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Identität, Selbstwert, Selbstkonzept - Die Veränderung von Selbstkonzepten in Handlungsvollzügen

Hausarbeit 2007 32 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Begriffsbestimmung
2.1 Identität
Begriffsbestimmung
Die Entwicklung der Identität
Bildung der Ich- Identität
2.2 Selbstwert
Begriffsbestimmung
Positives und negatives Selbstwertgefühl
Entstehung des Selbstbildes

3. Die klientenzentrierte Theorie von Carl R. Rogers
Kurzbiographie Carl R. Rogers
Die Selbstaktualisierung
Der Organismische Bewertungsprozess
Das Selbstkonzept
Real- Selbst und Ideal- Selbst
Entstehung des Selbstkonzeptes
Aktuelle Erfahrungen und Selbstkonzept- Kongruenz und Inkongruenz
Die Bedeutung des Selbstkonzeptes
Die Messung des Selbstkonzeptes

4. Persönlichkeitsveränderungen durch Gesprächspsychotherapie
Das personenzentrierte Beratungskonzept
Bedingungen für Persönlichkeitsveränderungen
Empathie, Wertschätzung und Kongruenz
Der Psychotherapeutische Prozess
Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte (VEE)
Die Selbstexploration
Art und Weise der Persönlichkeitsveränderungen
Probleme der Gesprächspsychotherapie

5. Persönliches Fazit

6. Quellenverzeichnis

7. Anhang

1. Vorwort

Im Rahmen einer Prüfungsleistung habe ich mich für das Seminar „Personenzentrierte Gesprächsführung“ mit dem Thema „Identität, Selbstwert, Selbstkonzept – Die Veränderung von Selbstkonzepten in Handlungsvollzügen“ beschäftigt.

Im ersten Teil meiner vorliegenden Hausarbeit habe ich die Begriffe Identität und Selbstwert erläutert und definiert. Dabei bin ich auf die Bedeutung der Begrifflichkeiten und ihre Entwicklung eingegangen.

Den Begriff des Selbstkonzeptes habe ich anhand der Personenzentrierten Theorie von Carl Rogers ausführlich erläutert. Schwerpunktmäßig bin ich zum einen auf die Personenzentrierte Theorie von Carl Rogers eingegangen, da mir diese wichtig für das Verständnis der Selbstkonzept- Veränderung waren und die Grundlage meiner Hausarbeit bildet. Sie ist meiner Meinung nach von großer Bedeutung, um den Zusammenhang von Selbstkonzept- Veränderungen und der Gesprächspsychotherapie deutlich zu machen.

Im dritten Teil dieser Arbeit habe ich mich eingehend mit der Gesprächspsychotherapie und deren Wirkung und Möglichkeiten die Selbstkonzept- Veränderungen zu beeinflussen, beschäftigt.

Hier habe ich einen weiteren Schwerpunkt auf die Bedingungen gelegt, die herrschen müssen, um Persönlichkeitsveränderungen bewirken zu können. Wichtig hierbei waren mir besonders die Begriffe Kongruenz, Empathie und unbedingte Wertschätzung, sowie die Selbstexploration und die Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte, die ich ausführlich erläutert habe.

In meinen Ausführungen habe ich mich weitgehend auf das Buch von Biermann- Ratjen[1] gestützt, welches meiner Meinung nach eine gute Einführung in das Thema der Gesprächspsychotherapie bietet.

Für die Erläuterung des Selbstkonzeptes nach Rogers und der personenzentrierten Theorie habe ich größtenteils mit dem „Psychologie“ Buch von Hermann Hobmair[2] gearbeitet.

Für die Begriffe Identität und Selbstwert habe ich auf Internetquellen zurückgreifen müssen, da es schwierig war passende Literatur zu finden.

