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ADHS: Ursachen, Verlauf und Interventionsmaßnahmen unter besonderer Berücksichtigung der Bewegungserziehung

Hausarbeit 2006 28 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung – was ist das?

3 Ursachen und Entstehung

4 Wie äußert sich die ADHS in den verschiedenen Phasen der Kindheit bis hin zur Pubertät und dem Erwachsenenalter?
4.1 Säuglingsalter:
4.2 Kleinkindalter:
4.3 Kindergartenalter:
4.4 Schuleintritt:
4.5 Schulalter:
4.6 Eintritt in die Pubertät und die Entwicklung zum Erwachsenen:

5 Therapiemaßnahmen und Interventionsversuche
5.1 Medikamentöse Behandlung
5.2 Psychotherapie
5.3 Verhaltenstherapie
5.4 Ergotherapie
5.5 Spieltherapie
5.6 Familientherapie / Elterncoaching

6 Bewegungserziehung
6.1 Definition und Abgrenzung der Begriffe Psychomotorik, Motopädagogik und Mototherapie
6.2 Prinzipien der Psychomotorik
6.3 Bewegung im Wasser
6.4 Praxisbeispiel einer psychomotorischen Förderung eines ADHS-betroffenen Kindes

7 Resümee

Literaturverzeichnis:

1 Einleitung

Wer kennt ihn nicht – den berühmten Zappelphilipp, das motorisch unruhige, zappelige, unaufmerksame, konzentrationsgestörte Kind. Häufig wird es mit den dazugehörigen Begriffen und Stigmatisierungen: Hyperaktivität; Hyperkinetisches Syndrom, Aufmerksamkeits-Defizits-Hyperaktivitäts-Störung[1] und Aufmerksamkeits-Defizit-Störung[2] in Verbindung gerbacht. Denn oft geht mit diesen Krankheitsbildern eine Konzentrationsstörung, Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität und Überaktivität und vieles mehr einher, jedoch müssen diese Bezeichnungen differenzierter betrachtet werden.

Aus diesem Grund möchte ich im ersten Kapitel kurz die oftmals synonym verwendeten Bezeichnungen näher definieren, da diese Begrifflichkeiten im weiteren Verlauf dieser Arbeit von grundlegender Bedeutung sind.

Darauf aufbauend sollen im nächsten Kapitel die Ursachen, sowie mögliche Entstehungsgründe von ADHS näher erläutert werden.

Im direkten Anschluss wird der charakteristische Verlauf der Krankheit vom Säuglingsalter bis zum Erwachsenenalter chronologisch dargestellt.

Weiterhin werden die renommiertesten Therapiemöglichkeiten und Interventionsverfahren zur Behandlung von ADHS vorgestellt, wie zum Beispiel die medikamentöse Behandlung, die Psychotherapie, die Verhaltenstherapie etc.. Ein besonderer Fokus wird hierbei der Bewegungserziehung gewidmet, welche in einem multimodalen Therapiekonzept eine entscheidende Rolle einnimmt. Neben der Terminologie und Abgrenzung zu weiteren Fachbereichen wird besonders die Psychomotorik näher betrachtet und ihre wichtigsten Prinzipien vorgestellt. Praktische Umsetzungsvarianten werden abschließend differenzierter vorgestellt.

2 Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung – was ist das?

Die A ufmerksamkeits- D efizit- H yperaktivitäts- S törung (ADHS) wird typischer Weise mit einem überdurchschnittlichen Bewegungsdrang verbunden und oft als „Zeitphänomen“ charakterisiert. Doch was steckt hinter dieser „Krankheit“, die immer mehr in den Fokus der heutigen Zeit rückt? Kinder mit ADHS oder einer Hyperaktivitätsstörung leiden nach bisherigen medizinischen Erkenntnissen unter einer Funktionsstörung des Gehirns. Mangelnde oder falsche Erziehung sind für das zappelig - unruhige Verhalten hyperaktiver Kinder somit nicht primär verantwortlich. Hauptursache für die Stoffwechselstörung ist eine nicht ausreichende Produktion des Botenstoffes Dopamin in einem bestimmten Bereich des Gehirns. Die Fähigkeit, das eigene Handeln selbst zu regulieren, wird dadurch deutlich herabgesetzt. Die Folge der Reduktion des Botenstoffes ist, dass Betroffene sich oft impulsiv, unbedacht und sprunghaft verhalten. Darüber hinaus können sich Betroffene oftmals nicht ausdauernd auf eine Sache konzentrieren. Hyperaktive Kinder sind weiterhin in ihrer Wahrnehmung oft ungesteuert und lassen sich schnell von neuen Impulsen ablenken. Außerdem kommt es häufig vor, dass sie in der Schule Lernschwächen zeigen, obwohl ADHS-Kinder oft überdurchschnittlich intelligent sind.

