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Feministische Theorie - Darstellung des Arbeitsfeldes Frauenhaus

Hausarbeit 2009 15 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.0 Die Geschichte der Frauenbewegung
1.1 Die erste Frauenbewegung
1.2 Die zweite Frauenbewegung

2.0 Geschlechterverhältnisse

3.0 Die Arbeit im Frauenhaus
3.1 Was ist ein Frauenhaus?
3.2 Grundsätze im Frauenhaus

4.0 Die Arbeit mit Frauen
4.1 Prinzipien im Umgang mit Frauen
4.2 Die Mobilisierung von Ressourcen

5.0 Resümee

Einleitung

Gewalt in der Ehe ist auch noch in der heutigen, modernen Zeit ein aktuelles Thema. Frauen werden physisch, psychisch und verbal erniedrigt und gedemütigt und das in erhöhtem Maße. Erst vor einer Woche habe ich in einer Fernsehsendung einen Bericht über eine ermordete Frau gesehen. Ihr Mann hat ihr das angetan. Zentrales Thema dieser Arbeit ist, nach welchen Prinzipien und Methoden Sozialarbeiterinnen in Frauenhäusern arbeiten. Zudem wollte ich wissen, wie man in der sozialen Arbeit gegen häusliche Gewalt interveniert. Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit steht das Frauenhaus, wo Frauen Zuflucht finden können. Die Handlungsansätze, die angewandt werden, möchte ich näher erläutern. Kurz gesagt: die Arbeit mit Frauen und Mädchen soll im folgenden beschrieben werden.

Im ersten Kapitel konzentriere ich mich zunächst auf die Geschichte der zwei unterschiedlichen Frauenbewegungen.

Ich habe mich dazu entschlossen auch über die erste Frauenbewegung zu schreiben, da die Feministinnen etwas erreicht haben, dass die Gesellschaft noch heute beeinflusst. Mit der zweiten Frauenbewegung möchte ich dann die Entstehung des feministischen Ansatzes und der Frauenhäuser erläutern.

Das zweite Kapitel soll einen Überblick über die Grundannahmen des feministischen Ansatzes geben. An dieser Stelle möchte ich vordergründig die Rolle von Mann und Frau aus Sicht der Feministinnen, sowie ihr Geschlechterverhältniss darlegen.

Im dritten Kapitel möchte ich über Frauenhäuser und die Aufgabe der Sozialarbeiterinnen berichten. Im ersten Teil gebe ich eine Definition des Frauenhauses und stelle allgemeine Daten dar. In Kapitel 3.2 schreibe ich über die Prinzipien und Regeln die im Frauenhaus gelten.

Mit dem vierten Kapitel will ich die Aufgaben der Sozialarbeiter darstellen. Nach welchen Maximen richten sich die Sozialarbeiter? Wie sehen die Handlungsansätze aus? Dies sind Vordergründige Fragen die ich an dieser Stelle beantworten möchte.

Im Schlussteil meiner Hausarbeit möchte ich meine neuen Erkenntnisse, die ich im Laufe der Recherchen gewonnen habe, darstellen und reflektieren. Ich möchte zu dem feministischen Konzept und der Arbeit im Frauenhaus kritisch Stellung nehmen.

1.0 Die Geschichte der Frauenbewegung

1.1 Die erste Frauenbewegung

„Politischen Vereinen ist die Aufnahme von Frauenpersonen, Schülern und Lehrlin­gen verboten. Auch dürfen solche Personen nicht an Versammlungen und Sitzungen teilnehmen bei denen politische Gegenstände verhandelt werden.“ (zitiert nach Nave-Herz, 1997, 11)Dies ist die Situation in der sich Frauen in Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts befunden haben.Sie hatten keine politische Macht. Doch mit den Anfängen der Frauenbewegung sollte sich etwas ändern.

