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Adipositas. Probleme von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen

Hausarbeit 2007 20 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Problem

Begrifflichkeiten
Adipositas im Kinder- und Jugendalter
Ursachen:
Genetische Disposition
Energiebilanz
Psychische Probleme
Endokrine Erkrankungen
Psychologisches
- Bewegungsmangel
- Ernährung
- Medien?
Folgen der Adipositas
Metabolische Erkrankungen
Orthopädische Erkrankungen
Gastrointestinale Erkrankungen
Psychische Belastungen
Zu erwartende Krankheiten im Erwachsenenalter
Therapeutische Maßnahmen
Therapieziele
Bewegung / Sport
Physiologische Auswirkungen von Bewegung
Ernährung
Verhalten
Präventionsmaßnahmen

Sport, Gesundheit und Übergewicht

Schlusswort

Einleitung

Vorliegende Arbeit wird auf ein aktuelles Problem der westlichen Gesellschaft aufmerksam machen: das Problem des Übergewichtes, das besonders bei Kindern und Jugendlichen in den letzen Jahren weltweit zunehmend auftritt. Die gesundheitliche Situation der heutigen Kinder und Jugendlichen wird im Folgenden kurz erarbeitet. Hier wird insbesondere auf die verschiedenen Einflüsse der kindlichen und juvenilen Gesundheit eingegangen, die die Entwicklung von Übergewicht fördern. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Betrachtung der Adipositas im Kindes- und Jugendalter: Es wird speziell auf bewegungstherapeutische Maßnahmen, aber auch auf Ernährung und Verhalten eingegangen.

Übergewicht hat nicht nur physiologische Auswirkungen, die sich im Laufe der Zeit bemerkbar machen - auch psychische Folgen spielen eine besondere Rolle. Sportlichkeit, Leistungsfähigkeit und eine schlanke Figur sind für viele Kinder, Jugendliche und erwachsene Menschen dominierende Wertvorstellungen und Lebensinhalte geworden. Im Folgenden sollen die Ursachen, Möglichkeiten zur Prävention und Therapiemaßnahmen für Adipositas im Kindes- und Jugendalter aufgezeigt werden.

Des Weiteren wird der Zusammenhang zwischen Sport und Gesundheit kommentiert, denn dem Sport kommt in der Therapie und Prävention bei Adipositas eine besondere Bedeutung zu. Diese Ausarbeitung soll ein Beitrag dazu sein, das Ausmaß und die Folgen von Adipositas im Kindes- und Jugendalter bewusst zu machen. Es soll besonders auf die Bedeutung von Sport und Bewegung für Kinder und Jugendliche, in Zusammenhang mit dieser immer häufiger auftretenden Zivilisationskrankheit aufmerksam gemacht werden.

Problem

Adipositas wird heute als eines der größten gesundheitlichen Probleme bezeichnet: es ist eine multifaktorielle Erkrankung mit äußerst komplexer Pathogenese. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht davon, dass weltweit bereits mindestens 20 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig sind. Auf Deutschland bezogen spricht die Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) von einer Verdoppelung der Adipositashäufigkeit, die in den letzen 15 Jahren stattfand. Hier liegt, nach Angaben der DGSP die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas je nach Alter, Geschlecht, sozio-ökonomischem Status und Referenzwerten des Body Mass Index (BMI) bei Schulkindern und Jugendlichen zwischen 10 und 20%. Das Problem von Übergewicht und Adipositas tritt in allen industrialisierten Ländern auf, und nicht nur dort – auch viele weniger entwickelte und unterentwickelte Länder können diesen epidemiologischen Übergang nicht umgehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht daher bereits von einer Epidemie und ruft zur einer Bewusstmachung des Problems auf.

Adipositas ist eng mit kardiovaskulären, metabolischen, orthopädischen und psychischen Erkrankungen assoziiert. Diese gilt es präventiv zu verhindern, um Kindern und Jugendlichen eine erhöhte Lebensqualität zu bieten. Für das Gesundheitssystem stellt dies eine große Herausforderung dar.

