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Placeblogs und Stadtwikis als Ausdruck regionaler Identität im Web 2.0

Eine Autoren- und Nutzerbefragung zu Webprojekten mit Ortsbezug

Masterarbeit 2009 73 Seiten

Raumwissenschaften, Stadt- und Raumplanung

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ZUSAMMENFASSUNG (Abstract)

1 Bedeutungszunahme der regionalen Maßstabsebene
1.1 Fragestellung und Thesen

2 Placeblogs und Regionalwikis als ortsbezogene Subgenres
2.1 Placeblogs
2.2 Digitale Reputation in der Blogosphäre
2.3 Stadt- und Regionalwikis

3 Regionalwikis und Placeblogs als Teil des Web 2.0
3.1 Die Zunahme von hyperlokaler Information
3.2 Das Dilemma der Glaubwürdigkeit

4 Ausdruck regionaler Identität im Internet

5 Online Nutzerbefragung und Experteninterviews
5.1 Methodische Vorbemerkungen
5.2 Technische Umsetzung der Onlinebefragung
5.2.1 Analysewerkzeug: Seoquake
5.2.2 Kennzahl 1: Der Google Pagerank
5.2.3 Kennzahl 2: Das Alexaranking
5.2.4 Das Umfrageskript Limesurvey
5.2.5 Projektblog
5.2.6 Liste der teilnehmenden Webseiten
5.3 Demographie und Nutzungsverhalten der Leser
5.3.1 Besucheraufmerksamkeit
5.3.2 Besuchshäufigkeit
5.3.3 Kommentarhäufigkeit
5.3.4 Zeitinvestition
5.3.5 Herkunft der Besucher
5.3.6 Lesemotivation
5.4 Seitenbetreiber- und Autoreninterviews
5.4.1 Rolle und Motivation der Autoren
5.4.2 Zeitinvestition der Autoren
5.4.3 Besucherverhältnis und Leserkommentare
5.4.4 Inhaltsschwerpunkte
5.4.5 Vernetzungstechniken
5.4.6 Besucheraufkommen:

6 Zusammenfassung der Ergebnisse

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhang

ZUSAMMENFASSUNG (ABSTRACT)

Diese Arbeit analysiert ortsbezogene Weblogs und Wikis, eine thematische Untergruppe von Web 2.0 Anwendungen. Die Daten stammen aus einer gemeinsam mit dem Planungsverband Rhein-Main durchgeführten Onlinebefragung. Diese war im Mai 2008 auf mehreren ortsbezogenen Wikis und Weblogs platziert. Zusätzlich wurden mehrere Interviews mit Seitenbetreibern und/oder Autoren durchgeführt. Kern der Arbeit ist die Frage, welchen Stellenwert diese Webseiten als Medium für regionale Identität einnehmen und ob sie von Einheimischen aus dem Ausland genutzt werden. Weiterhin werden demographische Merkmale der Nutzer mit älteren Studien verglichen. Im Ergebnis wird die Fragestellung weitestgehend verneint. Lokalbezogene Webprojekte haben nur eine geringe Außenwirkung und werden nur selten aus dem Ausland aufgerufen. Vielmehr übernehmen sie Funktionen herkömmlicher Nachrichtenportale und dienen für einen Teil der Nutzergruppe als rudimentäre Netzwerkplattform. Der Durchschnittsleser verfügt über einen hohen Bildungsgrad, ist 35 Jahre alt und männlich. Er nutzt das Internet im Bundesdurchschnitt sehr häufig und zeigt Anzeichen eines habitualisierten Surfverhaltens.

Schlagworte: regionale Identität, Weblogs, Social Software, Web 2.0, Placeblogs, Stadtwikis

1 BEDEUTUNGSZUNAHME DER REGIONALEN MAßSTABSEBENE

Das Internet ist mittlerweile ohne Zweifel ein fester Bestandteil der Medienlandschaft geworden und zumindest in den Industrieländern aus Wirtschaft, Bildung und Forschung nicht mehr weg zu denken. Mittlerweile existiert in Deutschland eine weitgehend flächendeckende Breitbandversorgung und damit einhergehenden Pauschaltarife, die sogenannten Flatrates. Über die letzten Jahre nahmen die Nutzerzahl und Nutzungsdauer im persönlichen Bereich der Menschen stetig zu. Vermehrt sind auch ältere Bevölkerungsschichten „Online“. Die Auswirkungen auf Gesellschaft und Nutzer werden in den unterschiedlichen Disziplinen der Wissenschaft vielfach diskutiert. Trends und Entwicklungen sind einem schnellen Wandel unterzogen, der durch eine Differenzierung der Nutzungsformen zunehmend die Übersicht erschwert. Gleichzeitig befinden wir uns in einer Zeit fortdauernder Globalisierungsprozesse. Nicht zuletzt durch die Finanzkrise werden Zeichen für eine zunehmend vernetzte und von einander abhängige Welt evident. Durch die Möglichkeit der weltumspannenden Kommunikation begünstigt das Internet diese Entwicklung. Im Anfangsstadium gegen Mitte der 90er Jahre prophezeiten Autoren daher einen Rückgang der Relevanz von örtlichen Beziehungen, geographischen Entfernungen[1] und Landesgrenzen (Knoke 1996). Dies sei auch an der Ausdehnung supranationaler Bündnisse wie der Europäischen Union erkennbar. Wenig später wurde als Gegenreaktion der Begriff der „Glokalisierung“ (Robertson 1998) geschaffen, der die Vermischung globaler und regionaler Ebenen und der dort stattfindenden Prozesse bezeichnet[2]. Die Wichtigkeit einer örtlichen Identität als Wettbewerbsvorteil nimmt nicht nur im ökonomischen Bereich nachweislich zu (Florida 2007:93), sie entspricht auch den menschlichen Bedürfnissen nach Orientierung, Identifikation und routiniertem Handeln.