2. Begriffsbestimmung

2.1 Identität

Begriffsbestimmung

„Unter Identität im klassischen Sinne versteht man das Bewusstsein, sich von anderen Menschen zu unterscheiden (Individualität) sowie über die Zeit (Kontinuität) und verschiedene Situationen (Konsistenz) hinweg - auch für die Umwelt erkennbar - dieselbe Person zu bleiben.“[3]

„Identität

1. vollkommene Gleichheit zweier Dinge, Gegenstände oder Begriffe. Miteinander identisch ist, was untereinander ausgetauscht werden kann.
2. Gewißheit eines Menschen, daß "er er selbst ist". Man kann persönliche Identität von sozialer Identität unterscheiden: Persönliche Identität meint, daß jemand sich wie im Spiegel selbst erkennen und sich in seinen Handlungen wiederfinden kann (in diesem Sinne haben Tiere keine persönliche Identität). Soziale Identität meint, daß die Umwelt das Verhalten eines Menschen in seinen verschiedenen Lebensbereichen ( Familie, Beruf, Freizeit) miteinander vereinbaren kann. Dadurch merkt der Betroffene, daß er " sozial identisch" ist. Bei großen gesellschaftlichen Veränderungen können persönliche und soziale Identität stark erschüttert werden; auf jeden Fall muß dann die soziale Identität verändert werden. Das gilt auch für den persönlichen Auf- oder Abstieg im Beruf (Intra-, Interrollenkonflikt). Identität ergibt sich aus Unterscheidbarkeit und Verschiedenheit.“[4]

Die Entwicklung der Identität

Die Ich-Identität stellt den Kern der Persönlichkeit dar. Sie beinhaltet das Empfinden, auch in verschiedenen Situationen immer derselbe zu sein und zu bleiben. Die Ich-Identität bezeichnet das Bewusstsein, dass das Ich die Gegensätze innerhalb der Persönlichkeit zu einer Einheit zusammenfügt. Sie vermittelt das Gefühl, frei zu sein, sich in seinem Körper wohl zu fühlen, Bedeutung zu haben und von anderen als eigenständige Person anerkannt zu werden.[5]

Bildung der Ich- Identität

Die Ich-Identität bildet sich in der Auseinandersetzung mit den Normen und Werten, die in der Umgebung gelten, heraus. Wenn das soziale Umfeld dabei die Bestrebungen einer Person nach eigenen Auffassungen und Einstellungen unterstützt, kommt es zu einer stabilen Identität. Unterstützt die Umwelt die Bestrebungen nicht oder boykottiert diese sogar, entstehen Störungen in der Identitätsentwicklung, da die Person seine eigenen Vorstellungen nicht leben kann. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Person keine eigenen Verhaltensweisen entwickelt, sondern Verhaltensweisen, Normen, Auffassungen, Interessen anderer Personen übernimmt und sich zu Eigen macht. Solche Vorbilder können die Eltern, Freunde, Altersgenossen oder Erwachsene sein. Sind diese Vorbilder Menschen, die der Person gute Eigenschaften vorleben, so ist die Identifizierung positiv, sind es jedoch Menschen mit schlechten Eigenschaften, mit Suchtproblemen, Aggressivität, Kriminalität, so wird sich die Person mit diesen Eigenschaften mehr oder weniger identifizieren und in seiner persönlichen Entwicklung Schaden nehmen.

Gelingt die Identitätsfindung nicht oder nur mangelhaft, führt dies zu einer Fülle von Problemen. Solche Personen ruhen nicht in sich, sondern sind abhängig von den Meinungen anderer und damit leicht manipulier- und verführbar.5

2.2 Selbstwert

Begriffsbestimmung

In der Psychologie wird unter dem Begriff Selbstwert[6] der Eindruck oder die Bewertung, die eine Person von sich selbst hat, verstanden. Dies kann sich auf den Charakter oder die Fähigkeiten einer Person, Erinnerungen aus der Vergangenheit und auf das Ich- bzw. Selbstempfinden beziehen.[7]

„Unter Selbstwert (oder Selbstwertgefühl) versteht man den Eindruck, den man von sich selbst, seinen Fähigkeiten und seinem Charakter hat. Er hängt mit dem Wert zusammen, den man dem eigenen Leben beimisst.“[8]

Das Selbstbild einer Person ist die Summe der Überzeugungen und Bilder, die diese Personen von sich selbst hat. Es setzt sich aus einer Vielzahl von Bildern und Überzeugungen zusammen, die wir als zutreffend ansehen. Dies können mitunter objektive Aussagen, wie Größe, Gewicht, Aussehen sein.

