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Gesundheitsförderung durch das Einsetzen von Entspannungs- und Bewegungsübungen im Unterricht

Seminararbeit 2003 11 Seiten

Didaktik - Biologie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Funktion des Lernens
2.1. Das Hemisphärenmodells und seine Funktion im Lernprozess

3. Stress
3.1. Stress- ein typisches Problem in der Schule
3.2. Ursachen für Schulstress
3.3. Stressbewältigung

4. Konsequenzen für das Einsetzen von Entspannungs- und Bewegungsübungen im Unterricht
4.1. Die Auswirkungen von den Übungen auf den Lernprozess
4.2. Die Aufgabe der Schule

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Ausarbeitung zum Thema Gesundheitsförderung habe ich mich mit Entspannungs- und Bewegungsübungen und deren Wirkung auf den Schulalltag beschäftigt. Es soll auf die Funktion des Lernens eingegangen werden und wie sich Entspannungs- und Bewegungsübungen auf die Schüler und den Lernprozess auswirken.

Das Verhalten der Grundschulkinder hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Das Spiel- und Freizeitverhalten hat sich in vielen Familien deutlich geändert. Die Kinder spielen und bewegen sich kaum noch, da sie einen großen Teil ihrer Freizeit vor Fernseher, Computer und anderen elektronischen Medien verbringen. Folglich weisen viele Kinder Störungen in der Motorik und Wahrnehmungsdefizite bei Schulanfang auf. Dies zeigt sich in der Schule durch Mangel an Konzentration und Aufmerksamkeit. Dementsprechend verschlechtert sich das Klima in der Klasse, da Unruhe auftritt. Entspannungs- und Bewegungsübungen können der Verbesserung des Klassenklimas dienen, da sie positive Auswirkungen auf das Verhalten und den Lernprozess der Schüler haben. Sie sorgen für einen Wechsel von Anspannung und Entspannung und dafür, dass Ruhe eintritt und die Kinder sich erneut konzentrieren können. Daher ist es wichtig diese Übungen in den Schulalltag regelmäßig mit einzubeziehen.

Unsere Ausarbeitung soll dies in mehreren Kapiteln verdeutlichen.

Zuerst gehe ich auf die Funktion des Lernens ein und wie sich der Prozess des Lernens durch Entspannungs- und Bewegungsübungen verbessern lässt. Hierbei sollen die Aufgabe der Schule angesprochen werden. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit Stresskomponenten, die oftmals in der Schule auftreten und Grund für Störungen des Lernprozesses sein können.

Anschließend gehen wir auf das spezifische Einsetzen von Entspannungs- und Bewegungsübungen in der Klasse ein.

2. Die Funktion des Lernens

2.1. Das Hemisphärenmodell und seine Funktion im Lernprozess

In diesem Teil der Ausarbeitung wird beschrieben wie Lernen funktioniert und wie Entspannungs- und Bewegungsübungen das Lernen bei Schülern fördern können.

Allgemein weiß man, dass Bewegung nicht nur durch den Körper geschieht, sondern auch das Gehirn daran beteiligt ist, da es die Motorik steuert. Durch die Bewegung wird so das Gehirn besser durchblutet und der Lernprozess gefördert, da eine größere Sauerstoffzufuhr erfolgt.

Um der Frage auf den Grund gehen zu können, wie es möglich ist, dass Entspannungs- und Bewegungsübungen im Schulalltag die Lernleistung von Schülern erfolgversprechend beeinflussen, muss zunächst geklärt werden, wie der Lernprozess von statten geht.

Das Großhirn des Menschen setzt sich aus der rechten und der linken Gehirnhälfte (Hemisphäre) zusammen.

Diese Hemisphären sind durch ein dickes Nervenbündel, den Balken (Corpus callosum), miteinander verbunden. Dieser Balken setzt sich aus Millionen von Nervenfasern zusammen.

Die Nervenbahnen, die im Gehirn für die Motorik zuständig sind, verlaufen im Gehirn überkreuzt. Daher kommt es zu einer speziellen Steuerung durch die Hemisphären.

Die linke Hemisphäre steuert beinahe alle Sinnesorgane und Bewegungen der rechten Körperseite und ist außerdem zuständig für logisches und digitales Denken, Regeln und Gesetze, Sprache und Lesen, sowie Wissenschaft und Zeitplanung.[1]

Für Emotionen, Intuition, Humor, ganzheitliche Erfahrungen und auch Gefühlskomponenten der Sprache ist die rechte Hemisphäre zuständig. Sie übernimmt weiterhin die Funktion für analoges Denken und bildhafte Vorstellungen. Auch der sportliche und musische Bereich wird von ihr gesteuert, sowie die Sinnesorgane und Bewegungen der linken Körperseite.[2]

In der Schule lässt sich häufig nur die Förderung der linken Gehirnhälfte beobachten. Um erfolgreich zu lernen, ist es jedoch wichtig, beide Gehirnhälften annähernd symmetrisch zu beanspruchen, denn „Inhalte werden nicht nur an einer Stelle im Gehirn verarbeitet und gespeichert, sondern sie werden in einzelne Wahrnehmungen aufgespalten und verteilen sich dann auf verschieden Gehirnareale“.[3] Wenn Lernen nur auf logisch-mathematische und linguistische Fähigkeiten aufbaut, wird demnach wichtiges Lernpotential vergeudet. Daher ist es von Bedeutung beide Hemisphären zu gleichen Teilen zu fördern.

„Je genauer wir das ausgefeilte Zusammenspiel von Gehirn und Körper betrachten, desto klarer und zwingender erscheint ein Gedanke: Bewegung ist für das Lernen absolut notwendig. Bewegung erweckt und aktiviert viele unserer geistigen Fähigkeiten. Bewegung integriert und verankert neue Informationen und Erfahrungen in unsere neuralen Netzwerke. Und Bewegung ist Voraussetzung dafür, daß wir das Gelernte, unser Verständnis und unser Selbst durch Handeln zum Ausdruck bringen“.[4]

[...]


[1] vgl. Härdt, B. (2000), S. 23 f.

[2] vgl. Härdt, B. (2000), S. 25 f.

[3] Härdt, B. (2000), S. 27.

[4] Hannaford, C. (1999), S. 115.

Details

Seiten
11
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783640308545
ISBN (Buch)
9783640306657
Dateigröße
376 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v125186
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2
Schlagworte
Gesundheitsförderung Einsetzen Entspannungs- Bewegungsübungen Unterricht

Autor

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Titel: Gesundheitsförderung durch das Einsetzen von Entspannungs- und Bewegungsübungen im Unterricht