„Thesenartig zusammengefasst, liegen die Hintergründe für die Bedeutungszunahme territorialer Bindungen im lokalen und regionalen Maßstabsbereich in den Krisen personaler Identität oder Ich-Identität, die im Übergang von der Moderne zur Postmoderne evident geworden sind.“ (Weichhart 1997:55)

Die externe Wahrnehmung von Regionen und Städten wird über Leitmedien erzeugt. Vielfalt und Formate sind im kommerziellen Sektor von der Zahl potentieller Kunden abhängig. In den letzten Jahren ist ein tendenzieller Rückgang der klassischen Lokalberichterstattung festzustellen. Das Informationsangebot durch Weblogs, Wikis und weitere Web 2.0 Anwendungen hingegen hat zugenommen. Im Internet kann dieser Prozess durch die steigende Anzahl von Webprojekten mit lokalem Bezug beobachtet werden. Bereits im Jahre 2002 ermittelte die bevölkerungsrepräsentative Onlinestudie von ARD und ZDF, dass 25 Prozent der Internetnutzer regionalspezifische Informationen regelmäßig über das Internet abrufen (Eimeren 2002:346). Interesse und viele Nutzungsbedürfnisse beziehen sich auf den Nahbereich, auch wenn das Internet räumliche Kommunikationsbarrieren überwunden hat (Schmidt 2007:22). Regionalwikis fungieren als Sammelstelle für Informationen von Ortskundigen. Auf Blogs berichten Bürger über Ereignisse und Beobachtungen. Sie stellen ihre persönliche Sichtweise der Dinge zur Diskussion und tragen zum Informationsangebot über ihre Heimatstadt bei. Durch die Sammlung solcher „hyperlokalen“ (Iskold 2007) Informationen können Anlaufstellen für Ortsfremde entstehen, die über das Internet abgerufen werden. Die Maßstabsebene reicht von politisch abgrenzbaren Verwaltungsregionen, naturräumlich oder historisch definierten Gebieten, Städten, Stadtvierteln bis herunter zu einzelnen Straßenzügen oder Plätzen.

Ausgangslage

Diese Arbeit beschäftigt sich mit lokalbezogenen Webprojekten auf Basis von Weblog- und Wikisoftware. Diese zeichnen sie sich durch ihre regional eingegrenzte Themenwahl aus und sind Teil des „virtuellen lokalen Raums“ wie er von Schmidt bezeichnet wird (Schmidt 2005). In dieser Arbeit werden sie ‚Placeblogs‘ und ‚Regionalwikis‘ genannt. Auf technischer Ebene betrachtet, sind diese Webprojekte als ‚Social Software‘ dem Überbegriff ‚Web 2.0‘ zuzuordnen.

Datengrundlage für die Analyse ist eine Nutzerbefragung, die im Mai 2008 in Zusammenarbeit mit dem Planungsverband Ballungsraum Frankfurt / Rhein-Main durchgeführt wurde. Hierbei handelt es sich um 20 Placeblogs und Regionalwikis, die im Hobbybetrieb nicht vorrangig finanziellen Interessen untergeordnet sind. Ergänzend wurden 30 Leitfadeninterviews mit Betreibern und Autoren geführt.

1.1 FRAGESTELLUNG UND THESEN

Anhand der Ergebnisse vergleicht diese Arbeit Nutzerzusammensetzung und Nutzermerkmale mit ähnlich gelagerten Studien und arbeitet Besonderheiten und Unterschiede innerhalb dieser Subkategorie heraus. Es wird analysiert in welchem Umfang Regionalwikis und Placeblogs als Medium für Information dienen, die durch ihre subjektive Färbung mit regionaler Identität ‚behaftet‘ ist. Da sich Identität einer direkten Messbarkeit entzieht wird in dieser Arbeit von der Annahme ausgegangen, dass größere Besucherzahlen einer größeren Transportleistung gleichzusetzen sind. Auf diesem Hintergrund werden zwei Thesen formuliert:

Erste These: Placeblogs und Regionalwikis werden hauptsächlich von auswärtigen Besuchern aufgesucht um sich über die Region oder den Ort zu informieren.

Zweite These: Placeblogs und Regionalwikis dienen als ‚Identitätsanker‘ für ehemalige Bürger und werden deshalb häufig aus dem Ausland frequentiert.

Zusätzlich wird das aktuelle Thema der Vertrauenswürdigkeit von Webinhalten im Bezug auf die thematisierten Nutzungsformen angeschnitten. Dies geschieht vor dem Hintergrund zunehmender Kommerzialisierungsprozesse von Web 2.0 Anwendungen und Social Software.

