neuen Krieg provozieren konnte. Durch die Vernetzung der europaischen Lander sollte ein einheitlicher Wirtschaftsraum entstehen. Dadurch wollte man die Staaten so sehr voneinander abhangig machen, daft das eventuelle Verlassen dieses Netzes und das Beginnen eines neuen Krieges fur jeden der Mitgliedstaaten einfach zu kostspielig ware. Weil die Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland immer noch eine Gefahrdung des europaischen Friedens sahen und der deutsch-franzosische Antagonismus weiterhin sehr ausgepragt war, ist es nicht verwunderlich, daft die Idee der europaischen Integration auf dem deutsch-franzosischen Boden geboren wurde.

Die europaische Integration begann mit Kohle, Stahl und Atomenergie. Es war eine Vision von Jean Monnet. Die Romischen Vertrage vom 25. Marz 1957 markieren die Grundung der Europaischen Gemeinschaften (EG), bestehend aus der Europaischen Gemeinschaft fur Kohle und Stahl (EGKS)[1], der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europaischen Atomgemeinschaft (EAG) durch Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Im Jahre 1973 wurden die Europaischen Gemeinschaften zum ersten Mai erweitert, und zwar urn Groftbritannien, Irland und Danemark. In den 80er Jahren traten Griechenland, Portugal und Spanien dem Kreis der EG-Nationen bei. In den 70er und am Anfang der 80er Jahre blieb die Integration im wesentlichen auf die Verwirklichung der Zollunion und der Marktfreiheiten begrenzt. Eine Verflechtung von politischen und gesellschaftlichen Interessen und Prozessen in der europaischen Einigung konnte sich nicht entfalten. Die Dauerkrise der Integrationspolitik war nur losbar durch entschlossene Schritte nach vorn. Ein wichtiger Schritt in der Geschichte der Gemeinschaften war die Unterzeichnung der Einheitlichen Europaischen Akte (EEA) im Jahre 1986. Wesentlicher Punkt der Akte war die Verwirklichung eines freien Binnenmarktes der Europaischen Gemeinschaften zum 31. Dezember 1992. Ein weiterer Schritt war die Unterzeichnung des Vertrages von Maastricht uber die Europaische Union, der am 1. November 1993 in Kraft getreten ist. Mit diesem Vertrag ist einerseits die Europaische Union ins Leben gerufen worden, andererseits wurde der Vertrag zur Grundung der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft geandert und in den Vertrag zur Grundung der Europaischen Gemeinschaft umbenannt. Seitdem firmiert die Europaische Wirtschaftsgemeinschaft unter dem Namen Europaische Gemeinschaft. Uber die ursprungliche Wirtschaftsgemeinschaft hinaus wollten die Mitgliedstaaten mit der neuen Reformubereinkunft die Integration weiter vorantreiben. Der Amsterdamer Vertrag von 1997 leitete weitere Reformen ein.

Die Rolle der Europaischen Gemeinschaften stieg nach dem Ende des Kalten Krieges. Die Notwendigkeit einer engeren politischen Zusammenarbeit kam zum Vorschein. Seit 1990 sind Lander auf der ganzen Welt dabei, neue Bundnisse einzugehen und alte zu bekraftigen. Sie suchen AnschluB und finden ihn bei Landern mit ahnlicher Kultur. Aus diesem Grund verzichteten Osterreich, Finnland und Schweden auf ihre jahrzehntelange Neutralist und sind 1995 zu den anderen EU-Staaten zugestoBen. Sogar die Schweiz, die bislang gar keinem Bundnis angehort hat, hat einen Schritt aus ihrer Neutralist gemacht und wurde 2002 in die UNO aufgenommen. Deswegen wird die Europaische Union einerseits als ein Ordnungsfaktor einer neuen Weltpolitik gesehen. Auf der anderen Seite erheben sich die Stimmen, daB diese neue Weltpolitik mehr als zuvor die Renaissance des Nationalstaates gegentiber einer wenig tragfahigen europaischen Ebene fordert.

Seit dem 1. Januar 1995 sind damit 15 europaische Lander in der Europaischen Union zusammengeschlossen. Weitere Beitrittsantrage von zehn mittel- und osteuropaischen Landern sowie von der Turkei, von Malta und Zypern liegen vor. Die bevorstehende Osterweiterung erzeugt jedoch einen erheblichen Reformdruck in der Europaischen Union. Bei der Gipfelkonferenz von Nizza im Dezember 2000 sollten die Grundlagen fur die anstehende Osterweiterung gelegt werden. Nach dieser Erweiterung wird die Union bis zu 27 Mitgliedslander zahlen. Aus diesem Grund stellt sich die Frage, ob sie dann immer noch handlungsfahig bleibt und ob ein politischer Interaktions- und Kommunikationsraum noch zu schaffen ist.

Direkt im AnschluR an das Gipfeltreffen von Nizza begann der Post-Nizza-ProzeB, der die Reformbedurftigkeit der Europaischen Union aufdeckte. Letztlich haben in Nizza wieder nationale Interessen auf Kosten des gemeinsamen europaischen Interesses uberwogen. Die Diskussion wurde auf dem Gipfel von Laeken fortgefuhrt. Der Europaische Rat hat einen neuen Impuls gesetzt und einen Konvent eingerichtet, der sich mehrheitlich aus nationalen Parlamentariern und aus Mitgliedern des Europaischen Parlaments zusammensetzt. Damit werden im Konvent 46 direkt gewahlte Volksvertreter verhandeln. Diese Konventlosung durchlauft ab dem 1. Marz 2002 eine einjahrige Bewahrungsprobe. Mit dem erfolgreichen Referendum in Irland uber den Vertrag von Nizza sind die wichtigsten politischen Hindernisse, die der Erweiterung im Wege standen, beseitigt. Ende Oktober 2002 hat der ehemalige franzosische President Valery Giscard d'Estaing, jetzt der Vorsitzende des Konvents, den ersten Entwurf einer europaischen Verfassung vorgestellt.[2]

2. Struktur

Die Europaische Union ist eine internationale Organisation eigener Art. Das Eigentumliche dieser internationalen Organisation liegt in ihrer Konstruktion als rechtlichem Dach fur die drei Europaischen Gemeinschaften. Somit sind die drei Gemeinschaften die Grundlage der Europaischen Union, erganzt durch die mit dem Unionsvertrag eingefuhrten Politiken und Formen der Zusammenarbeit. Die Europaische Union ist selbst noch kein fertiges Gebilde, sondern vielmehr ein ..System im Werden“, dessen endgultiges Aussehen noch nicht vorhersehbar ist. Mit den herkommlichen volkerrechtlichen Organisationen hat die Europaische Union gemeinsam, daft auch sie durch volkerrechtliche Vertrage ins Leben gerufen worden ist. Sie hat sich jedoch von diesen volkerrechtlichen Wurzeln entfernt. Die europaischen Vertrage sind Bestandteile der nationalen Rechte der Mitgliedstaaten geworden.

