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Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen im DAX-30

Bachelorarbeit 2009 37 Seiten

BWL - Revision, Prüfungswesen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Thema der Arbeit
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit

2 Grundlagen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
2.1 Begriff der Nachhaltigkeitsberichterstattung
2.2 Entwicklung einer Definition von Nachhaltigkeit
2.2.1 Nachhaltigkeit im engeren Sinne
2.2.2 Nachhaltigkeit im weiteren Sinne
2.3 Gründe für Nachhaltigkeitsberichterstattung
2.3.1 Gesellschaftlicher Wandel
2.3.2 Vorteile nachhaltiger Aktivitäten
2.4 Adressaten der Nachhaltigkeitsberichterstattung

3 Bewertung von Nachhaltigkeitsberichterstattung
3.1 Notwendigkeit einer Standardisierung
3.2 EU-Umweltempfehlung
3.3 Bundesumweltministerium
3.4 Global Reporting Initiative
3.5 Entwicklung eines Bewertungssystems
3.5.1 Anlehnung an die GRI
3.5.2 Ebenen des Bewertungssystems
3.5.3 Bereiche des Bewertungssystems
3.5.4 Bewertungsmethode
3.5.5 Zusammenfassung

4 Analyse der Nachhaltigkeitsberichte
4.1 Stichprobenzusammensetzung
4.2 Anwendung der Kriterien auf die Berichte
4.3 Analysen
4.3.1 Gesamtauswertung
4.3.2 Branchenauswertung
4.3.3 Unternehmensgröße
4.4 zusammenfassende Analyse

5 Fazit

Anhang
Komplettes Bewertungssystem
Gesamtauswertung der 24 Berichte
Gesamte Branchenauswertung
Entwicklung der Korrelation

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Nachhaltigkeit

Tabelle 1: Unternehmen der Stichprobe

Tabelle 2: Gesamtauswertung

Tabelle 3: Branchenauswertung

Abbildung 2: Punkte nach Unternehmensgröße

Abbildung 3: Entwicklung des Korrelationskoeffizienten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Thema der Arbeit

Eine offene Kommunikation mit verschiedenen Interessensgruppen kann für die Entwicklung eines Unternehmens von Vorteil sein. Sie kann Glaubwürdigkeit, das öffentliche Bild und die öffentliche Meinung über das Unternehmen prägen und damit letztlich auf Erfolg und Gewinne Einfluss nehmen.1

Eine immer größere Rolle spielt für Unternehmen heute die Bericht-erstattung über ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung. Die öffentliche Meinung ist stark von diesem Thema geprägt2 und Unternehmen werden immer wieder auf ihre Verantwortung in diesem Bereich hingewiesen.3

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen im DAX-30, um den Stand der Nachhaltigkeitsbericht-erstattung großer deutscher Unternehmen und die Qualität ihrer Berichte zu analysieren.

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit

In dieser Arbeit sollen Entwicklungen zum Begriff der Nachhaltigkeit dargestellt werden.

Zunächst soll dabei auf theoretische Grundlagen der Nachhaltigkeits-berichterstattung eingegangen werden. Dabei soll geklärt werden, was genau unter dem Begriff Nachhaltigkeit zu verstehen ist und daran anschließend die möglichen Gründe und Vorteile einer nachhaltigen Entwicklung aufgezeigt werden.

Im Weiteren sollen Möglichkeiten zur Standardisierung von Nachhaltigkeitsberichten gezeigt werden. In Anlehnung an diese Möglichkeiten soll zuerst die Frage geklärt werden, welche Kriterien ein guter Nachhaltigkeitsbericht erfüllen sollte und anschließend ein geeignetes Bewertungssystem für die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt werden.

Das Ziel der Arbeit ist es, die Nachhaltigkeitsberichte der DAX-30-Unternehmen in einer empirischen Studie anhand dieses Bewertungssystems zu beurteilen, um so eine Aussage über die Qualität dieser Berichte machen zu können. In weiterführenden Analysen soll aufgedeckt werden, ob und welche Unterschiede zwischen den Nachhaltigkeitsberichten der Unternehmen und Branchen bestehen.

2 Grundlagen der Nachhaltigkeitsberichterstattung

2.1 Begriff der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Global Reporting Initiative, eine der größten Organisationen zur Entwicklung von Richtlinien für Nachhaltigkeitsberichte, definiert die Nachhaltigkeitsberichterstattung als „die Ermittlung, die Veröffentlichung und die Rechenschaftslegung der unternehmerischen Leistung (...) im Hinblick auf die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung.“4

Das zentrale Thema, um das es bei dieser Form der Berichterstattung geht, ist die nachhaltige Entwicklung. Was genau darunter verstanden wird, soll im Folgenden geklärt werden.

2.2 Entwicklung einer Definition von Nachhaltigkeit

2.2.1 Nachhaltigkeit im engeren Sinne

Ursprünglich stammt der Begriff Nachhaltigkeit aus dem Bereich der Forstwirtschaft und bedeutet dort, in einem Wald nicht mehr Bäume zu schlagen, als auch nachwachsen konnten.5 Diese Definition fordert einen ressourcenschonenden Umgang und umfasst nur den ökologischen Bereich. Demnach müsste ein Unternehmen in seinem Nachhaltigkeitsbericht hauptsächlich über umweltrelevante Themen berichten.