Persönliche Motivation

Die Verbindung von Blog und hyperlokaler Information faszinierte mich auf dem Hintergrund meines Studiums der Regionalwissenschaft und Raumplanung, da sich ein Teil der Inhalte mit städtebaulichen, planerischen und regionalökonomischen Themen beschäftigt. Viele bisherige Arbeiten untersuchen Blogs oder Wikis, ohne inhaltlich thematische Abgrenzungen vorzunehmen. Anders als in den Vereinigten Staaten befindet sich die deutsche, lokalbezogene Blogosphäre nach meiner Meinung noch in einer Findungsphase. Die Entwicklung in den USA setzte bereits einige Jahre früher ein. Ich möchte mit dieser Arbeit einen ersten Beitrag zur Analyse dieses vielseitigen Subgenres liefern.

2 PLACEBLOGS UND REGIONALWIKIS ALS ORTSBEZOGENE SUBGENRES

Das Wort Blog ist eine Kurzform der Bezeichnung Weblog, die sich wiederum aus den Wörtern Web und Log zusammensetzt. Der Begriff wurde von Jorn Bager im Jahre 1997 geprägt. Bager betrieb eine persönliche Internetseite, auf der er fortlaufend Webseiten vorstellte und kommentierte. Die Abkürzung ‚Blog‘ wurde im Jahr 1999 von Peter Merholz eingeführt (Möller 2006:13).

Durch die Entwicklung freier Software wie Wordpress, kostenlose Angebote für Bloghosting und der stetigen Zunahme an Internetnutzern wandelten sich Blogs in den letzten Jahren von einer Nischenerscheinung zu einem festen Bestandteil des Internets. Durch Ereignisse wie die Terroranschläge in London, den Irakkrieg und die jüngeren Tsunamikatastrophen in Asien erhielten Weblogs zunehmend Aufmerksamkeit in den Massenmedien. Grund ist die schnelle Reaktionszeit von Bloggern, die oft als erste eigene Videos, Fotos und Texte im Internet veröffentlichen. Ein Spezialfall auf diesem Gebiet ist die Berichterstattung[3] innerhalb der amerikanischen Blogosphäre zu Zeiten der amerikanischen Wahlkämpfe. Auch in Europa nutzen Personen des öffentlichen Lebens Weblogs als ergänzendes Kommunikationsmedium. So diskutierte etwa Nicolas Sarkozy im Weblog des französischen Regisseurs Matthieu Kassovitz über seine Politik als Innenminister (Praus 2007:61). Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel stellt regelmäßig Video-Podcasts online[4].

Mit Weblogs lässt sich auf einfache Weise eine Öffentlichkeit für spezielle Interessen herstellen und gleichzeitig die Vorteile bereits bekannter Kommunikationsformen des Internets kombinieren. Ein Weblog vereint die Möglichkeiten von privaten Homepages, Newsgroups und Diskussionsforen. Weblogs können helfen, Personengruppen selbstorganisiert zu vernetzen. Meyer bezeichnet Blogs als Resonanzraum, der eine Verbindung zwischen persönlicher und medialer Massenkommunikation ermöglicht. Der Nutzer wird in seiner Meinungsbildung und persönlichen Reflektion unterstützt. Nach Wijnia erzeugen Weblogs eine besondere Form der Öffentlichkeit in der Themen mit „Anwesenden und Vorbeikommenden“ debattiert werden können (Wijnia 2004:14). Die Meinungen bezüglich Relevanz und Qualität tendieren stark auseinander. So werden sie von

Befürwortern als „Medienrevolution“ gefeiert und von Kritikern als Haustiertagebuch oder Katzenblog belächelt (Lorenz-Meyer 2005:43).

Größe der Blogosphäre

Schätzungen über die Gesamtzahl an Blogs sind mit vielen Schwierigkeiten verbunden und können lediglich einen groben Anhalt liefern. Viele Blogs liegen ‚brach‘, geraten in Vergessenheit oder werden nicht mehr aktualisiert. Teilweise werden Blogs auch automatisch als sogenanntes ‚Googlefutter‘[5] erstellt um Suchbegriffe abzufangen und Suchmaschinenmanipulation zu betreiben.

Die auf Blogs spezialisierte Suchmaschine ‚Technorati‘[6] ermittelte global etwa 70 Millionen Blogs (Stand 04/2007). Weltweit dominieren mit fast zwei Dritteln aller Blogs Japaner und Amerikaner. Aus Deutschland stammt lediglich 1 Prozent (Sifry 2007). Für den deutschen Raum geht eine Focus Telefonbefragung von etwa 1 Millionen Weblogs aus (Praus 2007:61).

Neuberger kam durch den Vergleich mehrerer Studien zu dem Schluss:

„..dass Deutschland bei der Diffusion des Formats Weblog in der Entwicklung hinter den anderen Industrieländern zurückbleibt.“ (Neuberger 2007:96)

Unter 10 untersuchten europäischen Ländern bildet Deutschland das Schlusslicht. Blognutzer

Mehrere Studien bezeichnen etwa 15% der deutschen Internetbenutzer als Blogleser. Bezieht man den Besucherverkehr durch Suchmaschinentreffer mit ein, dann kann von einem größeren Prozentsatz ausgegangen werden. Blogger und Blogleser besitzen meist einen hohen Bildungsstand, nutzen das Internet intensiv und machen den jüngeren Teil der Onlinenutzer aus (Praus 2007). Auf die Zusammensetzung wird im weiteren Verlauf der Analyse noch intensiver eingegangen.

