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Der Einfluss des Conservatism im Feltham-Ohlson-Modell

Diplomarbeit 2008 103 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1. Problemstellung

2. Das Konzept des Conservatism in der externen Rechnungslegung
2.1 Motive konservativer Rechnungslegung
2.1.1 Ein Exkurs: Der Prinzipal-Agenten-Ansatz
2.1.2 Das Kontraktmotiv in Bezug auf Managemententlohnungsverträge
2.1.3 Das Kontraktmotiv in Bezug auf Kreditverträge
2.1.4 Das Rechtsstreitmotiv
2.1.5 Das Steuerbemessungsmotiv
2.1.6 Das Regierungsinterventionsmotiv
2.1.7 Das Motiv der Standardsetter
2.1.8 Zwischenfazit zu den Motiven
2.2 Ausprägungen konservativer Rechnungslegung
2.2.1 Ex ante Conservatism
2.2.2 Ex post Conservatism
2.2.3 Zwischenfazit zu den Ausprägungen konservativer Rechnungslegung
2.3 Zwischenfazit zum Conservatism

3. Die Modelle von Ohlson (1995) und Feltham-Ohlson (1995/1996)
3.1 Bedeutung der Modelle
3.2 Das Ohlson-Modell 1995
3.2.1 Das Residualgewinnmodell: Bewertung mit zukünftigen Rechnungslegungsdaten
3.2.2 Das lineare Informationsmodell: Bewertung mit aktuellen Rechnungslegungsdaten
3.2.3 Zwischenfazit zum Ohlson-Modell 1995
3.3 Das Feltham-Ohlson-Modell 1995
3.3.1 Das operative Residualgewinnmodell
3.3.2 Berücksichtigung von Conservatism und Wachstum im linearen Informationsmodell
3.3.3 Zwischenfazit zum Feltham-Ohlson-Modell 1995
3.4 Das Feltham-Ohlson-Modell 1996
3.4.1 Bewertung mit aktuellen Kapitalflussgrößen
3.4.2 Abschreibungspolitik und positive Kapitalwerte
3.4.3 Sonstige Informationen und ereignisabhängige Abschreibungen
3.4.4 Zwischenfazit zum Feltham-Ohlson-Modell 1996
3.5 Zwischenfazit zu den Ohlsonund Feltham-Ohlson-Modellen

4. Empirische Untersuchungen der Modelle
4.1 Ein erster Praxistest der Modelle
4.2 Analystenprognosen als sonstige Informationen
4.3 Informationsineffizienz als mögliche Fehlerquelle
4.4 Modifikation der Modellierung des Conservatism
4.5 Zwischenfazit zu den empirischen Untersuchungen

5. Fazit

Verzeichnis der Internetquellen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Das Dividendendiskontierungsmodell

Abb. 2 Das Residualgewinnmodell

Abb. 3 Das Ohlson-Modell 1995

Abb. 4 Das Feltham-Ohlson-Modell 1995

Abb. 5 Das Feltham-Ohlson-Modell 1996 (exkl. sonstiger Informationen)

Abb. 6 Das Feltham-Ohlson-Modell 1996 (inkl. sonstiger Informationen)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Problemstellung

Der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit im Zuge des Zusammenwachsens der nationalen zu globalen Märkten erfordert von den Unternehmen ständig neue Investitionen. Bei der Beschaffung der hierzu nötigen Finanzierungsmittel kommt dem Kapitalmarkt eine wachsende Bedeutung zu.1 Die anonymen Teilnehmer des Kapitalmarktes haben gegenüber der Leitung des Unternehmens regelmäßig einen Informationsnachteil in Bezug auf dessen erwartete zukünftige Entwicklung. Der externen Rechnungslegung und insbesondere dem Jahresabschluss kommt in diesem Zusammenhang eine Informationsfunktion zu. Damit sie für den potentiellen Investor entscheidungsnützlich sind, müssen diese Informationen sowohl relevant als auch zuverlässig sein. Relevanz ist gegeben, wenn die Informationen aufgrund ihrer Prognoseeignung für eine Anlageentscheidung dienlich sind und hierfür auch rechtzeitig zur Verfügung stehen. Die Zuverlässigkeit hingegen bezieht sich auf die Vertrauenswürdigkeit der Informationen.2

Die rechnungslegungsorientierte empirische Kapitalmarktforschung3 zielt darauf ab, eben diese tatsächliche Nutzenstiftung und Wirkung von Rechnungslegungsinformationen zu erfassen.4 Der Forschungszweig der Bewertungsrelevanz kann in diesem Zusammenhang als empirische

Überprüfung von Rechnungslegungsdaten auf die Erfüllung der Kriterien Relevanz sowie Zuverlässigkeit und damit auf ihre Entscheidungsnützlichkeit insbesondere für Anteilseigner börsennotierter Unternehmen interpretiert werden.5 Dies basiert auf den Annahmen, dass Kapitalmarktteilnehmer ihre Entscheidungen auf Basis von Informationen treffen, die sie als relevant und verlässlich erachten, und dass sich diese Entscheidungen in den Börsenkursen widerspiegeln. Daher untersucht die Bewertungsrelevanzforschung in langfristigen Assoziationsstudien anhand von Korrelationsund Regressionsrechnungen, ob Jahresabschlussdaten und Marktwert des Eigenkapitals eines Unternehmens systematisch miteinander verknüpft sind. Je höher die Korrelation bzw. je besser die Rechnungslegungsgrößen in der Regression den Marktwert erklären können, desto stärker sind die Jahresabschlussdaten mit den Informationen verknüpft, welche die Investoren tatsächlich bei ihrer Anlageentscheidung verwenden.6,7

Es stellt sich nun die Frage, welche Zahlen für die Prüfung ihrer Bewertungsrelevanz aus der Vielzahl von Rechnungslegungsdaten heranzuziehen sind. In der Vergangenheit durchgeführte Studien verwendeten unterschiedliche Größen des Jahresabschlusses zur Erklärung des Börsenwertes ohne eine geschlossene theoretische Begründung, warum gerade diese Variablen für die Bewertung des Eigenkapitals relevant sein könnten.8 Das Ohlson-Modell (1995) nimmt sich dieser Fragestellung an und leitet auf Basis weniger grundlegender Annahmen her, welche aktuellen Rechnungslegungsdaten zur Bewertung heranzuziehen sind und mit welcher Gewichtung sich diese theoretisch im Marktwert widerspiegeln sollten. Dabei geht Ohlson von einer neutralen Rechnungslegung aus, bei der im langfristigen Durchschnitt der Buchwert des Eigenkapitals dessen Marktwert entspricht.9

Tatsächlich liegt in der realen Welt aber regelmäßig eine bilanzielle Unterbewertung des Eigenkapitals vor. Dieser Effekt ist dem Rechnungslegungsprinzip des Conservatism10 zuzuschreiben.11 Dieses Prinzip kann als bilanzieller Bewertungsgrundsatz aufgefasst werden, gemäß dem sich das Unternehmen bei unsicheren Erwartungen eher zu arm als zu reich“12 darzustellen hat. ”

Im Feltham-Ohlson-Modell (1995) werden die Auswirkungen konservativer Rechnungslegung auf die Größen des Jahresabschlusses explizit einbezogen und es wird eine Bewertungsgleichung hergeleitet, welche diese Veränderung der bewertungsrelevanten Variablen berücksichtigt.13 Es bleibt in dem Modell jedoch verborgen, was die Ursachen einer bilanziellen Unterbewertung des Eigenkapitals sind. Das Feltham- Ohlson-Modell (1996) geht einen Schritt weiter und identifiziert zwei unterscheidbare Prozesse, die eine Abweichung des Eigenkapitalbuchwertes von dessen Marktwert hervorrufen. Unter Berücksichtigung dieser Prozesse leiten Feltham/Ohlson eine weitere Bewertungsfunktion her.14

In diesem Zusammenhang sollen in dieser Arbeit die folgenden Fragestellungen untersucht werden: Warum wird konservative Rechnungslegung betrieben? Welchen Einfluss hat der Conservatism auf die Größen des Jahresabschlusses? Wie stellt das grundlegende Ohlson-Modell eine Beziehung zwischen Rechnungslegungsdaten und dem Marktwert des Eigenkapitals her? Wie wird eine durch den Conservatism ausgelöste Veränderung dieser Daten in den Feltham-Ohlson-Modellen berücksichtigt? Wie gut können die drei genannten Modelle den tatsächlichen Marktwert abbilden?