Die ebenfalls auf volkerrechtlichen Vertragen beruhenden Gründungsakte der Europaischen Union haben namlich zur Errichtung selbstandiger mit eigenen Hoheitsrechten und Kompetenzen ausgestatteter Gemeinschaften gefuhrt. Die Mitgliedstaaten haben zugunsten dieser Gemeinschaften auf Teile ihrer Hoheitsgewalt verzichtet. Das ist der erste wichtige Unterschied zu den anderen internationalen Organisationen. Der Europaischen Union fallen Tatigkeitsbereiche zu, die in ihrer Gesamtheit existenzpragenden Charakterfur Staaten besitzen. Diese Unterschiede der Union zu den herkommlichen volkerrechtlichen Organisationen rucken sie in die Nahe eines staatlichen Gebildes. Die meisten Staaten der Welt unterhalten diplomatische Beziehungen zur Union und sind durch Botschafter bei ihr vertreten. Die Europaische Union ist jedoch kein Staatsgebilde. Ihr fehlt sowohl die einen Staat kennzeichnende Allzustandigkeit als auch die Befugnis, neue Zustandigkeiten zu schaffen. Diese Art der Organisation nennt man eine supranationale Organisation. Aus dieser Struktur folgt auch die besondere Stellung der Sprachen in der Europaischen Union: Als eine Organisation, die den Frieden in Europa verbreiten soli, haben die Europaischen Gemeinschaften, die Vorlaufer der Europaischen Union, von Anfang an die Gleichheit aller, kleiner wie grofter, Staaten vorausgesetzt. Damit ist auch die Gleichstellung aller Sprachen verbunden. Das wurde immer fur selbstverstandlich gehalten. Anders war die Geschichte der Organisation der Vereinten Nationen. Flier haben sich schon am Anfang funf grofte Machte herausgebildet, die auch ihre vier unterschiedlichen Sprachen als Amtssprachen durchgesetzt haben. Allein die funfte Amtssprache der UNO - Spanisch - ist an kein Standiges Mitglied im Sicherheitsrat gebunden. Selbst solche groBen Sprachen wie Arabisch, Farsi Oder Hindi haben nicht den Status von amtlichen Sprachen innerhalb der UNO. In der Europaischen Union hat sich erst mit dem Vertrag von Nizza die Diskussion in groBerem Umfang entwickelt, ob man vielleicht auch in der Europaischen Union auf die Mehrsprachigkeit verzichten und zur Vereinfachung eine lingua franca Oder nur eine Amtssprache fordern sollte.

Die Europaische Union wird meistens metaphorisch beschrieben als das Dach fur die drei Europaischen Gemeinschaften und die sich erganzenden Politiken und Formen der Zusammenarbeit. Aufgabe der Union ist es, die Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Volkern koharent und solidarisch zu gestalten. Man spricht davon, daB dieses europaische Dach auf drei Saulen gestutzt ist. Die erste Saule bilden die drei schon fruher bestehenden Gemeinschaften. Die Gemeinsame AuBen- und Sicherheitspolitik bildet die zweite Saule und der Bereich Justiz und Inneres die dritte Saule. Somit begrundet sich die Europaische Union in der sich erganzenden Politik sowie in ihren Formen der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten. Auf der intergouvermentalen Ebene soil es gesichert werden, daS die Union die Ziele der gemeinsamen Politik durch die Errichtung einer systematischen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten verfolgt.

Im folgenden wird noch einmal ausdrücklich auf die komplizierte juristische Terminologie hingewiesen, urn die Verwirrung im weiteren Verlauf der Arbeit zu vermeiden. Bevor die Europaische Union (EU) gegrundet wurde, gab es die drei Europaischen Gemeinschaften (EG): die Europaische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die Europaische Gemeinschaft fur Kohle und Stahl (EGKS) und die Europaische Atomgemeinschaft (EAG). Nach der Grundung der Europaischen Union wurde die Europaische Wirtschaftsgemeinschaft in Europaische Gemeinschaft (EG) umbenannt, urn zu zeigen, daB nicht mehr nur wirtschaftliche Aspekte von Bedeutung sind. Somit bezieht sich die Abkurzung EG einerseits auf Europaische Gemeinschaften, andererseits auf die fruhere Wirtschaftsgemeinschaft, die jetzt Europaische Gemeinschaft heiBt.

Obwohl viele EU-Bürger den Eindruck haben, daB durch die Grundung der Europaischen Union die Europaischen Gemeinschaften ersetzt wurden und nicht mehr existent sind, entspricht es nicht der Wahrheit. Sie bestehen fort, nur daB ein neues Element in Form der Europaischen Union hinzugefugt wurde. Analog zur Umbenennung der EWG in die EG ist auch der Vertrag zur Grundung der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft wiederum in den Vertrag zur Grundung der Europaischen Gemeinschaft umbenannt worden.