Doch ist ADHS wirklich ein „Zeitphänomen“?!

Fr. Dr. Krause wendet sich gegen die Theorie, dass ADHS eine so genannte „Mode-Krankheit“ ist und bedauert, dass ADHS erst seit knapp vier Jahrzehnten intensiver untersucht wurde[3]. Fest steht, dass ADHS nicht genau definiert werden kann und unterschiedliche Begleitsymptome, wie Aufmerksamkeitsschwäche, Impulsivität und Hyperaktivität vereint, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Wender versteht unter ADHS eine im Kern neurobiologisch bedingte Störung, welche durch erhebliche Beeinträchtigungen der Konzentration und Daueraufmerksamkeit, durch Störung der Impulskontrolle und der emotionalen Regulation, sowie fakultativ durch motorische Hyperaktivität bzw. Unruhe gekennzeichnet ist[4].

Fest steht, dass ADHS keine Seltenheit ist, vielmehr sind nach den heutigen Diagnosekriterien ca. 3-12% der Bevölkerung betroffen. Weiterhin gilt ADHS als die häufigste Verhaltensstörung im Kindes- und Jugendalter. Meist gehören Jungen/Männer zu den Betroffenen (80%) – Mädchen/Frauen leiden viermal weniger an diesem Krankheitsbild. Hingegen ist das weibliche Geschlecht proportional öfter von der A ufmerksamkeits- D efizits- S törung (ADS) betroffen, der die Hyperaktivität als Begleitsymptom fehlt. Oft werden Betroffene der ADS nicht ausreichend erkannt und ihnen somit nicht genügend Unterstützung angeboten. Denn auffälliger sind die Kinder, die unter Hyperaktivität leiden und durch ihr impulsives Auftreten die Aufmerksamkeit verstärkt auf sich ziehen.

Neben ADHS und ADS gibt es weiterhin die Diagnose des hyperkinetischen Syndroms oder der hyperkinetischen Störung. Hierbei wird die Hyperaktivität als das wichtigste und prägnanteste Symptom bewertet.

Der Begriff Hyperaktivität umfasst viele Erscheinungsformen. Gemeinsam ist allen Betroffenen eine starke innere Spannung, die sich in jedem Lebensabschnitt anders äußert[5].

Bereits zu diesem Zeitpunkt wird deutlich, wie schwierig es ist, geeignete Definitionen zu finden.

Im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit werden wir uns hauptsächlich mit dem Krankheitsbild ADHS unter besonderer Berücksichtigung des Symptoms der Hyperaktivität beschäftigen.

3 Ursachen und Entstehung

Die Gründe und Ursachen, die ausreichend klären, weshalb Kinder an einer ADHS erkranken, sind auch bisher noch nicht abschließend benannt worden. Die entscheidenden Ergebnisse aus den Neurowissenschaften zu Ursachen und Entstehung einer ADHS wurden in den letzten zwanzig Jahren gewonnen. Dabei ist anzumerken, dass die Forschung in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen steckt. Festzuhalten ist, dass es nicht die eine Ursache gibt, sondern mehrere Faktoren eine bedeutende Rolle bei der Entstehung des Krankheitsbildes spielen.

Im Folgenden werden wir in diesem Kapitel auf genetische Ursachen, neuro-chemische Ursachen, neuro-anatomische Besonderheiten, psycho-soziale und prä- bzw. perinatale Einflüsse eingehen.

Obwohl noch einige Thesen zur Ursachenforschung nachgewiesen werden müssen, steht fest, dass es sich bei ADHS um eine Störung bzw. Normvariante des Frontalhirns handelt[6]. Zentrale Aufgaben des Frontalhirns sind die Selektierung, Verarbeitung, Filterung, und Weiterleitung aller auf die Person einflutenden Reize. Auf Grund neurowissenschaftlicher Untersuchungen von ADHS - Patienten, welche eine geringere Durchblutung des Frontalhirns bestätigten, sowie eine geringere Nervenaktivität in bestimmten Hirnarealen, wird vermutet, dass die bremsenden und hemmenden Funktionen des Gehirns bei ADHS-Betroffenen nicht optimal arbeiten. Diese Vermutung hat zur Folge, dass Reize und Informationen schwerer verarbeitet und koordiniert werden können, wodurch sich die bekannten Symptome der Konzentrationsschwäche und Aufmerksamkeitsstörung erklären lassen. Des Weiteren kann durch diese Befunde das Symptom der Impulsivität erklärt werden, da sich die eigenen Gefühle impulsiv entladen. Häufig sind ebenfalls motorische Fähigkeiten, vor allem im Bereich der Grob- und Feinmotorik, betroffen[7].