Um diese Fragen zu beantworten, ist diese Arbeit wie folgt gegliedert: An diese einführende Problemstellung schließt sich Kapitel 2 an, in dem das Konzept des Conservatism näher beleuchtet werden soll. Dabei stehen sowohl die Motive einer konservativen Rechnungslegung als auch deren Auswirkungen auf die Jahresabschlussdaten im Blickpunkt. In Kapitel 3 werden die Prämissen und die Herleitung der Modelle von Ohlson und Feltham/Ohlson ausführlich vorgestellt, kritisch hinterfragt sowie wesentliche Unterschiede zwischen den Modellen herausgearbeitet. Kapitel 4 thematisiert anschließend empirische Umsetzungen der Modelle, die dabei auftretenden Probleme und Ergebnisse der entsprechenden Studien. Ein kritisches Fazit schließt diese Arbeit in Kapitel 5 ab.

2. Das Konzept des Conservatism in der externen Rechnungslegung

Eine bereits vor mehr als 80 Jahren verfasste Bilanzierungsnorm lautet anticipate ” no profit, but anticipate all losses“15. Ein solcher Grundsatz ist ein Merkmal des auch heute noch aktuellen Conservatismoder Vorsichtsprinzips, dessen Wurzeln nachweislich mehr als 500 Jahre zurück in die Vergangenheit reichen.16 Die Motive des Conservatism sollen in einem ersten Schritt in Abschnitt 2.1 genauer untersucht werden. Die jüngere Literatur unterscheidet häufig zwischen ex anteund ex post Conservatism. Diese zwei Ausprägungen des Vorsichtsprinzips und deren Auswirkungen auf die Größen der externen Rechnungslegung sollen in einem zweiten Schritt in Abschnitt 2.2 dargestellt werden, bevor Abschnitt 2.3 dieses Kapitel mit einem Zwischenfazit beendet.

2.1 Motive konservativer Rechnungslegung

Ein direkter Einfluss auf die Ausgestaltung der Größen der externen Rechnungslegung und damit auch auf das Ausmaß des Conservatism kann zwei Parteien zugerechnet werden. Das Unternehmen selbst bzw. dessen Management erstellt den Jahresabschluss. Die buchhalterische Gestaltungsfreiheit ist allerdings begrenzt durch die Vorschriften des jeweils gültigen Rechnungslegungssystems, die von Standardsettern verfasst werden. Daher sollen im Folgenden die möglichen Motive einer konservativen Bilanzierung dieser zwei Parteien näher beleuchtet werden. Zunächst wird jedoch im Rahmen eines kurzen Exkurses die Prinzipal-Agenten-Theorie einführend vorgestellt. Denn die verschiedenen Beziehungen der am Unternehmen beteiligten Parteien sollen im Anschluss aus der Perspektive dieser Theorie betrachtet und daraus Motive einer konservativen Rechnungslegung abgeleitet werden.

2.1.1 Ein Exkurs: Der Prinzipal-Agenten-Ansatz

Voraussetzung einer Prinzipal-Agenten-Beziehung ist ein Vertragsverhältnis zwischen einem auftraggebenden Prinzipal und einem beauftragten Agenten. Abweichend von der neoklassischen Annahme vollständiger Information besteht zwischen diesen beiden Parteien eine asymmetrische Informationsverteilung zu Gunsten des Agenten. Diese Informationsasymmetrie kann darauf basieren, dass die Handlungen des Agenten vom Prinzipal nicht kontrolliert werden können oder der Agent durch Beobachtungen, die sein Vertragspartner nicht gemacht hat, einen Wissensvorteil hat. Dies eröffnet dem Agenten einen diskretionären Handlungsspielraum.17 Verfolgen die zwei Vertragsparteien unterschiedliche Ziele, kann und wird der Agent, dem ein opportunistisches Verhalten unterstellt sei, diesen Handlungsspielraum zur Maximierung seines eigenen Nutzens zum Schaden des Prinzipals ausnutzen.18

Zur Lösung dieses Problems bestehen zwei Möglichkeiten. Erstens kann der Prinzipal dem Agenten einen Anreiz bieten, sein Verhalten zu ändern. Mögliche Anreize sind vertraglich vereinbarte Belohnungen für Handlungen im Sinne des Prinzipals bzw. Sanktionen für gegensätzliche Handlungen. Zweitens kann versucht werden, die asymmetrische Informationsverteilung zwischen den beiden Parteien zu verringern.19

Wird das Unternehmen im Rahmen des Prinzipal-Agenten-Ansatzes als Netzwerk von Verträgen angesehen, kommt dem Management in den entspechenden Kontrakten die Agentenrolle zu.20 Die externe Rechnungslegung erfüllt in diesem Zusammenhang den genannten Zweck der Reduzierung der asymmetrischen Informationsverteilung zu Lasten der am Unternehmen beteiligten Stakeholder. Damit die Rechnungslegung den Prinzipal-Agenten-Konflikt tatsächlich mildern kann, muss ausgeschlossen sein, dass sie vom im Eigeninteresse agierenden Management manipuliert werden kann.21

2.1.2 Das Kontraktmotiv in Bezug auf Managemententlohnungsverträge

Der Arbeitseinsatz von Managern, die als Agent mit der Unternehmensführung beauftragt sind, ist von den auftraggebenden Unternehmenseignern, den Aktionären, nicht beobachtbar. Erfolgsabhängige Entlohnungsverträge, die an den Jahresgewinn gekoppelt sind, bieten in diesem Zusammenhang Managern einen Anreiz, im Eigeninteresse mit hohem Arbeitseinsatz einen hohen Unternehmensgewinn zu erzielen. Größtmöglich fällt dieser Anreizeffekt aus, wenn alle zukünftigen Auswirkungen einer Entscheidung auf den Unternehmenserfolg bereits in der Periode in der GuV berücksichtigt werden, in der der Manager diese Entscheidung auch trifft. Begründet ist dies durch den typischerweise zeitlich befristeten Arbeitsvertrag des Managers. Denn werden Rückflüsse erst bei ihrer Realisierung nach Auslaufen seines Vertrages in der Gewinnermittlung berücksichtigt, lohnt sich die Durchführung eines mit hohen Investitionsausgaben verbundenen Projektes für den Manager nicht. Somit besteht eine Nachfrage nach zeitnahen Rechnungslegungsdaten.22