Wenn man der juristischen Terminologie und der rechtlichen Wirklichkeit gerecht sein mochte, muBte das Thema „Sprachenforderung durch die Europaische Gemeinschaft" heiBen. Die Europaische Gemeinschaft fur Kohle und Stahl existiert nicht mehr und die Europaische Atomgemeinschaft hat insgesamt kaum noch Bedeutung. Deswegen bleibt als Institution nur die Europaische Gemeinschaft übrig, die rechtlich befugt ist, in verschiedenen politischen Bereichen ihre Hoheitsrechte geltend zu machen. Die Europaische Union wiederum als ein Bindeglied zwischen verschiedenen Formen der Zusammenarbeit zwischen den Staaten, verfugt uber keinerlei Kompetenzen im Bereich der Bildung noch in anderen Bereichen. Zur Vereinfachung ist jedoch die Verfasserin im Titel bei dem Terminus Europaische Union geblieben. AuRerdem soil damit auf eine Verbindung zwischen Sprachenpolitik und dem politischen Gebilde Europaische Union hingewiesen werden.

Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der Begriff Europaische Union verwendet, wenn das politische Gebilde an sich, die politische Ganzheit gemeint wird. Wo es jedoch ausdrucklich auf rechtliche Handlungskompetenzen ankommt, wird der Begriff der Europaischen Gemeinschaft sowie des Gemeinschaftsrechts verwendet. Ebenfalls, wenn uber historische Entwicklungen und Ereignisse berichtet wird, benutzt die Verfasserin die Begriffe Europaische Wirtschaftsgemeinschaft Oder Europaische Gemeinschaften, weil die Europaische Union damals einfach noch nicht existierte. Weiterhin muG> der Unterschied zwischen dem Vertrag zur Grundung der Europaischen Union und dem Vertrag zur Grundung der Europaischen Gemeinschaft nochmals ausdrucklich besprochen werden. Der Vertrag von Maastricht (1993) grundete einerseits die Europaische Union, andererseits anderte er den Vertrag zur Grundung der Europaischen Wirtschaftsgemeinschaft in den Vertrag zur Grundung der Europaischen Gemeinschaft. In dem Vertrag von Amsterdam (1997) wurden Anderungen sowohl in dem Vertrag zur Grundung der Europaischen Union als auch in dem Vertrag zur Grundung der Europaischen Gemeinschaft eingeleitet. Der Vertrag von Amsterdam fuhrte auch eine neue Numerierung ein. Wenn im weiteren Verlauf der Arbeit vom EG-Vertrag Oder EU- Vertrag geschrieben wird, geht es jeweils urn die Fassung von 1997, also urn die durch den Vertrag von Amsterdam geanderten Versionen. Falls die Verfasserin Bestimmungen des EU-Vertrages Oder EG-Vertrages in der Maastrichter Fassung von 1993 anspricht, wird es ausdrucklich hervorgehoben.

3. Institutionen

Die Europaische Union ist durch eine institutionelle Grundstruktur gekennzeichnet, die sich von der traditionellen staatlichen Gewaltenteilung unterscheidet. Die Organe sind durch sehr komplexe komplementare Beziehungen miteinander verbunden, aus denen sich der EntscheidungsprozeG. ergibt. Es ist wichtig, die Struktur der Institutionen hier kurz darzustellen, weil sich daraus auch ihre politische Rolle ergibt und damit die Einstellung zur Sprachenpolitik.

Man unterscheidet Organe der Europaischen Union und der Europaischen Gemeinschaft. Die Organe der Gemeinschaft sind jedoch zugleich Unionsorgane.

Sie uben ihre Befugnisse nach MaGgabe und im Sinne zum einen der Grundungsvertrage der Europaischen Gemeinschaften, zum anderen im Sinne der sonstigen Bestimmungen des Unionsvertrages aus. Dieser einheitliche institutionelle Rahmen der EG und EU soil die Konsistenz und Kontinuitat der Aktionen gewahrleisten.

Der Europaische Rat ist das spezifische Unionsorgan, das der Union den notwendigen Schwung fur ihre weitere Entwicklung vermitteln und deren allgemeine politische Leitlinien definieren soil.[3] Er ist aus den Gipfelkonferenzen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten hervorgegangen. Schon seit 1974 treten die Staats- und Regierungschefs im Europaischen Rat, dem „Europagipfel“, mindestens zweimal jahrlich, zusammen. Durch die Einheitliche Europaische Akte wurde der Europaische Rat im Jahre 1987 in das Institutionsgefuge eingegliedert. An dem Europaischen Rat nimmt auch der President der Europaischen Kommission teil. Die Staats- und Regierungschefs sowie der President der Kommission werden von den Ministern fur Auswartige Angelegenheiten und einem Mitglied der Kommission in ihrer Arbeit unterstutzt. Die eigentliche Funktion des Rates besteht darin, die allgemeinen politischen Leitlinien fur das europaische Einigungswerk festzulegen. Die Wahrnehmung seiner Aufgaben erfolgt durch den Erlaft von politischen Grundsatzentscheidungen Oder die Formulierung von Richtlinien und Auftragen fur die Arbeit des Rates der Europaischen Union und der Kommission.

Der Europaische Rat ist vom Rat der Europaischen Union zu unterscheiden.[4] Im Rat der Europaischen Union sind die Regierungen der Mitgliedstaaten vertreten. Der Rat setzt sich aus je einem Vertreter jedes Mitglied staats auf Ministerebene zusammen und soil als solcher die Interessen der Einzelstaaten wahren. Deswegen wird er auch als Ministerrat bezeichnet. Alle 15 Staaten entsenden einen Vertreter und zwar regelmaGig aber nicht zwingend die fur die vorgesehenen Themen zustandigen Fachminister. So gibt es den Rat der Aufcenminister, der Landwirtschaftsminister Oder der Bildungsminister. Er ist das zentrale Entscheidungsorgan der Europaischen Union. Als Vertreter der Mitgliedstaaten beschlieftt der Rat alle wesentlichen Rechtsakte. DerVorsitz im Rat wird von den Mitgliedstaaten nacheinander furjeweils sechs Monate wahrgenommen.