Die technische Seite von Weblogs

Ursprünglich waren Weblogs Online-Tagebücher oder virtuelle Notizbücher. Diese Formulierung klammert jedoch viele weitere Nutzungsformen aus. Im weitesten Sinne beinhaltet ein Blog eine Sammlung von Artikeln in rückwärtig chronologischer Reihenfolge. Neben Text können auch andere Medien eingebunden werden. Typisch für Blogs ist das ‚Verlinken‘ von Wörtern oder Satzteilen, um auf Quellen oder weiterführende Webseiten zu verweisen. Betrachtet man Blogs auf der technischen Ebene, so handelt es sich um einfache Content Management Systeme (CMS). Durch sie können plattformunabhängig von theoretisch jedem internetfähigen Computer Inhalte im Internet publiziert werden (Praus 2007).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Administrationsbereich der Blogsoftware "Wordpress", eigener Screenshot (2008)

In jüngerer Zeit wird das ‚Bloggen‘ auch zunehmend von mobilen Endgeräten[7], etwa dem PDA, Mobil- oder Smartphone möglich. Die Beiträge werden in einem Administrationsmenü ähnlich wie in einer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Mobile Blogging mit dem Handy, eigenes Foto (2008)

Textverarbeitung erstellt und formatiert. Jeder Beitrag kann über einen ‚Permalink‘[8] direkt aufgerufen werden. Hierdurch muss nicht zwingend zuvor die Startseite geladen werden. Ein Beitrag kann einer zuvor angelegten Kategorie zugeordnet sein. Optional können passende Schlagwörter, sogenannte ‚Tags‘ vergeben und mit dem Eintrag abgespeichert werden. Tags vereinfachen das Auffinden von Beiträgen und zeigen weitere, themenverwandte Beiträge an. Alte Beiträge bleiben dauerhaft im Archiv erhalten und können über die Attribute Jahr, Monat und Kalenderwoche wiedergefunden werden. Viele Blogs bieten zudem eine Suchmaske an, um den Artikelbestand nach beliebigen Wörtern durchsuchen zu können.

Im Regelfall verfügt jeder Eintrag über eine Kommentarfunktion, die es dem Leser ermöglicht eigene Anmerkungen zu hinterlassen. Typischerweise werden hierzu Name, Emailadresse und Homepage abgefragt. Automatisierte Kommentare heißen ‚Trackbacks‘. Trackbacks werden von Blogskripten automatisch platziert, wenn das System einen Verweis von einer anderen Webseite feststellt. Weiterhin verwenden viele Blogger eine manuell geführte Linkliste, die als ‚Blogroll‘ bezeichnet wird. Sie beinhaltet Verweise auf Empfehlungen des Autors.

Durch Plugins[9] und Templates[10] können Bloginstallationen den eigenen Wünschen in Sachen Funktion und Optik angepasst werden. Bekannte ‚Open-Source‘ [11] Blogskripte wie ‚Wordpress‘ oder ‚B2Evolution‘ werden von einer Entwicklergemeinde kontinuierlich verbessert. Die relativ einfache Handhabung und Flexibilität bewirkt, dass Blogsoftware auch in modifizierter Form für nicht blogtypische Aufgaben Verwendung findet.

RSS-Feeds

Viele Blogs verfügen über eine als ‚RSS‘ bezeichnete Technologie. RSS bedeutet ‘Really Simple Syndication’. Die Abkürzung steht für ein Verfahren um Blogeinträge zu abonnieren. Typischerweise wird hierfür ein Leseprogramm genutzt (Reader[12]), mit dem mehrere Abonnements (Feeds) verwaltet Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten werden können. Der Benutzer kann so mehrere Abbildung 3 - RSS Feed Links auf wupperblog.de

Webseiten auf neue Artikel überprüfen ohne die Webseiten nacheinander aufzurufen. RSS ist geeignet, große Mengen von Quellen zu beobachten. Informationen aus RSS-Feeds können durch ihre Standardisierung maschinell weiterverarbeitet werden. Dies ist die Grundlage vieler Blog Aggregationswebseiten[13]. RSS basiert technisch auf XML-Dateiformaten, die seit 1999 von Version 0.9 auf die aktuelle Version 2.0 weiterentwickelte wurden. RSS Feeds können wie normale Hyperlinks verlinkt werden. Der Autor kann kontrollieren wie viel des Inhaltes er über die RSS Funktion bereitstellen möchte (Kantel 2007).

Betriebskosten und Zugang

Prinzipiell bestehen zwei Möglichkeiten. Der Blog wird als Stand-Alone Lösung auf einem eigenen oder angemieteten Server betrieben. Alternativ können Interessierte kostenfreie Bloghoster[14] nutzen. Der Funktionsumfang ist gegenüber den Stand-Alone Varianten oft auf Grundfunktionen beschränkt. Damit der Anbieter sein Angebot finanzieren kann, müssen oftmals Werbeeinblendungen durch Banner oder Popups hingenommen, oder Nutzungsgebühren bezahlt werden. Abgesehen von der Servermiete und einer Internetverbindung entstehen dem Blogger in der Regel keine weiteren Kosten. Theoretisch erfüllen Blogs damit die Anforderungen des Habermas‘ Modelles der idealen Sprechsituation: Gleicher Zugang, gleiche Machtverteilung und Aufrichtigkeit. In der Praxis können Bloginhaber jedoch Kommentare löschen, verändern oder sperren und sind ihrerseits wieder von Hosting Unternehmen kontrollierbar. Dies ist insbesondere in Ländern wie China oder dem Iran ein Thema, wenn die Berichterstattung auf Blogs nicht im Sinne der jeweiligen Landesführung ausfällt.

