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"Genieße froh, was du nicht hast“ - Ein Spaziergang durch Berlin

Zu Franz Hessel und seinem Werk „Spazieren in Berlin“

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 23 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Gliederung

1.) Einleitung
1.2. ) Die Gesellschaft der Weimarer Republik. Eine Übersicht

2.) „Der Flaneur in Berlin“. Franz Hessels Großstadtansichten
2.1.) „Der Verdächtige“. Zeiterfahrung:Der langsame Flaneur im Gegensatz zur hektischen Metropole
2.2.) „Nur was uns anschaut, sehen wir“. Großstadtwahrnehmung in der Zeit des Umbruchs
2.3 .) „Genieße froh, was du nicht hast“. Genuß des Ersten Blickes

3.) „Also eine Art Lektüre ist die Sraße.Lies sie!“. Ein Resümee

4.) Bibliographie

1.) Einleitung

„Die Stadt neu anzuschauen und sie in absichtsloser Betrachtung dabei zu überraschen, wie sie zurückblickt, ist ein von Franz Hessel schon in den zwanziger Jahren postuliertes Gebot der Stunde.“[1]

„Franz Hessel ist ein liebender, auch fürsorglich schützender und analysierender Beobachter, der den Voyeurismus und die Promiskuität aller Peinlichkeit enthoben hat.“[2]

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Schriftsteller Franz Hessel. Er wird 1880 in Stettin geboren und siedelt im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Berlin über. Hier verbringt er seine Kinder- und Jugendzeit. Sie ist der Grundstein für sein späteres literarisches Werk, zu dessen bekanntestem Buch „Spazieren in Berlin“ gehört.

Er lebt weiterhin in München und Paris. Paris beeindruckt Hessel als Stadt- Komplex, der ihn wahrnehmen und empfinden läßt, daß die Straße ein eigenes Gesicht hat. Für ihn- und viele andere Künstler- ist Paris die ultimative Stadt, die Welt- Metropole.

Franz Hessel schreibt im Laufe seiner 60 Lebensjahre viele Geschichten und Feuilleton- Artikel, Romane und Erzählungen. Interessant ist dabei der Vergleich seiner Figuren mit dem Schriftsteller selbst. Seine Figuren sind stets aus dem Leben gegriffen, sie tragen autobiographische Züge und sind nicht stilisiert. Seine Romane und Erzählbände haben immer einen Spielort, über den Hessel beim Schreiben reflektiert. Das heißt, schreibt er über München, lebt er bereits in Paris und schreibt er über Paris ist er schon nach Berlin zurückgekehrt.

Im Buch „Spazieren in Berlin“, das auch unter dem Titel „Ein Flaneur in Berlin“ veröffentlicht wird, wiederholen sich einige Text- Passagen mit zuvor erschienenen anderen Prosatexten über Berlin. Dennoch ist „Spazieren in Berlin“ die einzige literarische Arbeit, die Hessel über eine Stadt schreibt, während er sich dort aufhält. Das Buch ist in 24 kleinere und größere Kapitel unterteilt. „Auf den zweiten Blick wird erkennbar, daß die in der Regel mit topographischen Titeln versehenen Kapitel in mehreren Sequenzen angeordnet sind, die sich an der Achse vom Charlottenburger Westen des neuesten Berlin über die alte Mitte nach Osten orientieren.“[3]

Die vorliegende Werksammlung orientiert sich an der Erstausgabe von 1929. Im gleichen Jahr stellt der Autor Hessel sein Buch in einer Zeitschrift vor. Er erklärt dem Leser vorab, welche Motivation seinem literarischen Spaziergang zugrunde liegt. Beim ziellosen Umherstreifen durch die Stadt, entgegen der Hektik des Alltags „entstand aus Gegenwart und Erinnerung, aus Wiedersehn und Zufallsentdeckung dies Bilderbuch ohne Bilder. [...] Vielleicht ist es wieder einmal an der Zeit, das ein nur betrachtendes Auge auf ihr [der Stadt Berlin] ruht.“[4]

Hessels Flaneur schreibt immer in der „Ich“- Form und spricht den Leser direkt an. Oft gibt er ihm Ratschläge und Anweisungen zum Spazierengehen. Mit leibevollem Unterton und erhobenem Zeigefinger gibt der Flaneur seine Erlebnisse und Erfahrungen in der Begegnung mit den Straßen einer Stadt an den Leser weiter.