Da der Manager zumeist einen Informationsvorteil gegenüber den Anteilseignern in Bezug auf die erwartete Höhe der unsicheren künftigen Rückflüsse hat, besteht die Möglichkeit, dass er die Informationen über diese Rückflüsse und damit auch den veröffentlichten Gewinn im Eigeninteresse nach oben verzerrt und so durch eine eigene Entlohnung von unangemessener Höhe einen Vermögenstransfer von den Eigenkapitalgebern verursacht. Dieser Manipulationsanreiz ist allerdings auch den Aktionären bewusst, so dass sie dem veröffentlichten Gewinn nur Glauben schenken, wenn gewinnerhöhende Informationen durch externe Prüfer verifizierbar sind. Schätzen die Anteilseigner die Daten des Jahresabschluss nicht als verlässlich ein, statten sie den Manager erst gar nicht mit einem gewinnabhängigen Entlohnungsvertrag aus, der auf diesen Daten basiert. Daher ist es letztendlich im Interesse des Managements, sich dahingehend zu binden, nur nachweisbare Wertsteigerungen zu publizieren.23

Bestehen Geschäftsbereiche, die voraussichtlich in zukünftigen Perioden Verluste einbringen werden, ist deren sofortige Stilllegung aus Aktionärsperspektive sinnvoll, wenn dies geringere Kosten als die Fortführung verursacht. Werden die zukünftigen Verluste jedoch erst dann in der GuV berücksichtigt, wenn sie realisiert oder eindeutig nachweisbar sind, hat der Manager einen Anreiz, dieses Projekt nicht vorzeitig aufzugeben, da die Stilllegungskosten heute den Gewinn und damit seine Entlohnung schmälern, während bei der Fortführung erst spätere Periodengewinne und das Gehalt seines Nachfolgers betroffen sind. Werden die noch nicht verifizierbaren, gewinnmindernden Informationen allerdings schon in der aktuellen GuV erfasst, verringert dies den Anreiz des Managers, Projekte mit negativem Kapitalwert fortzuführen.24

Eine konservative Rechnungslegung, die aufgrund geringerer Anforderungen an die Nachweisbarkeit gewinnmindernde Informationen zeitnaher berücksichtigt als gewinnerhöhende Informationen, verringert also die Interessenunterschiede zwischen Managern und Aktionären und schwächt so den herrschenden Prinzipal-Agenten- Konflikt. Vermögenstransfers zu Lasten der Anteilseigner können verhindert werden und unrentable Projekte frühzeitig aufgedeckt und beendet werden. Dies erhöht den Wert der Eigenkapitalansprüche. Für den Manager ist es somit vorteilhaft, sich glaubhaft zu einer konservativen Rechnungslegung zu verpflichten, da dies seinen Wert für die Eigenkapitalgeber erhöht, was sich in seiner erzielbaren Entlohnung widerspiegeln dürfte.25

2.1.3 Das Kontraktmotiv in Bezug auf Kreditverträge

Kreditgeber partizipieren durch ihren Fixanspruch nicht an Wertsteigerungen des Unternehmensvermögens. Unterschreitet das Vermögen in Folge von Wertverlusten aber die Summe der Verbindlichkeiten, ist der Fremdkapitalanspruch betroffen. Daher haben Gläubiger ein Interesse an verlässlichen Informationen über die Wertuntergrenze des Unternehmensvermögens, aus dem im Insolvenzfall ihre Forderungen befriedigt werden müssen, sowie über deren Veränderung während der Kreditlaufzeit. Der Liquidationswert des Unternehmens entspricht einer solchen Untergrenze.26 Die Veränderung der Wertuntergrenze im Zeitablauf kann durch Antizipierung aller möglichen Verluste sowie durch Berücksichtigung ausschließlich nachweisbarer Gewinne verfolgt werden.27

Des Weiteren könnte der Manager einen Anreiz haben, das die Fremdkapitalansprüche absichernde Vermögen an die Aktionäre als Dividende auszuschütten. Ein solcher Anreiz liegt insbesondere dann vor, wenn der Manager selbst zu den Anteilseignern gehört. Um einen solchen Vermögenstransfer zu Lasten der Gläubiger zu verhindern, wird ein maximal ausschüttbarer Betrag in Abhängigkeit vom Periodengewinn festgelegt.28 So lässt sich auch in diesem Zusammenhang begründen, dass Gewinne nur bilanziell berücksichtigt werden, wenn sie von externen Prüfern nachweisbar sind. Denn sonst könnte der Manager wiederum den veröffentlichten Gewinn aus Eigeninteresse nach oben verzerren und so den Gläubigeransprüchen schaden.29

Konservative Rechnungslegung bietet Fremdkapitalgebern also wichtige Informationen zur Einschätzung des Kreditausfallrisikos und sichert ihre Ansprüche ab. Dies erlaubt günstigere Kreditkonditionen und steigert auf diesem Wege den Wert des Eigenkapitals.30

2.1.4 Das Rechtsstreitmotiv

Stellen Rechnungslegungsdaten die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens zunächst falsch dar, reagiert bei einer Korrektur der Daten regelmäßig dessen Börsenwert mit einem Kurssprung in die entsprechende Richtung. Für die Aktionäre besteht die Möglichkeit, das Unternehmen zum Ausgleich ihrer Kursverluste auf Schadensersatz zu verklagen. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer solchen Klage kommt, größer bei überhöhten Ausweisen des Nettovermögens oder des Gewinns als bei zu niedrigen Ausweisen.31 Daher ist eine konservativ geprägte Rechnungslegung ein geeignetes Instrument, um die Kosten solcher Rechtsstreite zu minimieren und damit den Wert des Eigenkapitals zu maximieren.32

2.1.5 Das Steuerbemessungsmotiv

Wird der Gewinnausweis aus der Finanzberichterstattung auch zur Steuerbemessung verwendet, kann der Barwert der Steuerzahlungen minimiert werden, wenn Gewinne möglichst weit in die Zukunft verlagert werden. Konservative Rechnungslegung, die gewinnmindernde Informationen antizipiert und gewinnerhöhende Informationen erst bei ihrer Realisierung berücksichtigt, dient diesem Ziel.33 Doch auch wenn die Berechnung des zu versteuernden Gewinns explizit unabhängig von der Gewinnermittlung des Finanzberichts ist, kann Conservatism zur Steuerminimierung sinnvoll sein. Denn bspw. für die USA konnte nachgewiesen werden, dass die Methoden der steuerrechtlichen Gewinnermittlung sich an den Methoden der externen Rechnungslegung orientieren.34

2.1.6 Das Regierungsinterventionsmotiv

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, dass Staatsregierungen Unternehmen enteignen und verstaatlichen. Manager sehen sich damit der Gefahr ausgesetzt, ihren Arbeitsplatz in der Unternehmensleitung zu verlieren. Diese Gefahr können sie durch eine Anpassung der Unternehmensrechnung verringern. Auch diese Überlegung ba- siert auf der Annahme, dass Manager gegenüber der Regierung einen Informationsvorteil bzgl. der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage des Unternehmens haben. Ist in einem Land eine eigennützige Regierung an der Macht, könnte diese erfolgreiche Unternehmen verstaatlichen, um durch Bereitstellung von Arbeitsplätzen und Verteilung des Firmenvermögens zukünftige Wählerstimmen zu sichern.35 In diesem Fall ist konservative Rechnungslegung das passende Instrument des Managers, um das Unternehmen weniger profitabel erscheinen zu lassen.36

Ist die Regierung jedoch wohlwollend, könnte sie sich verpflichtet fühlen, Unternehmen mit schwacher Performance zu verstaatlichen, um deren Produktionsleistung und Arbeitsplätze zum Wohle der Gesellschaft zu erhalten.37 Um eine so motivierte