Der heutige Forschungsstand geht allerdings von einem Zusammenwirken neurobiologischer, angeborener und psycho-sozialer Folgen aus. Dabei spielt die genetische Grundlagenkomponente eine entscheidende Rolle.

In den letzten Jahren konnten einige Hinweise dafür gefunden werden, dass ADHS eine ganz erhebliche genetische Komponente aufweist. Zwillingsstudien ergaben, dass eineiige Zwillinge, die demnach das selbe genetische Material vorweisen, wesentlich häufiger beide von ADHS betroffen sind, als zweieiige Zwillinge, die unterschiedliche Erbanlagen besitzen. Diese Ergebnisse bestätigten sich ebenfalls, wenn die Probanden in unterschiedlichen familiären Umgebungen aufwuchsen.

Des Weiteren wurde bestätigt, dass Kinder von betroffenen Eltern, mit höherer Wahrscheinlichkeit ebenfalls ADHS entwickeln. Bereits bei einem betroffen Elternteil liegt die Wahrscheinlichkeit dieser Krankheit bei dem Kind bei 20-30%. Sind beide Eltern betroffen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung auf 80%[8].

Weiterhin wird vermutet, dass ein defekter Gencode für die Krankheit verantwortlich ist, wobei aber mehrere Gene, insbesondere mit Auswirkungen auf das dopaminerge, serotonerge und wohl auch noradrenerge System, beteiligt sind[9].

Auf neuro-chemischer Ebene spielen die Neurotransmitter bei der Entstehung von ADHS eine entscheidende Rolle. Neurotransmitter sind biochemische Stoffe, welche die Information von einer Nervenzelle zur anderen über die Kontaktstelle der Nervenzelle, der Synapse, weitergeben. Deshalb werden synonym auch häufig die Begriffe Überträgerstoffe oder Botenstoffe benutzt[10]. Durch die sogenannte funktionell - bildgebende Diagnostik (SPECT) hat man heute die Möglichkeit, eine genaue Aussage über die vorliegenden Veränderungen im Hirn der meisten ADHS - Patienten zu treffen. Untersuchungen ergaben, dass sich im Zellspalt eine höhere Anzahl bzw. eine gesteigerte Aktivität für den Botenstoff Dopamin, „der die Aktivität, den Antrieb und die Motivation steuert“[11], nachweisen lässt. Das bedeutet, dass mehr Dopamin in die Zelle aufgenommen wird und demzufolge weniger dieses Botenstoffes für die Informationsverarbeitung genutzt werden kann, als bei Menschen, die nicht an ADHS leiden. Somit liegt keine Störung in der Produktion von Dopamin vor, sondern in der Regulation dieses Botenstoffes. Weitere Untersuchungen bestätigen ebenfalls eine Dysregulation der Botenstoffe Noradrenalin, welcher für die Aufmerksamkeit und die Aktivität zuständig ist, und Serotonin, welcher für die Stimmung und Impulskontrolle verantwortlich ist[12].

Immer wieder gerät deshalb auch eine Allergie als Ursache für die Entstehung einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung in Diskussion. Zwar bedeutet eine vorhandene Allergie nicht zwangsläufig, dass auch ADHS vorliegt, allerdings löst eine Allergie eine Stresssituation aus, worauf der Körper bzw. die Nebennierenrinde eine Adrenalinausschüttung veranlasst und schließlich mit einer erhöhten Cortisolproduktion antwortet. Cortisol gehört zu der Gruppe der sogenannten Glukokortikoide und bewirkt im Körper einen Abfall des Serotoninspiegels. Da - wie bereits oben erwähnt - Serotonin im Wesentlichen die Stimmung beeinflusst, sind Schwankungen in diesem Bereich die logische Konsequenz. Eben diese Stimmungs- und Aufmerksamkeitsschwankungen lassen sich beim aufmerksamkeitsdefizitären und hyperaktiven Kind feststellen.

Weiterhin wird vermutet, dass neben der Dopamindysregulation eine Störung am Dopaminrezeptor[13] für die Entstehung von ADHS von großer Bedeutung ist.

