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Persönlichkeit und Gesundheit

Die Auswirkungen von Persönlichkeitsstilen auf die Gesundheit des Menschen

Hausarbeit 2009 41 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Lösungsansatz
1.2 Aufbau der Arbeit

2. DIE SCHAFFUNG EINES THEORETISCHEN ZUGANGS ZUR PERSÖNLICHKEIT UND GESUNDHEIT/KRANKHEIT
2.1 Begrifflichkeit und eine mögliche definitorische Klärung des Terminus Persönlichkeit
2.2 Ausgewählte Persönlichkeitstheorien: von altgriechischen Theorien bis zu den heute anerkannten „Big Five“
2.2.1 Die Theorie des Hippokrates
2.2.2 Die Theorien von Eysenck und Cattel
2.2.3 Das Fünf- Faktoren- Modell („Big Five“)
2.3 Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Gesund- heit/Krankheit

3. DIE BEDEUTUNG DER PERSÖNLICHKEIT FÜR DIE ER- HALTUNG DER GESUNDHEIT BZW. DIE ENTSTEHUNG VON KRANKHEITEN
3.1 Positive Auswirkungen von Einzelkonstrukten der Persön- lichkeit auf die Gesundheit als Gesundheitsressourcen
3.1.1 Optimismus
3.1.2 Selbstwertgefühl
3.1.3 Kohärenzsinn
3.2 Negative Auswirkungen von Einzelkonstrukten der Per- sönlichkeit auf die Gesundheit als Gesundheitsrisiken
3.2.1 Sorge und Angst
3.2.2 Feindseligkeit und Ärger
3.2.3 Depression und Verzweiflung
3.3 Verhaltenstypologien mit gesundheitsrelevanten Persön- lichkeitskonstrukten
3.3.1 Persönlichkeitstypologien 1 bis 6
3.3.2 Persönlichkeitstypologien A bis D

4. SCHLUSSBETRACHTUNG
4.1 Zusammenfassung
4.2 Resümee

5. LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Die vier Temperamentstypen des Hippokrates und deren Verbindung zu den jeweils vier Elementen, Körpersäften und Temperamentseigenschaften

Abbildung 2: Das zweidimensionale System von Eysenck: Extraversion und Neurotizismus in Bezug zu den vier Temperaments- typen

Abbildung 3: Das Cattell’sche sechzehn Persönlichkeitsfaktorensystem und den dazugehörigen bipolaren Persönlichkeitseigen- schaften

Abbildung 4: Die fünf Persönlichkeitsfaktoren der „Big Five“ mit zuge- hörigen Facetten und bipolaren Eigenschaften

Abbildung 5: Die komplexen Verbindungen zwischen der Persönlichkeit und Gesundheit/Krankheit in Anlehnung an das biopsycho- soziale Modell

Abbildung 6: Die Vorstellungen eines Zusammenhangs zwischen Persön- lichkeit und Gesundheit

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. EINLEITUNG

1.1 Problemstellung und Lösungsansatz

Es ist doch sicherlich schon mal bei uns vorgekommen, dass wir die folgen-den Aussagen so oder in ähnlicher Weise in Gesprächen gehört oder sogar selbst gesagt haben:

„Sei doch nicht so ehrgeizig, sonst stirbst du noch vor lauter Ehrgeizigkeit“

oder

„Sei mal hier nicht so aufbrausend, sonst kriegst du noch ’nen Herzinfarkt“ oder

„Also, deine Ruhe und Ausgeglichenheit möcht’ ich haben, dann wär’ vielleicht auch ich immer so gut drauf wie du“[1]

In den hier aufgeführten Zitaten geht es uns besonders um einen wichtigen Aspekt: um die beispielsweise im zweiten Zitat genannten Wörter „aufbrau-send“ und „Herzinfarkt“. Der Begriff „aufbrausend“ ist ein Kennzeichen der Persönlichkeit und das Wort „Herzinfarkt“ bezeichnet eine Erkrankung. Es ist durch die drei Zitate deutlich worden, dass wir hier und da unsere Verhal-tensweisen und Charakterzüge mit unserer Gesundheit in Verbindung brin-gen. Daraus folgt, dass wir ein Zusammenspiel zwischen unseren Persön-lichkeitszügen und unserer Gesundheit vermuten. Doch ist unsere Vermu-tung wirklich gerechtfertigt und kann diese in die Wissenschaft übertragen und auch von ihr bestätigt werden?

