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Umweltmanagement an Hochschulen

Beitrag zur Konzeption einer »Nachhaltigen Hochschule Fulda«

Diplomarbeit 2009 120 Seiten

Gesundheit - Ernährungswissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Entwicklung und Bedeutung eines umweltorientierten Managementsystems
1.1 Umweltmanagement in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit
1.2 Begriffe und Instrumente
1.2.1 Umweltmanagement
1.2.2 Umweltmanagementsystem
1.2.3 Umweltinformationssysteme
1.2.4 Umweltcontrolling
1.2.5 Umweltaudit
1.3 Entstehung des Umweltmanagementgedankens

2. Betriebliches Umweltmanagement
2.1 Kosten und Nutzen von Umweltmanagementsystemen
2.2 Regelwerke für Umweltmanagementsysteme
2.2.1 DIN EN ISO 14000ff
2.2.2 EMAS
2.2.3 Gegensätze und Gemeinsamkeiten
2.3 Aufbau und Einführung eines Umweltmanagementsystems nach DIN EN ISO 14001
2.3.1 Rahmenbedingungen und Ablauf der Systemeinführung
2.3.2 Umsetzung der Umweltpolitik
2.4 Organisation des betrieblichen Umweltmanagements
2.4.1 Gesetzlich geforderte Umweltschutzbeauftragte
2.4.2 Aufbauorganisation
2.4.3 Integrative Ansätze
2.4.4 Ablauforganisation
2.4.5 Prozessualer Ansatz

3. Implementierung eines Umweltmanagementsystems an Hochschulen
3.1 Hochschule und Umweltmanagement
3.2 Good Practice
3.2.1 Hochschule Zittau/Görlitz
3.2.2 Universität Bremen
3.2.3 Universität Bielefeld
3.2.4 Zusammenfassung der Good Practice-Beispiele

4. Vision eines integrierten Managementsystems an der Hochschule Fulda
4.1 Qualitätsmanagement der HS-Fulda
4.2 Ziele der Integration
4.3 Das Integrationskonzept
4.3.1 Erarbeitung der Umweltpolitik
4.3.2 Durchführung der Umweltprüfung
4.3.3 Das Umweltprogramm
4.3.4 Gestaltung der Organisation
4.3.5 Aufbau der Dokumentation
4.4 Tätigkeitsfelder des Umweltmanagements

5. Ressourcensituation an Hochschulen
5.1 Ressourcenverbrauch von Hochschulen
5.1.1 Elektrische Energie
5.1.2 Wärmeenergie
5.1.3 Materialien und Geräte für Forschung, Lehre und Verwaltung
5.1.4 Wasser
5.1.5 Verkehr und Mobilität
5.2 Effizienz und Suffizienz

6. Resümee

7. Zusammenfassung

8. Summary

Literaturverzeichnis
I. Monographien, Studien & Zeitschriften
II. Internetquellen
III. graue Literatur
IV. Gesetze, Normen & Richtlinien
V. Weiterführende Literatur

Nachwort

Anhang
I. ICC Charta – 16 Grundsätze des Umweltmanagements
II. DIN EN ISO 14001:2005-06
III. DIN ISO 14004:2005-07
IV. Prozessliste Beschaffung
V. Beschaffungskriterien

Glossar

Eigenständigkeitserklärung

Vorwort

»Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development) ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können.«

Die Definition der genannten Begrifflichkeit stammt aus dem 1987 veröffentlichten Brundtland-Bericht. Um den Grundgedanken der »Nachhaltigen Entwicklung« besser verstehen zu können, wurde einige Jahre später das »Nachhaltigkeitsdreieck« entwickelt, welches Soziologie, Ökologie und Ökonomie als gleichrangige Elemente charakterisiert. Nachhaltige Entwicklung bezieht sich demnach auf mehrere große Themenkomplexe, die es gleichrangig zu betrachten gilt. Sie lässt sich nicht auf bestimmte Personen, Unter­nehmen oder Institutionen fixieren, sondern ist vielmehr Teil des gesamten menschlichen Tuns.

Sustainable Development veranlasst uns, über die genannten Aspekte nachzudenken und unsere momentane Situation kritisch zu betrachten. Denn ob auf gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher oder wissenschaftlicher Ebene, stets geht es um die Verwendung knapper Ressourcen. Ein Großteil davon stellt uns die Natur zur Verfügung. Dabei liegt es an uns, diese auch für zukünftige Generationen zu bewahren.

»Der Kern des Konzepts der dauerhaft umweltgerechten Entwicklung liegt in der Forderung, ökonomische, soziale und ökologische Entwicklung miteinander in Einklang zu bringen.« Mit diesem Zitat von Prof. Dr. Hans-Jürgen Ewers werden die Umweltleitlinien der Technischen Universität Berlin eingeleitet und bilden die Handlungsgrundlage des dort eingerichteten Umweltmanagements. Im Grunde ist es eine Aufforderung an alle Mitglieder der Institution, sich und sein eigenes Wirken auf die Umwelt zu hinterfragen. Leider sind sich noch nicht alle Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen im Klaren darüber, dass auch sie nicht von der Thematik der Nachhaltigen Entwicklung ausge­nommen sind.

Auch diese Arbeit soll für die Hochschule Fulda ein weiterer Anstoß sein, den Gedanken der Nachhaltigkeitsdiskussion voranzutreiben und in die Tat umzusetzen.

Welchen Weg die Hochschule geht, stets sollte von ihr bedacht werden, dass auch sie sich ihrer ökologischen Verantwortung stellen muss. Denn, um es mit den Worten von Michael Gorbatschow zu nennen, »wir alle sind Passagiere an Bord des Schiffes Erde, und wir dürfen nicht zulassen, dass es zerstört wird. Eine zweite Arche Noah wird es nicht geben.«

Michael Schulze, März 2009

Danksagung

Diese Diplomarbeit entstand im Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Fulda unter der Leitung von Prof. Dr. habil. Christoph Klotter.

Ich möchte mich besonders bei Herrn Prof. Dr. Ulrich Kurfürst bedanken, der mich für dieses interessante Thema sensibilisieren konnte. Seine stets kompetente und freundliche Betreuung hat wesentlich dazu beigetragen, dass mir diese Arbeit bis zuletzt viel Freude bereitete.

Herrn Prof. Dr. Johann Janssen danke ich für die Übernahme des Korreferats und die konstruktiven Gespräche während der Bearbeitung dieses Themas.

Ebenfalls danken möchte ich Herrn Dr. Frank Puin für die vielen inspirierenden Unterhaltungen, welche unmittelbar in diese Arbeit mit eingeflossen sind.

Einen herzlichen Dank meiner Familie, besonders meinen lieben Eltern, Margit und Bernd Schulze, ohne die dieses Studium nie möglich gewesen wäre. Durch ihre finanzielle Unterstützung ermöglichten sie mir vier schöne Jahre in Fulda.