Begrifflichkeiten

Es gibt unterschiedliche Definitionen für Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Die WHO hat 1997 für Erwachsene Untergewicht (BMI unter 18,5 kg/m2), Normalgewicht (BMI zwischen 18,5 und 24,9 kg/m2) und Übergewicht (BMI von 25,0-29,0 kg/m2) definiert. Ab einem BMI von 30kg/m2 spricht man von Adipositas. Diese Definitionen des Erwachsenenbereiches können jedoch nicht für die Beurteilung des Gewichts von Kindern und Jugendlichen übernommen werden, da der BMI im Kindes- und Jugendalter entsprechend den physiologischen Änderungen der prozentualen Körperfettmasse beeinflusst wird. Bei seiner Beurteilung müssen daher alters- und geschlechts-spezifische Besonderheiten berücksichtigt werden. Vorliegende Arbeit bezieht sich auf die von der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalte r (AGA) entwickelten Definitionen. Danach ist Übergewicht und Adipositas über das 90. bzw. 97. Perzentil und extreme Adipositas über das 99,5. Perzentil zu definieren (AGA 2006).

Zum Beurteilen der Körpermasse hat sich seit den 1990er Jahren weltweit die Berechnung mit dem Body-Mass-Index (BMI) durchgesetzt. Dieser wird aus den messbaren Parametern Körpergröße und Körpergewicht berechnet (kg/m2). Durch das Wachstum und die Pubertätsentwicklung und den damit verbundenen Änderungen der Körperzusammensetzung unterliegt der BMI typischen alters- und geschlechtsspezifischen Veränderungen. Hit Hilfe von Referenzwerten für das Kindes- und Jugendalter kann der individuelle BMI-Wert bewertet werden. Der BMI gilt als indirekter Messwert für den Gesamt-Körper-Fettgehalt und legt die Begriffe Übergewicht und Adipositas fest. (Vereinbarung der European Childhood Obesity Group).

Im Erwachsenenalter spricht man von Adipositas, wenn der BMI > 30 kg/m2 liegt, Übergewicht wird durch einen BMI von 25 bis<30 kg/m2 definiert.

Für die medizinischen Folgebelastungen muss jedoch nicht nur die Fettmasse, sondern auch das Fettverteilungsmuster berücksichtigt werden. Hier wird zwischen einer gynoiden und einer androgenen Form unterschieden. Die androgene Form kommt vermehrt bei Männern vor und geht mit einem wesentlich höheren kardiovaskulären Risiko einher als die gynoide Form, mit der Fettverteilung um die Hüften. Das Fettverteilungsmuster spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Einschätzung gesundheitlicher Risiken geht. Das Waist-to-Hip-Ratio (Taille-Hüft-Verhältnis) ist eine wichtige Fettverteilungsbestimmung, bei der der Quotient aus Taillenumfang und Hüftumfang berechnet wird. Beträgt der Quotient bei Frauen > 0,8 und bei Männern > 0,95, so liegt ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko vor.

Aufgrund fehlender allgemein akzeptierter Grenzwerte für die Waist-to-Hip Ratio im Kindesalter zur Definition einer abdominellen Adipositas kann dieses Kriterium im Kindesalter bisher keine Anwendung finden.

Adipositas im Kinder- und Jugendalter

Ursachen:

Die Ursachen für die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen sind komplex. Neben genetischen Faktoren werden insbesondere, nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) soziale und soziokulturelle Faktoren diskutiert, die einen starken Einfluss auf das Ess- und Bewegungsverhalten in der Familie ausüben. Ursache ist in der Regel jedoch eine gestörte Energiebilanz, also eine Differenz zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch: dies führt langfristig zu einer vermehrten Ansammlung von Körperfett.

