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Zwischen Partei und Publikum - Das Unterhaltungsfernsehen der DDR als Propagandainstrument

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 44 Seiten

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation

Leseprobe

INHALT

Einleitung

1. BegriffLIchkeiten: definitionen und gegenstand der untersuchung
1.1 “Fernsehen der DDR”
1.2 Propaganda
1.3 Instrumentalisierung
1.4 Forschungsstand
1.5 Untersuchungsgegenstand

2. grenzen der propaganda: das publikum und seine wünsche
2.1 Die DDR-Bürger und das Fernsehen
2.2 Der Einfluss des Zuschauerverhaltens auf die Programmpolitik

3. unterhaltung in der ddr – 40 jahre instrumentalisierten fernsehens
3.1 Die Grundlagen der Fernsehpropaganda in der DDR
3.2 Fernsehunterhaltung und Propaganda im Wandel
3.2.1. Labor-, Experiment-, Frühphase (1952-1955)
3.2.2. Etablierung, Konsolidierung und Formierung (1956-1960)
3.2.3. Phase der Differenzierung und Diversifikation (1961-69)
3.2.4. Assimilierung und Internationalisierung (1970-71)
3.2.5. Stagnation, Phase der Widersprüche und Ambivalenzen (1980-89)
3.3 Struktureller Aufbau der Einflussnahme
3.4 Die Umsetzung – Konzeption und Dramaturgie der Unterhaltungspropaganda
3.4.1. Instrumentalisierte Unterhaltung empirisch betrachtet
3.4.2. Ergebnisse – Unterhaltung als System
3.4.3. Auswertung
3.4.4. Politische Symbolik im Spielfilm
3.4.5. Ostdeutsche Fernsehunterhaltung am Beispiel der „Hochhausgeschichten“

Zusammenfassung und Fazit

QUELLEN

Anhang

Anhang 1: Programmrelevante Einflüsse auf das DDR-Fernsehen der 80er Jahre

Anhang 2: Richtung der politischen Aussagen nach Sendungstyp

Anhang 3: Richtung der politischen Aussagen und thematische Orientierung in Unterhaltungssendungen ohne dramatische Handlung (DDR-Produktionen)

Anhang 3-9: Zeittafeln zur Entwicklung des DDR-Fernsehens von 1952 bis 1991

Einleitung

Wenn Ende der 60-er Jahre Unterhaltungssendungen wie "Mit dem Herzen dabei" oder "Spiel mit" Hunderttausende zum Mitmachen bewegen konnten, war das nicht per Parteibefehl zu schaffen.“[1]

Was sich auf der Website des Mitteldeutschen Rundfunks liest wie eine Mischung aus Selbstbeweihräucherung und Nostalgie, ist nichtsdestotrotz eine Tatsache, die sich ebenso wenig von der Hand weisen wie in wenigen Worten erklären lässt. Unterhaltung nahm im Fernsehen der DDR einen ganz besonderen Stellenwert ein, der ihr per Parteiauftrag zugewiesen und damit zugleich ermöglicht wurde. Immer wieder zeigen Studien, und dies auch nach der Jahrtausendwende, dass Ostdeutsche anders und stärker unterhaltungsorientiert fernsehen als frühere Bundesbürger,[2] und noch heute eine besondere Beziehung zu Stars und Formaten des damaligen Unterhaltungsfernsehens haben. Gleichzeitig wissen wir heute aber auch, dass sämtliche Bereiche des alltäglichen Lebens, in besonderem Maße aber die Medien, von der SED als machthabender Partei organisiert, gesteuert und kontrolliert wurden. Vor diesem Hintergrund ist der Zwiespalt zu sehen, in dem sich das Fernsehen befand. Es musste den von der Staatsführung vorgegebenen Forderungen nachkommen, seine politische Aufgabe zu erfüllen, dabei jedoch gleichzeitig die Bedürfnisse der Zuschauer erfüllen. Schließlich sollte unter allen Umständen vermieden werden, die Zuschauer mangels eines attraktiven eigenen Programms an das „Westfernsehen“ zu verlieren – dies hätte jegliche Bemühungen um eine propagandistische Wirksamkeit des Fernsehens zunichte gemacht.