Als erste Frau die sich dafür einsetzte, dass Frauen mehr Selbstständigkeit und poli­tisches Mitspracherecht erlangten, ist Louise Otto-Peters zu nennen. Sie setzte sich für die Integration im Bildungs- und Arbeitsbereich ein und kämpfte gegen Benachteiligung. Sie und andere Mitstreiterinnen strebten eine Änderung der Verhältnisse der Frau an. Ein großer Schritt, zur Umsetzung dieser Ziele, wurde mit der ersten deutschen Frauenkonferenz am 16 bis 19 Oktober 1865 gemacht. Hier wurde der Allgemeine Deutsche Frauenverein (ADF) gegründet. Die organisierte Frauenbewegung begann.

Am 15.05.1908 erwirkten sie erste Resultate. Das Vereinsverbot für Frauen wurde widerrufen. Somit konnten Frauen nun auch Mitglieder einer Partei werden. Am 12 November 1918 erlangten sie schließlich auch das Wahlrecht. Weitere Erfolge sind die schulischen und beruflichen Weiterbildungschancen und die Zulassung zum Studium.

Trotz der Tatsache, dass sie sich für mehr Selbstständigkeit und Gleichheit einsetzten, verteidigten sie die traditionelle Form der Familie und Ehe. Sexuelle Frei­heit zum Beispiel, war ihrer Meinung nach gegen die damalige Vorstellung eines gesitteten Ehelebens. Die Hausarbeit war ihnen sehr wichtig und sollte auch als Erwerbsarbeit anerkannt werden.

Mit dem zweiten Weltkrieg lösten sich fast alle Fraueninitiativen auf. Die Frauen ver­loren ihr politisches Wahlrecht und die Zulassungen zum Studium. Die weiblichen Aufgaben wurden auf das Gebären von Kindern, das Muttersein und als Gehilfin des Ehemannes begrenzt. (vgl. Nave-Herz, 1997)

1.2 Die zweite Frauenbewegung

Die zweite Frauenbewegung hat ihren Ursprung in der Studentenbewegung von 1967/68. Hier ist der feministische Ansatz der sozialen Arbeit entstanden. Der sozia­listisch deutsche Studentenbund (SDS), deren Mitglieder Studenten und Studentinnen waren, setzte sich für ein antiautoritäres System und eine antiautoritäre Erziehung ein. Die Studenten hielten Reden, gingen zu Versammlungen und vertraten ihre antiautoritäre Einstellung. Die Frauen allerdings, kümmerten sich währenddessen um häusliche Angelegenheiten. Im persönlichen Leben waren die Männer autoritär. Diese Unterschiede führten zu Auseinandersetzungen zwischen den Geschlechtern der SDS. Die Studentinnen waren der Meinung, dass die Männer die gesellschaftlichen Strukturen widerspiegeln. Daraufhin bildeten sie eigene Gruppen, die unabhängig von Männern politisch aktiv sein wollten.

Der September 1968 wurde zum Symbol der zweiten Frauenbewegung. Studenten wurden während einer Tagung des SDS mit Tomaten attackiert. Damit wurde die Öffentlichkeit aufmerksam auf die Studentinnen. Immer mehr Frauen schlossen sich der Bewegung an, Frauengruppen und Frauenzentren bildeten sich. Gemeinsames Ziel war es, das Verbot der Abtreibung abzuschaffen.So bildeten sich Mitte der 70er Jahre Frauenprojekte, Gesundheitszentren und Therapien, die sich an den Bedürfnissen der Frauen orientierten. (ebd.)

Am 12. Februar 1976 erreichten die Frauen ihren ersten Erfolg. Das Verbot der Abtreibung wurde, für die ersten drei Monate der Schwangerschaft, aufgehoben.

In den folgenden Jahren konzentrierte sich die Frauenbewegung vor allem auf das Thema „Gewalt in der Ehe“. Gewalt in der Ehe war damals nicht strafbar. Dies wollten die Frauen ändern. Ein erster Schritt, um den Frauen zu helfen wurde mit der Gründung des ersten Frauenhauses in England getan. Das erste deutsche Frauenhaus wurde am 01 November 1976 eröffnet. Durch viel Öffentlichkeitsarbeit erreichte die Frauenbewegung die Zustimmung der Gesellschaft. Die Zusammenarbeit mit der politischen Partei „Bündnis 90/Die Grünen“, führte zu einer finanziellen Unterstützung der Frauenhausprojekte. (vgl. Schäfer, 2002 )