Neuere Untersuchungen der zerebralen Anatomie ergaben, dass Menschen mit ADHS nicht nur genetische Veränderungen aufwiesen, sondern auch anatomische Besonderheiten zu erkennen waren. Kernspintomographische Studien wiesen Größenabnahmen des Frontallappens, insbesondere der rechten Seite, des Corpus callosum, sowie der Basalganglien[14] nach. In der bisher umfangreichsten kernspintomographischen Studie fand sich eine signifikante Größenabnahme vom rechten Frontalhirn, rechten Nucleus caudatus, rechtem Globus pallidus und dem Kleinhirn[15].[16]

Als weitere Entstehungsursachen von ADHS werden häufig psychosoziale Faktoren, wie Erziehungsbedingungen und sozioökonomischer Status vermutet. Allerdings werden diese Thesen nach derzeitigem Forschungsstand nicht bestätigt, obwohl der familiäre Kontext, empathisch unterstützendes Verhalten der Eltern, sowie feste Strukturen im Alltag, dem betroffenen Kind sicherlich die Chance auf einen besseren Entwicklungsablauf und die Vermeidung von Sekundärstörungen, wie zum Beispiel Depressionen, gewährleisten.

Abschließend können ebenfalls prä- bzw. perinatale Faktoren, wie Nikotin- oder Drogenmissbrauch während der Schwangerschaft oder Sauerstoffmangel während der Geburt, auf die Entwicklung einer ADHS Einfluss nehmen. Allerdings ist dabei anzumerken, dass zu diesen möglichen Ursachen noch einige Forschungsarbeiten ausstehen. Birgit Ruf und Karin Arthen machen darauf aufmerksam, dass statistische Zusammenhänge nicht mit kausalen Zusammenhängen verwechselt werden dürfen.

Fest steht jedoch, dass zu früh geborene Kinder, vor allem mit einem Gewicht unter 1500 g, mit einer 60 % höheren Wahrscheinlichkeit eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung entwickeln[17].

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es nicht die eine Ursache für die Entstehung einer ADHS gibt. Vielmehr spielen die oben erwähnten Faktoren in verschiedenen Kombinationen zusammen und bieten somit die Basis für die entstehende Krankheit.

4 Wie äußert sich die ADHS in den verschiedenen Phasen der Kindheit bis hin zur Pubertät und dem Erwachsenenalter?

4.1 Säuglingsalter:

Einige Mütter berichten, dass bereits die Schwangerschaft durch die ADHS geprägt war und sich dies durch eine erhöhte Aktivität, Unruhe und heftige Tritte im Bauch zeigte.

Auch unmittelbar nach der Geburt äußert sich die ADHS durch die Tatsache, dass die Neugeborenen scheinbar nicht zur Ruhe kommen und unter einer ständigen Anspannung leiden. Dieser Zustand ist natürlich eine zusätzliche Belastung für die labilen und von der Geburt strapazierten Mütter. Hinzu kommt die hormonelle Umstellung nach einer Geburt, die die Mütter noch neben der Tatsache, dass das Baby unruhig und unzufrieden ist, zusätzlich belastet. Herkömmliche Methoden um Säuglinge zu beruhigen, wie zum Beispiel auf den Arm nehmen und schaukeln, greifen oft nicht bei den ständig schreienden Babies. Ganz im Gegenteil, oft bewirkt die liebevolle Zuwendung und Nähe im Kind ein noch größeres Unbehagen; das Geschrei wird immer intensiver.[18] Erstaunlich ist, mit welcher Ausdauer bereits Neugeborene schreien und wie lange sie ihre kleinen Körper wach halten. Auffällig ist ihre überdurchschnittliche Aktivität und ihr Schlafmangel. Die Neugeborenen mit ADHS scheinen weniger Schlaf zu benötigen, obwohl sie ständig aktiv sind. Betroffene Mütter berichteten, dass bereits einige Minuten Schlaf dem Baby ausreichten, um eine nächste Schreiphase durchzuhalten. Bereits hier wird deutlich, wie überstrapaziert und ausgelaugt sich Mütter von betroffenen Kindern fühlen müssen. Natürlich wird auch die Entstehung der liebevollen und guten Beziehung zwischen Mutter und Kind oft durch die unerwartete Belastung erschwert. Viele Mütter fühlen sich verzweifelt und überfordert in ihrer Situation als junge Mutter. Weiterhin wird deutlich, dass oft ein „normales“ Familienleben nicht mehr möglich ist, wenn ein ADHS - Neugeborenes das Licht der Welt erblickt. Familie, Freunde und die gesamte Umwelt fühlen sich oft durch das schreiende und unruhige Baby gestört und wundern sich über die „inkonsequenten“ Methoden der Eltern. Wiederum fühlen sich diese oft unverschuldeter Weise unangenehm auffallend und schämen sich für ihr lautes Kind. Diese Umstände führen zu einer Isolation der betroffenen Familien, denen zu wenig Verständnis entgegengebracht wird. Eine Konsequenz, die meist von Unkenntnis über die Aufmerksamkeitsdefizitstörung geprägt ist.