Das Buch schließt mit einem „Nachwort an die Berliner“. Hier ist die direkte Beziehung zum Leser, der im besten Falle auch ein Berliner ist, besonders deutlich gemacht.

Obwohl das Buch „Spazieren in Berlin“ der Hauptgegenstand dieser Arbeit ist, wird immer wieder auch auf andere Prosatexte Hessels verwiesen. Denn Hessels Hauptthema ist die Stadt. Einige seiner Prosastücke überschneiden sich in Formulierung und Inhalt, was durch verschiedentliche Zeiten der Nachbearbeitung und Veröffentlichung zu erklären ist.

Besonders wichtig zum Verständnis für „Den Flaneur in Berlin“ sind die kleinen Stücke aus Hessels Sammlung „Verstreute Prosa“. In einem folgenden Kapitel dieser Arbeit ist „Genieße froh, was du nicht hast“ die Grundlage von Hessels Verständnis über Genuß und Lebensfreude.

Das Kapitel „Stadtsommer“, in dem Hessel die Stadt Berlin selbst zu Wort kommen läßt, wird auch an späterer Stelle noch einmal näher betrachtet.

1.2.) Die Gesellschaft der Weimarer Republik. Eine Übersicht.

Um die Lebenseinstellung Franz Hessels und seines Flaneurs besser zu verstehen, soll hier ein kurzer Einblick in die politischen und gesellschaftlichen Umstände der Weimarer Zeit gegeben werden:

„Eine Kulturgeschichte der Gesellschaft der 20er Jahre ist ein aus einer Unzahl kleinerer und größerer Steine bestehendes Mosaik. Dazu gehören die Knickerbockers [...], Massentourismus, die Zunahme der Warenhäuser [...], die Schlager der Zeit, der Okkultismus, die Nachtkultur, der ungeheure Einfluß des Rundfunks und des Kinos.“[5]

Die Weimarer Republik löst die deutsche Monarchie ab und besteht in den Jahren von 1919 bis 1933. In vielen Geschichtsbüchern findet der interessierte Leser Auf- und Erklärung zum politischen System der damaligen Zeit. Doch wie es um das Lebensgefühl der Zeitgenossen bestimmt war, ist wesentlich schwerer zu erläutern.

Um dem näher zu kommen, ist es wichtig, zunächst bei der Betrachtung der politischen Umstände und der daraus resultierenden gesellschaftlichen Möglichkeiten zu bleiben.

Kurz nach Ausrufung der Republik tritt im ehemaligen Vielvölkerstaat Deutschland Ernüchterung ein. Die Bevölkerung tut sich schwer, die demokratischen Vertreter und sich selbst als Teil eines gleichberechtigten Staates anzuerkennen. Sie haben kein Vertrauen in die neuen Machthaber, die aus dem eigenen Volksstand kommen. Sie sehnen sich zurück nach einer zentralen Macht, die sie beschützt und der sie Verehrung und ähnliche Gefühle entgegenbringen können. Das Volk hängt einer romantischen[6] Vorstellung von Staat hinterher, und es fällt schwer, sich in einer Staatsform zu arrangieren, der man keine persönlichen Gefühle mehr entgegenbringen kann.

Eine Partei, die die Zeichen des erforderlichen Umdenkens und Neu-Organisierens den Staates zu ihrer Aufgabe gemacht hat, ist die Deutsche Demokratische Partei (DDP). Sie vertritt die in ihren Augen einzig richtige Politik, um Deutschland an das übrige Europa heranzuführen: den Liberalismus. Doch der ist im Denken der Deutschen noch nicht vorgesehen. Bis zum Jahre 1932 verliert die DDP bei jeder Wahl rapide an Stimmen, und ihr Niedergang zeigt den Verfall der Demokratie im gesamten Land.

Dennoch schafft Deutschland in diesen Jahren ein Wirtschaftswunder. Befreit von Reparationszahlungen und nach Stabilisierung der Währung entsteht in Deutschland eine Schwerindustrie, die den Bürgern und somit dem ganzen Land wirtschaftlichen Aufschwung bringt. Dieser Kraftakt ist mit Hilfe amerikanischer Produktionsmethoden und ausländischer Investoren möglich geworden. Das über allem stehende Motto war „Rationalisierung“.