Wir wollen mit unserer Arbeit zeigen, inwieweit bestimmte Persönlichkeits-strukturen des Menschen sich auf die Erhaltung der Gesundheit und die Ent-stehung von Krankheiten auswirken. Anhand von wissenschaftlichen Studien und Literaturbeiträgen stellen wir Ergebnisse vor, die dazu beitragen werden, diese Vermutung zu bestätigen oder doch zu entkräften.

1.2 Aufbau der Arbeit

Nachdem wir anhand der Einleitung unsere Arbeit eröffnet haben, beginnen wir im zweiten Abschnitt, einen theoretischen Rahmen für den Hauptteil zu konstruieren. Es geht darum, theoretische Skizzierungen zu den beiden The-menobjekten Persönlichkeit und Gesundheit/Krankheit vorzunehmen. Des-halb ist es zunächst unerlässlich, den Begriff Persönlichkeit aufzuschlüsseln, indem mehrere Definitionsversuche unternommen werden und die Schwierig-keit einer definitorischen Klärung gezeigt wird. Anschließend stellen wir ver-schiedene und ausgewählte Persönlichkeitstheorien vor, die für den Zusam-menhang und für das Verständnis unseres Themenspektrums von Bedeu-tung sind. Nachfolgend soll die theoretische Verbindung zwischen Persön-lichkeit und Gesundheit/Krankheit beleuchtet werden. Dabei werden Theo-rien und benachbarte Wissenschaften, die in Beziehung zur Thematik ste-hen, dargelegt und erklärt.

Im Anschluss der theoretischen Betrachtungen wird im dritten Abschnitt der Untersuchungsgegenstand bzw. die im ersten Abschnitt postulierte Frage-stellung beleuchtet. Es wird gezeigt, in wieweit Persönlichkeitseigenschaften Einfluss auf die Erhaltung der Gesundheit und die Förderung von Krankhei-ten haben. Die Darstellungen beziehen sich einerseits auf Persönlichkeits-merkmale, die entweder als Ressourcen oder Risiken der Gesundheit be-trachten werden. Andererseits werden auch Persönlichkeitstypen mit ge-sundheitsrelevanten Verhaltenskonstrukten vorgestellt.

Abschließend reflektieren wir im letzten Abschnitt unsere Ausführungen in ei-ner Schlussbetrachtung. Dabei fassen wir die wesentlichen Inhalte in kurzer und prägnanter Art zusammen und leiten daraus ein Fazit ab, in der u.a. die Quintessenz unserer Arbeit festgehalten ist. Dieser Endgedanke umfasst ein Problem, was sich aus dem Resultat der Fragestellung ergeben hat.

2. DIE SCHAFFUNG EINES THEORETISCHEN ZUGANGS ZUR PERSÖNLICHKEIT UND GESUNDHEIT/KRANKHEIT

2.1 Begrifflichkeit und eine mögliche definitorische Klärung des Terminus Persönlichkeit

Der Begriff „Persönlichkeit“ hat seine Wurzeln im Wort „Person“. Dieses wiederum leitet sich von dem lateinischen Begriff „persona“ ab. Das Wort persona hat eine lange Vergangenheit und liegt in der Antike. Im Laufe der Zeit hat das Wort mehrere Veränderungen in der Begrifflichkeit durchlaufen.[2]