Über allem steht meine Lebensgefährtin Jana Szczygiol, die mich mit ihrer moralischen Unterstützung, tatkräftiger Hilfe, unglaublicher Motivationsfähigkeit und stets offenem Ohr in besonderem Maße unterstützt hat. Danke auch dafür, dass sie mich stets ermutigt hat, weiterzumachen und an meinen Zielen festzuhalten.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Funktionen & Zielgruppen betrieblicher Umweltinformationssysteme 5

Abbildung 2: Ableitung des Umweltcontrollings 9

Abbildung 3: Verfahrensschritte zur Einführung der EMAS VO 21

Abbildung 4: Anspruchsgruppen innerhalb des Zielbildungsprozesses 24

Abbildung 5: Ablaufschema Systemeinführung 26

Abbildung 6: Modell der DIN EN ISO 14001 28

Abbildung 7: PDCA Zyklusphasen der DIN EN ISO 14001 28

Abbildung 8: Einführung und Fortlauf eines UMS 29

Abbildung 9: Ablaufschema EMAS 30

Abbildung 10: Organisationsstrukturen 36

Abbildung 11: Zentralbereich Umweltschutz 38

Abbildung 12: Zentrale- und Dezentrale Elemente 39

Abbildung 13: Integrative Ansätze 40

Abbildung 14: Organigramm Hochschule Zittau/Görlitz 50

Abbildung 15: UM Model der Universität Bremen 52

Abbildung 16: Aufbauorganisation Universität Bielefeld 55

Abbildung 17: Organisationsplan zentrale Universitätsverwaltung 2008 56

Abbildung 18: Organigramm der Hochschule Fulda 61

Abbildung 19: Neues Organigramm der Hochschule Fulda 66

Abbildung 20: Tätigkeitsfelder des Umweltmanagements 69

Abbildung 21: Aufbau einer Energiesparlampe 73

Abbildung 22: Stromversorgung HS-Fulda – Stand 2007 75

Abbildung 23: Wärmeversorgung HS-Fulda – Stand 2007 79

Abbildung 24: Wasserversorgung HS-Fulda – Stand 2007 83

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gesetzliche Beauftragte im Umweltschutz 34

Tabelle 2: Vor- und Nachteile der additiven Organisationsstrukturen 39

Tabelle 3: Modell über die mögliche Festlegung der Systemgrenzen für ein UMS an Hochschulen 46

Tabelle 4: Systemvergleich zw. UM & QM 59

Tabelle 5: Ziele eines integrierten Managementsystems 62

Tabelle 6: Innerbetriebliche Arbeitsteilung von Hochschulen 77

Tabelle 7: Referenzwert Wasser HS-Zittau/Görlitz 83

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

»Umweltmanagement an Hochschulen« – ein Thema, dem sich bislang nur wenige Hochschulen aktiv gestellt haben, und dies, obwohl steigende Energiemarktpreise immer mehr Finanzmittel aufbrauchen, die anderweitig Verwendung finden könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass in Anbetracht immer knapper werdender Energie­ressourcen wie Erdöl und Erdgas auf der Angebotsseite und dem weltweit stetigen Anstieg des Energiebedarfs auf Nachfrageseite mit einer weiteren Zunahme der Weltmarktpreise zu rechnen ist.

Viel gravierender als dieser rein wirtschaftliche Aspekt sind die klimaschädlichen Auswirkungen auf die globale Umwelt durch den Einsatz fossiler Energieträger. Auch bzw. gerade Hochschulen sind davon nicht ausgenommen und müssen sich ihrer Verantwortung im Bezug auf Umweltschutz bewusst sein. Dabei sind die Umwelt­auswirkungen der Hochschulen nicht nur auf den Energiebereich beschränkt, sondern umfassen alle für den Betrieb notwendigen Arbeitsgebiete. Welche diese im Einzelnen sind, muss individuell für jede Institution, am besten durch ein Umweltmanagement (UM), herausgefunden und bewertet werden.

In der Privatwirtschaft hat sich dieses bereits als ein verlässliches Instrument erwiesen. Dabei haben sich im Laufe der Zeit sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene verschiedene Richtlinien und Normen etabliert, welche meist die Rahmen­bedingungen/Anforderungen für ein solches Managementsystem benennen.

Anfangs nur auf private Unternehmen bezogen, lassen sie sich schon seit geraumer Zeit auch auf andere Einrichtungen wie z. B. Hochschulen anwenden. Dass dies durchaus mit großem Erfolg umgesetzt werden kann, lässt sich anhand von einigen Beispielen, wie etwa der Hochschule Zittau/Görlitz und der Universität Bielefeld, im dritten Kapitel zeigen.

Ein besonderes Augenmerk, im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung, liegt dabei beim UM. Viele »Pioniere«, die sich mit den komplexen Nachhaltigkeitsfragen auseinander­setzten, und dies noch immer tun, arbeiteten als Handlungsgrundlage ein solches Führungssystem aus. Denn erst die systematische Einbindung des Umweltschutzes in die gesamte Institution Hochschule ebnete den Weg, sich dieser Herausforderung zu stellen und über Jahre hinweg aussagekräftige, vergleichbare sowie nachvollziehbare Nach­haltigkeitsberichte aufzuzeigen (Vgl. Gries 2008, Seite 90-98).

Auch die Hochschule Fulda hat bereits erste Anstrengungen unternommen, sich dieses schwierigen Themas anzunehmen. Leider waren es meist Aktivitäten einzelner Personen bzw. Personengruppen, welche nach erfolgreichem Abschluss meist in Vergessenheit gerieten.

Demnach ist es höchste Zeit sich erneut den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit zuzuwenden, die vorhandenen und in Vergessenheit geratenen Ergebnisse auf Aktualität zu prüfen und beide Aspekte fest in der Hochschulpolitik zu verankern.

Diese Ausarbeitung stellt demnach eine Beschreibung dar, wie sich die Hochschule Fulda dem Bereich des Umweltschutzes nähern kann, und ist als ein Beitrag zur Konzeption einer »Nachhaltigen Hochschule Fulda« zu verstehen. Der eigentliche Schwerpunkt liegt dabei in der Ausgestaltung eines Umweltmanagementsystems. So benennt das erste Kapitel den Zusammenhang eines solchen Managementsystems im Hinblick auf die bereits angesprochene Nachhaltige Entwicklung, erläutert kurz einzelne Instrumente bzw. Begriffe und beschreibt die geschichtliche Entwicklung eines Solchen. Im Anschluss daran zeigt das zweite Kapitel den wirtschaftlichen Nutzen sowie die organisatorische Gestaltung eines betrieblichen Umweltmanagements. Das dritte Kapitel beinhaltet die Thematik »Umweltmanagement an Hochschulen« und benennt einige Beispiele in diesem Themengebiet. Unter viertens wird die Idee eines integrierten Managementsystems an der Hochschule Fulda entwickelt und ein möglicher Entwurf vorgestellt. Eine erste Erfassung der Ressourcensituation der Hochschule Fulda erfolgt im fünften Kapitel. Im sechsten Teil dieser Arbeit wird eine kurze Zusammenfassung aller vorangegangenen Abschnitte angeführt.

Alle verwendeten Quellen finden sich im Literaturverzeichnis am Ende dieser Arbeit wieder und können bei der praktischen Umsetzung eines Umweltmanagementsystems dienlich sein. Den Abschluss dieser Arbeit bildet das Nachwort des Autors.