Das Europaische Parlament wird seit 1979 von den Burgern der Europaischen Union direkt gewahlt. Seine Zusammensetzung spiegelt somit ihren politischen Willen wider.[5] Es vertritt 370 Millionen Burger und ist das groRte multinationale Parlament der Welt. Es besteht aus den Vertretern der Volker der Mitgliedstaaten. Das Parlament besteht gegenwartig aus 626 Vertretern. Die Zahl der Abgeordneten darf 700 nicht ubersteigen.[6] Das Parlament begreift sich als Wahrer der europaischen Interessen und der Burgerrechte. Seine Legislaturperiode dauert filnf Jahre. Die Bedeutung des Parlaments ist zwar mit den Jahren gestiegen, es ubt jedoch nach wie vor nur begrenzt die Funktionen eines echten Parlaments aus, wie es etwa im staatlichen Modell der Fall ist. Das Parlament wahlt hier keine Regierung, weil es eine solche im herkommlichen Sinne in der Europaischen Union nicht gibt. Die regierungsahnlichen Funktionen werden vom Rat und der Kommission wahrgenommen. Das Parlament ist ein Artikulations- und Kontrollorgan und ist darüber hinaus am Rechtssetzungsverfahren beteiligt. Zudem bildet es zusammen mit dem Ministerrat die Flaushaltsbehorde.

Die Europaische Kommission spielt eine zentrale Rolle in der Politik der Europaischen Union.[7] Von ihr beziehen die ubrigen Organe einen wesentlichen Teil ihres Antriebs und ihrer Ziele. Ohne die 20 Mitglieder, die von den Landern der Union bestimmt werden, und die 16.000 Bediensteten der Kommission konnte die Europaischen Union nicht funktionieren. Sie ist als Organ zur Vertretung des Gesamtinteresses der Union konzipiert. Sie darf grundsatzlich keine anderen Interessen als die der Gemeinschaft vertreten. Die Kommission wacht uber die Anwendung des Gemeinschaftsrechts und uber das ordnungsmaGige Funktionieren des Binnenmarktes. Sie ist der „Motor der Gemeinschaftspolitik“. Im Laufe der Zeit hat sich die Kommission zu einer groReren Verwaltungseinheit entwickelt. Ihre Aufgabe ist vor allem, die Vorschlage fur Rechtsakte des Rates zu planen und auszuarbeiten. Bei ihr beginnt also jede Gemeinschaftsaktion. Sie ist verpflichtet, tatig zu werden, wenn das Gemeinschaftsinteresse es gebietet. Ferner ist die Kommission die „Huterin des Gemeinschaftsrechts“. Sie kontrolliert die Durchfuhrung des Gemeinschaftsrechts durch die Mitgliedstaaten. Die Kommission vertritt auch die Gemeinschaft bei internationalen Organisationen.

Die Europaischen Gemeinschaften sind Rechtsgemeinschaften. Dies gilt auch fur die auf ihnen aufbauende Union. Die Anerkennung der Verbindlichkeit ihrer Regeln durch die Mitgliedstaaten, die Organe und die einzelnen Burger ist die Voraussetzung fur ihr Bestehen. Der Umstand, daB es dem Gemeinschaftsrecht gelungen ist, sich so tief in der Rechtswirklichkeit der Mitgliedstaaten zu verankern, ist darauf zuruckzufuhren, dafc es von den Burgern, den Behorden und den Gerichten alier Mitgliedstaaten als einheitliches Regelwerk, auf das sich die einzelnen vor ihren nationalen Gerichten berufen konnen, aufgefaRt, ausgelegt und angewandt wird.

Der Europaische Gerichtshof ist fur die konsistente Rechtsprechung in der Gemeinschaft zustandig.[8] Die Entscheidungen des Gerichtshofes haben erhebliche verfassungsrechtliche und wirtschaftliche Auswirkungen. Er setzt sich aus jeweils auf sechs Jahre gewahlten 15 Richtern und neun Generalanwalten zusammen. Im Jahre 1988 hat der Rat zur Unterstutzung des Gerichtshofes ein zweites Gericht, das sogenannte Gericht erster Instanz, Europaisches Gericht, eingesetzt. Die Aufgabe des Gerichtshofes ist die Wahrung des Rechts in einem weiten Sinne bei der Auslegung und Anwendung der EG-Vertrage zu sichern. Er ist ein unparteüsches Kontrollorgan der politischen Gemeinschaftsorgane sowie Individualschutzinstanz hinsichtlich der Rechte und Freiheiten der Gemeinschaftsburger. Er kann von den Mitgliedstaaten, den Gemeinschaftsorganen sowie von naturlichen und juristischen Personen angerufen werden.

Der Europaische Rechnungshof vertritt die Interessen der Steuerzahler. Er wacht daruber, daR die Europaische Union ihre Gelder nach den Regeln der Haushaltsordnung und fur die vorgesehenen Zwecke verwendet.[9] Manche nennen den Rechnungshof das „finanzielle Gewissen" der Union, andere nennen ihn einen „Wachhund“. Er besteht aus 15 unabhangigen Personen. Sie haben die Aufgabe, die Rechnung uber alle Einnahmen und Ausgaben der Gemeinschaft hinsichtlich ihrer RechtmaRigkeit, OrdnungsmaRigkeit und Wirtschaftlichkeit zu uberprufen. Die Berichte des Europaischen Rechnungshofes informieren die Offentlichkeit ausfuhrlich daruber, wie die Union mit ihren Geldern umgeht.

Der AusschuR der Regionen ist die jungste Institution.[10] Er wurde eingesetzt, weil die Mitgliedstaaten zum einen ihre regionalen und lokalen Eigenheiten respektiert wissen wollen. Zum anderen wollen sie an der Entwicklung und Durchfuhrung der EU-Politik beteiligt werden. Zum ersten Mai in der Geschichte der Union mussen die Vertreter der lokalen und regionalen Gebietskorperschaften angehort werden, wenn es urn Dinge geht, die sie direkt betreffen. Er hat eine beratende Funktion und muR bei BeschluRfassungen zu Aspekten der allgemeinen und beruflichen Bildung gehort werden.

