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Wissenskluft – Selective Exposure Ansatz – Transkriptionaler Ansatz: Ein Überblick

Seminararbeit 2007 18 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportsoziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Definition Medienwirkung
1.2 Häufig untersuchte Aspekte der Medienwirkung
1.3 Beeinflussungsfaktoren der Medienwirkung

2. Wissenskluft
2.1 Kommunikationsbarrieren
2.2 Modifizierungen der Wissensklufthypothese
2.3 Ansätze zur Verringerung der Wissenskluft
2.3.1 Medienkompetenz

3. Geschichte zur Theorie der kognitiven Wahrnehmung
3.1 Theorie der kognitiven Dissonanz
3.1.1 Selective-Exposure-Ansatz
3.1.2 Selective Exposure
3.1.3 Selective Perception
3.1.4 Selective Retention

4. Transaktionaler Ansatz
4.1 Verlauf des Wirkungsprozesses (zeitliche Dynamik)
4.2 Transaktionen
4.3 Para-Feedback
4.4 Wirkungen auf Sportkommunikatoren

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Mit dem Begriff public viewing hat ein neuer Scheinanglizismus in den deutschen Sprachgebrauch Einzug gefunden. Er versucht eine neue Form der Anteilnahme an identitätsstiftenden Großereignissen wie z. B. einer Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land zu beschreiben. Diese Art des hautnahen Mitverfolgens ist beinahe mit der Atmosphäre identisch, wie sie bisher auch nur die Zuschauer in den Stadien vor Ort erleben konnten. Nach Auffassung vieler Sozialwissenschaftler und Psychologen liegt der Anreiz des public viewing im Teilen von gemeinsamen und simultan entstehenden Emotionen. Wie z. B. die Freude über den Sieg des bevorzugten Teams, aber auch die Trauer über die Niederlage. Im Gegensatz zum Betrachten eines Großereignisses vor dem häuslichen Fernsehgerät wird das Entstehen einer solch emotionalen Atmosphäre erst durch technische Innovationen wie Großbildleinwände oder Plasmafernseher ermöglicht. Mit den Großbildschirmen wie bei der Fußball WM 2006 wurden die Massen auf einer neuen Stufe der Medienevolution in einen kollektiven Rausch versetzt. Schon die Fußball- weltmeisterschaft in Korea und Japan war eine medientheoretische, oder vielmehr, medienpraktische Demonstration. Wer immer der Meinung aus dem Repertoire der Kulturuntergangskritik war, dass der Gang in die (digitale) Mediengesellschaft die Einsamkeit der Menschen vor ihren Bildschirmen verstärke, war seinerzeit eindrucksvoll eines Anderen belehrt worden. Die in den öffentlichen Raum gewanderten Bildschirme erwiesen sich als Gegenteil, nämlich als Katalysator eines Massenrausches. Vor allem aber hat die Weltmeisterschaft 2002 wohl zum ersten Mal gezeigt, dass auch Medienereignisse, die nur auf den Bildschirmen für die Zuschauer stattfinden, attraktiv und massenbildend sein können und natürlich dann am stärksten wirken, wenn die Massen sich selbst in Echtzeit auf dem Bildschirm sehen. Die Massenmedien wandern somit in den öffentlichen Raum und mit den Großleinwänden wird eine kompakte Öffentlichkeit geschaffen, in der erstmalig die Masse der Zuschauer vor Ort mit der Masse der Zuschauer auf der ganzen Welt verschmelzen kann. Nun kann die Welt als zerstreute Öffentlichkeit, aber formiert in lokale Massen, einem Ereignis zusehen. Diesbezüglich stellt sich nun die Frage, in wie weit das Medium Fernsehen und gerade die Massenkommunikation durch Großleinwände das neue Phänomen public viewing hervorruft und welche Wirkung es auf den Rezipienten hat. Im ersten Abschnitt der Arbeit wird daher der Begriff Medienwirkung zunächst erklärt und abgegrenzt. Das unterschiedliche Rezipienten sich auch unterschiedlich von den Medien beeinflussen oder informieren lassen, hängt vom unterschiedlichen Informationsfluss in der Gesellschaft ab. Ob jemand beispielsweise von dem Ereignis public viewing erfährt oder daran teilnimmt, hängt von der strukturellen Ungleichverteilung von Wissen, dass durch die Medien transferiert wird ab. Diese Erkenntnis wird in Kapitel 2 anhand der Wissenskluft- Hypothese erläutert. Um public viewing unter kommunikationspsychologischen Gesichtspunkten betrachten zu können, wird in Kapitel 3 der selective exposure Ansatz erörtert. Er beruht auf der Theorie der kognitiven Dissonanz und versucht zu erklären, warum sich der Mensch bestimmten Reizen aussetzt und anderen nicht. Ein weiterer Ansatz aus der neueren Kommunikationspsychologie wird in Kapitel 4 dargestellt. Der transaktionale Ansatz beschäftigt sich ebenfalls mit der Themenauswahl und stellt die Medien und die Rezipienten als aktive, wie auch als passive Teilnehmer im Kommunikationsprozess dar. Im Fazit werden abschließend die in dieser Arbeit aufgezeigten Modelle und Theorien der neueren Kommunikationsforschung zusammnengefasst und darüber hinaus soll ein Rückschluss auf die Wirkung der Massenkommunikation durch public viewing, auf den Rezipienten gezogen werden.