Blogs und Suchmaschinen

Die Mehrheit (64 Prozent) der Internetnutzer verwendet regelmäßig Suchmaschinen. (Allensbach 2008) Die technische Ausgestaltung von Blogs durch Tags, Permalinks, Kategorien und häufige Aktualisierungszyklen bewirkt eine gute Tauglichkeit des Quellcodes für die automatischen Indexieranfragen[15] der Suchmaschinen. Zudem verfügen Blogs oft über viele eingehende Verweise von anderen Blogs. Dies wirkt sich positiv im PageRank[16] von Google aus. Auf den PageRank Algorithmus wird in einem späteren Kapitel noch genauer eingegangen.

2.1 PLACEBLOGS

Ein Placeblog verfolgt die Ereignisse eines bestimmten Ortes oder innerhalb einer festgelegten Region. Ausschlaggebend ist der Ortsbezug und weniger die inhaltliche Festlegung wie sie etwa bei Technik- oder juristischen Blogs getroffen wird. In größeren Städten organisieren sich oftmals mehrere Schreiber, um gemeinsam einen Stadtblog mit mehreren Autoren zu betreiben. Schwierigkeiten bei der Definition eines Placeblogs macht die Frage, ob es sich nur um eine Sammlung von Artikeln über einen Ort handelt oder ob der Autor wirklich ein Einheimischer ist (Clapperton 2007). In der Praxis finden sich beide Formen. Weder sind die Beiträge hundertprozentig nur ortsbezogener Natur, noch sind die Autoren immer einheimisch.

2.2 DIGITALE REPUTATION IN DER BLOGOSPHÄRE

Die Netzwerkstruktur der Blogosphäre entsteht durch Links. Nach Schmidt folgt die Verteilung dieser eingehenden Verweise dem sogenannte ‚Power Law‘. An oberster Stelle stehen wenige als ‚A-Blogs‘ oder ‚A-Blogger‘ bezeichnete Autoren, die von der Mehrzahl der darunter stehenden B- und schließlich ‚C-Blogs‘ zitiert und verlinkt werden. Die Klassifikation des Blogs beeinflusst daher in großem Maße die Sichtbarkeit eines Autors innerhalb des Internets. Ein Thema kann durch Verlinken, Zitate und Kommentare über mehrere Blogs verstreut behandelt werden. Umgekehrt erfährt die Diskussion eine Unterbrechung, wenn Gesprächsteilnehmer den weiteren Dialog etwa von der Kommentarfunktion auf Emailverkehr verlegen (Schmidt 2006:48).

„Die Blog-Tools kommunizieren hinter den Kulissen untereinander und mit zentralen Diensten. Jede gängige Blogsoftware füttert die Verzeichnisse von Weblogs.com , oder Blo.gs, die somit stets über Listen frisch aktualisierter Weblogs verfügen. Diese Aufstellungen dienen wiederum Blog-Suchmaschinen wie Technorati oder Feedster als Trigger für eine inhaltliche Indizierung. (..) Worüber Blogger reden, das verlinken sie auch. Und diese Links lassen sich natürlich zählen und in Hitparaden anordnen. Neben Technorati liefern Popdex, Daypop, Blogpulse und etliche weitere Services solche Hyperlink-Charts. Hierzulande bietet Blogstats.de einen ähnlichen Dienst.“ (Sixtus 2005)

Beispiel: Berichterstattung über Jamba auf Spreeblick.de

Der Autor Johnny Haeusler untersuchte auf seinem Weblog ‚Spreeblick.de‘ Geschäftspraktiken[17] der Firma Jamba. Der Anbieter von Handyklingeltönen verkaufte Klingeltonabonnements hauptsächlich an Jugendliche, die sich oft in dem Glauben wähnten, lediglich einen Klingelton erworben zu haben. Als erster Artikel in der deutschsprachigen Blogosphäre, erhielt der Beitrag eine hohe Medienaufmerksamkeit. Als Gegenreaktion platzierten Mitarbeiter von Jamba relativierende Kommentare unter Pseudonymen, die vom Autor jedoch erkannt und enttarnt wurden. Der Imageverlust bewegte Jamba, das entsprechende Geschäftsmodell anzupassen. Spreeblick.de schaffte es hierdurch, sich in dieser Zeit als A-Blog in Deutschland zu etablieren (Picot 2005:31)

Blogs können im Vergleich gegenüber Presseberichten und offiziellen Statements auf einer Firmenwebseite bessere Identifikationsmöglichkeiten bieten. Wird der Autor mit seiner gesamten Persönlichkeit ohne Brüche erlebt, dann werden Beiträge als authentischer eingestuft. Ist die bereits angesprochene Archivfunktion verfügbar, dann können rückwirkend Beiträge und Aussagen nachvollzogen werden. Bloginterne Verweise von neuen auf ältere Beiträge können zusätzlich die Transparenz fördern. (Praus 2007)

2.3 STADT- UND REGIONALWIKIS

In diesem Unterkapitel möchte ich knapp auf die Grundfunktionen und die Entwicklungsgeschichte von Wikisoftware eingehen.

