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Die Entgrenzungskrise des Nationalstaates als Folge der Globalisierung

Hausarbeit 2008 11 Seiten

Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Grenzregimes im Zeitalter globaler Netzwerke“

3. Globalisierung
3.1 Definition
3.2 Ursachen
3.3 Folgen

4. Demokratie, Nationalstaaten und die Auflösung traditioneller politischer Räume
4.1 Traditionelles Regierungsverständnis
4.2 Die Auflösung traditionell politischer Räume

5. Entgrenzungskrise des Nationalstaats
5.1 Entgrenzung
5.2 Ist der Nationalstaat unverzichtbar?

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Seitdem sich die Wirtschaft, die Politik und die Medien zu den globalen Akteuren entwickelt haben, spielt das Thema der Welt als eine grenzenlose eine immer wichtigere Rolle in den öffentlichen Debatten. Globalisierung steht vor allem dafür, dass Grenzen fallen. Mit diesem Thema möchte ich mich im Folgenden intensiver auseinandersetzen.

In meiner Arbeit möchte ich mich mit der Entgrenzungskrise des Nationalstaats als Folge der Globalisierung beschäftigen.

Die Zusammenfassung des Textes „Grenzregimes im Zeitalter globaler Netzwerke“ von Stefan Kaufmann soll eine Überleitung zum nachfolgenden Thema markieren.

Anfangs möchte ich die allgemeinen Ursachen und Folgen der Globalisierung erläutern.

Der Schwerpunkt meiner Arbeit soll darin liegen, die Auswirkung der Globalisierung auf das politische Handeln zu untersuchen. Stellen globale Prozesse das traditionelle Staats- und Regierungsverständnis in Frage? Ich möchte zeigen welche Prozesse zur Auflösung der traditionellen politischen Räume geführt haben können.

Kann sich Nationalstaat gegenüber globalen Herausforderungen behaupten?

2. „Grenzregimes im Zeitalter globaler Netzwerke“

Die folgende Kurzzusammenfassung des Textes von Stefan Kaufmann soll als ein Einstieg in das Thema dienen. Da mich dieser Text dazu angeregt hat mich mit der Entgrenzungskrise des Nationalstaates auseinanderzusetzen.

Stefan Kaufmann berichtet über "Grenzregimes im Zeitalter globaler Netzwerke". Seiner Darstellung liegt folgende Überzeugung zugrunde: "Netzwerke unterminieren die soziale Prägekraft des politisch-juridischen Staatsgebildes, der nationalen Grenzziehung. Wo einst der (National-)Staat als Handlungsrahmen, als Souverän, als alleiniger Akteur oder zentraler Bezugspunkt diente, treten jetzt inter- und transnationale oder auch regionale Relationen, Institutionen und Organisationen, öffentlicher und privater Natur, ein".[1] Die heutige Definition der Gesellschaft ist die so genannte „Netzwerkgesellschaft“,[2] alle sind miteinander verknüpft, es gibt Milliarden von Schaltwegen. Netzwerke heben die Prägkraft unserer bisher bekannten geographischen Staatsgrenzen auf, eine neue Gesellschaft entwickelt sich. Jeder Einzelne ist betroffen, auch private Grenzen heben sich auf. Dies führt nach Kaufmann zum Verlust der eigenen Identität und Privatsphäre.

Weiterhin schreibt Kaufmann über die asymmetrische Bedrohungsszenarien und die Rolle der Grenzsicherung. Grenzenübergreifende Verbrecher, Terrorgruppen, Drogen- und Waffenhändler können schwer kontrollierbar operieren, sie bilden in vielen Nationen Sicherheitslücken, die ein großes Sicherheitsrisiko bergen. Das Verhältnis zwischen Angreifern und Verteidigern ist asymmetrisch. Angreifer sind klar im Vorteil, sie können punktuell zuschlagen. Wobei Verteidiger minimal besetzt sind und immer auf neuere Situationen reagieren müssen.

Nach Stefan Kaufmann ist die topographische Grenze zum Schutz nicht mehr ausreichend. Militärische Kräfte müssen Staatsgrenzen übergreifend kooperieren.

3. Globalisierung

3.1 Definition

Die Vielschichtigkeit des Begriffes der „Globalisierung“ macht es schwer den Begriff zu fassen und einheitlich zu definieren.

Das Wort „Globalisierung“ wird mit den verschiedensten Bedeutungen versehen.

Die Schwierigkeit beginnt damit, dass der Terminus sowohl einen Zustand als auch einen Prozess bezeichnen soll. Oft werden die Folgen der Globalisierung zu Bestandteilen der Definition gemacht.[3]

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stieglitz sieht den Begriff als engere Verflechtung von Ländern und Völkern der Welt, die durch enorme Senkung der Transport- und Kommunikationskosten herbeigeführt wurde und die Beseitigung künstlicher Schranken für den ungehinderten, grenzüberschreitenden Strom von Dienstleistungen, Gütern, Kapital, Wissen und (in geringem Grad) Menschen entstehen lässt.[4]

Als eine weitere Definition des Globalisierungsprozesses kann die empirisch feststellbare Ausdehnung, Dichte und Stabilität wechselseitiger regionaler und globaler Beziehungs-netzwerke (…) auf wirtschaftlicher, kultureller, ökologischer und politischer Ebene gelten.[5]

Allen Definitionsversuchen ist gemein, dass die Vorstellung von geschlossenen und abgegrenzten Räumen von Nationalstaaten zu leben und zu handeln, der Vergangenheit angehört.

[...]


[1] „Grenzregimes im Zeitalter globaler Netzwerke“ In: Berking, Helmuth; 2007 „Die Macht des Lokalen“; Campus Verlag; Frankfurt/New York

[2] Die Netzwerkgesellschaft ist ein von Manuel Castells geprägter Begriff. Castells meint damit die Superstruktur der gobalen Gesellschaft, deren Beziehungsgeflecht aus Macht, Technik, Information und Kapital als Netzwerk charakterisiert werden kann. Der Netzwerkbegriff ist ein Schlüsselbegriff, der durch informations- und kommunikationstechnische Verbindungs- und Schaltungswegen charakterisiert wird. (Vergleiche hierzu Castells, 2003)

[3] Friedrichs.J: „Globalisierung- Begriff und grundlegende Annahmen“ In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Zeitung DAS PARLAMENT. B33-34/1997, S.3

[4] Stiglitz, J.E. 2003; „Die Schatten der Globalisierung“, Bonn, Goldmann

[5] Varwick J.: „Globalisierung“ In: Woycke W. (Hg.); 1998: „Handwörterbuch Internationale Politik“; Opladen

Details

Seiten
11
Jahr
2008
Dateigröße
431 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v122934
Note
2
Schlagworte
Entgrenzungskrise Nationalstaates Folge Globalisierung Grenzen Gesellschaft

Autor

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