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Die Auswirkungen des Euro auf den Tourismus

Hausarbeit 2002 21 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Grundvoraussetzungen für die Einführung des Euro
2.1 Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion
2.2 Zeitlicher Rahmen für die Einführung des Euro Bargeldes
2.3 Maßnahmen zur Euro-Fähigkeit

3 Die Einführung des Euro auf den betrieblichen Leistungsprozess in touristischen Unternehmen
3.1 Marketing und Kundenservice
3.2 Abwicklung der Zahlungsströme
3.3 Personal und Organisation
3.4 Auswirkungen des Euro auf Verträge und Rechtsbeziehungen
3.5 Auswirkungen des Euro auf die elektronische Datenverarbeitung

4 Vor- und Nachteile des Euro für den Reisenden

5 Schlußbetrachtung

Literaturverzeichnis:

1 Einleitung

Am 1.Januar 2002 wird die D-Mark von einer europäischen Währung abgelöst. In Deutschland und weiteren elf Teilnehmerländern der Europäischen Währungs-union ( EWU ) wird der Euro (= 1,95583 DM) eingeführt, und die jeweiligen Landeswährungen durch ein einheitliches Zahlungsmittel in Europa ersetzt.

Mit dem Euro wächst Europa ein bedeutendes Stück enger zusammen. Der Euro ist im Zeitalter der Globalisierung der Märkte eine echte Chance für Europa, wirtschaftlich an Bedeutung zu gewinnen.

Durch den Fall der Währungsschranken werden die Länder der Europäischen Union ökonomisch enger miteinander verbunden. Wirft man einen Blick auf die US-amerikanische Wirtschaft, so scheint es höchste Zeit, die europäische Wettbewerbsposition durch einen größeren Markt zu stärken.[1]

40 % der Deutschen verbringen ihren Urlaub in einem Land der Währungsunion, nimmt man die Reisen innerhalb Deutschlands noch hinzu, sind es sogar 70%. Dies verdeutlicht auch die große Bedeutung des Euros für die Tourismusindustrie.[2]

Für die Unternehmen bedeutet die Euro-Umstellung jedoch, dass sie in einer sehr arbeitsintensiven Phase alle Leistungsbereiche auf Euro vorbereiten müssen.

2 Grundvoraussetzungen für die Einführung des Euro

2.1 Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion

Die Idee, eine einheitliche Währung für Europa zu schaffen, ist nicht neu. Mit der Ausgabe von Euro-Banknoten und –Münzen ab dem 01.01.2002 wird der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in den Euro-Ländern.

1979 trat das Europäische Währungssystem (EWS) in Kraft. Die acht Teilnehmerländer verpflichteten sich, Wechselkursschwankungen in einem bestimmten Bereich ( +/- 2,25%) zu halten.[3] Als gemeinsame Umrechnungseinheit bestimmte man die Korbwährung Ecu, die jedoch 1995 durch Euro abgelöst wurde.[4]

Die erste Stufe der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) und die Liberalisierung der Binnenmärkte führte 1990 dazu, dass alle noch bestehenden Beschränkungen des Kapitalverkehrs freigegeben wurden.[5]

Am 01.11.1993 treten die Maastrichter Verträge in Kraft. Ziele dieser Verträge sind u.a. die Vollendung der EWWU und die Einführung einer einheitlichen Währung in Europa bis 1999.Weiterhin werden Konvergenzkriterien für die Länder der EWWU festgelegt, die gewährleisten sollen, dass der Euro zu einer stabilen Währung wird.