Eine allgemein anerkannte wissenschaftliche Definition für den Terminus Persönlichkeit besteht in der Literatur nicht.[3] Sie kann auch nicht bestehen, da es eine immense Vielfalt von Persönlichkeitstheorien gibt. Es existiert nicht die universelle Theorie, die es ermöglichen würde, eine bestimmte Defi-nition zu verfassen und vorzulegen. Eine allumfassende und übergreifende Theorie steht in der Persönlichkeitspsychologie noch aus.[4] Im Gegensatz zur Definitionsproblematik in der Wissenschaft wird der Begriff im Alltagsleben oft als Werturteil verwendet, wenn eine Person zur Anderen sagt, er habe eine „starke Persönlichkeit“ oder „herausragende Persönlichkeit“. Es sind vie-le Definitionen möglich und sie dürfen nicht als falsch oder richtig „verurteilt“ werden. Sie können uns dienen, das Verständnis der Persönlichkeit zu för-dern und in dem Wissenschaftsgebiet voranzukommen.[5] Schon eines der ersten Lehrbücher zur Persönlichkeitsforschung 1937 von Allport enthielt zum Problem einer Begriffsbestimmung der Persönlichkeit fünfzig Definitio-nen aus verschiedenen Wissenschaften.[6] Rost wagt sogar die provokante und doch zugleich abstrakte Aussage: „Definitionen von Persönlichkeit gibt es so viele, wie es Persönlichkeitsforscher gibt.“[7]

Trotz dieser Definitionsproblematik wollen wir uns anmaßen, Definitionen zur Persönlichkeit als Grundlagen dieser Arbeit darzulegen. Die Erste ist aus dem bekannten Standardwerk der Psychologie von Zimbardo und Gerrig. Sie definieren Persönlichkeit:

„[…] als eine komplexe Menge von einzigartigen psychischen Eigen-schaften, welche die für ein Individuum charakteristischen Verhaltens-muster in vielen Situationen und über einen längeren Zeitraum hinweg beeinflussen.“[8]

Um die Begrifflichkeit aus unserer Sicht noch etwas breiter zu fassen, haben Pervin et al. Persönlichkeit folgendermaßen definiert:

„Bei der Persönlichkeit geht es um jene Charakteristika oder Merkmale des Menschen, die konsistente Muster des Fühlens, Denkens und Verhaltens ausmachen.“[9]

Pervin et al. legen in ihrer Definition anders als Zimbardo und Gerrig das Augenmerk nicht nur auf die Verhaltensweisen, sondern auch auf die Gedanken und Gefühle des Menschen. Die Begriffsbestimmung ist nach den Autoren sehr allgemein gefasst, so dass dies ermöglicht, eine Person mit ihren verschiedenen Facetten zu betrachten.[10] Sie enthält eine große Anzahl von Kriterien und eine terminierende Erklärung der Persönlichkeit, die teils auch in anderen Definitionen vorkommen. Nach Schönpflug umfasst Persön-lichkeit im engeren Sinne personelle Eigenschaften wie Fähigkeiten, Fertig-keiten, Wissen, Überzeugungen, Werte, Gefühle, Motive, Handlungstenden-zen, Gewohnheiten und körperliche Zustände.[11]

Es sei hier zum Schluss der Betrachtungen erwähnt, dass die Persönlichkeit weitere Facetten umfasst und dass aufgrund dieser Mannigfaltigkeit nicht alle hier genannt und erklärt werden können. Es ist auch nicht sinnvoll und nötig, mehrere Dutzend Definitionen darzulegen. Im Folgenden konzentrieren wir uns bei der Vorstellung von Persönlichkeitstheorien auf jeweils die Theorien, die die Persönlichkeit aus einem bestimmten Blickwinkel betrachten.

2.2 Ausgewählte Persönlichkeitstheorien: von altgriechischen

Theorien bis zu den heute anerkannten „Big Five“

Es gibt in der Theorienlandschaft der Persönlichkeitspsychologie, wie schon in Abschnitt 2.1 erwähnt, eine große Anzahl.[12] Daher ist es nicht unser Ziel, eine Fülle von Persönlichkeitstheorien darzulegen, sondern nur die für unse-re Thematik Relevanten und in der Fachliteratur häufig Zitierten und Popu-lärsten vorzustellen. Wir wollen uns mit Theorien befassen, die sich mit ei-nem bestimmten Gesichtspunkt auseinandersetzen: dazu gehören Typen, Wesenszüge, Merkmale, Eigenschaften (Traits), Stile, Faktoren, Konstrukte oder Dimensionen der Persönlichkeit. All diese Begriffe sind eng miteinander verbunden. Wir konzentrieren uns dabei verstärkt auf die Begriffe Typen, Traits und Dimensionen. Die nachfolgenden Theorien, die hier genannt und kurz beschrieben werden, sollen lediglich eine kleine Auswahl symbolisieren.