Übernahme zu verhindern, ist es für den Manager zielführend, das Unternehmen durch ein möglichst geringes Maß an Conservatism profitabler darzustellen. Die Implikationen für die Ausgestaltung der Rechnungslegung, die aus der Möglichkeit der Intervention des Staates resultieren, sind also nicht eindeutig und von Land zu Land verschieden.38

2.1.7 Das Motiv der Standardsetter

Nicht nur Manager, sondern auch Standardsetter haben ein Motiv für eine konservative Ausgestaltung der Rechnungslegung. Dies ist darin begründet, dass Kursverluste an der Börse, die aus der Aufdeckung überhöhter Vermögensund Gewinnausweise resultieren, stärker wahrgenommen werden als entgangene Kursgewinne, die auf einer bilanziellen Unterbewertung basieren. Daher stehen Vorschriften eines Rech- nungslegungssystems bzw. deren Urheber, die Standardsetter, stärker in der Kritik bei Überbewertungen. Konservative Bilanzierungsregeln, die den aktuellen Gewinnausweis verkleinern, den Wert von Vermögenspositionen unterund die Höhe von

Verbindlichkeiten überschätzen, reduzieren mögliche Kritik und sichern damit den Arbeitsplatz der Standardsetter.39

2.1.8 Zwischenfazit zu den Motiven

Es konnte gezeigt werden, dass Standardsetter einen Anreiz haben zur Formulierung von Rechnungslegungsvorschriften, die vom Conservatism geprägt sind. Doch auch unabhängig von diesen Vorschriften haben Manager im Sinne einer effizienten Unternehmensführung ein freiwilliges Motiv für eine konservative externe Rechnungslegung. Denn diese minimiert u.a., wie gezeigt wurde, Zinsund Steuerzahlungen sowie mit Rechtsstreitigkeiten verbundene Kosten.40 Wenn also die konservative Rechnungslegung dahingehend kritisiert wird, dass sie nicht die tatsächliche wirtschaftliche Situation des Unternehmens abbildet, muss jedoch bedacht werden, dass gerade dies einen Mechanismus zur Maximierung des Eigenkapitalwertes darstellt.41

2.2 Ausprägungen konservativer Rechnungslegung

Nachdem zuvor die Berechtigung konservativer Rechnungslegung nachgewiesen werden konnte, sollen nun deren Auswirkungen auf die Größen des Jahresabschlusses dargestellt werden. Die zeitgenössische Fachliteratur unterscheidet hier die zwei Ausprägungen ex ante-“ und ” ex post Conservatism“. Ex ante Conservatism beschreibt ” Aspekte der Rechnungslegung, die unmittelbar bei der erstmaligen Bilanzierung einer Vermögensoder Verbindlichkeitsposition zu einer Unterbewertung des Nettovermögens42 führen. Ex post Conservatism beschreibt die Bildung einer solchen stillen Reserve nach der erstmaligen Bilanzierung beim Auftreten neuer Informationen. Negative (gewinnmindernde) Nachrichten führen zu einer sofortigen Abwertung des Buchwerts. Positive (gewinnerhöhende) Nachrichten werden jedoch nicht mit einer entsprechenden Zuschreibung berücksichtigt.43 Beide Conservatism-Arten reduzieren den Buchwert des Eigenkapitals und wirken sich auf den ausgewiesenen Gewinn aus, der Unterschied besteht jedoch im Zeitpunkt. Die ex ante-Ausprägung verwertet nur zu Beginn der Nutzungsdauer eines Vermögenswertes erhältliche Informationen, die ex post Ausprägung jedoch berücksichtigt auch neue Informationen im Zeitablauf.44

2.2.1 Ex ante Conservatism

Ex ante Conservatism45 ist dann gegeben, wenn der Buchwert einer Bilanzposition bereits bei ihrer erstmaligen Berücksichtigung im Jahresabschluss gegenüber ihrem Marktwert unterbewertet ist. Dieser Effekt lässt sich auf zwei Formen ex ante konservativer Rechnungslegung zurückführen. Die erste Form beschreibt eine bilanzielle Unterbewertung gegenüber den erwarteten zukünftigen Cash Flows eines Projekts, die mit einer überhöhten Aufwandserfassung einhergeht. Beispiel hierfür ist die Pflicht zur sofortigen Aufwandserfassung von Investitionsausgaben in Werbung, Weiterbildungsmaßnahmen oder auch FuE-Projekte.46 Zu dieser Form des ex ante Conservatism zählt auch die Verwendung von Abschreibungssätzen für Vermögenswerte des Anlagevermögens, die im Verhältnis zum tatsächlichen ökonomischen Wertverzehr überhöht sind. Denn auch hier liegt der Buchwert von Beginn der Nutzungsdauer an unter dem Marktwert des entsprechenden Vermögenswertes. Die zweite Form der ex ante-Ausprägung des Vorsichtsprinzips entspricht dem Rechnungslegungsgrundsatz, dass die historischen Kosten eines Projekts als dessen bilanzielle Wertobergrenze dienen. Durch diese Regelung wird ein positiver Kapitalwert eines Projekts nie im Jahresabschluss erfasst.47

Im Folgenden wird zur Darstellung der Auswirkungen des ex ante Conservatism auf Größen des Jahresabschlusses im Vergleich zu einer neutralen Bilanzierung beispielhaft eine Investition in einen immateriellen Vermögenswert betrachtet.48 Hierzu sei eine sofortige Aufwandserfassung der gesamten Investition unterstellt, während eine neutrale Rechnungslegung durch Aktivierung und anschließende Abschreibung repräsentiert wird. Eine solche Investition führt bei Anwendung der ex ante konservativen Methode in der aktuellen Periode zu einem um den Investitionsbetrag geringeren Gewinnausweis gegenüber der neutralen Methode. Weiteres Ergebnis ist ein entsprechend kleineres Eigenkapital und damit Bildung einer stillen Reserve, die zukünftige Rückflüsse aus der Investition erwarten lässt. In den Folgeperioden wird im Vergleich zur Aktivierungsalternative ein höherer Gewinn ausgewiesen, da sich keine Abschreibungen ergebnismindernd auswirken. Damit nähert sich auch die

Höhe des konservativ erfassten Eigenkapitals der Höhe des neutral erfassten Eigenkapitals wieder an, erreicht sie allerdings erst, sobald der Vermögenswert vollständig abgeschrieben ist.

Wird nun eine solche Investition nicht nur einmalig getätigt, sondern fortlaufend im Geschäftsbetrieb, ergibt sich ein etwas anderes Bild. Der ex ante Conservatism hat auf den Gewinnausweis keine Auswirkungen mehr, wenn das Investitionsniveau im Zeitablauf konstant gehalten wird. Denn die sofortige Aufwandserfassung der Ausgaben wird vollständig kompensiert durch das Ausbleiben der Abschreibungen für Investitionen aus den Vorperioden.49 Der Buchwert des Eigenkapitals des Unternehmens ist bei ex ante konservativer Abschlusserstellung allerdings von seinem Gründungszeitpunkt an bis zu seiner Liquidation unterbewertet.50 Steigende Investitionen führen gegenüber der neutralen Bilanzierung zu kleineren Gewinnen und wachsenden stillen Reserven, da eine relativ hohe aktuelle Investitionsausgabe nicht vollständig durch die Abschreibungen von relativ geringen Investitionen der Vorperioden ausgeglichen wird. Bei zurückgehenden Investitionen ist der umgekehrte Effekt zu beobachten. Die Gewinne fallen größer aus und die stillen Reserven schrumpfen.51 Im Fall reduzierter Investitionsausgaben führt ex ante Conservatism also nicht zu einem vorsichtigen, sondern zu einem aggressiven Gewinnausweis, der eine schlechte Ertragslage verschleiert.52