Ziele dieser sog. Kriterien der Angleichung sind u.a. ein annähernd gleiches Zinsniveau, ein geringe Inflationsrate und eine niedrige Staatsverschuldung der Mitgliedsländer. Diese Kriterien müssen von den teilnehmenden Ländern dauerhaft erfüllt werden. Ein Ausstieg aus der Währungsunion ist nahezu nicht möglich, da dies schwerwiegende politische und wirtschaftliche Folgen hätte. Der Handel innerhalb der EU-Länder ist von der Gemeinschaft abhängig, und alle Vorteile eines einheitlichen europäischen Wirtschaftsraumes gingen dann verloren.[6]

Folgende Konvergenzkriterien müssen für einen Eintritt in die EWWU erfüllt sein:

- Preisstabilität: die Inflationsrate darf maximal 1,5 Prozentpunkte über jener der drei preisstabilsten Länder liegen
- Zinssätze: die langfristigen Zinssätze dürfen den Zinssatz der drei preis-stabilsten Länder um nicht mehr als 2% übersteigen[7]
- Haushaltsdefizit: der Staat darf sich jährlich um höchstens 3% des Bruttoinlandsproduktes neu verschulden
- Staatsverschuldung: die Gesamtverschuldung des Staates darf maximal 60% des Bruttoinlandsproduktes betragen
- Wechselkursstabilität: gegenüber den anderen EU-Ländern muss der Wechselkurs mindestens 2 Jahre lang stabil bleiben.[8]

1993 wird die Bandbreite der Wechselkursschwankungen auf +/- 15% erhöht, sonst hätte kaum ein Land die Richtlinien erfüllen können.

Da es wirtschaftlich und politisch nicht sinnvoll ist, die Währungsunion mit nur sehr wenigen Teilnehmern zu beginnen, spricht man auch von einem eher weichen Euro, da oftmals Abstriche bei den Konvergenzkriterien gemacht wurden.[9]

Zu den Gründungsländern der EWWU gehören: Deutschland, Belgien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich Portugal, Spanien und Griechenland.

Großbritannien, Schweden und Dänemark haben dem Maastrichter Vertrag nur unter Vorbehalt zugestimmt. Sie sind zwar Mitglieder der EU, zeigen sich dem Euro gegenüber jedoch skeptisch. Obwohl sie die Konvergenzkriterien erfüllen, nehmen sie vorerst nicht an der gemeinsamen Währung teil.[10]

Hier stellt sich die Frage, warum brauchen wir eigentlich eine neue europäische Währung?

Damit Europa seine ökonomische Spitzenposition auf dem weltweiten Markt behaupten und neben der Wirtschaftsmacht Amerika bestehen kann, braucht Europa eine starke Währung. Ein zusammenhängender Wirtschafts- und Währungsraum wird die Wachstums-, Markt- und Beschäftigungschancen erhöhen, und zu einem intensiveren, innereuropäischen Wettbewerb führen. Kurssicherungskosten entfallen, langfristig können Preise gesenkt werden, da Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr effizienter gestaltet werden.

Hohe Umtauschgebühren entfallen mit der Einführung des neuen Bargeldes. Eine vollkommen neue Preistransparenz wird es dem Reisenden erleichtern, Angebote aus verschiedenen Ländern miteinander zu vergleichen. Die Unternehmen werden zu Modernisierung und Innovationen aufgefordert, damit sie im „Euro-Land“ wettbewerbsfähig bleiben können[11]. Die Produktmärkte in Europa werden sich durch den Wegfall von Handelsbarrieren und die Akzeptanz technischer Normen und Standards vergrößern.[12]

2.2 Zeitlicher Rahmen für die Einführung des Euro Bargeldes

Am 1.1.1999 begann die erste Phase der Währungsunion mit der unwiderruflichen Fixierung der Wechselkurse und der Einführung des Euro als Buchgeld.