Hinzukommt, dass nicht nur die Umgebung durch Unwissen fehlerhaft reagiert, sondern oftmals wissen auch betroffene Familien nicht, warum ihr Baby anders ist. Frau Dr. Krause schildert in ihrem Elternratgeber, dass viele Kinderärzte die Symptome nicht richtig deuten und oft „Bauchkoliken“ als Ursache vermutet werden. Aufgrund dieser Fehldiagnosen erfolgt keine adäquate Hilfe für Kind und Eltern.

Jedoch ist zu betonen, dass die beschriebenen Merkmale nicht auf jedes ADHS – Baby zutreffen. Es gibt auch betroffene Säuglinge, die sich anfänglich sehr ruhig und unauffällig verhalten und sich erst in der Übergangsphase zum Kleinkind auffällig verändern. Dieser Veränderungsprozess wird wiederum oft durch nächtliches Schreien und massive Unruhezustände begleitet, denen das Kleinkind hilflos ausgeliefert ist.

[...]


[1] Aus Gründen der Erleichterung der Lesbarkeit wird im Folgenden die Abkürzung ADHS verwendet.

[2] Aus Gründen der Erleichterung der Lesbarkeit wird im Folgenden die Abkürzung ADS verwendet.

[3] Dr. Krause, Johanna. Überleben mit hyperaktiven Kindern. Informationen und Ratschläge. 2002.

[4] Wender. 2002

[5] Vgl.: Dr. Krause, Johanna: Überleben mit hyperaktiven Kindern. Informationen und Ratschläge. 2002.

[6] Vgl.: Ruf, Birgit, Arthen, Karin. AGHS und Wahrnehmungsauffälligkeiten. Früherkennung und Präventionen im Kindergarten und in der 1. Klasse. 2006. Auer Verlag. S. 9.

[7] Vgl.: Ebd.

[8] Vgl.: Czerwenka, Kurt. Das aufmerksamkeitsgestörte und hyperaktive Kind. Ursachen, didaktische Konzepte, schulische Hilfen. 2002. Beltz Verlag. S. 146-147.

[9] Vgl. Ruf, Birgit, Arthen, Karin. AGHS und Wahrnehmungsauffälligkeiten. Früherkennung und Präventionen im Kindergarten und in der 1. Klasse. 2006. Auer Verlag. S. 9.

[10] Vgl.: Czerwenka, Kurt. Das aufmerksamkeitsgestörte und hyperaktive Kind. Ursachen, didaktische Konzepte, schulische Hilfen. 2002. Beltz Verlag. S. 153.

[11] Ruf, Birgit; Arthen, Karin. ADHS und Wahrnehmungsauffälligkeiten. Früherkennung und Präventionen im Kindergarten und in der 1. Klasse. 2006. Auer Verlag. S. 9.

[12] Vgl.: Ebd.

[13] Rezeptoren sind spezifische Bindungsstellen, welche die Empfängerzelle für den Informationsaustausch benötigt (Vgl. Czerwenka, Kurt. Das aufmerksamkeitsgestörte und hyperaktive Kind. Ursachen, didaktische Konzepte, schulische Hilfen. 2002. Beltz Verlag. S. 153.).

[14] Ansammlung von Nervenzellkörpern; Zentren für unbewusste Bewegungskoordination, Körperhaltung, Gestik und Mimik.

[15] Vgl.: Krause, Klaus.Henning; Dresel, Stefan; Krause Johanna. Neurobiologie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. IN: Psycho 26. Nr4. 2000. S. 201.

[16] Siehe Abbildung 1: Grafik eines Hirns

[17] Vgl.: Ruf, Birgit; Arthen, Karin. AGHS und Wahrnehmungsauffälligkeiten. Früherkennung und Präventionen im Kindergarten und in der 1. Klasse. 2006. Auer Verlag. S. 10.

[18] vgl.: Krause Dr. med., Johanna. Überleben mit hyperaktiven Kindern. Informationen und Ratschläge. Bundesverband Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität e. V. München/ Forchheim. 2002. S. 20.

Details

Seiten
28
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640323241
ISBN (Buch)
9783640667000
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v126367
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Schlagworte
ADHS Ursachen Verlauf Interventionsmaßnahmen Berücksichtigung Bewegungserziehung Psychomotorik

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