Hinweis: Die in dieser Arbeit verwendete Formulierung »Unternehmen« bezieht sich auf alle Organisationsformen und beinhaltet neben den Produktions- und Dienstleistungs­unternehmen auch Handwerksbetriebe, öffentliche Einrichtungen sowie land- und forstwirtschaftliche Unternehmen etc.. Innerhalb dieser Ausarbeitung wird die o. g. Formulierung gleichbedeutend mit dem Begriff »Institution« verwendet, welcher wiederum mit öffentlichen Einrichtungen in Verbindung gebracht wird (Hochschulen sind öffentliche Einrichtungen), und umgekehrt.

Des Weiteren wird im Verlauf dieser Arbeit bei der Nennung von Personen auf eine geschlechtsspezifische Trennung aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichtet. Selbstverständlich sind jedoch bei jeder Ansprache, die nicht der geschlechtsneutralen Formulierung entspricht, sowohl weibliche als auch männliche Personen gemeint und berücksichtigt.

1. Entwicklung und Bedeutung eines umweltorientierten Managementsystems

1.1 Umweltmanagement in Zusammenhang mit Nachhaltigkeit

Ein stärkeres Umweltbewusstsein in der Gesellschaft und das inzwischen weltweit angesehene Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development) sind im Grunde wesentliche Hintergründe bei der Einführung eines Umweltmanagements (UM) in Unternehmen sowie des nachhaltigen Wirtschaftens (Engelfried 2004, S. 5). Wobei Ersteres, genauso wie alle anderen eigenständigen, spezialisierten Managementsysteme (z. B. Arbeitssicherheits- oder Qualitätsmanagement), auf die zunehmende Verdichtung des ökologischen und sozialen Regelungs- und Rechtsrahmens zurückzuführen ist (Burschel et al. 2004, S. 271).

Eine nachhaltige Unternehmung setzt dabei auf funktionsübergreifende Instrumente, die sich über sämtliche Führungsebenen (normativ, strategisch und operativ) erstreckt bzw. einzelne Funktionsbereiche zentral steuert und koordiniert. Ihr Ursprung ist dabei in den funktionsbezogenen Instrumenten zu finden, die bis heute relevant sind und je nach Betriebsgröße unterschiedlich stark angewendet werden. Dabei geht es im weitesten Sinne um Veränderungen in den Unternehmensbereichen Beschaffung, Produktion, Absatz, Kostenrechnung und Personal/Organisation, wobei sich diese nur an ökologischen und/oder ökonomischen Aspekten orientieren (Burschel et al. 2004, S. 271). Als mögliche Beispiele ließe sich hier das Benchmarking oder die Prozesskosten­rechnung anführen.

Erst der Einsatz funktionsübergreifender Instrumente bringt auch den sozialen Aspekt mit ein und findet in Umweltmanagementsystemen (UMS) und zum Teil auch beim Umwelt­controlling (UC) Anwendung (Burschel et al. 2004, S. 271; Vgl. Vorwort). Beide Begriffe lassen vom Wortlaut her und auch bei den späteren Definitionen im Kapitel 1.2 keine direkten Rückschlüsse auf die sozialen Aspekte zu. Erst bei sehr genauer Betrachtung der Funktions- und Wirkungsweise wird dieser Bezug deutlich.

Ein anderer Begriff, der diesen Aspekt im engeren Sinn bereits im Wortlaut beinhaltet und im Zusammenhang mit den funktionsübergreifenden Instrumentarien einer nachhaltigen Unternehmung nicht zu vergessen ist, ist die Sustainability Balance Scorecard. Die Ausführung dieses Instrumentes würde jedoch zu tief in den Themenkreis der Nachhaltig­keit führen.

1.2 Begriffe und Instrumente

Im ersten Kapitel wurden bereits einige Begriffe, die nun näher erklärt werden, vorweg­genommen. Darüber hinaus werden weitere Begriffe aufgeführt, die einen wesentlichen Bestandteil an der Hauptthematik »Umweltmanagement an Hochschulen« besitzen.

1.2.1 Umweltmanagement

Als Management, engl. to manage ›bewerkstelligen‹, werden im Allgemeinen alle Personen bezeichnet, die in einem Unternehmen eine Führungsposition einnehmen, ohne dabei selbst Eigentümer des Unternehmens zu sein (Schubert/Klein 2006). Diese Führung sorgt wiederum für eine koordinierte, zielgerichtete Steuerung und Gestaltung unternehmerischer Prozesse (Thommen/Achleitner 2001, S. 821). Deshalb umfasst der Begriff auch Tätigkeiten der Führung und Leitung eines Unternehmens (Schubert/Klein 2006). Die Begriffe »Management« und »Leitung« werden auch gleichbedeutend verwendet (Thommen/Achleitner 2001, S. 821).

UM soll den Gedanken des Umweltschutzes systematisch im Unternehmen verankern. Dabei sollen alle unternehmerischen Ziele, Entscheidungen und Handlungen als Folge der betrieblichen Leistungserstellung neben den ökonomischen Bestrebungen (z. B. Gewinnmaximierung) auch ökologische Maßnahmen zur Minimierung von Umweltbe­lastungen beinhalten. Diese wiederum stellen sich in jedem Unternehmen unterschiedlich dar und müssen entsprechend differenziert ausgestaltet werden (Baumann et al. 2005, S. 17).

Ein UM unterstützt die Unternehmensführung dahingehend, dass alle umweltrelevanten Informationen vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Vorgänge systematisch erfasst werden. Hierfür stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, welche Anwendung finden (Baumann et al. 2005, S. 17f). Darüber hinaus werden durch ein Managementsystem (MS) klare Strukturen und Zuständigkeiten aufgebaut (Burschel et al. 2004, S. 271).

1.2.2 Umweltmanagementsystem

Hier ist zu erwähnen, dass das enthaltene Wort »System« zu zwei unterschiedlichen Verständnisarten des Begriffs »Umweltmanagementsystem« führt. Zum einen entstand durch systematische Integration von UM in Unternehmen das Verständnis eines systemischen Denkens (Umweltschutz hat im Unternehmen System), zum anderen erfolgte eine ganzheitliche Betrachtung der Umweltmanagementkonzeption (Umweltschutz im Unternehmen hat ein System) (Müller-Christ 2001, S. 196ff).

Im engeren Sinne lässt sich dennoch sagen, dass in einem UMS diejenigen aufbau- und ablauforganisatorischen Führungsmaßnahmen verankert werden, die einen aktiven Umweltschutz leisten. Die Summe dieser Maßnahmen führt letzten Endes zu einem ordentlichen UM (Müller-Christ 2001, S. 196ff; Vgl. Baumann et al. 2005, S. 18).

In Europa wurde mit der Einführung der Environmental Management and Audit Scheme Verordnung (EMAS-VO) ein erstes standardisiertes UM geschaffen. Darauf folgte kurze Zeit später mit der Industrienorm ISO 14001 ein Zweiter, weltweit gültiger Standard für betriebliche UMS. Ziel beider Normen ist es, die betrieblichen Umweltschutzaufgaben zu systematisieren und das darauf aufbauende UMS einer unabhängigen, externen Begutachtung und vielleicht späteren Validierung bzw. Zertifizierung zu unterziehen (Burschel et al. 2004, S. 272).