Ab 1.1.2002 sind die Euro- Banknoten und –Münzen gesetzliches Zahlungsmittel in den Ländern der europäischen Währungsunion. Aus organisatorischen Gründen, da Einführung und Abzug der Währungen nicht auf einmal zu bewerkstelligen sind, vergab die Zentralbank an Kreditinstitute schon ab 1.9.2001 Euro- Bargeld („Frontloading“). Diese hatten dann die Möglichkeit, das Geld eigenverantwortlich an Geschäftskunden und Werttransportunternehmen weiterzugeben („Sub-Frontloading“). Privatkunden hatten ab 17.12.2001 die Möglichkeit, sich sog. Starter-Kits ( in Deutschland € 10,23) zu kaufen, um sich mit ihrer neuen Währung vertraut zu machen („Sub-Sub-Frontloading“).[13]

Die Verwendung von DM- Bargeld ist bis zum 28.02.2002 möglich. Danach kann das DM-Bargeld nicht mehr als Zahlungsmittel verwendet werden, aber noch bei der Deutschen Bundesbank bzw. den Landeszentralbanken umgetauscht werden.[14]

2.3 Maßnahmen zur Euro-Fähigkeit

Bis spätestens 1.1.2002 sollte jedes Unternehmen Euro-fähig sein. Dies bedeutet eine innerbetriebliche Umstellung auf den Euro und die Einführung des Euro-Bargeldes.[15]

Damit die innerbetriebliche Umstellung reibungslos verläuft, erfordert es hohe Planungsintensität, da der Zeitbedarf und die freie Kapazität der angewiesenen Dienstleistungsunternehmen (z.B. Software-Unternehmen) nicht unterschätzt werden darf.

Eine logistische Herausforderung wird die Doppelbelastung – Einführung des Euro-Bargeldes und Abzug der DM – besonders für Kreditinstitute, Gastronomie, Handel und Verkehr darstellen. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen sich rechtzeitig mit dem benötigten Bargeld ausstatten. Unternehmen, die Anfang 2002 nicht genügend Euro-Bargeld besitzen, müssen mit Wettbewerbsnachteilen und Imageverlust rechnen, weil Konkurrenten besser vorbereitet sind.[16]

[...]


[1] Vgl. Hrsg.: Friedrich, K.; Unterberg, A.; Insiderwissen Euro; München 1999; S. 1

[2] Vgl. Hrsg.: DRV; DRVEuroForum; Frankfurt 1998

[3] Vgl. Heinl, M./ Linner, C./ Otto, L.(Hrsg.); Euro-Handbuch für Unternehmen; Neuwied 1998; S. 5

[4] Vgl. Groß, H.; Euro-Einführung im Unternehmen; München 1998; S. 4

[5] Vgl. Heinl, M./ Linner, C./ Otto, L.(Hrsg.); Euro-Handbuch für Unternehmen; Neuwied 1998; S. 5

[6] Vgl. Jungblut, M.; Wenn der Euro rollt...; Wien 1996; S. 21

[7] Vgl. Groß, Herbert; Euro-Einführung im Unernehmen; München 1998; S. 10

[8] Vgl. Goß, H.; Euro-Einführung im Unternehmen; München 1998; S. 11

[9] Vgl. Beer, R.; Euro-Währung – So retten Sie Ihr Geld; 1.Aufl.; Parkstein 1995; S.48

[10] Vgl. Brückner, M.; Der Euro; 1.Aufl.; Niedernhausen 1998, S. 15

[11] Vgl. http://www.bundesfinanzministerium.de/ ( hier: „Der Euro“); Stand 13.01.2002

[12] Vgl. Friedrich, K./ Unterberg, A. (Hrsg.); Insiderwissen Euro; München 1999

[13] Vgl. Bargeld in: Stiftung Warentest; Finanztest; Oktober 2001

[14] Vgl. Stiftung Warentest; Finanztest; Euro; Berlin 1999; S. 21

[15] Vgl. Deutscher Industrie- und Handelstag; Euro-Planer; Bonn 1999; S. 14

[16] Vgl. Fieten, R.; Der Euro; Gernsbach 1998; S. 25

Details

Seiten
21
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638184250
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v12571
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn – FB Tourismusbetriebswirtschaft
Note
2,0
Schlagworte
Auswirkungen Euro Tourismus Tourismusbetriebswirtschaft

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