Die Medien in der DDR unterlagen in ihrer Gesamtheit einem System staatlicher Lenkung und Einflussnahme. Die vorliegende Arbeit geht folgenden Fragen nach: Hatte das Unterhaltungsfernsehen in der DDR eine Schlüsselfunktion als Instrument der ideologischen Propaganda – und wenn ja, warum? Auf welche Art und Weise wurde es in dieser Funktion genutzt? Wie wirkte sich der Spagat zwischen Parteiauftrag und Publikumsbedürfnissen auf die Programmgestaltung aus? Dazu ist zunächst eine Definition der Begriffe „Propaganda“ und „Instrumentalisierung“ vorzunehmen. Im Fokus des Hauptteils der Arbeit stehen die Gestaltung des Unterhaltungsfernsehens, die fernsehtechnischen Methoden und Konzepte, die zum Einsatz kamen, um das Fernsehen propagandistisch wirksam werden zu lassen und dabei gleichzeitig die Wünschen des Publikums gerecht zu werden. Den Abschluss bildet der Versuch einer Antwort auf die Frage, ob und inwieweit das instrumentalisierte Fernsehen dazu geeignet war, Fernsehunterhaltung als Mittel zur Beeinflussung der Menschen erfolgreich zu werden lassen.

1. BegriffLIchkeiten: definitionen und gegenstand der untersuchung

1.1 “Fernsehen der DDR”

Wenn für die Belange der vorliegenden Arbeit vom “DDR-Fernsehen” die Rede ist, so ist vorauszuschicken, dass dessen offizielle Bezeichnung im Laufe der Zeit aus verschiedenen Gründen variierte. So sollte beispielsweise Anfang der 1970er Jahre jeglicher „Deutsch-Begriff“ aus Namen von Institutionen oder öffentlichen Einrichtungen verschwinden, während die Auflösung der DDR notwendiger Weise eine erneute Umbenennung erforderlich machte. Namentlich betrachtet, durchlief das Fernsehen der DDR folgende Phasen:

- 1952 bis 1955: Fernsehzentrum Berlin, Deutscher Fernsehfunk (DFF),
- 1956 bis 1972: Deutscher Fernsehfunk (DFF),
- 1972 bis 1990: Fernsehen der DDR,
- 1990 bis 1991: Deutscher Fernsehfunk, DFF-Länderkette.[3]

1.2 Propaganda

Eine differenzierte Betrachtung des modernen Propaganda-Begriffs mit direktem DDR-Bezug bietet Monika Gibas.[4] Semantisch betrachtet, ist der Begriff heute in Folge der Verwendung im Zusammenhang mit einseitiger, staatlich organisierter Kommunikation in totalitären Regimen wie dem Dritten Reich negativ besetzt. Aus dem Lateinischen kommend, bedeutet „propagare“ zunächst jedoch lediglich „ausdehnen, fortpflanzen, pfropfen“ und wurde in diesem Sinne - „die eigene Meinung fortpflanzen, jemanden möglichst von der persönlichen Sichtweise überzeugen“ – auch über Jahrhunderte verwendet.[5] Die Kommunikationswissenschaft sieht in der Propaganda eine Form der öffentlichen, persuasiven Kommunikation in modernen Massengesellschaften, deren Ziel es ist, u. a. Meinungen und Überzeugungen großer Gruppen von Menschen zu beeinflussen. Ein solcher Mentalitätswandel im „großen Stil“ war, will man Gibas folgen, Ziel sowohl der Nationalsozialisten als auch der „sich als sozialistisch verstehenden Staaten der so genannten Zweiten Welt“.[6] Die SED-Führung verstand allerdings unter Propaganda ihre „Aufklärungs-, Erziehungs- und Überzeugungsarbeit“[7], die mit Hilfe von Massenmedien und staatlich gelenkten Einrichtungen der Bildungspolitik verrichtet werden sollte.

Eine Spezifizierung des Propagandabegriffs ist für die folgenden Ausführungen wichtig, weil die Staatslenkung in der DDR ebenso eng mit der Funktion der Agitation verbunden war. In der DDR-Forschung besteht heute noch kein vollständiger Konsens zur Abgrenzung beider Begriffe. Der Grund dafür ist darin zu suchen, dass beide Funktionsbereiche im Laufe des Bestehens der DDR mehrfach verändert, miteinander verflochten und wieder getrennt, umstrukturiert oder schlichtweg umbenannt wurden. Einig sind sich die Wissenschaftler darin, dass sowohl der Agitations- als auch der Propagandabegriff Lenins Pressetheorie, der Theorie einer „Presse neuen Typus“ entstammen und von den sowjetischen Machthabern 1945 auf die SBZ, die sowjetische Besatzungszone, übertragen wurden. Völlig außer Acht ließ man dabei den Umstand, dass Lenin seine Forderung nach einer Presse als „kollektivem Propagandisten, kollektivem Agitator und kollektivem Organisator“ auf die Vorbereitung der Revolution in Russland aus dem Untergrund heraus bezogen hatte.[8] Damit erfolgte nahezu eine vollständige Bedeutungsumkehrung – Beeinflussung der Massen durch die Minderheit der politischen Machthaber statt Informationsverteilung im Kampf gegen die zaristische Obrigkeit.

