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Motivation und deren Förderung durch Erlebnispädagogik

Hausarbeit 2009 21 Seiten

Psychologie - Entwicklungspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Motivation?
2.1 Intrinsische Motivation
2.2 Extrinsische Motivation
2.2.1 Defizit- und Wachstumsbedürfnisse nach Maslow
2.3 Eigene Meinung

3 Ursachen von Motivationsstörungen
3.1 Familie
3.2 Gesellschaft
3.3 Entwicklungsphasen nach Erikson
3.4 Eigene Meinung

4 Förderung der Motivation durch Erlebnispädagogik
4.1 Methoden der Erlebnispädagogik
4.2 Ziel- und Interessenvereinbarung
4.3 Durchführung von Aktionen
4.4 Nachhaltigkeit
4.5 Eigene Meinung

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

7 Internetquellenverzeichnis

8 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

"Ich habe jetzt keine Lust mehr." Mit solchen oder ähnlichen Sätzen lehnen sich Kinder gegen die Anforderungen auf, die ihre Eltern an sie stellen - sei es der Musikunterricht, die Hausaufgaben oder das neue Puzzlespiel mit 500 Teilen.

Erwachsene sind dann in der Zwickmühle. Zum einen wollen Sie das Kind mit all seinen Launen und Wünschen ernst nehmen, zum anderen erwarten sie von ihm, dass es Ziele erreicht, Durststrecken überwindet oder auch mal unangenehme Dinge bewältigt.

(vgl.: http://www.ard.de)

Motivation wecken ist gleichbedeutend mit Interesse wecken. Wir in der Position als spätere Sozialarbeiter werden oft in Arbeitssituationen kommen, in denen uns Klienten begegnen werden, die unserem Anschein nach unmotiviert und zu nichts zu bewegen sind.

In der vorliegenden Arbeit soll auf Motivation allgemein, auf Ursachen von Motivationsstörungen, vor allem aber auf die Förderung der Motivation durch Erlebnispädagogik bei Kindern und Jugendlichen eingegangen werden.

2 Was ist Motivation?

Der Begriff „Motivation begegnet uns häufig im alltäglichen Leben, wir sprechen von hoch oder weniger motivierten Menschen, wir sagen uns manchmal selbst das es uns an Motivation mangelt, doch was steht hinter dem Wort „Motivation“ und wo kommt es her.

„Das Wort „Motivation“ selbst ist abgeleitet vom lateinischen Verb „movere“ (englisch: „to move“) und bedeutet „bewegen“. Motivation hat insofern mit Bewegung zu tun, als der Begriff dasjenige bezeichnet, was uns zu einer Handlung veranlasst oder uns in Bewegung versetzt. Ein Mangel an Motivation führt dagegen dazu, dass wir eine Handlung unterlassen.“

(vgl.: Rudolph 2003, 1)

Schlägt man das Wort „Motivation“ in Lexika nach, erkennt man, dass es verschiedene Arten von Motivation gibt. In der Psychologie beispielsweise unterscheidet man zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.

2.1 Intrinsische Motivation

Als intrinsische Motivation bezeichnet man Handlungen, die von einer Person aus eigenem Antrieb heraus, ohne dabei bestimmte Ziele zu verfolgen, vollzogen werden. Äußere Einflüsse wie zum Beispiel Bewunderung oder Geld spielen hierbei keine auslösende Rolle.

Die Wurzeln der intrinsischen Motivation lassen sich im kindlichen Neugierverhalten finden. Sobald sich ein Kind in seinem Bindungssystem sicher fühlt, kann es sich der Umwelt zuwenden und sie erkunden. Diese Zuwendung und Erkundung bezeichnet man bei Kindern auch als Neugiermotivation. Aus dieser Zuwendungs- und Erkundungsphase heraus entwickeln sich dann Interessenbereiche wie zum Beispiel: Universelle Interessen, Geschlechtsspezifische Interessen, Altersspezifische Interessen oder aber auch Personal (spezifische) Interessen. Die Entwicklung und Ausprägung dieser Interessen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

2.2 Extrinsische Motivation

Mit extrinsischer Motivation bezeichnet man Verhaltensweisen die durch Aufforderung in Gang gesetzt werden, deren Handlungen aufgrund der zu erwartenden positiven Bekräftigung ausgeführt werden oder um negative Folgen zu vermeiden. Äußere Einflüsse wie Beispielsweise Anerkennung oder Geld spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Da sich extrinsische Motivation aus unserem Umfeld und unseren Lebensumständen heraus entwickelt muss man auch hier einzelne Entwicklungsschritte von Kindern betrachten.

Schon im ersten Lebensjahr beginnen Kinder das Wissen zu entwickeln, dass sie selbst Effekte herbeiführen können. Durch Verstärkung von früh gemeisterten Aufgaben, verinnerlichen Kinder diese Belohnungssysteme und möchten Handlungsergebnisse allein Zustande bringen. In der zweiten Hälfte, des zweiten Lebensjahres entwickeln Kinder bereits eine Vorstellung von sich selbst. Sie besitzen bereits ein Selbstkonzept, woraufhin sich das Bewusstsein aufbauen lässt. Mit etwa viereinhalb Jahren setzen sich Kinder aufgrund vorausgegangener Erfolge und Misserfolge Ziele. Im Grundschulalter wird dann bereits der soziale Vergleich mit anderen Kindern wichtig.