Städte, von denen außer Berlin und Hamburg keine einzige bisher an die Millionen- Einwohner- Grenze heranreicht, werden zu Großstädten ausgebaut. Besonders Berlin zieht die Menschen an. Es entstehen große Vorstädte, um Arbeitern und Angestellten Wohn- und Arbeitsraum zu bieten.

Berlin wird in den 20er Jahren zu einer politischen und kulturellen Enklave mitten in Deutschland. Die Ablehnung Berlins durch die übrige deutsche Bevölkerung als Hauptstadt erklärt sich aus der Tatsache, daß ihre Mehrheit in kleinen Orten und Dörfern wohnt und die Stadt - das weit entfernte Berlin- nach ihrem Empfinden nichts mit ihnen und ihrer Vorstellungswelt zu tun hat.

„Es war eine von einer nerasthenischen Generation bewohnte dynamische Stadt[...]eine Stadt des sozialen Gewissens und des extremen Individualismus, ein Zentrum, das zwar die produktivsten und schöpferischsten Kräfte anzog, aber sehr oft auch die Weltfremden, Angekränkelten, Versager, am Rand des Irrsinns Lebenden.“[7]

Um den Gegensatz von Stadt und Land zu verstehen, muß man sich verdeutlichen, daß Deutschland zu dieser Zeit eine Splittergesellschaft ist. Der Staat setzt sich nach Zusammenbruch des Kaiserreiches aus allen möglichen Gesellschaftsschichten und Volksgruppen zusammen, die ihre spezielle Auffassung von Politik zu leben versuchen. Das Arbeitsleben wie auch die spärliche Freizeit ist jedoch genau geregelt. Es ist üblich, sich in Turn- oder Arbeitervereinen zu organisieren. Für künstlerische Muße, für Ausgefallenes bleibt kein Platz.

Im Laufe der Jahre erhält Deutschland immer mehr Einfluß von außen. Besonders Berlin ist für alle Welt offen. „Immerhin erwarb sich Berlin den Ruf einer höchst verruchten Stadt, während anderswo in Deutschland der Versuchung enge Grenzen gesetzt waren. München und Köln hatten kaum etwas zu bieten, und sogar Frankfurt hatte nur drei Nachtlokale.“[8]

Auch Frauen gewinnen politisch wie wirtschaftlich an Einfluß, Massenkultur, wie Kino und Rundfunk wird äußerst populär. Die Lebensart wird amerikanischer. Alles, was mit Körperkult beschrieben werden kann, tritt in den Vordergrund. Die Gesellschaft der Stadt Berlin wird also weltoffen, gleichzeitig aber auch anonymer. Dies ist mit Sicherheit auch ein Grund dafür, daß sich so viele extravagante Menschen zusammenfinden können. Berlin ist die europäische Vergnügungsmetropole schlechthin. Sie steht in den 20er Jahren für eine Stadt voller Möglichkeiten und voller Extreme.

Extrem und extrem vielseitig ist die zeitgenössische, kosmopolitische Künstlerszene. Berühmte Theater- und Filmregisseure, Fotografen, Schriftsteller und Schauspieler jeder couleur geben sich in Berliner Lokalen die Klinke in die Hand. Ihre Richtungen, wie Expressionismus, Realismus, Neue Sachlichkeit und Individualismus bestehen nebeneinander, ergänzen oder verdrängen sich.

Die Künstler sind von der Stadt fasziniert und entsetzt zugleich.

Allen Kunstrichtungen gemeinsam ist die Auseinandersetzung mit der politischen und wirtschaftlichen Situation Deutschlands. Anfang der 20er Jahre ist das Hauptthema: Tod und Verderben als unausweichliches Schicksal Deutschlands. Die eher unpolitische Richtung des Expressionismus, die sich bis Mitte der 20er Jahre behauptet, zeigt die Morbidität des Menschen und der Gesellschaft mit starkem, teilweise verzerrtem Ausdruck. Die aufkommende Neue Sachlichkeit verdrängt den schwülstigen Stil, den die Gründerjahre hinterließen. Realität soll möglichst genau und objektiv gezeigt werden.