Dessen ungeachtet ist die „von Lenin getroffene Unterscheidung zwischen der „‘Agitation‘, die sich an die breiten Massen wendet, und der Propaganda, die den bolschewistischen ‚Kadern‘ das Wissen von den Entwicklungsgesetzen der Gesellschaft vermittelt, […] bis heute im Kern beibehalten worden.“[9] Gunter Holzweißig bemerkt dazu: „Agitation und Propaganda dienten den regierenden kommunistischen Parteien als die wichtigsten Instrumente zur Indoktrination und damit zum Machterhalt. […] Die Tätigkeitsmerkmale des Agitators und des Propagandisten grenzte man in der Praxis nie eindeutig ab. In dem Kürzel ‚Agit/Prop-Arbeit‘ verwischten sich vielmehr deren Aktionsfelder.“[10]

Diese Sichtweise soll für die Belange der vorliegenden Arbeit übernommen werden. Die Agitation war zwar, theoretisch betrachtet, für die planmäßige Beeinflussung und Erziehung der Menschen im ideologischen Sinne zuständig, während die Propaganda einem begrenzten Kreis von Menschen die gründliche Kenntnis des Marxismus-Leninismus vermitteln sollte.[11] Das Fernsehen vereinte jedoch beide Funktionsbereiche. Es sollte die breiten Massen beeinflussen und erziehen, und da die Journalisten aufgrund ihrer streng marxistisch-leninistischen Ausbildung, des begrenzten sprachlichen wie inhaltlichen Freiraums und ihrer dogmatischen Überwachung sämtlich als politische „Kader“ zu sehen waren, handelt es sich, wie beim Journalismus in der DDR überhaupt, im Prinzip um Agitation und Propaganda zugleich.[12]

Wenn für die Belange der vorliegenden Arbeit von Unterhaltungsfernsehen als Propagandainstrument die Rede ist, so wird also festgelegt, dass, in Anlehnung an Heil, der Propaganda- den Agitationsbegriff einschließt bzw. beide Funktionen ineinanderfließen.

1.3 Instrumentalisierung

Für den Begriff der Instrumentalisierung besteht ein wissenschaftlicher Konsens ebenso wenig wie für die Propaganda. Für den hier betrachteten Zusammenhang wird auf die Ausführungen der Forschergruppe „Programmgeschichte des DDR-Fernsehens“ der Deutschen Forschungs­gemeinschaft[13] zurückgegriffen. Diesen zufolge stellten die Massenmedien in der DDR, anders als in pluralistischen Gesellschaften, kein Selbstbeobachtungs- und -reflexionssystem der Gesellschaft dar. Es ging vielmehr, und hier stützt man sich auf das alltägliche Verständnis des Begriffs „Instrumentalisierung“ – um die Nutzung eines „Verfahrens, sozialer Sachverhalts usw. […] für Zwecke […], die diesen ‚eigentlich‘ nicht zugeschrieben sind, zu denen sie aber potenziell genutzt werden.“[14] Um von (politischer) Instrumentalisierung sprechen zu können, sehen die Forscher vier Prämissen als notwendig an: die instrumentalisierende Instanz (Akteur), mindestens ein Instrument (Mittel), eine instrumentalisierte Instanz (Objekt) und schließlich dem „Eigensinn des Instruments“ nicht notwendiger Weise eingeschriebene, nachweisbare Ergebnisse politischer Instrumentalisierung (Resultat).[15] Dies bedingt, auf die Massenmedien angewendet, einerseits eine strukturelle, d. h. institutionelle Instrumentalisierung, andererseits die bewusste Kaderlenkung (Akteursinstrumentalisierung). Die inhaltliche Instrumentalisierung bezieht sich dabei auf das Programm selbst, wohingegen die verschiedenen organisatorischen Bereiche des Fernsehens als instrumentalisierte Instanz zu sehen sind.