2.2.2 Ex post Conservatism

Ex post Conservatism53 beschreibt die asymmetrische Berücksichtigung positiver (gewinnerhöhender) und negativer (gewinnmindernder) Nachrichten in der Rechnungslegung. Während negative Informationen unmittelbar durch eine Abschreibung des Buchwertes des Nettovermögens erfasst werden, führen positive Informationen nicht sofort zu einer vergleichbaren Zuschreibung. Die nicht zeitnah erfolgende Berücksichtigung der gewinnerhöhenden Nachrichten stellt dabei das konservative Merkmal dar.54,55 Basu interpretiert den ex post Conservatism als die buchhalterische Tendenz, von positiven Nachrichten gegenüber negativen Nachrichten einen höheren Grad an Verlässlichkeit zu verlangen, um sie bilanziell zu berücksichtigen. Negative Informationen werden somit im Vergleich zu positiven Nachrichten in größerem Umfang im aktuellen Gewinn abgebildet.56

Auf die Größen des Jahresabschlusses wirkt sich der ex post Conservatism wie folgt aus. Positive Informationen werden nur anteilig im aktuellen Jahresabschluss berücksichtigt, wodurch die Erhöhung des aktuellen Gewinns und damit auch der Wertzuwachs des bilanziellen Eigenkapitals relativ gering ausfällt. Der unberücksichtigte Teil der Informationen wirkt sich erst in den Folgeperioden bei deren Realisierung gewinnerhöhend aus. Im Buchwert des Eigenkapitals sind die Informationen deshalb erst dann vollkommen eingepreist, wenn diese vollständig realisiert bzw. durch externe Dritte verifizierbar sind. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Eigenkapital unterbewertet. Negative Nachrichten werden hingegen vollständig im aktuellen Gewinn und somit auch im Eigenkapitalausweis erfasst. Auf die Gewinnermittlung der Folgeperioden haben sie keinen Einfluss mehr. Während eine auf positiven Informationen basierende Gewinnerhöhung nachhaltig ist, sich also in den Folgeperioden fortsetzt, ist ein Gewinneinbruch aufgrund negativer Informationen ein einmaliger Effekt.57

Des Weiteren ist zu beachten, dass zwischen der ex anteund der ex post-Ausprägung des Conservatism eine wechselseitige Beziehung besteht. Ist der Buchwert eines Vermögenswertes bereits aufgrund ex ante konservativer Rechnungslegungsmethoden gegenüber seinem Marktwert unterbewertet, so ist das Ausmaß einer möglichen Abschreibung bei neuen negativen Informationen begrenzt. Hat ein Vermögenswert im Extremfall einen bilanziellen Wertansatz von Null, so hat eine eigentlich gewinnmindernde Nachricht gar keine Auswirkungen auf den Gewinn. Definiert man den ex post Conservatism über die asymmetrische Auswirkung positiver und negativer Informationen auf den aktuellen Gewinn, so ist hieraus zu folgern, dass das Ausmaß ex ante konservativer Bilanzierung den ex post Conservatism begrenzt.58

Als Existenzberechtigung der ex post-Ausprägung des Vorsichtsprinzips lassen sich insbesondere die aus den Abschnitten 2.1.2 und 2.1.3 bekannten Kontraktmotive anführen. Denn diese Ausprägung konservativer Rechnungslegung erlaubt eine Kommunikation aktueller Informationen, welche die Eigenund Fremdkapitalgeber als Kontraktpartner des Managements nachfragen. Die vollständige Erfassung negativer Informationen im aktuellen Jahresabschluss bildet die Entwicklung der Wertuntergrenze des Unternehmensvermögens ab, die für die Gläubiger von Interesse ist. Außerdem werden im Sinne der Aktionäre unrentable Projekte schnellstmöglich aufgedeckt, die so frühzeitig abgebrochen werden können oder erst gar nicht realisiert werden. Die bilanzielle Berücksichtigung nur verifizierbarer positiver Nachrichten sorgt dafür, dass das Management den Gewinnausweis nicht im Eigeninteresse manipulieren kann und so die kommunizierten Informationen für die Vertragspartner verlässlich sind. Diese Informationsfunktion des ex post Conservatism wird durch die ex ante-Ausprägung eher behindert. Denn je größer das Ausmaß der bilanziellen Unterbewertung ist, desto kleiner ist die Möglichkeit, aktuelle negative Informationen durch den Jahresabschluss zu kommunizieren.59

2.2.3 Zwischenfazit zu den Ausprägungen konservativer Rechnungslegung

Eine Rechnungslegung, die vom ex anteund ex post Conservatism geprägt ist, bildet nicht die tatsächliche wirtschaftliche Situation eines Unternehmens ab. Für den Buchwert des Eigenkapitals lassen sich eine Verzerrung und eine zeitliche Verzögerung als zwei unterscheidbare Effekte beobachten. Ex ante konservative Bilanzierung verursacht eine beständige Verzerrung durch eine Unterbewertung, die ein Unternehmen von seiner Gründung an bis zu seiner Liquidation begleitet. Die zeitliche Verzögerung basiert auf der unvollständigen Erfassung aktueller gewinnerhöhender Informationen in der Bilanz im Sinne des ex post Conservatism. Auch dies hat eine Unterbewertung zur Folge, die sich jedoch im Zeitablauf aufhebt.60 Des Weiteren trägt in Wachstumsperioden der ex ante Conservatism zu einem zu geringen Gewinnausweis bei. Ein überhöhter Gewinnbeitrag tritt hingegen in Folge einer Reduzierung der stillen Reserven in schwächeren Perioden auf. Ex post Conservatism führt bei Auftreten positiver Informationen im Vergleich zu einer neutralen Rechnungslegung zu einem geringeren aktuellen Gewinnausweis, der durch höhere Gewinne in den Folgeperioden wieder ausgeglichen wird.

2.3 Zwischenfazit zum Conservatism

Conservatism ist ein zentrales Konzept der Rechnungslegung und dient einer effizienten Unternehmensführung.61 Er erlaubt die zeitnahe Aufdeckung unrentabler Projekte und verringert durch die Bereitstellung verlässlicher Informationen bzgl. des Kreditausfallrisikos die Fremdkapitalkosten. Darüberhinaus trägt er zur Minimierung der Kosten möglicher Rechtsstreitigkeiten sowie des Barwertes der Steuerzahlungen bei. Diese Effekte maximieren den Wert des Eigenkapitals. Ein Manager, der sich verlässlich an eine vom Vorsichtsprinzip geprägte Rechnungslegung bindet, erhöht so seinen Wert für die Aktionäre, was sich auf sein Gehalt und auf die Sicherheit seines Arbeitplatzes positiv auswirken dürfte. Aus persönlichem Interesse haben ebenfalls die Standardsetter einen Anreiz, Rechnungslegungsvorschriften zu erlassen, die eher eine bilanzielle Unterals eine Überbewertung zur Folge haben.

