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Französische Jugendsprache in französischen Jugendzeitschriften

Hausarbeit 2005 17 Seiten

Romanistik - Französisch - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Was ist Jugend?
1.2. Was ist Jugendsprache?
1.3. Vorstellung der französischen Jugendzeitschriften
1.3.1. Salut!
1.3.2. Jeune et Jolie

2. Ableitungen
2.1. Präfixe in der Salut!
2.2. Präfixe in der Jeune et Jolie

3. Entlehnungen
3.1. Anglizismen
3.1.1. Anglizismen in der Salut!
3.1.2. Anglizismen in der Jeune et Jolie
3.2. Der verlan
3.2.1. Der verlan in der Salut!
3.2.2. Der verlan in der Jeune et Jolie
3.3. Francais argotique und populaire
3.3.1. Beispiele in der Salut!
3.3.2. Beispiele in der Jeune et Jolie

4. Die sms-Sprache
4.1. Die sms-Sprache in der Salut!
4.2. Die sms-Sprache in der Jeune et Jolie

5. Das Jules-Phänomen

6. Wortkürzungen
6.1. Wortkürzungen in der Salut!
6.2. Wortkürzungen in der Jeune et Jolie

7. Verdoppelungen
7.1. Verdoppelung in der Salut!
7.2. Verdoppelungen in der Jeune et Jolie

8. Abschließende Bemerkung

9. Literaturangaben

1. Einleitung: Jugend und Jugendsprache

Bevor ich die beiden Zeitschriften auf Jugendsprache untersuche, werde ich in meiner Einleitung zunächst die Frage klären, was Jugend und was Jugendsprache ist. Außerdem werde ich die beiden Zeitschriften, die in dem Fokus meiner Forschungsarbeit stehen, vorstellen.

1.1.Was ist Jugend?

Jugend ist ein schwer definierbarer Begriff, der zunächst einmal durch das Alter erklärt werden kann. Mit Jugend assoziieren wir Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren. Dies ist aber nur teilweise richtig. Im Laufe der Jahre hat sich eine starke Entwicklung gezeigt, die sowohl Kinder ab zwölf Jahren in die Bewertung “Jugend” mit aufnehmen kann, sowie Erwachsene bis Ende 20 mit einschließt.

Die Kinder reifen immer schneller, biologisch und soziologisch, so dass sich die Prozesse verschoben haben. Jugendliche ab 20 Jahren haben das Problem der Postadoleszens. Von Postadolenzens kann gesprochen werden, wenn trotz erreichter Volljährigkeit der Erwachsenenstatus nicht erreicht werden kann. “Grund dafür [sind] allgemein längere Bildungs- und Ausbildungszeiten”[1] So ist die Jugend also ein weit dehnbarer Begriff, der variiert.

Unterstrichen wird diese These auch von Marlies Nowottnick in ihrem Buch: Jugend, Sprache und Medien:

“Psychologisch gesehen ist die Phase zwischen Kindsein und Erwachsenensein für den Jugendlichen geprägt von der Suche nach der eigenen Identität, der Ausbildung der individuellen Persönlichkeit. Da die Dauer dieses Reifevorgangs von den Rahmenbedingungen (Ausbildungen etc.) und psychische Faktoren abhängt, treten erhebliche individuelle Unterschiede auf.”

1.2. Was ist Jugendsprache?

Jugendsprache wird ausschließlich von Jugendlichen gebraucht und dient zur Identifizierung der Jugendlichen untereinander, denn “Jugendsprache [ist] eine Gruppensprache.”[2]

Die Jugend will sich durch verschiedene Kleidung, Frisuren, Gestiken und Mimiken, Verhalten sowie schließlich der eigenen Sprache voneinander abgrenzen. Dies dient auch zur Selbstdefinition. Es gibt nicht nur eine Jugendsprache sondern viele verschieden jugendsprachliche Merkmale. Diese lassen sich im lexikalischem Bereich wiederfinden. Jugendliche haben ein Vorliebe für übertriebene Ausdrücke, für Entlehnungen aus anderen Sprachen, Abkürzungen und Wortklassenwechseln.

“Der Jugendsprache setzt die Standartsprache voraus, wandelt sie schöpferisch ab, stereotypisiert sie zugleich und pflegt spezifische Formen ihres sprachlichen Spiels.”[3]

In Frankreich findet man die Jugendsprache besonders in den Vorstädten, in ethnisch gemischten Gruppen.

In Bezug auf die Jugendzeitschriften ist zu sagen, dass die Sprache in den Zeitschriften auf die Jugendlichen zugeschnitten ist. Ziel der Redakteure ist es, das erwünschte Publikum mit der Sprache für sich zu gewinnen. Der Leser soll sich mit der Zeitschrift identifizieren können und sie daher auch regelmäßig kaufen.