Im Jahr 1997 trat das Gewaltschutzgesetz zunächst in Österreich in Kraft. Ab dem 01.01.2002 galt es auch in Deutschland. Somit wurde Gewalt in der Ehe strafbar. (vgl. Orzol,2004)

Die zweite Frauenbewegung hat sich somit verstärkt gegen die Autorität der Männer gerichtet. Sie hat politische und gesellschaftliche Veränderungen hervor gebracht. Der feministische Ansatz und die Frauenhäuser haben hier ihren Ursprung. 3

2.0 Geschlechterverhältnisse

Unsere Vorstellungen und Erwartungen über eine Frau, so wie sie sich z.B. zu kleiden und zu verhalten hat, ist nach Meinung von Simone de Beauvoir ein Konstrukt unserer Gesellschaft. (vgl. Villa, 2001,17) Diese Aussage ist charakteristisch für die feministische Theorie. Das bedeutet also, dass das weibliche Geschlecht nicht angeboren ist. Im Laufe der Sozialisation haben Frauen geschlechtsspezifische Werte und Normen vermittelt bekommen. Ihre Umwelt hat dadurch auch Rollenerwartungen geschaffen, die die Frau erfüllen muss. Ein Beispiel dafür will ich im folgenden nennen. Eine Frau wurde zu Ordnung und Gehorsam erzogen. Ihre Eltern erwarten nun, dass sie ihr Leben so weiter führt. Dazu gehört auch, dass die später heiratet, Kinder kriegt und ihrem Mann gehorcht.

So werden Frauen erzogen zurückhaltend zu sein, sich um andere zu kümmern, Hilfsbereitschaft und Gehorsamkeit zu zeigen. Männer dagegen übernehmen Führungskräfte und haben somit Machtpositionen.(vgl. Tatschmurat, 1996)

Diese geschlechtsspezifische Sozialisation führt zu der Hierarchie, die zwischen Männern und Frauen besteht. Geschlecht ist somit auch, laut Becker-Schmidt, als gesellschaftlicher Status zu verstehen .(vgl. Thole,2005, 368) der die Frau Abwer­tet und Diskriminiert.

Zentraler Kritikpunkt des feministischen Ansatzes ist somit, dass das Patriarchat in unserer Gesellschaft fest verankert ist und durch unsere Sozialisation von Generation zu Generation weiter gegeben wird.

An dieser Stelle möchte ich noch meinen eigenen Aspekt hinzufügen. Ich denke, die Sichtweisen über die Aufgaben und Verhaltensweisen eins Mannes und einer Frau haben ihren Ursprung schon in der Bibel. Im ersten Buch Moses steht, dass Gott den Mann geschaffen und aus seiner Rippe die Frau gemacht hat. Das ist, meiner Meinung nach, schon ein Symbol für die höhere Position des Mannes. So ist es für mich nicht verwunderlich, dass diese Stereotypen weitergegeben werden, weil sie auch fester Bestandteil einiger Religionen sind.

Das Geschlecht „Frau“ ist, nach Meinung von Feministinnen, ein Konstrukt der Gesellschaft. Villa ist der Ansicht, dass die biologische Definition der Frau von den Männern aufrecht erhalten wird, um die Frau zu unterdrücken. (2001,20)

Andere sind hier kritischer. Die Frau ist bei der Aufrechterhaltung dieser Ungleichheiten auch beteiligt, denn sie erfüllt die Rollenerwartungen die an sie gestellt werden und gibt die Geschlechtsstereotypen weiter.(vgl. Thole,2005,369 )

Das Problem, dass der feministische Ansatz fixiert, ist also die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, und dessen gesellschaftliche Normalität , bei dem die Frau Benachteiligt wird.

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640323142
ISBN (Buch)
9783640321186
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v126344
Institution / Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
1,3
Schlagworte
Feministische Theorie Darstellung Arbeitsfeldes Frauenhaus

Autor

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Titel: Feministische Theorie - Darstellung des Arbeitsfeldes Frauenhaus