IV. Sprachenpolitik - Begriffsbestimmung

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Moglichkeiten und Grenzen der Sprachenforderung durch die Europaische Union zu erortern. Um das Forschungsgebiet genau definieren zu konnen, mussen zuerst einige begriffliche Abgrenzungen, vor allem zwischen Sprach- und Sprachenpolitik, vorgenommen werden. Der Begriff der Sprachenpolitik setzt sich im Deutschen nur allmahlich durch. Bei der Unterscheidung beider Begriffe kann man feststellen, daft sich die Sprachpolitik auf eine und die Sprachenpolitik auf mehrere Sprachen bezieht. Die Sprachpolitik bezieht sich auf politische MaRnahmen innerhalb einer Einzelsprache, die Sprachenpolitik richtet sich dagegen auf das Verhaltnis zwischen verschiedenen Sprachen und deren Status im internationalen Vergleich.

Der inhaltliche Unterschied zwischen der Sprach- und Sprachenpolitik ist nicht fur alle Autoren eindeutig. Manche von ihnen, genauso wie viele Lexika und Worterbücher, verwenden die Worte gemeinsam mit dem Begriff der Sprachverbreitungspolitik synonym.[1] Die Verfasserin mochte jedoch in dieser Arbeit dem Metzler Lexikon folgen und eine klare Unterscheidung zwischen den beiden Begriffen vornehmen.[2] Dieser Unterschied ist auch in anderen Wissenschaftskulturen erkennbar. Im angelsachsischen Bereich findet man Begriffe wie language politics, language policy, language planning, language engineering Oder language treatment, wobei David Crystal die drei letzten Begriffe als Synonyme verwendet.[3] In anderen Sprachen erkennt man ebenfalls Unterschiede zwischen Sprach- und Sprachenpolitik, zum Beispiel im niederlandischen taalplanning, taalbeleid, taalpolitiek,[4]

Die Sprachpolitik betrifft den Sachverhalt einer politisch reglementierten Sprachverwendung. Sie wird oft als Sprachpflege bezeichnet. Harald Haarmann faRt den Begriff allgemein als Einwirkung der Politik auf die Art der Verwendung einer Sprache.[5] Allgemein bekannt sind die Verhaltnisse der nationalsozialistischen Sprachpolitik. Sprachpolitik kann die Gleichschaltung des Sprachgebrauchs im Sinne einer Reglementierung bestimmter Wortschatzbereiche betreffen. Andererseits gibt es auch viele Falle von Sprachpolitik, wo bestimmte Ausdrucksweisen politisch gebrandmarkt und ihre Verwendung verboten werden. Sprachpolitische Prozesse schlieRen sprachpolitische Planungskonzepte einerseits und die Durchsetzung konkreter EinzelmaRnahmen andererseits ein.[6] Bei Christ deckt sich der Begriff der Sprachpolitik mit der Sprachplanung,[7]

In bezug auf den Begriff der Sprachenpolitik begegnet man ebenfalls zahlreichen Definitionen. Sie unterscheiden sich besonders im Hinblick darauf, in welchem Umfang die unterschiedlichen Teilbereiche einbezogen werden. Fur Harald Haarmann ist somit Sprachenpolitik ein „bestimmter Bereich ethnopolitischer MaRnahmen und staatlicher Regelungen, die staatsrechtliche Geltung der Sprache einer Nationalist in einem Staat betreffen".[8] Fur Herbert Christ ist diese Definition jedoch viel zu eng, weil sie die internationalen Aspekte der Sprachenpolitik auRer acht laRt.[9] Fur ihn ist Sprachenpolitik die „Summe jener politischen Initiativen, durch die eine bestimmte Sprache Oder bestimmte Sprachen in ihrer offentlichen Geltung, in ihrer Funktionstuchtigkeit und in ihrer Verbreitung gestutzt werden".[10] Franz Stark definiert Sprachenpolitik als Wechselspiel einer Sprache mit anderen Sprachen in einem Staatsgebiet Oder auRerhalb[11] Anne Gellert-Novak nennt Fremdsprachenpolitik und Sprachverbreitung als Betatigungsfelder der Sprachenpolitik.[12] Die Sprachenpolitik bezieht sich also auf politische Gegebenheiten. Sie schlieRt die Sprachen im Hinblick auf deren Status sowie deren gesellschaftliche Funktionen ein.

Strenggenommen machen alle Staaten Sprachenpolitik, indem sie entscheiden, in welcher Sprache sie kommunizieren Oder welche sie in ihren Bildungsinstitutionen lernen lassen, wenn auch diese Entscheidungen zumeist nicht Sprachenpolitik genannt werden. Man unterscheidet zwischen der offiziellen (gesetzlichen) und der inoffiziellen Sprachenpolitik. Diese Unterscheidung ist jedoch schwierig, da die Bereiche ineinander verschwimmen, sich gegenseitig hemmen Oder fdrdern. Sprachenpolitik druckt sich konkret in Gesetzgebung einerseits und in deren Durch- oder Ausfuhrung andererseits aus.[13] Sprachenpolitik kann Bestandteil der Kulturpolitik, Innen- und AuRenpolitik, Wirtschaftspolitik Oder der Bildungspolitik sein, wenn sie auf Verbreitung der Sprachen und Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts abzielt. Gunter Bar subsumiert unter den Begriff der Sprachenpolitik zutreffend „bewuRte Steuerung und Forderung der Verbreitung der Sprachen".[14] Die Forderung kann im Land der Sprache selbst wie auch auRerhalb des Sprachlandes geschehen. Deswegen spricht man von der Innen- und AuRensprachenpolitik.[15]

Die Diskussion urn die Begriffe der Sprach- und Sprachenpolitik ist eine wissenschaftliche und die Abgrenzung ist in der Praxis oft schwierig. Zudem besteht die Diskussion uber die Zuordnung dieser Begriffe zu einer Disziplin. Als solcher ist der Bereich der Sprachenpolitik charakterisiert durch sehr komplexe Wechselbeziehungen zwischen politischen Inhalten und Strukturen auf der einen und sprachlichen Gegebenheiten auf der anderen Seite.[16] Wahrend Anne Gellert- Novak[17] Sprachenpolitik als einen interdisziplinaren Begriff und als Thema verschiedener Forschungsfelder (wie zum Beispiel Politik, Sprachwissenschaft, Sprachdidaktik, Soziolinguistik Oder Psycholinguistik) definiert, rechnet Haarmann Sprachen- und Sprachpolitik eindeutig zum Bereich der Soziolinguistik.[18] Fur diese Arbeit spielt die Soziolinguistik institutionsspezifischen Sprachverhaltens eine wichtige Rolle, weil dort die Sprache in ihrer Funktion als Kommunikationsmittel betrachtet wird.