1.1 Definition Medienwirkung

Um den Begriff der Medienwirkung zu verstehen ist es zunächst angebracht die einzelnen Begriffe Medien und Wirkung zu definieren, um den Zusammenhang zu verstehen. Der Autor Maletzke definiert zunächst den Begriff der Medien oder auch der Massenkommunikation wie folgt: „Unter Massenkommunikation verstehen wir jene Form der Kommunikation, bei der Aussagen öffentlich, durch technische Verbreitungsmittel indirekt und einseitig an ein disperses Publikum vermittelt werden“ (Maletzke in Schenk 1987, S. 18). Der Autor Merten formuliert das Ganze ähnlich:

„Massenkommunikation bedeutet dann, dass eine vermittelte Aussage durch einen organisierten Kommunikator publiziert wird, die von einer anonymen Rezipientenschaft empfangen wird, wobei nun jeder Rezipient mit der Kenntnis der Aussage zugleich auch die Kenntnis gewinnt, dass andere eben diese Aussage

kennen“ (Merten in Schenk 1987, S. 19). Bei der Massenkommunikation ist es also wichtig, dass es sich um eine öffentliche, publizierte Aussage handelt, die von mehreren anonymen Rezipienten aufgenommen wird. Darüber hinaus wird der Begriff Wirkung wie folgt beschrieben: „Als Wirkungen im allgemeinsten und weitesten Sinn kann man sämtliche beim Menschen zu beobachtenden Verhaltens- und Erlebensprozesse begreifen, die darauf zurückzuführen sind, dass der Mensch Rezipient im Felde der Massenkommunikation ist“ (Burkart 1998, S. 185). Generell ist es nicht leicht, eine allgemein gültige Abgrenzung und Definition für den Begriff der Wirkung zu finden. Daher wird der Begriff der Wirkung auch häufig mit Funktion der Kommunikation beschrieben. Gegen den Funktionsbegriff lässt sich der Begriff der Wirkung jedoch dadurch abgrenzen, dass er grundsätzlich nur auf Individuen bezogen wird, während der diffusere Begriff der Funktion vorzugsweise auf größere soziale Aggregate, insbesondere auf die Gesellschaft, bezogen wird. „Kommunikation erzeugt Wirkungen beim Individuum und hat Funktionen für die Gesellschaft“ (Merten 1994, S. 292f.). Die beiden Begriffe zusammenführend kann man also vereinfacht sagen, dass Medienwirkungen die Wirkungen von Massenmedien auf einzelne Personen sind und wenn man den Funktionsbegriff berücksichtigt, auch auf die Gesellschaft.

1.2 Häufig untersuchte Aspekte der Medienwirkung

- Sozialisation durch Massenkommunikation
- Der Einfluss des Fernsehens auf Familienleben und Freizeitgestaltung
- Politische Aktivierung und Politverdrossenheit als Auswirkungen der Massen- kommunikation
- Gesellschaftliche Auswirkungen von Gewalt im Fernsehen

1.3 Beeinflussungsfaktoren der Medienwirkung

Die Medien beeinflussen beispielsweise die Einstellungen von Individuen (z.B. zu einer politischen Partei. Darüber hinaus beeinflussen die Medien das Freizeitver- halten der Rezipienten, Emotionen (Medien könne euphorisieren, deprimieren,rühren usw.) und den Wissensstand, da Menschen durch Medien lernen oder in die Irre geführt werden können.

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Details

Seiten
18
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640293100
ISBN (Buch)
9783640293223
Dateigröße
1008 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v124607
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen – Institut für Sportwissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Wissenskluft Selective Exposure Ansatz Transkriptionaler Theorie Praxis Public Viewing

Autor

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