Auswirkungen einer vom Vorsichtsprinzip geprägten Unternehmensrechnung lassen sich sowohl in der Bilanz als auch in der GuV aufdecken. Dabei kann die ex ante-Ausprägung des Conservatism von der ex post-Ausprägung unterschieden werden. Beide Ausprägungen führen zu einer bilanziellen Unterbewertung des Nettovermögens bzw. des Eigenkapitals sowie zu einer Verringerung des Gewinns, die in späteren Perioden allerdings wieder ausgeglichen wird. Während der ex post Conservatism diese Effekte in Abhängigkeit vom Auftreten neuer Informationen durch eine asymmetrische Berücksichtigung positiver und negativer Nachrichten hervorruft, treten die genannten Resultate beim ex ante Conservatism grundsätzlich bei der erstmaligen buchhalterischen Erfassung eines Vermögenswertes auf. Diese gegenüber einer neutralen Unternehmensrechnung vorliegende Verzerrung der Rechnungslegungsdaten ist zu berücksichtigen, wenn durch Bewertungsmodelle auf Basis von Jahresabschlussgrößen Marktwerte des Eigenkapitals ermittelt werden.

3. Die Modelle von Ohlson (1995) und Feltham-Ohlson (1995/1996)

Das Ohlson-Modell von 1995 (OM95) leitet eine auf aktuellen Rechnungslegungsdaten basierende Bewertungsfunktion für den Marktwert des Eigenkapitals62 eines Unternehmens her. Feltham/Ohlson erweitern das OM95 in ihren Modellen von 1995 (FOM95) und 1996 (FOM96), indem sie den Einfluss des Conservatism auf die Rechnungslegungsdaten explizit berücksichtigen und so modifizierte Bewertungsfunktionen herleiten. In Abschnitt 3.2 wird das grundlegende OM95 und die Annahmen, auf denen es basiert, ausführlich vorgestellt und kritisch hinterfragt. Anschließend soll in den Abschnitten 3.3 und 3.4 das FOM95 bzw. das FOM96 in entsprechender Weise analysiert und insbesondere herausgearbeitet werden, wie in den Modellen der Conservatism berücksichtigt wird. Abgeschlossen wird das Kapitel mit einem Zwischenfazit in Abschnitt 3.5. Als Legitimierung für eine so ausführliche Beschäftigung mit den Modellen von Ohlson und Feltham/Ohlson soll jedoch zunächst in Abschnitt 3.1 ihre Bedeutung für die Bewertungsrelevanzforschung aufgezeigt werden.

3.1 Bedeutung der Modelle

Bereits kurz nach ihrem Erscheinen wurde den Modellen von Ohlson und Feltham/Ohlson eine enorme Bedeutung beigemessen. Bernard sieht in ihnen die Grundlage einer Neuausrichtung der Kapitalmarktforschung.63 Lundholm bezeichnet sie als Meilenstein und spricht ihnen die Rolle eines Rahmenwerkes für Überlegungen zur Bewertungsrelevanz von Rechnungslegungsdaten zu.64 Diese frühzeitig ausgesprochenen Einschätzungen haben sich im Zeitablauf bewahrheitet, denn inzwischen dominieren die Modelle und ihre Erweiterungen den gesamten empirischen Forschungszweig zur Bewertungsrelevanz.65

Worin der wirkliche Beitrag der Modelle zum Fortschritt der Bewertungsrelevanzforschung liegt, lässt sich nachvollziehen, wenn man die empirischen Studien aus der Zeit vor der Veröffentlichung der Aufsätze von Ohlson und Feltham/Ohlson betrachtet.

Unter der Annahme, dass sich der Marktwert des Eigenkapitals im Niveau von Bestandsgrößen der Bilanz widerspiegelt, verwendet z.B. Barth in Regressionsrechnungen Buchwertgrößen von Vermögensund Verbindlichkeitspositionen, um den Börsenwert von Unternehmen zu erklären.66

Auf ähnlich einfachen Überlegungen basieren die Regressionsrechnungen von Easton/Harris. Sie setzen voraus, dass sowohl der Marktals auch der Buchwert des Eigenkapitals Maße des Werts des Aktionärsanspruchs sind. Weisen diese beiden Bestandsgrößen eine Verknüpfung auf, lässt sich dieser Zusammenhang auf deren jeweilige Veränderung innerhalb einer Periode als entsprechende Flussgrößen übertragen. So sollte der Periodengewinn dividiert durch den Börsenwert des Eigenkpaitals zu Periodenbeginn eine geeignete Regressionsvariable zur Erklärung der Aktienrendite sein. Ein alternativer Ansatz ist die Annahme, dass der Marktwert einem Vielfachen des Gewinns entspricht. Überführt man diese Annahme in eine Flussgrößenrechnung, so sollte die Veränderung des Periodengewinns gegenüber der Vorperiode dividiert durch den Börsenwert zu Periodenbeginn eine sinnvolle Regressionsvariable zur Erklärung der Aktienrendite sein. Werden beide Überlegungen zusammengeführt, lässt sich ebenfalls eine Regressionsgleichung mit Gewinnhöhe und -veränderung als erklärenden Variablen aufstellen.67

Bereits diese Beispiele zeigen, dass bis dato kein einheitliches, auf gegenwärtigen Rechnungslegungsdaten basierendes Bewertungskonzept bestand. In empirischen Studien wurden also Regressionsrechnungen durchgeführt, in denen sowohl die Höhe verschiedener Bestandsoder Flussgrößen des Jahresabschlusses als auch deren Veränderungen oder auch eine Kombination dieser Variablen zur Erklärung des Eigenkapitalmarktwertes herangezogen wurden. Ohne eine formale Herleitung der Beziehungen zwischen den diversen Rechnungslegungsgrößen und dem Marktwert mangelte es damit einerseits an einer theoretisch fundierten Anleitung zur Konstruierung von Bewertungsmodellen für empirische Untersuchungen und andererseits auch an der Einschätzungsfähigkeit, ob die empirisch ermittelten Ergebnisse einen Sinn ergeben.68 Denn der in den Regressionen gemessene statistische Zusammenhang liefert keine Aussage über eine Ursache-Wirkung-Beziehung. Vielmehr ist nicht auszuschließen, dass sowohl die erklärenden als auch die erklärten Variablen von anderen im Regressionsmodell nicht erfassten Faktoren abhängig sind.69

Für die formale Herleitung einer solchen Beziehung zwischen dem Marktwert des Eigenkapitals und aktuellen Rechnungslegungsdaten macht Beaver drei kritische Verbindungspunkte aus. Erstens ist der aktuelle Marktwert mit den zukünftig ausgeschütteten Dividenden zu verknüpfen. Zweitens ist die Verbindung zwischen den zukünftigen Dividenden und zukünftigen Jahresabschlussdaten zu spezifizieren. Und drittens ist eine Verknüpfung der Daten zukünftiger Jahresabschlüsse mit den Daten des aktuellen Jahresabschlusses notwendig.70 Hier nun setzt Ohlson an, indem er auf Basis der genannten drei Schritte eine Beziehung zwischen den Daten der externen Unternehmensrechnung und dem Marktwert herstellt. Mit der Herleitung dieses Zusammenhangs schafft er auch eine Verknüpfung der zwei Forschungszweige, die die Rollen historischer bzw. prognostizierter Rechnungslegungsdaten71 in der Unternehmensbewertung analysieren.72

Die Frage, wie Ohlson diese Verbindung zwischen aktuellen Daten der externen Unternehmensrechnung und dem Marktwert des Eigenkapitals modelliert, von welchen Annahmen er dabei ausgeht und wie diese Prämissen einzuschätzen sind, soll im folgenden Abschnitt 3.2 detailliert beantwortet werden.