1.2.3 Umweltinformationssysteme

UM bedarf der Erfassung und Verarbeitung von Informationen aller betrieblichen Umwelt­auswirkungen. Hierbei stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, die in der Gesamtheit als Umweltinformationssysteme (UIS) bezeichnet werden (Michaelis 1999, S. 88). Diese unterstützen das UMS indem sie qualitative und quantitative Informationen über ökologisch relevante Sachverhalte und Vorgänge bereitstellen (Sauer et al. 2004, S. 39). Die gewonnenen Daten erfüllen dabei sowohl interne als auch externe Funktionen und richten sich an die verschiedenen Anspruchsgruppen des Unternehmens (Michaelis 1999, S. 88). Dabei gibt die untere Abbildung einen Überblick über die verschiedenen Adressaten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Funktionen & Zielgruppen betrieblicher UIS (Michaelis 1999, S. 88)

Als eigenständige Informationsinstrumente, die außerhalb des konventionellen Rechnungswesens liegen, lassen sich Umweltchecklisten, Umweltkennziffern, Ökobi­lanzen, Produktfolgeabschätzung, Produktlinienanalyse und das Öko-Audit nennen. Letztes nimmt dabei eine besondere Position ein und geht weit über die bloße Erfassung und Auswertung von Daten hinaus (Michaelis 1999, S. 89). Eine genauere Erläuterung des Öko-Audits erfolgt in einem späteren Kapitel.

Umweltchecklisten sind Auflistungen umweltbezogener Gegebenheiten im jeweiligen Unternehmen, welche systematisch abgefragt werden, um so einen schnellen und umfassenden Überblick über mögliche Schwachstellen im betrieblichen Umweltschutz zu ermöglichen. Sie eignen sich aber lediglich für eine qualitative Bestandsaufnahme und sind daher als alleiniges UIS ungeeignet (Michaelis 1999, S. 89ff).

Umweltkennziffern verdichten quantitative Informationen durch Bildung von absoluten oder relativen Größen (z. B. Wasserverbrauch pro Jahr, Energieverbrauch pro Werkstück etc.). Dabei erfüllen sie drei Funktionen:

1. Im zeitlichen Vergleich lassen sich Trends und Veränderungen der betrachteten Größen erkennen.
2. Durch einen Soll-Ist-Vergleich lassen sich die gesetzten Ziele überprüfen.
3. Die Daten ermöglichen betriebsinterne und –externe Vergleiche. (Michaelis 1999, S. 91)

Eine solche Datenbank lebt vor allem durch eine vollständige und lückenlose Daten­sammlung. Die Qualität der Werte ist zweitrangig und kann ggf. durch entsprechende Schätzungen ersetzt werden (Michaelis 1999, S. 91).

Ökobilanzen (Life Cycle Assessment) sind genau wie die herkömmlichen Unterneh­mensbilanzen eine Zusammenfassung der Rechnungslegung, mit denen die unterneh­merischen Tätigkeiten, in diesem Fall nach ökologischen Gesichtspunkten, umfassend bewertet werden. Diesbezüglich haben sich mehrere Bilanzierungskonzepte etabliert, die sich hinsichtlich des zugrundeliegenden Bilanzierungsraums und der anschließenden Bilanzbewertung unterscheiden (Michaelis 1999, S. 89). Bzgl. des Bilanzierungsraumes lassen sich vier Bilanzierungstypen ableiten, die sich hinsichtlich ihrer Systemgrenzen von einander unterscheiden:

1. Produktbilanz – sämtliche Umweltauswirkungen eines Produktes bzw. einer Dienstleistung über den gesamten Produktions- lebenszyklus
2. Prozessbilanz – Vergleich von Input und Output eines Prozesses
3. Betriebsbilanz – Vergleich von Input und Output des gesamten Betriebes
4. Standortbilanz – Berücksichtigung dauerhafter Umwelteinflüsse, z. B. Nutzung der Bodenfläche, externe Dienstleistungen etc.

(Burschel et al. 2004, S. 383)

Als mögliche Bewertungsverfahren lassen sich folgende Konzepte, welche nicht näher erläutert werden, nennen:

- das Ökobilanzkonzept des Umweltbundesamtes
- das Konzept des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWL)
- das Bilanzkonzept des Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
- die Ausfertigung der Society of Environmental Toxicology and Chemistry (SETAC) (Michaelis 1999, S. 93ff; Vgl. Burschel et al. 2004, S. 385)

Alle Konzepte verbindet dabei die Tatsache, dass die aufgelisteten Umweltbelastungen nicht zu einer äquivalenten Gesamtbelastung zusammengefasst werden (Michaelis 1999, S. 93).

Innerhalb eines Unternehmens zielt die Ökobilanz auf die Steuerung und Kontrolle der geplanten und umgesetzten Umweltschutzmaßnahmen. Somit nimmt sie im Bereich des UM eine zentrale Rolle ein und ist die Grundlage weiterer Instrumente des UIS (wie z. B. der Produktfolgeabschätzung). Eine weitere Verwendung findet die Ökobilanz bei der Erstellung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichten (Burschel et al. 2004, S. 381ff).

Produktfolgeabschätzungen bewerten die ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen eines Produktes über den gesamten Produktlebenszyklus. Die genannten Aspekte Ökologie, Soziologie und Ökonomie, werden dabei mit den verschiedenen Lebensphasen eines Produktes verglichen, um so kritische Bereiche zu identifizieren. Um die Suche nach möglichen heiklen Punkten zu verfeinern, erhalten die einzelnen Aspekte und Produktlebensphasen dabei unterschiedliche Gewichtungsfaktoren. Vor und nach­gelagerte Produktionsprozesse können jedoch infolge unvollständiger Informationen zu einer schwierigen Bewertung führen (Burschel et al. 2004, S. 385f).

Die Produktlinienanalyse baut auf der Produktfolgeabschätzung auf und unterscheidet sich hinsichtlich ihrer detaillierten Betrachtungsweise. Im Vordergrund steht dabei nicht mehr das einzelne Produkt und dessen Auswirkung auf die o. g. Aspekte, vielmehr sollen Alternativen im Gegensatz zum jetzigen Ist-Zustand aufgezeigt und bewertet werden (Burschel et al. 2004, S. 386). Michaelis beschreibt die vom Freiburger Öko-Institut entwickelte Produktlinienanalyse auch als eine Art erweiterte und qualitativ orientierte Ökobilanz. Ferner weist er auf Kritikpunkte hin, die sich zum einen auf die Daten­sammlung, besonders bei den einzelnen Produktionsstufen der eingesetzten Rohstoffe und Materialien, und zum anderen auf die subjektive Bewertung gesellschaftlicher Kriterien beziehen (Michaelis 1999, S. 103f).

1.2.4 Umweltcontrolling

Eine einheitliche Definition des Begriffs »Umweltcontrolling« ist in der Theorie und Praxis bis heute nicht zu finden, was sich deshalb auch in seiner begrifflichen Vielfalt widerspiegelt. So ist neben dem UC auch von Öko-Controlling, Ökologieorientiertem Controlling oder der Umweltkostenrechnung die Rede. Nebenbei wird der Begriff auch als Synonym für die bereits erwähnten betrieblichen UIS genannt (Burschel et al. 2004, S. 349).