Viele Künstler, die nach dem Zweiten Weltkrieg noch oder wieder in Deutschland arbeiten, sind im Rückblick auf die Weimarer Zeit enttäuscht. Sie werfen ihren Künstlerkollegen Flucht aus der Realität und Verdrängung der damaligen politischen Situation vor. Aus heutiger Sicht sollte man aber verstehen, daß die Euphorie über neugewonnene Freiheit und die daraus resultierenden Möglichkeiten echt war.

Im Nachhinein mag die Kunst der Weimarer Zeit als Flucht aus dem gegenwärtigen Alltag erscheinen. Sie zeigt aber die beständige Sehnsucht nach einer anderen Zeit; der Rückzug in die Vergangenheit oder die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Ein geistiges Kind dieser Zeit ist der Schriftsteller Franz Hessel. In seinem Buch „Spazieren in Berlin“ erfährt man, wie nachhaltig der Umbruch in Deutschland war; wie deutlich die Gegenwart als Schnittstelle zwischen noch sichtbarer Vergangenheit und erwarteter Zukunft in der Metropole Berlin erfahrbar ist.

2.) „Der Flaneur in Berlin“-Franz Hessels Großstadtansichten

„Der richtige Spaziergänger ist wie ein Leser, der ein Buch nur zu seinem Zeitvertreib und Vergnügen liest- ein selten werdender Menschenschlag heutzutage.“[9]

Um 1906 begibt sich Franz Hessel zum ersten Mal in die Metropole Paris. Ein Freund von ihm, Oscar Schmitz, wohnt bereits dort und erinnert sich an seinen ersten Eindruck von Hessel in Paris: „Dieses Reinprodukt der impressionistischen Zeit war zum ersten Mal in Paris und schnupperte nun wie ein junger Jagdhund in allen Ecken herum. Das Gegenteil von mir, der nach einem Zentrum suchte, wollte er zunächst nichts anderes als Antenne sein, welche die feinsten Schwingungen der Außenwelt aufnimmt; der Dichter in ihm würde dem allem ganz von selber Sinn geben, und er hat es auch oft getan.“[10]

Man darf annehmen, daß sich Hessel zuvor und später wieder in der gleichen Art und Weise durch Berlin bewegt hat.

Gerade in einer Großstadt wie Paris oder Berlin ist die Straße der Ort, an dem das Leben zum Ausdruck kommt. Hier zeigen sich Armut und Reichtum, politischer Protest und militärische Macht. Die Straße eignet sich zur Demonstration von Meinungen und Ansichten, sei es durch den Aufmarsch der Armee oder das Tragen bestimmter Kleidung.

Die Straße ist der Weimarer Zeit in Literatur und Film ein bevorzugtes Motiv, weil man nirgendwo besser Glück oder Leid zum Ausdruck bringen kann.

Und auf diesen Straßen in dieser Stadt zu dieser Zeit bewegt sich Hessels Flaneur.

Zu Beginn der 20er Jahre hält sich Franz Hessel mit seinem Freund Walter Benjamin erneut in Paris auf. Sie bearbeiten zusammen eine Reihe von Feuilleton- Texten über Pariser Passagen. Hessel und Benjamin unterscheiden sich in ihrer Perspektive auf die Passagen: „Während Walter Benjamins Schreibbewegung vom Einzelnen auf das Übergeordnete/Abstrakte zielt, bewegt Hessels Text sich vom größeren Zusammenhang aufs Detail, vom Überblick zum in Naheinstellung wiedergegebenen Ausschnitt.“[11]

Diese Schreibbewegung Hessels ist auch in seinem Buch „Spazieren in Berlin“ wiederzufinden. „In seinem Buch beschreibt Franz Hessel das Berlin der Kindheit und Jugend, die Stadt der Denkmäler und rätselhaften Sphinxe, das der Traumstadt Paris angeglichen werden soll.“[12]