2.2.1 Die Theorie des Hippokrates

Die erste und zugleich älteste bekannte Persönlichkeitstheorie, die sich mit dem Ansatz von Eigenschaften und Temperamentstypologien beschäftigte, stammt vom griechischen Arzt und Philosophen Hippokrates von Kos aus dem fünften Jahrhundert vor Christus. Er nahm an, dass der Körper vier Flüssigkeiten aufweist, so genannte Körper- oder Kardinalsäfte. Jedes dieser Säfte ordnete er einem bestimmten Element und Temperament zu. Die psy-chologischen Temperamentsmerkmale schließen Emotionen und Verhaltens-muster ein. Der einzelne Temperamentstyp bzw. die Charaktereigenschaft ergibt sich durch das Übergewicht des jeweiligen Kardinalsaftes. Ein außer-ordentliches Vorkommen eines der Säfte ist auch für Krankheiten verantwort-lich. Somit gibt es nach Hippokrates vier grundlegende Persönlichkeitstypen. Diese Theorie wird als Viersäfte- oder Elementenlehre bezeichnet.[13]

Vereinzelte Autoren der Fachliteratur sind der Auffassung, dass nicht Hippokrates, sondern erst der griechisch römische Arzt Galen (auch Galenos genannt) im zweiten Jahrhundert nach Christus die Temperamentstypen be-gründet hat, indem er die Typen mit den Körpersäften des Hippokrates verband. Er fasste demnach basierend auf Hippokrates und anderer Zeitge-nossen das Wissen der antiken Heilkunde zusammen.[14] Die Temperamen-tentheorie des Hippokrates mit den vier Körpersäften und den dazugehörigen Gemütsverfassungen wird in der nächststehenden Abbildung (s. Abb. 1) ver-anschaulicht.

[...]


[1] diese drei Zitate sind für unsere Thematik ausgedacht worden

[2] vgl. Fisseni 2003, S. 18f; Laux/Renner 2005, S. 220; Nolting/Paulus 2008, S. 79

[3] vgl. Sader/Weber 2000, S. 9; Kuhl 2001, S. XV; Stock/Stock 2007, S. 91; Nolting/Paulus 2008, S. 104f

[4] vgl. Wenninger 2001, S. 244

[5] vgl. Pervin et al. 2005, S. 31

[6] vgl. Allport 1937 zit. in: Sader/Weber 2000, S. 9; Pervin et al. 2005, S. 31

[7] Rost 1997, S. 499

[8] Zimbardo/Gerrig 2008, S. 504

[9] Pervin et al. 2005, S. 31

[10] vgl. Pervin et al. 2005, S. 31

[11] vgl. Schönpflug 2006, S. 136

[12] umfassende Theorienübersichten in: Fisseni 2003 und Pervin et al. 2005

[13] vgl. Brockhaus 2001, S. 607f, Daco 2002, S. 281ff; Friedman/Schustack 2004, S. 335; Pervin et al. 2005, S. 372; Hodapp/Rohrmann 2006, S. 338; Laux 2008, S. 53

[14] vgl. Fisseni 2003, S. 112; Hodapp/Rohrmann 2006, S. 338; Zimbardo/Gerrig 2008, S. 505

Details

Seiten
41
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640327003
ISBN (Buch)
9783640327423
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v126477
Institution / Hochschule
Hochschule Neubrandenburg
Note
2,3
Schlagworte
Persönlichkeit Gesundheit Persönlichkeitsstrukturen Persönlichkeitsstile Persönlichkeitsmerkmale Krankheit

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