In seinem Werk Betriebswirtschaftslehre der Nachhaltigen Unternehmung definiert Burschel den genannten Begriff in folgendem Zitat: »Umweltcontrolling ist ein Subsystem des Controllings, das durch systembildende und systemkoppelnde Koordination die Planungs-, Steuerungs-, Kontroll- und Informationsversorgungs­funktionen des Controllings um ökologische Komponenten erweitert und auf diese Weise die Adaptions- und Koordinationsfähigkeit des Gesamtsystems unterstützt.« (Beuermann 1995, S. 339, aus Burschel et al. 2004, S. 349f).

UC ist somit innerhalb eines UMS ein wichtiges Informations- und Steuerungsinstrument, welches erforderliche Daten und Informationen systematisch erfasst und darstellt, um eine anschließende entscheidungsrelevante Bewertung durchzuführen. Dies ermöglicht die Festlegung operativer und strategischer Umweltschutzmaßnahmen und zeigt mögliche Chancen und Risiken für das Unternehmen auf. Anders ausgedrückt lässt sich sagen, dass der Schwerpunkt des Controllings in der internen Erkennung von Gefahrenquellen, Risikopotenzialen und Handlungsspielräumen liegt (Baumann et al. 2005, S. 18). Hierfür kommen zahlreiche Instrumente zum Einsatz, die zur Auswertung der zahlreichen Daten herangezogen werden. Für den operativen Bereich lassen sich dabei die bereits erwähnten UIS nennen, weshalb diese auch meist mit dem Begriff »Umweltcontrolling« gleichgesetzt werden. Instrumente des strategischen Bereichs sind etwa die Chancen-Risiko-Analyse sowie die ökologieorientierte Portfolioanalyse (Müller-Christ 2001, S. 255ff).

Dabei unterliegt das Umweltcontrolling keinerlei Normen und kann demzufolge auch nicht zertifiziert werden. Dennoch ist es, um dauerhaft nutzbar zu sein, den Basisan­forderungen eines Managementsystems (Planung, Organisation und Kontrolle) zugrunde zu legen (Baumann et al. 2005, S. 20f).

In der Literatur lässt sich auch der Begriff des Umweltcontrollingsystems als Pendant zum UMS finden. Entscheidend dafür ist die Auslegung des innerbetrieblichen Schwerpunktes und demzufolge die Sichtweise und Zielausrichtung des Systems. Wobei UC stärker daten- und prozessorientierter ausgerichtet ist als ein UMS (Baumann et al. 2005, S. 18f).

Vor diesem Hintergrund wird nicht deutlich, welche Stellung nun das UC einnimmt. Handelt es sich nun um ein Instrument des UMS, ist ein UMS selbst Teil des Controllings oder bildet das UC nun ein eigenständiges MS?

Um diesen Sachverhalt zu klären, ist das obige Zitat mit der folgenden Abbildung zu vergleichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Ableitung des Umweltcontrollings (Baumann et al. 2005, S. 20)

Ein Vergleich von Zitat und Schaubild zeigt, dass UC als ein additives Arbeitsfeld des konventionellen Controllings verstanden wird. Die Rationalitätssicherung der Ziele, d. h. die Abschätzung von Ursache und Wirkung sowie die Bewertung der Zweckdienlichkeit von Maßnahmen, die aus dem betrieblichen UM hervorgehen, soll kurz- und auch langfristig regelbar sein.

Müller-Christ bezeichnet Controlling als Koordinationsvoraussetzung für ein effizientes UM und benennt Aspekte, welche nicht von den vorhandenen Linienfunktionen ausgehend (siehe Kapitel 2.4.2) umgesetzt werden können. Hierzu zählen:

- Aufbau und Verknüpfung von UIS
- Einrichtung von neuen Informationskanälen
- Ermittlung von Kosten und Nutzen dieser Systeme
- Informationen aggregieren und bewerten sowie diese in den Entscheidungsprozessen des Managements einfließen lassen
- Integration des UIS in das bestehende Finanzinformationssystem (Müller-Christ 2001, S. 250)

1.2.5 Umweltaudit

Das Audit (lat.: audire = anhören, zuhören) hat seinen Ursprung in der klassischen Betriebsprüfung und bezeichnet im Allgemeinen eine Prüfung des Betriebes durch unabhängige Fachleute und ist als eine Art Überwachungsinstrument zu verstehen (Baumast/Pape 2001, S. 101f).

Eine solche Prüfung wird in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt und betrachtet dabei alle umweltrelevanten Aspekte eines Unternehmens bzw. einer Organisations­einheit. Dabei geht es insbesondere um die Einhaltung einschlägiger Vorschriften (Gesetze, Normen, Richtlinien), das Erkennen und Bewerten von Umweltrisiken durch Verwendung und Lagerung von Stoffen und die Betrachtung der Organisation und Struktur des UM (Bartsch 1995, S. 15, aus Baumast/Pape 2001, S. 101).

Anders ausgedrückt ist es eine systematische, dokumentierte, regelmäßige und objektive Bewertung des gesamten UMS hinsichtlich der Organisation, Führung und Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen. Das System wird demnach auf seine Wirksamkeit überprüft (Umweltdatenbank.de Oktober 2007).

Deutlich genauer beschreibt jedoch das folgende Zitat den Umfang eines Umweltaudits: Es ist die »Prüfung der Wirksamkeit organisatorischer und technischer Umweltschutz­maßnahmen innerhalb eines Unternehmens mittels Soll-Ist-Vergleich mit der dazuge­hörigen Dokumentation, Inaugenscheinnahme und anderen geeigneten, objektiven Beurteilungsmöglichkeiten anhand externer und interner Umweltstandards und –normen durch eine sachverständige und unabhängige Instanz.« (Niemayr/Sartorius 1992, S. 381, aus Baumast/Pape 2001, S. 101).

Bei Umweltaudits unterscheidet man zudem zwischen internen und externen Audits. Ein internes Audit kann sowohl von Mitarbeitern des Unternehmens als auch von externen Auditoren durchgeführt werden und soll Schwachstellen und Verbesserungspotenziale des UM und der technischen Anlagen und Verfahren aufzeigen (Baumast/Pape 2001, S. 101). Es ist somit ein rein betriebsinterner Vorgang, dessen Ablauf an ein Auditprogramm gebunden ist. Man spricht diesbezüglich auch von einer Umweltbetriebsprüfung (Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e.V. 1998, S. 279).

Das externe Audit hingegen wird ausschließlich von auswärtigen, unabhängigen Gutachtern (Auditoren) durchgeführt und beruht auf gesetzlichen bzw. genormten Abläufen (Baumast/Pape 2001, S. 101).

Des Weiteren unterscheiden sich Audits hinsichtlich ihres Ziels und Umfanges, wobei man folgende Typen unterscheidet:

- System-Audits bewerten das Managementsystem gegenüber seiner Konformität zur Norm/Richtlinie.
- Prozess-Audits beurteilen die Prozesse nach ihrer Effektivität.
- Produkt-Audits vergleichen die Qualität der hergestellten Produkte/Leistungen im Verhältnis zu den gewünschten Forderungen.
- Compliance-Audits sichern die Einhaltung gesetzlicher, behördlicher u. vertraglicher Anforderungen.

(Klüppel 2006, S. 21f)

1.3 Entstehung des Umweltmanagementgedankens

Betrachtet man die Entwicklung des Umweltbewusstseins in Deutschland (BRD) in den letzten 50 Jahren, so wird deutlich, welche Beweggründe in der heutigen Gesellschaft zur Einrichtung von UMS vorliegen. Sicherlich gab es bereits lokale und regionale Umweltprobleme in der Antike. Diese jedoch als Erklärung für das heutige Umwelt­bewusstsein unserer Gesellschaft verantwortlich zu machen ist abwegig. Sieht man diesbezüglich die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, wo das größte gesellschaftliche Ziel der Wiederaufbau war, so wird deutlich, dass der Faktor Ökologie in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eine völlig untergeordnete Rolle spielte. Zu Zeiten des Wirtschafts­wunders und der Massenproduktion in den 1960er Jahren bestand ein Großteil der Umwelttechnik im Verbrennen, Vergraben und Vergessen (vorerst) (Engelfried 2004, S. 5ff).

Mit der Ölkrise in den 1970er Jahren wurde klar, wie abhängig die führenden Industrie­nationen, darunter insbesondere Deutschland, von dem endlichen fossilen Energieträger war und immer noch ist. Zudem ereigneten sich zahlreiche Havarien mit riesigen Öltankern, wie etwa die des Schiffes Amoco Cadiz im März 1978 vor der französischen Atlantikküste, wodurch Tonnen an giftigem Erdöl in die Natur gelangten. Diese und weitere Störfälle, hier vor allem die Chemieskandale Seveso (Italien, Juli 1976) und Boehringer (Deutschland, 1983), sorgten besonders in der deutschen/westdeutschen Gesellschaft für Aufruhe und führten zur Gründung zahlreicher Umwelt- und Naturschutz­organisationen. Aber auch Bürgerinitiativen engagierten sich immer stärker für den Umweltschutz und begannen, sich politisch zu organisieren. Unternehmen in Europa, durch deren Produktion eine hohe Belastung der Umwelt verursacht wurde (z. B. Chemieindustrie, Kern- und Kohlekraftwerke etc.), verdrängten meist die Probleme oder verharmlosten sie (Engelfried 2004, S. 5ff).

In den USA entwickelte sich dieser Sachverhalt anders. Als 1962 das Buch Silent Spring von Rachel Carson in den USA veröffentlicht wurde, kam es zu heftigen Reaktionen im Bezug auf anthropogen verursachte Umweltveränderungen (Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e.V. 1998, S. 33). Insbesondere das Verbot des hochgefährlichen Insektizids Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) in den USA 1972 ist auf diese Debatte zurückzuführen. Carson machte damals die Risiken und Probleme im Umgang mit Pestiziden einer breiten Öffentlichkeit bekannt (Vgl. Quarks & Co 2004).

Politisch begann man in den USA, 1969, mit dem National Environmental Policy Act (NEPA) aktiv zu werden. Dessen Ziel war eine n ationale Umweltpolitik zum Schutz und zur Verbesserung der Umwelt (epa.gov August 2008). So heißt es in diesem Gesetz: »To declare a national policy which will encourage productive and enjoyable harmony between man and his environment; to promote efforts which will prevent or eliminate damage to the environment and biosphere and stimulate the health and welfare of man; to enrich the understanding of the ecological systems and natural resources important to the Nation; and to establish a Council on Environmental Quality.« (NEPA 1969, Sec. 2 [42 USC § 4321]).

Zudem wurde mit diesem Gesetz ein Rat für Umweltqualitätsnormen, dem späteren Council on Environmental Quality (CEQ), geschaffen (epa.gov August 2008). Ein Jahr nach Verabschiedung nahm die United States Environmental Protection Agency (U.S. EPA), als überwachendes Organ, ihre Arbeit auf (epa.gov September 2008). Neben dem NEPA gab es natürlich noch eine Vielzahl weiterer Umweltgesetze, -vorschriften und -richtlinien.

Auch in der amerikanischen Gesellschaft rückte der Umweltschutz immer stärker in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. Auf Grundlage des NEPA konnten nun Privatpersonen ihre Interessen gegenüber großen Konzernen auf dem Klageweg durchzusetzen. Im Falle eines Schuldnachweises werden die Verursacher oft zu sehr hohen Entschädigungssummen verurteilt, was im Falle eines Aktienunternehmens zu starken Kursverlusten führen kann. Dieses sorgte wiederum für Argwohn bei den Aktionären, weshalb sie nun auf Einhaltung von Umweltvorschriften drängten. Hinzu kommt, dass ein drohender Imageverlust des Unternehmens sich ebenfalls negativ auf den Aktienkurs auswirkt und zum Verlust des Kunden führen kann. Vor diesem Hintergrund begannen die ersten Unternehmen im Rahmen einer freiwilligen Selbst­überprüfung, die Einhaltung der gültigen Umweltvorschriften systematisch abzufragen. Die ersten standardisierten Umweltauditprogramme waren reine Compliance-Audits und wurden damals zeitgleich von den Unternehmen Allied Signal und General Motors entwickelt. Das Comprehensive Environmental Response, Compensation and Liability Act (CERCLA), welches die Haftung für aus Umweltverschmutzung entstandene Schäden beinhaltet, erhöhte zudem den rechtlichen Druck auf Unternehmen, die gesetzlichen Umweltvorschriften einzuhalten (Baumast/Pape 2001, S. 96). Zudem wurden erstmals Altlasten mit in das Gesetz einbezogen. Dadurch konnten auch Schäden angezeigt werden, die vor Inkrafttreten des Gesetzes verursacht wurden. Eine weitere Verschärfung, bei der der Eigentümer für die Dekontamination eines verseuchten Standortes zu haften hat, erfolgte sechs Jahre später mit dem Superfund Amendment Act and Reauthorization Act (SARA) (Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e. V. 1998, S. 35).

Die Europäische Gemeinschaft (EG) begann 1973 mit dem »Aktionsprogramm für den Umweltschutz« erstmals Prinzipien und Ziele einer europäischen Umweltpolitik festzulegen. Ein Jahr vorher sorgte der Bericht The Limits to Growth von Dennis L. Meadows an den Club of Rome für Aufregung und reichlich Diskussionsbedarf (Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e. V. 1998, S. 34 und 43). Der Bericht zeigte auf, dass dem Wachstum der Wirtschaft und der Weltbevölkerung durch Nahrungsmittelknappheit, Umweltverschmutzung und schwindende Ressourcen Grenzen gesetzt sind. Er verdeutlichte auch, dass nur globale Anstrengungen wie etwa Umweltschutz und ein sparsamer Verbrauch der Ressourcen einen Kollaps verhindern können (Welt Online Juni 2008).