3.2 Das Ohlson-Modell 1995

Die Herleitung der Beziehung zwischen aktuellen Daten der Rechnungslegung und dem aktuellen Marktwert des Eigenkapitals innerhalb des OM95 soll im Folgenden in zwei Schritten dargestellt werden. Abschnitt 3.2.1 führt bis zum Residualgewinnmodell, dessen Bewertungsfunktion auf zukünftig erwarteten Jahresabschlussdaten basiert. Abschnitt 3.2.2 vollzieht den letzten offenen Arbeitsschritt und resultiert in dem gesuchten Bewertungsmodell auf Basis aktueller Daten des Jahreabschlusses. Zusammengefasst werden die wesentlichen Aspekte des OM95 in Abschnitt 3.2.3.

3.2.1 Das Residualgewinnmodell: Bewertung mit zukünftigen Rechnungslegungsdaten

Bevor das OM95 im Einzelnen vorgestellt wird, sei an dieser Stelle bereits auf ein erstes wesentliches Merkmal hingewiesen. Das Modell steht in einem neoklassischen Kontext.73 Das bedeutet nicht nur, dass im Rahmen der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes Transaktionskosten und Steuern vernachlässigt werden, sondern insbesondere auch, dass von einer symmetrischen Informationsverteilung ausgegangen wird, also alle Marktteilnehmer dieselben homogenen Erwartungen teilen.74 Wie kritisch dieser Ausgangspunkt zu sehen ist, kann bereits aus den beiden vorangegangenen Kapiteln abgeleitet werden. Denn das Vorliegen einer Situation asymmetrischer Informationsverteilung zwischen Management und Kapitalgebern wurde als zentrale Begründung für die Existenz externer Rechnungslegung ausgemacht. Wird hingegen von einer symmetrischen Informationsverteilung ausgegangen, besteht keine Nachfrage nach Daten aus der Unternehmensrechnung, denn unter dieser Annahme haben die Investoren des Kapitalmarktes das gleiche Wissen wie die Unternehmensleitung und schätzen auch den Wert der Firma bzw. des Eigenkapitals in der gleichen Weise ein. Daher besteht unter dieser Prämisse auch kein Bedarf für ein Modell, das den Wert des Eigenkapitals durch Jahresabschlussdaten erklären kann.

Verrecchia bringt diese Überlegung auf den Punkt, wenn er fragt:

If firm value is ” common knowledge, however, why does anyone care whether it can be summarized as an expression that involves only earnings and assets?“75 Auf kritische Implikationen, die die Prämisse einer symmetrischen Informationsverteilung mit sich bringt, wird im weiteren Verlauf der Arbeit an den entsprechenden Stellen hingewiesen.

Der aktuelle Wert einer sicheren Zahlungsreihe kann gemäß der neoklassischen Finanztheorie berechnet werden, indem die einzelnen Zahlungen mit dem für den jeweiligen Zeitraum gültigen Kassazinssatz auf den heutigen Tag abdiskontiert und dann diese Barwerte aufsummiert werden. Ist die Höhe der künftigen Zahlungen unsicher, kann eine Bewertung durch eine Abdiskontierung der erwarteten Zahlungen mit entsprechend der Risikoeinstellung der Zahlungsempfänger adjustierten Zinssätzen erfolgen.76 Überträgt man diesen Mechanismus auf die Unternehmensbewertung, so entspricht der Wert des Eigenkapitals dem Barwert der zukünftig erwarteten Dividendenausschüttungen, die mit einem unternehmensspezifischen Eigenkapitalkostensatz abzuzinsen sind.77 Dieses Dividendendiskontierungsmodell bildet den Ausgangspunkt des OM95. Zur Vereinfachung werden die Investoren als risikoneutral angenommen und eine flache, sichere Zinsstruktur unterstellt. Dies erlaubt eine Diskontierung mit einem für alle Ausschüttungszeitpunkte identischen risikofreien Zins, so dass die Preisgleichung [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] gilt. Grafisch dargestellt ist dieser Zusammenhang in Abb. 1, in der sich die auf der Zeitachse abgetragenen erwarteten Dividenden nach der Abdiskontierung zum Marktwert des Eigenkapitals P t aufsummieren.78 Dabei kann die Nettodividende d t79 auch negative Werte annehmen, wenn dem Unternehmen in der entsprechenden Periode mehr externes Eigenkapital zugeführt als ausgeschüttet wird.80

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das Dividendendiskontierungsmodell (Quelle: eigene Darstellung)

[...]


1 Vgl. Coenenberg, A. G. (2005), S. 20; Haller, A./Walton, P. (2000), S. 5.

2 Vgl. Wagenhofer, A./Ewert, E. (2003), S. 120.

3 Für eine Übersicht von Studien zur Kapitalmarktrelevanz von Rechnungslegungsdaten vgl. Lindemann, J. (2006), S. 968ff.

4 Vgl. Coenenberg, A. G./Haller, A. (1993), Sp. 506.

5 Vgl. Barth, M. E./Beaver, W. H./Landsman, W. R. (2001), S. 80.

6 Vgl. Wagenhofer, A./Ewert, E. (2003), S. 120f.

7 Die Ergebnisse der Bewertungsrelevanzforschung sind einerseits aus der Perspektive der Standardsetter zur Anpassung von Bilanzierungsvorschriften an die Informationsinteressen von (potentiellen) Eigenkapitalgebern von Bedeutung. Andererseits können die Resultate aus Investorensicht bei der Suche nach geeigneten Bewertungsverfahren und Anlagestrategien Verwendung finden. Vgl. Mölls, S. H./Strauß, M. (2007), S. 957.

8 Vgl. Richardson, G./Tinaikar, S. (2004), S. 227; Bernard, V. L. (1995), S. 741.

9 Vgl. Ohlson, J. A. (1995), S. 674.

10 Conservatism kann als US-amerikanisches Gegenstück zum deutschen Vorsichtsprinzip gesehen werden. Vgl. Coenenberg, A. G. (2005), S. 70. In dieser Arbeit werden beide Begriffe synonym verwendet.

11 Vgl. Watts, R. L. (2003), S. 208.

12 Wagenhofer, A./Ewert, E. (2003), S. 11f.

13 Vgl. Feltham, G. A./Ohlson, J. A. (1995), S. 705.

14 Vgl. Feltham, G. A./Ohlson, J. A. (1996), S. 221.

15 Bliss, J. H. (1924) zitiert nach Watts, R. L. (2003), S. 208.

16 Vgl. Basu, S. (1997), S. 8.

17 Vgl. Richter, R./Furubotn, E. G. (2003), S. 173f. 18Vgl. Picot, A./Dietl, H./Franck, E. (2005), S. 74. 19Vgl. Schmidt, M. (2005), S. 10f.

20 Vgl. Jensen, M. C./Meckling, W. H. (1976), S. 311.

21 Vgl. Schmidt, M. (2005), S. 11.

22 Vgl. Watts, R. L. (2003), S. 211.

23 Vgl. Watts, R. L. (2003), S. 211ff.

24 Vgl. Ball, R. (2001), S. 139.

25 Vgl. Ball, R. (2001), S. 139f.

26 Immaterielle Vermögenswerte bspw. werden größtenteils nicht aktiviert, obwohl sie bei der Unternehmensfortführung zumeist einen wesentlichen Wert darstellen. Im Insolvenzfall haben sie hingegen oft einen Liquidationswert von Null. Vgl. Holthausen, R. W./Watts, R. L. (2001), S. 36.