Genetische Disposition

Während der Entwicklung der Epidemie haben sich die genetischen Voraussetzungen der übergewichtigen Kinder nicht geändert. Vielmehr geht die steigende Zahl der Betroffenen darauf zurück, dass genetisch vorbelastete Individuen in einer Umwelt leben, die die Entwicklung von Übergewicht begünstigt. Die Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten der modernen Gesellschaft treffen auf eine genetische Ausstattung des Menschen, der für bewegungsarme Lebensweise nicht geschaffen ist. Allele, die sich im Laufe der Evolution in Zeiten von Nahrungsknappheit ausbreiteten, bedingen nun, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung Übergewicht und Adipositas entwickelt. Allele dieser Art sind auf Molekularebene schwer zu identifizieren. Die molekulargenetische Adipositasforschung ist derzeit durch nur wenige ausschlaggebende Befunde gekennzeichnet. Als Beispiel soll das Prader-Willi-Syndrom genannt werden, das durch einen mutationsbedingten Fehler im Imprinting-Mechanismus des Chromosoms 15 gekennzeichnet ist. Im Alter von 2-3 Jahren entwickeln betroffene Kinder eine Esssucht mit nahezu unersättlichem Appetit. Diese führt unkontrolliert zu starkem Übergewicht bzw. Adipositas, welche durch eine mangelnde Bewegungslust zusätzlich verstärkt wird.

Ebbeling, Pawlak und Ludwig sprechen in dem in The Lancet erschienenen Artikel „Childhood obesity“ davon, dass eine Prädisposition zu der Entwicklung einer Adipositas von komplexen Interaktionen zwischen 250 adipositas-assoziierten Genen und eventuell perinatalen Faktoren begründet zu sein scheint (Ebbeling 2002). Es ist zu erwarten, dass die nächsten Jahre darüber Aufschluss geben werden, welche und wie viele Erbanlagen an der Entstehung der Adipositas beteiligt sind.

Energiebilanz

Dem Energiestoffwechsel kommt eine zentrale Rolle in der Regulation des Körpergewichts zu. Physikalisch betrachtet ist Adipositas das Ergebnis einer langfristig positiven Energiebilanz. Der Energieverbrauch des Menschen setzt sich aus folgenden drei Komponenten zusammen:

- Grundumsatz
- Nahrungsabhängige Thermogenese
- Bewegungsabhängige Thermogenese

Der Grundumsatz ist der Energieverbrauch in Ruhe, der auf die metabolischen, energieverbrauchenden Aktivitäten des Körpers zurückzuführen ist. Er macht zwischen 50 und 70% des Gesamtenergieverbrauches aus: im Wesentlichen entspricht er dem Verbrauch der „fettfreien Körpermasse“, dazu zählt die Muskulatur und Organe mit hoher metabolischer Aktivität wie Herz, Leber, Nieren und Gehirn.

Unter der diätinduzierten Thermogenese (DIT) versteht man den Energieverbrauch für die gastrointestinale Verarbeitung, die Resorption und den Stoffwechsel der aufgenommenen Nahrung. Die DIT ist, je nach Literatur, für ca. 7 bis 15% des Gesamtenergieverbrauchs zuständig. Je nach Nahrungsmittel ist der Energiebedarf sehr unterschiedlich. Der höchste Energiebedarf besteht für die Eiweißaufnahme, der geringste für die Fettaufnahme.

Die aktivitätsinduzierte Thermogenese (AIT) ist am stärksten vom Menschen selbst zu beeinflussen, indem das Aktivitätsverhalten gesteigert bzw. gemindert wird. Sie beschreibt den Energieverbrauch für die körperliche Bewegung. Bei einer nicht-sporttreibenden Normalperson beträgt dieser nach LAESSLE et. al. etwa 15% des Gesamt-Energieverbrauchs. Bei Sportlern hingegen kann er ein Mehrfaches des Grundumsatzes betragen.

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Details

Seiten
20
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640270606
ISBN (Buch)
9783668145221
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v122195
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Erziehungswissenschaften
Note
1,6
Schlagworte
Adipositas Probleme Kindern Jugendlichen Ernährungswissenschaft

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Titel: Adipositas. Probleme von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen