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Ökotourismus als Mittel zur Erreichung internationaler Entwicklungsziele

Studienarbeit 2005 29 Seiten

Tourismus - Sonstiges

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

Einleitung

1 Fakten zum weltweiten Tourismus

2 Anforderungen an Ökotourismus

3 Internationale Entwicklungziele

4 Deutsche Entwicklungspolitik und Tourismus

5 Der Chumbe Island Coral Park - nachhaltige Entwicklung durch
Ökotourismus
Ausgangssituation
Bildung
Forschung
Erhalt der biologischen Vielfalt
Gebäude
Energieversorgung
Wasser-Ver- und entsorgungs-System
Müllvermeidung und adäquate Entsorgung
Empowerment
Partizipation
Stärkung der lokalen Wirtschaft
Marketing
Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Organisationen, Netzwerkbildung
Wirtschaftlichkeit

6 Ökotourismus als Mittel zur Erreichung internationaler Entwicklungsziele

Literaturverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

DARSTELLUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Ecotourism – A Balancing Act

Abbildung 2: Das Chumbe-Ökoresort

Abbildung 3: Skizze eines Öko-Bungalows auf Chumbe Island

EINLEITUNG

Tourismus ist einer der weltweit größten Wirtschaftszweige und nimmt dadurch in erheblichem Maße Einfluss auf die globale Entwicklung. Dieser Einfluss kann negativ sein, vor allem, wenn ökonomische Interessen die einzige Entscheidungsgrundlage für Tourismus bilden. Ein nachhaltiger Tourismus berücksichtigt gleichermaßen ökonomische, ökologische und soziokulturelle Interessen. Damit kann er einen wertvo llen Beitrag zu einer nachhaltigen Gesamtentwicklung leisten. Dies gilt in besonderem Maße hinsichtlich ökologischer Aspekte. Nutzt man Natur zur Erreichung eines kurzfristigen Nutzens, zerstört man langfristig seine Lebensgrundlage. Ökotourismus stellt ein Mittel dar, Natur langfristig in Wert zu setzen. Als solches berücksichtigt er neben ökologischen auch soziale, kulturelle und ökonomische Bereiche.

Eine nachhaltige Entwicklung ist auch die Vorgabe für die weltweite Entwicklung. Diese folgt bestimmten Zielen, die auf internationaler Ebene formuliert wurden und damit eine Richtung auch für die Entwicklung von Nationalstaaten vorgeben. Zur Erreichung dieser Ziele arbeiten die ökonomisch wohlhabenderen Staaten mit den sogenannten Entwicklungsländern zusammen. Deutschland, als Nationalstaat wie auch als Mitglied der Europäischen Union und der Vereinten Nationen, ist einer der größten Partner in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Zur Umsetzung von Entwicklungsprojekten werden auch touristische Elemente eingebunden, dort wo dies angebracht ist, auch ökotouristische.

Inwieweit können diese Ökotourismusprojekte einen Beitrag zur Erreichung der internationalen Entwicklungsziele leisten?

Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Arbeit.

Nachfolgend soll anhand eines konkreten Projektes in Ostafrika untersucht werden, inwieweit Ökotourismus in der Realität zur Erreichung von nachhaltigen Entwicklungszielen beitragen kann.

Kapitel 1 nennt einige Fakten zum internationalen Tourismus.

In Kapitel 2 wird aufgezeigt, was Ökotourismus ist, welche Bestandteile ihn auszeichnen und welche Anforderungen an ihn gestellt werden. Zudem wird beschrieben, wie die relevanten Akteure im Tourismus zur Entwicklung von Ökotourismus beitragen können.

In Kapitel3 werden allgemeine internationaleEntwicklungsziele vorgestellt. Dabei werden insbesondere die Ziele genannt, die im Rahmen dieser Arbeit relevant sind.

Kapitel4 beleuchtet die DeutscheEntwicklungspolitik und die Stellung des Tourismus in diesem Zusammenhang.

In Kapitel 5 wird das Projekt Chumbe Island Coral Park hinsichtlich dessen Beitrag zur Erreichung internationaler Entwicklungsziele beschrieben.

Kapitel 6 fasst zusammen und gibt einen Ausblick.

«Biodiversität ist gerade in Entwicklungsländern eine lebensnotwendige Ressource, eine Schlüsselkomponente der Armutsbekämpfung und der Krisenprävention.

Sie ist ein bisher kaum genutzter Rohstoff in Zukunftsbranchen (Tourismus, Biotechnologie/Pharma, Süßwasser) und der wichtigste Beitrag vieler Entwicklungsländer zum Schutz der globalen Umwelt.»1

Anmerkung:

Bei Textübersetzungen wurde versucht, den Originaltext inhaltlich richtig, aber nicht unbedingt wörtlich korrekt, wiederzugeben. T]eilweise wurden die Texte gekürzt.

1 FAKTEN ZUM WELTWEITEN TOURISMUS

Tourismus ist einer der größten Wirtschaftszweige weltweit – und er bewegt Menschen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Zahlen zum weltweiten Tourismus (eigene Darstellung, Daten-Quelle: Fischer Weltalmanach 2004, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2003, Sp 1301ff)

Für viele Länder stellt Tourismus eine wichtige Einnahmequelle dar. Besonders groß ist die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für Gebiete, in denen nur geringe Alternativen für Arbeitsplätze und Deviseneinnahmen bestehen (dies trifft insbesondere für viele kleine Inselstaaten in Entwicklungsländern zu).2 Doch Tourismus bringt nicht nur Segen. Überbeanspruchung von natürlichen Ressourcen, kulturelle und soziale Konflikte können den wirtschaftlichen Nutzen relativieren. Durch einen nachhaltigen Tourismus wird versucht, die Brücke zu schlagen zwischen ökonomischer Entwicklung, ökologischer Belastbarkeit und soziokultureller Verträglichkeit. Einen Teilbereich von nachhaltigem Tourismus stellt der Ökotourismus.3 dar.