27 Vgl. Watts, R. L. (2003), S. 212.

28 Für deutsche Unternehmen, die den Jahresabschluss nach den Vorschriften des HGB aufstellen, ist eine solche Ausschüttungsbegrenzung gesetzlich festgelegt. Da für den Jahresabschluss nach US-GAAP eine Ausschüttungsbemessungsfunktion nicht vorgesehen ist, wird hier eine Begrenzung der Dividendenzahlungen direkt im Kreditkontrakt in Form von Schutzklauseln, sogenann- Covenants“, vertraglich festgehalten. Vgl. Coenenberg, A. G. (2005), S. 15ff.; Kahle, H. ” S. 704f.

29 Vgl. Watts, R. L. (2003), S. 212.

30 Vgl. Guay, W./Verrecchia, R. (2006), S. 157.

31 Vgl. Kellogg, R. L. (1984), S. 186f., insbesondere Fn. 3.

32 Vgl. Watts, R. L. (2003), S. 216.

33 Vgl. Watts, R. L. (2003), S. 216f.

34 Vgl. Guenther, D. A./Maydew, E. L./Nutter, S. E. (1997), S. 232.

35 Vgl. Shleifer, A./Vishny, R. W. (1994), S. 995f. und S. 1020.

36 Vgl. Bushman, R. M./Piotroski, J. D. (2006), S. 115.

37 Vgl. Shleifer, A./Vishny, R. W. (1994), S. 1019f.

38 Vgl. Bushman, R. M./Piotroski, J. D. (2006), S. 115.

39 Vgl. im Internet: Watts, R. L. (1993).

40 Vgl. Guay, W./Verrecchia, R. (2006), S. 158.

41 Vgl. Ball, R. (2001), S. 142.

42 Das Nettovermögen ergibt sich durch Bildung der Differenz von Vermögen und Fremdkapital eines Unternehmens. Die entsprechende Residualgröße auf der Passivseite der Bilanz ist das Eigenkapital. Vgl. Coenenberg, A. G. (2005), S. 283.

43 Vgl. Beaver, W. H./Ryan, S. G. (2005), S. 269.

44 Vgl. Basu, S. (2005), S. 313f.

45 Die ”ex ante“-Ausprägung des Vorsichtsprinzips trägt in der Literatur aufgrund ihrer Unabhängigkeit von neuen Informationen auch die Bezeichnungen ”unconditional “ und news inde- ” pendent“. Vgl. Beaver, W. H./Ryan, S. G. (2005), S. 269.

46 Ausnahmen von dieser Regelung bilden bspw. die unter bestimmten Voraussetzungen geltende Aktivierungspflicht von Entwicklungskosten nach der IFRS-Rechnungslegung und das Ansatzgebot von Softwareentwicklungskosten nach US-GAAP. Vgl. Burger, A./Ulbrich, P./Knoblauch, J. (2006), S. 729f.; Esser, M./Hackenberger, J. (2004), S. 406.

47 Vgl. Beaver, W. H./Ryan, S. G. (2005), S. 269; Richardson, G./Tinaikar, S. (2004), S. 229.

48 Hierzu sei angemerkt, dass die im Folgenden beschriebenen Effekte auf andere ex ante konservative Bilanzierungsmethoden wie die vorschnelle Abschreibung oder die Verwendung historischer Kosten als Wertobergrenze übertragbar sind.

49 Vgl. Penman, S. H. (2003), S. 562ff.; Penman, S. H./Zhang, X.-J. (2002), S. 241.

50 Vgl. Ryan, S. G. (2006), S. 513.

51 Vgl. Penman, S. H. (2003), S. 565ff.; Penman, S. H./Zhang, X.-J. (2002), S. 241.

52 Vgl. Lev, B./Sarath, B./Sougiannis, T. (2005), S. 981; Watts, R. L. (2003), S. 215.

53 Aufgrund der Abhängigkeit dieser Conservatism-Ausprägung vom Eintreffen neuer Informationen wird sie in der Literatur auch als conditional“ oder news dependent“ bezeichnet. Vgl. Beaver, W. H./Ryan, S. G. (2005), S. ” 269.

54 Vgl. Ryan, S. G. (2006), S. 512f.

55 Als Beispiel sei hier die Anwendung von Niederstwertbzw. Impairment Tests in der Folgebewertung von Vermögenswerten angeführt. Liegt der Buchwert über dem erzielbaren Betrag, so ist dieser abzuschreiben. Übersteigt jedoch der erzielbare Betrag den Buchwert, findet keine Wertzuschreibung statt. Vgl. Coenenberg, A. G. (2005), S. 111ff.

56 Vgl. Basu, S. (1997), S. 4.

57 Vgl. Basu, S. (1997), S. 11ff.

58 Vgl. im Internet: Pope, P. F./Walker, M. (2003).

59 Vgl. Ball, R./Shivakumar, L. (2005), S. 87ff.

60 Vgl. Beaver, W. H./Ryan, S. G. (2000), S. 128ff.

61 Vgl. im Internet: Watts, R. L. (1993).

62 In der Literatur wird häufig der Begriff ”Unternehmenswert“ für den Marktwert des Eigenkapitals verwendet, während an anderer Stelle der gleiche Begriff für den Marktwert von Eigenund Fremdkapital steht. In dieser Arbeit beschreibt die Formulierung Unternehmenswert“ einheitlich des Gesamtmarktwert von Eigenund Fremdkapitalansprüchen. ” Marktwert des Eigenkapitals allein wird auch als solcher bezeichnet.

63 Vgl. Bernard, V. L. (1995), S. 733.

64 Vgl. Lundholm, R. J. (1995), S. 749.

65 Vgl. Mölls, S. H./Strauß, M. (2007), S. 959.

66 Vgl. Barth, M. E. (1991), S. 438ff.

67 Vgl. Easton, P./Harris, T. S. (1991), S. 21ff.

68 Vgl. Schmidt, M. (2005), S. 109; Bernard, V. L. (1995), S. 741.

69 Vgl. Schmidt, M. (2005), S. 113.

70 Vgl. Beaver, W. H. (1998), S. 69.

71 Vgl. für eine thematische Übersicht zu zukunftserfolgsorientierten Bewertungsverfahren bzw. zum gegenwärtige Rechnungslegungsdaten berücksichtigen Multiplikatorverfahren Schultze, W. (2003), S. 73ff. und S. 156ff.

72 Vgl. Richardson, G./Tinaikar, S. (2004), S. 224.

73 Vgl. Ohlson, J. A. (1995), S. 663ff.

74 Vgl. Kruschwitz, L. (2004), S. 41.

75 Verrecchia, R. E. (1998), S. 113f.

76 Vgl. Kruschwitz, L. (2004), S. 51ff.

77 Vgl. Schultze, W. (2003), S. 73f.

78 Die Abbildungen dieser Arbeit sind stilisiert, d.h. die Größenverhältnisse der grafischen Elemente sagen nichts über die Höhe der visualisierten Variablen aus. So symbolisiert bspw. die übereinstimmende Größe aller die erwarteten Nettodividenden umrahmenden Rechtecke in Abb. 1 nicht eine konstante Höhe der Erwartungswerte in allen Zeitpunkten.

79 Im Folgenden wird die ” Nettoposition aus Dividendenausschüttungen und Kapitalzuführungen“ Dividende“ bezeichnet. d t zur sprachlichen Vereinfachung als ”

80 Vgl. Ohlson, J. A. (1995), S. 665f.

Details

Seiten
103
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640285648
ISBN (Buch)
9783640286157
Dateigröße
866 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v123846
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre - Rechnungslegung und Controlling
Note
1,0
Schlagworte
Unternehmensbewertung Bewertungsrelevanz Vorsichtsprinzip Agency-Theory

Autor

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Titel: Der Einfluss des Conservatism im Feltham-Ohlson-Modell