Das Aktionsprogramm von 1973 wurde mehrfach überarbeitet und beinhaltet seither eine vorsorgende Umweltpolitik, in der Umweltbelastungen von vornherein verhindert werden sollen. Dabei stützte sich die Europäische Gemeinschaft auf das Instrument der Umwelt­verträglichkeitsprüfung (UVP). Hierbei sind Maßnahmen aus den Bereichen Industrie und Infrastruktur bereits im Vorfeld auf ihre umweltrelevanten Folgen hin zu überprüfen. Die Einheitliche Europäische Akte (EEA) von 1986 manifestierte diese Linie vertraglich und nahm zusätzlich, ähnlich dem amerikanischen CERCLA und SARA, das Vorsorge- und Verursacherprinzip auf (Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e. V. 1998, S. 43).

In Deutschland begann eine intensive politische Diskussion nach einem großen Chemieunfall in der Schweiz 1986. Durch einen Großbrand bei der Firma Sandoz und den anschließenden Löscharbeiten gelangten Unmengen an giftigen Stoffen, darunter verschiedene Pestizide, in den Rhein und sorgten dort für ein riesiges Fischsterben. Die Folgen dieser Katastrophe waren bis zur Mündung des Rheins in den Niederlanden zu sehen. Infolge dessen kam es zu einer Verschärfung der hiesigen Umweltgesetzgebung. Der Gesetzgeber forderte nun den Umweltschutz zur Führungsaufgabe zu machen und einer Person bzw. einem bestimmten Personenkreis die Verantwortung zur Einhaltung der Gesetze zu übertragen (siehe auch Kapitel 2.4.1). Ferner unterliegen seitdem die Unternehmen in bestimmten Bereichen einer Mitteilungspflicht (z. B. beim Einsatz wassergefährdender Stoffe) und müssen den Behörden erläutern, wie die Einhaltung der Vorschriften zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen sichergestellt wird. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Umweltschutz und Arbeitssicherheit nicht nur durch moderne Technik, sondern auch durch eine moderne Organisationsform gewährleistet sein müssen, zielte die Mitteilungspflicht vor allem auf die Integration des Umweltschutzes in die Aufbau- und Ablauforganisation. Ein weiterer Aspekt, der die hiesigen Unternehmen rechtlich unter Druck setzte, war die Verschärfung des Umwelthaftungsgesetzes (UmweltHG), das große Ähnlichkeit mit dem amerikanischen CERCLA aufweist. Die Haftung ist dabei weder an ein Fehlverhalten, noch an die Einhaltung der Sorgfaltspflicht gebunden, wodurch dem Verursacher stets die Beweislast zukommt (Baumast/Pape 2001, S. 96ff).

1989 stellte die International Chamber of Commerce (ICC), eine große Organisation deren Delegierte aus den verschiedensten Bereichen der Wirtschaft stammen, ein Posi­tionspapier vor, welches den Beginn der Standardisierung und Normierung des UM innerhalb der Europäischen Union (EU) einleitete und zum ersten Entwurf einer entsprechenden Richtlinie führte (Baumast/Pape 2001, S. 99). Zudem wurden die Erfahrungen der amerikanischen EPA im Umgang mit dem Instrument des Umweltaudits berücksichtigt (Vgl. Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e. V. 1998, S. 43f).

Im April 1991 wurde im Rahmen der »Zweiten Weltindustriekonferenz für Umweltmanage­ment« durch die ICC eine Charta verabschiedet, welche 16 Grundsätze für ein UM enthält und als eine Art Grundgerüst normativer UMS aufgefasst wird. Besonders betont werden muss dabei der präventive Aspekt der Charta (Kolbeck 1997, S. 87f).

Im gleichen Jahr nahm die International Organisation for Standardization (ISO) die Arbeit an einem weltweit gültigem UMS vor (Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e. V. 1998, S. 49). Die ISO selbst, eine Nichtregierungsorganisation mit Hauptsitz in Genf, ist ein Netzwerk nationaler Standardinstitute von 157 Ländern und versteht sich als ein Bindeglied öffentlicher und privater Einrichtungen (iso.org September 2008). So wurde von der ISO im Jahr 1993 eigens ein technisches Komitee gegründet (TC 207), welches schrittweise die sogenannte ISO 14000er Reihe entwickelte. Drei Jahre später wurde schließlich die endgültige Norm für UMS, die ISO 14001, verabschiedet und erhielt den Status einer europäischen Norm (Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e. V. 1998, S. 49f).

Ein Jahr später wurde das Ergebnis der Konferenz der Vereinten Nationen (UNO) für Umwelt und Entwicklung und das dabei abgeschlossene umwelt- und entwicklungs­politische Handlungskonzept der Agenda 21 verabschiedet. Ein Teil dieser Agenda enthält Anforderungen an Unternehmen, die auf die Bereiche Produktion, Technologie, Information und Kooperation zielen (Kolbeck 1997, S. 87f).

Eine besondere Vorreiterrolle im Bezug auf genormte UMS bekam Großbritannien, indem das British Standard Institut 1992 den ersten nationalen Standard (den BS 7750) veröffentlichte. Dessen Inhalt war die Vorbereitung dokumentierter, systematischer Vor­gehensweisen im Umgang mit einen UM. Die britische Norm beeinflusste unmittelbar die 1993 verabschiedete EMAS-VO, welche wiederum auf die freiwillige Einführung eines Management- und Betriebsprüfungssystems zur Verbesserung von Umweltleistungen in europäischen Unternehmen setzt (Baumast/Pape 2001, S. 99). Im gleichen Jahr wurde auch erstmals der Gedanke der »Nachhaltigen Entwicklung«, hervorgegangen aus dem Brundtland Bericht von 1987, in die europäische Umweltpolitik aufgenommen. Damit stellte Europa die Weichen einer nachhaltigen Entwicklung, wie sie in der Rio-Deklaration von 1992 gefordert wurde. In den darauf folgenden Jahren wurden des Weiteren, auf nationaler und internationaler Ebene, zahlreiche Umweltgesetze beschlossen (Doktoranden-Netzwerk Öko Audit e. V. 1998, S. 43f).

Während Umweltaudits in den USA eher darauf zielten, die Rechtssicherheit des Betriebes zu kontrollieren und sicherzustellen, ging es in der europäischen Gesetzgebung über die Vermeidung von Haftungsfällen hinaus. Dabei wurde besonders auf die Übernahme der ökologischen Verantwortung durch die Unternehmen gesetzt. (Baumast/Pape 2001, S. 99).

Europa erhielt im Hinblick auf die ISO-Normenreihe und EMAS-VO zwei konkurrierende Vorgaben für UMS, die bei gleichzeitiger Anwendung im Unternehmen zu einem Mehr­aufwand führen. Des Weiteren wurde die ISO-Norm als leichter umsetzbar empfunden und ihre weltweite Gültigkeit als ein klarer Vorteil erachtet, wodurch die EMAS-VO etwas ins Abseits geriet. Diese und weitere Kritikpunkte an der VO veranlassten die EG eine Novellierung der Richtlinie vorzunehmen, welche durch die EMAS II (auch bekannt als EG-Öko-Audit) im April 2001 umgesetzt wurde. Der wichtigste Punkt war dabei sicherlich die Vereinbarkeit zur DIN EN ISO 14001, denn das nun umzusetzende UMS musste den Forderungen der internationalen Norm entsprechen. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Aufhebung der Teilnahmebeschränkung. Von nun an konnten alle Organisationsformen (auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Hochschulen, Ämter), die eine Verbesserung ihrer Umweltleistungen beabsichtigen, eine EMAS-Zertifizierung anstreben (Vgl. Ensthaler et al. 2002, S. 50-56). Im Jahr 2005 wurde auch die ISO-Norm einer Revision unterzogen, in deren Folge es aber zu keinen wesentlichen Veränderungen kam (Klüppel 2006, S. 17).