Die Entwicklung des ersten Wiki begann im Rahmen der Entwurfsmuster-Theorie im Jahre 1995 durch Ward Cunningham. ‚Wiki Wiki‘ bedeutet auf Hawaiisch ‚schnell‘. Hiermit wird auf die Möglichkeit hingewiesen, große Mengen Informationen gleichzeitig durch viele Menschen zusammenzutragen, zu vernetzen und zu konservieren. Ein Wiki ist eine Sammlung von Artikeln zu bestimmten Themen. Die Grundfunktionen beinhalten einen Link unter jeder Artikelseite um Texte direkt über den Internetbrowser editieren zu können. Weitere Standardeigenschaften sind:

- Eine Auflistung der letzten Änderungen im Wiki (Recent Changes)
- Eine Änderungshistorie zu jedem Artikel
- Eine Vergleichsansicht für zwei Bearbeitungsschritte (Diff-Funktion)

Die Wikisoftware bietet dem Nutzer eine Reihe von Möglichkeiten für die Textformatierung. Von den mittlerweile über 100, meist Open-Source ‚Wiki-Engines‘ verfügen die meisten über einen ähnlichen Syntax zur Formatierung. Diese als ‚Tags‘ bezeichneten Sonderzeichen werden im Editorfenster an der benötigten Position eingefügt. In der Wikipedia beispielsweise wird ein Wort kursiv dargestellt, wenn es in Anführungszeichen gesetzt wird. Dieses System ermöglicht es auch Nutzern mit geringer Computererfahrung als Autoren tätig zu sein, ohne über HTML-Kenntnisse zu verfügen. Im Urzustand kann jeder Nutzer ohne vorherige Anmeldung Inhalte einer Wikiseite editieren oder neue Seiten mit beliebigen Überschriften anlegen. In der Praxis erfordern größere Projekte jedoch meistens eine Registrierung und greifen auf vielfältige Methoden zur Eindämmung von Spam und virtuellem Vandalismus zurück. Die Entwicklung ist geprägt von einem stetigen Kampf zwischen Manipulationsversuchen durch beispielsweise Lobbyisten und entsprechenden Gegenmaßnahmen. Im Folgenden sollen grob einige Mechanismen zur Qualitätssicherung und Spambekämpfung zusammengefasst werden (Möller 2006:171). Die Betreiber setzen verbindliche Vorgaben für die Formatierung und Gestaltung von Einträgen. Benutzer können Artikel für die Löschung vorschlagen, die nach einer Konsensentscheidung von einem Administrator gelöscht werden. Jeder Artikel verfügt über ein eigenes Artikelforum, um Diskussionen über den Inhalt nicht im eigentlichen Artikel auszutragen.

Wikisoftware kann für viele Zwecke benutzt werden:

- Dokumentationen und Wissensmanagement
- Unternehmens- bzw. Abteilungswikis für die Know-How Erfassung und Erhaltung
- Projektbezogene Wikis
- Desktop-Wikis für die persönliche Informationsorganisation
- Stadt- und Regionalwikis

Stadt- und Regionalwikis verfolgen ein ähnliches Ziel wie die bereits beschriebenen Placeblogs. Inhaltlich beschäftigen sich beide Formen mit einer Stadt oder Region. Bei einem Wiki steht jedoch der Informationscharakter im Vordergrund. Es geht nicht um die zeitnahe subjektive Wahrnehmung von Ereignissen und deren Beschreibung, sondern um das Sammeln von neutralen Fakten- und Hintergrundwissen. Wikiartikel können von unterschiedlichen Autoren bearbeitet werden und unterliegen einer fortlaufenden Entwicklung. Die Autoren schreiben nicht aus der Ich-Perspektive sondern in einem sachlichen Stil. Die räumliche Gebietsabgrenzung geht meistens aus dem Domain und Wikinamen hervor. Die eingestellten Artikel behandeln in der Regel ausschließlich Themen die sich innerhalb des geographisch abgegrenzten Gebietes befinden. Die Grenzen sind allerdings relativ fließend, da insbesondere bei Regionalwikis keine genaue Abgrenzung, etwa nach Verwaltungsgebieten möglich ist.

„Ein Stadtwiki ist ein ortsbezogenes Wiki. Bezug ist alles, was relevant für die Stadt Karlsruhe ist. Inhaltlich gliedert sich das Stadtwiki zielgruppenorientiert in die Portale ‚Tourismus‘, ‚Geschichte‘ und ‚Neubürger‘.“ (Stadtwiki Karlsruhe 2008)

Beispiel: ka.stadtwiki.de

Das Stadtwiki Karlsruhe ist deutschlandweit mit 16.453 (Stand 11.09.08) Artikeln das größte seiner Art. Erfolgsfaktoren sind nach eigenen Aussagen hochaktuelle und einzigartige Inhalte. Für viele Lokalitäten ohne eigene Homepage ist das Stadtwiki erste Anlaufstelle, die insbesondere auch von Studenten genutzt wird. Es bietet beispielsweise Informationen zu Restaurants, Ämtern und Vereinen aber auch Spezialthemen über die historische Stadtentstehung. Der größte Leseranteil findet seinen Weg über Google auf das Wiki (Stadtwiki Karlsruhe 2008).