Bei der Tatigkeit der Europaischen Union bezuglich der Sprachenverbreitung muB von Sprachenpolitik gesprochen werden. Es geht hier grundsatzlich um den Status der Sprachen und deren Verhaltnis zueinander sowie um ein Mittel der Kommunikation. Dagegen geht es weniger um bestimmte MaBnahmen innerhalb einer bestimmten Sprachen. Da internationale Organisationen auch entscheiden mussen, in welchen Sprachen sie kommunizieren, konnen auch sie ihre Sprachenpolitik betreiben, auch wenn sie diese Tatigkeit nicht so nennen. Es gab eine lange Diskussion, ob man von der europaischen Sprachenpolitik uberhaupt reden kann. Weil jedoch die Europaische Union die Problematik der Sprachen und deren Status in zahlreichen Rechtsakten anspricht und sich damit in ihren Aktionen beschaftigt, muB davon ausgegangen werden, daB auch sie Sprachenpolitik betreibt. In der Europaischen Union ist nicht nur von Bedeutung, welche Sprachen in der inneren Kommunikation, das heiBt in den Institutionen verwendet werden, sondern auch welchen Rang Sprachen in der Gesellschaft haben. Der wichtigste Aspekt der Sprachenpolitik der Europaischen Union ist die Suche nach einem geeigneten Kommunikationsmittel. Das ist auch das eigentliche Forschungsfeld dieser Arbeit.

Aus der oben angefuhrten Definition der Sprachenpolitik ergibt sich, daB sie sich sowohl auf Sprachenregelungen als auch auf die Umsetzung der Regelungen bezieht. Bevor jedoch das eigentliche Thema dargestellt wird, mochte die Verfasserin noch eine weitere Unterscheidung zwischen der internen und externen Sprachenpolitik vornehmen und das Forschungsgebiet noch mehr einschranken. In der Literatur wird eine strikte Abgrenzung zwischen der internen und externen Sprachenpolitik nicht vorgenommen. Der Autorin scheint es jedoch von Bedeutung zu sein, fur die Bedurfnisse dieser Arbeit eine solche Unterscheidung zu treffen. Die interne Sprachenpolitik beschaftigt sich mit der Sprachenstellung innerhalb der Institutionen der Europaischen Union sowie mit der Kommunikation der EU-Beamten untereinander. Dabei ist sowohl die mundliche als auch die schriftliche

Kommunikation zu verstehen. Die wichtigsten Tatigkeitsbereiche sind hier das Dolmetschen und Ubersetzen. Die externe Sprachenpolitik beschaftigt sich nach der Auffassung der Autorin uberwiegend mit der Forderung der Sprachkenntnisse unter den europaischen Burgern und mit der Kommunikation zwischen den Burgern und den Organen. Der letztere Aspekt ist jedoch von marginaler Bedeutung. Die Arbeit wird sich somit mit der sprachlichen Situation au&erhalb der EU-lnstitutionen beschaftigen. Es ist hier nicht von Belang, Kommunikationsschwierigkeiten der Funktionare in ihrer taglichen Arbeit zu behandeln.

V. Sprachenreichtum in der Europaischen Union

1. National- und Amtssprachen

Je nach der Unterscheidung zwischen Sprache und Dialekt gibt es 4000 bis 6000 gesprochene Sprachen in der Welt[1] Wie auch immer die Gesamtzahl der Sprachen der Erde fixiert wird, Europa ist ein Kontinent mit einer verhaltnismaBig kleinen Anzahl von Sprachen, wenn man Erdteile wie Asien und Afrika und die dort gesprochenen Sprachen, jeweils relativ zur GroBe des Kontinents, vergleicht. Asien ist etwa viermal so groB wie Europa, weist aber mehr als achtmal so viele Sprachen auf. Afrika ist etwa dreimal so groB wie Europa und hat beinahe achtmal so viele Sprachen.[2] Gesamteuropa spricht mehr als hundert Sprachen; in der Europaischen Union werden neben den elf Amts- und Arbeitssprachen noch ungefahr 45 Minderheitensprachen gesprochen, also insgesamt urn die 60 autochthonen Sprachen. Nach der Osterweiterung wird die Europaische Union vermutlich mehr als 70 autochthone Amts- und Minderheitensprachen umfassen.[3] Im folgenden wird die Palette der sprachlichen Situation in den Landern der Europaischen Union und der Beitrittskandidaten aufgezeigt. Der Ausgangspunkt wird die Darstellung der Amtssprachen sein. Weiterhin soli die Situation der Minderheiten- und Migrantensprachen dargestellt werden. Die Kunstsprachen werden ebenfalls nicht auBer acht gelassen.