Auf der Basis einer solchen Differenzierung kann „politische Instrumentalisierung in den ehemaligen sozialistischen Ländern als Missbrauch von Macht und Herrschaft definiert werden.“[16] Dabei sind bei medienspezifischer Betrachtung drei Ebenen von Instrumentalisierung zu unterscheiden. Die erste Ebene meint die generelle Möglichkeit der Durchsetzung politischer Interessen über die Medien, die in fast allen Mediensystemen auftritt. Die zweite Ebene bezieht sich auf die offene politische Instrumentalisierung (Nutzung) der Medien, die in der DDR schon eine größere Rolle einnahm, wurden doch die Medien ihrer Funktion als Plattform für die öffentliche Meinungsbildung zugunsten einer Verpflichtung zur „Einheit“, „Einsinnigkeit“ enthoben. Die Öffentlichkeit ist jedoch über die politische Macht und ihre Ziele nicht getäuscht worden; somit kann von offener politischer Instrumentalisierung gesprochen werden. Die dritte Ebene ist die für die hier gestellten Forschungsfragen interessanteste – es ist die Ebene der verdeckten politischen Instrumentalisierung der Medien, der Intransparenz der politischen Einflussnahme.[17] Unter Einbeziehung des Propagandabegriffs ist es nunmehr möglich, den Bezugsrahmen der vorgelegten Arbeit abzustecken – im Mittelpunkt der Betrachtung steht die verdeckte politische Beeinflussung der Zuschauer als Objekt mit Hilfe des Unterhaltungsfernsehens als Instrument dieser Art der Einflussnahme. Dabei bleibt stets gegenwärtig, dass die Instrumentalisierung ihre Grenzen im Nutzungsverhalten der Zuschauer finden musste.

1.4 Forschungsstand

Die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten im Oktober 1990 brachte den Deutschen nicht nur die ersehnte Reisefreiheit, sondern auch die 40 Jahre lang entbehrte, nur auf dem Papier existierende Presse-, Meinungs- und Redefreiheit. Mit der Öffnung der DDR-Archive entstand eine enorme Menge an DDR-Literatur – Forschungsberichte, „Enthüllungen“, (auto-)biographische Werke oder auch Sachbücher über Geschichte, Journalismus, Medien, Fernsehen. Einen umfassenden Literaturüberblick zur DDR-Forschung hat, einschließlich chronologischer und thematischer Systematisierung, unter anderen Bösenberg erarbeitet, so dass hier darauf verzichtet werden kann.[18]

Die Medien der DDR und damit auch das Fernsehen finden sich in großer Vielfalt in der wissenschaftlichen Literatur, zum Teil im Rahmen von Überblicks- und Standardwerken zur deutschen Fernseh- und Mediengeschichte.[19] Untersuchungen aus der Zeit vor dem Mauerfall bzw. während des großen Umbruchs 1990[20] werden durch neuere Werke mit erst jetzt verfügbarer Datengrundlage ergänzt.[21] Aufgrund der Unterschiede im verfügbaren Datenmaterial ist es empfehlenswert, bei der Beschäftigung mit der Literatur die jeweilige Entstehungszeit zu berücksichtigen. Wenn beispielsweise der westdeutsche Germanist und Politikwissenschaftler Jean-Paul Picaper 1976 formuliert: „Allabendlich sitzt die Mehrheit der DDR-Bevölkerung vor dem westlichen Fernsehprogramm“,[22] so wissen wir heute, dass dem durchaus nicht zwangsläufig so war. Ebenso zeigen sich zum Teil deutliche Differenzen in der Sicht auf die DDR, die SED und ihre Machtausübung je nach Herkunft und politischem Hintergrund des Verfassers. Auch heute noch ist es daher recht schwierig und wahrscheinlich auch unnötig, hierzu einen wissenschaftlichen Konsens auszumachen.

Einen eigenen Forschungsbereich bilden Untersuchungen zur journalistischen Arbeit, zur Ausbildung und Prägung der Journalisten, zu Arbeitsbedingungen und Sanktionsmaßnahmen.[23] Der große Bestand (auto-)biographisch ausgerichteter Literatur ehemaliger Fernsehakteure wird hier aufgrund der fraglichen Generalisierbarkeit nicht in die Betrachtung einbezogen.