In Deutschland sind zurzeit etwa 2000 Unternehmen und Organisationen nach EMAS und weit über 5000 nach der ISO 14001 zertifiziert (Umwelt Deutschland Mai 2007).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das heutige Umweltbewusstsein und der Gedanke des UM anhand folgender globaler Umweltprobleme fest gemacht werden kann:

- Begrenztheit von Ressourcen
- lokale und regionale Bedrohung von Gesundheit und Ökosystemen durch technische Prozesse
- überregionale Bedrohung von Ökosystemen durch allgemeine Wirtschafts­prozesse
- globale Bedrohung der Ökosysteme
- globale Risiken für Gesundheit und Ökosysteme durch einzelne technische Prozesse und Anlagen
- absichtlich herbeigeführte Gefährdungslagen und Bedrohungen
- weltweite Arm/Reich-Problematik

(Engelfried 2004, S. 9f)

2. Betriebliches Umweltmanagement

Die Einrichtung eines UMS bedarf im Vorfeld genauen Überlegungen. So muss durchdacht werden, ob dieses als ein eigenständiges System eingerichtet werden soll oder in andere Managementsysteme (z. B. Qualität und/oder Arbeitsschutz) eingebettet werden kann. Verfügt die Einrichtung zudem, wie beispielsweise eine Universität, über eine komplexe Organisationsform, ist eine Festlegung der Geltungsbereiche und Systemgrenzen notwendig. Das geeignete Regelwerk muss ausgewählt oder ein auf die Organisation zugeschnittenes System konzipiert werden. Außerdem muss überlegt werden, welche direkten und indirekten Umweltauswirkungen zu berücksichtigen sind (Filho/Delakowitz 2005, S. 130f).

Auch die Kosten, die bei der Einführung und Aufrecherhaltung eines UMS anfallen, müssen bedacht und mit dem möglichen Nutzen verglichen werden. Der ökologische Nutzen eines UMS ist jedoch stärker zu bewerten als dessen Kosten.

2.1 Kosten und Nutzen von Umweltmanagementsystemen

Die Ziele eines UMS bestehen in der Schaffung klarer Managementstrukturen und in einer systematischen Erfassung sämtlicher betrieblicher Umweltschutzaufgaben. Dabei soll stets die Rechtssicherheit der Organisation gewährleistet und, je nach Regelwerk, den besagten Umweltproblemen entgegen gewirkt werden. Es ergeben sich aber auch finanzielle Vorteile, die für Unternehmen von großem Interesse sind.

Durch die Erfassung der betrieblichen Abläufe lassen sich organisatorische Schwach­stellen ermitteln und können entsprechend optimiert werden. Die Effizienz der Organi­sation würde somit erhöht. Durch den Einsatz bestimmter Instrumente, welche innerhalb eines UMS Anwendung finden, lassen sich Energie- und Stoffströme ermitteln und gegebenenfalls reduzieren. Daraus ergibt sich ein geringerer Einsatz bestimmter Ressourcen wie etwa Wasser und Materialien. Somit würden auch die Kosten für die Behandlung von Abwasser und die Entsorgung von Abfällen sinken. Auch die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft in einigen Bereichen wäre denkbar und lässt Teile der Produktion unabhängiger von begrenzten Ressourcen werden. Ergo erhielte man durch diese Maßnahmen eine insgesamt geringere Umweltauswirkung des Unternehmens. Ein anderer Punkt wäre die mögliche Umsatzerhöhung infolge eines Imagegewinns durch eine aktive Umweltpolitik von Seiten des Unternehmens. Denn kaum ein anderes Thema weist eine solch enorme Aktualität und Brisanz in der hiesigen Gesellschaft auf wie der Schutz der Umwelt im Allgemeinen und der Klimaschutz im Speziellen (Engelfried 2004, S. 21f).

Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch Maximiliam Gege in seinem Buch Kosten senken durch Umweltmanagement. So heißt es dort auf Seite 55: »..., dass Kostensenkungspotenziale vor allem in den Bereichen der Beschaffung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, Wasser und Abwasser, Energie, Entsorgung, Transport und Verkehr und Verpackung vorhanden sind.«

Als Schlussfolgerung daraus ergeben sich für ein Unternehmen Wettbewerbsvorteile, die sich u. a. durch sinkende Kosten und höhere Umsätze bemerkbar machen und somit den Unternehmenswert steigern. Neben diesen materiellen Werten können aber auch die ideellen Werte des Betriebes, z. B. durch das verbesserte Ansehen in der Öffentlichkeit, erhöht werden (Engelfried 2004, S. 22). Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch Burschel et al. (siehe Burschel et al. 2004, S. 298f).

Bei der Bewertung der Kosten für die Implementierung und Aufrechterhaltung eines UM, müssen diese Vorteile mit einbezogen werden. Die Kosten selbst lassen sich wiederum sehr genau berechnen und bestehen aus den internen Aufbaukosten für Personal, Schulungen, Beratungen, informationstechnische Umsetzung sowie der Dokumentation des UMS. Hinzukommen noch die jährlichen Betriebskosten, die im Zuge der Aufrecht­erhaltung und Weiterentwicklung der Umweltorganisation anfallen. Wird eine Zertifizierung oder Validierung des Systems in Erwägung gezogen, so entstehen hierfür weitere Kosten, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen (Burschel et al. 2004, S. 297f).

Burschel et al. führt diesbezüglich einige Studien an, die sich mit der Kosten und Nutzen Thematik auseinandersetzen. Aus einer dieser Studien wird ersichtlich, dass sich die möglichen Kosten zur Aufrechterhaltung eines UM auf einer Summe von 35.000* bis 130.000 Euro* belaufen. Die durchschnittlich erzielbaren Kosteneinsparungen belaufen sich auf etwa 61.000* Euro pro Jahr. Die große Bandbreite der Nutzen- und Kosten­angabe ist dabei u. a. auf die unterschiedlichen Unternehmensgrößen zurückzuführen. Allgemein wurde festgestellt, dass die Gesamtkosten pro Mitarbeiter bei steigender Arbeitnehmerzahl geringer ausfallen (Burschel et al. 2004, S. 307f).

*gerundet und umgerechnet aus DM gemäß Einführungskurs Euro 2002

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Details

Seiten
120
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640324026
ISBN (Buch)
9783640321933
Dateigröße
6.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v126643
Institution / Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,7
Schlagworte
Umweltmanagement Hochschulen Beitrag Konzeption Hochschule Fulda«

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Titel: Umweltmanagement an Hochschulen