Beispiel: Schildtach im Schwarzwald

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 - Schiltach Wiki, www.schiltach.de/wiki, (19.11.2008)

Die Kommune Schildtach im Schwarzwald gewann 2007 den ‚InternetDorf‘ Preis des Landes Baden-Württemberg für ihr Dorfwiki. Die Bürger wurden aufgefordert Artikel und Fotos mit Heimatbezug einzustellen. Auf der offiziellen Webpräsenz wurde die Aktion mit Podcasts, Videobeiträgen und Fotos zur Stadtgeschichte flankiert (Schmidt 2007).

3 REGIONALWIKIS UND PLACEBLOGS ALS TEIL DES WEB 2.0

Um die Rolle von Placeblogs und Stadtwikis besser einordnen zu können muss zunächst der Begriff Web 2.0 erläutert werden. Die Suchmaschine Google lieferte im September 2008 über 425.000.000 Ergebnisse zu diesem Begriff. Das Schlagwort Web 2.0 steht für eine Gruppe von neuen Internet-Anwendungen. Hauptaspekt ist die gemeinsame Schaffung von Inhalten durch die Nutzer oder ‚Community‘. Die Partizipation wird durch die Nutzung einer Reihe von neuen Netz-Technologien wie etwa RSS[18] oder AJAX[19] ermöglicht.

Es besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass Tim O’Reilly diesen Begriff prägte. In seiner Definition arbeitet O’Reilly sieben Prinzipen durch Vergleiche von alten und neuen Webseiten heraus. Sie werden als Kernkompetenzen für Web 2.0 Anwendungen im Internet aufgefasst. Die Möglichkeit der interaktiven Nutzung einer Webseite steht im Vordergrund dieser Definition.

Die Prinzipien einer Web 2.0 Anwendung:

1. Services, not packaged software, with cost-effective scalability
2. Control over unique, hard-to-recreate data sources that get richer as more people use them
3. Trusting users as co-developers
4. Harnessing collective intelligence
5. Leveraging the long tail through customer self-service
6. Software above the level of a single device
7. Lightweight user interfaces, development models, and business models

(O'Reilly 2005)

Im Falle der Placeblogs und Regionalwikis sind folgende Kernkompetenzen von Bedeutung:

„Services, not packaged software, with cost-effective scalability”

Wikis und Blogs sind Webanwendungen, die keine Installation auf dem Nutzerrechner benötigen sondern als Thinclient[20] über den Webbrowser angezeigt und kontrolliert werden. Eine Vielzahl der benötigten Serverskripte sind als ‚Open-Source‘ kostenlos verfügbar und durch Plugins an eigene Bedürfnisse anpassbar.

“Control over unique, hard-to-recreate data sources that get richer as more people use them”

Mit steigender Beitragsanzahl und Existenzdauer verdichtet sich ein Netz aus Verweisen auf externe Webseiten. Gleichzeitig nimmt die interne Vernetzung der Beiträge zu. Dieser Sachverhalt gilt insbesondere für Wikis. Die Inhalte werden tendenziell für immer mehr Personen relevant, die ihrerseits neue Informationen beitragen können. Ein Nebeneffekt ist die steigende Vernetzung durch die Suchmaschine Google. Google nutzt PageRank für die Relevanzeinstufung einer Webseite. Diese Methode bewertet eine Webseite anhand ihrer Linkstruktur. In der Netzwerktheorie wird dieser Effekt oft als „kritische Masse“ bezeichnet. Ein Webprojekt benötigt zunächst eine gewisse Nutzermenge, bevor es durch genügend Inhalte für eine breite Nutzergruppe interessant oder überhaupt bekannt wird.

„Trusting users as co-developers“

Die meisten Wikis können nach einer einmaligen Anmeldung von jedem editiert werden. Dies ist bei Blogs in der Regel nicht üblich. Es gibt jedoch Blogs mit mehreren Autoren die gemeinsam über ein Thema bloggen oder Gastbeiträge veröffentlichen. Im Bezug auf die technische Weiterentwicklung, Plugins und Templates ist eine große Entwicklergemeinde wichtig. Weblog- und Wikisoftware wie MediaWiki oder Wordpress sind hierfür gute Beispiele.

„Harnessing collective intelligence“

Der Sinn von Wikipedia als Nachschlagewerk ergibt sich durch die Sammlung von Wissen vieler Autoren. Die Kontrolle der Inhalte basiert auf dem Grundsatz von Eric S. Raymon:

„With enough eyeballs, all bugs are shallow.”

In der Theorie ließen sich alle Fehler mit genügend aufmerksamen Nutzern finden und eliminieren.

“Leveraging the long tail through customer self-service.”