Der Selbstwert dagegen ist das eigene Bewertungssystem des Selbstbildes und sagt aus ob, wie und in welchem Maße wir uns selbst anerkennen und mögen.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Selbstwertgefühl

... ist ein wichtiger Faktor einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung. Es besteht in der Einschätzung der eigenen Person und der eigenen Fähigkeiten und der Abschätzung des eigenen Werts innerhalb einer Gemeinschaft. Es ist ein vergleichendes Gefühl, das durch Selbsttätigkeit und Anerkennung von außen gestärkt werden kann. Minderwertigkeitsgefühle führen zu persönlicher Verunsicherung oder einem kompensativen Machtverhalten.“[10]

Das Selbstwertgefühl entsteht aus dem Vergleich zwischen den subjektiven Fähigkeiten und den Anforderungen, mit denen sich die Persönlichkeit konfrontiert sieht. à weiter Theorie

Positives und negatives Selbstwertgefühl

Personen mit einem positiven Selbstwertgefühl sprechen und handeln mit der Grundüberzeugung, Lebensaufgaben bewältigen und Konflikte lösen zu können. Bei einem negativen Selbstwertgefühl ist die Person der Überzeugung, dass sie mit der auf sie zukommenden Situation nicht zurechtkommt und diese nicht bewältigen kann.

Das Selbstwertgefühl ist nicht angeboren, sondern ist abhängig von den Erfahrungen die eine Person in seinem sozialen Umfeld macht.9

Entstehung des Selbstbildes

Eine Vielzahl der Grundeinstellungen, die eine Person zu sich selbst hat, bekommt sie im Wesentlichen über drei Quellen vermittelt.

Das Selbstbild entsteht durch:

- das Verhalten, dass andere gegenüber einer Person zeigen
- die Gespräche anderer über mich, die mir zeigen, wie andere mich sehen oder wertschätzen:
- meine eigene Einschätzung dessen was ich tue, bewirke und bin

Das Selbstwertgefühl ist nicht starr, es entwickelt und verändert sich ein ganzes Leben lang. Es ist immer abhängig von der jeweiligen Lebenssituation, in der sich eine Person momentan befindet. Es ist also möglich, dass eine Person, die ein positives Selbstwertgefühl besitzt durchaus durch Veränderungen seiner sozialen Situation, zum Beispiel Arbeitslosigkeit, eine Gefährdung des Selbstwertgefühls darstellen und er „aus der Bahn geworfen“ wird.9

3. Die klientenzentrierte Theorie von Carl R. Rogers

Kurzbiographie Carl R. Rogers

Carl Ransom Rogers, am 8. Januar 1902 in Oak Park, USA, geboren, war ein US-amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut.

Seine Eltern betrieben eine Landwirtschaft. Schon früh musste er lernen hart und diszipliniert zu arbeiten. Seine Eltern erzogen ihn streng religiös. Zunächst studierte er Agrarwissenschaft, später dann Theologie und schließlich Psychologie. Zunächst arbeitete er in der Erziehungsberatung und als klinischer Psychologe. In dieser Zeit erprobte er neue therapeutische Techniken, die er in der klientenzentrierten Therapie zusammenfasste. Durch seine Erfahrungen und zahlreichen Untersuchungen entwickelte er diese später zur personenzentrierten Theorie der Persönlichkeit weiter.

Seine von einem humanistischen Menschenbild geprägten Arbeiten wirken in viele Bereiche der angewandten Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Sozialen Arbeit, Seelsorge und Medizin hinein. Insbesondere geht auf ihn die Entwicklung der Gesprächstherapie zurück.

Am 4. Februar 1987 starb Carl Ransom Rogers im Alter von 85 Jahren.[11]

Die Selbstaktualisierung

Rogers geht von drei Grundannahmen über die Natur des Menschen aus:

- Jeder Mensch hat die angeborene Tendenz zu Selbstaktualisierung
- Der Mensch unterwirft sich einem ständigen organischen Bewertungsprozess
- Das Verhalten des Menschen wir durch die subjektive Erlebniswelt bestimmt

„Selbstaktualisierung ist das angeborene und beständige Streben des Menschen, seine Entwicklungsmöglichkeiten zu entfalten und zu verwirklichen.“Fehler! Textmarke nicht definiert.

Rogers vertritt die Theorie, dass der Mensch nicht von beliebigen Trieben gesteuert wird, sondern von einer einzigen zentralen Energie. Er geht davon aus, dass der Mensch einzig und allein von der ihm angeborenen Tendenz zur Selbstaktualisierung, Selbsterhaltung und Selbstverwirklichung gesteuert wird. Jeder Mensch strebt danach, seine Möglichkeiten und Fähigkeiten zu entwickeln und zu entfalten.[12]

„Der Organismus hat eine grundlegende Tendenz, den Erfahrungen machenden Organismus zu aktualisieren, zu erhalten und zu erhöhen.“ 13

Beispiel:

Obwohl es für das Kleinkind leichter ist zu krabbeln, lernt es trotzdem unter Mühe und Anstrengung das laufen.