2.2.1 Defizit- und Wachstumsbedürfnisse nach Maslow

Für die Humanistische Psychologie, die eine Psychologie seelischer Gesundheit anstrebt und die menschliche Selbstverwirklichung untersucht, gilt Abraham Maslow als ein wichtiger Vertreter und Mitbegründer.

Maslow ging davon aus, dass der Mensch von Natur aus gut ist und sich selbst entfaltet. „ Destruktivität, Sadismus, Grausamkeit sind nicht inhärent (also sie sind keine ureigenen menschlichen Bedürfnisse wie etwa bei Freud), sonder wesentliche Reaktionen auf Frustration unserer inhärenten Bedürfnisse.“

(vgl.: Maslow, 1973, S. 21)

Laut Maslow wird der Mensch in seinem Verhalten von hierarchisch strukturierten Bedürfnissen geleitet. Diese Bedürfnisse lassen sich in einer Pyramide darstellen, an deren Basis sich die grundlegenden körperlichen Bedürfnisse befinden, während an der Spitze das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung steht, welches aber erst verwirklicht werden kann, wenn alle Grundlegenden Bedürfnisse befriedigt worden sind.

(http://www.arbeitsblaetter.stangl-taller.at)

Als Defizitbedürfnisse bezeichnet Maslow die unteren drei Teile sowie Teile der vierten Stufe der Pyramide. Diese Bedürfnisse müssen befriedigt sein, da Nichtbefriedigung ein Gefühl der Entbehrung hervorruft. Bedürfnisse stehen laut Maslow untereinander in folgenden Beziehungen: Ist ein Bedürfnis erfüllt, tritt das nächst höhere an seine Stelle. Je höher das Bedürfnis, desto später in der Entwicklung einer Person entsteht es. Man kann somit bei Erwachsenen Menschen komplexere Bedürfnisstrukturen feststellen. Je höher ein Bedürfnis angelegt ist, desto unwichtiger ist es für das Überleben der Person. Um das Verhalten von Personen durch höhere Bedürfnisse zu leiten, müssen erst alle grundlegenden Bedürfnisse befriedigt sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zunächst versucht der Mensch also, seine Grundbedürfnisse zu befriedigen. Ist dies geschehen, bedeuten diese Grundbedürfnisse keinen Handlungsanreiz mehr. Es werden deshalb die nächst höheren Motive, die Sicherheitsbedürfnisse, aktiviert. Dieser Prozess setzt sich fort bis zum Bedürfnis der Selbstverwirklichung, wobei für dieses Bedürfnis in Abkehr der Sättigungsthese behauptet wird, dass es nie abschließend befriedigt werden kann. Letzteres stellt also einen Bedürfnistyp dar, den Maslow Wachstumsbedürfnisse nennt.

(Vgl. Steinmann/Schreyögg, S 496 ff.)

2.3 Eigene Meinung

Maslow beschreibt zwar in seiner Theorie nur die Handlungsfolge von Bedürfnissen und nicht die Handlungsfolge und Entwicklung von Motivation. Er beschreibt in seiner Theorie jedoch Defizit- und Wachstumsbedürfnisse, die in der Pädagogik als Primär- und Sekundärmotivation und in der Psychologie als intrinsische und extrinsische Motivation bezeichnet werden.

Intrinsische Motivation ergibt sich somit aus den Grundbedürfnissen der Menschen, jeder Mensch hat Hunger und braucht Nahrung. Friert ein Mensch, hat er das natürliche Bedürfnis nach Kleidung und Wärme.

Extrinsische Motivation entwickelt sich also aus den Wachstumsbedürfnissen der Menschen, nach denen jeder Mensch sich nach der Sicherheit und Anerkennung in unserer Gesellschaft sehnt.

3 Ursachen von Motivationsstörungen

Sicher sind schnell viele mögliche Ursachen für Motivationsstörungen gefunden. Beispielsweise wird bei Jungendlichen immer gerne die Pubertät als Grund für Motivationsstörungen genannt. Die Gründe hierfür liegen jedoch auf verschiedenen Ebenen, wobei hier auf die Familiäre- und Gesellschaftliche Ebene eingegangen werden soll.

3.1 Familie

Beginnend mit dem kindlichen Neugierverhalten wird das Fundament jeglicher Motivation, bereits im ersten Lebensjahr durch das Bindungssystem mit der Familie gelegt. Durch regelmäßige Rückmeldung und Bekräftigung wird die Leistungsbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen gefördert, es werden Grenzen aber auch Fortschritte und Orientierungspunkte über die eigene Leistungsfähigkeit aufgezeigt. Aufgrund positiver Rückmeldung und Verstärkung erfahren Kinder und Jugendliche durch welche Anstrengungen sie sich verbessern können, sie stärken das Selbstvertrauen wodurch sich ein Kompetenz- und Verantwortungsgefühl entwickelt.

Bleiben jedoch diese positiven Verstärkungen aus, wird man nur bei sehr stark intrinsisch motivierten Kindern und Jugendlichen mit ausreichender Bereitschaft zur Mitarbeit rechnen können. Durch fehlende Zuwendung und die daraus fehlende Förderung kann sich kein gesundes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln.

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Details

Seiten
21
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640322954
ISBN (Buch)
9783640321032
Dateigröße
878 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v126267
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
2,3
Schlagworte
Motivation Förderung Erlebnispädagogik

Autor

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Titel: Motivation und deren Förderung durch Erlebnispädagogik