Das Long Tail Konzept wurde vom amerikanischen Chefredakteur des Wired Magazine Chris Anderson im Jahre 2004 entwickelt. Es zeigt wie ein Anbieter im Internet durch große Mengen von Nischenprodukten Gewinn erzielen kann. Insbesondere im Musik- und Bücherverkauf, wo selten verkaufte Produkte in einem konventionellem Ladengeschäft zu hohe Lagerkosten verursachen würden. Chris Anderson demonstrierte den Longtaileffekt anhand des Musikdownloadportals Rhapsody. Eine große Anzahl wenig gefragter Produkte erzeugten mehr Umsatz als eine geringe Menge hochfrequentierter Charthits (Anderson 2007:173).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 - Longtail, eigene Darstellung (2008)

Als jeweilige Subform gehören Regionalwikis und Placeblogs zu einer Gattung von Webanwendungen, die innerhalb des Web 2.0 als ‚Social Software‘ bezeichnet werden.

"Social Software sind solche internetbasierten Anwendungen, die Informations-, Identitäts-und Beziehungsmanagement in den (Teil-) Öffentlichkeiten hypertextueller und sozialer Netzwerke unterstützen." (Schmidt 2006a:37)

[...]


[1] Von Knoke als „Placeless Society“ bezeichnet.

[2] Vgl. Die Glokalisierung des Pop Die Zukunft der Unterhaltung Von Tobias Rapp – online unter URL: http://www.dradio.de/dlr/sendungen/zeitreisen/273416/

[3] Der intensiv auf Webseiten, Weblogs und Communityplattformen ausgetragene Wahlkampf zwischen Demokraten und Republikanern wird auch als ‚Infowar‘ bezeichnet.

[4] Online unter: http://www.bundeskanzlerin.de/Webs/BK/DE/Aktuelles/VideoPodcast/video-podcast.html

[5] Die umgangssprachliche Bezeichnung „Googlefutter“ steht für eine Ansammlung von Schlüsselbegriffen, die inhaltlich oftmals in keinem Zusammenhang stehen. Es kann sich auch um längere Texte handeln, die automatisiert erzeugt werden um Suchergebnisse in Suchmaschinen zu erzeugen.

[6] http://www.technorati.com

[7] Diese Variante bezeichnet man als ‚Moblogging‘. Eine Abkürzung von ‚mobile blogging‘. Der Blog wird entsprechend als ‚Moblog‘ bezeichnet. Analog haben reine Videoblogs die Bezeichnung ‚Vidlog‘.

[8] Als Permalink bezeichnet man eine Internetadresse, die ohne Umweg über die Startseite direkt auf einen spezifischen Blogeintrag verweist. Permalinks sind wichtig, da sie die Verknüpfung einzelner Beiträge vereinfachen. Ein Syntaxbeispiel: http://www.blogname.de/kategorie/eintrag1/

[9] Als Plugins werden Softwareerweiterungen bezeichnet. Blogsoftware Basispakete können durch Plugins funktional erweitert werden. Plugins werden oft von Drittanbietern erstellt, die eine Schnittstelle zu eigenen Anwendungen anbieten möchten. Beispielsweise existieren Plugins für den Fotodienst Flickr um über einen Blog auf die bei Flickr verwalteten Fotos zuzugreifen.

[10] Als Template oder auch Theme werden Designvorlagen für Blogsoftware bezeichnet. In Kombination mit Plugins lässt sich relativ einfach eine dynamische Webseite im Baukastenprinzip realisieren ohne über tiefere Programmierkenntnisse verfügen zu müssen. Beispiel: http://wordpress.org/extend/themes/

[11] Open Source ist eine Lizensierungsvariante für Software, die Entwicklung und kostenlose Nutzung weitestgehend freistellt. Ein sehr bekanntes Beispiel ist das freie Betriebssystem Linux. Weitere Informationen: http://www.bpb.de/themen/32K5CW

[12] Zum Beispiel „RSS Owl“ für Windows (http://www.rssowl.org)

[13] Beispiel: http://www.newskraft.de

[14] Beispiel: http://twoday.net

[15] Suchmaschinen durchsuchen das Internet permanent mit automatischen Algorithmen. Diese ‚Spider‘, ‚Crawler‘ oder ‚Bots‘ besuchen in regelmäßigen Abständen eine Webseite und speisen deren Inhalt in die eigenen Datenbanken ein.

[16] Ein Verfahren zur Relevanzmessung von Webseiten.

[17] http://www.spreeblick.com/2004/12/12/jamba-kurs/

[18] Vgl. Kapitel 2

[19]Asynchronous JavaScript and XML“. Dieses Programmierkonzept ermöglicht es, Teilbereiche oder Eingaben auf einer Webseite zu aktualisieren. Die Webseite muss nicht mehr komplett neu geladen werden.

[20] Der Begriff Thinclient zeigt an, dass keine zusätzliche Software auf dem Rechner des Nutzers installiert sein muss. Die Rechenarbeit und Aufbereitung wird bis auf Darstellung und Eingaben von einem System auf der Serverseite erledigt.

Details

Seiten
73
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640297443
ISBN (Buch)
9783640302833
Dateigröße
3.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v124511
Institution / Hochschule
Universität Karlsruhe (TH) – Institut für Regionalwissenschaft
Note
2,3
Schlagworte
placeblogs stadtwikis regionalwikis stadtblogs regionalblogs web 2.0 social software wordpress regionale identiät place attachment regionale webseiten webseiten mit regionalem bezug

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Titel: Placeblogs und Stadtwikis als Ausdruck regionaler Identität im Web 2.0