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Die East India Company

Die East India Company im Kampf um Kapital und Märkte - Das Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit

Hausarbeit 2007 13 Seiten

Geschichte - Asien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Entstehungshintergrund der East India Company: Entstehungsursachen, Organisationsform und Zielsetzung der East India Company

2. Die Gründungsphase und der Aufstieg von einer kleinen Handelsgesellschaft hin zur Verwaltungsgesellschaft Indiens
2.1 Erste Handelniederlassungen
2.2 Das Faktoreisystem
2.2.1 Francis Day erlangt von dem einheimischen Herrscher die Erlaubnis, in Madras eine Niederlassung gründen zu dürfen
2.2.1.1 Inhalte der Quell
2.2.1.2 Analyse der Quelle unter der Thematik der Vor- und Nachteile für die East India Company
2.2.1.3 Die East India Company – Ausbeuter oder Förderer Indiens? Wie verhalten sich Anspruch und Wirklichkeit zueinander und ist dieser Vertragsabschluss ein Erfolg oder Misserfolg?

3. Fazit

4. Quellen und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Mögen Sie dazu noch den Einfluss in Rechnung setzen, den wir auf diese Weise bei den übrigen europäischen Nationen erwerben, die am Handel mit diesen Gegenden interessiert sind, den sie aber nicht mehr ohne unsere Duldung und nur unter den Bedingungen betreiben können, die wir für nütz- lich halten“. 1

In diesem ausgewählte Zitat, geäußert von Robert Clive, dem Sieger über den Herrscher von Bengalen bei Plassey 1759, wird der immense Machtge- winn der East India Company und das enorme Selbstvertrauen Mitte des 18. Jahrhunderts deutlich. Doch der Weg von der einfachen Handelsgesellschaft Englands hin zur Verwaltungsgesellschaft Indiens gestaltete sich schwierig. In der Gründungsphase befand sich die East India Company im Kampf um Kapital und Märkte. Für den Bereich der Anfangszeit lässt sich die berech- tigte Frage stellen, in wie weit dieser Zusammenschluss von englischen Kaufleuten die Rolle des Ausbeuters oder die des Förderers Indiens ein- nahm und in welchem Verhältnis Anspruch und Wirklichkeit in der Grün- dungsphase zueinander standen.

1.1 Entstehungshintergrund der East India Company: Entstehungsursachen, Organisationsform und Zielsetzung der East India Company.

Die ausgesuchte Quelle ist ein Auszug aus den Berichten der Gründungs- versammlung der East India Company. Abgehalten wurde diese Versamm- lung von den Gesellschaftern und den Direktoren der Kompanie am 24. und 25. September 1599. Die Quelle ist eine nichtstaatliche Urkunde und liegt als Kopie in gedruckter Form vor.2

Aus dieser Gründungsversammlung werden Aspekte der Entstehungsursa- chen, die angestrebte Organisationsform und die Zielsetzung der Kompanie deutlich.

Die Quelle verdeutlicht zum einen den generellen Wunsch nach Mehrung und Förderung des Handels und den damit verbundenen Aufstieg des Mut- terlandes, sowie das Konkurrenzmotiv zu Holland, das schon eine erfolgrei- che Fahrt nach Ostindien absolvierte und bereits eine zweite Fahrt in Pla- nung hatte. Holland agierte in diesem Bezug als Antriebsmotor auf zwei verschiedene Weisen, sowohl als positives Beispiel als auch als Konkurrent, den es auszuschalten galt.3

Weitere Entstehungsursachen waren die Privilegien, um die die Gesellschaf- ter der East India Company in ihrer Gründungsversammlung baten und die ihnen im Folgenden von Königin Elisabeth I. gestattet wurden. In der Ver- sammlung vom 25. September 1599 baten die Gründer darum, dass ihnen ein dauerndes Privileg gewährt werde und dass ihnen als Kompanie die Rechte einer Körperschaft4 verliehen werde. Des Weiteren erfragten sie um das Recht, ausländisches Geld ins Ausland versenden zu dürfen und um Zollfreiheit für alle, während der nächsten sechs Jahre, ausgeführten Güter.5 Die Gesellschaft wurde als „Stock – Joint – Company“ gegründet, als Ak- tiengesellschaft ohne festes Stammkapital. Die Fahrten wurden von einzel- nen oder auch Zusammenschlüssen einzelner Kaufleute finanziert, sodass das Risiko gänzlich bei den Kaufleuten lag. Daher war die East India Com- pany anfangs darauf angewiesen, risikobereite Kaufleute anzuwerben um die Fahrten nach Ostindien finanzieren zu können. Außerdem sollte die East India Company als staatlich unabhängige Handelskompanie gegründet wer- den und somit die Selbstverwaltung der wirtschaftlichen Expansion durch die englischen Kaufleute gewährleisten.