Was die erschöpfende wissenschaftliche Erhebung und Analyse der Fernsehunterhaltung der DDR angeht, so war diese nach Auffassung von Peter Hoff noch 2005 gegenüber den anderen Programmsparten deutlich unterrepräsentiert.[24] Etliche Lücken im Forschungsstand konnten allerdings durch das Projekt „Programmgeschichte des DDR-Fernsehens komparativ“ einer Forschergruppe der Deutschen Forschergemeinschaft (im Weiteren: „DFG“) geschlossen werden, dessen Ergebnisse im Juni 2008 veröffentlicht wurden. Die Arbeitsergebnisse dieser Forschergruppe dürften zum heutigen Tag die fundiertesten und auch jüngsten Erkenntnisse zum DDR-Fernsehen insgesamt, einzelnen Genres, Intentionen und Konzepten der Programmmacher, politischen Hintergründen, zeitgeschichtlichen Zusammenhängen und vielen anderen Forschungsschwerpunkten darstellen. Einen systematischen und chronologischen Überblick über die Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Aspekten des DDR-Fernsehens und ihre Feststellungen bietet der umfassende Forschungsbericht „Deutsches Fernsehen Ost. Eine Programmgeschichte des DDR-Fernsehens.“[25]

Wichtige Erkenntnisse zum Zusammenhang von Politik und (Fernseh-)Unterhaltung erbringt die Untersuchung „Unterhaltung und Politik im Abendprogramm des DDR-Fernsehens“ von Hartmann-Laugs/Goss, deren Hypothese Werner Kaltefleiter im Vorwort bestätigt.[26] Demnach erfahren politische Botschaften im Mantel des Unterhaltungsprogramms eine wesentlich größere Wirkung als in deutlich als politisch erkennbaren Sendungen und werden deshalb in totalitären Systemen bevorzugt auf diesem Wege übermittelt. Dies galt in besonderem Maße für die DDR, wie die umfangreichen Inhaltsanalysen dieser Studie zeigen.

Mit der Rezipientenseite befasst sich u. a. die Untersuchung „Denver Clan und Neues Deutschland. Mediennutzung in der DDR“ von Michael Meyen.[27] Die Studie zeigt nicht nur die Ergebnisse der Befragungen ehemaliger DDR-Bürger auf, sondern bietet jeweils auch Erklärungsversuche und Hintergrundinformationen, mit deren Hilfe Verhaltensmuster und Präferenzen in der Mediennutzung nachvollziehbar gemacht werden.

[...]


[1] Vgl. http://www.mdr.de/kultur/468343-hintergrund-468263.html, Zugriff am 22.08.2008.

[2] Vgl. Früh/Stiehler 2002, S. 11-34.

[3] Nach Steinmetz/Viehoff 2008, S. 19.

[4] Vgl. Gibas 2000.

[5] Ebd., S. 6.

[6] Ebd., S. 6.

[7] Ebd., S. 8.

[8] Richert/Stern/Dietrich 1958, S. 2.

[9] Ebd., S. 3.

[10] Holzweißig 2002, S. 8.

[11] Vgl. Richert S. 4 und 9.

[12] Vgl. Heil 1967, S. 22. Zur Kritik an der Theorie Heils vgl. Geserick 1989, S. 65 f.

[13] Vgl. Kap. 1.4.

[14] Steinmetz/Viehoff 2008, S. 24.

[15] Vgl. ebd., S. 25.

[16] Ebd.

[17] Vgl. ebd., S. 25 f.

[18] Vgl. Bösenberg 2004, S. 17 ff.

[19] Vgl. exemplarisch Holzweißig 1989 und 2002, Hickethier 1998, Wilke 1999.

[20] Vgl. u. a. Hartmann-Laugs/Goss 1982, Geserick 1989, Baerns 1990.

[21] Vgl. u. a. Riedel 1993, Meyen 2003, Steinmetz/Viehoff (Hrsg.) 2008.

[22] Vgl. Picaper 1976, S. 119.

[23] Vgl. exemplarisch Holzweißig 1997, S. 124-152.

[24] Vgl. Hoff 2005, Vorwort, S. 11. Dr. Peter Hoff ist vor Vollendung seiner Forschungsarbeit „Tages Arbeit – Abends Gäste“ verstorben. Die Vollendung erfolgte unter Herausgabe von Prof. Dr. Wolfgang Mühl-Benninghaus.

[25] Vgl. Steinmetz/Viehoff (Hrsg.) 2008.

[26] Vgl. im Folgenden Kaltefleiter 1982, S. 5 f.

[27] Vgl. Meyen 2003.

Details

Seiten
44
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640332946
ISBN (Buch)
9783640332953
Dateigröße
3.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v126932
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Medien DDR SED Fernsehen Deutsche Demokratische Republik Propaganda Unterhaltungsfernsehen

Autor

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