1.3. Vorstellung der Jugendzeitschriften

1.3.1. Jeune et Jolie

Die Jeune et Jolie ist eine Mädchenzeitschrift und erscheint seit 1995 monatlich. Sie kostet 1,80 Euro und umfasst etwa 115 Seiten.

Die Jeune et Jolie ist vergleichbar mit der deutschen BRAVO Girl und der Brigitte Young Miss (jetzt: Bym). Die Leserinnen der Jeune et Jolie sind zwischen zwölf und 20 Jahre alt.

1.3.2. Salut!

Die Salut! ist eine Musik- und Fanzeitschrift, die seit 1979 wöchentlich erscheint. Sie kostet 2,80 Euro und umfasst etwa 90 Seiten. Die Salut! ist vergleichbar mit der deutschen BRAVO. Die Leser und Leserinnen sind zwischen zehn und 18 Jahre alt. Die Zeitschrift behandelt, so wie die deutsche BRAVO neben der Musik auch Themen wie Aufklärung, Lieben und Freundschaft.

2. Ableitungen

Behandelt wird hier die Ableitung durch ein Präfix. Ein Präfix ist ein Affix, das vorne an den Wortstamm gehangen wird. Präfixe können ein Wort verändern und es seinem ursprünglichen Sinn rauben. In diesem Falle verhilft das Präfix zu einer besonderen Betonung des Wortes. Es gibt sogar eine Tendenz zur Übertreibung. (Eine Ausnahme bildet das Präfix mini-, denn mini- verringert den Sinn) Bei der Präfigierung gibt es drei verschieden Schreibweisen: Entweder werden die Präfixe mit dem folgenden Wort zusammen, auseinander oder mit Bindestrich verbunden geschrieben werden.

2.1. Präfixe in der Salut!

In der Salut! werden die Präfixe mit dem folgenden Wort auseinandergeschrieben.

- super-: super content(e) (S.8,55), super emouvant (S.10), super fière (S.11), super concert (S.12), super courageuse (S.54), super bien (S.55), super happy (S.80), super simple (S.83)
- mega-: méga confort (S.59), méga fan (S.79)
- giga-: giga fan (S.79)
- hyper-: hyper fan (S.79)

2.2. Präfixe in der Jeune et Jolie

In der Jeune et Jolie werden die Präfixe mit dem folgendem Wort zusammengeschrieben.

- super-: superponcho (S.7), supervite (S.29), superdouée (S.93), superfun (S.22), supermec (S.29), superfacile (S.32), superimpressionnante (S.51), superamitié (S.83)
- ultra-: ultraconfortable (S.6), ultrafixante (S.32), ultraprivé (S.31)
- hyper-: hyperimpulsive (S.81)
- mini-: miniprix (S.8)

3. Entlehnungen

In den Zeitschriften gibt es eine große Anzahl entlehnter Wörter, Ausdrücke oder Phrasen. Der verlan ist weniger häufig in den Zeitschriften zu finden. Besonders auffällig sind dafür die Entlehnungen aus dem Englischen.

3.1. Anglizismen

Das Englische ist eine “Spendersprache”[4].

Der Wortschatz der Jugendsprache ist sehr reich an Anglizismen, denn das Englische dient zur Wortschatzerweiterung. Die Anglizismen treten vor allen “in den Bereichen Musik[..], Drogen, teilweise auch Lifestyle [..]”[5] auf. Anglizismen können in zwei unterschiedliche Formen auftreten. Entweder treten Anglizismen als Entlehnungen auf, wie z.B.: cool oder als ans Französisch angepasste Formen, wie z.B. dealer oder flirter. Doch stellt man sich nun die Frage: Warum gebrauchen die Jugendlichen sooft

[...]


[1] Bernhard, Gerald; Französische Jugendsprache in den achtziger und neunziger Jahren. In: Französisch heute 3, S.288-297)

[2] Nowottnick, Marlies: Jugend, Sprache und Medien: Untersuchungen von Rundfunksendungen für Jugendliche. Berlin, New York: de Gruyer, 1989.

[3] Henne, Helmut: Jugend und ihre Sprache. Berlin: de Gruyter, 1986. S.150.

[4] Gerald Bernhard: Formale Verfremdungstechniken in der französischen, spanischen und italienische Jugendsprache der achtziger Jahre. In: Romanische Forschungen,

[5] Gerald Bernhard: Französische Jugendsprache in den achtziger und neunziger Jahren. In: Französisch heute 3

Details

Seiten
17
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640269839
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v122719
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Romanistisches Seminar
Note
3,0
Schlagworte
Französische Jugendsprache Jugendzeitschriften Varietäten Varianten Französischen

Autor

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