Schließlich erhielten 101 Londoner Kaufleute am 31. Dezember 1600 das königliche Privileg, basierend auf den Gründungsversammlungen vom 24. und 25. September 1599, für die Ausrüstung eines Handelschiffes nach In- dien und legten damit den Grundstein für den Beginn der East India Com- pany.6

2. Die Gründungsphase und der Aufstieg von einer kleinen Handelsgesellschaft hin zur Verwaltungsgesellschaft Indiens

Im Hauptteil dieser Hausarbeit versuche ich zu verdeutlichen wie sich der Beginn der East India Company gestaltete. Hierzu werde ich einen kleinen Ausblick auf die ersten Handelskonzessionen geben und das Faktoreisystem als wichtigen Baustein des Erfolges und als Schritt zur globalen Präsenz he- rausarbeiten.

Der Fokus des Hauptteils liegt jedoch auf dem Beispiel eines Vertragsab- schlusses, 1639, zwischen Sir Francis Day und dem regionalen Herrscher des Gebietes Madras. Der Blick richtet sich auf die Charakteristika dieses Vertragsabschlusses und die damit verbundenen Vor- und Nachteile für die Handelsgesellschaft. Wie standen Anspruch und Wirklichkeit zueinander und war die East India Company Ausbeuter oder Förderer Indiens zu diesem Zeitpunkt?

2.1 Erste Handelsniederlassungen

Zu Beginn gestaltete sich die Gründung erster Handelskonzessionen für die englischen Kaufleute der East India Company schwierig. Die Konkurrenz zu Portugal und Holland, die sich bereits etabliert hatten, machte Verhand- lungen nicht einfach und die Gründung von Handelsniederlassungen verlief anfangs schleppend.7

1607 gelang es eine Vollmacht des Mogulherrschers Jahangir8 zu erwerben, die der East India Company den freien Handel mit Indien gestattete. Im Fol- genden erhielten englische Kaufleute 1611 die Erlaubnis in Surat eine Han- delsniederlassung zu gründen. Jedoch waren die Portugiesen zu diesem Zeitpunkt noch zu einflussreich und die Genehmigung wurde der Kompanie wieder entzogen.

Die Hartnäckigkeit der Engländer, die weiter um Handelsniederlassungen rangen führte 1613 schließlich dazu, dass sie die Erlaubnis erhielten, in Su- rat, Ahmedabad, Cambaya und Goga Faktoreien eröffnen zu dürfen.

[...]


1 Bitterli, Urs: Die Entdeckung und Eroberung der Welt. Asien, Australien und Pazifik. Bd. 2. München 1981. Seite. 115.

2 Vgl.: Dickmann, Franz : Geschichte in Quellen. Renaissance, Glaubenskämpfe, Absolutismus. Bd. 2. München 1966. Seite. 402-403.

3 Vgl.: Martin, Bernd: Außenhandel und Außenpolitik Englands unter Cromwell. In: Historische Zeitschrift. Bd. 218. München 1974. Seite. 571 – 592.

4 Rechtsfähige, zahlenmäßig bestimmbare, mitgliedschaftlich organisierte Gemeinschaft

5 Vgl.: Dickmann, Franz : Geschichte in Quellen. Renaissance, Glaubenskämpfe, Absolutismus. Bd. 3. München 1966. Seite. 403.

6 Vgl.: Schmitt, Eberhard (Hg.): Dokumente zur Geschichte der europäischen Expansion. Wirtschaft und Handel der Kolonialreiche. Bd. 4. München 1988. Seite. 225.

7 Vgl.: Conrad, Jürgen: Die East India Company. Kaufmanns und Kolonialherren. Lambertheim 1980. Seite. 63 - 66

8 Vgl.: Conrad, Jürgen: Die East India Company. Kaufmanns und Kolonialherren. Lambertheim 1980. Seite. 33.

Details

Seiten
13
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640334742
ISBN (Buch)
9783640334384
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v127091
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig – Institut für Geschichtswissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
East India Company Kampf Kapital Märkte Verhältnis Anspruch Wirklichkeit

Autor

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Titel: Die East India Company