2 ANFORDERUNGEN AN ÖKOTOURISMUS

Eine verbreitete und weitgehend anerkannte Definition von Ökotourismus stammt von The International Ecotourism Society (TIES) 4:

«Ecotourism is responsible travel to natural areas which conserves the environment and improves the welfare of local people.»

Damit enthält Ökotourismus die Dimensionen Reisen,Natur,SchutzundWohlfahrt. Er muss diese Dimensionen in ein Gleichgewicht setzen, Strasdas spricht von einem „Balanceakt“5:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ecotourism – A Balancing Act (Quelle: Strasdas, DSE/ZEL 2002)

Die Definition der World Conservation Union IUCN 6 erwähnt zusätzlich die Dimensionen kulturelle Besonderheiten, geringen Einfluss durch Besucher und aktive Beteiligung der Lokalbevölkerung:

«Environmentally responsible travel to natural areas, in order to enjoy and appreciate nature (and accompanying cultural features, both past and present) that promote conservation, have a low visitor impact and provide for beneficially active socio- economic involvement of local peoples.»

David Western, der erste Präsident von TIES, beschreibt die Entwicklungsfunktion von Ökotourismus:

«Ecotourism´s emphasis on local resources and employment makes it attractive to developing countries. [...] Nature-based tourism is the engine of many tropical island economies in the Caribbean, Pacific, and Indian oceans. [...] Ecotourism is about creating and satisfying a hunger for nature, about exploiting tourism´s potential for conservation and development, and about averting its negative impact on ecology, culture, and aesthetics.»7

Neben der besonderen Bedeutung für Entwicklungsländer, insbesondere für die wirtschaftliche Entwicklung von Inselstaaten, nennt er auch die Dimension Ästhetik.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2002 war das Internationale Jahr des Ökotourismus. Im Mai 2002 fand in Quebec, Kanada, das World Ecotourism Summit statt, an dem über 1.100 Delegierte aus 133 Staaten teilnahmen. Im Rahmen der Konferenz haben über 5.000 Experten Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Que bec Declaration on Ecotourism 8. Diese soll Grundlage sein für Empfehlungen der Vereinten Nationen zur Entwicklung von Ökotourismus-Aktivitäten im Kontext nachhaltiger Entwicklung.

Die Konferenz kam zu drei hauptsächlichen Schlussfolgerungen (gekürzt):

- Ecotourism is established as a politically valuable concept. Over 50 countries have developed special policies and strategies focused on ecotourism at national level. The concept of ecotourism proved its relevance as it positions natural and cultural diversity as a tourism asset. It also stresses the participation of host communities and mandates the educational value of leisure experience.
- Ecotourism has mixed reviews. Concrete evidence shows that, if managed in a sustainable manner, ecotourism helps conserve biodiversity, alleviates poverty in rural areas, and can provide benefits to local and indigenous communities situated near, or in, officially protected areas. Evidence also suggests that "greenwashing" exists and the term "ecotourism" has been abused.
- Tourism is now acknowledged as a global economic driver. The main challenge for the future is to apply the principles of ecotourism / sustainable tourism to all forms of tourism development.9

Als Unterscheidung vom breiter gefassten Konzept des nachhaltigen Tourismus werden in der Erklärung zum Ökotourismus die folgenden Prinzipien10 genannt:

- Aktiver Beitrag zu Natur- und Kulturerhalt
- Einbeziehung lokaler und indigener Gemeinschaften in Planung, Entwicklung und Betrieb und das Beitragen zu deren Wohlbefinden
- Erklärung von Kultur- und Naturerbe des Zielgebietes an die Besucher
- Ansprache besonders von Individualreisenden und kleinen organisierten Gruppen

Zudem wird betont, dass Ökotourismus eine Führungsrolle bei der Einführung nachhaltiger Praktiken im Tourismussektor inne hat.

[...]


1 BMZ (Hg.), Materialien Nr. 125, Globalisierung gerecht gestalten – Entwicklungspolitik konkret, BMZ, Bonn, 2004, S. 52

2 Vg. Fischer Weltalmanach 2004, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2003, Sp. 1303f)

3 vgl. Strasdas, W., The Ecotourism Training Manual for Protected Area Managers, DSE / ZEL, Zschortau, 2002, S. 6

4 The International Ecotourism Society, http://www.ecotourism.org/index2.php?what-is -ecotourism, 06.03.2005

5 Strasdas, W., The Ecotourism Training Manual for Protected Area Managers, DSE / ZEL, Zschortau, 2002, S. 40

6 vgl. http://nature.org/aboutus/travel/ecotourism/about/art667.html, 20.02.2005

7 David Western, Defining Ecotourism, in: Lindberg, K./Hawkins D.E. (Hg.) Ecotourism – a guide for planners and managers, Vol.1, The International Ecotourism Society, Vermont, 1993, Seite 8

8 http://www.uneptie.org/pc/tourism/ecotourism/documents.htm

9 http://www.uneptie.org/pc/tourism/ecotourism/outcomes.htm, 03.03.2005

10 http://www.uneptie.org/pc/tourism/ecotourism/documents.htm, 14.12.2004

Details

Seiten
29
Jahr
2005
Dateigröße
995 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v123736
Institution / Hochschule
Fachhochschule Eberswalde – Studiengang Nachhaltiges Tourismus-Management
Note
"-"
Schlagworte
Mittel Erreichung Entwicklungsziele Seminar

Autor

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Titel: Ökotourismus als Mittel zur Erreichung internationaler Entwicklungsziele