Die folgende Darstellung der National- und Amtssprachen stutzt sich auf die Beschreibung der sprachlichen Lage in Europa von Miquel Siguan.[4] Die Presentation der Sprachensituation erfolgt nach den jeweiligen Sprachen. Es wird erklart, wo die Sprachen als Amtssprachen fungieren und wo auBerdem groBere Sprecherzahlen der jeweiligen Sprache prasent sind. AuBerdem wird die Zahl der Einwohner angegeben, urn die Einschatzung der GroBe der Sprachen zu ermoglichen. Andere Sprachen des europaischen Raumes als die Amtssprachen werden in diesem Unterkapitel nicht besprochen. Diesen Sprachen ist das Unterkapitel 2 gewidmet. Englisch ist die Amtssprache in GroBbritannien (fast 60 Millionen Einwohner) und eine der Amtssprachen in Irland (3,5 Millionen) zusammen mit Irisch. Es ist auch die offizielle Sprache auf Malta neben Maltesisch. Deutsch ist eine offizielle Sprache in Deutschland (80 Millionen) und in Osterreich (fast acht Millionen). Es gibt zahlreiche deutsche Dialekte, vor allem in den Grenzregionen mit den Nachbarstaaten. In einigen schweizerischen Kantonen wird Schweizerdeutsch gesprochen. Es hat dazu gefuhrt, daB Deutsch eine der vier Amtssprachen in der Schweiz ist. Eine ahnliche Situation findet man im ElsaB vor, hier aber ohne die offizielle Anerkennung der deutschen Sprache. In Luxemburg hat sich ein deutscher Dialekt entwickelt, der kodifiziert und mit dem Namen Letzebuergesch zur National- und Staatssprache wurde. Eine gro&e deutsche Minderheit lebt in Polen, vor allem in Schlesien. Niederlandisch ist die Amtssprache der Niederlande (15 Millionen). Als Flamisch ist sie die zweite offizielle Sprache neben Franzosisch in der Region von Flandern und in Brussel. In Danemark wird Danisch gesprochen (funf Millionen) und in Schweden Schwedisch (fast neun Millionen). Uberdies gibt es eine betrachtliche schwedische Minderheit in Finnland.

Portugiesisch wird in Portugal (zehn Millionen) gesprochen und Italienisch in Italien (57 Millionen). In Spanien (40 Millionen) spricht man Spanisch, auch als Kastilisch bezeichnet. In Katalanien (sechs Millionen), auf den Balearen (680 000) und in Valenzia (fast vier Millionen) ist Katalanisch neben Spanisch die Amtssprache. Es ist auch die offizielle Sprache in Andorra. Fernerhin ist auch das Galicische, eine mit dem Portugiesischen verwandte Sprache, die offizielle Sprache in der spanischen Provinz Galicien.

Franzosisch ist die Nationalsprache in Frankreich (57 Millionen). Ansonsten ist es auch, wie es schon oben besprochen wurde, eine der Amtssprachen in Belgien und in der Schweiz. In Italien ist Franzosisch eine der offiziellen Sprachen zusammen mit Italienisch in Valle de Aosta. In Polen (40 Millionen) wird Polnisch gesprochen, in Ungarn (zehn Millionen) Ungarisch und in der Tschechischen Republik (zehn Millionen) Tschechisch. In der Slowakei ist Slowakisch (5 Millionen) die offizielle Sprache und in Slovenien (zwei Millionen) Slovenisch. In Bulgarien (neun Millionen) spricht man Bulgarisch und in Rumanien Rumanisch (23 Millionen). Vier Millionen der Litauer sprechen Litauisch und drei Millionen Letten sprechen Lettisch. In Estland ist Estnisch die Amtssprache. Auf Zypern sind Griechisch im sudlichen Teil und Turkisch im nordlichen Teil die Nationalsprachen.

Naturliche Sprachen sind auch Latein und Altgriechisch. Sie sind zwar heutzutage in keinem Land Amtssprachen. Altgriechisch und vor allem Latein sind jedoch weiterhin prasent in den nationalen Bildungssystemen. Es gibt auch viele Befurworter der lateinischen Sprache als einer europaischen Kommunikationssprache, die alle Europaer sprechen sollten.[5]

Als nicht-verbale, jedoch ebenfalls naturliche Sprachen in Europa, sind schlieGlich etwa 30 Gebardensprachen (zum Beispiel Deutsche Gebardensprache Oder British Sign Language) zu erwahnen, die jeweils in zahlreiche Dialekte zerfallen. Die Gebardensprachen unterscheiden sich zum Teil betrachtlich voneinander und sind inzwischen vom Europaischen Parlament offiziell als Sprachen anerkannt worden.[6]

2. Regional- und Minderheitensprachen

In der Europaischen Union werden jedoch nicht nur die Amtssprachen gesprochen. Ganz im Gegenteil: Es gibt hier Gebiete, in denen autochthone Minderheitensprachgemeinschaften leben. Es gibt weder eine Einigung uber die Zahl der Minderheitssprachen und -sprecher in der Europaischen Union noch uber ihre Bezeichnung. Es werden Begriffe wie Minderheiten, Minoritaten Oder weniger benutze Sprachen verwendet. Man schatzt, dafc es zwischen 40 und 50 Minderheiten mit 30 bis 55 Millionen Sprechern gibt, abhangig von unterschiedlichen kontaktlinguistischen Definitionen.[7] Diese Unionsburger gebrauchen regelmaftig eine von Generation zu Generation uberlieferte Regional- Oder Minderheitensprache, in den meisten Fallen zusammen mit der Amtssprache Oder den Amtssprachen des betreffenden Staates. Insgesamt sind uber 60 autochthone Regional- Oder Minderheitensprachgemeinschaften bekannt. Die ubliche Definition von Regional- oder Minderheitensprache ist der Europaischen Charta fur Regional- Oder Minderheitensprachen (European Charter for Regional or Minority Languages) entnommen. Es ist ein vom Europarat uberwachtes und von zahlreichen EU- Mitgliedstaaten angenommenes internationales Regelwerk. Nach dieser Definition handelt es sich urn traditionell von Bevolkerungsteilen eines Staates gesprochene Sprachen, aber nicht urn Dialekte der Amtssprache(n), Zuwanderersprachen Oder Kunstsprachen. Diese Definition deckt eine Fulle von Sprachen und ein ebenso breites Spektrum an gesellschaftlichen, politischen und sprachlichen Situationen ab. Es ist in dieser Arbeit nicht moglich, alle Minderheitensprachen vorzustellen. Einige Beispiele dafur sollten jedoch genannt werde. Katalanisch ist vielleicht das bekannteste Beispiel. Es wird von ungefahr sieben Millionen Menschen in Spanien, Frankreich und der Stadt Alghero in Sardinien gesprochen. Die meisten Katalanisch Sprechenden leben in autonomen Gemeinschaften Spaniens, wo Katalanisch von der Mehrheitsbevolkerung gesprochen wird und neben Spanisch als Amtssprache gilt. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Saamisch urn eine Sprachfamilie, die von autochthonen Volksgruppen in den nordlichen Teilen Finnlands, Schwedens, und Norwegens und auf der russischen Halbinsel Kola gesprochen wird. In Frankreich ist das Okzitanische (d'oc genannt) in seinen verschiedenen Formen verbreitet. In Deutschland und in den Niederlanden ist es Friesisch. Es gibt jedoch auch Minderheitensprachen, die nur von einigen Hundert Menschen gesprochen werden und unmittelbar vom Aussterben bedroht sind.