Entscheidend für seine Sichtweise auf die Stadt, für seine Art der Stadt zu begegnen, ist, sich ziellos durch die Straßen gleiten zu lassen. Der Flaneur muß sich der Straße ausliefern, sich von ihr ansehen lassen, um auf Details und Kleinigkeiten aufmerksam zu werden, die wiederum Rückschlüsse über Allgemeines zulassen. Hessels Prosastück „Vorschule des Journalismus.Pariser Tagebuch“gibt über seine Art der Wahrnehmung Aufschluß. Der Erzähler soll für ein Feuilleton einer Zeitung in Paris recherchieren. Doch die journalistische Arbeit widerspricht seiner Art, die Stadt zu erleben.Während er durch Paris läuft, stößt er auf kleine und große Veränderungen, die es seit seinem letzten Besuch gegeben hat. Aufmerksam sucht er die Erinnerung im ziellosen Lauf durch die Straßen. Er beobachtet die Statisten, nicht die Hauptdarsteller der Metropole. Es fällt ihm schwer, sich von der Vergangenheit zu lösen, um den gewünschten Zeitungsartikel zu schreiben. Immer wieder wird er durch die Veränderungen im Stadtbild und die ehemaligen Bekannten, die er trifft, auf die Vergangenheit gestoßen. Er erfährt in der Reflexion seines Leben den Wandel der Zeit, von dem die Stadt Zeugnis gibt. Der Verlust der geliebten Stadt, wie sie in seiner Erinnerung war, ist eine schmerzliche Erkenntnis.„Ich weiß, es ist auf immer verloren, ich weiß, es kommt jetzt auf ganz andre Reiche an, ich weiß, ich weiß, aber ich kann noch nicht vergessen.“[13]

„Die zunehmend fremder werdende neue Zeit [...] treibt Hessel in einen Strom der Erinnerung, der die vertraute, glückliche Vergangenheit heraufruft [ und zeigt die] Trauer über die verlorene Zeit, die Hessel erinnernd zu retten versucht, während er in der gegenwärtigen Realität ihre Zerstörung erlebt.“[14]

Der Flaneur ist entsetzt und fasziniert zugleich von den vielen neuen Eindrücken, mit denen die Stadt ihn umgibt. Er schwankt zwischen der Flucht aus Paris, das er nicht mehr erkennt und der Erledigung seines Auftrags. „[...] sollte ich heimlich unverrichtetersache wegfahren von dieser Stadt, in der ich das Neue doch nicht sehe, in der ich nicht erkenne, immer nur wiedererkenne, weggehn, um mein Heimweh nach dieser Fremde besser zu genießen, und nie erfahren, was es eigentlich für eine Bewandtnis mit ihr hat [...] ?“[15] Großstadt als Komplex ist immer ambivalent, alles bedingt sich gegenseitig. So sind auch die Gefühle des Flaneurs. Abschiedsschmerz und Neugier treiben ihn weiter durch die Stadt.

[...]


[1] H.Wiesner, Franz Hessel, Ausstellungskatalog aus dem Literaturhaus Berlin, 1998, S.7.

[2] ebd. S.7.

[3] L. Müller, Peripatetische Stadtlektüre, in: Opitz/Plath, Genieße froh, was du nicht hast, S. 92.

[4] F. Hessel, Sämtliche Werke, Band III, Oldenburg, 1999, S. 379f.

[5] W. Laqueur, Weimar, Ullstein, Ffm, 1976, S. 55

[6] vgl.W. Laqueur, 1976, S. 16.

[7] Laqueur, 1976, S. 42.

[8] ebd., S.282.

[9] F. Hessel, Sämtliche Werke, Band II, 1999, S. 437.

[10] Schmitz, in: Nur was uns anschaut, sehen wir, hg.vonWichner/Wiesner, Literaturhaus Berlin, 1998,S.21.

[11] ebd. S.99.

[12] F.R.Fries, Die Suche nach der verlorenen Stadt, in:Opitz/Plath, Genieße froh, was du nicht hast, WÜ, 1997, S.9.

[13] F. Hessel, Sämtliche Werke, Band II, S. 310.

[14] Hartmut Vollmer, in: F. Hessel, Sämtliche Werke, Band V, S. 291.

[15] F. Hessel, Sämtliche Werke, Band II, S. 329.

Details

Seiten
23
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640290499
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v123461
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Schlagworte
Genieße Spaziergang Berlin

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