Die Selbstaktualisierung ist nach Rogers das wesentliche Motiv für das Tätigwerden des Menschen und beinhaltet zudem Erweiterung und Wachstum und damit die Entwicklung hin zu Autonomie und Selbstbestimmung. Selbstaktualisierung beinhaltet die Entwicklung weg von Abhängigkeit und Kontrolle durch äußere Zwänge.

Der Mensch entwickelt dabei die Bereitschaft sich für jede Art von Erfahrungen zu öffnen und sich und andere anzunehmen wie sie sind.

Im Prozess der Selbstaktualisierung und Selbstverwirklichung entfernt sich der Mensch von einem Selbst, das er nicht ist, und nähert sich dem Selbst, das er ist, an.

„Das Selbst zu sein, das man in Wahrheit ist“[13]

Der Organismische Bewertungsprozess

Eine weitere Grundannahme Rogers ist es, dass der Organismus des Menschen die Erfahrungen, die er macht, in Beziehung setzt zu dem grundlegenden Streben nach Selbsterhaltung und Selbstaktualisierung. Das bedeutet, dass alle Erfahrungen und Verhaltensweisen aus Sicht der Selbstverwirklichung bewertet werden.

Die Erfahrungen, die eine Selbstaktualisierung bzw. Selbstverwirklichung ermöglichen werden vom Organismus als positiv bewertet und weiterhin angestrebt. Die Erfahrungen aber, die eine Selbstaktualisierung verhindern oder bedrohen, werden negativ bewertet und vermieden.

Rogers geht dabei von der Annahme aus, dass der Mensch in der Lage ist, selbst zu entscheiden, was für ihn richtig ist, unter der Voraussetzung, er wird von seiner Umwelt nicht zu stark daran gehindert.12

[...]


[1] Biermann- Ratjen, Eva- Maria; „Gesprächspsychotherapie: Verändern durch Verstehen“, Verlag W. Kohlhammer, 9. überarbeitete Auflage

[2] Hobmair, Hermann; Hrsg. „Psychologie“; Stam Verlag Köln München; 1995, 1996, 1999

[3] Vgl.: „Definition des Begriffes Identität“ auf der Internetpräsenz http://beat.doebe.li/bibliothek/w00117.html 24.07.2007 9:30h

[4] Vgl.:Lexikon.sociologicus; Gesellschaft. Lexikon der Grundbegriffe: „Identität“ auf der Internetpräsenz http://www.socioweb.de/lexikon/lex_soz/f_j/identita.htm; 20.07.2007, 18:25h

[5] Vgl.: Spallek, Roswitha; „Persönlichkeitsentwicklung in der Pubertät“, auf der Internetpräsenz http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Kindliche_Entwicklung/s_599.html; 20.08.2007, 08:29h

[6] Selbstwert: auch Eigenwert, Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen genannt

[7] Vgl.: „Selbstwert“ von der Internetpräsenz http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstwert; 18.07.2007 14:21h

[8] Vgl.: „Selbstwert“ von der Internetpräsenz http://selbstwert.know-library.net/; 19.07.2006 13:53h

[9] Vgl.: Fischer, Klaus;. „Erziehung zur Selbstachtung“; www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Erziehungsbereiche/s_814.html; 15.07.2007 17:03h

[10] Vgl.: Lexikon. Wissenswertes zur Erwachsenenbildung; „Selbstwertgefühl“; http://www.socioweb.de/lexikon/lex_geb/begriffe/selbstwe.htm 18.07.2007 21:20h

[11] Wikipedia; „Carl Rogers“, http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Rogers, 20.08.2007, 08:46h

[12] Vgl.: Hobmair, Hermann; Hrsg. „Psychologie“; Stam Verlag Köln München; 1995 Seite 415f

[13] Vgl.: Rogers, Carl; „Entwicklung der Persönlichkeit“; Stuttgart 1992

Details

Seiten
32
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640266364
ISBN (Buch)
9783640668540
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v121856
Institution / Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen – Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit
Note
1,3
Schlagworte
Identität Selbstwert Selbstkonzept Veränderung Selbstkonzepten Handlungsvollzügen Personenzentrierte Gesprächsführung

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