Die Definition der Charta schlielit auch Sprachgemeinschaften mit ein, die eine sehr ahnliche Oder sogar dieselbe Sprache wie die Amts- oder Mehrheitssprache eines Nachbarstaates sprechen. Beispiele dafur sind die deutschsprachigen Gemeinschaften in Belgien, Danemark, Frankreich und Italien, die danischsprachige Gemeinschaft in Deutschland, die albanisch- und griechischsprachigen Gemeinschaften in Suditalien, sowie die kroatisch- und slowenischsprachigen Gemeinschaften in Italien und Osterreich. Diese Sprachen sind zwar deswegen, weil sie in einem Nachbarland als Amtssprache gelten, nicht unmittelbar bedroht. Ihre Lebendigkeit und das mit ihnen zusammenhangende kulturelle Erbe sind jedoch in diesen Gebieten einem ahnlichen Druck ausgesetzt, wie dies bei Minderheitensprachen wie Bretonisch Oder Galisch der Fall ist. Neben den erwahnten territorialen Sprachen erstreckt sich die Definition auch auf Jiddisch sowie die Sprachen der Roma und Sinti, die traditionell in ganz Europa gesprochen werden. Sonderfalle sind Irisch und Luxemburgisch, die trotz ihres offiziellen Status als Nationalsprache ihres Landes in unterschiedlichem AusmaB zahlreiche Wesenszuge von Regional- beziehungsweise Minderheitensprachen aufweisen.

3. Migrantensprachen

Bevolkerungsbewegungen sind der Motor der Geschichte. Es gab sie in alien Menschheitsepochen. Die Struktur der Migrationsgruppen ist unterschiedlich. Darunter findet man Fluchtlinge, intern Vetriebene, Aussiedler Oder Arbeitsmigranten. Arbeitsmigranten in der Europaischen Union sind zu unterscheiden von den sogenannten „Wanderarbeitnehmern“. Als solche konnen Arbeitnehmer innerhalb der Europaischen Union bezeichnet werden. Fur die Arbeitnehmer aus Drittlandern verwendet man den Begriff Arbeitsmigranten. Deren Sprachen sind der Gegenstand dieses Kapitels.

Schatzungsweise nahm Europa zwischen 1980 und 1990 15,5 Millionen Einwanderer auf, meistens aus nichtwestlichen Gesellschaften. Der Anteil von Einwanderern an der Gesamtbevolkerung erreicht in groBen europaischen Landern sieben bis acht Prozent.[8] Der groBte Teil der Migranten innerhalb der Europaischen Union kommt aus Nicht-EU-Landern. Die Binnenmigration ist gering. Sie spielt fur Belgien, Frankreich, Irland, Luxemburg, Spanien und das Vereinigte Konigreich eine groBere Rolle als fur andere Lander der Europaischen Union.

Das Phanomen der nicht-EU-stammigen Zuwanderer scheint in erster Linie ein Problem der eher hochindustrialisierten Unionslander zu sein. Von alien Unionsstaaten leben die meisten Zuwanderer in Frankreich und in Deutschland. Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes leben allein in der Bundesrepublik fast sechs Millionen Auslander aus europaischen Staaten und fast eineinhalb Millionen Migranten aus auBereuropaischen Landern.[9]

[...]


[1] Die Europaische Gemeinschaft fur Kohle und Stahl ist im Jahr 2002 ausgelaufen.

[2] FULLER 2002, 1.

[3] Artikel 4 EU-Vertrag.

[4] Artikel 202 bis 210 EG-Vertrag.

[5] Artikel 189 bis 210 EG-Vertrag.

[6] Kunftiger Artikel 189 EG-Vertrag, geandert durch den Vertrag von Nizza, sieht eine kunftige Obergrenze von 732 Abgeordneten vor.

[7] Artikel 211 bis 219 EG-Vertrag.

[8] Artikel 220 bis 245 EG-Vertrag.

[9] Artikel 256 bis 248 EG-Vertrag.

[10] Artikel 263 bis 265 EG-Vertrag.

[11] BROCKHAUS 1993, 706; DUDEN 1999, 350.

[12] AMMON 1993, 583.

[13] CRYSTAL 2001, 190.

[14] NELDE 2002, 14.

[15] HAARMANN 1988, 1661.

[16] HAARMANN 1988, 1662.

[17] CHRIST 1991, 41.

[18] HAARMANN 1973, 164.

[19] CHRIST 1980, 20.

[20] CHRIST 1980, 22.

[21] STARK 1996, 28.

[22] GELLERT-NOVAK 1993, 14-15,

[23] HAARMANN 1988, 1663.

[24] BAR 1974, 118.

[25] CHRIST 1980, 22.

[26] AMMON 1993, 654.

[27] GELLERT-NOVAK 1993, 14-16.

[28] HAARMANN 1988, 1660.

[29] CRYSTAL 1997, 362.

[30] KIENPOINTNER 1999, 2.

[31] NELDE 2002, 14.

[32] SIGUAN 1996, 13-17.

[33] VOSSEN 1983, 170-180.

[34] KIENPOINTNER 1999, 3.

[35] NELDE 2002, 19.

[36] HUNTINGTON 1996, 318.

[37] Statistisches Bundesamt Deutschland: www.statistik-bund.de

Details

Seiten
115
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783640331918
Dateigröße
7.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127095
Institution / Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Note
1
Schlagworte
Vision Europa Möglichkeiten Grenzen Förderung Sprachkenntnissen Europäische Union

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Titel: Vision für Europa gesucht - Möglichkeiten und Grenzen der Förderung von Sprachkenntnissen durch die Europäische Union