Der Begriff hat sich in den letzten Jahren jedoch weiterentwickelt und umfasst nun weitere Teile.

2.2.2 Nachhaltigkeit im weiteren Sinne

Ein etwas weiter gefasster Begriff der Nachhaltigkeit wurde 1987 von der
Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) definiert. Diese Kommission beschäftigte sich mit der Frage, ob wirtschaftliche d gesell-schaftliche Entwickl ung mit Umweltschutz vereinbar ist.6 In eine Bericht heißt es:

„Nachhaltige Entwi klung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedige “.7 Auch in dieser Definition wird ein ressourcenschonender Umgang efordert. Wenn Möglichkeite künftiger Generationen nicht gefährdet werd n sollen, spielt die verantwortungsvolle Verteilung und Handhabung von R ssourcen eine große Rolle. J edoch wird nicht mehr ausschließlich die ökologische Ebene angesprochen . Alle Entscheidungen, die nachfolgende Gen erationen betreffen könnten, fa llen nun unter den Begriff der Nachhaltigke it. Dabei geht es auch um irtschaftliche Investitionsentscheidungen und darüber hinaus gesellschaftli che Investitionen.

Wenn das Konzept d er Nachhaltigkeit also etwas weiter gefasst w ird, dann umfasst der Ausglei h zwischen den Generationen nicht bloß den usgleich natürlicher Ressour cen, sondern auch den Ausgleich von ökon omischer Entwicklung und gesellschaftlicher Entwicklung.8 Eine na chhaltige Entwicklung ist demnach die Schnittmenge aus allen drei Bereiche :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Nachhaltigkeit (nach BLÄTTEL-MINK)9

Diese umfassendere Definition der Nachhaltigkeit besitzt auch he ute noch ihre Gültigkeit und gilt als Standarddefinition in vielen Werken.10

Darauf aufbauend entstanden in den darauffolgenden Jahren viele weitere Begriffe und Konzepte zum Thema Nachhaltigkeit.11 Anstatt von Nachhaltigkeit wird häufig auch vom Begriff der „Tripple-Bottom-Line“ gesprochen, das auf diese oben dargestellte Dreiteilung des Nachhaltigkeitsbegriffes anspielt.12

Weiterhin gibt es viele englische Synonyme, wie zum Beispiel den Begriff der „Corporate Social Responsibility“ (CSR), der die Pflicht eines Unternehmens zum ethischen Verhalten und zur Steigerung der Lebensqualität von Arbeitskräften und der Gesellschaft beschreibt und dem Konzept der Tripple-Bottom-Line sehr ähnlich ist.13

Als Grundlage für diese Arbeit soll die Definition der WCED-Kommission dienen, also die Nachhaltigkeit im weiteren Sinne mit ihren drei Ebenen.

2.3 Gründe für Nachhaltigkeitsberichterstattung

2.3.1 Gesellschaftlicher Wandel

Eine Studie des Bundesumweltministeriums zeigt, dass für 91% der Deutschen Umweltschutz wichtig ist.14 Auch der öffentliche Appell an die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen wird stärker.15

Zu Zeiten der Industrialisierung wurden natürliche Ressourcen so behandelt, als stünden sie unbegrenzt zur Verfügung und auch die Verschmutzung von z.B. Wasser, Luft und Boden wurde nicht geahndet. Dagegen gewinnt das Verursacherprinzip in der öffentlichen Diskussion heute an Bedeutung. Die Kosten für die Verursachung von Schäden sollen den Verursachern direkt zugerechnet werden.16

Dies unterstreicht den aktuellen gesellschaftlichen Wandel von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft, in der immaterielle Werte wie eine nachhaltige Entwicklung mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.17 Für Unternehmen wird es zunehmend wichtig, Leistungen im Bereich der Nachhaltigkeit zu erbringen.

Wenn jedoch der Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung mit Kosten verbunden ist und Gewinne dadurch geringer ausfallen, ist es fraglich, ob ausschließlich der öffentliche Druck zu einer nachhaltigen Entwicklung führen kann.

Untersuchungen zeigen, dass gerade wenn Ressourcen frei zugänglich sind, die einzelnen Marktteilnehmer versuchen, ihren heutigen Nutzen daraus zu maximieren, ohne dabei für eventuelle Schäden oder den Verbrauch der Ressource aufzukommen. Dieses Verhalten schädigt aber insgesamt das Gemeinwohl und damit auch ihr eigenes.18 Dieser Zusammenhang ist aber für den einzelnen Marktteilnehmer nicht einfach zu erkennen.

Daher werden im Folgenden die Vorteile nachhaltiger Aktivitäten für ein Unternehmen dargestellt.

2.3.2 Vorteile nachhaltiger Aktivitäten

Eine nachhaltige Entwicklung ist auf den ersten Blick nicht unbedingt im Sinne eines Unternehmens. Um zum Beispiel für soziale Nachhaltigkeit zu sorgen und höhere Sozialstandards für eigene Mitarbeiter zu gewährleisten, werden die Aufwendungen für das Unternehmen größer.

Auch die Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen bedeuten Aufwendungen für das Unternehmen.

Beide Maßnahmen führen dazu, dass der Gewinn sich vermindert. Die eventuellen Gewinne und Vorteile aus den besseren Sozialstandards oder die Steigerung des Gemeinwohls und damit auch des eigenen lassen sich für ein Unternehmen nur schwer in einer Kosten-Nutzen-Analyse erfassen.19 Die Durchführung einer Maßnahme im Bereich der Nachhaltigkeit ist folglich für ein Unternehmen erst einmal mit Kosten verbunden. Darüber hinaus sind diese Maßnahmen sogar mit Risiken verbunden. Denn Reaktionen aus dem gesellschaftlichen Umfeld eines Unternehmens sind oft nicht vorhersehbar. Maßnahmen wirken deshalb möglicherweise nicht oder nur langfristig.20

Jedoch kann eine nachhaltige Entwicklung große Vorteile mit sich bringen.

So lässt sich zum Beispiel für einige Sozialstandards zeigen, dass sich ihre Einhaltung positiv auf die Leistung der Mitarbeiter auswirkt und damit die Kosten wieder ausgleichen und schließlich auch die Gewinne steigern kann.21

Eine Unternehmensführung, die an nachhaltigen Werten ausgerichtet ist, kann auch im direkten Wettbewerb mit Konkurrenten von Vorteil sein. Das Ansehen und der Ruf eines Unternehmens ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg. Unternehmen, die eine nachhaltig ausgelegte Strategie verfolgen, sich also sowohl an ökonomischen, als auch an ökologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beteiligen, werden verstärkt positiv von der Öffentlichkeit wahrgenommen, was dazu führt, dass Anleger häufiger in diese investieren. Diese Wettbewerbsvorteile führen dann also schließlich wieder zu einem finanziellen Vorteil für das Unternehmen.22

Dieser Zusammenhang muss natürlich auch von einer anderen Seite betrachtet werden. Ein Unternehmen müsste somit eine nachhaltige Entwicklung anstreben, um Anerkennung und Glaubwürdigkeit von der Öffentlichkeit zu erhalten.23 Ein Unternehmen ohne nachhaltige Ziele hätte Wettbewerbsnachteile. Eine nachhaltige Entwicklung könnte so auch als eine Art des Risikomanagements gesehen werden, da ein gutes öffentliches Image die Gefahren von schädigenden Kampagnen oder möglichen Konsumentenboykotts mindern kann.24

Dies zeigt, dass eine nachhaltige Entwicklung also durchaus im Sinne eines Unternehmens ist und langfristig Risiken mindern und eine Steigerung der Gewinne mit sich bringen kann. Und das würde sich positiv auf den Unternehmenswert auswirken.

Eine Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass von der Unternehmensführung ein positiver Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Gewinnen erkannt wurde25 und dass die Leistungen im Bereich der Nachhaltigkeit nach außen kommuniziert werden. Woran sich das Unternehmen bei dieser Kommunikation orientieren kann, soll im folgenden Abschnitt gezeigt werden.

[...]


1 Vgl. WENZEL (2005), S. 190.

2 Vgl. Umweltbewusstsein (2008), S. 15.

3 Vgl. HISS (2005), S. 15.

4 GRI-Guidelines (2006), S. 3.

5 Vgl. Fortschrittsbericht (2005), S. 7.

6 Vgl. VAN DIEREN (1 995), S. 108f.

7 Fortschrittsbericht (200 5), S. 8.

8 Vgl. Fortschrittsbericht (2005), S. 9.

9 BLÄTTEL-MINK (2001), S. 12.

10 Vgl. BLÄTTEL-MINK (2001), S. 71.

11 Vgl. VAN DIEREN (1995), S.106.

12 Vgl. WENZEL (2005), S. 208.

13 Vgl. WENZEL (2005), S. 22.

14 Vgl. Umweltbewusstsein (2008), S.10.

15 Vgl. HISS (2005), S. 15.

16 Vgl. BLÄTTEL-MINK (2001), S. 11.

17 Vgl. WENZEL (2005), S. 189 .

18 Vgl. WELFORD (1997), S. 28.

19 Vgl. HISS (2005), S. 15f.

20 Vgl. HISS (2005), S. 96f.

21 Vgl. HISS (2005), S. 98.

22 Vgl. WENZEL (2005), S. 190.

23 Vgl. WENZEL (2005), S.190.

24 Vgl. HISS (2005), S. 99f.

25 Vgl. HISS (2005), S. 95.

Details

Seiten
37
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640323999
ISBN (Buch)
9783640321902
Dateigröße
839 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v126631
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen – Professur für Rechnungslegung und Prüfungswesen
Note
1,7
Schlagworte
Nachhaltigkeitsberichterstattung Unternehmen DAX-30

Autor

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